Schläge in der Kindheit. Ein ernstes Thema. Trotz etlicher Erfahrungen mit Menschen zu diesem Thema, bin ich doch immer wieder in meinen 3-h-Lebensthemen-Coachings betroffen, wenn ich miterlebe, wie körperliche Strafen, die jemand vor zwanzig, dreißig Jahren oder länger erlitten hat, sich auf das spätere Leben auswirken können.
Ich muss schon sehr genau hinhören und hinspüren, um mitzukriegen, dass jemand körperliche Gewalt in seiner Kindheit andeutet. Denn das Thema ist immer noch tabuisiert und vor allem auch schambesetzt. Doch wenn jemand beim Schildern seiner Biographie erwähnt, dass „es zu Hause streng zuging“ oder der Vater „ziemlich autoritär war“ oder „die Mutter keinen Widerspruch duldete“, werde ich meist hellhörig und frage nach, was der Betreffende damit meint.
Zur Sprache kommen dann zuweilen Schilderungen von heftigen Ohrfeigen und Prügeln mit Zaunlatten, Gürteln, Lederpeitschen, Baumzweigen, Kohleschaufeln, Teppichklopfern, Rohrstöcken oder bloßen Händen usw. Der Zeitpunkt ist oft unvorhersehbar. Wenn der „Elternteil schlecht drauf war“, wenn „man nicht schnell genug weg war“ oder regelmäßig am Samstagabend als gefürchtetes Wochenendritual.
Ich frage auch immer nach, bis zu welchem Lebensalter geschlagen wurde und wie es aufhörte. Dabei erfahre ich, dass es meist in der Pubertät aufhört, bei manchen aber auch erst mit achtzehn, neunzehn Jahren, als sie sich entschlossen, auszuziehen. Manchmal hört der Elternteil von selbst auf, zuweilen auch nur durch die handfeste Drohung des Jugendlichen. Meist werden Jungen, speziell die ältesten, am meisten geschlagen, aber auch viele Mädchen.
Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge in der Kindheit um?

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Eine häufige Form ist die Bagatellisierung.
Zumeist erkennbar an der Schlussfolgerung „Das hat mir aber nicht geschadet!“
Ich verstehe diesen Satz immer als den Versuch, den Konflikt zu lösen zwischen dem guten Bild, das man von den Eltern hat und den Szenen, wo man geschlagen wurde.
Häufig ist auch die Verdrängung.
Immer wieder berichten mir Menschen, dass sie an die ersten acht oder zehn Jahre ihrer Kindheit keinerlei Erinnerung haben. Kein Bild, kein Gefühl, nichts. Erst im Rahmen der gemeinsamen Arbeit kommt manchmal ein Stück schmerzlicher Erinnerung wieder zurück.
Welche Folgen haben Schläge in der Kindheit auf einen Erwachsenen?
Die Folgen sind mannigfach. Ich will hier nur einige der Konsequenzen und Entscheidungen nennen, die mir bei meiner Arbeit mit Menschen begegnet sind.
- Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen.
Als Kind geschlagen zu werden, ist immer eine Situation, wo das Kind unbewusst Entscheidungen trifft. Wo es auf schmerzhafte Weise lernt, wie es in Beziehungen zugeht. Dass es um Macht geht. Dass man dem anderen, dem man vertraut hat, nicht trauen kann. Dass gleich wieder etwas passieren kann. Mögliche Folgen sind auch Gefühle des Ausgeliefertseins, der Hilflosigkeit, des Verlassenseins, das man als Erwachsener immer wieder erlebt.
- Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten.
Wer geschlagen wird, fühlt sich hilflos und gedemütigt. Um damit in Zukunft umzugehen, gibt es nur wenige Strategien. Die eine ist, sich zu unterwerfen – und den vermeintlich Stärkeren heimlich zu verachten. Die andere ist, sich zu schwören, dass einem so etwas „später im Leben“ nie wieder passieren wird. Und zwar indem man selbst stark wird. - Probleme in der Identitätsentwicklung.
In Seminaren treffe ich hin und wieder auf ganz sanfte Männer, die verständnis- und rücksichtsvoll sind, nie laut werden. Einerseits angenehme Personen, aber auch ein großes Stück aggressionsgehemmt. Oft fühlen diese Menschen selbst, dass ihnen eine größere Portion Männlichkeit fehlt.
Wenn man dann in der Biographie forscht, was der Grund dafür sein könnte, graben wir zuweilen gemeinsam heftige Prügelerfahrungen aus. Frage ich, wie das „Nicht-Mann-Sein“ und diese Erinnerungen zusammenhängen, hört man manchmal den einleuchtenden Satz: „Nur Männer schlagen!“ Oder: „Ich wollte nie so werden wie mein Vater!“
- Selbstwertprobleme.
Wer geschlagen wird, erlebt, dass dem anderen seine Gefühle, Überzeugungen oder Regeln wichtiger sind als die eigene Person. Als Kind kann man noch schlecht unterscheiden zwischen sich und dem anderen. Kann zum Beispiel schwer erkennen, dass Eltern zuweilen überfordert sind (was kein Freispruch für Schlagen ist).
Meist sucht das Kind dann nach einem Grund für die Züchtigung. Vor allem, wenn der schlagende Elternteil sich nicht entschuldigt und die Verantwortung für sein Ausrasten dem Kind zuschiebt, sucht man als Kind die Schuld bei sich selbst. Weil man zu frech war oder Widerworte gab. Weil man schlecht in der Schule ist. Weil man überhaupt auf der Welt ist. - Abgrenzungsprobleme.
Wer in der Kindheit Schläge erleiden musste, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein. - Probleme mit eigenen Kindern.
Wer Gewalt als Mittel der Erziehung erlebt hat, spürt manchmal die Tendenz, sich auch so zu verhalten. Diese Gefahr ist umso größer, je weniger man sich mit dem eigenen Geschlagenwerden und den dabei erlebten Gefühlen auseinandergesetzt hat. Manche streichen ihren Wunsch nach eigenen Kindern auch ganz, aus Angst, sich in schwierigen Situationen nicht im Griff zu haben und ebenso zum Schläger zu werden. - Unkontrollierbare Aggressivität.
Als geschlagenes Kind erlebt man enorme Wut und Zorn, doch müssen diese heftigen Affekte unterdrückt und verdrängt werden. Doch unterdrückte Gefühle verschwinden nicht. Oft bahnen sie sich einen Weg in zerstörerischen Aktionen gegen andere (Kriminalität) oder gegen sich selbst (Autoaggression, Suizid, Drogenmissbrauch). - Auswirkungen auf das Gehirn.
Kinder, die schon früh im Leben ein Trauma durch Missbrauch oder Gewalt erleiden, zeigen schneller biologische Zeichen des Alterns als Kinder, die noch nie Widrigkeiten erlebt haben. Studie …
Was kann man tun?
Darauf gibt es keine schnelle Antwort. Aber allgemein kann ich sagen, dass das Bewusstmachen des Erlebten – im Gegensatz zum Verdrängen oder Bagatellisieren – ein erster wichtiger Schritt ist. Schon allein damit kommt man ein Stück aus der „Kindheits-Trance“ heraus, da man den eigenen erlebten Schmerz zum ersten Mal wichtiger nimmt als das Motiv der Eltern oder die heilige Fassade des „Was sollen denn die anderen Leute denken?“
In weiteren Schritten kann man sich mit den schmerzlichen Erlebnissen der Schläge in der Kindheit auseinandersetzen. In einzelnen Fällen ist es möglich, mit den realen Eltern ein klärendes Gespräch zu führen.
Auch Eltern lernen manchmal dazu und können spät im Leben etwas bereuen oder falsch finden, das sie jahrzehntelang eisern verteidigten. Aber oft trifft man auch auf erneutes Unverständnis und eine Wand der Ignoranz („Das bildest Du Dir doch alles ein!“)
Oft ist auch professionelle Hilfe notwendig, um in dem inneren Gespinst von Erinnerungen, Verdrängungsimpulsen und Verwirrung einen gangbaren Weg für sich zu finden. Letztlich aktiv zu werden im Sinne eines „Gut-für-Sich-Sorgens“ ist auf jeden Fall besser als weiter im Leben in der Opferposition des geschlagenen Kindes zu verharren.
Hier ein kostenloser Rechtsratgeber mit Antworten auf diese Fragen:
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Was gilt als Kindesmisshandlung?
-
Welche Strafe zieht Kindesmisshandlung nach sich?
-
Wie kann ich erkennen, wenn ein Kind misshandelt wird? uvm.
Zum Thema Schläge in der Kindheit gibt weiteren Blogartikel von mir zum Thema hier …
PS: Solche schmerzlichen Erinnerungen und inneren Konflikte sind fast immer hochemotional. Deshalb verdrängen wir sie ja. Sie aufzuspüren schafft man nicht durch Nachdenken. Zudem geht es nicht nur darum, sich diese Ursachen bewusst zu machen, sondern auch zu bearbeiten und sich davon zu lösen.
Was sind Ihre Erfahrungen und Meinungen zum Thema Schläge in der Kindheit?
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Erst jetzt mit fast 60Jahren,nach dem Tod meines Vaters, habe ich in mich, in das geprügelte Kind hinein hauen können.
Erst jetzt ist mein Schmerz angekommen, etwas was mich zeitlebens gehemmt, ängstlich und depressiv gemacht hat. Das einsetzt mich und ich spüre die Wut und ja auch Hass. Ich würde von meiner Mutter und auch von meinem Vater systematisch verprügelt, ohne dass ich etwas angestellt habe. Oft haben auch meine Geschwister freudig zugeschaut. Ja ich bin stark geworden, aber ich bin es nicht wirklich. Meine eigenen Kinder spiegeln mir das, die sind alle erwachsen. Sie haben meine Schwächen, mein Versagen aufgezeigt. Ich habe vieles besser gemacht als meine Eltern aber nicht alles.
Moin!
Ich habe in meiner Kindheit, Baujahr 80, etliche unschöne Dinge erlebt. Sexueller Missbrauch, seelischer Missbrauch und körperliche Gewalt. Von meinem Adoptivvater, sowie von meiner Mutter. Ich habe es nach fast 4 Jahrzehnten des Verdrängens geschafft mir alles wieder ins Gedächtnis zu holen, und mein Leben dennoch als positiv zu sehen. Ich erklärte meiner Mutter sogar, das ich für nichts was passiert ist böse bin. Einfach, weil ich gemerkt habe das es nichts bringt, sich das Leben schwer zu machen, mit vergangenen Geschichten. Und ich auch die Hintergründe sehe, weshalb sie so gehandelt hat. Dennoch sehe ich die Dinge an sich als schlimm an. Was mir derzeit aber extremst fehlt, ist die Einsicht meiner Mutter, das sie schlimmes getan hat. Sie sieht das alles nicht so wild. Das macht mich echt fertig. Und holt mich immer wieder aus meiner eigentlichen Positivität raus. Sie ist auch die Oma meines 5 jährigen Sohnes. Und es kommt zwischen mir und meiner Mutter auch immer wieder zu Kontaktabbrüchen, unter denen auch der Kurze leidet. Diese Kontaktabbrüche passieren immer dann, wenn ich merke das meine Mutter sich gerade wieder ätzend mir gegenüber verhält. Dann Platzt mir einfach der Kragen. Woraufhin ich dann teils über Monate ignoriert werde, Wir können aber auch gut miteinander reden, stundenlang telefonieren oder irgendwo am Wasser hocken und uns an der Natur erfreuen. Mir würde es so viel bringen, wenn sie sich einsichtig zeigen würde. Zumal ich ihr wie gesagt nicht böse bin, und auch keine Wiedergutmachung möchte.
Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel.
Er zeigt ganz deutlich wie wichtig es ist unsere Kinder liebevoll zu behandeln. Denn kein Kind ist absichtlich böse. Es will nur neue Dinge ausprobieren und macht eben aus kindlicher Unbeholfenheit Fehler.
Aber diese Fehler gehören zum natürlichen Lernprozess, übrigens bei Kindern ebenso wie bei uns Erwachsenen.
Strafen, vor allem körperlicher Art, sind deshalb nicht angebracht. Liebe, Verständnis und erklärende Hilfe sind deshalb die bessere Alternative.
Vielen Dank erst mal für diesen Artikel.
Ich empfinde es als ausgezeichnet, dass Sie darauf hinweisen.
Es wird immer noch zu sehr tabuisiert.
Ich bin jetzt 31 Jahre jung und habe mit meinen Leben noch nicht richtig angefangen, durch meine Vergangenheit. Ich wurde in meine Kindheit von einem Elternteil geschlagen und habe bis zu meinem 17. Lebensjahr sehr viel Gewalt mit erlebt.
Meine Therapiezeit besteht, seit ich 21 Jahre bin, ich habe 7 Jahre mehrheitlich nur meine immer wiederkehrenden Depressionen therapiert, was mir sehr viel geholfen hat, in der Gesellschaft klarzukommen. Erst 2019 ging ich tiefer in meine Vergangenheit und mir wurde bewusst, dass ich da noch sehr viel aufzuarbeiten habe. Das Theoretische ist schon lange in meinen Kopf verankert, doch die Praxis ist da eine ganz andere Sache.
Meine Emotionen nehme ich kaum wahr und sie zu nennen ist noch ein Ding der Unmöglichkeit für mich.
Doch ich weiss, nur wenn ich mich damit beschäftige, mit meinen Gefühlen und mir, werde ich mit dem, was passiert, es umgehen können. Es stellt mir immer wieder Beine im Leben und lässt mich wieder in Depressionen fallen.
Seitdem ich in Therapie bin, möchte ich die Tabuisierung verändern. Das habe ich gemacht, indem ich offen darüber geredet habe, dass ich in Therapie gehen. Über all die Sachen aus meiner Vergangenheit zu reden, habe ich mich bis jetzt nicht getraut. Weil mein Gedanke eher daran bestand, was, wen meine Eltern das lesen. Auch wenn ich weiss, dass meine Eltern eher wenig bis gar keine Artikel lesen, die im Internet stehen.
Ich finde es unheimlich wichtig über diese Themen zu reden und nochmals Danke für den Artikel, den er macht Menschen Mut darüber zu sprechen.
Genau dies möchte ich mit meinem Blog, der einmal mal erscheinen wird, wenn ich meine Glaubenssätze ein wenig leiser gestimmt habe.
Auch wenn ich meine Gefühle oft nicht wahrnehmen, weiss ich endlich, dass ich welche habe. Das hat mich jahrelang begleitet und jetzt macht es vieles anders.
Ich bin 74 Jahre alt und weiß, dass in der Nachkriegszeit Schläge zu Hause und in der Schule „normal“ waren.
Widerspruch: Ihnen fehlten Grenzen, nicht Schläge.
Und um Kindern Grenzen auufzuzeigen, gibt es bessere Wege als Schläge. Lesen Sie einfach hier in den Kommentaren, was Schläge anrichten.
Ich bin jetzt 56 Jahre alt – und für Sie klingt das vielleicht unfassbar:
Als ich zur Schule ging war körperliche Züchtigung nichts außergewöhnliches. Meine Klassenkameraden bekamen hie und da schon mal einen Gummischlauch, einen Ledergürtel oder auch die Hundepeitsche zu spüren – nur ich nicht, weil meine Eltern modern waren und mich antiautoritär erzogen haben. Die Striemen bei den anderen Buben hat man durchaus im Sommer bei leichter Kleidung oder im Sportunterricht gesehen.
Meine Eltern haben mich liebevoll erzogen – aber heute würde ich sagen, dass ich ein richtig frecher Bengel war, und mir ab und an ein paar korrigierende Hiebe gut getan hätten. Das ging so weit, dass ich als Kind meine Eltern gefragt habe, warum ich – im Gegensatz zu meinen Klassenkameraden – nie geschlagen werde.
Diese freundliche Behandlung führte dazu, dass man mir nie Grenzen aufgezeigt hat – und ich mich im späteren Leben schlecht eingliedern konnte. Ich bin zwar heute approbierter Tierarzt, aber der Weg war auf Grund mangelnder „Compliance“ mehr als dornenreich.
Ein paar Watschen zur rechten Zeit hätten mir nicht geschadet.
Hallo,
ich denke, dass Sie vor allem psychotherapeutische Hilfe benötigen, um einen Umgang mit den schrecklichen Erlebnissen zu finden.
Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie unter http://www.therapie.de Am besten jemanden, mit einer tiefenpsychologischen oder traumatherapeutischen Orientierung.
Hallo ich bin mittlerweile 41 Jahre & hatte noch nie eine normale Beziehung zu einer Frau . So zwischen 17 & 30 betrachtete ich Frauen nur als Sexobjekte und hatte ein Selbstbewusstsein beim intimen Akt . Später als ich mich nach einer Beziehung gesehnt habe habe ich festgestellt das ich das ich keiner Frau trauen kann , extrem eifersüchtig schon vor einer Beziehung und während des Kennenlernens war und immer das Kennenlernen abgebrochen habe . Generell fiel es mir leicht Frauen kennenzulernen, zu flirten aber wenn’s drauf ankam habe ich es immer von mir aus abgebrochen und ich entwickelte immer ein Gefühl nicht gut genug für die Frau zu sein inklusive Komplexe was meine Intimitäten anging . Ich habe auch festgestellt das ich wenn ich mich doch verliebe zu sehr reinhänge und ich dann sexuell total abschalte und nichts geht aus Angst zu versagen . Wie erwähnt früher wo ich die Frauen als Sexpbjekt ansah war ich mit mir zufrieden. Ich behaupte das ich total beziehungsunfähig bin , Wut entwickele und in Selbstmitleid Ersticke weil ich einfach ungerecht behandelt worden bin in meiner Kindheit. Ich hatte nie einen Lob von meiner Mutter bekommen im Gegenteil nur Vorwürfe wie blöd ich sei . Heftige Schläge waren an der Tagesordnung gepaart mit Angst vor Ihr . Das ging Jahrzehntelang seit dem Kleinkindalter bis in die späte Pubertät. Ich leide täglich daran das ich alleine bin und hab mittlerweile Krankheiten entwickelt die mich fest im Griff haben . Angststörung , Panikattacken und körperliche gesundheitliche Beschwerden angefangen von Bluthochdruck über bis Diabetes usw . Ich würde mich über Kontakte und Ratschläge freuen , meine mail: tief@mail.de
LG
In meiner Familie wurde ich (heute 46) von Vater, Mutter und Bruder geschlagen. Ab Kleinkindalter bis Mitte 30, da wurde dann „nur noch“ geschubst und nach mir getreten. Mir war früh klar, das ich körperlich in der Familie nicht sicher bin, also das da quasi jeder „zulangen“ darf. Ich habe mich ganz direkt gegen Kinder und Ehe entschieden, um den Kreislauf der Dysfunktionalität zu durchbrechen. Mein Vater verstarb bereits, meine Mutter (Narzistin) ist heute um so schwieriger. Zum Bruder und dessen Familie besteht kein Kontakt. Überall da, wo sie früher körperliche Gewalt einsetzte, wird sie heute verbal. Sie ist schlichtweg ein Monster. Ich habe trotz meines Alters immer noch Angst, so zu werden wie sie. Was ich unglaublich dreist finde; sie spricht meinem verstorbenen Vater die „Schuld“ zu, er hätte sie “ ständig verprügelt aber Gott sei Dank, die Kinder nie….“ Mir fehlen die Worte….Schlichtweg ein Monster.
Bin als kind ausschließlich von meiner mutter geschlagen worden. Meistens mit einer rute oder mit der hand auf das hinterteil. Im Gegensatz dazu gab es noch die absolute ignoranz das völlige ignorieren meiner person, über tage, wahrend meine schwester die absolute Aufmerksamkeit hatte. Präpubertär hatte ich ziemliche gewaltphantasien. Das leiden anderer hat mich sogar erregt. Glücklicherweise kam es während und auch nach der Pubertät nie mehr dazu. Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich, lag es an der erfahrenen Gewalt? Ich bin sogar schockiert, und frage mich, was war da bloß mit mir los? Später hatte einige Probleme mit Kriminalität, sachzerstörung, aber eben auch nicht gegen personen. Habe viel Alkohol getrunken und wurde später dann auch drogenabhängig. Ich bin jetzt über 50 trinke nicht mehr, nehme keine drogen und habe meiner mutter verziehen, weil ich mich mit den ursachen auseinandergesetzt habe. Meine mutter starb mit 52 wir haben nie darüber geredet und ich hatte als erwachsene ein gutes Verhältnis zu ihr und glaube sogar, dass es ihr auch leid tat.
Ich bin trotzdem zu einem ziemlich empathischen Menschen geworden, habe eine tochter, die ich niemals geschlagen habe, aufgrund meiner Erfahrungen. Ich bin manchmal eher viel zu mitfühlend, kann andere nicht verletzen, weil ich ihnen keinen schmerz zufügen möchte.
Ich weiß aber auch, dass ich als junger Mensch ziemlich egoistisch war.
Man kann nur versuchen, die Fehler der Eltern nicht zu wiederholen. Emotional kann ich es manchmal nicht nachvollziehen, warum geschlagene kinder später selbst ihre kinder schlagen. Intellektuell ist es für mich aber erklärbar und ich erkenne die Gründe. Viele Grüße
Ob und wie schlimme Erfahrungen aus der Kindheit einen im Erwachsenenalter noch quälen, ist ganz verschieden.
Der beste Ort, so etwas zu verarbeiten, ist eine gute, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Doch einen Therapieplatz zu bekommen, ist nicht einfach.
Manchmal hilft es, die Erinnerung aufzuschreiben – mit allem, was einem dazu einfällt.
Anstatt sich zu schämen, können Sie auch ausprobieren, auf Ihren Vater wütend zu sein. Am besten in der Vorstellung, nicht real mit ihm. Denn Sie richten bis jetzt die Aggression gegen sich selbst.
Hilfreich sind auch Bücher, in denen es um das „innere Kind“ geht.
Alles Gute für Sie!
Der Beitrag gefiel mir sehr, ich habe ihn sofort von Anfang bis Ende durchgelesen und die Informationen waren sehr gut und nützlich.
Mein Problem, für das ich mich etwas schäme, ist die Tatsache, dass ich im Alter von vier Jahren von meinem Vater mit einem Kleiderbügel verprügelt wurde. Die genauen Umstände möchte ich hier nicht alle ausbreiten.
Diese Erfahrung war natürlich schlimm und ganz schrecklich, das stimmt sicher.
Allerdings verstehe ich mich selber nicht wirklich, dass ich das Ganze jetzt, Jahrzehnte später, immer noch nicht verarbeitet habe. Dass es immernoch nachwirkt und mich belastet, obwohl es nur ein Mal passiert ist.
Andere Menschen erleben so etwas (leider) sehr viel öfter und kommen trotzdem irgendwann damit klar. Vielleicht liegt es, zumindest teilweise, daran, dass mein Erzeuger allgemein ein narzisstischer und sadistischer Psychopath war und die Prügelattacke nur EIN Ausdruck seines gräßlichen Charakters war.
Trotzdem würde ich sehr gerne endlich damit abschließen. Für eine wie auch immer geartete Hilfe wäre ich sehr dankbar.
Ihr Artikel hat mich sehr erfreut. Gibt er mir doch viele Erklärungen.
Ich wurde als Kind von meinem Vater verdroschen. Wenn ich nicht brav war, habe ich von meiner Großmutter gehört, dass das meinem Vater erzählt wird
Ich wusste, dass ich dann richtig verdroschen werde
Da habe ich gelernt, was Angst bedeutet. Die zeit bis mein vater heimkam und ihm meine Missetaten erzählt wurden. Wirklich schlimm war ich nie!!!
Danke für Ihren ehrlichen und aufwühlenden Bericht.
Ich kann verstehen, dass Sie traurig sind, aber ich glaube auch, gegen diese Schatten der Vergangenheit hatten Sie und Ihre Ehe keine Chance.
Auf Ihre Frage: Ja, wenn in einer längeren Therapie hätte Ihr Mann die Möglichkeit gehabt, diese schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten. Aber es klingt nicht so, dass er dazu bereit gewesen wäre.
Alles Gute für Sie!
Hallo,
mein Exmann, mit dem ich 20 Jahre verheiratet war, hatte sehr schwierige Verhaltensweisen, sehr schnell aggressiv, unberechenbar, angstgesteuert und grundgestresst, alkoholsüchtig, kein positives Verhältnis zu seinem Körper, er hat viele sehr lieblose Dinge getan und sich wie mein Sohn verhalten anstatt als Ehemann Verantwortung zu übernehmen, so dass ich mich irgendwann vor vier Jahren habe scheiden lassen, nicht weil ich ihn nicht geliebt hätte, sondern aus schierer Erschöpfung.
Nun hat mir seine 96 jährige Tagesmutter erzählt, dass er als Baby geschlagen wurde und unter die eiskalte Dusche gehalten wenn er weinte. Die Mutter wollte ihn nicht und meine Schwiegermutter hat keinen Hehl daraus gemacht, dass Kinder nichts für sie waren. Als er sieben Jahre alt war und sein Hund vor seinen Augen überfahren wurde hat sie sich lustig über ihn gemacht weil er so verzweifelt war, solche Dinge. Sie war intellektuell und toll in ihrem Beruf aber eine kalte Mutter, sein Vater schwach und ohne Kraft.
Mein Mann wurde geboren, da waren sie 40, wahrscheinlich ein Versehen. Ich habe der alten Tagesmutter neulich zuerst nicht glauben können, aber dann habe ich gelesen darüber was passiert mit Babys, die geschlagen werden, und war einfach geschockt darüber, wie zutreffend ich unsere Ehe gespiegelt gesehen habe in den Berichten, u.a. Ihrem, und ich bin sehr traurig geworden.
Vielleicht hätten wir unsere Ehe retten können wenn wir bewußt damit umgegangen wären. Er hat kein Bewusstsein davon, verteidigt seine Mutter immer, aber als sie starb, ist er nicht einmal auf die Beerdigung gefahren. An seine Babyzeit erinnert er sich natürlich nicht. Die Tagesmutter sagte, dass sie ihn mit blauen Flecken gebracht hätten. Es bricht einem das Herz. Ich weiss nicht, ob die alte Frau das wirklich so erinnert wie es war. Wenn ja, warum hat sie damals nichts gesagt???
Aber ich weiss, dass etwas mit ihm nicht stimmte und er wußte selbst nicht was. Würde es Sinn machen zu versuche in die Erinnerung zu gehen? oder lieber lassen? Er ist jetzt 55, heiratet jetzt neu und es geht ihm besser, er hat Bluthochdruck und bekommt jetzt Medikamente, auch das ist neu, seitdem ist er auch ruhiger und umgänglicher. Wir hängen noch sehr aneinander und obwohl ich mich habe scheiden lassen bin ich jetzt sehr traurig, dass er ein neues Leben beginnt, obwohl die Frau sehr nett ist und ich ihm das von Herzen gönne.
Trotzdem ist es schade, dass wir gescheitert sind obwohl wir uns geliebt haben, ich wußte immer, komischerweise, dass er mich liebt, aber mit dieser geballten, unberechenbaren Aggression habe ich nicht leben können. Er hat lange versucht, mich zurück zu gewinnen aber ich war einfach so ausgebrannt von dem allem und habe total dicht gemacht. Jetzt vermisste ich ihn wieder nach und nach seit einiger Zeit schon, und nun rief er aber plötzlich an und sagte, dass er heiratet.
Es hat mich umgehauen und ich habe 3 Tage lang geweint, obwohl auch ich in einer neuen Partnerschaft bin. Aber irgendwie habe ich wohl gedacht, dass wir noch zusammen gehören. Wir waren ja auch sehr jung und dazu Kind und Beruf, es war einfach zu viel und wir sind gescheitert.
Hätten wir besser damit umgehen können wenn wir das gewußt hätten, dass er misshandelt worden ist?
Danke für den klugen und feinsinnigen Bericht.
I.H.
Wenn ich als Kind was angestellt habe bin ich von meiner Mutter anständig versohlt worden!
Ich konnte oft tagelang kaum sitzen, wenn sie mir den Nackten durchgesohlt hatte! Kam sehr oft vor!
Rüdiger
Leider bin ich selbst ein Betroffener, hatte und habe immer wieder Probleme, wenn die Erinnerungen kommen. Abschließen konnte ich mit dem Thema bis heute nicht (mit inzwischen 61 Jahren). Mein Spruch ist – ich kann vergeben, aber nicht vergessen. Aber selbst das Vergeben ist so eine Sache! Ich könnte durchaus Tipps oder Hilfe gebrauchen, denn aktuell kommt bei meiner Mutter neben ihrer Unbeherrschtheit, Sturheit und Beratungsresistenz eine zunehmende Demenz erschwerend dazu.
Ich weiblich wurde von meiner Mutter geschlagen. Machte es mir jedoch schon immer sehr bewusst . Als ich klein war natürlich noch nicht , da ich dachte es wäre vielleicht überall so. Ich schrie und wehrte mich und fühlte mich verloren. Zum Glück war mein Papa dazu im Kontrast dazu mein Tröster wenn ich immer wieder in meiner selben Rückzugsecke saß . Da heilte immer wieder etwas . Heute erwarte ich jedoch auch immer wieder Trost aus meinem Umfeld , zb in einer Beziehung nach einem Streit … Ich fing mit ca 15 an mich zu wehren , aufzulehnen. Ich ging als Kind ( nachdem ich erste Erkenntnisse hatte das sowas nicht richtig war und Reuhe meine Mutter erwarte ) in die Wohnstube und fragte ob es ihr es eigentlich leid täte … sie sagte “ ein klapps auf den Hinterkopf hat noch niemanden geschadet “ . dieser Spruch blieb hängen . Zumal ein klapps untertrieben war . Lange merkte ich keine folgen von all dem . Ich weiß das ich als Kind schon sehr impulsiv werden konnte nach Streitereien und in meinem Zimmer wütete , alleine . Dinge an die Wand warf. Das zog sich weiterhin lange durch mein Leben. Auch neigte ich schnell zu Gewalt um andere zu beschützen und eben gegen Gegenstände wenn ich selbst frust hatte. Ich beschloss irgendwann mit Kindern zu arbeiten weil ich enorm viel emphatie habe und mit Kindern außergewöhnlich gut kann. Ich habe viel Geduld und Feingefühl und finde richtige Lösungen. Das was mir fehlte kann ich anderen geben . Ich lernte auch in der Beziehung länger inne zu halten . In Jugendjahren hatte ich trotzdem schnell Selbstzweifel, wut . Selbstmord Gedanken und Versuche bei lebenskriesen . Ich denke oft ich reiche nicht . Trotzdem weiß ich eigentlich was ich für ein toller Mensch bin . Der Frust nicht als solches gesehen zu werden jedoch wächst schnell bei Ungerechtigkeiten . Umso älter ich werde und seitdem ich Tiere habe , merke ich jedoch das da irgendwas in mir ist was mit Gewalt und aggression gekoppelt ist . Ich habe pädagogische Talente und doch beiße ich mir oft auf die Zähne weil ich mich mit der Kraft in meinen Händen zurück halten muss. Beim streicheln , kuscheln , spielen , und ermahnen . Ich tue niemandem weh aber ich spüre es . Es macht Mir sorgen aber mein Bewusstsein über dieses Problem ist stärker als das affektive handeln oder wie man es nennen könnte ? Tiere und Kinder lieben mich , doch ich denke mein Hund spürt meine Vergangenheit in mir. Auch Pferde . Die Katzen zwingen mich ehr zur Sanftmut , Das ist gut . Meine Mutti ist selbst grob groß geworden , sie ist eine gute , vernünftige , Emotionale liebe Frau die auch nur aus Ihren alten Erfahrungen schlecht handelte wenn sie überfordert war und ihre strenge nicht reichte . Mein Papa dagegen fand immer tolle Worte und lehrte mich über diese . Ich bin ein papakind , liebe aber beide und kann verzeihen . Die Beziehung mit meiner Mutti ist aufgearbeitet soweit ich es mir sagen kann . Ich bin heute 32 . Vielleicht können sie diese Erfahrung als Ergänzung ihrer Erkenntnisse nutzen 🙂 . Herzlichen Gruß .
Auch ich wurde geschlagen. Von meiner Mutter und meinem Stiefvater. Während meine Mutter nur hin und wieder die Beherrschung verlor wurde ich von meinem Stiefvater immer wieder zum Stressabbau verprügelt. Es fing an, da war ich gerade einmal 4 oder 5 Jahre. Er kam von der Arbeit und wenn er mit mir allein war ging es los. Banale Gründe wurden vorgeschoben, wie die Schuhe stehen nicht am rechten Platz oder da ist Staub drauf. Wer hat das Taschentuch da liegen lassen? Ich erlitt neben den tiefen inneren Wunden, Blutergüsse und blaue Flecken. Meiner Mutter durfte ich nichts sagen, sonst würde er sie umbringen. Ich beichtete unter großer Angst erst mit 8 Jahren meiner Mutter was ich täglich erlebte. Erst verließ sie ihn doch dann ging sie wieder zurück. Sie versprach mir, er würde das nie wieder tun. Stimmte leider nicht. Der ganze Spuck war erst vorbei als ich 10 Jahre alt war. Da verließ ihn dann meine Mutter endgültig , nachdem er auch ihr gegenüber gewalttätig wurde.
Meine Mutter schlug mich auch hin und wieder, wie sie aber immer stolz betonte, nur mit der flachen Hand und nie ohne Grund. Sie bekam ja noch Prügel mit dem Gürtel.
Ich schwor mir früh meine Kinder niemals zu schlagen. Ich lehne jeglicher Form der Gewalt ab. In meiner Jugendzeit bekam ich Essstörungen und verletzte mich selbst. Selbstmordgedanken hatte ich oft. Mein Mann half mir da raus und zeigte mir, dass ich es wert bin geliebt zu werden. Wir heirateten, da war ich gerade mal 18 Jahre alt.
Zu meiner Mutter habe ich keinen Kontakt mehr.
Und jetzt? Ich bin 40 Jahre alt, habe einen Sohn der drei ist.
Solange ich mit mir im Gleichgewicht bin ist alles gut.
Aber dann gibt es diese Momente, die mich triggern, und ich merke wie diese ganze angestaute Wut in mir wieder hochkommt.
Mein Sohn bekommt einen Wutanfall, ich begleite ihn, biete ihm meine Hilfe an, zeige ihm Wege aus der Wut: Stampf auf, Schreie, wirf ein Kissen…Klappt meistens ganz gut.
Und dann sind da diese Momente wo er trotzdem weiter nach mir schlägt oder tritt und ich irgendwann einfach nicht mehr kann. Ich werde kalt und laut, brülle ihn manchmal richtig an: DU SOLLST MICH NICHT HAUEN!!!
Ich jage ihm damit Angst ein und es tut mir so Leid im nächsten Moment. Ich nehme ihn in den Arm und tröste ihn. Versuch mich zu erklären, aber er versteht es bestimmt nicht. Ich erschrecke jedesmal wieder selbst vor mir. Obwohl ich ihn noch nie geschlagen habe, fühle ich mich trotzdem als hätte ich versagt. Ich verliere die Beherrschung. Ist das nicht genauso schlimm? Ich habe dann Heulkrämpfe, bin fix und fertig. Das Anschreien und diese Angst in seinen Augen. Auch das ist Gewalt und ich schäme mich dafür.
Diese unbändige Wut, sie ist tief in mir drin. Wie kann ich sie loslassen, ohne jemanden zu verletzten? Wie können erwachsene Menschen nur soetwas Kindern antun? Es ist so lange her und quält mich noch immer.
Holen Sie sich professionelle Hilfe. Das erleichtert so manches und Sie müssen die Vergangenheit nicht allein tragen.
Die Folgen zeigen sich tatsächlich erst als Erwachsene, hier zum Bsp. in der mangelhaften Beziehungsfähigkeit, erhöhtes Misstrauen ggü. anderen Menschen und Vertrauen entwickeln zu können. Ein Ballast für das ganze Leben, leider.
Meine Mutter hatte schon früh angefangen uns Kindern zu züchtigen, wenn ihr alles Zuviel wurde. Meine Schwester wurde mit knapp 4 Jahren im Keller eingesperrt. Bis heute hat sie Angst vor dunklen Räumen. Zum lernen lag ein schwerer Ledergürtel auf dem Tisch, wenn man nicht richtig vorgelesen hatte, gab es eine Ohrfeige oder einen mit dem Riemen drüber, das selbe beim Schreiben. Bis zum Ende der Schulzeit war meine Rechtschreibung in Stresssituationen mangelhaft. Darüber reden konnte man nicht. Die Mutter eines Schulfreundes sagte hierzu nur, „Eltern machen halt Fehler, das kannst du nicht behaupten so etwas? also verdrängt man und macht alles mit sich selbst aus.
Ich habe noch nie mit jemandem darüber geredet, weil ich meine Mutter immer schützen wollte. Sie hatte selbst eine Kindheit, in der sie kaum Liebe erfahren hat. Deswegen hat sie mir jeden Tag gesagt wie lieb sie mich hat und bis heute ist unser Verhältnis eigentlich sehr eng und vertraut. Manchmal erlebe ich mich selbst meiner Mutter gegenüber aber als sehr gefühlskalt, zum Beispiel, wenn sie weint. Ich hab mich immer gefragt, was falsch mit mir ist, dabei habe ich selbst von ihr, wenn es mir schlecht ging nur Sachen gehört wie: Selber schuld. Wenn bei ihr etwas schlechtlief, ihr zum Beispiel ein Glas runtergefallen ist, war auch ich daran schuld. Und wenn wir uns gestritten haben, ist ihr mehr als einmal die Hand ausgerutscht. Natürlich habe ich sie auch manchmal provoziert und als ich älter war habe ich ihr auch mal eine verpasst, aber ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern als sie sich bei mir entschuldigt hat. Und sie hat auch öfter Dinge gesagt wie: „Ein Schlag auf den Popo, da vergeht der Schmerz ja wieder, Worte verletzten viel mehr“. Eine Zeit lang habe ich das selbst geglaubt. ich hab alles geglaubt, was meine Mutter mir ezählt hat. Sonst gab es ja niemanden. Ich hatte Angst mit einer 3 nach Hause zu gehen, weil sie so unkontrollierbar war. Die allererste Abgabe für die Grundschule musste ich bestimmt 20mal machen bis es ihr gut genug war.
Als ich 13 war haben wir gemeinsam zum Glauben gefunden und das hat uns beide sehr verändert, denn bis dahin habe ich nur weitergetragen, was ich von zuhause kannte. Ich war die eingebildete aggresive Außenseiterin. Durch Gott habe ich gelernt, dass Beziehungen anders funktionieren und könnte heute kaum glücklicher sein. Natürlich gab es auch danach noch schlimme Streitereien, aber ohne Gewalt. Ich habe einfach angefangen mich in das genaue Gegenteil von ihr zu verwandeln und das hat dann nur noch für mehr Reibereien gesorgt. Es war höchste Zeit als ich dann ausgezogen bin. Mittlerweile kann ich nicht länger als eine Woche zuhause sein, weil wir alles so unterschiedlich machen. Auch nach 1,5 Jahren ist es für sie sehr schwer. Sie hat keinen Partner oder weitere Kinder. Mit Freunden war es schon immer schwer. Ich schwanke dann immer zwischen „Ich muss/möchte für sie da sein“ und „Ich kann nicht verantwortlich für ihr Glück sein“ ich vermute das genau diese Gewalt, die ich früher von ihr erlebt habe, jetzt noch zwischen uns steht. Ich frage mich, ob man das in einer Therapie aufarbeiten sollte oder ob auch ein klärendes Gespräch zu zweit schon reichen kann. Wie gehe ich das am besten an ohne sie total zu überrumpeln?
PS: Ich bin seit meiner Geburt ohne Vater aufgewachsen, was für mich (deshalb) nie ein Problem war. Wir stehen in gutem Kontakt zueinander und meine Mutter hat nie ein schlechtes Wort über ihn verloren.
Ja, es wäre gut, wenn Sie sich Hilfe holen. Denn im Moment nehmen Sie ja die Schuld für das, was Ihnen widerfahren ist, auf sich. Und Sie haben sich nicht von Ihren Eltern gelöst, trauen sich das auch nicht, sondern übernehmen deren Ansichten und Position.
Sie brauchen keine Depression, um sich Hilfe zu holen. Suchen Sie sich einen tiefenpsychologisch arbeitenden Psychologen/Psychologin in Ihrer Nähe: http://www.therapie.de .Dort können Sie direkt mit Ihrer Chipkarte der Krankenkasse hingehen, Sie brauchen keine Überweisung von einem Arzt.
Ich wurde meine ganze Kindheit hindurch mit einer Selbstverständlichkeit von beiden Elternteilen geschlagen. Meine Mutter hat regelmäßig ihre Kochlöffel auf mir zerbrochen. Zudem wurden wir noch mit psychischen Mitteln bestraft, bloßgestellt, eingesperrt und erniedrigt.
Das schlimme ist, das meine Eltern bis heute der Ansicht sind, alles richtig gemacht zu haben, meine Geschwister und ich alle Schläge verdient hatten und im Grunde alles wunderbar war. Auch die Großeltern halten alles für gerechtfertigt und selbstverständlich selbstverschuldet.
Bis heute spüre ich Auswirkungen zB in meiner Ehe. Ich muss mich immer wieder seiner Liebe versichern und giere nach Zuwendung. Wenn diese ausbleibt oder spärlich kommt, fange ich sofort an, an mir selbst zu zweifeln.
Trotz das ich das alles weiß, schaffe ich es bis heute nicht mit meinen Eltern zu brechen, obwohl sie mir bis heute immer wieder das Gefühl geben ungeliebt und unwichtig zu sein. Auch schaffe ich es nicht mir Hilfe zu holen, denn insgeheim habe ich Angst das ich gesagt bekomme, dass es wirklich nicht so schlimm ist und ich selber Schuld bin. Wohin sollte ich mich auch wenden, immerhin habe ich ja keine Depression oder Selbstmordgedanken? Brauche ich Hilfe? Von meinen Eltern werde ich sie sicher nicht bekommen, nicht einmal eine Entschuldigung.
Es hat mir sehr viel geholfen, diesen Artikel zu lesen!
Ich möchte mich gerne mit anderen Frauen über ihre Erfahrung in autoritärer Erziehung unterhalten.Frauke
Leider bin auch ich als Kind von meiner Mutter geschlagen und gedemütigt worden und habe deswegen drei Selbstmordversuche unternommen (gut, dass alle gescheitert sind). Ich habe mehrere Traumata erlitten, dererwegen ich schon einige Psychotherapien hinter mir habe, wo auch alles aufgearbeitet wurde. Dennoch leide ich, seit etwa 10 Jahren, noch immer unter heftigen Panikattacken, die ich, mit meinen nunmehr 50 Jahren, nicht mehr los werde und folglich damit leben muss. Als Folge dessen, bin ich wegen Erwerbsunfähigkeit auf Dauer berentet.
Aber ich habe zwei sehr liebe Freundinnen, eine tolle Familie, einen wunderbaren Mann, mit viel Verständnis, drei tolle, schon erwachsene Kinder, die ich niemals geschlagen habe, auch wenn es in der Erziehung nicht immer ganz einfach war. Ich habe aber aus den Fehlern „meiner Mutter“ gelernt und meinen Kindern dieses Schicksal somit erspart.
Gewalt und alles was dazu gehört, sind für mich unerträglich und ein No-Go. Diese Ansicht vertrete ich seit meinem 12. Lebensjahr und ich bin bis heute dabei geblieben.
Ich wünsche allen, denen es ähnlich ergangen ist, alles erdenklich Gute und viel Kraft alles zu meistern.
Liebe Grüße
Danke für diesen Artikel.
Nach der Trennung/Scheidung meiner Eltern „bekamen“ meine 4 Jahre ältere Schwester und ich einen „neuen Vater“. Es folgen Umzug, Verlust von mir wichtigen sozialen Familien- und Freunde-Kontakten und grundloses Mobbing in der neuen Schule. Als feinfühlig-unbeschwertes Kind bekam ich immer mehr Schwierigkeiten mich mit lästern den, Schubsenden, schreienden und meine Schulsachen zerfetzenden Kindern. Statt mir zu zuhören und mich zu trösten, bekam ich die ersten Schläge als „Strafe“für etwas, das mir – 9 jährig- angetan wurde.
Dieser Mann und dieser Moment des Erstarrens haben meine Welt zerrüttet.
9 Jahre mit meiner täglicher Angst vor seinen Gewaltausbrüchen. Nüchtern genoss er grinsend seine körperliche Überlegenheit und seine Verachtung die er „für mich“ empfand. Es machte ihm Spaß, Schmerzen zuzufügen. Anfangs waren es schnelle heftige Ohrfeigen die meinen Kopf und Nacken hin und her schleuderten und die ich bis in den unteren Rücken spürte. Später schlug er mit Gürteln, Peitschen drauflos und manchmal holte er sein geladenen Jagdgewehr, und zielte damit auf mich. Ich war sein „Punchingball“, wurde für alles mögliche verantwortlich gemacht, selbst wenn ich nachweislich gar nichts „dafür“ konnte.
Wenn er getrunken hatte – was ich schnell lernte zu erspüren – half mir nur die Flucht aus der Wohnung.
Als ich 16 war bedrohte er volltrunken mit einem Fleischklopfer unsere Mutter. Meine ältere Schwester und ich konnten den möglicherweise tödlichen Schlag und sie abwenden indem ich seinen Arm abfing und meine Schwester in dem Moment unsere Mutter zwischen ihm und der Wand an die er sie gedrängt hatte, wegzog.
Heute bin ich 47 Jahre, kinderlos und nun seit 8 Jahren verheiratet.
Jeder Knall, laute Umgebung, Geschrei und Drohgesten sind Trigger die mich erstarren und zittern lassen. Mehrere Arbeitsstellen verlor ich weil ich mich nicht gegen zum Will cholerisch-unbeherrschte Chefs wehren konnte und psychisch-ohysisch zusammenbrach. Mehrere Burnouts mit einigen körperlich gesundheitlichen Einschränkungen und chronischen Krankheiten zeigen mir in dieser ergebnis-leistungsorierten Gesellschaft oft Hürden und Grenzen auf.
Selbstwertgefühl? Angst!
Wut? Rückzug!
Verletzung? Empathie!
Ich liebe Tiere zT mehr als Menschen, weil Tiere mir nie wehgetan haben und meist unverfälscht und ehrlich sind.
Ich verabscheue jegliche psychisch oder physische Art von „Macht“ und Gewalt.
Gleichzeitig lebe ich immer noch in ständiger Furcht davor…
Bin alleinerziehende Mutter. Vom Haus des Grossvaters geflüchtet wegen häuslicher gewallt.
Mein Junge jetzt 10 Jahre alt wurde in seinem Leben bisher von mir ca.5.Mal geschlagen.
Ich bin gegen Gewalt in der Erziehung.Doch Umgang mit Computer und Multimedia sind die krasseste Herausforderung für mich als Mamma.Mein Junge akzeptiert keine Grenzen. Obwohl ich mich von verschiedenen Seiten ( Suchtprävention, Familienberatung ,Lehrer und Kinderarzt), nimmt dasind den gegebenen Zeitrahmen im Umgang mit Handy und Computer nicht an von mir.Ich gebe ihm täglich 30 Min am Computer. Ueberzieht er, mache ich ihn darauf aufmerksam. Er antworten mit:“ halt die Fresse“ oder er steht auf und schlägt mich mit seinen Fäusten oder tritt mich mit Füssen. Er hat mich auch deswegen schon mit Steinen beworfen und arg beschimpft. Jetzt will er den Computer sogar im Zimmer haben. Ich fürchte mich vor der negativ Spirale und vorallem vor weiteren Gewaltattaken.War schon in der Familienberatung deswegen.Die Familientherapeutun ampfal das Kind in die Kinderscheidungsgesprächsgruppe zu schicken damit er seinen Loyalitätskonflikt mit Erwachsenen klären kann.Nach Abschluss der Therapie ( 6Mt)wurde für das Kind wegen Ueberforderung im Schulalltag eine weitere Einzeltherapie empfohlen.Der Vater hätte unterschreiben müssen und hat die Unterschriftabgabe abgelehnt. Jetzt muss ich die Schläge meines eigenen Kindes einstecken, welches seine Agressoinen voll und ausschliesslich auf mich richtet. Ich habe mich auch schon mit zurückschlagen gewehrt. Doch eigentlich geht es mir total gegen meinen Vorsatz der Gewaltfreien Kommuniktion in der Erziehung. Mein Sohn wird je länger je respektloser, Bestellt mit meiner Bancomatkarte Dinge, welche er angeblich dringend braucht und demoliert sie dann 5 Min. nach Erhaltung im Keller ,mit dem Argument , er brauche das für seine elektronischen Projekte. Ich bin momentan sehr angespannt mit ihm.Er droht mir auch definitif zum Vater zu ziehen obwohl wir das gemeinsame Sorgerecht und einen ausgeklügelten Betreuungsplan haben wo das Kind halbe Woche bei mir-und halbe Woche beim Vater ist.Die einzige Lösung sehe ich darin , wieder zu Beratungsgesprächen ins KJPD zu gehen. Haben Sir noch einen Tip?
Es wäre sehr wichtig, dass Sie sich physisch und vor allem innerlich von Ihren beiden Eltern lösen.
Das schaffen Sie mit einer längeren guten Psychotherapie vermutlich. Entweder tiefenpsychologisch oder eine Psychoanalyse. Zahlt jede Krankenkasse.
Ich würde auch jedem Selbsthilfegruppen wie ACA Adult Children of Alcoholics and Dysfunctional Families oder EKS empfehlen. Da kann man auch ohne AlkoholProbleme in der Familie hingehen. Einfach mal Erwachsene Kinder googeln. Wobei ACA fast noch besser ist, gibt es aber noch nicht so oft.
Ich hasse es wenn Kinder 👶 geschlagen werden die das machen sind für mich Schläger es sollte kein Mensch auf dieser Erde 🌏 geschlagen werden sowas hat keiner verdient Schuss und bis bald meine süßen ❤️💕💓💝💗❣️
Genugtuung verlangen? Von wem? Werden Sie sie bekommen?
Ich glaube, Sie müssen lernen, mit dieser schweren Last besser zu leben. Dabei hilft Ihnen vielleicht eine Psychotherapie.
Ich bin als Kind geschlagen worden 3x pro Woche mit ausklopfer habe heute Schmerzen im rechten Bein bin arbeitsunfähig, kann ich Genugtuhung verlangen.vielen Dank.
Ja, es sind oft Mordversuche an der Seele.
Ich kann ein Lied davon singen, ich in Jahrgang 70 und schreibe derzeit selbst über das , was ich bis einschließlich zum 18. Lebensjahr mitmachen musste, ein Buch…..
Mein sehnlichster Wunsch ist, solche Menschen auch noch nach Jahrzehnten abstrafen zu dürfen, kurz gesagt, sollten Misshandlungen genau wie Mord behandelt werden und sollten nicht verjähren…
Im Prinzip ist es ein Mord!
Es ist Mord an der Seele eines Menschen!
Lieber Gruß
Martin Imhof
Freut mich, dass Ihnen der Artikel geholfen hat.
Wow, es macht mich betroffen und es ist unfassbar wie das Thema auf den Punkt gebracht wird. Ein Tabuthema. Ich hätte nie gedacht, dass mich die Vergangenheit einmal so einholt und krank macht. Ein schwerer und langer Kampf.
Danke für die Ausführungen.
Ich wurde zwar nicht zusammengeschlagen, aber geschlagen und an den Ohren und den Haaren gezogen. Wenn mein Vater einen seiner berüchtigten Wutanfälle hatte, konnte es ihm keiner recht machen, manchmal wusste ich gar nicht, was ich getan hatte, manchmal passte ihm halt einfach gar nichts und er suchte nach Gründen, seinen Frust an jemandem abzulassen. Da ist ein hilfloses Mädchen (ich) gerade richtig. Ja, das nennt man einen echten Kerl, seinen Frust und seine Wut an einem Kind, und dann noch einem Mädchen abzulassen. Bravo! Dazu kam der emotionale Missbrauch, der noch schlimmer war. „Liebesentzug“, wenn ich etwas ausgefressen oder „falsch gemacht“ hatte, Erniedrigungen, übelste Beschimpfungen. Und natürlich „Du wirst es nie zu etwas bringen im Leben“. Nie war es gut genug, egal, was ich gemacht hatte. Auch wenn ich etwas sehr gut gemacht hatte, gab es ein ABER man kann ja noch dies und jenes verbessern. Die Erwartungen meiner Eltern lagen irgendwo zwischen „das perfekte Kind“ und „göttlich sein“. Es gab herzlich wenig Lob, dafür umso mehr Kritik. Sehr gut war bei Weitem nicht gut genug! Trotzdem stehe ich heute mit beiden Beinen im Leben, guter Job, gute Ehe, aber null Selbstbewusstsein. Musste mühsam lernen mich durchzusetzen und auch „Nein“ zu sagen. Habe lange gebraucht, bis ich gelernt hatte, meine eigene Meinung zu vertreten, bis heute fällt es mir aber nicht leicht. Was aber schlimmer ist, ist der Schmerz darüber nie liebevolle und vor allem verständnisvolle Eltern gehabt zu haben. Seit der Pubertät ist mein Verhältnis zu den Eltern total zerrüttet. Als Jugendliche habe ich gelernt, zu lügen und meine Eltern mit allen Mitteln auszutricksen. Das ist bis heute so geblieben. Ich sage einfach, was sie hören wollen und Ruhe ist! Auf Diskussionen mit ihnen habe ich null Bock. Die Gespräche bleiben oberflächlich. Wir telefonieren gelegentlich, besuchen tue ich sie sehr selten: halt so die üblichen „Pflichtbesuche“. Wir wohnen glücklicherweise weit voneinander entfernt. Ein inniges, liebevolles Verhältnis hat es aber nie gegeben und wird es auch nie geben. Damit muss ich mich leider abfinden!
Wenn frueher alle Kinder von ihren Eltern oder sogar Lehrern geschlagen und erniedrigd wurden, dann gab es jakeinen gesunden Erwachsenen in der Gesellschaft.
Also konnta auch niemand wirklich gut seine eigenen Kinder grossbringen.
Wurde selber als Kind misshandelt.
… „eine Welt kennenzulernen, die ohne Hass, Ausbeutung und Krieg auskommt.“
So eine Welt hat es nie gegeben und wird es wohl auch nicht geben. Aber es ist ja trotzdem gut möglich, dass Sie eine bessere Welt privat erleben und nicht den Krieg Ihrer Kindheit für immer fortsetzen müssen. Dabei hilft Ihnen am besten eine Traumatherapie.
Ich wurde auch geschlagen, aber nicht zusammengeschlagen, zumindest körperlich. Mein Alltag war aber von Angst geprägt und ich bin um zu entkommen gedanklich auf Verdrängungskurs gegangen. Mein Leben wurde maximal konrolliert. Freiheitsgrade waren kaum auszumachen. Alles lief nur unter Zwang und nach Plan ab. Im Nachhinein habe ich sehr grosse Berühungshemmnisse entwickelt. Kontaktschwierigkeiten habe ich keine, aber eine enge Bindung zu einer Person habe ich nie aufbauen können. Meine Kindheit ist wie eine lange eklige Gehirnwäsche gewesen.
Es ging damals los, als meine Mutter meinen zukünftigen Adoptivvater kennenlernte. Erst kurz in der Beziehung ging die Gewalt gegen mich auch schon los. Wenn ich statt ‚Mama‘ den richtigen Namen meiner Mutter gesagt habe, wurde mir mit den Fingerknöcheln ein schmerzhafter Schlag an den Hinterkopf verpasst. Immer und immer wieder. Mein eigener Name wurde hingegen regelmässig von ihm ersetzt gegen Schimpfworte und erniedrigende Kosenamen.
Später gesellten sich andere Massnahmen dazu. An den Ohren hochziehen und dann meinen Kopf unter den Wasserhahn halten, Hintern versohlen und Ohrfeigen, die die Funken im Kopf fliegen liessen und Kopfschmerzen hinterliessen waren zwar nicht an der Tagesordnung, aber bei jedem Regelbruch Standard. Ein falsches Wort zur falschen Zeit, zu spät nach Hause kommen, nicht an den Plan an der Wand gehalten, beim Klamottenkaufen meine eigene Meinung vertreten und bäm, hat es mich wieder erwischt. Aber immer erst, wenn wir wieder zu Hause waren.
Meine Mutter hat nichts dagegen gemacht. Das war am schlimmsten für mich. Wenigstens hat er sie nicht geschlagen. Wir waren gerade erst vor meinem brutalen Vater aus der DDR geflohen, weil er meine Mutter jahrelang regelmässig fast tot geprügelt hat. Dass mein Adoptivvater sie nicht geschlagen hat, hat mich irgendwie durchhalten lassen, es hat sich aber dennoch der Wunsch meine Eltern zu bestrafen in meine Gedankenwelt eingeschlichen. Ich hatte vor mit 16 Heroinabhängig zu werden, um mich so umzubringen. Warum ich meine suizidalen Rache-Gedanken, die sich in meiner Kindheit entwickelten nicht nachgegeben habe, weiss ich nicht genau. Vielleicht wurde mir bewusst, dass der Horror bald vorbei ist. Vielleicht war es auch die Neugier die Welt kennenzulernen. Ich habe dann in meiner jungen Erwachsenenzeit die versäumten Freiheitsgrade nachgeholt und nun bin ich bald 50 Jahre alt, fühle mich aber wie ein 25 jähriger, habe aber panische Angst vor einer festen Beziehung. Kinder hätte ich eigentlich sehr gerne. Aber die Angst zu versagen ist zu gross und die Welt bietet so viele Möglichkeiten dafür offen, dass mir schwindelig bei dem Gedanken wird.
Was mir am meisten nachhängt ist der Satz „Du hast deinen Kopf nicht nur zum Haare schneiden.“ Ich wurde hart darauf getrimmt mich den Wünschen und Bedürfnissen anderer vorausschauend unterzuordnen und absolut verantwortungsvoll zu sein. Das hat mich vor lauter Verantwortungsbewusstsein vollkommen ohnmächtig gemacht und losgeworden bin ich das nie. Nichtmal im Ansatz.
Ich hatte einmal in der nächsten Grossstadt bei einem psychoanalytischen Institut vorgesprochen und das Problem geschildert. Mir wurde eine mehrjährige ambulante Therapie angeboten mit drei mehrstündigen Sitzungen pro Woche. Das hätte mein Alltag aber nicht verkraftet und ich habe abgelehnt.
Inzwischen bin ich an einer Stelle angekommen, an der ich mich von dem Gedanken eine Familie zu gründen komplett verabschiedet habe. Geblieben ist mir – und zwar stärker als je zuvor – die Neugier darauf, was die Menschheit noch so alles für verrückte Dinge anstellt. Darum will ich so alt werden wie nur irgend möglich. Meine Hoffnung noch eine Welt kennzulernen, die ohne Hass, Ausbeutung und Krieg auskommt, ist allerdings extrem gering. Sehr schade. Sehr sehr schade.
Heii..Also ich bin 16 Jahre alt, werde von klein an geschlagen. Ich habe mich wirklich angesprochen gefühlt zum Thema „unkontrollierte Aggressivität“. Oftmals werde ich nach einem Streit (geschlagen) zurückgelassen im Zimmer, ich weine wie verrückt, schreie in Kissen, will mich am liebsten in Stücke reißen..denn es sitzt in mir eine Schreckliche Wut. Doch ich liebe meine Mutter, auch wenn sie mir das antut. Es ist Schrecklich sich deshalb selber wehzutun um das Gefühl zu lindern.
Ich schlug oft auf mich selbst ein, sprach mit mir selbst als wären meine Schatten meine Gesprächspartner. Ich fühle mich so krank, aber ich kann nichts dafür. In solchen Momenten bin ich nicht ich selbsr.
Ich habe ehrlich gesagt echt Angst vor mir selbst, vor meiner Mutter und was mit mir wird. Ob ich Psychisch in Ordnung bin, weiß. Ich auch nicht.
Aber trotzdem Danke für die Information ♥ Es hilft mir mich einwenig einordnen zu können
~
Hungern Gefoltert missbraucht von einer Kindesmörderin gefoltert missbraucht von Kreuzschwestern Bildung beraubt vom Land. Einige, Suizid versuche. Einige Flucht versuche. Alkoholmissbrauch um die Probleme zu ertränken. Gefängnis. Obdachlos. Keine Therapie keine Medikamente allein gelassen in der großen weiten Welt als Bildungs loser. Finde dich zu Recht heile dich selbst oder stirb. Das war mein Motto, andere Möglichkeiten gab es in der Gesellschaft nicht. Traurig aber wahr. Heute bin ich 16 Jahre verheiratet zwei Kinder zwei Häuser Teich Pool 4.000 Quadratmeter Grund. Die Anstrengungen der Heilung dazu, will kein Mensch auf Erden wissen. Lg
Zitat von Roland Kopp-Wichmann:
Gute Entscheidung, dass Sie sich helfen lassen. Allein schafft man das nicht.
Ich bin nicht der Meinung „alleine schafft man das nicht“. Ich habe es geschafft, ohne jemals eine Therapie zu erhalten. Aber es ist unzumutbar für jeden einzelnen Menschen alleine damit fertig zu werden. Es ist das grauen pur alleine mit seinem Problem fertig zu werden. Aber verallgemeinern sollte man das auch nicht. Es ist nicht böse gemeint.
Wer lesen will, kann dies gerne auf meiner Website tun. http://www.ueberlebt.at/
Auf Twitter: https://twitter.com/PublikationJW
Gute Entscheidung, dass Sie sich helfen lassen. Allein schafft man das nicht.
Das hätte ich nie gedacht, diesen 1. Schritt der Therapie habe ich getan.
Ansonsten bleibt mir nur zu sagen dass ich mich in dieser „Schilderung“ eindeutig wieder sehen… ja sogar schockiert bin… ein ganz ganz großes Thema i.d.S. ist bei mir, diese ständigen Jobverluste durch meine Impulsivität… dessen will ich auf den Grund gehen…
In jeder einzellnen Aufzählung: Drogen, Kindesängste, Versagungsängste, nicht Nein sagen können etc. trifft Haargenau auf mich zu.
Ja sogar mein Auto habe ich als Tatwaffe benutzt vor Zorn…😔Gott sei dank blieb es beim Blechschaden. Ich gehe daran kaputt…ich kann so nicht Weiterleben…und lasse mir Helfen…
Schon mal probiert, mit einem guten Therapeuten das anzuschauen und zu bearbeiten?
Ein sehr trauriges und dennoch interessantes Thema. Ich selbst habe in der Schule unter Mobbing gelitten, sodass sich meine Noten sehr verschlechtert haben. Nur dadurch sind meine Eltern auf das Thema aufmerksam geworden.
Dieser Bericht hat mich zutiefst berührt. Die meisten Auffäligkeiten aus diesem Bericht finde ich in mir wieder.
Als Kind war ich ständig in Gefahr von meinem Vater zusammengeschlagen zu werden oder von meiner Oma verprügelt zu werden
Diese Auswüchse belasten und beeinflussen mich nochmehr als 40 Jahre später.Als ich nachdem ich 25 Jahre keinen Kontakt mehr zu meinem Vater hatte dummerweise eine Annäherung versuchte
stritt er alles ab und bagatelisierte. Er stellte sich als Opfer eines kleinen störrischen , viel zu ruhigen und faulen Jungen dar.
Ich habe den Kontakt dann aber sofort wieder abgebrochenjetzt schon wieder 15Jahre her,aber die Wut und die Ohnmacht sind geblieben. das Leiden bis zum heutigen Tag ebenfalls.
hallo, ich bin die dani und bin 36 jahre alt. hab eome tochte die no nie von mir hahe bekommen hat.. meine kindheit war die reinste hölle häsulich sezuelle gewalt ohne geliebt zu werde geborgheit auch nie grfühlt..mir grhts so scheisse bin nur am heulen und fühle mich nixlos das ich endlich so weit bin eine mutter kind kur beantrage.. ich komme auf mein leben nicht klar .das alles zu viel für mein kopp
bin am ende mit meiner kraft.. liebe grüse dani
Solange mein Vater im Krieg war, bekamen wir of Brügel mit einem Gummischlauch. Das hatt sich in meiner Ehe und bei unseren Kindern nicht ausgewirkt. Wir hatten normalen Sex. Nur jetzt als Witwer möchte ich am liebsten brutalen Sex an Frauen sehen. Sind das Nachwirkungen? Ich glaube schon.
Den manchesmal habe ich damals meine Mutter wirklich gehast.
Ich bin in den 60 Jahren aufgewachsen und damals war es noch ganz normal dass Schlaege zur Erziehung gehoeren. Dazu muss ich sagen dass meine Eltern die grosse Ausnahme waren, sie haben mich und meine Brueder nie geschlagen. Natuerlich wurde auch mal geschimpft und wir wurden zur Strafe auf unsere Zimmer geschickt aber wir 3 Geschwister hatten eine harmonische und glueckliche Kindheit.
Aber ich habe natuerlich mitbekommen dass die Realitaet bei meinen Freundinnen eine ganz andere war. Schlaege gehoerten zum Alltag und ich kann mich an diverse Momente erinnern Z.B. Meine Freundin in der Grunschule bekam vor meinen Augen eine Ohrfeige von ihrer Mutter weil sie beim Abschreiben eines Textes ein Wort trennen musste und nicht erkannt hatte, dass dieses Wort nicht mehr in diese Zeile passte. Ich glaube wir waren damals in der 2. Schulklasse. Auch wurde ich von ihrem Vater ausversehen georfeigt, weil mir beim Abtrocknen helfen ausversehen ein Tellerchen aus der Hand rutschte und am Boden zerbrach. Er verwechselte mich mit seiner Tochter, wofuer er sich dann natuerlich entschuldigte, aber der Schock, ueber den Schlag, und dass meine Freundin normalerweise so behandelt wurde, blieb. Eine andere Freundin wurde haeufig morgends von ihrem Vater geschlagen wenn sie sich sich nicht“ ordentlich“ anzog, das war schon in der Pubertaet. Dass war alles ganz normal und niemand empfand es als falsch. Wirklich schlimm ging es einer anderen Freundin und ihren 2 Bruedern von mir die von ihrem Vater mit Kleiderbuegeln und Guerteln geschlagen wurden. Sie ging haeufig nicht zur Schule, weil ihre Mutter sie nach so einer Pruegelattacke mit Beruhigungstabletten ins Bett gelegt hatte. Ich erfuhr davon nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit, und frage mich heute natuerlich, hat dass wirklich keiner der anderen Erwachsenen gewusst, was in dieser Familie passierte?
Dieses Maedchen hat als Erwachsene unglaublich viele Probleme entwickelt.z.B. konnte sie keine oeffentlichen -Verkehrsmittel mehr benutzen, ohne Panikattaken zu bekommen, oder keine grossen oeffentlichen Plaetze ueberqueren, oder gemeinsam mit anderen Menschen am Tisch essen, oder ihre Unterschrift leisten wenn andere Menschen ihr dabei zusahen. Wegen dieser vielen Probleme wurde sie von ihrem Psychologen angewiesen ihre Kindheitserinnerungen aufzuschreiben, und da sie sich an nichts mehr aus ihrer Kindheit erinnern konnte, trat sie mit mir nach 20 Jahren wieder in Kontakt. Ich war damals als ihre beste Freundin, Zeugin vieler Erzaehlungen erster Hand von ihr gewesen, und ich kann mich noch sehr gut an meine Kindheit erinnern.
Sie hatte sich auch zu einem unfreundlichen Menschen entwickelt, Wut und Neid brodelten bei ihr foermlich staendig unter der Oberflaeche. Wir haben den Kontakt dann wieder abgebrochen, aber ich bin heute noch traurig darueber wie hier ein Mensch durch Schlaege und Misshandlungen in der Kindheit so gebrochen wurde, dass ein normales und glueckliches Leben fast? oder ganz? unmoeglich ist.
Hallo
Ich bin selbst betroffen von stetiger und massiver Gewalt waerend meiner Kindheit und ich muss sagen, das ich, obwohl schon 51 Jahre, natuerlich auch gepraegt bin. Ich denke das viele Erfahrungen die wir als Kind machen grosse Auswirkungen hat auf unsere Persoenlichkeit. Auf mich bezogen kann ich sagen, das mein Leben ein stetiger Kampf ist und fuer mich, das mag sich jetzt ueberzogen anhoeren, aber fuer mich ist es ein grosser Erfolg, noch am Leben zu sein. Denn viele mir bekannte Menschen aus Familie und Umfeld sind es nicht mehr obwohl sie es koennten, wenn….ja, wenn ihnen psychische und physische Gewalt waehrend ihrer Kindhet erspart geblieben waere. Ich weiss nicht warum ich noch lebe, denn der tiefere Sinn blieb mir bisher verborgen, wo ich Menschen kannte, die fuer mich ewas ganz besonderes waren, zu denen ich auch aufschaute, die mein Leben bereicherten und doch..viele von ihnen haben ihr Leben vorzeitig beendet. Und ich, der einer der aengstlichen Menschen ueberhaupt bin, ich bin noch da und ich frage den lieben Gott oefter: Was mache ich noch hier? Warum kann ich noch nicht zurueck nach Hause? Ich habe doch hier auf dieser Welt gar nichts mehr verloren. Dumme, menschliche Fragen. Naja, ich erwarte keine Antwort von Gott und so lebe ich jeden Tag weiter, versuche das zu tun was mir gut tut und das zu lassen was mir schadet. Es ist schwer fuer mich was anderen Menschen einfach faellt, aber seltsamerweise ist vieles fuer mich einfach was fuer andere ‚ normale Menschen‘ schwierig ist wie zum Beispiel ueber Gott oder Liebe zu reden, zu beobachten, zu erkennen..wie der Mensch durch die von der Politik geschaffenen Gesellschaft manipuliert und zweckentfremdet wird um die Gier weniger Menschen zu befriedigen. Ich persoenlich habe grosse Probleme mit Selbstwertgefuehl und Selbstbewusstsein, aber wenn ich sehe, fuer was Menschen ihre von Gott gegegebene Lebenszeit, sowie ihren Koerper, von der Seele reden wir am besten gar nicht, verschwenden, wird mir schlecht. Ich selber und auch meine Zeit waere mir dafuer viel zu schade. Um wieder zurueckzukommen zum eigentlichen Thema..weil ich im speziellen nichts darueber gelesen habe : Ich habe den Drang Frauen auf das koerperliche zu reduzieren um sie fuer Sex zu benutzen. Ich denke das meine Psyche weiss, das damals eine Frau eine Hauptrolle spielte und so manifestiert sich das eben..abwertend
vielen Frauen gegenueber. Es faellt mit schwer, Frauen an erster Stelle als Mensch zu sehen und dann erst als Frau..aber..ich kann nichts fuer diese Entwicklung. Ich bin mir aber weitgehend ueber meine selbstzerstoererische Veranlagung genauso bewusst wie ueber das Ab- und Bewerten von Frauen. Gut, ich werte auch Maenner ab, das hat aber damit zu tun, das ich generell die Entwicklung des Menschen in der breiten Masse, das Geschlecht spielt da keine Rolle, fuer sehr primitiv und dumm halte. Das trifft auf beiderlei Gruppen zu. Ok, das gehoert vielleicht nicht hier her, deswegen sage ich danke fuer die Plattform um diesen Senf loszuwerden und Entschuldigung an alle, die diesen Senf lesen 🙂 Noch was fuer alle Menschen, denen ihr Wertgefuehl durch andere Menschen genommen wurde ; Auch wenn es Menschen gibt, die dich schlecht behandelt haben..und du dich deswegen klein und minderwertig fuehlst..fuer Gott bist du einzigartig und wundervoll und er liebt dich. Leider hat er uns Menschen den freien Willen gegeben Dummheiten zu machen, deswegen passieren soviele schlimme Sachen..aber Gott hat nie etwas ueberfluessiges oder schlechtes erschaffen. Einzig manche schlechte Entscheidung durch uns Menschen macht uns oft zum schaffen und erschwert unser Leben. Die beste Hilfe die es diesbezueglich gibt, ist Gott 🙂 Viele Menschen machen gott verantwortlich fuer unsere schlechten Taten und rufen dann : WOO IST JETZT GOTT WO DIESES ODER JENES PASSIERT IST? Und ich kann nur sagen, Gott ist da und schaut zu was wir machen aber wir sind nicht mehr bei Gott und entscheiden uns gegen ihn. Wir entscheiden jemanden zu schlagen, zu erschiessen, auszurauben, wir allein, nicht Gott. Es liegt allein an uns ob wir jemand Gewalt an tun oder nicht. Warum sollte Gott eingreifen und unsere Entscheidungen verhindern? Er hat uns doch alles gegeben um kluge, liebevolle Entscheidungen zu treffen. Ok, Ende und Aus 🙂
“ Ich arbeite daran, aber es ist schwer.“
Ja, das ist leider wahr – aber der einzige Weg.
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
Ich möchte Ihnen für ihren Artikel danken. Ihre Worte haben mich sehr berührt und leider muss ich zugeben ,dass ich mich in ihrer beschreibung selbst wieder erkannt habe.
Ich denke viel zu viele Menschen haben ähnliche schmerzvolle erfahrungen gemacht, mich eingeschlossen. Auch ich wurde von meinen „Eltern “ als Kind schwer misshandelt. Mein mit Narben überzogener Körper und ausgeschlagene zähne erinnern mich jeden tag daran, egal wie sehr ich diese erinnerungen verdrängen will. Dann bin ich wieder 9 Jahre alt, grün und blau geschlagen und blutend auf dem boden liegend, während sich meine eltern abwechseln beim prügeln.
Gerne haben die beiden auch zu holzlatten mit schrauben und Nägeln gegriffen, daher die narben oder Gegenstände nach mir geworfen. Ich könnte nicht sagen wer von beiden öfter zugeschlagen hat, nur war mein Vater sehr viel stärker und so waren die Schläge auch heftiger. Was die beiden mich ansonsten alles genannt haben….Du dreckiger Zigeuner…War noch das netteste.
Ich wollte mir oft das leben nehmen und habe mich in Drogen geflüchtet weil es mir egal war ob ich lebe oder sterbe. Ich habe eigentlich gar nichts mehr gefühlt außer Wut und hass.
Ich hasse meine Eltern heute immer noch oder sogar noch mehr. Vor Jahren habe ich ihnen gesagt dass sie für mich tot sind und habe jeden Kontakt zu diesen Monstern abgebrochen. Oft habe ich an Rache gedacht, aber ich kann und will niemand anderem so etwas antun. Das ist nicht meine Art. Was mir aber fehlt ist jegliches vertrauen in andere Menschen. Ich bin immer auf der Hut und traue beinahe niemandem außer meiner Frau über den weg. Immer habe ich ein Motiv anderer hinter allem vermutet.
Das hat mich härter gemacht und zäher und irgendwie auch abgestumpft. Manchmal wird mir gesagt ich sei gnadenlos und krankhaft ehrgeizig , immer auf Erfolg getrimmt ,um jeden Preis ,bis zur totalem selbstzerstörung. Und in der tat habe ich jede Prüfung bestanden und abi, Studium, Job etc immer erfolgreich durchgezogen. Ich habe immer geliefert und leistung gebracht. Ich kenne nichts anderes. Ich bin in Vereinen aktiv und genieße ein gewisses Ansehen.
Dazu meinten meine Eltern vor vielen Jahren ernsthaft , dass sie dann ja wohl nix falsch gemacht hätten, schließlich wäre aus mir etwas geworden.
Aber um welchen Preis?
Ich bin ein seelenloser Atheist, traue niemandem, bin kinderlos, obwohl ich kinder sehr mag, und immer auf das schlimmste gefasst. Nur ich fühle manchmal gar nichts mehr. Es geht mir insgesamt besser seit ich jeden Kontakt abgebrochen habe. Ich wüsste so gern wie es sich anfühlt glücklich zu sein…Ich kenne nur das Gegenteil. So etwas wünsche ich niemandem, deshalb habe ich keine Kinder, weil ich fürchte dass mich das alles so nachhaltig geschädigt hat, dass ich mir selbst nicht einmal traue.
Irgendwann werde ich das alles hinter mir lassen. Ich arbeite daran, aber es ist schwer.
Mit lieben grüßen
Mr. R
Freut mich, wenn Ihnen der Artikel geholfen hat.
Aber ich möchte Sie dennoch ermutigen, sich therapeutische Unterstützung zu holen. Denn Traumatisierungen durch Schläge kann man fast nie allein bewältigen. Man muss es aussprechen, die aufkommenden Gefühle wieder spüren (Ohnmacht, Wut, Verzweiflung …) und das im Beisein eines kompetenten Gegenübers, der nichts bagatellisiert und Ihren Schmerz aushält.
Als eine Folge Ihres Schritts könnte auch folgen, dass Sie sich unabhängiger von Ihrer Frau machen. 😉
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann!
Vielen Dank für diesen „wunderbaren“ Artikel (in Anführungsstrichen, da er ja schmerzhaft, aber zugleich sehr reinigend und hilfreich sein kann)!.
Ich wurde als Kind viel geschlagen, bin öfter von zuhause abgehauen, habe auch zwei Selbstmordversuche hinter mir. Jahrelange Kleptomanie, mangelndes Selbstwertgefühl und Probleme sich in einer Partnerschaft zu öffnen und ehrlich zu sein.
Es immer anderen recht zu machen und nie seine Wünsche zu äußern – viele Aussagen in Ihrem Artikel waren wie ein Déjà-Vu-Erlebnis für mich. Diese Probleme erweitern sich ja auch teilweise im Beruf. Jetzt mit 40 bin ich in meiner zweiten Ehe an einem Punkt angekommen, wo es so nicht mehr weitergehen kann, da ich mich nicht öffne und meiner Frau viel verheimliche. Es tut mir auch leid, und ich bin es eher, der die Ehe beenden will, um nicht noch mehr Schmerzen zu erzeugen.
Mein Angebot zum Psychologen zu gehen, löste folgende Reaktion aus :“Oh Gott!! Muss DAS sein? Was sollen denn meine Freundinnen über Dich denken, wenn ich Ihnen das erzähle?! Setz Dich doch lieber mal hin und lese darüber im Internet, anstatt über Nachrichten und Autos zu googlen!“ Das tat ich auch und stiess auf Ihren Artikel. Es bestärkt mich, mich mit meiner Kindheit auseinanderzusetzen, denn viele meiner Probleme stammen daher. Ob mit oder ohne Psychologen, ihr Artikel hat mir dafür Starthilfe gegeben.
Vielen Dank für den Artikel. Es war schmerzhaft mich in einigen Punkten wiedererkennen zu können. Aber alleine die Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Thema ist erlösend.
ich bin als Kind geschlagen umd tyrannisiert worden von Eltern und <Geschwistern, mein Bruder hat mich im Jahre 2009 noch geschlagen und mich als Hure bezeichnet….
Vor sieben Jahre habe ich selbst einen Beitrag verfasst und bin erstaunt darüber, wieviele hunderte Beiträge danach noch erstellt wurden. Zwischenzeitlich ist meine Mutter verstorben und es ist in der Familie Ruhe eingekehrt, auch mein Vater ist seit ihrem Tod aufgeblüht und wesentlich selbständiger geworden, auch wenn er bald seine 80-iger feiert. – Psychische und physische Gewalt darf nie das Leben andere dominieren oder beeinflussen, deshalb so früh als möglich sich aus diesen Fängen befreien, auch wenn es schwer ist, ich weiß selbst wovon ich spreche!
Als Kind in solchen Situationen kann man so denken. Aber heute sind Sie ja erwachsen und können anders darüber denken.
Ich denke, eine gute Psychotherapie wäre hilfreich.
Und den Hass auf Ihren Vater könnten Sie ja für sich nutzen nach dem Motto: „Du kriegst mich nie wieder klein!“
Ich denke …das alles Leben…eine unötige Angelegenheit ist…wenn man in die hasserfüllte Fresse seines Vaters über sich kniend sieht…dann wars das mit dem Leben…dann kommt ein Tod auf Raten….bis das die Natur endlich ein Erbarmen hat…
Sehr geehrter Herr Kopp Wichmann!
Ich habe mit Interesse Ihren Artikel: „Der perönlichkeits Blog“, gelesen. Ich bin 76 Jahre alt, und habe fast die gesamte Palette von Misshandlungen und Missbrauch erlebt. Leide seit 1968 an Angst – und Panikattacken. Leider habe ich bei mehreren Psychologen so meine Erfahrungen gehabt, und bin keinen Schritt weiter gekommen.
Auf meine Kriegserfahrungen , und deren traumatischen Erlebnissen, wollte keiner eingehen, obwohl sie erklärten, es zu tun zu wollen. Einer schlief immer ein. Es würde mich freuen, wenn ich Ihnen mein Buch über mein Leben, in dem Krieg, Missbrauch im Internat und auch häuslicher Missbrauch, beschrieben wird,einmal zusenden kann. Meine Eltern waren unbelehrbare Nazis, was meine Mutter bewog, mich in diesem Sinne durch meine Kinder- und Jugendzeit zu prügeln. Mein Buch ist im Umfang nicht so gross, aber ich habe mir einen Teil von der Seele geschrieben. Leider konnte ich nur ein paar Bücher verkaufen, die meisten habe ich verschenkt, oder verliehen, und keins mehr wiederbekommen. Ich habe es aufgegeben es zu verkaufen. Der Zweck war ja auch, dass es vielleicht jemand in die Hände bekommt, dem es hilft, dass er nicht allein mit seinen Problemen ist.
Es würde mich freuen, von Ihnen zu hören.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Wiener
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Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als die Schläge durch meinen Vater begannen. Irgendwann war der Schmerz da. Die Schläge, meist genügte die flache Hand, es gab eins „hinter die Ohren“ (wie er immer sagte), oder eine überaus schmerzhafte Kopfnuss ließ Sterne vor meinen Augen tanzen. Noch heute habe ich Migräneanfälle, leide unter wochenlangen Kopfschmerzen. Ich kann mich zurückerinnern, dass ich in der Schule, beim Sportunterricht, mir mehrmals Ausreden für die dunkelblauen, fast schwarzen Blutergüsse am Körper ausdenken musste, oder wenn mir das Sitzen wegen der Schmerzen schwer fiel. Ja, er schien ganz gern zu schlagen. Er wurde von seinem Vater als Kind geschlagen, so sagte er, dann wäre es doch ganz normal, dass er diese „Erziehungsmethode“ selbst benutzen würde. Schließlich habe ihm das damals bestimmt nicht geschadet.
Ich spüre manchmal noch heute die Kraft, mit der er zuschlug. Ich hasste den breiten Ledergürtel, zu dem er ganz gern griff, oder seinen Hauslatsch, den Teppichklopfer, einen Besenstiel – egal was, Hauptsache ich wusste danach, dass ich etwas falsch gemacht hatte und dafür eine Bestrafung verdient hatte. Meine Fehler: Schlechte Zensuren (eine heute fast harmlose 3 brachte ihn zur Weißglut), ich störte ihn beim Schlafen (wenn er von der Arbeit nach Hause kam) indem ich einfach nur Kind war und die schweben nicht lautlos 5 cm über dem Fußboden. Weil ich einfach mal die Zeit beim Spielen mit Freunden um 5 Minuten vergessen hatte. Meist holte er schon im Beisein anderer Kinder aus und schlug zu. Wie oft wollte ich in solchen Situationen einfach nur sterben!
An meine Mutter konnte ich mich nicht wenden. Den Standardspruch: „Das bildest du dir bloß ein.“ kenne ich zur Genüge. Sie schaute weg, wenn ich mal wieder seine Zielscheibe war. Manchmal folgte ein: „Vielleicht hast du es dir ja verdient.“ anstatt dass ich von ihr getröstet wurde.
Die Schläge von außen waren eine Seite. Die andere waren die unzähligen Demütigungen und Beleidigungen. Man war nie gut genug. Man durfte aber auch nie besser als er selbst sein. Man musste sich einfach in Luft auflösen. Sehr schlimm waren die Urlaubsfahrten in Familie. Er rannte nur herum, beschimpfte mich und meine Mutter dann, weil wir nicht mit ihm mithalten konnten. Immer wurde mir vor Augen gehalten, die Kinder anderer sind viel besser als ich. Ich wäre ein Niemand. Ein Nichts! Ein Fußabtreter, an dem er seine schlechten Launen (von der Arbeit) auslassen konnte.
Später, nach der Scheidung meiner Eltern (ich war 13 Jahre alt), hörten zwar die Schläge auf, jedoch wurde die Schlammschlacht zwischen meinen Eltern auf meinem Rücken ausgetragen.
Heute bin ich 42 Jahre alt. Beziehungen – hielten nie länger als ein paar Monate. Ich habe im Laufe der Zeit viele Ängste entwickelt, darunter auch Prüfungsangst, Angst vor dem Fahren mit dem eigenen PKW, verschiedene Versagensängste plagen mich und ich habe regelrechte Visionen, was alles Schlimmes passieren könnte (Unfälle, Unglücke etc.). Ich bin schon lange arbeitslos, irgendwie auch hoffnungslos.
Das einzige Highlight in meinem Leben ist mein Kind (fast 10 Jahre alt). Meine Eltern sind inzwischen verstorben. Meine Mutter entschuldigte sich bei mir für ihr Fehlverhalten. Danach war sie die Mutter, die ich immer ersehnt hatte. Mit meinem Vater hatte ich nur selten Kontakt. Auch wenn er woanders lebte, wieder heiratete und mit all dem, was er hatte, herumprahlte, er versuchte immer, mir in mein Leben hineinzureden. Er wollte bestimmen, mich abhängig machen, ich sollte nach seiner Pfeife tanzen. ich weiß bis heute nicht, warum?! Vor einem Jahr ist auch er gestorben. Ich habe ihm nie verziehen. Ich konnte es ganz einfach nicht. Jetzt ist er weg. Trotzdem steht der Schatten meines Vaters ständig hinter mir und erinnert mich an die früheren, schmerzhaften Zeiten. Ich habe einige Male versucht, mir irgendwie helfen zu lassen. Aber es scheiterte daran, dass sich kein Arzt fand oder ich mich einfach nicht ernst genommen fühlte.
Auch wenn mein Vater wie der seine war und zuschlug, ich bin das ganze Gegenteil. Ich weiß, dass es auch anders geht, dass Kinder nicht durch Schläge und Bestrafungen groß werden.
Hallo vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Ja auch ich wurde von meinem Vater geschlagen. Meist direkt mit der flachen Hand ins Gesicht. Ich weiß bis heute nicht so genau warum. Meine Mutter sagte mir das er wegen Kleinigkeiten zuschlug. Wenn ich lachte und glückliche Momente hatte schlug er zu weil mich meine Mutter angeblich zu sehr verwöhnte. Weinte ich schlug er auch zu. Meine Mutter sagte ich verhielt mich wie ein ganz normales Kind eben. Und trotzdem schlug er. Täglich, Wochenende, wann er wollte. Ich weiß heute das er psychisch krank war und auch noch ist. Er hat paranoide Schizophrenie und Manisch-Depressiv. Ich trage oben genannte Folgen mit mir herum. Leide zeitenweise sehr unter diesen Folgen und weiß nicht wie ich mit dieser Erinnerung leben soll. Ich war schon in Therapie. Viel wurde verarbeitet. Ich habe nie etwas verdrängt und auch nie gesagt es hat mir nicht geschadet. Es hat sehr geschadet das weiß ich jetzt. Die Erinnerungen sind zu einem Teil von mir geworden.
Nur rein statistisch betrachtet, bleiben die Jüngeren oft verschont. Danke für Ihren Hinweis.
Finde den Artikel gut geschrieben. Nur eins gefällt mir gar nicht, dass angeblich meistens die Jungs geschlagen werden,meist der Ältere.
Ich bin von 3 Kindern das Jüngste. Der Älteste Bruder ist bis heute das goldene Kind im Käfig. Dann die Schwester,war immer Papas Liebling,seine Prinzessin.
Und dann ich ……
Ich wurde mit all den Dingen zusammen geprügelt ,die hier im Artikel aufgelistet sind. Bis ich 16j war ! Bis heute bin ich das schwarze Schaf,der Unfall usw usw… Habe mich 2013 entgültig abgrenzen können. Von der gesamten Familie.
Leide unter PTBS ,Angstzuständen, Panikattacken, Selbstverletzung, selbst Abwertung und immer wieder kehrenden Depressionen.
Vertrauensprobleme , Verlust Ängste…..
Ich wurde als Kind von meiner Mutter Sowohl psychisch als auch körperlich immer wieder und wieder geschändet. Mir sind so viele negative Erinnerungen bewusst und ich würde sie lieber einfach gar nicht mehr wissen. Selbst jetzt als Erwachsene mit fast 30 Ist meine Mutter nicht liebevoll zu mir sondern kalt wie ein Eisklotz auf mein Papa Bin ich sauer weil er nie was mitbekommen hat oder Ich weiß nicht vielleicht hat er Mich damit einfach alleine gelassen. Ich habe noch zwei Geschwister eine große Schwester und einen jüngeren Bruder und die liebt meine Mutter abgöttisch. Ich hatte bisher immer nur Freundinnen die mich ausgenutzt haben. Eine Feste Partnerschaft mit einen Mann hatte ich bisher auch noch nicht. Ich wäre viel glücklicher wenn ich mich als Kind gegen meine Mutter gewährt dann hätte ich diese ganzen Erlebnis Nicht erlebt und werde vielleicht heute ein fröhlicher Mensch der von anderen geliebt wird.
Bin früher als Kind geschlagen worden. Für Dinge, die ich gar nicht getan habe, wenn ich mal versucht habe Widerworte zu geben. Wenn meine Mutter mit 3 Kindern überfordert war, dabei war und bin ich auch heute noch das sensibelste Kind von 3en. Das tut noch mal extra oben drauf weh, das heute zu wissen. Kann ziemlich alles hier wiederfinden was mir heute auch Probleme bereitet. Ich suche Aufmerksamkeit und Anerkennung im Außen nicht in mir selbst. Kann schlecht nein sagen…aber nur bei meiner Familie gegenüber. Leide heute unter Angststörungen, Depressionen, Selbstbewusstsein ist im Keller. Würde gern meine Familie einfach hinter mir lassen. Geht aber nicht so einfach. Auch heute wird meine Meinung nicht akzeptiert, Entscheidungen werden über meinen Kopf hinweg getroffen bzw es wird einfach davon ausgegangen das ich Dinge tue, ohne das man mich vorher fragt. Werd also mit 34 noch so behandelt wie mit 12. Bei Widerworten oder Gegenwehr bin ich die böse…grundsätzlich. Oder warum ich denn plötzlich so böse bin, war ja nicht so gemeint. Besonders auch so ein abwertender Tonfall geht mir an die Nieren bei solchen Dingen. Mir fällt so viel ein, ich könnt´n Buch drüber schreiben. Vor allem, wenn man dann noch zu den Hochsensiblen Menschen gehört. Ich frag mich oft, ob ich das je wieder aus mir raus kriege.
Das kenne ich zu gut und jetzt nach über 20 Jahren habe ich so sehr damit zu kämpfen. Das ich eigentlich nur noch Aufgeben möchte. Doch ich muss weiterhin stark sein weil ich mittlerweile selber Mutter bin und meinem Kind eine richtige Kindheit geben möchte. Sie soll nicht so aufwachsen müssen wie ich, bei mir im Haus ist auch striktes Alkoholverbot. Meine grösste Angst war und ist es immer noch irgendwann so zu sein wie meine Mutter. Das schlimme an der ganzen Kindheit war noch das auch meine Partner ähnlich mit mir umgingen, so als würde ich die Gewalt anziehen. In meinen bisherigen 38 Lebensjahren habe ich 30 davon mit Gewalt in allen formen erlebt
Es ist traurig zu lesen wieviele Menschen es gibt die Gewalt erlebt haben . Wie bereits erwähnt trifft der geschriebene Artikel ins Schwarze. Ich wurde jahrelang von meiner Mutter geschlagen , besonders als meine Schwester auf die Welt kam . Meine Erinnerungen habe ich seit der ersten Klasse und viele Wutausbrüche schweben mir noch im Kopf . Meine Schwester wurde in jeder Hinsicht bevorzugt , bekam auch mal einen Klaps aber keine heftigen Schläge . Sie war das Lieblingskind von meinem Vater obwohl mein Vater mich aber auch liebte , sie hatte den Bonus sozusagen ein Mädchen zu sein in meinem konkreten persönlichen Fall. Da mein Vater immer alle 2-3 Wochen nach Hause kam weil er in Deutschland gearbeitet hat kann ich mich genau erinnern wie ich gebetet habe das er wieder nach Hause kommt und paar Tage Zuhause ist . Wenn mein Vater da war hat meine Mutter nichts gemacht , als Kind habe ich auch das mal ausgenutzt und dürfte frei sein . Als meine Mutter das bemerkte hat sie immer wo sie konnte mir geflüstert das ich dafür bezahlen werde wenn er weg ist . Und in der Tat , das Spiel fing von vorne an . Oft bin ich im tiefsten Winter draußen spielen gegangen , oft musste ich sogar auf Befehl raus , und ich blieb lange draußen weil ich mich nicht getraut habe nach Hause zu gehen . Meine Schwester war sehr link und hat es erkannt , sie nutzte jede Situation um bei jeder Sache egal was mir die Schuld zu schieben damit ich auf Deutsch gesagt verprügelt werde . Teilweise hat sie sich in die Prügelei eingemischt und versucht mitzuschlagen . Zusammgefasst das ging Jahre lang mit schwankenden Kurven aber kontinuierlich bis ich Ca 22 Jahre alt war und ich Ca 2-3 Jahre später ausgezogen bin . Ich bin ein sehr tiefsinniger Mensch , als Mann auch sehr gut aussendend ohne jetzt überheblich zu wirken und ich habe mehr oder weniger ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern aber ein extrem schlechtes zu meiner Schwester bedingt ihrer negativen Laufbahn . Sie wurde extrem verwöhnt und das Ergebnis ist das Sie von meinen Eltern abhängig ist und es große Probleme gibt . Das Ergebnis bei mir ist das ich sehr verletzt bin innerlich und wie in dem Artikel erwähnt alle negativen Eigenschaften teile . Ich bin nach Außen sehr stark und nach Innen sehr unsicher . Ich hatte jahrelang keine Beziehung weil ich auch kein Selbsbewusstsein habe und ich den Frauen auch nicht vertraue , habe eine große Angst zu versagen in jeder Hinsicht, und sobald ich mich verliebe habe ich riesige Verlustängste und die Angst zu versagen als Mann . Ich behaupte Mal das ich beziehungsunfähig bin und habe mich damit abgefunden alleine zu sein . Ich habe gute nette Freunde und bin dankbar dafür aber ich entwickle auch oft Missgunst was mir sehr leid tut weil ich eigentlich nicht so bin. Naja normalerweise äußere ich mich nicht zu solchen Artikeln aber ich möchte jedem Mut machen . Ihr sollt wissen das ihr nicht alleine seits und das es einen Gott gibt auch wenn ihr vielleicht nicht gläubig seits. Dieser kann alles rückgängig machen und sogar mehr . Stellt euch vor was Gott für eine große Liebe für uns hat das er alles wieder gut machen kann . Versucht den Tätern zu vergeben und lässt jemand anderen urteilen , dieser weiß am besten was in den Menschen vorgeht . Gibt nicht auf und genießt das Leben auch wenn ich weiß das man eine Last mit sich schleppt . Freut euch auf die Schöne Weihnachtszeit, den Lebkuchen Geruch , den Schneefall und den Geruch der Natur. Nimmt alles bewusst wahr denn das ist die beste Therapie . Findet eine innerliche Balance für euch und verliert niemals die Hoffnung , denn Hoffnung ist eigentlich neben der Liebe das wertvollste was es gibt . LG
Danke für die Mühe, die Sie gemacht haben, um das alles zusammenzutragen. Ein guter Artikel den ich gerne gelesen habe.
MfG Nevresim
Ich habe mich hier in letzter Zeit ein bisschen durch die Kommentare gelesen und habe das Bedürfnis, meinen Schwestern folgendes zu sagen:
Ein Brief für Irgendwann…
Ich schreibe dies, weil ich möchte, dass ihr mich versteht und weil ich möchte, dass ihr Verständnis für mich habt.
Ihr habt längst bemerkt, dass etwas nicht stimmt, wenn ich zuhause bin…
Und das liegt daran, dass ich es zuhause nicht mehr ertrage.
Das ist mit erst bewusstgeworden seitdem ich unabhängig von Papa bin. Jetzt komme ich alleine klar und ich weiß, dass ich eine schöne Zukunft haben kann. Mit einer liebevollen Umgebung und Menschen, die mir etwas Gutes wollen…
Ich sehe Papa an und es zerreißt mich jedes Mal wieder. Es zerreißt mich, dass er jetzt den Vater spielt, den ich in meiner Kindheit und in meiner Jugend gebraucht hätte.
Ich kann ihm das alles nicht verzeihen.
Und ich kann in dieser Sache auch nicht mehr vertrauen oder mich auf diese Zuneigung, die jetzt von ihm kommt, einlassen. Weil sich das falsch anfühlt… Es fühlt sich heuchlerisch für mich an. Und einfach nur falsch…
Ich sehe Papa an und frage mich wieso er uns das alles angetan hat… Wo er uns doch hätte lieben müssen, hat er uns geängstigt und klein gemacht.
Ich sehe Papa und ich sehe den Menschen, der mich in Meppen aufgegriffen hat und auf einen Parkplatz gefahren ist. Und dann nach hinten ins Auto zu mir kam. Dieser Mann hat mehrmals auf mich eingeschlagen und mich angeschrien. Er hat mich so sehr angeschrien, dass ich dachte ich würde sterben.
Ich kann das nicht vergessen. Ich weiß noch, wie Mama gesagt hat “Johannes, hör auf!! das ist dein Kind!”
Dann sind wir weiter nach Hause gefahren und ich habe die Chance ergriffen, bei Anna Zuhause aus dem Auto zu laufen.
Ich war komplett am Ende.
Mein eigener Vater hat mir gesagt, dass ich eine Hure und eine dreckige Schlampe bin.
Ich habe mich so leer gefühlt.
Ich bin an diesem Abend im dunkeln zu Oma gelaufen. Und ich wusste, dass Mama mich sucht.
Jedes Mal, wenn ich meinen Namen rufen gehört habe, habe ich mich flach ins Feld gelegt, damit ihr mich nicht findet.
Ich wollte an der Kreuzung vor ein Auto laufen. Das waren meine Gedanken… ich wollte Papa zeigen, wie sehr er mir weh getan hat. Wie sehr er mich innerlich verletzt hat.
Ich wollte nicht sterben. Aber ich wollte mich verletzen. So sehr, wie mein Herz und meine Seele verletzt waren.
Wie kann ein Vater seinem Kind so etwas antun?
Wie kann ein Vater wollen, dass seine eigenen Kinder vor ihm Angst haben? Dass seine eigenen Kinder unglücklich sind. Dass seine eigenen Kinder nicht frei von all dem Schmerz, den er uns Tag ein Tag aus hinzugefügt hat, aufwachsen.
Ja ich finde es demütigend und krank, was wir alles zur Strafe tun mussten. Wie zum Beispiel die Tür hundert Mal “leise” auf und zu zumachen.
Ja, ich finde es krank, dass er das alles nicht wahrgenommen hat. Dass er nicht wahrgenommen hat, wie sehr uns das kaputt gemacht hat
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Hanna und ich im Bett lagen und ganz schreckliche Dinge über Papa gesagt haben.
Und das über den eigenen Vater, den man doch lieben sollte.
Kurze Zeit später kam Papa ins Zimmer geschlichen und uns ist das Herz stehen geblieben. Wir hatten eine scheiß Angst. Ich habe gedacht, es würde sofort Schläge geben.
Aber nein…
Psychoterror.
Die Angst vor dem Zuschlagen ist meist schlimmer als das Zuschlagen selbst. Weil man dann wenigstens weiß, dass es vorbei ist und dass man es überstanden hat.
…Ich weiß nicht mehr genau, was er zu Hanna und mir gesagt hat an diesem Abend. Aber ich weiß noch, dass es mir damit sehr schlecht ging.
Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Und das sollten wir auch noch die nächsten Wochen spüren. Wir haben es zu spüren bekommen, in dem er uns komplett ignoriert und euch bevorzugt hat.
Und das hat er so oft gemacht. Wir waren Kinder… wir konnten uns dagegen nicht währen.
Und wieso hatte ich ein schlechtes Gewissen, meine Gefühle auszudrücken, in dem ich leise im Bett gesagt habe: “ich wünschte Papa würde sterben. Ich wünschte ich wäre stark genug um ihn ….”
Das alles kann ich nicht vergessen.
Ich kann nicht vergessen, was er Mama angetan hat.
Ich kann nicht vergessen, was er Hanna angetan hat, als sie ihre Ausbildung abgebrochen hat.
Ich kann nicht vergessen, was er mir angetan hat.
Und ich kann nicht verstehen, wie er das nicht merken konnte.
Hat er nicht gewusst, dass ich ihn gehasst habe? Hat er nicht gewusst, dass ich Angst vor ihm habe?
Oder hat er es ganz genau gewusst und trotzdem weitergemacht?
Und dieser Gedanke bringt mich um…
Ich wünschte, ich würde gerne nach Hause kommen.
Weil ihr da seid.
Meine Schwestern und meine Mama.
Ich wünschte, ich wäre glücklich
Zuhause.
Aber dort sitzt ein Mann, den ich hasse. Ein Vater, den ich nicht hassen soll, weil er JETZT ein guter Vater ist.
Aber ich kann nicht. Ich hasse ihn. Und ich kann nicht gegen ihn kämpfen.
Weil er mein Herz und meine Seele so sehr verletzt hat.
Und ich habe das zugelassen. Weil ich ein Kind war.
Und ich werde mich nie nie wieder auf ihn einlassen. Weil ich nicht nochmal verletzt werden möchte.
Für mich ist dieser Mann, der mein Vater sein soll, nur grausam gewesen. Und das viel zu lange…
Und ich werde nicht eine Sekunde daran verschwenden, mich nochmal auszuliefern. Ich werde ihm keinen Platz in meinem Herzen und damit auch keinen Platz in meinem Leben geben.
Und ich möchte, dass ihr trotzdem meine Schwestern bleibt.
Ich möchte, dass Mama meine Mama bleibt.
Aber ich möchte Papa nie wiedersehen.
Und ich stelle mir so viele Fragen. Ich frage mich, warum uns damals niemand geholfen hat.
Und ich frage mich, ob der ein oder Andere es wenigstens einmal versucht hat.
Papas Geschwister wussten, dass er uns schlecht behandelt. Natürlich haben sie längst nicht alles gewusst.
Aber wieso hat ihm keiner ins Gewissen geredet?
Wenn ich mir vorstelle, dass jemand von euch Kinder hat. Und ihr nicht stark genug seid um gegen euren Mann anzukämpfen… Dann würde ich doch niemals jahrelang zusehen und nichts sagen.
Weil ich jetzt erwachsen bin und weiß, dass das was Papa mit uns gemacht hat grausam war…
Aber ich habe mich als Kind nicht gewährt.
Und ich habe mich auch als Jugendliche nicht genug gewährt.
Ich bin immer wieder angekrochen gekommen… Warum? Weil ich abhängig war und weil ich geglaubt habe, dass er sich vielleicht noch ändern würde, wenn man nett zu ihm ist.
Aber das ist jetzt zu spät. Für mich ist es zu spät.
Und es ist okay, wenn ihr ihm verziehen habt. Es ist okay, wenn ihr euren Vater liebt.
Ich tue es nicht.
Und ich werde mich auch nie wieder auf ihn einlassen.
Auch weil ich nicht weiß was passiert, wenn ich in meinem weiteren Leben Fehler machen werde? Wie zum Beispiel, mich von meinem Mann scheiden zu lassen.
Redet Papa dann auch zwei Jahre lang nicht mehr mit mir? (So wie er es mit seiner Schwester gemacht hat?)
Was sollten meine Kinder später dann davon halten?
Will ich überhaupt, dass Papa meine Kinder jemals kennenlernt?
Will ich zusehen, wie er meine Kinder in den Arm nimmt und lieb hat.
SO WIE ER MICH HÄTTE LIEB HABEN SOLLEN?
… in meinen Augen hat er mich nicht geliebt.
Ihr würdet vielleicht sagen: DOCH, er hat uns alle gleich geliebt.
Aber das stimmt nicht.
Papa war erwachsen.
Und wir waren Kinder.
Wir waren Kinder
Und er hat uns gedemütigt, geschlagen, angeschrien und manipuliert.
Und wenn man jemanden liebt, dann möchte man, dass es diesem Menschen gut geht. Man möchte, dass dieser Mensch glücklich ist.
Und das kann man nicht dadurch erzwingen, dass man verlangt ihm abends einen gute Nacht Kuss zu geben.
Das kann man nicht dadurch erzwingen, dass man immer alles verbietet, damit man später etwas erlauben kann und dann der beste Papa der Welt ist.
… und all diese inneren Wunden sind bei mir noch tief und können nicht heilen, wenn ich mich weiterhin belüge. Wenn ich weiterhin so tue als wäre all das was passiert ist in Ordnung.
Manchmal denke ich darüber nach, was passiert wäre, wenn unser Vater uns sichtbare äußerliche Wunden hinzugefügt hätte.
Dann hätte sich vielleicht jemand für uns stark gemacht.
Wenn er das getan hätte, dann hätte uns vielleicht jemand in den Arm genommen und getröstet… uns gesagt, dass wir nicht daran schuld sind, dass unser Vater ein krankes Schwein ist, der alle um sich herum manipuliert und krankmacht.
Wenn unser Vater uns äußerliche Wunden hinzugefügt hätte, dann hätte ich ihm vielleicht auch welche hinzugefügt.
Dann hätte ich mich vielleicht gewährt.
Aber ihn innerlich so zu verletzen, wie er mich verletzt hat, war mir nicht möglich. Es war mir als Kind und als Jugendliche nicht möglich, weil ich nichts hatte das ich geben konnte.
Ich hatte keine materiellen Dinge. Ich hatte nur mein Herz.
Und das hat ihm nicht gereicht. Er hat darauf rumgetreten.
Immer und immer wieder.
Bis ich komplett leer war.
Es hilft mir, das alles von der Seele zu schreiben. Aber es wird niemals ungeschehen sein.
Ich werde das nie vergessen können.
Und selbst nach meinem Brief an ihn ist keine Reaktion gekommen.
Er hat euch vielleicht gefragt, wie es mir denn geht und ob ich zufrieden bin. Aber er hat nie den Schritt gemacht, auf mich zuzugehen.
Stattdessen tut er so als wäre er das Opfer in dieser ganzen Geschichte. Und das macht mich krank.
Ich musste mir anhören, wie schlecht es Papa geht, weil ich ihm meine Meinung gesagt/geschrieben habe.
Hat jemals jemand zu Papa gesagt, wie verletzt ich damals gewesen bin?
Wieso muss ich mich schlecht fühlen dafür, wie ich mich fühle.
Glaubt ihr es ist einfach, dass ich so unendlich enttäuscht von ihm bin, dass ich diesen Menschen nie wieder sehen will? Das man diesem Menschen nicht mal mehr eine Chance geben möchte?
Und ich möchte Papa keine Chance mehr geben. Nicht heute.
Und vermutlich nicht in ein paar Jahren.
Und wovor ich Angst habe ist, dass ihr mich jetzt verlasst.
Aber ich bin nicht daran Schuld, was er mir angetan hat.
Ich fühle mich nicht als seine Tochter.
Denn er ist mir nie ein Vater gewesen…
Ich habe noch so viel zu sagen.
Aber ihr wisst, wie es zuhause gewesen ist.
Und ich hoffe einfach darauf, dass ihr mich versteht.
Ich erinnere mich an so viele Tage in denen ich Zuhause Angst gehabt habe.
Ich erinnere mich an so viele Tage, an denen ich Mama weinen gesehen habe.
Und das lässt mich immer noch Tränen vergießen.
Ich hätte nichts tun können außer Papa mit einem Messer zu erstechen.
Dann wäre er weg gewesen.
Ein für alle Mal.
Ihr konntet mich nicht retten und ich konnte euch nicht retten. Weil wir alle unterdrückt wurden. Jeden Tag aufs Neue. Ein Tag nach dem Anderen. Eine Woche nach der Anderen. Ein Jahr nach dem Anderen…. Und immer weiter.
… auch wenn Papa mit fünf Kindern überfordert war, ist das kein Freispruch dafür, dass er uns so behandelt hat. Vor allem weil er sich dafür nie entschuldigt hat. ER HAT SICH NIE ENTSCHULDIGT.
Wir waren schuld.
Immer mussten wir uns entschuldigen.
Immer mussten wir nachgeben.
Weil er derjenige mit der alleinigen Macht war.
Ich will nicht, dass mir so etwas je wieder im Leben passiert.
Und dafür muss ich selbst stark werden. Das kann ich nicht mit Papa in meiner Nähe.
Meine unterdrückten Gefühle verschwinden nicht.
Und ich hoffe ich komme damit irgendwann klar.
Ich hoffe ich muss keine Tränen mehr vergießen, wenn ich daran denke wie meine Kindheit war. Wie viel wir ertragen mussten…
mir fehlt ein so großer Teil in meinem Herzen, den mir keiner wiedergeben kann.
Es gibt keine aber auch gar keine Entschuldigung dafür, dass man ein Kind (oder einen anderen Menschen) schlägt. Mag sein, dass es Situationen für manche Menschen gibt, in denen sie die Kontrolle verlieren, aber dann haben diese Menschen die verdammte Pflicht, sich dafür zu entschuldigen – auch bei einem Kind. Es gibt kein „ach, ne Ohrfeige hat noch niemandem geschadet. Jeder Schlag ist eine Demütigung, um so schlimmer, wenn es sich um ein Kind handelt, was überhaupt keine Möglichkeit hat, sich zu wehren, weder kräftemäßig noch aufgrund der Abhängigkeit……..
Es ist als hätte er in mich hinein geschaut. Er hat mich vollkommen erwischt.
Es endete erst, mit 18 als ich ihm den Latsch aus der Hand riss, ihn zurück
schlug und hasserfüllt anbrüllte: Du schlägst mich nie wieder. Es war aber
nicht das Ende. Mein erster Mann schlug mich auch und ich dachte es wäre
normal und hielt es 3 Jahre durch, bis ich einen Menschen fand, der mich an
der Hand nahm und mich heraus holte. Es bleibt ein Leben lang. Leider.
Ich würde gerne eine Umfrage machen – gerne via pn. Es geht um Erwachsene die als Kinder im christlichen Elternhaus aufgewachsen sind und mit Züchtigung erzogen wurden.
1. Wie habt ihr eure Kindheit in Erinnerung?
2. Wie habt ihr die Züchtiung erlebt und wie fühlt ihr euch bei den Erinnerungen?
3. Seid ihr gläubig geblieben als ihr 18 wurdet? …
4. Wie denkt ihr heute über Züchtigung?
5. Habt ihr eigene Kinder? Wie erziehst du Sie?
Ich werde diese Daten sammeln und werde weitere Christen in D/ CH/ Ö befragen und dann eine anonyme Auswertung für meine ErForschung der christlichen Erziehung und ihrer Auswirkungen nutzen.
Würde mich freuen wenn einige mitmachen
Bitte schreibt mir ausschließlich an feierabend70@yahoo.com
Liebe Grüße
Ich habe mich so oft gefragt, warum ich immer versuche es allen und jedem Recht zu machen. Nie nein sagen zu können, und dann immer wahnsinnig enttäuscht zu sein, wenn jemand nicht „angemessen“ darauf reagiert. Überall „bettele“ ich nach Aufmerksamkeit und hoffe auf positive Raktionen von allen Seiten. Selbst meine, eigentlich gut funktionierende Ehe, habe ich dafür schon aufs Spiel gesetzt. Nie gemerkt, dass ich oft einfach nur ausgenutzt wurde.
Nach vielen Therapie-Sitzungen weiß ich jetzt, dass das auch mit den vielen Schlägen und Demütigungen in meiner Kindheit zu tun hat. Natürlich kann ich nicht alles damit rechtfertigen, aber ich arbeite an mir und hoffe endlich mehr Selbstwergefühl zu bekommen und mich einfach zu mögen wie ich bin, und das nicht nur von der Meinung anderer Menschen abhängig zu machen..,,,,
Schauen Sie mal hier: https://www.therapie.de/psyche/info/test/ueberblick-psychotests/
Hallo 🙂
Mich persönlich würde interessieren, woran man für sich festmachen kann, dass zB eine Therapie sinnvoll wäre ?
Danke im Voraus!
Hallo ich bin Rizgar Carut und bin 28 Jahre alt. Ich wurde in meiner Kindheit verspottet misshandelt geschlagen und beschimpft. Das ganze ging 13 Jahre so. Eines Tages wollte mich meine Mutter aus dem Fenster schmeißen. Ich habe es denen schon vergeben aber die hören einfach nicht auf sich Lustig über mich zumachen.
mit freundlichen grüßen
Rizgar Carut
Gut, dass Sie sich getrennt haben.
Sehr schön das hab ich gesucht,meine Ex-Frau hat mein Sohn geschlagen sie aber später wohl entschuldigt!
Aber selbst in der Ehe hat sie ihn geschlagen und ich habe ihr gesagt sie soll das nicht machen und habe ihr gedroht damit sie das nicht mehr macht!
Sie hatte sich aber nur auf drängen entschuldigt bei ihm!
Bei streitigkeiten mit ihr ist sie auch mit Fäusten auf mich losgegangen und ich habe mich umgedreht um nicht zurück zuschlagen,einmal war es so heftig das ich so sauer war habe ich gegen eine Lampe getretten,dauf hin wollte sie die Polizei anrufen!
Sie hat jetzt einen neuen Freund über das internet kennengelernt,die Beziehung läuft nur über das interneter ist ex-Alkoholiker und sie sitzt täglich wenn sie nicht arbeiten muss nur am rechner und schreibt mit dem und kümmert sich nicht richtig um die Kinder,die Kinder sollen wäsche waschen und kochen und sie sitzt nur rum und schreibt mit dem!
Lg
Ich wahr jahre geschlagen von mein Vater richtig brutal das kann keiner so was erlebt wie ich jetzt bin 41 und sehr krank.ganze gelenke scherze.astma.luft atake.mit Maschine mus ich schlafen kopschmerzen und zu weiter.
Hallo, ich bin schon 78 Jahre und leide immer noch unter den Schlägen meines Vaters.Der in seiner jähhzornigen Art, mir alles nachwarf, was ihm in die Finger kam.Einmal war es das große Küchenmesser, welches an meinem Kopf vorbeiflog.Ich bin die Äteste von zwei Geschwistern, welche als ich von zuhause auszog auch geschlagen wurden.Es gab nie ein Gerspräch mit meienem Vater, sondern er ging auf mich los und jagde mich wie ein Tier. Ich konnte meine ganzes Leben kein Vertrrauen in eine Partnerschaft finden und bin nach einer gescheiterten Ehe und als alleinerziehen-de Mutter alleine geblieben und fühle mich sehr einsam.
Meinem Vater habe ich verziehen,weil ich weis daß er selbst eine schlechte Kindheit hatte. Außerdem verhetzte meine Mutter meinen Vater gegen mich, sodaß er mich auch deshalb schlug. Gott habe ihn seelig.Ich wünsche ihm daß er seinen-Frieden findet.
Ich habe 3 Töchter , alle wurden von meinem Ex Mann mißhandelt . Als ich mich dann endlich scheiden ließ , um meine Töchter zu schützen war ich unendlich glücklich . Als Dank bin ich heute alleine . Meine Töchter gehen auch weiterhin zum Vater und das ist unheimlich verletzend
Ich kann mich daran erinnern wie mein Vater als mein Bruder und ich uns gestritten haben ausgerastet ist. Wir sind dann weggelaufen denn wir wussten was kommt. Er hat uns eingeholt unsere Köpfe gepackt und uns wie zwei Kokosnüsse zusammengehauen. Ich weiss das ich richtig benommen war und Sterne gesehen hab. Mein Bruder meint sowas wäre öfter vorgekommen ich hab keine Erinnerungen an die Zeit. Was ich sehe sind die Konsequenzen für mein heutiges Leben. Wie die Angst vor Gewalt mich immernoch beherscht. Auch verdränge und bagatelisiete ich die Situation. Ich glaube icj habe noch heute Angst vor meinem Vater. Der Witz ist mein Vater nennt mich Schwuchtel und hält mich für ein Weichei obwohl er es ist der sich an Schwächeren vergangen hat. Ich merke wie die Angst mein Leben beherscht noch heute.
Auch ich möchte mich für den Blog bedanken. Es ist so unglaublich hilfreich zu lesen, dass Andere das Gleiche erlebt haben.
Wir sind fünf Kinder – mittlerweile denke ich, dass unsere Eltern deshalb einfach überfordert waren – und wurden sehr oft von meinem Vater geschlagen. Die Kleinen nicht so sehr aber ich als Älteste mehrmals pro Woche. Er war wahnsinnig ungeduldig und jähzornig.
Diese unglaubliche Angst, wenn ein viel größerer, unglaublich wütender Mensch auf dich zugeht und du weißt, dass du gleich eine Ohrfeige bekommst, dass du mit dem Kopf an den Türrahmen knallst, habe ich nie vergessen. Damals konnte ich sehr schnell laufen. Wenn ich konnte, bin ich aus dem Haus gerannt, so schnell ich konnte, oft hat er mich verfolgt so lange er konnte, oder ich saß eingesperrt im Bad mit noch größerer Angst, was dann passieren würde, wenn ich wieder herauskäme.
Mendozas Bericht kommt mir auch sehr bekannt vor. Die schlimmste Zeit war, als ich als Erste aus dem gemeinsamen Kinderzimmer in ein eigenes Zimmer ziehen sollte. Nachts wachte ich mit Alpträumen auf, suchte Zuflucht im Bett meiner Eltern und wurde von meinem Vater dafür mit Schlägen gezwungen allein in mein Zimmer zurückzugehen. Das ist eine Episode bei der ich meiner sonst sehr liebevollen Mutter ihre viel zu große Toleranz und Passivität niemals verzeihen kann. Auch ich habe übrigens jahrelang bettgenässt.
Einmal hat sich mein Vater eingebildet, dass es die Aufgabe von guten Eltern sei, einen Rohrstock sichtbar neben der Tür hängen zu haben, damit die Kinder immer gewarnt sind. Ich sehe jetzt noch den ungläubigen Blick meiner Freundin, die zu uns zu Besuch kam und den Stock da hängen sah. Ich habe mich so unglaublich geschämt. Scham dafür, so schwach zu sein, dass man sich von einer anderen Person schlagen lässt. Und Hass, Wut und Selbstverachtung. Ich war ziemlich oft wütend. Und ich habe mich selber mitschuldig gemacht. Manchmal musste ich ganz alleine auf meine vier jüngeren Geschwister aufpassen und habe völlig überfordert und ohne es besser zu wissen, auch zugeschlagen wenn sie nicht folgten.
Mein Vater war auf einem katholischen Klosterinternat, wo er selber über Jahre hinweg misshandelt wurde. Wenn er davon erzählt, fühle ich kein Mitleid, sondern Verachtung und Ekel. Welches Recht hat er denn, sich zu beklagen, der uns doch selber so brutal behandelt hat? Das Ganze hat für mich vielleicht zehn Jahre gedauert, von sechs Jahren bis sechzehn, da bin ich ausgezogen. Mein Abitur habe ich in 500 km Entfernung zu meinen Eltern gemacht. Ich war frei aber ich fühlte mich schuldig, die Kleinen so alleine zu lassen.
Ich habe immer alles alleine geschafft, aber ich glaube ich muss mich demnächst trotzdem nach einer Therapie umsehen. Mein Bruder hat eine Psychose und war jahrelang bei verschiedenen Psychologen und Schamanen um seine Traumata aufzuarbeiten. Ich fand das alles übertrieben und wollte damals nichts davon hören aber seit drei oder vier Jahren holt mich alles immer öfter ein. Manchmal bin ich depressiv, dann habe ich Versagensängste und alles kommt mir so mühsam vor. Ich möchte meiner Mutter gerne mehr helfen – sie hat so viel zu tun, weil sie vollzeit arbeitet und mein Vater bettlägerig ist aber ich kann immer noch schlecht mit seiner Anwesenheit umgehen. Es ist wirklich eine Mischung aus Liebe, Mitleid, Verachtung, Ekel, Hass und Wut, je nach meiner Tagesverfassung und seinem Verhalten. Für mich ist es diese innere Zerrissenheit, die mich ganz krank macht.
Kinder sind wie Hunde, sie brauchen einfach Liebe und kommen immer wieder zu der Hand gekrochen, die sie schlägt. Und genau diese Schwäche kann ich mir nicht verzeihen.
Der Bericht trifft fast ins Schwarze. Denn nicht nur Eltern, sondern auch Ältere Geschwister schlagen ihre Geschwister. In meinem Fall weil die Eltern es vorgelebt haben, weil ein Klaps auf den Po früher als normal gilt.
Ich habe mich in diesen Zeilen sofort wiedergefunden. leider gab es bei mir und meiner Mutter bis heute kein Happy End. Sie wehrt sich und fühlt sich noch gut. Jetzt hat sie sogar mit meinem Sohn, der keine Schläge bekommen hatte, einen fingierten Polizeieinsatz ins Leben gerufen um mich ins schlechte Licht rückte.
Vielen Dank für diesen Beitrag.
Ich habe ebenfalls mit dem Thema der Verdrängung zu kämpfen. Der Ablauf der Kindheit entspricht Ihrem Blog. Die Mutter gewalttätig der Vater nie da. Prügel und Erniedrigungen mit allem was zur Hand war. Ich habe Geschwister und heute mit unterschiedlichen Gefühlen zu kämpfen. Von Schuldgefühlen die Anderen nicht beschützt zu haben über Zweifel am eigenen Wert. Bindungsangst, Verlustangst. Vieles wie das Thema Konfliktbewältigung konnte ich später lernen. Der Kontakt besteht seit 20 Jahren nicht mehr. Liebe empfinde ich seit Teenagerzeiten nicht mehr für sie nur eine sehr sehr tiefe Verachtung.
So kontrovers es mir selbst scheint ich empfinde auch
Schamgefühl dafür dass ich misshandelt wurde und auch Sorge dass jemand sagt, Du wirst es schon verdient haben.
Ihr Blog macht mir Mut und Stärkt mich in der Einsicht, dass es nicht richtig war was mir passiert ist und es nicht meine Schuld war.
Ich würde als Kind auch viel geschlagen auch grundlos aber ich muss dazusagen daß mein Vater Alkoholkrank war und wusste nicht mit seiner Kraft wohin ich haben immer Schläge ins Gesicht bekommen ich habe sehr darunter gelitten
Die Folgen meiner Erziehung spüre ich heute nur zu gut. Ohrfeigen, Teppichklopfereinsatz bei den kleinsten „Vergehen“ und psychische Gewalt (aus dir wird nie was, du hast einen dicken Hintern) waren an der Tagesordnung. Nach außen alles supi, aber im Haus dem narzisstischen Vater und der schwachen Mutter ausgeliefert. Mit 18 Jahren bin ich ausgezogen. Das war eine große Erleichterung. Mit 45 ereilte mich die erste Depression und im Rahmen einer Therapie kam ich wieder auf die Beine.
Mein Vater versucht heute noch, Unfrieden zwischen seinen Kindern zu säen. Ich gehe ihm aus dem Weg und habe die Kontakte minimiert. Meine Schwester und mein großer Bruder machen es auch so.
Einfach nur krass, was hier geschildert wird. Da wirkt bei mir dagegen das, was ich erlebt habe gar nicht mehr so schlimm.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich mich bisher nicht an die Öffentlichkeit gewagt habe.
Wir wurden als Kinder immer verhauen, wenn wir nachts nicht schlafen konnten. Dann flog die Tür auf und es gab so richtig Haue.
Als Folge davon war ich bis zum 10. Lebensjahr Bettnässer.
Hier begann der Psychische Terror. Sowohl meine Geschwister als auch meine Mutter machten keinen Hehl draus, dass ich nachts einnässte. So hatte ich draußen keine Freunde. Mittlerweile glaube ich, dass da sogar ein System hinter war, da ich damals als Kind noch anderen davon erzählte, dass es daheim Haue gab.
Tja, lange Rede, kurzer Sinn – aus uns sind alle nur Versager geworden. Die meisten sind hochverschuldet und haben keinen Job.
Diesbezüglich halte ich mich immerhin mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und habe auch keine Schulden. Durchsetzen kann ich mir solala, aber sobald ich gerade nen guten Lauf habe, überfällt mich Angst davor glücklich zu sein, da ich befürchte, vom Leben wieder saftig aufs Maul zu bekommen.
Ohja, und noch ein Tipp:
Stellt eure Eltern bloß nicht wegen der Eskapaden zurede. Ich habe es bei meinem Elternteil getan. Zuerst wurde es verhement abgestritten, dann, als ich konkrete Situationen benennen konnte, hat sich mein Elternteil als Opfer dargestellt und gesagt: Ihr wart hyperaktiv, ihr wart nicht wie normale Kinder, ihr wahrt asozial und böse und ich musste so handeln, weil ihr eben nicht normal wart.
Autsch. Klingt doch supi, oder?
Das hilft dem ohnehin schon kaputten Ego doch enorm weiter.
Mittlerweile bin ich in Therapie – allerdings nicht tiefenpsychologisch fundiert.
Mein Therapeut sagt, ich solle lediglich versuchen einen Schlußstrich zu ziehen.
Also versuche ich immer wenn die Mordswut hochkocht, diese Energie in positive Bahnen zu lenken.
Nur nachts schaffe ich es noch nicht. Immer holen mich die negativen Gedanken ein und manchmal schrecke ich noch hoch, wenn sich mitten in der Nacht eine Tür laut öffnet. Es hat fast schon etwas tragisch komisches an sich.
Aufschlussreich und hilfreich für mich ist der Blog.
Ja, Kinder wollen immer mit den Eltern kooperieren. Manchmal sogar noch als Erwachsene, vor allem, wenn sie mit den Eltern noch identifiziert sind anstatt sich angemessen abgelöst zu haben.
Hallo!
Sehr interessanter Beitrag,der mein Denken über Menschen die zuschlagen können sehr bestätigt.
Kann es auch sein das diese Menschen ihre Eltern verteidigen wenn man versucht mit Ihnen gemeinsam herauszufinden warum sie so aggressiv reagieren. Sobald ich nach der Kindheit oder dem Elternhaus Frage ist die Reaktion sehr heftig und gleichzeitig schützend gegenüber den „so lieben Eltern von denen man ja nie geschlagen wurde“!
Ist man dann noch nicht an dem Punkt zu erkennen das man nicht richtig handelt und verteidigt deshalb immer noch sein Elternhaus? Welches ja nach aussen eine Vorzeigefamilie ist, aber wenn ich so hinter die Kulissen schaue wahrscheinlich eher gar nicht. Liebe Grüße,Sandra
Hallo Ihr Lieben! Kann mir vielleicht jemand mit einem Rat helfen? Meine Eltern haben mich immer wie Dreck behandelt, körperlich und seelisch. Hinzu kommt, dass sie mich bestehlen, wo es nur geht. Bei jedem Kontakt wird alles geleugnet und sich hervorgetan, was man alles für mich gemacht hätte. Lügen über Lügen, dreist bis zum GehtNichtMehr. Ziehe ich mich zurück wird gestalked und erpresst. Ich will den Kontakt abbrechen und untertauchen. Man hat mich allerdings gewarnt, dass das nicht so leicht möglich ist, besonders bei Eltern. Man würde immer wieder gefunden. Ist dem so? Wie kann ich vorgehen? Herzlichen Dank und viele Grüße!
Wie Cornelia kann ich Ihren Beitrag auch bestätigen. Ich (35J.) wurde von meiner autoritären Mutter jahrelang als Kind geschlagen. Meine Mutter war mit mir über fordert. Sie hat mich mit 17 J. geboren, mein leibl. Vater war Alkoholiker…soll jetzt keine Entschuldigung sein. Ich leidete an Verhaltensauffälligkeiten wie Bettnässen, Leistungsabfall in der Schule, Sprachstörungen, geringes Selbstwertgefühl… ,Heute als Erwachsener kann ich sagen, die Kindheit begleitet einen das ganze Leben lang. Hatte in der Vergangenheit Depressionen und holte mir Hilfe, amb. Tagespflege in der Psychiatrie. Lernte mit Konflikten bzw. Erniedrigungen umzugehen. Bin jetzt stark und habe mein Leben wieder in den Griff bekommen. Es gibt trotzdem Situationen im Leben wo man sich autoritären Menschen (Beruf, Familie) unterwirft. Ist es Angst, seine Meinung zu sagen oder nicht aktzepiert zu werden? Oder nur einem Streit aus dem Weg zu gehen? Es fällt mir immer noch schwer meine eigene Meinung zu vertreten. Das sind alles die Spätfolgen einer gescheiterten Kindheit. Aber man kann an sich arbeiten und positiv in die Zukunft schauen. Auch ist es wichtig durch professionelle Hilfe die Kindheit aufzuarbeiten. Zu meiner Mutter habe ich ein gestörtes Verhältnis. Habe ihr verziehen, aber vergessen kann ich das nicht.
Ihre Aussagen kann ich (65, w) nur bestätigen! Meine Mutter hat nicht nur geschlagen, sondern teilweise aus Wut regelrecht geprügelt. Das fand zwischen 5 und 12 Jahren statt. Ich hatte nie mehr Vertrauen zu meiner Mutter (90). Liebe habe ich für sie keine empfinden können; Sie tut mir heute nur noch leid.
Dir sofort Hilfe holen.
Bei einer psychosozialen Beratungsstelle (von der Stadt, Caritas o.ä.), bei einer Psychologin: http://www.psychotherapiesuche.de
Ich bin frische 19 Jahre alt…& wurde heute von meinem „Vater“ geschlagen …nicht zum ersten Mal, auch nicht zum zweiten..
Ich weiß nicht mehr weiter…oft hatte ich mir überlegt ihn anzuzeigen …jedoch fühl ich mich einfach so alleine und hilflos ..
Was soll ich tun ..?
Danke für den tollen Artikel. Es ist wirklich ein ernstes Thema und in meiner Schwangerschaft habe ich ein Buch gelesen in dem es hieß wenn zwei Erwachsene unterschiedlicher Meinung sind, dann würden sich diese im Normalfall auch nicht schlagen. Warum schlägt man dann sein Kind?
Auch verstehe ich Eltern nicht die als Kind geschlagen wurden und das genau so weiterführen.
Liebe Grüße
Steffi
Hi habe irgendwie diese seite gefunden und möchte was loswerden was mich sehr bedrückt und ich auch nicht vestehe.
Bin 43 ,es begann so haben sie mir erzählt als baby wegen zuviel schreien wurde ich einfach aufs bett geschmissen ,tür zu bis es aufhörte.Irgendwann weiss nicht genau wann ging es los mit der lockeren hand.Es steigerte sich aufs keller einsperren und licht aus.Es war ihm wohl nicht genug ,denn er benutzte dann ein gürtel zuerst die glatte seite und dann die schnalle. Wie ihr euch vorstellen könnt war nichts mit sport mitmachen denn wer möchte schon sein rücken und beine zur schau stellen und erklären wie es passiert ist.Der nächste schritt für ihn ein stock.Ich begann ins bett zu nässen Sein genialer plan damit es aufhört , eine heisse herd platte zur abschreckung.Wie oft hab ich auf dem boden gelegen hab geweint und geschrien vor schmerzen und niemand ist gekommen um mir zu helfen. Es war als ob es selbstvertändlich ist ,so über mich herzufallen .In der schule ging es bergab alle mitschüler erzählten wie toll ihre eltern waren , Ende vom lied ich habe alle gehasst hab auf sie eingeprügelt bis ich von der schule geflogen bin,es hat bis heute gehalten.
Ich möchte nur normall leben , kein hass verspüren , mich für andere menschen freuen.Aber es geht nicht.
Macht es gut
Hallo Lieber Marko,
Das mit den Bücher Empfehlungen ist so eine Sache, weil es nämlich meine persönliche Subjektive Meinung darstellen würde. Das was ich dir empfehlen könnte, wäre vielleicht für dich nicht ausreichend, da letztendlich jeder von uns seine eigenen Landkarten, sprich seine ganz eigene persönliche Wahrnehmung der Welt hat.
Und deine Wahrnehmung wiederum beeinflusst deine Realität. Vielleicht hört sich das schon allein viel zu abgehoben für dich an, ich weiß es nicht, dafür kenne ich dich und dein Innerstes nicht.
Aber gut hier meine persönlichen Empfehlungen, auch auf die Gefahr, das manche Bücher nicht dein Interesse wecken könnte.
Die Bücher von Jiddu Krishnamurti kann ich dir sehr empfehlen. Titel: Einbruch in die Freiheit, Das Wesentliche ist einfach, Vollkommene Freiheit.
Wichtig ist das du diese Bücher wirklich langsam lesen solltest, und das Gelesene, dir darüber Gedanken machen. Am besten mit Papier und Stift. Schreib einfach was in dem Moment oder die nächsten Tage durch den Kopf geht.
Krishnamurti ist ein Indischer Philosoph und Spiritueller Lehrer, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten überhaupt.
Die Bücher von Tony Robbins: Grenzenlose Energie,+ Entdecken sie ihre wahren inneren Kräfte.
Hier wirst du die Möglichkeit bekommen, sehr viel über Glaubenssätze und Identitäten zu lernen, wie sie entstehen, was sie anrichten, und wie man lernt sich von innen neu zu Programmieren. Tony Robbins ist ein NLP Meister, genießt allerdings bei so manchen anderen NLP leuten einen, sagen wir mal nicht gerade einen großen Ruf, ich weiß nicht wirklich woher das kommt. Neid, zu Amerikanisch geschrieben usw.
Egal, der Inhalt seiner Bücher sind Gold Wert. Auch hier Gilt, laß dir zeit beim Lesen seiner Bücher, aber ganz wichtig, du solltest das was du ließt in dein Leben auch anwenden. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen, mach einfach das was du kannst.
Von Dan Millman: Der Pfad des Friedvollen Kriegers, kann ich dir auch sehr empfehlen. Das Buch ist ein Super Buch für menschen die wirklich bestrebt sind auf der Suche nach sich selbst.
Von Stephen Covey: Die 7 Wege zur Effektivität, kann ich dir auch nur Wärmstens empfehlen, eines der besten Bücher über persönliche Meisterung.
Das sollte erstmal reichen. Was ich dir Erfahrungsgemäß aber sagen kann ist folgendes. So Unterschiedlich die Bücher vom Thema auch sein mögen und von der Zielgruppe, habe ich etwas verstanden, was mich einfach Begeistert hat.
Alle diese Bücher verbinden viele unterschiedliche Gemeinsamkeiten, du wirst sehr viele Schnittpunkte entdecken können, und Themen oder Bereiche, und Themen die du noch nicht viel Verstanden haben wirst, werden bei dir einfach nur einrasten.
Ganz wichtig laß dir Zeit, das Gelesene in dir wirken zu lassen, und was noch wichtiger ist. Schreib alles was du fühlst, deinen Schmerz, deine Gedanken, deine Gefühle alles ohne wenn und aber auf. Die Bücher kannst du wenn du möchtet mittlerweile sehr günstig bei Amazon kaufen, oder wenn eine Bücherei (Stadtbioblethek) in deiner nähe sein sollte, müssten sie ebenfalls da sein
Lerne alles niederzuschreiben. Allein mit diesem Prozeß fängt schon dein innerlicher Transformators Prozess an zu arbeiten, aber erwarte nicht das von heut auf morgen alles perfekt laufen wird, es wird seine Zeit brauchen, du musst nur auf deinem Weg bleiben.
Neben den Bücher lesen, kann ich dir nur dazu raten, such dir menschen denen du zu 110% vertrauen kannst, und öffne dich diesen Menschen, laß all deinen Schmerz, deine Wut, deine Gedanken raus. Du brauchst keine 1000 Freunde, nur einer reicht dem du wirklich Blind vertrauen kannst.
Mein persönlicher Tip: Lieber Marko, Akzeptiere dich so wie du bist, mit all deinen Schmerzen, deiner Wut, deinen Gedanken usw. Laß dir von niemanden einreden, das du eventuell schwach oder ein nichts bist.
Auch wenn ich dich nicht kenne, weiß ich du hast sehr viel Kraft in dir, sehr viel Stärke, die nur darauf wartet ans Tageslicht zu kommen. Diese Kraft kommt aber nur dann, wenn du das was du bisher erlebt hast, zu 100% Akzeptierest, und anfängst alles loszulassen.
Du musst lernen deinen Becher zu leeren, das heißt all den Müll der in dir ist, schmeiß sie weg, bis dein Gefäß, deine Seele, dein herz, dein geist,wieder seine ursprüngliche Größe bekommt. Und dann fängst du an, dich bewusst dich von innen neu zu Programmieren.
Eine Lotos Blume, die Wunderschön ist, wächst hauptsächlich im Verdreckten und stehendem Gewässer, sie entsteht aus dem Schlamm. Der ganze Schlamm kann nicht verhindern, das am ende daraus etwas wunderschönes kommen kann.
Ich wünsche dir auf deinem Weg, alles, alles liebe und alles gute, glaube an dich, glaube an dein herz, deine Gefühle. Erlaube niemanden Macht über dich auszuüben indem weiter nach den Konditionierungen deiner Vergangenheit lebst.
Alles gute lieber Marko.
Hallo Güngör (Kommentar unter mir),
welche Bücher können Sie denn empfehlen?
Ich bin 24 Jahre alt und sowohl der Artikel als auch Ihre Erfahrungen kann ich durch eigene Erlebnisse nachempfinden.
Ich habe Probleme mit mir, besonders in meiner Identitätsentwicklung. Die Gewalterfahrungen in der Kindheit ist eine meiner persönlichen „Baustellen“, aber es ist so schwer für mich das Thema zu klären.
Grüße
Ich habe schon längst aufgehört zu fragen, warum manche Eltern gegenüber ihren Kindern so Grausam sein können.Ich lese die Berichte hier und merke ich bin nicht allein. Ich entstamme aus der Türkischen Kulturellen Ecke, auch wenn ich in Deutschland geboren bin. Ich bin Stolz zu sagen, das in meinem Herzen zwei Kulturen schlagen. Sehe mich mittlerweile eher als Weltbürger.
Ich bin das Älteste von 4 Kindern, und habe zuhause die Hölle auf Erden erlebt. Regelmäßig wurde ich von meinem Vater übelst verprügelt, am liebsten mit einem Knüppel unter den Fußsohlen, sodass ich die nächste Zeit nicht mehr Gehen konnte. Dazu kam, das ich von beiden keinerlei Liebe, Zuneigung, Respekt, Wertschätzung usw. bekam, rein gar nichts.
Gefühle von Liebe oder einfach mich zu umarmen gab es nicht. Zu den Körperlichen Schlägen kamen noch Jahrelange Verbale Erniederungen nach dem Motto: Aus dir wird nie etwas werden, du bist ein Versager, du bist böse, du bist schlecht usw. Jahrelang von meinem 8 Lebensjahr bis 18.
Obwohl ich all dies erlebte habe ich mich trotzdem bemüht meine Eltern zu Respektieren, sie zu lieben. Wenn ich schläge bekam oder keine Liebe, habe ich die Schuld an mir gesehen, weil ich wahrscheinlich nicht schnell genug die eine oder andere Häusliche Arbeit verrichten konnte.
Ich versuchte ehrlich mit 10, 14, Verständnis für meine Eltern aufzubringen. Ich sagte mir selbst, nun vielleicht sind sie deshalb so gewalttätig, weil sie selbst eine schlimme Kindheit erlebt haben, oder weil meine Mutter eine Analphabetin ist, oder weil sie sehr jung verheiratet wurden, oder, oder, oder. Das hab ich all die Jahre gemacht.
Zu der zeit, wurde ich in den Islam hiengedrängt, wo man lernt sich gegenüber seinen Eltern respektvoll zu benehmen, sie zu ehren und zu lieben, egal was sie machen. Ich hatte mehrmal den Wunsch von zuhause abzuhauen, aber ich hatte nicht die Kraft dazu, nicht den Mut, und zum zweiten, ich liebte meine Schule sehr.
Meine Schlimme Kindheit sorgte dafür das ich massiv Stotterte, ich hatte Ticks, keine richtige Persönlichkeit, Ängste ohne Ende kein Selbst-Vertrauen, kein Selbst-Bewusstsein, massive Minderwertigkeitsgefühle usw. Die dauerten auch an, als ich schon längst verheiratet und eine eigene Familie hatte, bis zu meinem 47 Lebensjahr.
Ich war ein geistiger Sklave in meiner Jugendzeit und deshalb traf ich falsche Entscheidungen die obwohl ich in meinem innern wusste das sie nicht richtig sind, und die mich bis heute massiv beeinflusst haben. Ich habe meine Familie Jahrelang Finanziel unterstützen müssen, bin wie eine Weinachtsgans ausgenutzt worden, denn mit dem Geld was ich meinen Eltern gab, wurden in der Türkei mehrere Immobilien gebaut, meine Eltern sind dadurch vermögend geworden. Meine anderen Geschwister haben jeder einzelne eine Eigentumswohnung geschenkt bekommen, obwohl kein einziger je einen Cent meinen Eltern gab, das war nur ich.
Ich habe weil ich nicht wirklich eine eigenständige Persönlichkeit war,einer Arangierten Heirat zugestimmt, ich habe mit 18 Beruflich einen weg eingeschlagen, der nicht wirklich meiner ist. Bin gelernter Maschinenschlosser geworden, obwohl ich eher Studieren wollte. Meine Eltern hatten damals mir gegenüber Druck ausgübt, das sie mich in die Türkei verschleppen würden, wenn ich nicht sofort heiraten und eine richtige Ausbildung machen würde.
Die Angst in die Türkei verschleppt zu werden war so groß, das ich diese Entscheidungen traf, und natürlich auch weil ich nicht den Mut hatte zu meiner Individualität zu stehen.
Ich habe mehrmals mit meinen Eltern die Beziehung abgebrochen, habe mich mit ihnen teilweise über jahre nicht mehr unterhalten, weil der schmerz so tief in mir saß. Das schlimmste aber waren die Kommentare von all den Menschen aus meinem direkten Umfeld, von Freunden, Verwandeten, der eigenen Frau, und mittelwreile sogar von der eigenen 25 Jährigen Tochter.
Ich solle doch trotz allem weiterhin versuchen diese Leute zu lieben, sie zu respektieren usw. Ich finde das ganz besonders schlimm. Eines der Punkte das mich am meisten bei solchen Themen aufregt und wo ich auch sehr wütend werde auch heute noch ist, wenn aus Tätern Opfer gemacht werden. Es wird einfach erwartet das man für solche Eltern auch noch Verständnis aufbringen soll, sie weiterhin lieben und Respektieren soll, dies wird vor allem bei den Islmaisch Geprägten Leuten gemacht. Bei den Türken ist dies allgemein so.
Heute mit 49 Jahren kann ich sagen, ich habe in all den Jahren sehr viel an mir gearbeitet. Ich habe es selbt geschaft mein Stottern zu Therapieren, indem ich den ganzen Müll, den Schmerz der in mir war loszulassen. Ich habe viele jahre gebraucht bis ich mich so akzeptieren konnte wie ich heute bin, mich selbst zu lieben, zu wertschätzen, Selbst-Vertrauen, Selbst-Bewussstein aufzubauen usw. Ein leichter weg war es aber nicht, denn in den meisten fällen ist man allein, fast ein ganzes leben lang. Entweder man schämt sich für das was man erlebt hat, und redet darüber nicht, oder wie in meinem Fall, man stößt auf kein Verständnis, für das was ich erlebt habe.
Ich habe viele Jahre mich selbst dafür gehasst, das meine Eltern mich so fertig gemacht haben, oder das ich auf andere hörte und immer wieder den Kontakt zu meinen Eltern zu finden, in der Hoffnung das sich jetzt alles bessern wird, aber ich merkte vor einigen jahren von reue und Einsicht keine Spur. Ich habe meine Eltern über viele Jahre gehasst, ich habe ihnen den Tod gewünscht, bis ich merkte, das dieser Hass der in mir war, fast mich selbst zerstört hätte. Ich habe gelernt meinen Frieden mit meiner Vergangenheit zu machen, ich vergebe meinen Eltern nichts, ich habe endgültig seit jahren keinen Kontakt mehr zu ihnen, und Konzentriere mich einzig und allein auf mein Wohlergehen, auf meine Stärken, auf meine Träume, und meine Mission in meinem Leben.
Was mir auch sehr geholfen hat, waren ganz besondere Freunde die ich mit 46 kennenlernen durfte. Zum ersten mal gab es plötzlich Menschen die meinen Schmerz, meine Inneren Dämonen verstanden, sie halfen mir mich selbst zu erkennen. Da habe ich für mich noch einmal erkannt wie wichtig wirklich gute Freunde sind, die einen aufbauen, die für einen da sind.
Heute mit 49 Jahren habe ich für mich folgende Wahrheiten erkannt. Ihr seid alle im Grunde ganz starke Persönlichkeiten, das Potential um euer leben von Grund auf umzuformen habt ihr schon in euch. Lernt die Vergangenheit loszulassen, erlaubt euren Peinigern nicht das sie weiterhin euer leben dominieren. Bemüht euch den Schmerz aus der Vergangenheit in euch zu Transformieren, indem ihr euch z.B fragen stellt, was ihr aus diesen ganzen Erfahrungen gelernt habt, welche Erkenntnisse habt ihr gezogen? Vielleicht werden die Antworten in euch dazu verleiten euch Gedanken über euren Sinn im leben nachzudenken. Vielleicht entwickelt ihr daraus eure ganz eigene Authentische Mission im leben.
Ich weiß all dies ist kein leichter weg, im Gegenteil, sie ist verdammt hart. Sucht euch Professionelle Hilfe, im Form eines Therapeuten, oder sucht die richtigen Freunde usw. was mir persönlich sehr geholfen hat, war das Bücher lesen. Durch das Lesen habe ich gelernt mehr und mehr in mir zu arbeiten. Es hat etliche Jahre gebraucht bis ich der wurde, der ich heute bin. Ich bin in meiner Mitte angekommen.
Ich versuche mittlerweile hinter allem was ich erlebe einen gewissen Sinn zu suchen, das Thema Spiritualität ist für mich ganz wichtig.
Macht euch Gedanken über eure tiefsten Werte, ganz besonders über die 3 wichtigsten und lernt sie konsequent in euer leben einzubauen. Das Thema Spiritualität ist eines der 3 höchsten Werte in meinem Leben. Ich bin mittlerweile soweit das ich sage, das ich meine eigene Mission in meinem leben darin sehe, genau in dem Bereich als Coach, als Speaker und Schriftsteller Tätig zu sein, auch wenn sich mir etliche Rechtschreibfehler eingeschlichen haben sollten. Ich habe mit 48 Jahren erkannt, das ich doch kein Versager bin, das ich ein Gigantisches Potential in mir besitze, das ich ein Außergewöhnlicher Mensch bin, der mit einer bestimmten Mission hier auf der Erde ist.
Ich bin zu 1000% sicher das gleiche trifft auch auf euch zu, auch wenn ich euch nicht persönliche kenne. Das hat nichts mit Idiotischem Positivem Denken zu tun. Meine ganzen Forschungen in meinem Leben, haben mich dazu geführt, das ich diese Überzeugung habe.
Abschließend möchte ich euch noch ein Zitat mit auf eurem Lebensweg geben, das mir sehr geholfen hat.
Selten kommen wahre Helden aus einer Heilen Familie.
Als ich diesen Spruch vor einigen Jahren laß musste ich weinen, ich dachte an Menschen wie Nelson Mandela, Chris Gardner usw. alles Leute die ich sehr liebe, sie respektiere und achte, die viele schreckliche Sachen ebenfalls erlebt haben und trotzdem für sich selbst und der Umwelt bewiesen, das sie wahre Helden sind, indem sie sich selbst erlaubten, einfach der zu sein, der sie schon immer sein könnten. Sie haben den Umständen wie schrecklich sie auch war, niemals erlaubt Macht und Kontrolle über sie auszuüben.
Ihr werdet das Gefühl haben, das ihr ganz allein seid in dieser Welt, und ich muss euch sagen das seid ihr auch, aber dieses allein sein wird euch so viel Kraft und Freiheit geben, das ihr in der Lage sein werdet, euer leben in etwas ganz außergewöhnliches zu verwandeln, ihr müsst euch nur selbst diese Erlaubnis geben.
NAMESTE
Schon mal darüber nachgedacht, eine gute Psychotherapie zu machen, um Ihr Leben besser in de Griff zu bekommen?
Schönen guten Abend!
Ich und mein kleiner Bruder wurden damals von unseren leiblichen Vater sehr dominiert. Sprich jeden Tag geschlagen. Bei mir war es von dem 6. Lebensjahr an bis zum 13.. Dann haben meine Eltern sich scheiden lassen. Ab da an wohnten wir in mehreren Wohnungen mit 4 Leuten und meine Mutter musste sich um Geld und Haushalt kümmern. Ich musste mit einem Zettel zur Bank laufen und um Geld zu bitten (Beleg, vielmehr Ermächtigung). Das min. 3 mal die Woche. Es gab noch so viel, aber daran erinnern ich mich ungern. Das ging so weiter bis zu meinem 18. Lebensjahr. Eskapaden von älteren Geschwistern blieben nicht aus. Von allen etwas. Als ich mit 24 ausgezogen bin wurde es besser, aber was mache ich? Ich wusste nix und war allen, also Behörden etc. ausgeliefert… Bisher geht es so weiter und ich bin 30. Gesellschaftlich komme ich nicht klar. versinke lieber in Videospiele….
Ich finde es ist sehr wichtig sich über diese Folgen im klaren zu sein, die hier sehr schön aufgeführt wurden.
Gerade für die Kinder der „harten Kriegsgeneration“ ist körperliche Gewalt sicherlich ein Thema.
Ergänzend zum Text fällt mir noch ein, dass Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch seelisch ausgeübt werden kann.
Insbesondere der Liebesentzug von Eltern, oder das Knüpfen der Zuneigung an Bedingungen (gute Noten, aufgeräumtes Zimmer etc.) verursacht – das behaupte ich jetzt- fast genauso großen psychischen Schaden.
Das Schöne und Hoffnungsvolle daran ist, dass es keinen Automatismus zwischen erlebter und ausgeübter Gewalt gibt, sondern auch ein Lernfeld eröffnet wird, es selber besser zu machen.
In diesem Sinne,
Mit freundlichen Grüßen
Michael
Bitte bitte verzweifelt nicht- holt euch Hilfe —- und wenn ihr es innerlich mit Gott versucht.
Habe alles durchgelesen- und es kommen mir die Tränen – und innerliche Verkrampfungen – bin schockiert- ich hab auch ein harten Teil hinter mir gebracht.
„Wir die geschlagenen Kinder“
Weis ich ganz genau – haben durch diese harten Lebenserfahrungen – sehr intensive und sensible „Antennen“ mit denen wir total unterschätzt werden!!!
Ganz einzigartige und wahnsinnige wertvolle Menschen sind wir dadurch geworden. Das hat alles seinen Sinn. So verrückt es auch klingen mag- ich erlebe es so—
Bitte der liebe Junge über oder unter mir- wenn du Hilfe brauchst schreib die Dame über mir oder mich wirklich an.
Man kommt eines Tages aus all dem grauen heraus. Leider erst jetzt mit 36 traue ich mich bewusst an mich und meine Kindheit heran.
Wir sind dadurch sehr sensibilisiert!
Das sind zum größten Teil der Menschen da draußen keiner mehr.
Wir reagieren mit einem Schlag schneller – als ein “ normal Mensch“
Wir sind wertvolle Menschen!
Ich bin traumatisiert, und lerne seit einem Jahr durch die Teraphie- was das alles mit mir ist und war-
Stehe oftmals völlig neber mir und bin mit mir selbst sehr überfordert.
Gott seit Dank, fand ich mit 19-20 Jahren endgültig zu einer Religion- die mir sehr wertvoll bis heute – mir halt gibt. Und richtige Stärke- sowie die Entschlossenheit “ sich zu ändern“ oder an sich zu arbeiten und zu reflektieren.
Gott möge euch beschützen und rechtleiten, euch ganz viel Kraft geben.
Steigt über alles hinaus!!! Ihr könnt es schaffen!!! Wo ein Wille- da ein Weg- es stimmt wirklich- es ist sehr hart, doch wenn der Durchbruch gekommen ist- dann könnt ihr alle ganz stolz sein!!!
Ihr seit alle von Gott geliebt und gewollt!!! Ihr seit alle wertvoll!!!
Noch wisst ihr es nicht!!!
Ist oftmals absolut nicht bewusst!…
Diese Eltern- ob es Eltern oder Vater oder Mutter überhaupt gab.
Ob diese Menschen diesen Ehrenhaften Titel überhaupt verdient haben..(!!!)
Diese Personen in die man hinein geboren kam- sind:
Absolut wohl undankbare, kranke, unaufrichtige Menschen- die es verpasst haben oder übersehen haben was Gott ihnen eigentlich gab.
Ignoranz… Undankbarkeit… Und mir fehlen die Worte-
sind das Resultat – dass – wenn Sie auch eine harte Kindheit hatten-
Kein Respekt – kein Bewusstsein besaßen- das Gott Ihnen eine Geschenk gab- auf das sie regelrecht darauf herum getrampelt sind-
Mir fehlen die Worte-
Fakt ist einfach: findet zu euch selbst zurück. Habt euch selbst lieb!
Ihr könnt stolz auf euch sein!!!
Glaubt daran! Man unterschätzt euch alle da draußen!!! Das geht und ging mir genauso. Zeigt was ihr drauf habt!!!
Ihr habt es drauf!!!
Bitte möglichst ohne mit Medikamente-
Es gibt andere Wege-
Ich bin noch dabei- nur Gott kann uns helfen, daran hab ich als Kind oft geglaubt. Der Tiefe glaube steckt in jedem von uns.
Die Abrechnung kommt noch!!
Gott wird es richten.
Was der Mensch mit dem Angetrauten Gut gemacht hat!!!
Wenn nicht gleich, dann morgen, übermorgen oder Jahre- und ganz zum Schluss- am Tag der Abrechnung.
Habt keine Angst, geht euren Weg,
Hab euch alle für Gott lieb-
LG
Sena
ICH wurde auch sehr hart erzogen hatte noch ein Bruder 7 Jahre älter der mich ift verprügelt hat. Meist volle wucht ins gesicht Meine Mutter hat uns regelmäßig verprügelt mit holzlöffel oder flache Hand ins Gesicht.sie hat sich total vergessen bei uns ihre Wut abreagiert. MEIN Vater war Musiker beim NDR war immer auf Tour andere Frauen usw. Wir wurden von Mutter oft weg gespert Stunden lang musten dann aus dem Fenster pinkeln 3 Stock. Dann habe ich ein Stiefvater bekommen nach der Scheidung meiner Eltern. Da ging das Elend weiter der hat mich dann ständig gezwungen seine gerage auf zu räumen oder sein Hobby zu übernehmen radiis zu reparieren hatte da kein interesse dran trotzdem zwang er mich in dem er mir ständig radiobausätze schenkte muste die dann zusammen bauen obwohl ich es nicht begriffen habe wie das geht. Er hat mich wie ein Soldat gerill irgend wann habe ich nie wieder geweint ich wurde gebrochen . Bis zum 16ten lebensjahr wurde ich zusätzlich von meiner Mutter ins Gesicht geschlagen also echt folter. Habe bis heute darunter zu leiden. Nie geliebt worden zu sein. Habe den Rest des lebens immer nur noch schmerzen im ganzen körper. Psychatrie meine zweite Heimat.wurde oft benutzt und auch von ärzten schlecht behandelt . Ist wohl vorbestimmt.imner der geschlagene zu sein. Meine Eltern haben mir nie geholfen im leben.
Habe gerade den Artikel und die dazugehörigen Kommentare gelesen, es ist furchtbar wieviele Kinder von Ihren Eltern geschlagen gezüchtigt, angeschrien und Psychisch Misshandelt werden. Ich kann mich leider auch sogut wie garnicht an meine Kindheit erinnern(0-14 nur ganz kleine Bruchstücke) , und sobald mir etwas hochkommt versuche ich es noch zu Unterdrücken da die meisten schönen Erinnerungen gleich von den schlechten überschattet werden. Ich versuche schon seit längerem eine Psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen hierzu fehlt mir leider noch der Mut aber ich geb mir Mühe. Es ist nicht leicht darüber zu reden aber nur so kann man es vielleicht verarbeiten. Wir wurden alle von unseren Eltern geschlagen, vorerst war zwar nur der Vater gewaltätig ( auch unserer Mutter gegenüber) doch umso älter ich wurde umso öfter wurde ich auch von der Mutter geprügelt. Bis zu meinem 14 Lj und dem Tod einer meiner Brüder. Seitdem kam es bis zu meinem Auszug mit 19J nur noch sehr selten dazu. Meine Geschwister und meine Eltern versuchen das Thema zu ignorieren bzw. kommt von meiner Mama oft: „Es ging ja nicht anders.“ Mein vater merkt nur häufig an wie schlecht es ihm nicht ging in seiner Kindheit und das wir das verstehen müssen.
Ich muss nicht…
Diese Nachfolgen erkenne ich oft bei mir wieder.. habe nun endlich mit 25 einen Partner bei dem ich mich wohlfühle und geborgen, meine größte Angst ist allerdings mit ihm darüber zu sprechen .. ich möchte nicht das er meine Eltern hasst… ich hab sie ja trotzdem Lieb ..
ICh wünsche euch viel Glück und liebe Kinder da draußen die noch von Ihren Misshandelt werden.. Bitte versucht mit jemanden zu reden oder zu einer Freundin/Freund zu ziehen es wird leider meistens nicht besser und NIEMAND hat es verdient
Hallo, also ich bin 23 jahre und habe gerade ihren blog gelesen und ich muss sagen das eigentlich alle folgen von Schlägen in der kindheit oder jugend auf mich passen (ausser das mit den eigenen kindern und der Aggressivität). Und ich muss sagen ich bin leicht geschockt aber irgendwie auch erleichtert?! Da mein leben gerade für mich sehr schwer zu meistern scheint und ich leider keinerlei freunde habe und meine Partnerschaft auch nicht allzu gut läuft wollte ich fragen ob sie mir vielleicht eins zwei stellen nennen könnten wo ich vielleicht jemanden zum reden oder ähnliches finde? (Abgesehen von psyhiater/psychologe die konnten mir bisher nichts von dem sagen was ich hier gelesen habe.)
Zudem bin ich eine sehr introvertierte Person also falls das irgendwie hilfreich ist ?!?
ich wäre ihnen sehr dankbar fur einen Rat.
mfg Mandy
Hallo, ich bin 38. Wurde brutal von meinem Vater fast täglich geschlagen. Er hielt sich irgendwie für Gott. Er hat mich von kleinst auf psychisch fertig gemacht, manipulierte mich, war sein Sklave. Er schlug mich mit Allem was gerade alles so in seine Hände fiel… Einmal brach sogar eine holzerne massive Blockflöte auseinander als er diese mir am Kopf schlug (frage mich warum ich keinen Schädelbasisbruch erlitten habe) Und ein andern Mal brach eine Gitarre auseinander die er gegen meinen Körper schlug. Ich durfte dabei nicht weinen, ich wurde ohnmächtig. Meine Schwester hat er eine lange Treppe runtergehaun, sie landete im Spital. Am schlimmsten waren die Raports am SA, da mussten wir uns Geschwister in einer Reihe aufstellen und bekamen nacheinander Schläge wenn es an diesem Tag Vorfälle gab. Demütigung pur! Er fand wir hatten ein noch ein schönes Leben und sollen froh sein das wir es so schön haben. Er dagegen als Kind wurde mit Stöcken geschlagen und musste den ganzen Tag bei Hunger am Feld arbeiten. Wir durften nie spielen das haben wir nicht verdient und mussten den ganzen Tag am Haus etwas arbeiten und verrichten. In der Schule wurde ich gemobbt von Schülern und Lehrern. Ich wollte oftmals einfach sterben. Ich kann mich oft als kleines Kind erinnern (7Jahre or so) das ich im Bett lange geweint habe und mir vorstellte das er sterben wird und alles aufhört. Meine Mutter ist nur noch Schatten ihrer selbst. Er hat alles bestimmt in meinem Leben. Später als ich erwachsen wurde und eine Lehre antrat wurde ich gemobbt aufs derpste von meinem Chef und vor Kunden blamiert. Ich habe vieles erreicht bezüglich Karriere aber niemals war ich glücklich und lange dort. Höchstens 2 Jahre. Aber seit 10 Jahren finde ich in der Arbeitswelt keinen Anschluss mehr. Ich habe mich wirklich sehr angestrengt um eine gute Stelle, habe sogar noch eine Weiterbildung gemacht, viel Geld gezahlt. Aber ohne Erfolg, ich bekomme keine Chance. Langsam denke ich dass es ein Muster ist von meiner früheren Stellen. Ich kann mich nicht an- unterordnen geschweige denn… gehe ich Konflikten aus dem Weg. Weiss nicht wie ich mich verhalten soll in der Arbeitswelt mit den Menschen anders reden? Meine Bekannte und Freunde sagen mir oft ich sei zu perfekt. Das stimmt ich lasse mir auch nichts mehr gefallen. Ich habe gelernt damit mit meiner Kindheit zu leben. Es schaudert mich heute noch wenn ich daran zurück denke.
Mutter war alleinerziehend.
Arbeitete viel.
Ich hatte noch einen 10 Jahre älteren Bruder. Wir wuchsen tagsüber getrennt auf, hatten verschiedene Institutionen.
Ich selbst, bin w 38, und bin sowieso ein sehr sensitiver Mensch, u.a. Sehr gefuhlsbetont, bzw zu tiefen Gefühlen fähig und hellsichtig seit der Grundschule.
Ich wurde geschlagen, ich durfte oft nichts reden, fragen, weil sie Migräne hatte.
Sie trat mich auch. Sie manipulierte, schlechtes Gewissen machen.
Seit ca 4 Mon mache ich Psychoanalyse.
Ich habe kein Selbstwertgefühl, ich habe keine Ausbildung, ich bin seit 2009 Single, hatte oft psychisch… Pathologisch auffällige Partner, die mir schadeten.
Seit meinem 7. Lebensjahr sado -Masochismus Fantasien. Und dazu selbstbefriedigung.
Ich wurde nie von einem Mann geliebt, Freundinnen enttäuschen mich, sind unzuverlässig, ich habe Schulden.
Mit 12 angefangen Drogen zu nehmen.
Mit 25 aufgehört Drogen zu nehmen.
Da ich vor ein paar Jahren mit Abi anfing, seit 2003 meditiere, und diese Therapie mache wird mir vieles klar.
Vor allem warum ich mich selbst hasse und verachte.
Langsam richtet sich das gegen meine Mutter, die mich immer noch schaffte zu dominieren.
Ich habe mittlerweile richtigen Hass, wenn ich Eltern sehe, die ihre Kinder anschreien oder in irgendeiner Form Gewalt ausüben.
Mein falsches selbstbild ist jeden Tag aktiv.
Es ist eine Qual jeden tag das Abi zu machen. Manchmal habe ich keine Kraft mehr. Und dann kommt wieder der Hass auf diese narzistische Mutter.
Ich habe 38 Jahre meines Lebens unglücklich erlebt, mit Angst, zweifeln, falschen Entscheidungen.
Ich hoffe wenigstens mit 40 freier zu sein.
Aber ob ich noch schaffe das ich einen vernünftigen und gesunden Partner finde…Das wohl…Aber ich wollte immer eigene Kinder, habe den Eindruck dass das psychisch verhindert wurde. Solche Fälle gibt es…
Euch allen viel Glück und Kraft.
Ich bin erschreckt, was hier alles geschrieben wird. So viele furchtbare Erlebnisse!
Auch ich wurde als Kind/Jugendliche geschlagen, mit der Hand und mit Kochlöffel. Die Kochlöffel durfte mein Vater später nicht mehr benutzen, da ich es fertig brachte, sie beim dritten Schlag zerbrechen zu lassen. Mein rechter Ellenbogen ist u.A. auch deshalb in Mitleidenschaft gezogen, habe heute noch Schmerzen (bin mittlerweile 57).
Meine Mutter litt immer sehr still mit mir, sie unterband die Schläge aber nicht.
Gewalt wurde nur uns 2 Kindern zuteil, ob mein älterer Bruder aber geschlagen wurde, weiß ich nicht. Ich war schon sehr wild und ungezähmt, habe die Züchtigung auch immer für „Vergehen“ (an die ich mich heute aber nicht mehr erinnern kann, die mir damals aber klar waren) „verdient“ – Nun ja……
Als meine beiden Söhne klein waren, bin ich auch einmal ausgerastet, habe sie geschlagen. Danach waren wir drei fix und fertig, hielten uns umschlungen und weinten.
Wir drei haben ein „Zauberwort“ verabredet. Immer wenn es einem von uns zu viel wurde, wenn einer sich vom anderen genervt fühlte, sprachen wir das Wort aus. Es hat uns dreien so gut geholfen, daß es nie wieder zu Grobheiten jedweder Art, auch nicht verbal, kam.
Heute ist das Verhältnis zu meinen erwachsenen Söhnen einfach nur Klasse! Auch die Beiden verstehen sich sehr gut.
Ich selber kann mich zwar an die Dresche lebhaft erinnern, habe aber trotzt allem das Gefühl, eine schöne Kindheit gehabt zu haben.
Verdränge ich es? Ich weiß es nicht.
Allen Menschen, die so viel Leid erfahren mußten/müssen drücke ich beide Daumen, daß sie es irgendwann, je schneller, desto besser, überwinden können.
@ Ligui:
Ich bin, nachdem mein Therapeut überraschend verstarb, in eine Klinik mit psychologischer Ambulanz gegangen, die mich sofort auf Kasse behandelt haben, allerdings ist das hier eine Großstadt, in einer Kleinstadt oder auf dem Land sicher ein größeres Problem.
Prinzipiell gibt es Therapeuten, die auf Kasse behandeln.
Schwierig ist die Suche, bis man einen findet, bei dem die Chemie stimmt.
Viel Erfolg und bleib dran, es kann nur besser werden!
Ich bin der erstgeborene Junge. Als kleines Kind bin von meinem überforderten Vater wegen nichts verprügelt worden. Ein Erlebnis werde ich niemals vergessen. Meine Eltern hatten meine Schwester und mich alleine in der winzigen Wohnung gelassen um etwas zu erledigen. Ich hab weltvergessen auf dem Boden mit meinen Modellautos gespielt und nichts von meiner Umgebung mit bekommen.
Meine Eltern kamen dann irgendwann heim und fragten streng ob ich das Badezimmer unter Wasser gesetzt hätte. Ich hab natürlich warheitsgemäß verneint. Dann wurde ich aufgefordert, “ sag die Warheit, Dir passiert auch nichts.“ Ich war ein kleiner Junge und mir überhaupt keiner Schuld bewusst und hatte bis dahin immer volles Vertrauen zu meinen Eltern gehabt. Dann kam die Aufforderung, „komm her.“ Ich hab im folgenden das erste mal und auch mit die schlimmste Prügel von meinem Vater bekommen. Ich hatte absolut nichts verbrochen und wurde windelweich geschlagen. Keine 10 Minuten später erwischte meine Mutter meine Schwester dabei wie die auf einen Stuhl kletterte und den Hahn aufdrehte. Da war meine Unschuld zwar bewiesen und meine Eltern entschuldigten sich bei mir. Mein (auch schon vorher vorhandener) Hass auf meine Schwester wurde dadurch aber nicht kleiner.
Ich bin dann immer wieder geschlagen worden, meist weil Nachbarn sich über unser Rumtoben Abends in den Betten beschwerten. Wir waren arm,hatten nur eine winzige Wohnung und meine Eltern hatten immer schon Angst vor Jedem und Allen. Also wurde das, und warscheinlich auch der Frust an mir ausgelassen. Meine Schwester, die sehr frech war, bekam nichts ab,ich, das schüchterne und stille Kind, die Prügel.
Wie gesagt, ich war eh immer ein ängstliches und schüchternes Kind, aber diese Erlebnisse haben warscheinlich dazu beigetragen das ich vor Angst nichts oder das falsche Ergebnis angab wenn ein Lehrer direkt vor mir stand und etwas fragte.
Diese fehlende Aggressivität hat wohl auch dazu geführt das ich im Arbeitsleben nicht ernst genommen wurde und immer wieder meine Arbeit verloren habe.
Gelernt habe ich keinen Beruf, dafür kenne ich mich bestens mit Drogen aus.
Diese Kindheitserlebnisse und das Mobbing durch meinen Vorgesetzten – der michaus dem Betrieb gemobbt hat – lassen mich nicht los.
Ich bin mittlerweile nicht mehr gewillt zu arbeiten und lebe von Harz IV. Ich will einfach kein Spießrutenlaufen und Demütigungen ertragen. Lieber lebe ich mit wenig Geld. Die meisten Menschen meide ich inzwischen bzw. bin nur noch unverbindlich.
Ich würde das ganze gerne irgendwie verarbeiten, denn diese Wut, vor allem auf mich selber, weil ich mich nicht wehre, frist mich auf. Ich habe eine sehr geringe Meinung von mir selber. Ich hab auch schon ein, zwei Anläufe zu Therapeuten gemacht. Damals war mir aber das nocht nicht so bewusst was mir heute bewusst ist und so kam kein vernünftiges Gespräch in Gang und ich hab das beendet. Auch ist es wohl schwer und Glücksache einen guten Therapeuten zu finden, der dazu noch auf Kassenrezept behandelt?
Und wie fänden Sei es, wenn das der Lehrer mit Ihrem Kind heute auch machen würde?
Hallo,
wird dieses Thema nicht überbewertet?
Ich ging von 1950 bis 1958 in München in die Volksschule an der Ihchostr.
Der Lehrer in der 6. Klasse hat uns, wenn wir uns nicht absolut konform verhielten,auf den Boden geschleudert und ist mit den Füssen auf uns eingetreten ähnlich Bildern vo U-Bahn Schlägern heutzutage, wir waren 12.
Ich will nicht sagen dass das gut war, aber traumatisiert waren wir deshalb auch nicht.
Hallo Kerstin,
mit den Eltern darüber sprechen zu wollen, bringt meistens nichts. Sie leugnen oder bagatellisieren es fast immer oder geben einem selbst die Schuld.
besser wäre es, wenn Sie sich professionelle Hilfe suchen in Form einer Psychotherapie. Zahlt die Krankenkasse.
Adressen gibt es hier: http://www.psychotherapiesuche.de
Ich bin jetzt 43 und erlebte als Kind und jugendliche Gewalt, Demütigung, Gängelei etc. durch meine Mutter. Mein Vater war eh schon dem Suff verfallen und klinkte sich komplett aus. Die Schläge waren meist mit Teppichklopfer, flacher Hand und den großen Holzlöffel vom Kochwäsche waschen auf dem Herd im großen Wäschekochtopf, falls das noch jemand aus der zeit kennt.
Ich weiß nicht was schlimmer war , die Schläge oder die Demütigungen. ich wollte alles richtig machen um Liebe, Lob und Anerkennung zu bekommen, und macht in ihren Augen doch alles falsch. “Zu dumm ein Eimer Wasser um zu kippen” hieß es. Ich könne nix und bin ein nix.. Hilfe von außen bekam ich nicht, zu DDR Zeiten hätte man eh keine Hilfe bekommen, da wäre man allerhöchstens als schwer erziehbar in Jugendwerkhof reingekommen. Und was da abging, das weiß man ja heute, war auch nicht besser als zu Hause.
Wenn ich sie selbst drauf anspreche, hat sie je nach Tagesform, zwei Reaktionen. Entweder heult sie los und bemitleidet sich selbst oder sie ist überzeugt das es richtig war weil ich angeblich ja so frech war und nicht hören wollte. Dabei war ich Ihre Marionette und hab alles gemacht was und wie sie es wollte, nur um ein braves Kind zu sein.
Professionelle Hilfe würde sie nie annehmen, geschweige denn irgendetwas als Fehler ansehen. Die Folge meiner Verpfuschten Kindheit und Jugend ist das ich bis heute unter Ängsten, Phobien und Depressionen leide. Und ich habe bisher keine Hilfe gefunden.
Hallo meine Lieben,
falls jemand von euch, jemandem zum reden braucht, hier ist meine Email.
delnasko@gmail.com.
Ich bin 20 und hatte früher auch diese Probleme unter anderem schwere Demütigungen und Gewalt erlebt.
Meldet euch!
Ich wurde auch häufig geschlagen. Auch durch Drohungen oder Beleidigungen meiner Erzeuger. Ich sprach eine Lehrerin von mir an was man dagegen machen könnte, sie hilf mir aus der Situation sie informierte erst das Jugendamt und danach stand ein Frau vor der Tür,aber sie wollten sich nicht helfen lassen.Sie waren immer ganz nett als die Frau kam und als sie aus der Haustür ging schlugen sich mich wieder.Jetzt ist mein Wunsch eines kindes vorbei :/ Ich habangst, dass ich so wie meine erErzeuger werde
Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung teilen, daß die Folgen von Prügeln nicht unbedingt proportional zu Heftigkeit oder Häufigkeit von Prügelstrafen sind. Ich(45/m)habe lange Zeit nicht verstanden, daß meine Ohnmacht und ständige latente Angst, mein Gefühl ungenügend und falsch zu sein und meine Betäubungs- und Fluchtversuche die Folgen eines Traumas wegen einer Prügelstrafe durch meinen Vater sind. Meines Wissens haben meine Elter uns sonst so gut wie gar nicht geschlagen und ich habe jenes traumatische Erlebnis über 15 Jahr komplett verdrängt und vergessen. Mein Vater ist damals, ich muß zwischen 10 und 12 gewesen sein, wegen einer absoluten Nichtigkeit unvermittelt komplett ausgerastet, und hat mich mit einem Ast aus dem Garten windelweich gehauen. Ich kannte so etwas vorher nicht! Und hinterher wurde kein Wort darüber verloren. Niemals, die ganzen Jahre!! Wie kann man so etwas als Kind verarbeiten. Heute muß ich feststellen wie dieses Erlebnis jeden Tag meines Lebens beeiträchtigt. Ich arbeite daran, die tief eingebrannte Angst und Unsicherheit zu überwinden. Aber das ist ein Prozess, der sehr langsam vonstatten geht.
Ich möchte allen, die meinen, sie hätten im Vergleich zu den schlimmen Geschichten, die man hier liest etwas Wichtiges mitteilen. JEDE Prügelstrafe kann SEHR schlimme Folgen haben! Es kommt nicht nur auf die Heftigkeit und Häufigkeit an, sondern vor allem kann es auch sehr schlimm sein, wenn die Prügel absolut überraschend, plötzlich und heftig kommen und wenn das Kind damit hinterher komplett allein ist. NIEMAND hat mir mir gesprochen. Meine Geschwister nicht und meine Mutter auch nicht! Ich habe mich jahrelang geschämt, auszusprechen, daß dieses einmalige Ereignis mir so geschadet haben soll. Ich wollte mich nicht zum Opfer machen, aber ich habe nicht erkannt, daß ich das Opfer bin! Ich möchte allen Mut machen, die glauben, Ihre weniger harten oder weniger häufigen Mißhandlungen könnten doch nicht so schlimme Folgen haben: Sie können! Nehmt euer inneres Kind an die Hand und steht ihm bei. Rückt Eure Erlebnisse ins rechte Licht und schämt euch nicht, dazu zu stehen, daß Ihr Opfer wart/seid!
Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihre hervorragende Seite!
Flocke
Ich bin als Kind/Teenager auch sehr oft von meiner wütenden Mutter geschlagen worden.
Meistens mit den Worten: Jetzt versohle ich dir so den nackten Arsch, dass du nicht mehr sitzen kannst! Das hat sie dann auch getan.
Striemen von Teppichklopfer oder Gürtel auf dem Nackten waren an der Tagesordnung.
Ich leide bis heute darunter….
Würde mich sehr gerne mit anderen Betroffenen austauschen.
Gruss mal,
Rüdiger
hallo ihr lieben, ich möchte etwas sagen bitte besorgt euch hilfe wenn ihr von euren eltern geschlagen werdet, ich selber habe es zu spät erkannt ich dachte es wäre normal mit striemen herumzulaufen mit dem kö und der leiter verprügelt zu werden ich bin die älteste schwester und habe noch 2 brüder ich hab das bis ich 25 war mitgemacht, wenn ich die zeit zurück drehen könnte würde ich alles ungeschehen machen und abhauen meine geschwister mitnehmen wir wurden für alles verprügelt mit der faust gürtel kö leiter paddel was gerade rumlag, meine mutter schlug er auch wir sind immer dazwichen gegangen aber sie ist abhängig von ihm er könnte ihr alle knochen brechen und sie würde ihn trotzdem lieben, abschliessend möchte ich etwas sagen bitte denkt nicht das ihr auch so werdet wie eurer vater oder mutter ich bin mein lebenlang geschlagen und gedemütigt worden ich bin auch der meinung das ich als kind hoch intelligent war aber meine eltern vor lauter streit und bestrafung nicht auf die idee kamen mich/ meine geschwister zu fördern, ich wurde unter anderem auch fürs nachts lesen bestraft einfach so, bitte bitte wir menschen sind sehr stark und ihr seit es auch ich habe trotz der ganzen misshandlungen nur liebe für meine mitmenschen übrig NUR Liebe. Ich küsse und umarme hier alle kinder jugendlichen und erwachsenen die so etwas erleben mussten ps; ich erinnere mich überhaupt nicht an meine kindheit nur bruchteilweise verstörende bilder. Es ist schwer das wir mit diesem Geschwür in der Brust leben müssen es ist schwer das wir uns oft ausgegrenzt und nicht dazugehörig fühlen das wir unseren platz nicht finden ich hoffe das wir irgendwann darüber hinweg kommen …..
Bei mir war es auch nicht so hart und ausufernd, bin echt erschrocken zu lesen, wie es anderen schlechter ergangen ist. Von Mutter nur Ohrfeigen, vom Stiefvater kamen hingegen unregelmäßige Ausraster. Er war schnell beleidigt, in der Regel arrogant, stand so über unseren angeblichen Provokationen, aber hin und wieder fühlte er sich zu stark provoziert, und dann prügelte er meinen Bruder – einmal war er morgens noch halb nackt, er lag am Boden, und er prügelte mit Fäusten auf ihn ein. Mutter stand daneben und sagte: nicht so doll in die Seite, Schatz. Ich fand es fürchterlich, ich versuchte dann immer die Nachbarn zu alarmieren, aber sagte nichts direkt, sondern nur: können Sie bitte mal kommen, meine Eltern haben ein Problem. Wenn sie dann kamen, war schon wieder „alles gut“. Ich erinnere mich noch an so ein Zittern, das mich angesichts dessen überkam. mich zog er auch an den Haaren. Die Fäuste konnte ich noch abwehren, durch wegducken oder die Kleidung schützte noch ein bißchen. Einmal hatte ich ein blaues Auge und durfte so in die Ferien reisen. Einem Arzt sagten sie, dass ich gestolpert sei. Am schlimmsten fand ich bei solchen Ausrastern seine dämliche Fresse über mir, wenn er laut schrie: „Langsam wirste wieder normal, ja?“ Diese Ausraster kamen bestimmt in der ganzen Zeit weniger als 10 mal vor, also auf meinen Bruder und mich verteilt 3-5 mal, so genau weis ich das nicht. Das geht immer noch. Aber wenn man das nicht so gewohnt ist… Er kam in die Familie, als ich 9 und mein Bruder 12 war. Meiner Mutter gönnte ich die neue Bekanntschaft und Beziehung, ich wollte ihn nicht weghaben. Mein Bruder war vielleicht wirklich ein bisschen eifersüchtig und provozierte manchmal, aber ich unbewusst. Er war schon beleidigt, wenn wir am Esstisch lachten. Er unterband jede spontane Äußerung. Ich überlegte manchmal, ob er nicht wieder ausrasten würde. Hatte also Angst vor ihm. Dazu kam langsam Ekel. Ich regte mich auf innerlich, wenn er in seine Faust nieste oder Knorpel schnurpsen hörte und meine Mutter auch noch liebevoll sagte: Das schnurpst aber, he? Das muss er irgendwie gespürt haben, meine Abneigung (aufgrund der erlebten Handgreiflichkeiten), und ich fühlte mich auch gehasst. Er sagte auch Dinge wie: Du hast ja den Kopf nur zum Haare tragen. Oder wenn ich mich für irgendwas rechtfertigen wollte, einleitend: ich dachte…sagte er: Du sollst nicht denken, sondern nachdenken. Und ich sei dummfrech. Damit schreibe ich was zu der Frage weiter unten, ob Worte genauso schlimm sind. Für das Selbstbewusstsein sind sie bestimmt ähnlich verheerend. Meine Mutter hat meist auf seiner Seite gestanden, wenn sie auch manchmal selbst erschrocken war: Schatz, was ist denn jetzt? Und dann stand sie hilflos daneben, stoppte ihn aber nicht. Ich verachte sie noch heute dafür. Sie sagt, sie wurde früher auch verdroschen. Bei mir war es in den Achtziger Jahren, also nicht offiziell verboten. Ich zog mit 18 aus, mein Bruder mit 17. Ich wünschte, ich könnte verzeihen und vergessen. Will heutige Missgeschicke im Leben, wie z. B. Beziehungsprobleme oder Probleme im Job nicht auf sie schieben, aber es würde mir helfen, eine Art Entschuldigung, ein Einsehen von seiner Seite, dass es keine gute Art war. Aber als ich das mal ansprach, auch dass ich bei Familienfeiern immer noch Probleme habe, neben ihm zu sitzen, oder mich nicht wohlfühle in einem Raum mal kurz ohne weitere Personen mich mit ihm zu befinden, weil fast jeder Gesprächsansatz mit einem Beleidigtsein und im Desaster endet, sprach er immer noch davon, dass ich von einem Tag an, angeblich aus Eifersucht, dass ich Sonntagmorgen mit meiner Mutter nicht mehr kuscheln konnte, weil er ja jetzt im Bett lag, bewusst provoziert hätte. Mir verschlug es fast die Sprache, darüber war ich bestimmt nicht ewig sauer, ich wollte einfach nur da sein. Ich sagte ihm das auch, aber es kam trotzdem kein Wort der Entschuldigung oder Wunsch nach Versöhnung. Meine Mutter weint, wenn ich meine Probleme mit ihm erwähne. Es wirkt sich auf das Familienleben aus; ich fühle mich nicht willkommen wenn ich zu Besuch fahre, meine Mutter reist nicht mehr gern ohne ihn und wirft mir vor, dass ich ihren Enkel (mein Kind) nicht hinlasse, was nicht stimmt. Und sonst:
Ich habe jegliche „Lockerheit“ im Umgang mit anderen Menschen verloren, wirke verkrampft etc. Weiß aber nicht ob nur durch jene Erfahrungen, aber bestimmt zu einem großen Teil. Auch habe ich früher als Kind dort immer die Fäuste geballt, bin also zu Hause immer mit geschlossenen Fäusten herumgelaufen, was vom Stiefvater auch stets entsprechend kommentiert wurde.
Meine Mutter hat mich früher auch geschlagen. Ich wurde 2000 geboren. Ganz ehrlich ich verstehe es nicht. Anstatt das ich Hausarrest oder so bekomme. Einmal habe ich nachts noch gelesen und sie hat es mitbekommen und mich geschlagen, zum Glück nicht hart, aber das Vertrauen hat sie schon gebrochen. Trotzdem liebe ich sie, heutzutage schlägt sie mich nicht mehr, aber wenn könnte ich mich eh wehren. Neulich kam das alles wieder hoch … Ok im Vergleich zu den anderen ist das wahrscheinlich so ein Pups. ICh frage mich, ob jede Mutter das macht, also ich meine öffentlich würde ich dies auch nie zugeben…Außerdem habe ich durch meine Mutter gesehen, dass wenn ich Kinder habe sowas nicht tun werde!
Hallo lieber darksoult (unter mir)
Wenn ich mir hier die kommentare alle so durchlese ,kommen mir die traenen. Ganz besonders der junge unter mir. Schreib mich bitte an denn ich moechte mal mit dir reden und dir helfen.. ich selber wurde auch oft als kind geschlagen und bei mir ist es so das ich erst jetzt richtig realisiere was mir da eigentlich oft angetan wurde. Ich werde eltern die ihre kinder schlagen nie verstehen und das sie noch nicht mal ein schlechtes gewissen haben.. mein herz tut weh wenn ich das hier lese. Jedes mal kriege ich richrige wut wenn ich sowas sehe oder hoere. Ich wunsche allen hier alles gute und ich bin mir sicher der gott wird all die menschen am ende bestrafen. Zumindest hab ich so eine erfahrung gemacht. Lg jessi 20jahre.
Hallo ich bin 14 Jahre alt und ein Junge meinen Namen möchte ich nicht erwähnen. Ich wurde als ich noch jünger war von meiner Mutter geschlagen egal was ich falsch gemacht hab das schlimmste war für mich, daran kann ich mich noch gut erinnern als sie mich rufte und mich ausfragte weil ich was falsches getan hab. Sie nahm mein Kopf schlug ihn 3 mal mit Wucht gegen die Wand als ich auf dem Boden lag tritt sie auf mich ein in die Rippen ins Gesicht und auf die Beine dann hob sie mich auf und würgte und Schlagte mich. Seitdem ich 13/14 bin würde ich eigentlich fast nie geschlagen doch nur weil ich meine Kopfhörer nicht weg packte wurde sie mir wieder angedroht eigentlich immer mit wurde immer Schläge angedroht und vor Angst tat ich dann Auch alles und ich habe große Angst davor das nächste Mal geschlagen zu werden weil ich älter bin und sie wahrscheinlich noch härter und länger auf mich einschlägt jedes Mal wenn sie zu mir sagt du bist dumm du bist nutzlos du gehörst nicht zur Familie ich bin nicht deine Mama wir wollen dich nicht du machst nur Probleme verschwinde und pack deine Sachen du gehst ins Internat und ich will dich nicht Wiedersehen wenn du raus kommst will ich kein Kontakt mit dir du bist mir egal du machst nur Probleme du bist nicht mehr ein Teil dieser Familie ich will dich nicht mehr niemand will sowas wie dich und bestimmt hast du auch keine Freunde und vieles mehr diese Worte trafen mich ich weiß nicht was ich tun soll ich denke oft einfach zu gehen damit sie ein besseres Leben haben und dann wäre das Problem Kind auch weg dann wäre alles besser für sie oder mir das Leben zu nehmen manchmal frag ich mich wieso ich überhaupt lebe ich mache alles falsch egal was es ist falsch ich … Ich bin einfach nur Dreck wie meine Mutter es sagt
Ich bin Linda und 16 Jahre alt. Ich wurde von meinem Vater früher auch geschlagen und das Ganze hat sich in meinem Kopf sehr fest gesetzt. Ich bin sehr froh, eure Kommentare lesen zu dürfen, denn sie haben mir gezeigt, dass es noch andere da draußen gibt, denen es so gegangen ist wie mir.
Ich habe noch zwei kleine Brüder, bin also die Älteste. Ich gebe zu, dass ich kein einfaches Kind war. In der Schule sehr schüchtern und habe alle zurückgehaltene Energie zu Hause abgelassen. Mein Vater hat einen sehr schwierigen Charakter. Oft fragte er mich am Ende meiner Prügel immer: „Krieg oder Frieden?“
Einmal habe ich „Krieg“ gesagt. Das Darauffolgende hat sich dermaßen in meinem Kopf festgesetzt, dass ich immer noch genau weiß, wie es war. Er trat, beschimpfte, Ohrfeigte mich und zog mir an den Haaren, mit einer Kraft, bei der ich nie gedacht hätte, dass er sie überhaupt besitzt. Am nächsten Tag hatte ich lauter Striemen im Gesicht und meine Mitschüler fragten mich, woher ich sie hatte. Ich habe sie angelogen, weil ich meinen Vater schützen wollte.
In den darauffolgenden Jahren habe ich mit niemanden darüber geredet, habe alles nur in mein Tagebuch geschrieben und in mich reingefressen. Bis heute habe ich keine Person kennengelernt, der ich von diesen Erlebnissen erzählen möchte. Ich habe zwar viele Freunde, treffe mich aber kaum mit ihnen, bin gern allein und meide Klassenfahrten.
Meine größte Angst ist, meine Kinder später einmal genauso zu erziehen, wie mein Vater es mit mir getan hat. Bei jeder Prügel habe ich mir gesagt, dass ich es schaffe, meine Kinder niemals zu schlagen, doch ich habe schreckliche Angst, dass es mir nicht gelingt. Anjola hat in ihrem Kommentar gemeint, dass sie sich ins Schreiben stürzt, sich eigene Geschichten ausdenkt und genauso geht es mir auch. Ich bin beim Schreiben in meiner Welt und habe sogar einmal unbewusst angefangen, von einem Mädchen zu schreiben, der es so geht, wie mir früher. Ihre Geschichte ist gut ausgegangen und ich hoffe, dass meine auch gut ausgehen wird…
Na, wie Sie in zwei oder fünf Jahren leben wollen. Und ob das mit diesem Partner möglich ist.
Was ich mit meinem Leben vor habe? Könnten sie konkreter werden was sie meinen?
Kommt darauf an, was Sie mit Ihrem Leben vorhaben.
Was kann ich tun?
Als ich meinen Freund kennen gelernt habe war er schwerst Trinker, in sich gekehrt zurückhaltend und so verletzlich viele seiner Freunde meinten er sei Schwul… doch ich hab dahinter mehr gesehen und hab mich in diesen Mann der eigentlich aussah wie ein zarter Junge, veliebt.Ich lernte seine Familie kennen Vater ruhig und freundlich Mutter überfreundlich, nach und nach lernte ich sie aber genauer kennen als ich mit meinen beiden Söhnen bei ihnen einzog weil wir bauen wollten, der Vater piesakte meine beiden Söhne immer wieder mit kleinen schlägen oder boxte sie das ließ sich mein kleinster nicht lange gefallen und schlug einmal heftig in meinem beisein zurück und das war auch der entscheidende Tag an dem der Vater aufhörte meine Kinder zu piesaken…
Die ganze Zeit hatte ich dieses beklemmende Bauchgefühl das hier etwas nicht stimmt die Familie sprach auch nicht viel miteinander immer nur im Befehlston mach dies und das. Gegenüber von seinem Vater hatte mein Freund immer dieses auftreten von einem kleinen unterdrückten Jungen er saß auch so am Esstisch ich sprach ihn darauf an und das ich denke das hier Früher und auch Heute rohe Gewalt den Alltag beherscht. Er bestritt es aber wehement und meinte nur das sein Vater nie geschlagen hat sondern nur extrem Herschsüchtig ist (Vater ist Selbstständig mit eigener Firma,alle arbeiten zusammen in dieser)und dann ein paar Monate später, mein kleinster hat zum wiederholtesten mal die Türen geplautzt… er rief ihn zurück und sagte ihm er soll seine Finger zwischen Tür und Zarge machen ,ich war in dem Moment mehr als geschockt…. dann sagte er weist Du was sie mit mir früher gemacht haben ich mußte meine Finger zwischen die Tür machen und dann wurde sie zugeplautzt ich habe nie wieder eine Tür geschlagen dann war er fertig ich und mein kleiner standen immer noch geschockt von dieser Aussage da und mir schossen die Tränen in die Augen.
Hat mich mein Gefühl doch nicht betrogen ist das was ich dachte doch war und diese Aussage geht mir nicht mehr aus dem Kopf das ist schlimmer als ich es mir vorstellen kann ich selbst hab auch prügel bekommen aber längst nicht so und niemals so bewußt sondern aus der Situation ma ne Backpfeife was keine Entschuldigung ist…aber ich weiß das hier mehr ist, ich hab mich nicht mehr getraut ihn darauf anzusprechen und weiß auch nicht wie was soll ich jetzt machen….???
Danke dann werde ich das die Tage in Angriff nehmen !!!
LG
Norbert
Das geht am besten mit einer guten Psychotherapie.
Hallo,
ich (36 Jahre alt) wurde von meiner Mutter seit dem 5 Lebensjahr immer wieder wegen mir damals unerklärlichen Gründen oft Windelweich gebrügelt, selbst als sie krank im Bett gelegen hat. Nach aussen waren wir immer schick angezogen und es wurde oft der Kinderarzt umgangen oder eine Geschichte erzählt „Das sind doch Jungs die bekommen halt blaue Flecke“ (später wurden die beinahe grüngelben Flecke mit Pflastern retuschiert) Heute weiss ich nach ihrer Trennung von meinem Vater (er hatte das Sorgerecht für mich bekommen), das sie mit der Situation Mutter zu sein nicht klar kam und das Ventil für ihre Wut waren wir. Habe eine Halbschwester weil meine Mutter mit 18 schon Mutter geworden war.
Danach war ich bei meinem Vater und wurde von meiner Oma gross gezogen, bei der es natürlich, wenn etwas nicht so lief (z. B. schlechtes Schulzeugnis) es mit dem Kochlöffel gab, aber trotzdem hatte ich meine Oma lieber als meine Mutter, da sie nicht warlos drauf schlug. Mein Vater hat mir dann das letzte fünkchen Würde oder auch Selbstbewusstsein heraus geschriehen, ich hatte halt schlechte Noten (bedingt durch meine verbte Krankheit(Tuberöse Sklerose)) und jedes mal wenn es Zeugnisse gab wurde ich zusammen gestaucht wie doof ich doch sei und das hat mich seelisch kaputt gemacht.
Mit 9 Jahren hatte ich eine Hirntumor-Operatio und ich hoffte eigentlich das ich aus der Narkose nicht mehr aufwachen möchte.
Als ich meine Ausbildung begann, fühlte ich mich eigentlich wie zu Hause, ich bekam für alles die Schuld (gut Auszubildender ja immer) und wurde immer von meiner Chefin zusammen gestaucht. In der Schule und auch Bekanntenkreis entwickelte ich kaum soziale Kontakte da mein Vater lieber alleine und in Ruhe gelassen werden wollte. Ich war also immer der sogenannte „Underdog“. Heute habe ich in der Ausbildungsfirma einen festen Arbeitsplatz und eine kleine Familie bei der ich eigentlich immer meinen halt finde. Ich habe sehr viele Probleme (Parasomnie, Angstzustände, Angst vor Leuten und auch etwas zu organisieren (denke immer ich bekomme wieder einen Rüffel). Kann mir jemand einen Rat geben wie ich Hilfe bekomme diese Ängste zu bekämpfen. Würde gerne ein wenig Angstfreier leben. Selbst einkaufen machen mir grosse Menschenmengen angst.
Danke das ich meine Geschichte hier nieder schreiben durfte !!!
LG
Norbert
Hallo,
ich bin mitte 30 und wurde bis zu meinem 12. Lebensjahr regelmäßig verprügelt. Immer und immer wieder..wegen einer mittelmäßigen Note, einer schlechten Schrift oder weil ich einfach da war. Gründe gab es genug.
Ich wurde depressiv und habe eine soziale Phobie. Habe mich lange selbst verletzt.Ich habe nie die Schule oder eine Ausbildung geschafft. Ich habe keine Freunde, einfach niemanden.
Das Schulwissen habe ich mir zu Hause angeeignet, dumm bin ich nicht. Zeitweise lese ich medizinische Bücher.Es interessiert mich. Wer weiß was ich mal hätte werden können.Ich hätte vieles schaffen können, habe unendlich viele Versuche gehabt etwas zu erreichen.Ich würde so gerne, aber ich kann nicht.
Heute mache ich mich selbst so fertig, wie es die Person damals tat, die mich verprügelt hat.
so eine Kindheit kann das ganze Leben formen.. es verletzt mich so sehr, das Menschen überhaupt auf die Idee kommen die Hand gegen jemanden zu heben,insbesondere gegen Kinder.
Es macht mich wütend und traurig.
“Das Böse zerstört sich am Ende immer selbst…”
Da muss ich widersprechen. Das Böse ist eine Saat, die niemals ausstirbt und immer wieder neue Früchte trägt. Es gehört untrennbar zu unserem biologisch-evolutionären Erbe und hat seinen eigentümlichen Reiz, ist weder therapierbar noch wegdefinierbar.
Meine „Alten“ waren auch so.
Es gab Schläge mit dem Teppichklopfer, dem Gürtel, der Faust usw. Dazu wurden Drohungen „gereicht“: „Ich hau dir aufs Fressbrett bis das Blut spritzt!“ etc…
Einmal hat mir meine Mutter den Daumen ausgekugelt, da war ich gerade sieben oder acht. Ich war wohl mit einer schmutzigen Hose vom Spielen heimgekommen. Als sie irgendwo realisierte, was sie da angestellt hatte, schlug sie solange panisch auf das unnatürlich abstehende Körperteil ein, bis es schließlich in die ursprüngliche Stellung zurückschnalzte. Wir waren beide allein im Haus.
Natürlich ist das alles heute niemals geschehen. Mein Vater sagt, ich hatte stets „anständige“ Eltern. Und das glaubt er tatsächlich. Er meint, daß ich meine Eltern jetzt zu „lieben“ hätte. Seine Mißhandlungen endeten, als er mich und meine Mutter verließ. Da war ich neun. Meine Mutter machte kräftig weiter bis ich mit zwanzig irgendwo anders hinzog. Er meldete sich alle drei bis vier Jahre mal kurz, vermutlich um sein Gewissen durch seine lächerlich geringen Geldgeschenke zu erleichtern. Einmal bekam ich auch einen „Walkman“ von ihm. Toll. Zu der Zeit war ich dick, traurig und wurde in der Schule permanent fertiggemacht, weil er ja ein klassenfeindlicher „Republickflüchtling“ war.
Diese winzigen Zugeständnisse hörten aber ziemlich schnell wieder auf. Als ich mit Mitte Zwanzig obdachlos wurde, „half“ er mir durch schöngeistiges Geschwätz und altkluge Ratschläge. (Bspw.als ich ihn eines Nachts aus einer verschneiten Telefonzelle anrief und meine letzten acht Mark dafür ausgab.)
Heute weiß ich, daß er mir für lange Zeit regelmäßig hätte „Unterhalt“ zahlen müssen, da ich meine Lehre damals nicht abgeschlossen hatte. Doch dafür macht sich heute keiner stark.
Mein Vater war ein recht erfolgreicher Arzt (lach), meine Mutter Lehrerin. Beide hatten einen riesigen Dachschaden.
Und das bis heute.
Mein Vater hat es heute „mit dem Herzen“, meine Mutter Krebs und ich MS.
„Das Böse zerstört sich am Ende immer selbst…“
Schade nur, daß die Kinder solcher „Eltern“ später oftmals gleichfalls keinerlei Chance auf ein wenigstens halbwegs zufriedenes Leben haben. Diese Erfahrungen zerstören das gesamte Lebensszenario nachhaltig. Man erholt sich nie wirklich davon. Es gibt immer nur kurze Pausen zum Aufatmen zwischen all den emotionalen Kämpfen.
Für mich sind die meisten Menschen heute gierige, dumme und eitle Monster. Nur die Masken sind unterschiedlich. Mehr nicht. Wenn ich Tiere beobachte, weiß ich, daß sie dereinst auch gut „ohne“ den „Homo sapiens“ zurechtkommen werden.
Ich gehe davon aus, daß er sich durch seinen beständigen Irrsinn kontinuierlich selbst zerstört. Beispiele, die das belegen, gibt es zuhauf.
Leider Gottes.
Danke
Hallo,
ich habe bereits vor zwei Jahren hier einen Kommentar hinterlassen. Mittlerweile bin ich selbst Vater eines Mädchens geworden. Ich liebe die Kleine über alles und kann nicht begreifen, wie man Kindern im allgemeinen und dem eigenen Kind im besonderen Gewalt antun kann. Eher hake ich mir selbst die Hand ab, bevor ich sie gegen meine Tochter erhebe. Die böse Saat aus Schlägen und Demütigungen in meiner Kindheit und Jugend haben dennoch ihre Spuren hinterlassen und tragen gelegentlich Früchte. Mein Selbstwertgefühl ist immer noch schwach, obwohl ich es durch eine Maske aus Coolness und Lockerheit zu kaschieren versuche. Trotz mit Supernoten abgeschlossenen Studiums habe ich bis heute Probleme, einen gescheiten Job zu finden, da ständig der Selbstzweifel an mir nagt und ich unterbewusst immer wieder die Stimme meines Vaters höre: „Du bist ein hoffnungsloser Fall! Aus dir wird nie was!“ Hinzu kommt, dass ich innerlich ständig unter Hochspannung stehe, nicht abschalten kann und unter Ticstörungen leide. Nach so vielen Jahren habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass es je besser wird…
Eltern, die ihre Kinder schlagen oder psychisch misshbandeln und es auch noch rechtfertigen, sind in meinen Augen Bestien! Es ist ihnen scheißegal, was sie damit ihren Kindern antun. Selbst nach Jahrzehnten tun die seelischen Narben noch weh und behindern das Weiterleben.
hallo ,
bin 45 jahre alt , durch mein beinbruch seid januar 2015 habe ich etwas zeit gefunden , im internet zu surfen und bin hier gelandet . würde gerne hier durch eine neutrale meinung einholen . geboren 1969 , meine eltern sind 1970 mit mir aus polen (oberschlesien) na deutschland geflohen , 1976 sind sie wieder nach polen zurrück . ich konnte nur deutsch sprechen , bis ich polnisch lernte wurde ich in der schule als „hitlerjunge“ betitelt . 1980 ist mein vater mit einer jüngeren frau wieder nach deutschland verschwunden . ich kann mir leider nur an die schlechten zeiten errinern . dazu gehört : im keller eingesperrt , hiebe bekommen ( habe den eindruck , weil ich der sohn meines vaters bin ) .zwischenzeitlich ein stiefvater aufgetaucht . 1981 wiederkehr nach deutschland . leider konnte ich nur deutsch verstehen , polnisch sprechen . wir haben in einer notwohnung ( eher ghetto mit asocialen deutschen ) gewohnt . der weg zu schule war mit ängsten verbunden , da die deutschen jungs auf der bushaltestelle uns ins immer verprügelt haben , die polnischen mädchen nur angespuckt . meistens bin ich zu fuss , mit dem fahrrad zu schule gefahren. oder hab einen bus früher genommen. in der schule gab es eine neue betitelung „scheiss polacke “ . meine eltern sind erbeiten gegangen plus zweitjob . somit kann ich eher sagen dass ich „alleine “ aufgewachsen bin . wegen dem hausbau war wohl eher ein balast für meine eltern . nun zu meinem „leben“ : ich konnte mich nie überwinden jemanden zum geburtstag gratulieren . wienachtsfeier , sylwester hab ich mich immer im zimmer eingesperrt . meine mutter hat dann immer mit feusten gegen die tür gehauem , mit prügel gedroht , wenn ich sofort nicht aufmache . selbstmord versuche waren auch an der tagesordnung , ich ging schlafen , mit dem beruhigendem gedanken , dass es bald ein ende nimmt .ich hatte jede nacht den gleichen albtraum , den ich nicht beschreiben kann ( alles um mich war erschreckt grösser als ich , hat mich horrorhaft eingeengt ) das so im groben . mit meinem vater hatte ich kaum kontakt , seid 2010 hatte ich 5 jahre kontakt mit meinem vater (68 jahre alt) , und musste feststellenn dass er stolz fotos von seiner damaligen freundin herumzeigt ( oben ohne) ,somit für mich ein beweis dass er einer familie nicht würdig ist . ich persönlich bin 2007 nach polen ausgewandert . da ich meine mutter als Narzisstisch einstufe , hab ich das weite gesucht . januar 2015 hab ich den kontakt mit meiner mutter komplet abbrechen müssen ( ich meine damit den telefonschen kontakt) . sie ist enteuscht von mir , ich mache ihr nur sorgen und äerger . 13.1.2015 kam mein sohn zu welt . weinachten 2014 hab ich ihr gesat dass sie oma wird , da kamm nur “ na ja musst du wissen “ . so dass wars im groben .
Hallo,
ich bin 44 Jahre alt und habe ein super Jungen .
Auch ich bin Arbeitslos ohne Freunde und Familie.
Leider bin ich auch ein Opfer von Gewalt.
Ich weine immer noch und die Albträume rauben mir den Schlaf.
Das Jugendamt will mir mein Sohn wegnehmen, weil sie denken ich bin psychisch nicht stabil.
Die Schule und der Hort wo mein Sohn ist halten zu mir.
Auch die neuen Familie Helfer sind sehr nett.
Trotzdem kann ich manchmal nicht mehr.
Ich habe Angst, finde kein Mann, weil sexuell missbraucht wurde.
Das ist mir einfach zu viel.
Ich kann nicht mehr.
Montag kommt jetzt jemand vom Weißen Ring und will mir helfen, ein Antrag auf Opferentschädigung zu stellen.
Ich weiß nicht ob ich das kann.
Fange schon wieder an zu weinen.
Ich bin 72 Jahre alt. Auf dem letzten Klassentreffen sagte mir eine ehem. Mitschülerin, ich hätte damals gesagt, ich habe vor wut Zwiebeln an die Kellertür geschmissen, nachdem mein Vater mich ohne Grund angeschrien und geschlagen hat. (Vielleicht kam ich 10 Minuten zu spät oder hatte schmutzige Schuhe, schlimmere Gründe gab es nicht für seine Ausraster). Erst war ich erschrocken, weil ich mich nicht daran erinnere, dann froh, dass ich es getan habe, dass ich mich körperlich abreagiert habe. Hauptsächlich habe ich nämlich nur Tagebuch geschrieben und meinem Vater auch oft den Tod gewünscht. Mein Leben nahm einen schweren Verlauf (ich möchte nicht alles aufzählen), mit 44 wurde ich erwerbsunfähig, leide heute noch unter ständigen Schmerzen an Muskeln und Sehnen, die z. großen Teil von der ständigen Anspannung in der Kindheit herrühren. Mit Schreiben habe ich überwiegend mein Leben bewältigt, sogar Geld damit verdient. Liebe kann ich (nach einer schlechten Ehe) nur im Schreiben leben, d.h. in der Phantasie. Auch nach einer langen Therapie (der Th. war der einzige Mann, zu dem ich eine gute menschliche Beziehung hatte) konnte ich mich nur in unerreichbare Männer verlieben, die mir irgendetwas gegeben haben, was ich als Kind vermisst habe, und die ich auch nicht als Partner haben wollte, sondern mit denen ich seelisch „verschmolzen“ bin im Schreiben. Passende und nette Männer zogen mich erotisch nicht an. Mein Sohn hat eine glückliche Familie gegründet. Ich habe Halt im Glauben gefunden und werde schreiben, solange ich kann, und Lesungen machen. Wenn die Schmerzen erträglich sind, bin ich ziemlich glücklich, weil ich meinen Humor nie verloren habe, dadurch auch gut ankomme bei Menschen. Aber mein Vater hat ein normales und gesundes Leben für mich verhindert, hat mich kaputtgemacht in der Kindheit. Auch wenn er sich später entschuldigt hat und ich ihm auch vergeben konnte, ist das nicht gutzumachen. Mit 13 hätte ich mich fast zu Tode gehungert, ein Kind ist durch Sauerstoffmangel bei der Geburt gestorben, weil ich so verkrampft war, ich hätte nie einen Mann geheiratet, der mich so missachtet hat. Ich müsste vielleicht nicht seit über 40 Jahren Antidepressiva schlucken.
Mein Leben war zum großen Teil Schmerzen und Einsamkeit. In meiner Magersucht habe ich immer nur einen Raum gesucht, wo ich in Ruhe hätte weinen können. Ein eigenes Zimmer hatte ich ja nicht. Es gab damals niemanden, an den ich mich hätte wenden können.
Aber ich habe auch eine große Liebe für mich selbst. Ich bin hübsch, begabt, dankbar für vieles, auch dafür, dass ich das jetzt noch einmal aufschreiben und die anderen Kommentare lesen konnte, dankbar, dass ich nicht mehr so an mir zweifeln muss, weil ich eine Erklärung dafür habe, dass ich so bin wie ich bin, dass an dem Thema „Gewalt an Kindern“ geforscht und aufgeklärt wird und es hoffentlich in Zukunft immer seltener geschieht. Oder besser geholfen werden kann, sowohl den Eltern als auch den Kindern.
Hallo ;
auch ich trage schlimme Kinheitserinnerungen in mir,was mir sehr viel Kopfzerbrechen bereitet, ist das ich mittlerweile 61 Jahre immer mehr Probleme damit habe.Ich wurde in der Kindheit geprügelt,vorgeführt,es gab für mich nur noch die Flucht nach vorn,ich habe die Tage bis zum 18.Lebensjahr heruntergebetet.Meine erste liebe gab mir die Hoffnung an ein Leben das Lebenswert ist wieder.Nach vielen Beziehungen ist auch die Hoffnung nur noch übrig gebleiben.Ich habe kein Hoffnung mehr in eine Vertrauensvolle Beziehung .Ich bin alleine und gehe sofort in Deckung wenn es zu eng wird .Auf der anderen Seite schätzt man mich und meinen guten Rat wohin ich auch komme.Ich würde mir schon wünschen Glücklich zu sein einem Menschen trauen zu können ohne wieder verletzt zu werden .
Guten Tag,
was ich hier lese, macht mich sehr sehr traurig und es erinnert mich, ohne das ich es will, an all die schlimmen Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen musste. Ich habe im Laufe der vielen Jahre sehr viel aus der Kindheit verdrängt. Das fällt mir immer auf, wenn meine Freundin Dinge aus der Vergangenheit erzählt, die wir gemeinsam erlebt haben. Ich bin 54 Jahre alt und habe 2 erwachsene Kinder (Mädchen und Junge) und eine Enkelin und Gott sei Dank viele Freunde. Ich habe 3 gescheiterte Ehen hinter mir, eine davon war von Misshandlungen geprägt. Ich habe seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, die mich von Klein auf bis ins Erwachsenenalter misshandelt hat, psychisch und physisch. Mein Leben wäre definitiv anders verlaufen, wenn ich eine normale Kindheit gehabt hätte. Heute weiß ich, dass meine Mutter selbst psychisch schwer geschädigt ist. Sie hat ihm Krieg ihre Eltern verloren und ist in mehreren Kinderheimen, getrennt von ihren 3 Schwestern, selbst misshandelt und von einer Pflegefamilie zur anderen geschubst, aufgewachsen. Ich male mir nicht aus, was ihre Kinderseele alles erleiden musste. Versteht mich nicht falsch, ich entschuldige keinesfalls, was sie mit mir angestellt hat, mein Leben ist versaut, ich versuche nur zu verstehen, warum sie so gehandelt hat und versuche ihr zu verzeihen. Denn mit der Wut und dem Hass kann man kein gutes Leben führen. Immer richtet sich sowas gegen einen selbst. Wie hier zu lesen und selbst erlebt, tut man sich nur immer wieder selbst weh. Entweder durch Selbstverletzen oder in dem man sich auf solche Menschen einlässt, die dem gewalttätigen Elternteil bzw. den Eltern ähneln. Mein Vater hat mich vor meiner Mutter nie beschütz, im Gegenteil, hat er immer ihr geglaubt und sich verbal beteiligt. Auf der Suche nach genau so einem Mann war ich und hatte sie dann auch in den verschiedensten Variationen gefunden. Heute lebe ich allein, mehr oder weniger zufrieden darüber. Es ist einfach pure Angst, wieder und wieder solche Menschen so dicht an mich heranzulassen, ihnen zu vertrauen und letztendlich wieder enttäuscht zu werden. Da ich nicht weiß, ob die Therapien mir soweit geholfen haben, dass ich sofort erkenne, was für ein Mensch mein Gegenüber ist. Ich habe ADS, eine Bipolare Störung, wobei die depressiven Phasen mit zunehmendem Alter die Oberhand haben,
Hallo Loewenmama,
weinen ist gut, ich kann das nicht mehr so gut und muss mich erst mit spezieller Musik runterziehen, um noch weinen zu können.
Ich werde bald 45 Jahre alt und habe einen fast 17jährigen Sohn. Bisher ist er genauso geworden, wie ich ihn mir gewünscht habe und wie ich ihn zum Großteil erzogen habe.
Fast wäre unsere Beziehung aber nicht so geworden, wie sie ist, denn aus Überforderung habe ich meinen Sohn hier und da gehauen, als er klein war. Ich habe damals immer mit ihm hinterher geredet und die Verantwortung übernommen, aber an was erinnert er sich? – Dass ich ihn gehauen habe, aber auch darüber kann er jetzt noch mit mir reden und tut das auch.
Ich will mich nicht entschuldigen, aber es war eine unglaublich schwere Zeit damals. Ich bin Asperger Autist und wusste es nicht, ich bin transsexuell (Frau zu Mann) und wusste es damals nicht und ich bin ein seelisch und physisch missbrauchter Mensch, der in seiner Ehe wieder seelisch missbraucht wurde und noch wird.
Ich habe viele Therapien gemacht, teilweise ambulant, teilweise stationär und teilweise allein, in dem ich Bücher gelesen habe. – Seit 20 Jahren arbeite ich an mir.
Inzwischen bin ich diagnostizierter transsexueller Asperger Autist, extrem hochsensibel und auch wenn ich noch in dieser höchst schädigenden Beziehung lebe, so finde ich Stückchen für Stückchen meinen Weg.
Vom Typ her habe ich meine „Mutter“ geheiratet, hinterhältig, fies und gemein. – Aber auch völlig unfähig, sich selbst zu hinterfragen und sich zu verändern.
Geschlagen haben mich meine Eltern beide ab und zu, aber viel schlimmer habe ich den psychischen, den seelischen Terror erlebt.
Ich kann mich erinnern, dass mein Vater, als ich einen Fahrradunfall hatte und er mich abholen musste, sage und schreibe, 3 Stunden auf mich ein gebrüllt hat, wie dumm, wie unfähig, wie dämlich ich sei und dass ich das ja nur gemacht habe, um ihm das Leben zu versauen… usw. – er hörte erst auf, als wir im Krankenhaus im Wartezimmer saßen und dort eben noch andere Leute saßen und es meiner Mutter zu peinlich wurde.
Ich kann mich aber auch erinnern, dass mein Vater mal so lange auf mich eingeredet hat, dass ich ihn fast von hinten erstochen hätte, aber als er sich umdrehte, habe ich weiter das Brot geschnitten.
Die Wut war damals schon da, ich habe ihn gehasst und gleichzeitig hatte ich panische Angst vor ihm, so, wie ich jetzt auch noch Angst vor meinem Partner habe. – Die lässt sich nicht so einfach abstellen, auch wenn es schon deutlich besser geworden ist.
Meinen Eltern habe ich nach vielen Höhen und Tiefen in unserer Beziehung und auch nach einigen Jahren Kontaktabbruch, verziehen, weil ich verstanden habe, dass sie aufgrund ihrer Lebensgeschichte, ihren Erfahrungen und ihren Einstellungen und Wünschen, nicht anders handeln konnten, als sie gehandelt haben und all dies Ausdruck ihrer Liebe für mich war, auch wenn ich es nicht so erlebt habe. Sie haben wirklich gedacht, dass sie für mich das Beste tun und glauben es heute noch mehr oder weniger genauso.
Ich finde Heute am Schlimmsten daran, dass meine Eltern niemals begreifen werden, was sie mir angetan haben, weil sie es nicht begreifen können, weil ihnen dafür wirklich die Fähigkeit fehlt, sich selbst zu hinterfragen und das ist ein „nicht-können“, wie ein Blinder nicht sehen kann.
Gerade befasse ich mich mit meinen „Leichen“ im Keller, mit den letzten Menschen, die mich einst sehr verletzt haben und zu denen ich vor langer Zeit den Kontakt gänzlich abgebrochen habe. – Ich möchte mit mir selbst endlich Frieden schließen und die unerledigten Dinge abschließen, aber das geht nicht von heute auf Morgen.
Also lese ich weiter, inzwischen bin ich auf „Doris Wolf“ gekommen, die mir mit ihren Büchern schon sehr gut weiter geholfen hat.
In meinem Leben fehlen mir Freunde und ein sicheres Umfeld.
Neulich habe ich zum ersten Mal einen anderen Autisten getroffen, mit dem ich mich unterhalten habe. Das war sehr befriedigend und befreiend. Einfach mal zu hören, dass andere sich so, wie ich, verhalten, tut gut.
Für meine Zukunft wünsche ich mir endlich einen neuen Freund, einen Mann, der mich ehrlich liebt (und natürlich noch einige andere Eigenschaften hat, die hier nichts zur Sache tun).
Kurti
ich sitze hier vorm pc und weine.
ich habe jetzt jeden einzelnen kommentar gelesen und kann mich in fast allen wiederfinden.
ich bin mittlerweile 27 jahre alt und habe selbst einen sohn.
ich bin alleine bei meiner mutter aufgewachsen und habe keinen kontakt mehr, seit ich 18 bin. was grundsätzlich auch gut so ist, aber ganz los lässt einen das passierte eben leider nie. über mehr als drei jahre hinweg habe ich jetzt eine therapie gemacht um verarbeiten zu können, was mir in meiner kindheit/jugend „passiert“ ist. fertig bin ich damit noch lange nicht.
eine frage beschäftigt mich allerdings brennend und geht an alle diejenigen, die hier einen kommentar hinterlassen haben:
war für euch nicht die psychische gewalt viel schlimmer als die physische?
Lieber einen Schlag abbekommen oder sich anhören, dass man nichts taugt, dass man zeit- und geldverschwendung ist, dass mutter damals doch besser abgetrieben hätte, etc…?
mir persönlich haben worte schon immer größeren schaden zugefügt (vor allem länger anhaltenden…) als körperliche gewalt.
Ich liebe mein kind und gerade jetzt, als mutter, wird mir schlecht wenn ich darüber nachdenke, was meine „mama“ mit mir alles angestellt hat. wie geht sowas? wie schaffen es solche menschen einfach weiter zu leben und sich einzubilden nie etwas verkehrt gemacht zu haben??
Ich bin mir sicher, ich werde noch eine ganze weile benötigen bis ich verarbeitet habe was alles passiert ist. ob ichs irgendwann aber wirklich VERSTEHEN kann bezweifele ich.
ich wünsche allen die ähnliches durchmachen mussten einfach nur viel kraft, liebe und wärme. und vor allem ein stabiles umfeld mit wunderbaren menschen. die helfen nämlich schon indem sie einfach DA sind.
viele grüße!
Hallo,
ich freue mich, endlich Leute zu finden, die ähnliches wie ich erlebt haben. Ich habe eure Kommentare gelesen und finde mich teilweise zu 100% darin wieder. Ich bin nun 31 Jahre alt und würde von meinem Vater geschlagen und getreten. Wie lange? Jahrelang – das letzte Mal war vor ca. 2 Jahren. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, wie es damals angefangen hat und überhaupt dazu kam. In meiner Kindheit / Jugend ist er wegen jedem Bißchen ausgerastet. Ich saß in der Badewanne, hatte die Tür abgeschlossen, er kam und wollte auch ins Bad zum Pinkeln. Ich habe gerufen: „Ich bin gleich fertig; bin gerade in der Wanne!“ Er hat mit der Faust vor die Türe geschlagen und gesagt: „Wenn du nicht sofort die Tür aufmachst, fängst du eine!“ Für was? Weil ich gerade im Bad war zu einem Zeitpunkt, wo er auch hinein wollte? Es waren permanent solche Banalitäten oder in meinen Augen auch einfach nichts. Nichts, was einem den Grund gibt, so auszurasten. Manchmal war monatelang alles ok und ich begann tatsächlich ihn nett zu finden (selbst heute falle ich noch oft darauf rein), um dann bald wieder festzustellen: Er hat sich nicht geändert! Er hat mich geschlagen,
getreten und verbal aufs Übelste beschimpft und beleidigt und mir gedroht („Fräulein, du fliegst bald zuhause raus! Warte es nur ab, bis ich dich rauswerfe!“) – eigentlich mein ganzes Leben lang (ich glaube es fing in der Grundschulzeit an, als ich 5-6 Jahre alt war). Meine Mutter rief immer nur: „Lauf weg!!“, und versuchte dazwischen zu gehen. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum sie sich nicht getrennt hat. Ich habe es nie meinen Freunden erzählt, weil es mir -wie vielen hier- peinlich ist. Auch mein Freund, wir sind seit acht Jahren zusammen, ahnt nichts. Ich schäme mich so! Wenn z.B. Weihnachten ist, und mich meine Mutter fragt, was ich ihm schenke, sage ich: „Nichts.“ Sie fragt mich dann völlig ahnungslos: „Ich frage mich immer, was du gegen ihn hast…?!“ Da denke ich echt, ich bin im falschen Film. Sie weiß doch ganz genau, was ich gegen dieses Arschloch habe!! Sie war doch -wenn auch nicht immer, aber oft genug- dabei.
An alle: Hat nur ein Elternteil geschlagen? Wenn nicht, was sagte der andere Part dazu? Und werdet ihr heute schnell zornig? Ist bei mir so, ich rege mich irre schnell über Dinge / andere Menschen auf und werde innerlich aggressiv. Frage mich, ob das vielleicht damit zusammen hängt. Habt ihr euren Vater angezeigt? Wenn nicht, was Hintertürchen euch daran?
Ich freue mich über eure Antworten.
Hallo Jenny,
meine Empfehlung lesen Sie hier öfter als Antwort auf entsprechende Fragen: machen Sie eine gute Therapie (tiefenpsychologisch fundiert.)
In diesem Rahmen haben Sie einen Raum für Ihren Schmerz und Ihre Verletzungen und müssen das nicht über Ihre Kinder abreagieren.
hallo!
Mir hat ihr Beitrag gut gefallen und war sehr informativ.
Ich selbst wurde als Kind oft geschlagen -meist nur weil meine Eltern einen schlechten Tag hatten- und selbst jetzt noch wird mir oft von meinem Vater gedroht mich mit einem Badeballschläger (der sind bei uns im wohnzimmer befinden) zusammenzuschlagen.
Ich selber habe Angst, falls ich mal Kinder bekomme, sie auch zu schlagen und ihnen ihre ganze Kindheit versaue wie meine Eltern mir.
Könnten sie mir irgendwas empfehlen zu tun? Irgendwas? Damit ich einen Anhaltspunkt habe..
Lg,
Jenny
ich bin auf Euch gestoßen, weil ich nach dem selben Problem gegoogelt habe. Ich suchte nach einem speziellen Hilfeangebot (etwas wie der weiße Ring) für solche Menschen, wie wir es sind. Meine Eltern haben mich misshandelt bis ich Geld verdiente. Ab da war ich dann die „beste Freundin“ meiner Mutter. Ich Idiot bin auch drauf reingefallen, endlich eine Mutter im klassischen Sinne zu haben. Nach tausenden von Euro, die meine Eltern mir regelrecht gestohlen oder von mir ergaunert haben und Warnungen vieler enger Freunde, bin ich aus der Situation ausgestiegen. Ich warf meiner Mutter ihr brutales Verhalten in meiner Kindheit (die Details erspare ich Euch, da es ähnlich wie bei Euch war) vor. Das Schlimmste ist für mich dabei, dass sie mich als Irre hinstellt und alles leugnet, bzw mir die Schuld dafür gibt. Ich war immer ein ganz ängstliches, stilles Kind, dass sich nie eine Frechheit gewagt hätte. Ich habe keine Sekunde daran geglaubt, dass ich tatsächlich selbst Schuld an ihrem hässlichen Umgang mit mir war. Eine Lehrerin hat mal eine Frage nach übermäßiger Strenge an meine Mutter gewagt, ein Onkel hat meiner Mutter mal die Leviten gelesen … alles hat nichts genutzt. Ich bin davon überzeugt, dass ihre Prügeleien und verbalen Erniedrigungen sie irgendwie sexuell erregt haben oder ihr ein Gefühl von Macht gegeben haben. Vor Außenstehenden stellt sie sich immer als Opfer dar. Sie sei so fleißig, obwohl sie nie arbeiten war und immer schmarotzt hat, sie -die Shoppingqueen- sei bescheiden, sie sei schwer krank weil sie vor 1 Jahr eine Gallen-OP hatte, sie habe ihre Schwiegereltern bis zuletzt gepflegt – auch eine freche Lüge- also rundum ist meine Mutter ein erbärmlicher, ein ekelhafter Mensch.
Dieser Dorn von Mutter in meinem Fleisch hat mich zu einem Menschen ohne jedes Selbstbewusstsein gemacht. ABER ich habe dagegen angekämpft und so könnt Ihr Euch auch helfen, liebe Leidensgenossen!
Macht etwas gegen diese verkorkste Kindheit. Nehmt Euer Leben in die Hand und versucht das Beste für Euch. Lasst es Euch gut gehen, eben weil Ihr es verdient habt.
Ich begann als legasthenischer Grundschüler, wurde auf die Hauptschule verfrachtet und habe eben diesen Willen entwickelt für mich selbst etwas aus mir zu machen. Ich wechselte nach der 10. Klasse aufs Gymnasium. Nach 6 Jahren Hauptschule war das Abitur sehr schwer für mich und aufgrund meiner Unreife habe ich mich für die falsche Ausbildung als Speditionskauffrau entschieden aber mit 28 bin ich dann ausgezogen und konnte mir endlich mein Studium finanzieren. Heute bin ich im Management eines großen Unternehmens. Ich habe aus meinem Leben gerade aus Trotz etwas gemacht. Ich achte sehr auf mein Äußeres, auch eine Form mir selbst Wertschätzung zu geben.
Sicher hilft diese Einstellung auch Euch. Liebt Euch, erreicht etwas durch ein Hobby oder ein Ehrenamt wie Tierschutz, schätzt Euch wert, Ihr habt es mehr als verdient – gerade Ihr!
Für die, die sich fragen, warum ich erst mit 28 Jahren ausgezogen bin zur Erläuterung: meine Eltern haben mich belogen, ich würde eine Wohnung nie zahlen können, da sie mein Kostgeld weiter kassieren wollten.
Vor ein paar Tagen gab es einen erneuten Streit mit meiner Mutter. Sie thematisierte meine Vorwürfe der Misshandlung selbst und leugnetet sie wieder. Sie halte meine Vorwürfe nicht mehr aus. Meine Therapeutin und ich seien irre und sie möchte unter diesen Umständen keinen Kontakt mehr.
*** Halleluja! ***
Ich hoffe, das bleibt auch so, ich möchte nie wieder etwas von ihr sehen oder hören. Sie hat mir immer nur geschadet.
Und ich hoffe, von Stalking verschont zu bleiben. Wird vielleicht noch kommen……
Meine größte Herausforderung im Erwachsenenalter war loszulassen: die Hoffnung loszulassen, dass meine Eltern doch noch ihre Schuld einsehen, dass meine Eltern doch etwas für mich empfinden.
Vor einer Woche ist mir das, glaube ich, gelungen. Ich habe akzeptiert, dass fremde Menschen oder gar Tiere mich halt mehr lieben als meine leiblichen Eltern. Ja und? Was sagt schon DNA aus? Liebe ist Liebe, fragt mal Hunde, die sind mit ihren Herrchen auch nicht verwandt und können ihre Liebe besonders gut ausdrücken. 😉
für die ersehnte Trennung von meiner Mutter, die auch noch ganz alleine von ihr aus kam möchte ich an der Stelle offiziell sagen
*** Danke Lieber Gott! ***
Habt Ihr vielleicht auch ein paar Anregungen/Vorschläge für mich? Die Therapie konnte meinen Schmerz nicht heilen. Es war nur hilfreich zu erkennen, was eigentlich damals genau abgelaufen ist, was für ein Dämon meine Mutter ist und dass ein Kontaktabbruch das einzig Richtige ist.
Immerhin!…..
Fühlt Euch virtuell ganz dolle und feste in den Arm genommen!
Ganz klar kann ich sagen, dass die Schläge welche ich in der Kindheit erfahren habe mich bis heute gezeichnet haben. Und ich bin inzwischen 47 Jahre. Mein Vater und meine Mutter waren nach Aussen die netten Eltern. was sich hinter den Hausmauern abgespielt hat bekam Niemand mit. Im Gegenteil. Meine Eltern wurden von Andere als nett und warmherzig bezeichnet. Das sagten sie mri auch. „Schau, wir werden gemocht aber mit dir will doch Niemand was zu tun haben. Und du wunderst dich dass du keine Freunde hast. Sei mal fröhlicher und netter dann mag man dich auch.“ perfieder geht’s kaum. An mir wurde ständig herumgengängelt, gemassregelt, Verbote erteilt etc. Wagte ich es mich dem zu wiedersetzen schlug mein Vater zu. Selbst im Alter von 34 Jahren hat er mich noch massiv geschlagen. Das passierte weil ich bis Dato noch immer nicht auf eigenen Füssen stand. Ich hatte keine Arbeit, war voller Ängste und Selbstzweifel und lebte von und bei meinen Eltern. Alles eine Folge des massiven körperlichen und seelischen Missbrauchs. Als Kind und Jugendliche kränkelte ich ständig, gefunden werden konnte nie etwas. Allerdings brachten sie auch Dinge wie als ich im Urlaub schwer fieberte mich zu prügeln ihnen den Urlaub nicht zu verderben und zwangen mich mit ihnen zu wandern. Wie sich nach dem Urlaub herausstellte hatte ich eine schwere Lungenentzündung und mein Vater verbot mir zum Arzt zu gehen. Ich würde nur herumspinnen und ihnen den Urlaub verderben. Dann gabs prügel und ich musste mich anziehen und so geschwächt wie ich vom hohen Fieber war mit ihnen am Strand im März bei Eiseskälte spazieren gehen. Das ich nicht gestorben bin war quasi ein Wunder. Genau war es mit meinem Blinddarm. In der Schule traute ich mich über Stunden nicht zu sagen, dass ich wahnsinnige Schmerzen hatte. Nach 4 Stunden Unterricht schlich ich teilweise festgekrallt vor Schmerzen an den Hauswänden entlang nach Hause. Zu Hause sagte meine Mutter „lass das blos papa nicht mitbekommen. Du weist der will das du zur Schule gehst.“ Er bekam es aber mit, denn die Schmerzen ei einem akuten Blinddarm sind so unglaublich heftig. ich habe vor Schmerzen alles zusammengeschrien und er schlug gnadenlos zu. Ich habe versucht mich selbst zu erwürgen, damit ich sterbe… wohlbemerkt ich war 8 Jahre. Er sah das und prügelte derart heftig auf mich ein, dass ich ihn bat mich tot zu prügeln. er verbot meiner Mutter einen Arzt zu holen und bezeichnete mein Verhalten als reines Makieren damit ich nicht in die Schule müsse. Sowas aber wolle er mir austreiben. Nach ca. aber Stunden Schmerz und rügelqualen brach ich zusammen. Meine Mutter holte aus Angst und unter Androhung er werde sich von ihr trennen einen Arzt der mich mit wehenden Fahnen ins Krankenhaus schickte. Im Krankanhaus wurde ich notoperiert und entkam knapp dem Tod. Eine Entschuldigung hat es nie gegeben. Im Gegenteil. Früher kümmerten sich auch Aupßenstehende nicht um familiäre pßrobleme. Sie schauten tatenlos zu. Vielleicht hat es auch keiner bemerkt.
Mein Vater ist seit vielen Jahren tot und meine Mutter leugnet alles. Sie lacht weiterhin hämisch ich sei krank und müsse endlich begreifen dass ich mich ändern muss. Sie äußert sie habe Freunde nur ich nicht und das beweise, dass so wie ich bin Niemand etwas mit mir zu tun haben möchte. Das ich stets allein war weil ich mich mit dem Leben herumplage und voller Selbstzweifel und Ängste bin lächelt sie nur weg und äußert erneut ich sei gestört und nicht ganz dicht im Kopf. Ich bin sehr einsam, habe keine Freunde, meine Beziehungen gingen alle in die Brüche, 4 lange Klinikaufenthalte und unzählige Therapeuten haben nichts gebracht.
Ich wünsche mir weiterhin nicht zu leben, da ich keinerlei Sinn in meinem Leben sehe. Und in dieser Welt in der nur die Schönen und Erfolgreichen zählen schon erst recht nicht.
Schläge und Missachtung, also seelische Gewalt zeichnen einen Menschen für das gesamte Leben. Ich wäre für harte Strafen derartiger Eltern. Weshalb kein Freiheitsentzug Diese Menschen haben mir meine Freiheiten für mein gesamtes Leben entzogen. Ich habe keinen Partner, kein Kind was ich mir so sehr gewünscht hätte, nach dem Tod meines Vaters erst mein Studium beenden können. Das ich es nach 17 Jahren beendete erzeugte nur Gespött bei Anderen. Die Leistung mit einem derartigen Trauma so etwas überhaupt zu schaffen davon weis Niemand. Anerkennung bekommen stets die deren Leben wie am Schnürchen läuft. Menschen wie ich ernten Hohn und Spott.
Wir sind eine Tätergesellschaft. Für die Opfer ist kein platz. Vor Jahren wurde ich Stalingopßfer eines mir völlig Unbekannten. Da ich keine Täter benennen konnte machte mir die Kripßo das Leben zur Hölle. Man beschuldigte mich selbst die Taten vorzutäuschen weil ich nach deren Auffasung aufgrund meiner Einsamkeit Aufmerksamkeit erzeugen wollte. Ich musste zu psychologen weil die Kripo es mir befahl. Dort war man der selben Ansicht. Und selbst als der Täter durch einen dummen Zufall auf frischer Tat ertappt wurde hörte man nicht auf mich zu beschuldigen. Ich könnte ohne Ende so weitremachen. Wie soll man mit all den Erfahrungen Freude am Leben haben. Es gibt derart gestörte Menschen die Andere so schwer schädigen aber nie dafür belangt werden. Im Gegenteil
Hallo, ich habe mir einige der kommentare durchgelesen und kann nur sagen das es mir immer wieder wehtut so etwas zu lesen oder zu hören.
Ich bin fast 21 jahre alt und habe zwei Kinder die ich über alles liebe und denen ich nie ein haar krümmen könnte. Umso schlimmer zu wissen das es sehr vielen kindern und jugendlichen anders geht und sie psychische und physischen misshandlungen ausgesetzt sind.
Ich bin selber seit ich zweieinhalb jahre alt war von meinem vater verprügelt worden mit Gürteln auf den nackten po, mit teppichklopfern kabeln usw. Und damit war ich leider nicht allein. Meine große schwester kam in eine pflegefamilie als ich selbst noch ein baby war aber ich bin sehr froh darüber denn sie hatte bei meinen eltern genau das gleiche durchzumachen. Wir durften nicht in den Kindergarten damit nichts rauskommt. Ich habe noch drei jüngere geschwister bei denen man deutlich merkt was sie in der kindheit durchlebt haben. Meine schwester(20) ist in therapie und hat eine emotionale belastungsstörung, war seit ihrem 12 lebensjahr immer mal wieder in der psychtrie und hat mehrere selbstmordversuche hinter sich. Mein einer bruder(17) ist noch *normal* und mein jüngster bruder(15) ist auf gut deutsch eiskalt. Er zeigt keinerlei emotionen, baut nur scheiße und ist aggressiv. Wir hatten dreimal das jugendamt in Form von familienhelfern je ein paar monate in der familie und es ist eine schande das wir noch so lange zuhause waren grade weil wir ständig blaue flecken hatten. Erst als ich fast 15 war kamen wir alle aus der familie in eine noteinrichtung und von da ins kinderheim. Meine Brüder sind beide noch in betreuung. Einer im heim und einer in einer pflegestelle. Ständig wurden wir für kleinigkeiten verprügelt und fast täglich wurden wir runtergemacht. Man hätte uns abtreiben sollen, hätte man uns mal auf ne heiße Herdplatte gespritzt u.ä. ich hasse meine Eltern dafür und würde ihnen gerne das gleiche antun was sie uns angetan haben. Ich hatte nie viele freunde und war viel isoliert als ich noch bei denen lebte. Erst aus der familie rauszukommen hat mir und meinen Geschwistern endlich ein besseres leben beschert. Ich wünschte nur es wäre früher so gekommen. Ich hoffe ich kann irgendwann damit abschließen und muss nicht mehr ständig daran denken denn es macht mich immer mehr kaputt.
Ich bin 15 Jahre alt. Vor der Pubertät wurde ich immer geschlagen wenn meine Eltern schlechte Laune hatten oder ich etwas falsch gemacht habe (oder eher was für ihre Augen falsch war). Dazu benutzten sie oft Gürtel, Stühle oder einfach die Fäuste.Aber auch in der Ecke stehen oder ignorieren (psychische Gewalt). Ja, meine Wut hat sich auch aufgestaut. Und wenn ich sie mal angeschrien habe oder gar zurückgeschlagen habe, wurden sie noch wütender und verprügelten mich so heftig das ich nur dabei dachte:“Bitte töte mich, lass es endlich vorbei sein“. Denn ich hatte nie eine eigene Meinung, und musste Respekt zeigen. Sie sehen das als ‚Erziehungsmaßnahme‘, dass weiß ich weil sie das auch gesagt haben. Doch das einzige was ich gelernt habe war Hass. Und ich hasse meine Eltern immer noch dafür. Doch sobald sie einen auf nett machen schmelze ich dahin.Dabei will ich sie hassen.
Ich habe mir als kleines Kind immer eine schöne Familie gewünscht…ich war immer so neidisch auf die anderen die mit ihren Eltern gemeinsam spaß hatten und alles…
Man sieht es mir auch nicht an das ich ‚gebrochen‘ bin. Ich passe mich stets dem meist fröhlichen Umfeld an. Aber ist okay, dann müssen sie ja sich schließlich nicht um mich sorgen. Ich weiß es klingt blöd…aber es ist nun mal so…ich bin ein wenig ‚überglücklich‘ und gehöre zu den Leuten wo man sich so was NIEMALS vorstellen könnte. Leider verspürte ich auch einfach mal das Gefühl jemanden zusammen zu schlagen…ich hab als kleines Kind öfters meine kleine Schwester (die mir vorgezogen wurde) verprügelt. Einfach ohne Grund. Obwohl ich ein sehr netter Mensch bin… Und hab eigentlich öfters Lust etwas zu zerstören, einfach ohne Grund. Ja das ganze klingt wie aus einem typischen traurigen Hollywood Film. Aber leider muss man auch einsehen das so was real ist. Ich bin wütend das die eigentlich zwei wichtigsten Menschen aus meinem Leben, meine Persönlichkeit zerstört haben. Danke, Mama. Danke, Papa. Ich will keine Kinder, dann werd ich nicht so wie ihr. Irgendwie versuche ich trotzdem zu verstehen warum genau sie das getan haben. Übrigens, wenn ich heutzutage das Thema bei ihnen anspreche wird mir auch gesagt das ich mir nur alles einbilde. Ja klar! Ich erinnere mich an jedes schreckliche Detail (Gebrüll, geweine, bin auch von zuhause weggelaufen (einfach ohne Schuhe oder Jacke rausgestürmt,so nach dem Motto: Hauptsache weg von hier, obwohl es Winter war. (Das lustige ist, ich war so zerstört das ich die Kälte schon nicht mehr gespürt habe), erinnere mich noch an viele Szenen der Gewalt,…). Mir tun alle Leute leid die ohne Liebe aufgewachsen sind, sondern nur mit ner kalten Faust ins Gesicht.Und der Artikel ist so wahr.
Lieber Sven,
ich habe Deinen Kommentar vom 13.1.2015 gelesen und war sehr berührt. Schön, dass Du aus der Gewaltspirale aussteigst. Ich bin Fernsehjournalist und möchte über die Worte des Papstes zur Gewalt gegen Kinder einen Film machen. Hättest Du Lust daran teilzunehmen?
Gruß Holger
Hallo Sven, ich bin 19Jahre jung und versuche meinen Charakter zu verstehen und bin währenddessen auf deine Nachricht gestoßen.
Du hast meinen Respekt, dass du dich von deinem alten Leben abwickeln konntest und eine Partnerin mit einer Tochter hast … so kannst du alles, was an dir Falsch vollzogen wurde, richtig machen.
Und es stimmt, es brauch keine Schläge, denn wortgewandtes Reden ist die hilfreichste Methode, denn schlagen ist nur für die Leute, die sich selbst nicht zu helfen wissen .. oder in meinen Augen auch einfach zu dumm, das eigene Kind zu verstehen.
Hallo. ich bin jetzt 36 wurde von meinem Brutkasten(Mutter) und dann später von Ihr und Ihrem neuen Eheman geschlagen. Als Kleinkind nur mit der Hand. Später dann mit Kochlöffeln, einer 9 schwänzigen Katze(Peitsche), einem Holzhammer zum Bierfass Anschlagen, Handfeger und anderen diversen Gegenständen verprügelt. Und ich war noch ein Kind das es nicht besser wusste. Es wurden Gegenstände benutzt um mich zu schlagen weil meine Mutter sich nicht mehr die Hände kaputt schlagen wollte an mir und meinem jüngeren Bruder. Mein Stiefvater verprügelte meine Mutter auch sehr oft. Einmal wollte ich Ihr helfen, weil er Sie in meinen Augen umbringen wollte. Das ergebniss war ich hab dem eine geknallt, dafür musste ich hoch springen der man ist fast 2 Meter gross. Der hat mich dann geschnappt durch das Haus geschleift und mich auf die Arbeitsplatte in der Küche geschmissen und mir ein Fleischermesser an den Hals gehalten und wollte mich umbringen. Mein Brutkasten stand daneben und hat noch nicht mal was gesagt. Heute will sie davon nix mehr wissen ist ja alles nicht passiert und ich bin ein spinner. Weil ich durch die miesen Lebensumstände zum Alkoholiker und Drogensüchtigen geworden war. Ich hab kein Selbstwertgefühl. Meine Mutter sagte mir ich kann froh sein das ich lebe. Die paar vor mir hat sie ja auch weggemacht. Und eigentlich sollte ich ja ein Mädchen werden und Manuela heissen. Welcher Herzlose Mensch sagt sowas zu seinem Kind.Ein Kind das gerade in der prägendsten Phase seines Lebens ist. Jetzt bin ich Niemand, kann noch nicht mal in den Spiegel sehen. Das einzige was mich noch Leben lässt ist meine super tolle Partnerin und meine kleine Tochter.. Komisch ist nur das meine Mutter immer sagte ich bin so weil meine Mutter mich geschlagen hat, ich kann meine Tochter sehr gut lieben. Hab die kleine noch nie schlagen müssen.Das werd ich auch nie tun. Ich hab gemerkt wenn ich mit meinem Kind vernünftig rede dann klappt das auch ohne prügel. Das war alles nur die spitze des Eisbergs aber es tut gut darüber zu schreiben.
Hallo, ich wurde auch misshandelt. Und sogar zu Klüppel geschlagen. Ich möchte hier mit meinem Beitrag Erwachsende erreichen, die Verantwortung für Kinder haben, und sie damit wachrütteln. Wenn es überhabt geht.
Nun denn, mein Beitrag ist sicher sehr lang,aber wichtig zu lesen.
Schrei der Erinnerung
Der Schrei ist so laut, nur die eine Person die ihn hören sollte und ihn ausgelöst hat, hört ihn nicht. Meine Mutter. Nein ich sage lieber die Frau, der Mensch, der mir das Leben gab und die Kindheit nahm. Ich bin jetzt 53 Jahre alt. Und die Erinnerungen an meine Kindheit sind so nah, als wäre dies alles gestern passiert. Dies alles, waren Misshandlungen jeglicher Art. Von körperlicher, psychischer Gewalt bis hin zum sexuellen Missbrauch. Ich habe drei Geschwister und zwei Halbgeschwister. Denen es ähnlich wie mir ergangen ist. Nur eine Schwester von mir, von uns hatte nie, ich betone nie Gewalt durch unsere “ Mutter “ erfahren. Keine Schellen keine Tritte, und, und, und….. Nun wird der Schrei immer lauter. So das ich nun der Meinung bin ich muss jetzt alles aufschreiben. Weil, es ist was passiert. Ich musste nun leider erfahren dass meine eigene Mutter mich zum Krüppel geschlagen hat. Da nutzte es auch nicht, dass mein Vater damals in meiner Kindheit immer zu ihr gesagt hat, „bitte schlage das Kind nicht immer am Kopf, das gibt Spätfolgen an Leib und Seele bei ihr.“ Ja mein Vater sollte rechtbehalten. Nun mit 52 Jahren im Frühjahr 2013 wurde bei mir ein Aneurysma (Durchmesser 3cm) im Kopf festgestellt. Nach einer MRT Untersuchung, weil ich mein linkes Bein nicht mehr bewegen konnte(Schlaganfall). Mir stellte man dann die Frage, ob ich als Kind in einem Box- oder Fußballverein war. Nein erwiderte ich. Meine Mutter hat täglich an meinem Kopf Gewalt ausgeübt. Mit ihrer Hand (Schellen) , mit ihrer Faust (Kopfnüsse), mit ihren Füßen (Tritte). Mit Gegenständen, wie Kellen und dicke breite Holzstöcke. Sie nahm manchmal auch ihr Schlüsselbund du schlug mit dem immer wieder und immer wieder auf meinen Kopf damit ein. Die Schiebetür von einem Kleiderschrank hat sie mit all ihrer Kraft immer wieder gegen meinen Kopf geschlagen. Für jede Silbe „ Du sollst dei nen Schrank auf räum en“ Also schlug sie mir acht Mal die Schranktür mit aller Gewalt gegen meinen Kopf. Sie nahm mich dabei im Schwitzkasten, ich konnte nicht weg. Da war ich zehn Jahre. Nun wurde mir mitgeteilt, dass ich seit meinem neunten Lebensjahr dieses Aneurysma habe. Also lebte ich bis zu meinem 52. Lebensjahr mit einer Zeitbombe im Kopf. Dann Not OP. Das Aneurysma wurde geklippt und somit wurde mein Leben gerettet. Ich hatte Glück im Unglück. Bei 3cm Durchmesser war das Risiko sehr hoch das es platzt und ich verblutet wäre. Nur wie immer es ist, alles Gute ist nie beieinander. Hatte im Jahr 2013 wegen dem Aneurysma auch noch zwei weitere Schlaganfälle. Kann nicht richtig sprechen, nicht richtig laufen, mein rechtes Auge bekomme ich nicht auf. Kann meine linke Hand nicht verwenden, wegen einer Hemiparese. (Lähmung) Das heißt ich kann mich nicht alleine anziehen. Mein Schädel ist auf der rechten Seite durch die OP so deformiert, das ich aussehe wie Qusymodo. Windeln brauche ich auch. Also ich bin jetzt 100% Schwerbeschädigt, ein Pflegefall und arbeitsunfähig geworden. Aber ich „lebe“ noch. Ein bisschen.
Ich appelliere an alle Menschen die das Glück haben Kinder zu bekommen und zu haben, mit meinem Schrei. Bitte misshandelt Eure Kinder und Enkelkinder nicht. Denn es kann nicht sein, dass Kinder zu Krüppel geprügelt werden, nur weil ein Erwachsender sich wie ein Wahnsinniger verhält. Seinen ganzen Frust an ein unschuldiges Kind auszulassen ist abartig. Ja die Frau die sich meine Mutter nennt ist abartig. Und sie ist heute mit 74 Jahren immer noch abartig. Beleidigt die Menschen in Ihrem Umfeld und schwärz sie an. Das macht sie mit Fremden sowie mit ihrer eigenen Familie. Sie ist so ein von Hass zerfressender Mensch, das man nur Reißaus nehmen sollte. Sie schaffte sich Tiere an, um sie zu quälen und dann zu töten. Ob sie heute noch Tiere quält und tötet weiß ich nicht.
Ich weiß nur dass sie mich zum Krüppel geschlagen hat.
Erster Schrei
Das Erste Mal, da war ich 2,5 Jahre. Ich kann mich noch sehr genau an meine erste Misshandlung erinnern. Weil sie war sehr schmerzhaft. Mein Vater wollte seinen Freund mit seinem Roller besuchen fahren, ich wollte mit. Meine Mutter wollte es nicht, dass ich mit fahre. Mein Vater fuhr dann alleine. Meine Mutter ist mit mir dann in die Waschküche gegangen um bei der Kochwäsche die Seifenlauge in eine Zinkwanne abzulassen um dann bunte Wäsche einzuweichen. Ich hatte einen Bock und hatte immer lauter wie am Spieß geschrienen. Hatte auf einer Hutschbank gesessen. Da kam meine Mutter wie eine Bestie auf mich zu, nahm mich und setzte mich in die sehr heiße Zinkwanne zu der bunten Wäsche und sagte jetzt kannst du schreien, jetzt hast du einen Grund. Ich hatte eine dunkelblaue Stumpfhose aus Kunststoff an. Diese hatte sich durch die Hitze in meine Haut gefressen. Die Brandnarben habe ich noch heute. Im Haus hatte meine Mutter mir die Stumpfhose ausgesogen. Und somit auch meine verbrühte Haut mit abgerissen. Sie ist mit mir auch nicht ins Krankenhaus gegangen. Erst als mein Vater nach Hause kam ging er dann mit mir ins Krankenhaus. Da hieß es dann ich sei aus Versehen in die Wanne gefallen.
Zweiter Schrei
Ab meinem dritten Lebensjahr hatte meine Mutter mich ab und an auf unbestimmte Zeit mit dem Zug zu ihrer Mutter verbracht, wo ich dann auch ab da an von meiner Oma sexuell missbraucht wurde. Ich sollte mich auf den Bauch legen zum Fieber messen. Sie nahm zum messen ihre Finger und hatte mein Rücken abgeleckt und so komisch geatmet. Und hat laufend stöhnend gesagt ich hab dich lieb. Als ich wieder zu Hause bei meinen Eltern war, kann ich mich nur insoweit erinnern, irgendwann hatte meine Mutter mit mir Mittagschlaf gemacht. Und weil ich wollte, dass meine Mutter mich endlich lieb hat, habe ich dann bei ihr dasselbe gemach, was meine Oma bei mir gemacht hat. Ja was soll ich sagen. Ich wusste es nicht anders. Das, das falsch ist. Das ganze Gegenteil ist passiert. Meine Mutter hat mich aus dem Bett getreten, in den Flur geschliffen. Mich massiv so verprügelt, dass ich eingepullert hatte, und damit ich nicht mehr so laut schreien kann, hat sie einen vollgepullerten Socken als Knebel in meinen Mund gesteckt. Danach hat sie mich in den Keller eingesperrt, weil ich ihr zu verstehen gab, dass doch Oma das auch schön fand. Und ich das meiner Mutter auch schön machen wollte, damit sie mich endlich lieb hat und mir nicht mehr weh tut.
Mit unbeugsamem Ernst rate ich Dir:
Setze ganz oben auf Deinen Tagesplan:
Die Suche und das Finden einer kompetenten
begleitenden Fachkraft. Nicht das Thema zerreden, nicht immer nur schimpfen, sondern tatsächlich brauchbare Hilfe suchen und finden. Denn `gewollt zu sein oder nicht gewollt zu sein zieht sich durch ein ganzes Leben – jeder Tag zählt, nichts kann man ungeschehen machen, aber die Perspektive erweitern, sich zunutze machen, was Du auch bekommen hast: Resilienz (Überlebensstrategie) – wozu natürlich auch Schimfpen gehört, teils berechtigt. Aber dabei muss es ja nicht bleiben. Seit einiger Zeit sind die Hilfen für Kinder, die auf diese Weise traumatisiert wurden, in Deutschland besser. Und die Krankenkassen sind sensibiliert und bezahlen die Therapien. Und es lohnt sich. Vor allem lohnt es sich, mit 18 etwas in der richtigen Richtung zu tun und nicht mit 58.
Alles Gute! Roland kann Dir bestimmt noch einen Tipp geben, wo und wie Du therapeutische Begleitung findest.
Jetzt mit 60 glaube ich, dass diese Geschichten, die in den Kommentaren zu diesem Artikel gelistet sind, gar nichts Besonderes sind. Besonders ist das Gegenteil: Einfühlsam, achtsam und aufrichtig zu sein, vor allem zu den eigenen Kindern.
Schönen Feierabend allerseits.
Karl
Hallo,bin ich auch misshandelt worden von mutter und stiefvater 18 jahre lang die mutter war ein Dämon verkleidet als mensch eigentlisch will ich nur sterben ich weis nicht warum ich dass verdient habe denn ich hatte niemand was zu leide getan ich kann nicht und werde nie verstehen wie man zu eigene Kind so seien kann
Mit 12 ist meine Mutter mir und meinem Bruder mit dem Hammer hinterhergelaufen und brüllte, sie wolle uns umbringen. Ein anderes Mal sagte sie, dass mein Vater sie vergewaltigt hat und ich deshalb geboren wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie mich mal in den Arm genommen hat oder gelobt hat. Emotionale Arktis. Ich habe Drogen genommen, gleichzeitig Alkohol und Tabletten. Ich wollte nicht mehr leben, aber habe durch ein Wunder die Kurve gekriegt. Später habe ich geheiratet und bin Vater von 2 Kindern geworden. Irgenwann habe ich gemerkt, dass diese Frau viele Verhaltensweisen meiner Mutter hatte. Sie war eine Sadistin. Mein kleiner Sohn wurde von ihr schwer misshandelt, mein großer Sohn wurde „nur“ mit dem Gürtel verprügelt. Ich hoffe, dass die Therapie meinen kleinen Sohn wieder normal werden lässt und er nicht sein Leben lang die Psychatrie besucht. Ich habe erkannt, wie ich durch die Kindheit geprägt bin. Meine Ex-Frau hat quasi das weitervollzogen, wo meine Mutter aufgehört hat. Erst durch eine Psychotherapie habe ich emotional verstanden, dass ich ein vollwertiger Mensch bin und habe dadurch nun eine empathische Partnerin gefunden.
Liebe(r) noname15,
Ich gehe gegen 50, mit einem sehr ähnlichen background. Und bis heute versteh´ich nicht, wie jemand sein eigenes Kind so behandeln kann.
Inzwischen weis ich, das ich mir eine dicke Mauer um mich rum gebaut habe, in die ich niemanden mehr reinlasse, selbst wenn ich wollte, weil mich niemand jemals wieder verletzen und erniedrigen soll. Das ist der Preis dafür (wofür eigentlich?), und, ich habs schonmal hier geschrieben, daß man sich selbst und niemanden anderen vertrauen kann ist grausam. Denn was dich jetzt nicht umbringt, das wirkt erst später! Bin fassungslos.
Ich bin mit 17 ausgezogen, über Nacht, und hab mich Jahrelang nichtmehr gemeldet. Liebe ich meine Mutter? Ehrlich, ich kanns nicht sagen.
Hallo, ich bin 15 und werde auch ebenfalls oft von meiner mutter geschlagen, aber am meisten werde ich von ihr runtergemacht, sie schreit mich an wegen dingen, bei denen ich keinerlei Schuld trage. Sie beschimpft mich mit Wörtern, die ich lieber nicht erwähne. Ich habe kaum Selbstwertgefühl. Aber was mich nicht umbringt macht mich nur noch stärker. Ich bin eine gute schülerin, ich rauche nicht, habe keine Beziehungen oder sonstiges. Ich sitze eig. Fast immer zuhause und muss irgendwas für meine Mutter machen
Ich habe Angst dinge falsch zu machen, ich kann mich bei anderen nicht durchsetzen. Ich denke manchmal an Selbstmord. Ich stehe jeden tag auf und mache jeden tag dasselbe von morgen bis hinein in die Nacht.
Ich fühle mich für alles schuldig. Ich bin sehr sensibel. und trotz der Schreie meiner Mutter liebe ich sie. Ich liebe sie so sehr, diese Liebe verdient sie nicht einmal von mir. Sie schreit mich an oder schlägt mich wenn ich nur etwas nicut finde das ich holen soll. Sie schreit wenn ich ihr nicht auf Kommando gehorche. Keiner sieht meinen Schmerz, wahrscheinlich interessiert sich auch keiner dafür. Ich widerspreche ihr kaum, in mir lodert ein Haufen von Aggressionen und Wut die ich ehrlich gesagt manchmal an Freunde rauslasse.
Ich habe Herzschmerzen wenn sie schreit.
ich lerne öfter für die schule, wofür meine mutter mich sogar lernbehindert nennt. Das tut mir weh, wenn sie sowas sagt nur weil ich für die schule lerne, nur weil ich mal etwas im Leben erreichen will. Ich will niemals so sein wie Sie.
Hallo,es ist wahnsinn was man alles erlebt hat.Bin nun 50 und es wurde erst jetzt Ptbs festgestellt,habe 2 söhne,einer hat Borderline und ich gebe mir die Schuld allein.Ich wurde absolut gewalttätig von meinem Stiefvater erzogen und mit Militärgürtel,Schuhen,Kleiderbügel usw. traktiert und massivst misshandelt,das essen bekam ich 3tg.später noch,welches ich nicht essen wollte.oder er hats mir in den Mund gestopft,musste in der nacht im Schlafzimmer nackt in der ecke stehen und reihen aufsagen.
oder wurde in den keller geschleift und dort auf einem stuhl sitzen lassen,meine mutter konnte seehr gut würgen am hals zur strafe…haute öfters ab als kind,aber keiner half mir,heute bin ich schwer krank und bin in therapie und renten abklärung und in therapie.alpträume,flashbacks,und alles mögliche hat mich eingeholt,ein kaputter mensch.
Hallo ich habe vor kurzem meine Psychotherpie beendet, eigentlich schon letztes Jahr, aber dann kamen einige Ereignisse/ Rückfälle bezüglich meiner Schweren Muster zurück die sich auch hartnäckig halten, trotz “ Genie von Therapeut“. Dem ich zutiefst unendlich dankbar bin.Ich bin heute 30 Jahre alt, begonnen hat es, als ich laufen lernte, was recht früh geschah durch den „Ehrgeiz“ meiner Eltern. Versuche es, so kurz wie möglich jetzt hier zu halten. Von da an begann mein Vater sein Familientrauma Gewalt( armenische Ausrottung, Morde, Vergewaltigungen vor allem das trennen der Familien zwangsislamisierung, zwangkonvertietung, Ehemänner wurde die Frau „entliehen“andere Namen bekommen, gefälligst türkisch sprechen, denken, handeln, Bildung und andere diverse SONDERGEBOTE AUFERLEGT WURDEN wie z.B. Nicht noch weitere 3-4 Sprachen zu sprechen in der Öffentlichkeit und gezielt Hochschulbesuche und andere staatlich Höhere Ämter oder sonstiges ((Lehrer,Beamte,Pharrer)) , wurde selektiert die eine kaum zählbare Zahl von Tausenden die in der Türkei lebten auf 12 Personen sich zu beschränken hatte. Worauf ich hinaus möchte ist die kollektive geistesgestörte Gewalt die erlebt worden ist und die Folgen von 1915 mit in meiner Biographie mit hineinspielten, die andere Geistesgestörtheit, die individuelle. Weiter im Kontext,da kaum ganz einer Generation alles was geschah zu verarbeiten, sprich gelang „alles was zerstört worden ist grob- sowohl auch feinstofflich loszulassen und der rote Fäden sich ebend zog…breche an dieser Stelle ab da ich merke… Zu lang wird:)
Nun weiter zu meinem schlagendem Vater, dem ich trotz christlichen Hintergrund Therapie( – Auseinandersetzung etc.) täglich mich im vergeben übe mit aller Kraft und Anstrengung heute noch
, aber es ist und bleibt lebendig im jeden Moment. Ich bin introvertriert, Einzelgängerin und bei Menschenkontakt immer noch schwer mit Ohnmacht, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein Gegühlen zu kämpfen und eben doch dann ab Nabel abwärts trenne, gesundheitlich Golgen seines auf mein Rücken eintreten und in dies Bei erregen und sonst such andere Schlagarten, ich 4 Bandscheibenvorfälle hab, bei wiederkontaktieren aufnähme Nfsng diesen Jahres zu Familienangehörigen dermaßen getriggert war, 3 Unfälle hatte wegen meiner massiven Dissoziationen trotz bewusstem Steuern von achtsamkeits und Mitgefühl und jetzt zuhause liege keine Sfreunde, FMilie, BekNnte, NachbRn vBe die helfen bei einem vorderem Kreuzbandriss, Meniskusrisse,Außenbandriss und Even zwei neuen. Anscheibenvorfällen . Dann liege ich so wie jetzt da und denke mir alles hat doch einen Sinn, und mir fällt es unglaublich schwer zu akzeptieren, der Mensch der aus mir geworden ist und soviel von meinem gewalttätigem Vater lebendig ist, das es sich oft so anfühlt als sei ich er. Seit 2007 Klinikaufenthalte, jobabbrüche etc. Soviel liegt im unbewusste. DS daherschwätzt im er wieder nur Jf meine erlebten Ereignisse mit ihm und meiner narzitischen Mutter zurückzuführen so d. Vor allemim Kleinkindalter sogar letztes Jahr, unangenehm das auch jetzt hier und so erwähnen zu müssen, ( jemanden zu schlagen, weil man selbst mit seinen Komplexen nicht fertig wird und dich Hilfe sucht) er noch mal ein letztes mal zuschlug und ich mich nicht scheute zurück zu schlagen ( total asozial wie ich finde, schäm überkommt mich erneut und nimmt keiN Ende, vor allem als FRAU so zu sein mit dem Aussehen und der Bildung total kontrahär wahnwitzigerweise ist) nur das zurückschlagen sehr schwer belastet hat und heute noch mitnimmt, das ich nicht dann besser bin gewiss, aber was ist einmal zurückschlagen, gegen
23 Jahre ritualisiertem Schlagen im Verborgenem, ohne das JEMAND es mitbekommt. am schmerzlichsten ist und bleibt für mich dabei, das ich Tochter, also weiblich bin, mich nie so fühlen durfte/ konnt e, Verhalten ebenfalls. Ich habe keine Frau bisher kennengelernt , die auf brutalste Weise von Ihrem Vater schon von Kleinkindalter und auch als Mädchen wie gesagt überhaupt so wirklich zusammen eingeschlagen wurde, ( Vergewaltigungen usw. schon, 3/4 mal kam auch das vor in meinem Grundschulalter)als sei ich „ein Junge“ ( hat sich auch im Laufe der Therapie geklärt, das meine Eltern aus Ihrer Vorgeschichte/ Schmerz herraus,was ich versuche mit „ist mir egal Einstellung“, ihr habt die Verantwortung für mich gehabt, und die rollenumkehr auch heute nich, weiterhin für mich persönlich ein emotionales Verbrechen an einem Menschen ist der nie wieder bzw. Nicht so auf die beine kommt wie ich mag
Sie haben mich nie gesehen und geliebt wie ich bin, das ist kein Selbstmitleid, im Gegenteil bis heute eine schmerzliche Feststellung und eben tief verletze Weiblichkeit die meine relativ Sexualität zerstört hat und das tiefe Vertrauen das jemand bei mir bleibt, nach dem Motto: bis das der Tod scheidet massivst in Frage gestellt ist, aufgrund der mangelnden Standfestigkeit gegenüber meinen Grenzen.
Wie ich das heute weiterhin verarbeite? Kostet mich den ganzen Tag und kostet mich Isolation, weil sehr empfindsam bin und auch bei kleinen Und feinen Energieentzug durch andere subtil geschehend, mein inneres Kind und der heutige Erwachsene nicht meine Grenzen durchsetzend und authentisch dabeizubleiben vertreten kann, ohne dabei hinterher nicht somatisch zu reagieren. Die Wahl zwischen Im Rollstuhl zu landen und Selbstmordgedanken Wechseln sich ab, trotz guter Therapien, die ich hinter mich gebracht habe.ich denke ich kann „LEIDER“ nur sagen KINDHEIT prägt eben doch, und das Gerede das Kindheit keine Entschuldigung für jetziges Verhalten ist, trotz Übenden “ Umgang finden“, sehr sehr mühselig ist etwas sich auf zubauen ohne das man es selbst wieder zerstört durch feine kleine jedoch ausschlaggebende( in dem Moment) Fehltritte. Ich habe versucht im Sommer schriftlich welche zu erreichen und auch letztes Jahr Sommer wie gesagt schriftlich und paar sehr sehr kurze Telefonate Familie“ zu erreichen“ der Klassiker werden jetzt einige denken;) aber stellte fest und mir kam nur zu Ohren ich sei zu empfindlich und wir möchten mit Dir nichts zu tuen haben, Erfindung lügst und die Familie auseinander zerreißen willst, was völliger Humbug ist. Ich begAnn. M.B Rosenberg usw. Kurzfassung es kam ein mich nicht ausreden lassen oder zuhören und meine selbstherrlichen Eltern „mit neuen/ weiteren Angriffen“ kamen inform von ich bin bedürftig hilf du mir bitte, einseitge kommunikation weiterzuspielen gedenken. FRUST sehr lange viel jahrelang zuvor, heute gerne Kontakt will, Ber eine SMS oder Telefonat nicht mal für / Minuten möglich ist in denen es nicht um ihre alleinigen Bedürfnisse nur geht und Eben ich auch endlich authentisch und so gesehen werden will wie ich bin und nicht wie die mich haben wollen. Dann kamen RatSCHLÄGE und eben eriterhi. Deren denke ich aus Gewohnheit,verbale Gewalt auf mich zu. Untermalt wird das ganze bis heute, deren Bedürftigkeit, das ich gestört sei und endlich mal meine empfindsame Phase überwinden möge. Nichts verstanden so muss ich leider Grenzen soweit ziehen und pflegen was mich eben so fertig macht, dAs ich zunächst nur Geburtstage und Feiertage fernblieb sondern nun mehr seit den letzten 3 Jhrdn weihnachten und Co. In Einsamkeit verbringe. Danke wofür auch immer es gut sein soll, komplett und für ewig diesen schman von bindungsunfähigkeit und misstraurigkeig dazugehörend wie Atemluft „da ist“. Ich sehe und achte euch in Liebe Laura, eine Zeitgenossin die hofft, vergibt jeden Tag sei es auch nur paar Minuten im Hier und jetzt und in vollkommener Liebe dableiben zu können:)
Ich bin erschüttert und zutiefst bewegt von allem was ich hier lese, und ich bin nicht allein mit dem was ich erlebt habe.
Heute bin ich 50 Jahre alt und habe mich einigermaßen ausgesöhnt mit meiner nicht liebenden und schlagenden Mutter. Heute weiß ich, dass sie es nicht besser konnte, sie wurde selbst geschlagen und selisch mißhandelt. In Aufstellungsarbeit habe ich dieses Thema bearbeitet und viel Verständnis für mein Mutter entwickelt und ihr so auch verzeihen können. Aber die selischen Narben sind da, wenn auch bewußt. Ich wurde nicht annähernd so viel geschlagen wie meine Schwester, aber viel schlimmer: ich musste immer den Holzbügel herholen, mit dem meine Schwester dann auf den Kopf geschlagen wurde. Machte ich das nicht, weil ich meine Schwester schützen wollte, bekam ich die Prügel ab. Der Glaubenssatz, der sich damals gebildet hat „Egal was ich mache, ich werde für meine Liebe bestraft“ hält sich bis heute. Ich habe versucht, meinen Bruder zu retten. Vielleicht durch mangelnde Mutterliebe hat sich bei ihm eine schwere Phsychose entwickelt und ich habe mich 8 Jahre lang intensivst um ihn gekümmert, bis ich nicht mehr konnte. Als Dank dafür hat er sich mit knapp 30 Jahren das Leben genommen. Er hat mir schriftlich die Schuld dafür gegeben! Und wieder war es da „Ich werde für meine Liebe bestraft“. Das Ende meiner Ehe war ähnlich behaftet, wir waren 15 Jahre sehr glücklich, wollten zusammen alt werden, dann bekam mein Mann Krebs und verstarb, das einzige was ich in meinem Schmerz denken konnte war: „Ich werde für meine Liebe bestraft“ Diesen furchtbaren Glaubenssatz bearbeite ich nun schon so lange, aber er taucht immer wieder auf.
Gott sei Dank hat sich durch den Tod meines Bruders vieles in unserer Familie geändert und meine Mutter weiß, dass sie ganz viel falsch gemacht hat. Wir können darüber reden, nur ungeschehen machen, das können wir nicht. Ich habe übrigens aus Angst, eine ebensolche Mutter zu werden, keine Kinder bekommen. Meine Schwester hat sich getraut und ist eine wunderbare, sanftmütige Mutter, die ihre Liebe zeigen kann. Mein Bruder hatte keine Chance, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden, er hat seit seinem 20. Lebensjahr ein Leben zwischen geschlossenen Anstalten und Wiedereingliederungen verbracht.
Mit Beziehungen ist es seit dem Tod meines Mannes bei mir schwierig, er hatte eine ganz behütete Kindheit mit wundervollen Eltern und auf seine Art ganz viel Wärme und Verständnis für mich. Die Zeit mit meinem Bruder hat er ja miterlebt und mich immer unterstützt und aufgefangen. Noch heute lebe ich mit seiner Mutter in einem Haus, allerdings in abgetrennten Wohnungen. Bei ihr finde ich oft die Wärme, die ich bei meiner Mutter immer vermisst habe.
Trotz allem hält unsere Familie sehr zusammen, wir helfen uns immer, so wie wir können, der eine mit Herz und Mitgefühl, der andere mit Geld oder ganz praktischer Unterstützung. Und darauf sind wir auch stolz, denn wir versuchen das Erlebte aufzuarbeiten, es anzunehmen und damit offen umzugehen. Ist nicht immer leicht, aber wir kommen voran.
Übrigens hat das Schlagen aufgehört, als meine Mutter ihren jetzigen Ehemann kennenlernte, der brachte Sicherheit und Entlastung in unsere Familie und noch einen Bruder. Seit 40 Jahren sind die beiden nun verheiratet und er ist der beste Vater, den man sich vorstellen kann. Und seit einigen Jahren kann meine Mutter sogar sagen: Ich liebe Euch!
@ Rolli:
Hab ähnliche Erfahrungen, z.B. das „Essensdrama“ jeden Sonntag mit Strafe, Schläge etc. Bin jetzt fast 50.
Früher dcht ich: ja, alles kein Problem, wird schon.
Die wirklichen Folgen zeigen sich aber (m.Erfahrung nach)erst viel später! Wenn dir die X-te Frau wegläuft, weil du bestimmte „Macken“, z.B. beim Essen entwickelst, oder den X-ten Job velierst, weil du irgendwie niemanden wirklich vertrauen kannst aus Angst, verletzt zu werden, etc, gäbe noch viele Beispiele.
Will sagen: Geh zu einer Beratungsstelle, such dir nen sympatischen Typ und erzähl deine Geschichte. Allein das hilft. Der Berater kann durch Erfahrung abschätzen und dir eine neue Sicht der Dinge geben.
Denn ich behaupte: je stärker und länger man versucht, unbewusstes wie Angt oder Misstrauen oder ein geringes Selbswertgefühl und so, einfach „wegzudrücken“, desto übler wird wenn ds mal hochkommt.
Ich ärgere mich, wirklich! „Ach, hätt ich doch schon früher gewusst, was das alles bewirkt hat, dann hätte ich villeicht was ändern können.“
Viel Erfolg!
@ Rolli. Hi, ich wurde auch von meinen Eltern geschlagen und zum Beispiel an den Stuhl gebunden, wenn ich nicht aufgegessen hatte. Oder ich hab eine Ohrfeige kassiert. Außerdem wurde mir oft mit erhobener Hand gedroht und ich hab immer sofort angefangen zu heulen. Das kam zwar nicht jeden Tag vor, doch das hat gereicht..Seit ich mich erinnern kann, heule ich wegen jeder Kleinigkeit. Auch wenn Papa in mein Zimmer kommt und mich irgendwas fragt, kommen mir die Tränen. Und das schlimmste an der Sache ist, dass ich nicht kontrollieren kann, wieder aufzuhören. Das führt dann wie immer zu einem Streit und am Ende bin ich diejenige, die an allem selbst Schuld ist.
Bis jetzt habe ich das nicht in den Griff bekommen. Nach so langer Zeit schwinder die Hoffnung, dass das mal aufhört (seit ca. 12 Jahren; bin 16)
Ich glaube je mehr du dich da reinsteigerst und drüber nachdenkst, was passieren wird wenn du geschlagen wirst, desto schwieriger wird es nicht zu weinen. Ich würde schon bei dem Gedanken anfangen zu heulen. Ich empfehle dir es einfach auszuprobieren und zu diesem Kampftraining zu gehen. Versuch dran zu denken, dass du da bist um Spaß zu haben und dich auszupowern und nicht zum weinen. Vielleicht hilft dir das Training sogar, deine Emotionen in den Griff zu kriegen. Nachdem ich mit Golfen, Badminton und Reiten angefangen habe, ist es ein bisschen besser geworden. Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen helfen 🙂
Viel Erfolg, LG Merle
Ihre Angst vor Schlägen oder schnelle Bewegungen ist natürlich ein schlimmes Erbe Ihrer Kindheitserfahrungen.
Das geht fast nur mit einer Therapie weg. Entweder Verhaltens- oder Traumatherapie, evtl. auch Klopftherapie.
Zahlt meistens die Krankenkasse, wenn der Behandler eine Kassenzulassung hat.
Hallo,
ich habe eine Frage und ich hoffe jemand kann mir dazu etwas beantworten 🙂
Ich wurde in der Kindheit auch öfters von meinem Vater geschlagen. Meistens wenn er betrunken war und ich nicht das gemacht habe, was er von mir verlangt hat. Auch wegen Banalitäten wie z.B. das ich mein Mittagessen nicht aufgegessen habe (was öfters vorkam). Hat dann auch mit zunehmenden Alter aufgehört. Eigentlich finde ich es gar nicht so schlimm. Also habe jetzt keine Albträume oder sonstiges. Aber was mir im Laufe meines Leben aufgefallen ist (bin inzwischen 22), dass ich immer wenn ich verletzt wurde, ich sofort angefangen habe zu heulen. Also mir sind so wie reflexartig die Tränen aus den Augen gelaufen, ohne das ich was dagegen tun konnte. Auch zuck ich sehr schnell zusammen und verkneif die Augen, wenn mir etwas ins Gesicht fliegt. Wenn jemand nur so aus Spaß andeutet er würde mir ins Gesicht klatschen, zucke ich sofort zusammen. Ich denke das es was mit meiner Kindheit zu tun hat. Hab halt oft mit der Handfläche eine aufs Gesicht bekommen ^^ Weiß jemand was man dagegen tun kann? Ich würde gerne eine Kampfsportart erlernen. Habe jedoch Angst, dass ich anfange zu heulen falls ich eine auf die Fresse bekomme. Wäre ja auch ziemlich peinlich. Ich habe mich auch noch nie geschlagen und habe auch Angst davor. Nicht wegen den Schmerzen, sondern das mir gleich die Tränen laufen werden sobald ich mir eine im Gesicht fange. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Falls jemand ein Tipp oder Rat hat, immer her damit 😀
Hallo Ida,
ja, Warnsignale gibt es. Wenn Sie eine psychische Störung entwickeln (Depression, Zwang, Sucht etc.) oder starke aggressive in Gedanken oder Impulsen gegen sich oder andere wahrnehmen, wäre es Zeit, professionelle Hilfe aufzusuchen.
Ansonsten ist es wichtig, dass Sie sich von Ihren Eltern lösen, äußerlich haben Sie das ja getan aber es kommt auf die innere ablösung an. Nichts mehr von ihnen erwarten oder erhoffen und sich auch nicht dauernd damit beschäftigen, indem Sie mit anderen darüber reden.
Verarbeiten, akzeptieren und Loslassen, darum geht es. Es ist durchaus möglich, dass man das alleine schafft. Nur unterstützt das wieder die meist ohnehin vorhandene Überzeugung, dass man wie als Kind alles alleine machen muss.
Seit einigen Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit den körperlichen und emotionalen Misshandlungen durch meinen Vater. Meine Erinnerungen an derartige Vorfälle beginnen etwa in meinem vierten Lebensjahr. Geschlagen wurde ich das letzte Mal mit 14, während die emotionalen Verletzungen solange stattfanden, bis ich bei meinen Eltern auszog. Danach hat mein Vater aber nach wie vor versucht Einfluss auf mein Leben, meine Gedanken zu nehmen.
Ich habe aufgrund einer Entschuldigung (er ist inzwischen in Therapie) seinerseits etwa zwei Jahre versucht, ihm seine Wandlung zu glauben und eine Beziehung aufzubauen. Es hat nicht geklappt. Seine Art mir gegenüber hat sich in entscheidenden Situationen nicht verändert und die besagte Entschuldigung kann ich nicht ernst nehmen, da er sich an diese Geschehnisse nicht erinnern kann und somit sehe ich es inzwischen so, dass ich den Kontakt zwar höflich halte, aber definitiv auf Abstand. Zudem habe ich begonnen ihn beim Vornamen zu nennen, anstatt Papa (fand ich längst überfällig.
Als Kind wurde es mir verwehrt und nun mit 30 ist er zwar immer noch vehement dagegen, kann mich aber nicht mehr dazu bringen) . Ganz umgehen lässt er sich nicht, da meine Eltern immer noch zusammen sind. Meine Mutter hat auch Fehler gemacht, aber sie bereut von Herzen und ist bereit diese Dinge mit mir zu klären. Sie ist kein gewalttätiger Mensch, nur leider recht schwach und geringem Selbstwertgefühl und so blieb meinem Bruder und mir der Schutz durch sie verwehrt. Unbegreiflich ist mir allerdings, dass sie diesen Mann nach all diesen schrecklichen Jahren für uns noch positive Gefühle entgegenbringen kann, ihn lieben kann, eine sexuelle Beziehung führen kann.
Vor allem seitdem ich selbst Mutter geworden bin, begreife ich das überhaupt nicht mehr. Ich spüre generell noch viel Wut in mir und spreche oft über die Erlebnisse, die mich beschäftigen und das auch sehr offen. Ich habe das Gefühl, dass mir das hilft und ich auch ohne Therapie ein schönes Leben habe und haben werde. Eben weil ich nicht versuche zu verdrängen, zu verharmlosen oder gar zu vergessen. Dennoch bekomme ich öfter von Leuten, die sich meine Geschichte anhören, gesagt, dass wäre ohne Therapie nicht zu bewältigen. Ja, ich weiß, dass eine aufgeschwatzte Therapie von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Ich denke, eine Therapie würde mir wohl helfen das Ganze schneller zu verarbeiten und womöglich generell effektiver, aber ich möchte es gerne alleine bzw. durch Gespräche mit meinem Mann, meiner Mutter, Freunden schaffen.
Da ich nicht den Eindruck habe, dass meine Kindheit so negative Auswirkungen auf mein jetziges Leben hat, dass es mich eher belastet als herausfordert, kann das funktionieren, meine ich. Meine Frage ist, bei welchen Anzeichen sollte ich diesen Standpunkt nochmals überdenken? Gibt es so etwas wie Warnsignale oder ist das sowieso wieder so individuell, dass man da so eben keine Aussage zu machen kann?
Klar ist, dass Wut und Verzweiflung niemandem hilft, im Gegenteil.
In der Situation helfen Fachleute, die es ja in unserem Land gibt.
Erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein, der dann eine Therapie einleitet.
– Nach meinen nun 60 Jahren Erfahrungen zu diesem Thema aus allen nur denkbaren Blickwinkeln, vor allem auch als Betroffener, kann ich feststellen: Schlagen tun die Eltern, die etwas zu verbergen haben. An erster Stelle schlagen sie sich selbst. (ist für niemanden Rechtfertigung oder gar Trost – es ist ein aberwitziger Wahnsinn) Mein Töchterchen leistete sich im Alter von 3 Jahren den folgenden Versprecher: „Der Vater von der Anna {Theologiestudent, Mutter = Pädagogikstudentin} hat sich ganz dolle auf seinen Schwanz geschlagen!“
Als ich ruhig nachfragte, erzählte sie mir, dass ihre Kindergartenfreundin Anna wieder mal von dem Vater (von der Mutter sonst auch) irre geschlagen worden war. Alle hörten ständig davon, niemand unternahm etwas.
Anna war ein sehr zartes, stilles Mädchen, ging hier in den Uni-Kindergarten, sie sprach nicht mehr. Wenn ich die Eltern sah, einige Male, wirkten sie sehr ruhig und nett.
Meine jüngeren Erfahrungen zu diesem Gewalthema ist, dass die Folgeschäden etwas „abgefedert“ werden, wenn der/die Geschädigte die Wahrheit herausfinden:
Warum waren die so? Warum haben die das gemacht.
Alles denkbar Gute!
Hallo,
in der Rache feststecken zu bleiben, heißt, das Trauma immer zu wiederholen. Es geht aber darum, es hinter sich zu lassen. Das schafft man meist nur mit einer guten Psychotherapie.
Gegenfrage: Was für ein Mensch können Sie noch werden mit den Prügeln?
Mann der Artikel ist mir sehr unter die Haut gegangen.
Ich konnte die Schläge gleich wieder spüren. Mich hat körperliche permanente Gewalt von Kleinkindbeinen an sowohl zum drogensüchtigen emotionsgestörten Krüppel als zu einem mit zunehmendem Alter immer bösartigem und gemeinem Menschen gemacht.Ich hasse die Bastarde de mir das angetan haben. Meine Drecksmutter meinen Naziopa mein Scheissdreckskanakenstiefvater.Letzteren am meisten.
In meinen Phantasien töte ich sie alle auf die Ultrabrutale
Abstechen aufhängen die Kehlen durchschneiden aufbrechen und ausweiden. Vor dem Umbringen endlose Folter. Es gibt nur die Angst vor Knast die mich hindert.Moralisch haben die ihr Leben verwirkt und jede Form der tätigen Bestrafung verdient durch mich.Die haben mein Leben zerschlagen bevor es losging.Jetzt bin ich dran. Ich will sie jammern und um ihr Leben bettel hören. Die Vorstellung erregt mich sogar sexuell.Tot allen schlagenden Elternnazischweinen.
Und immer die Frage was wäre ich für einer geworden ohne die Prügel..
Hallo Jessi, sollte dieses wirklich stimmen dann solltest du es melden und zwar so schnellst wie möglich denn deine Seele erhält irgend wann einen richtigen knacks so wie bei mir ich trage diesen Schmerz heute noch mit mir rum! wem solltest du es sagen suche dir den bestmöglichsten freund/in und gehe mit ihm/ihr dann den richtigen weg!!!
Meine eltern schlagen mich und mein bruder wen ich etwas nicht sofort mache aber was hat mein bruder damit zu tuhn der tut so als wer er mein vater und meine mutter hat ihn nie geschlagen immer mich und er darf mich schlagen aber ich will keinem etwas davon sagen ixh habs nur meiner aller besten freundin gesagt und ich werde echt sauer wen die mich schlagen will ich mir immer weh tun 🙁 und ich will das niemanden sagen ich habe angst weil ich krieg dan aerger wen meine eltern davon erfahren
Hallo,
der beste Weg ist tatsächlich, erst einmal zu einem Lehrer deines Vertrauens – oder zu einem Psychologen an der Schule – zu gehen und zu erzählen, was zu Hause los ist. Du bist sicher nicht die erste und einzige mit dem Problem an der Schule und dort hat man Erfahrung und weiß über die nächsten Schritte. Deine Mitschüler müssen nichts davon erfahren.
Ein Psychiater ist nicht die richtige Adresse.
Dein Vater wird darüber sicher nicht seinen Job verlieren aber Du brauchst dringend Hilfe.
Hallo. Mein Name ist Marie und ich bin 14 Jahre alt. Ich werde seit ich 4 bin oft von meinen Eltern geschlagen und mir fällen schon jetzt diese ganzen Folgen auf. Ich liebe meine Eltern und ich will sie nicht verletzen.
Mir ist aufgefallen dass ich einfach jemanden zum reden brauche. Ich will meinen Freunden aber nichts davon erzählen weil sie mich dann nicht mehr wie einen normalen Menschen behandeln. Wie kann ich Hilfe holen ohne dass meinen Eltern etwas passiert? Gibt es Psychiater die ohne Einverständnis der Eltern mit mir reden können? Soll ich es meinen Lehrern sagen? Kann ich Hilfe holen ohne dass mein Vater seinen Job verliert?
Ich habe sowohl Ihren Post zum Thema Burn-Out als auch diesen hier gelesen und ich finde mich in beidem voll und ganz wieder. Beides hat in meinem Fall denke ich miteinander zu tun, wie Sie schon sagen, Kinder die geschlagen wurden, haben Probleme „nein“ zu sagen. Ich komme aus einer Familie in der man einfach funktionieren musste, da wurde nicht gejammert. Mein kleiner Bruder war das kranke Kind, das ständig zum Arzt musste, ich musste immer gesund sein und durfte nie Bauchschmerzen haben („die simuliert“). Mein Vater ist sehr autoritär erzogen worden und hat das 1:1 an uns weitergegeben. Ich liebe ihn trotzdem und deswegen könnte ich ihm heute niemals einen Vorwurf machen, obwohl es mir immer noch wehtut. Er würde nur sagen, dass doch aus mir deswegen etwas geworden ist (ich bin Ärztin). Ich liebe meinen Job, habe aber Probleme mich abzugrenzen, bin extrem perfektionistisch und erwarte das auch von anderen, eigentlich habe ich viele Eigenschaften meines Vaters, die ich an ihm so gehasst habe. Wenn ich ehrlich bin, dann steuere ich gerade auf ein Burn-out zu, weil ich das passende Persönlichkeitsprofil dafür habe, meine Kindheit hat es quasi geformt. Das zu erkennen hat mich sehr viel Kraft gekostet. Ihre Artikel waren für mich wie ein Spiegel. Danke.
Eigentlich würde ich erstmal gern wissen, ob Sie meine Geschichte interessiert, deswegen nur ein paar „Schlagwörter“: Mit 18 Monaten in Papas Traktor gelaufen und überfahren worden, mit „relativ“ geringem körperlichem Trauma ( Gesichtschädel mit Narben und Unterarmfraktur)in der Kinderklinik in München von einer jungen Nonne mehrmals geschlagen worden: da beginnt meine Erinnerung, die zwar, ob der Gewalt panisch ist, aber auch überraschend lebensbejahend ….Mit 4 Jahren während einer Folge-Op aufgewacht, auch daran hab ich genaue Erinnerungen………..
Bin jetzt 54 Jahre alt, wenn ich endlich ausschlafen könnte, wäre „alles gut“.
Bin genervt von konventionellen Psychotherapeuten, von denen ich am Ende immer mehr wusste, als sie von mir!
Mir ist relativ klar, daß ich eigentich nur jemanden suche, der mir sagt, wie schlimm das alles gewesen sein muß. Bin ziemlich zurückhaltend im Erzählen meiner Geschichte, aus der Angst heraus, das die Menschen denken, das so etwas nicht ohne „Dachschaden“ zu überstehen ist
Schläge, an den Haaren durch die Wohnung geschleift und getreten werden, Gürtel, Teppichklopfer der auf einem kaputt geht, Mutter wie Vater, ja bekannt. Und dann die mitangesehene oder mitangehörte Gewalt, die ältere Schwester welche in einem geschlossenen Zimmer auf Mutter’s Geheiss vom Vater verdroschen wird, sie schreit und weint, man hört Schläge gegen die Wand ohne zu wissen was ihn ausgelöst hat, als ca 4-jähriges Kind stehe ich vor dieser Türe weinend und schreiend gegen die Türe hämmernd und tretend weil ich rein will um der Schwester zu helfen, bis ich schliesslich von der Mutter verdroschen werde… Eine Mutter die immer wieder aus unbekannten Gründen plötzlich ausrastet…
Ja das hat Folgen, sich immer und für alles verantwortlich auch schuldig fühlen (auch wenn man weiss, dass man nichts schlimmes gemacht hat!!!), immer nach Lächeln in Gesichtern suchen, sich immer sehr unsicher, nicht angenommen, nicht genug geliebt fühlen… Gegen aussen die schützende Fassade: mir tut man nie mehr was, ich komme mit allem zurecht, die mögen mich nicht die können mich mal….
Wo fange ich bei der Arbeit an mir an und wie?
Ich möchte allen Betroffenen Mut machen, die Folgen von Prügelerfahrungen ernst zu nehmen. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Scham und die Versuchung, das Erlittene klein zu reden („Andere haben doch viel Schlimmeres erlebt“).Ich selbst kann mich „nur“ an zwei Prügelerfahrungen erinnern. Einmal war mein Vater vollkommen ausser sich wegen einer nichtigen Angelegenheit und verprügelte mich mit einem Stock. Das Schlimmste daran waren nicht die Schläge, sondern, daß hinterher niemand darüber gesprochen hat. Keine Entschuldigung, kein Kommentar von der Mutter. Alle taten so, als sei es das Normalste von der Welt. In Zeiten der schwarzen Pädagogik galt der Grundsatz,daß man sich bei Kindern niemals entschuldigen dürfe (Keine Schwäche zeigen…). Allein dieses Verhalten reicht schon für eine ernsthafte Traumatisierung. In Verbindung mit Misshandlungen um so mehr. Damals habe ich das Erlebte ca. 15 Jahre lang komplett ausgeblendet und vergessen. Mit der Geburt meiner Tochter kam es wieder an die Oberfläche. Weitere 15 Jahre brauchte ich um das Erlebte verstehen zu können und habe heute erhebliche Probleme mit den Folgen: Meine Grenzen wurden damals auf das Schärfste verletzt. Dadurch, daß niemand darauf reagierte und es auch nicht die Andeutung einer Entschuldigung gab, entstand bei mir der Eindruck, daß nur ich selbst derjenige sein kann, der falsch ist. Fortan weckte jede Situation, in der ich die Erwartungen anderer nicht erfüllte sofort tiefe Schuld- und Schamgefühle in mir und es gelang mir nicht, mich abzugrenzen, für meine Interessen einzutreten und Nein zu sagen. Ich lerne das erst heute mühsam wieder. Aber das ist leider noch nicht alles. Auch ich selbst habe das Gefühl für meine Grenzen verloren. Ich habe sie regelmässig überschritten um für andere In Ordnung zu sein. Ich habe meine eigene Identität dabei verloren und kein Gefühl mehr gehabt, was ich wirklich will und was mir gut tut. Das macht das Leben äußerst anstrengend.
Ich weiß, daß es vielen Menschen ähnlich geht. Viele teilen ja auch die traumatisierenden Erfahrungen der schwarzen Pädagogik. Ich möchte alle Betroffenen ermutigen, ihre Verletzungen ernst zu nehmen. Es gibt einen Weg aus dem Trauma und es gibt eine Möglichkeit, seine Indentität wiederzufinden. Der erste und m.E. unumgängliche Schritt ist dabei, anzuerkennen, daß man selbst das Opfer war. Und das hat nichts damit zu tun, sich selbst zum Opfer zu machen.
Mir persönlich hat geholfen, Kontakt aufzunehmen mit dem Teil in mir, der damals verletzt zurückgeblieben ist. Das hat mein Mitgefühl mit mir selbst (das ist etwas anderes wie Selbstmitleid) enorm gefördert. Es ist unbedingt ratsam, so etwas nur in therapeutischer Begleitung zu machen. Ich finde körperbetonte Therapien wie z.B. Somatic-Experiencing hilfreich, weil das Trauma im Körper gespeichert ist (Durch Reflexe, Verspannungen etc.)Empfehlen möchte ich für Interessierte hier auch noch zwei Bücher, die mir sehr geholfen haben:
1. John Bradshaw: Wenn Scham krank macht
2. Peter Lewine: Sprache ohne Worte
Allen Betroffenen gilt mein tiefstes Mitgefühl. Ich würde mich freuen, wenn ich dem ein oder anderen hier einen hilfreichen Impuls geben konnte.
auch ich bin in meiner Kindheit geschlagen worden, von beiden und ich leide heute noch darunter, bin 50 Jahre jung
Abgrenzungsprobleme.
Wer als Kind geschlagen wird, erlebt eine massive Grenzverletzung. Und hat in der Folge oft Probleme, sich als Erwachsener angemessen abzugrenzen. Also Nein zu sagen, es anderen nicht immer recht zu machen, auch mal andere zu enttäuschen etc. Auch eigene Grenzen zu spüren, zu respektieren und flexibel damit umzugehen, kann schwierig sein.
dem kann ich nur zustimmen, konnte bis heute kein NEIN sagen und daher von vielen Menschen ausgenutzt worden und auch sehr viele falsche Entscheidungen getroffen die dieses betreffen
Und diese Schläge habe ich noch mit 12 Jahren bekommen von meine Mutter, die auch eine dominante Frau ist.
Auch Freundes Entzug habe ich dadurch auch erhalten also hatte dadurch keine Freude in der Kindheit, heute sehr ähnlich …
Leide wie schon gesagt heute noch darunter …
Durch das Umgangs Zwangs Recht Schlagender
Vaeter gibt es fuer Muetter keine Chance mehr
Kinder vor Gewalt zu schuetzen. Vereiteln Muetter Gewalt des Vaters und bitten um Hilfe
bei Garanten werden Kinder in Heime gesteckt
Die Mutter macht den Gewaltvater nur schlecht.
Umgang mit dem Gewaltvater ist Kindeswohl
stellen psychologische Sachverständige fest.
Diese verbieten ueberbehuetende Mutterliebe
weil Umgang mit beiden Eltern Kindeswohl ist und deswegen die petzenden Muetter ueber Jahre keinerlei Umgangskontakt zur Mutter haben darf. Das Kind wird im Heim durch
Erziehungsfaehige Garanten an Gewalt und Missbrauch gewoehnt. Damit der Gewaltvater sein alleiniges originaeres Umgangsrecht unangefochten ausleben kann.
Anders herum. ZEIGT EINE MUTTER DEN VATER AUS ANGST VOR KINDESRAUB NICHT
AN BEKOMMT SIE 4 JAHRE HAFT FUER GEWALTVERSCHWEIGUNG. SELBST KINDERMORDENDE VAETER KOMMEN NICHT IN HAFT SONDERN IN DIE PSYCHIATRIE.SIE HATTEN JA NUR EINMALIGE AUSRUTSCHER.
DIE GEWALTVERZICHTFORDERUNG MUTIGER MUETTER WIRD VON GEWALTVATERN ALS
FRAUENGEWALT GEGEN MAENNER BEURTEILT. DIE DIAKONIE BIELEFELD PRAKTIZIERT HEUTE GELUNGENEN STRAFTAETER KIND UMGANG WAEHREND MUETTER OHNE KIND KONTAKT IN HAFT SITZEN SOLLEN DAMIT SIE KAPIEREN DAS VATERGEWALT GEGEN KINDER SEIN RECHT WAR, IST UND BLEIBT. SIEHE KINDSCHAFTSRECHT DER JEWEILS ANDERE PART HAT ALLES ZU UNTERLASSEN WAS DEN UMGANG MIT DEM VATER ERSCHWERT. EGALWAS WAR, EGAL WAS KOMMT, STEHT DIE ALLEINIGE ERZIEHUNGSKOMPETENTE SORGE DEN GEWALTVAETERN ZU. MAMAS DIE WAGEN GEWALT DER VAETER AN KINDERN ZU VERHINDERN SEHEN DAS KIND NICHT WIEDER. WAS AUS DIESEN UNSCHULDIG DER BESCHUETZENDEN MUTTERLIEBE BERAUBTEN ZUM GEWALTUMGANG MIT SCHLAGENDEN VAETERN GEDEMUETIGTEN KINDER SPAETER WIRD MAG FUER Forscher spannend sein. FUER MICH BLEIBT ES SYSTEMISCHE KINDESMISSHANDLUNG DURCH NETZWERKE FAMFG DIE OFFENSICHTLICH GESCHLAGENE OPFER SCHAFFEN UM IN BROT UND LOHN
MIT LEGITIMIERTER GEWALT DER VAETER GEGEN MUTTER UND KIND ZU KOMMEN.
ICH HALTE ES FUER DRINGEND UEBERFAELLIG SOGENANNTE PSYCHOLOGISCH SACHVERSTAENDIGE ZUVTHERAPIEREN EHE MAN DIESE LEUTE AUF KINDER UND MUETTER LOSLAESST.
AUS MEINER LEBENSBERATENDEN TAETIGKEIT SIND MIR ETLICHE PSYCHOLOGINNEN BEKANNT DIE SELBST ALS KIND MISSBRAUCHT UND VOM VATER GESCHLAGEN WURDEN. DIESE LEUTE BEKOMMEN OFTMALS EIGENE BEZIEHUNGEN SCHLICHT NICHT HIN, THERAPIEREN ABER KINDER OFTMALS HIN ZUR TOLERANZ
WEIL DER GEWALTTAETIGE VATER JA SELBST GEWALTOPFER WAR. ICH FORDERE ERWACHSENEN VERANTWORTUNGSUEBERNAHME FUER GEWALTLOSIGKEIT AB
WEIL ERLEBTE GEWALT DES KINDES DURCH VAETER NIE WIEDER ENTSCHULDIGT WERDEN DARF UM DIE GEWALTSPIRALE ZU DURCHBRECHEN. KINDER MIT MUTTERVERBOT ZU STRAFEN WEIL DIESE WAGTEN VATERGEWALT ZU VEREITELN
IST UND BLEIBT BIPOLAR GESTOERTE WAHNERKRANKUNG DER THERAPEUTEN.
Es fällt mir sehr schwer über meine Kindheit zu schreiben, aber ich denke das es richtig ist „Es“ mal auszusprechen. Die meisten meiner Freunde, Bekannten, Verwandten oder Mitarbeiter von uns wissen nichts von meiner Kindheit. Ich empfinde Sie als Schmach, Schwäche, Makel und habe Angst davor das es gegen mich verwendet wird! Ich denke es geht vielen anderen Menschen auch so!
Zu meiner Person: Ich bin heute 30 Jahre alt, habe 2 Töchter, ein kleines eigenes Unternehmen, bin selbst Einzelkind (zum Glück?!), habe eine psychisch kranke Mutter und einen sog. „Vater“.
Meine Kindheit: Ich bin von meinen „Vater“ geschlagen, eingesperrt, bedroht, nie geliebt (ich hab dich lieb, mal in den Arm nehmen, einen Kuss gab es NIE), verachtet, gedemütigt, ignoriert worden. Den einzigen Kontakt den es gab war angebrüllt, gedemütig („Aus dir wird später mal ne Putzfrau oder nen „Assi“)und geschlagen zu werden. Mein Vater hatte mir verboten mit anderen Kindern zu spielen („Du darfst nicht raus, es darf keiner zu uns kommen!“), ich war verschüchtert da er mich wegen Kleinigkeiten schlug (bsp. Ich mache meine Hausaufgaben und er fragte, ob ich schon mit den Hund draußen war, aber dass war ich noch nicht da ich zu viele Aufgaben zu machen hatte. Dafür wurde ich, am Esstisch (Schreibtisch was ist das?) sitzend, mit den Zudrehstock von einer Jalousi so massiv auf den Rücken geschlagen das ich blutete. Den Hund hat er geliebt, geknuddelt, verwöhnt, 1000de DM/EUR (für Friseur, neue Halsbänder, OPs im Tieralter von 16 Jahren) ausgegeben und ich musste die abgetragenen Sachen meiner Cousine auftragen, musste mir meine Schulabschlussfahrt komplett allein verdienen (Ferienjobs) usw. Dies ist nur ein kurzer Einblick, ich könnte noch viel mehr schreiben. Meine Mutter hat dagegen nichts unternommen. Heute weis ich, das sie vor meinen Vater Angst hatte und dachte das ich bei einer Scheidung beim Vater hätte bleiben müssen wg. ihrer Krankheit.
Ich bin mit 12 Jahren vom Jugendamt in Obhut (Kinderheim) genommen worden und durfte nach knapp 13 Monaten zu meiner Oma mütterlicherseits ziehen. Dort gab es zwar keine Schläge aber ich und meine Leistungen waren ihr nie gut genug („Mädchen da hast du aber nicht aufgepasst, 2 Fehler beim nächsten Mal erwarte ich das es 0 sind, du bleibst in den Ferien zu hause und wir üben!“ Nichts war mit mal faulenzen oder bis abends im Schwimmbad bleiben, ich musste mit 15 Jahren um 17 Uhr zu hause sein! Wenn ich dagegen verstoßen hatte, drohte sie mir immer wieder das sie mich zurück ins Heim schickt. Ich habe zwar einen sehr guten Realschulabschluss und hätte auf das Gymnasium gehen können, tat ich aber nicht da ich unbedingt eigenes Geld verdienen und selbstständig sein wollte. Das tat ich dann auch und bin mit 16 zu den Eltern meines Ex-Partners gezogen, habe meine Ausbildung mit einem Fachabitur beendet. Hatte mit 21 meine 1. und mit 23 meine 2. Tochter zur Welt gebracht und neben der Erziehungszeit via Fernstudium meinen Betriebswirt gemacht. Meine Beziehung zu meinen Ex war, seit der Geburt meiner 2. Tochter, eher ein freundschaftliches, einander abhängiges Zusammenleben, aber von Liebe und Vertrautheit keine Spur.
Ich hatte mit 20 Jahren wieder Kontakt zu meinen Vater aufgebaut, da ich gehofft hatte, das er seine Einstellung zu mir geändert hätte („Siehst du Papa aus mir wird was, keine Klofrau). Das Ende von Lied war das er mich nur ausgenutzt und mich wie sein Eigentum behandelt hat! Als ich mich von meinen Ex getrennt habe, hat er sich auf die Seite von ihm gestellt nicht auf meine. Ich habe heute weder Kontakt zu ihm noch zu meiner Oma. Beide haben meine Kindheit nicht positiv geprägt.
Als Mutter werde ich in Konfliktsituationen sehr schnell laut aber schlagen würde ich meine Kinder nie. Manchesmal habe ich Angst zu streng mit Ihnen zu sein, das sie auf die schiefe Bahn abgleiten, das ich als Mutter versage, das ich sie zu sehr verwöhne oder schlimmer noch das sie mich verlassen. Gegenüber anderen strahle ich Stärke aus aber innerlich plagen mich immer wieder Ängste. Ich habe Angst vor einer neuen Beziehung, Nähe zu einen anderen Menschen zuzulassen, mich zu öffnen. Sprich ich brodele im eigenen Saft und schaffe es nicht andere Personen näher an mich ran zu lassen. Habe wenig Freunde & Familie, einige Bekannte und habe schon 15 mal probiert mich ggü. eines Pyschotherapeuten zu öffnen um es aufzuarbeiten aber ich kann es nicht! Jetzt (wo ich das hier schreibe) merke ich das es mir gut tut darüber zu schreiben, eventuell finde ich ja so einen Weg meine Vergangenheit aufzuarbeiten.
Liebe Julia,
Dir und Deinen Geschwistern kann ich nur die Bücher von Alice Miller empfehlen, insbesondere „Dein gerettetes Leben“.
Viele Grüße
Sabine
Indem man auf Gewalt als Mittel der Kommunikation verzichtet. Das ist nicht leicht, aber machbar.
Sie richten derzeit noch die Gewalt gegen sich, indem Sie sich zu oft unberechtigt die Schuld geben.
Es macht mich traurig und wütend das alles zu lesen. Meine eigene Erfahrung scheint mir aber im ersten Moment nicht so drastisch wie das, was ich hier lese, ich beschreibe sie trotzdem. Ich bin 31, habe eine 6 Jahre ältere Schwester und einen 3 Jahre jüngeren Bruder. Unsere Mutter war nicht durchgehend gewalttätig und die meiste Zeit liebevoll und lustig und normal. Aber wenn sie überfordert war, hat es Ohrfeigen gegeben („Komm her und hol dir deine Schelle ab“) oder es wurden die Ohren lang gezogen. Meine Schwester wurde, wenn ich mich recht erinnere, als Kind auch einmal heftiger mit einem Gegenstand geschlagen. Ich habe sie bislang nicht gefragt und war damals irgendwas zwischen 4 und 6, habe nur schemenhafte Erinnerungen daran und nie darüber nachgedacht, erst jetzt. Für mich und meinen Bruder gab es diese kleinen Strafen, Ohrfeigen usw. Und sie strahlte immer eine Dominanz aus, war unberechenbar, rastete auch mal so aus ohne zu schlagen. Was es mit meiner Schwester machte, ist, dass sie ihren Kindern gegenüber auch ungeduldig und gewaltbereit war. Der Ältere der beiden wurde von Anfang an (sie war erst 21, als sie ihn bekam), sehr oft gehauen, wenn er nicht spurte.
Was es mit meinem kleineren Bruder machte, ist, dass er sich eigentlich nie gegen irgendwen durchsetzen konnte und es ihm schwer fällt Freundinnen zu finden, meist sind sie dann selbst psychisch nicht ganz ok, und er hat immer eine gewisse Aggression gegen die Welt.
Was es mit mir machte… Ich habe allgemein viele Schuldgefühle und schimpfe mich oft. Auch jetzt, weil ich denke, ich tue ihr Unrecht. Habe immer Angst etwas falsch zu machen, mache daher vieles lieber gar nicht. Was meine Mutter angeht, ich glaube, ihr sind die Fehler nicht bewusst oder dass sie der Grund dafür sein könnte, dass meine Schwester jähzornig ist. Denn sie betont häufig, dass der Vater meiner Schwester (genau genommen Halbschwester), der schon kurz nach der Geburt weg war, gewalttätig war. So als wenn das in den Genen läge. Oder dass der Sohn meiner Schwester so aufmüpfig wie meine Schwester als Kind sei. Als wäre das die Rechtfertigung für Schläge. Sie hat mir aber manchmal erzählt, dass ihre eigene Mutter sehr streng war. Mutter schlägt Tochter schlägt Tochter schlägt Sohn. Der Zusammenhang ist so simpel. Gewalt erzeugt Gewalt, gegen andere oder gegen sich selbst.
Wie kann man das durchbrechen?
Ich komme gebürtlich aus Kasachstan. Bin mit 12 Jahren nach Deutschland gekommen. Mein Bruder der war 1 Jahr und 2 Monate älter wie ich. Wir sind in der Kindheit misshandelt worden. Mein Bruder mehr wie ich weil ich kleiner war wie er und mich unter dem Bett verstecken konnte. Es sind für mich heute sehr schmerzhafte Erinnerungen es tut in der Seele so dermassen weh. Mein Bruder hat sich mit 9 Jahren versucht das Leben zu nehmen. Er ist zur Schule gegangen und ist zu spät zum Unterricht gekommen. Wurde deshalb von der Lehrerin nach Hause geschickt. Daraufhin wollte er sich noch auf dem Grundstück von der Schule das Leben nehmen. Jemand hat es gesehen und es ist nicht dazu gekommen. Ich war damals erst 8 Jahre alt hab das noch garnicht so richtig verstanden. Daraufhin war er, ich weiß nicht mehr wie lange in einer geschlossennen wurde mit Kortison behandelt. Es hat sich aber nichts geändert wir wurden trotzdem weiter von meinem Vater verprügelt. Ab 9 Jahren hatte ich den ganzen Haushalt auf meinen Schultern weil meine Mutter voll berufstätig war. Putzen, Kochen Wäsche waschen (wir hatten keine Waschmaschine alles wurde mit der Hand gewaschen)und ich habe auch auf meine Schwester aufgepasst die 6 jahre Jünger war wie ich. Wenn ich auf den Gedanken kam mit den Nachbarskindern zu spielen. Bin ich nach Hause gerufen worden und es gab dresche weil ich nicht die Arbeit gemacht habe wofür ich zuständig war. Die Schulzeit war so tralala meine Eltern haben sich dafür nie interessiert. War halt so durchschnittlich. Ja wie schon geschrieben mit 12 Jahren gings dann nach Deutschland. Das misshandeln wurde weniger. Aber es gab noch Situation wo der Gürtel dran glauben sollte. Mit 15 Jahren sollte ich zum Gesundheitsamt mich untersuchen lassen weil ich vorhatte in einem Krankenhaus Schülerpraktikum zu machen.
Habe mich obenrum ausgezogen und mein Rücken war voller Striemen. Die liebe Frau hat es gesehen aber nichts dazu gesagt. Es war mir so peinlich damals. Habe es meiner Mutter erzählt. Meine Eltern haben es dann mit der Angst bekommen das es dem Jugendamt gemeldet wird. Also der Gürtel war weg! Stattdessen kann dann die Faust von meinem Vater. Er hat mich immer ins Gesicht geschlagen. Ich war mitten in der Pupertät. Wenn ich mit meiner Mutter habe versucht zu diskutieren wurde es natürlich laut da kamm dann immer mein Vater und hat mich verprügelt. So dermassen das ich jedesmal Sternchen gesehen habe! das Letze mal als er wieder zuschlagen wollte da war ich 16, mein Bruder hat sich zwischen uns gestellt, der war mitlerweile 30 cm grösser wie mein Vater und hat ihm gedroht ;wenn du noch einmal zuschlägst dann werde ich es auch machen! So ab da an kamen keine Prügel aber ich hatte immer Angst vor meinem Vater. Mein Bruder hat sich 3 Tage vor seinem 20 Geburtstag das Leben genommen. Seine Freundin hat ihn mit seinem besten Kumpel betrogen. Ich habe mit 19 Jahren eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau nach 2 Jahren abgebrochen. Und habe mit 21 Jahren eine Tochter bekommen. Mit ihrem Vater das ging nur 2 Jahre gut. Wir haben uns getrennt. Mit 26 Jahren habe ich es noch mal versucht im beruflichen Leben was aus mir zu machen und zwar als Sozialassistentin es lief alles gut. Noten waren auch nicht schlecht. Bis eine Erzieherin (ich habe Praktikum im Kindergarten gemacht)im beisein der Kinder angefangen hat mich anzuschreien das ich nichts könnte und so weiter und so fort. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch deshalb und habe die Ausbildung abgebrochen.
So seitdem hatte ich eine Ausbildung zur Fittnesstrainerin gemacht die ich nicht zu Ende gemacht habe. War schon längst Harz V empfängerin und habe bei meinen Eltern gelebt.
2009 habe ich meinen Mann kennengelernt. Wir haben 2011 eine Tochter bekommen. 2013 geheiratet. 2013 sind wir zusammengezogen. Ich habe so eine Maßnahme vom Jobcenter bekommen zur Alltagsbegleitung in der Altenpflege habe es erfolgreich absolviert. Jetzt hat sich mein Leben einiger massen normalesiert. Ich habe meine Töchter nie geschlagen. Weil ich sehr schmerzhaft weiß welche Folgen es hat wenn Kinder von ihren Eltern misshandelt werden.
Meine Schwester kennt es gottseidank nicht sie wurde verschonnt geblieben. Er ist Ihr gegenüber nie gewalttätig geworden.
Es ist für mich manchmal so schwer wenn diese Bilder wieder hochkommen. Am liebsten würde ich es einfach vergessen, aber es geht nicht. Mein Vater er hat sich sehr verändert nach dem Tod von meinem Bruder. Ich kann ihm nicht ins Gesicht gucken wenn ich mich mit Ihm unterhalte.
ludmilla
wurde schon vor der volksschule geschlagen,an den ohren gerissen,auf dem weiten schulweg,jeden tag von den aelteren nachbars bauernsöhnen stundenlang gehaenselt,geschlagen,zu boden gerungen,und den ganzen schulweg 6km,(bin auf 1000m sehöhe am land im gurktalaufgewachsen) mit schnee eingerieben im gesicht.schneebaelle ins gesicht geworfen,von einem um 6 jahre aelteren lehrlig.auch von den lehrern und dem direktor in der volks und hauptschule,geschlagen.dann in derlehre als tischler gings weiter.der erste lehrmeister,schlug mich mit kinnhaken blutig,bis meine mutter einenen neuen lehrplatz fand.schickaniert wurde ich inden drei lehrjahren trotzdem oft.es war auch nicht besser.depessionen hatte ich schon in meinem aufwachsen.als ich dann nach siebzehn jahren ehe aus meinem von mir gebauten haus auszog und die haushaelfte meinem rivalen verkaufte,kamen die depressionen bis ins unertraegliche.wurde dann vom psychiater behandelt.nach kurzer zeit wieder in den naechsten betrieb geschickt.ich konnte bei keiner firma laenger als drei jahre überdauern.obwohl ich ein guter handwerker war.die unternehmer hatten sich immer abgesprochen,warum ist der bei dir weggegangen?bin nun 61 und in invaliditaetspension.es kamen dann noch einige körperliche schaeden dazu.aber vergessen werde ich mein aufwachsen nie.immer begleitet einem das innere weinen.
Hallo Scientist.
Ich habe eine ähnliche Situation. Sogar HB+ADHS, nur inzwischen seit zwei Jahren auch auf dem Papier. Bei mir uferte das „sich beweisen“ so sehr aus, dass mein Körper das beendet hat und nicht einmal 5 Monate stationärer Klinikaufenthalt geholfen haben.
Ich bin ebenfalls im Kampf mit meiner dunklen Seite. Ich übe verbale Gewalt gegen meine Partnerin aus, wenn ich verzweifelt bin. Habe allerlei Probleme und suche ebenfalls einen Weg der Mensch zu sein, der ich mal war. Ruhig, lieb, verständnisvoll und gewaltfrei(auch rumschreien ist Gewalt).
Ich weiß auch keinen Ausweg. Eventuell kann man sich ja mal kurzschließen.
Hallo Leute,
ich denke ich habe auch so meine eigene Geschichte in Sachen Gewalt in der Kindheit. Allerdings eher auf psychischer Ebene, denn körperlicher und relativ stark mit dem Thema Schule, Leistung und Hochbegabung assoziert. Aber deswegen schreibe ich nicht. Aber deswegen schreibe ich nicht.
Eines vorne Weg, ich habe keine Kinder und habe bis jetzt auch noch keinem Leid zugefügt.
Ich habe aber dennoch ein Problem in dieser Angelegenheit. Aus irgendeinem Grund sympatisiere ich von Zeit zu Zeit mit autoritären Erziehungssystemen (körperliche Züchtigung inbegriffen), also genau dem, was mir selbst wiederfahren ist und was zu recht von so vielen abgelehnt wird.
Was ist mit mir los? Und vor allem, wie werde ich das wieder los?
Ich wollte schließlich auch mal Kinder haben aber ihnen nicht das Leben zur Hölle machen.
Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass ich möglicherweise unter ADHS leide und ein ziemlich hohes Aggressionspotential mit mir herum schleppe, was ich aber mittlerweile ganz gut im Griff hab.
MfG
Scientist
Hallo Herr Kellner,
Danke für Ihre Infos.
Ich habe mich mal wieder selbst aus dem Schlamm befreit, der mich von Zeit zu Zeit umgibt.
Was mir persönlich helfen würde, wäre ein Therapeut, dem ich ab und zu mal eine Email schreiben könnte, wenn ich mal wieder in einer Sackgasse feststecke und nicht weiter komme und mich der Schlamm zu ersticken droht und der mir dann hier und da einen Tipp gibt.
Das würde mir völlig reichen, aber dafür muss ich keine ganze Trauma Therapie machen.
Kurti
Ich bin als Kind auch sehr oft geschlagen worden und fühlte mich nutzlos,leider bekommt das mein Kind heute auch sehr oft zu spüren, man kann das nur mit professioneller Hilfe unter Kontrolle bekommen,macht diesen Schritt.
David aus Hellersdorf
In den meisten Rückmeldungen, die man erhält, ist ja meist ein Körnchen Wahrheit dran.
Und wenn Sie hören, dass Sie kein richtiger Mann seien, meinen die Frauen vermutlich, dass Sie zu rücksichtsvoll, zu verständig sind und zu viel für die Frauen tun, um es ihnen recht zu machen.
Ihre Suche nach Anerkennung spielt dabei sicher eine entscheidende Rolle.
Vielleicht sollten Sie mal in einer guten Therapie dieses Muster anschauen.
Ich bin fast 40 Akademiker, war erfolgreich im job, bis ich die Arbeitswelt nicht mehr aushielt und mich selbständig machte. Hatte eine lange Beziehung wo meine Ex dann das Weite suchte und mir sagte du bist kein Mann obwohl ich alles für sie tat und mehr als es nötig wäre. Nun bin ich seit 12 Jahren verheiratet alles war gut, bis meine Frau anfing sich quer zu stellen und auf stur schaltete. Auch für sie habe ich alles getan, gekauft und nie Probleme nach Hause gebracht, weder zuviel gesoffen oder Drogen missbraucht. Wir sind Männer und merken wenn eine Frau sich anderen öffnet für mich war das Hölle, sie schreibt ständig und versteckt Handy und Passwort noch drauf…nun sagt schon die 2. Frau ich wäre kein richtiger Mann. Eigentlich muss ich mich auf die Firma konzentrieren der kurz vor scheitern steht aber seit 2 Jahren Schleppe ich das Problem mit mir, Depression an Tagesordnung und habe nach der Ursache gesucht und mich „liebevoller mensch der nicht nein sagen kann“ in diesem Artikel wiedergefunden. Geschlagen wurde ich von Mutter Bruder Lehrer (Ausland) und Demütigung als Ausländer in Deutschland (auch wenn es paar Zwischenfälle waren) und weiß nicht was noch… Lange nach Anerkennung gekämpft. Leider kam die ersehnte Anerkennung weder im Job noch von der Familie, Freunde oder Frau. Jetzt holt mich das Schnee von gestern ein und ich heule grundlos wenn ich allein bin.
Ich frage mich ob ich überhaupt eine Beziehung führen kann, wenn ich mit viel Geduld, Ausdauer und unendliche Hingabe, absolute Korrektheit und Fairness kein geeigneter Partner oder Mann bin dann weiß ich auch nicht weiter, jedenfalls will ich nicht nochmal hören ich wäre kein Mann nur weil ich zu meinen Mitmenschen nett bin und nicht nein sagen kann, ich habe das Gefühl damit jemanden zu verletzten und es erfüllt mich einfach zu helfen im Gegenzug will ich nichts. Natürlich sind auch Ausnutzer dabei aber die zeigen ihr gesich sehr schnell. Das scheint eben das Problem zu sein. Geliebt dafür nett zu sein und gehasst ebenfalls.
Lieber Kurti,
einen geeigneten Therapeuten zu finden, der vor allem auch noch eine entsprechende Spezialausbildung hat und bei dem auch die Chemie stimmt, ist in der Tat manchmal sehr schwer. Mir ist klar, dass wir hier in vielen Gebieten einen enormen Notstand haben. Manche Klienten müssen richtig weit fahren und manche finden tatsächlich niemanden. Das ist schlimm und ich wünschte ich hätte hier eine Lösung. Oft braucht man auch viele Anläufe und mehrere Klinikaufenthalte, um kleines bisschen besser zurecht zu kommen. Falls Sie in einem Gebiet mit schlechter therapeutischer Versorgungslage leben, können Sie allerdings auch im Rahmen des Kostenerstattungsverfahrens nach §13 SGB geltend machen. Es gibt nämlich sehr erfahrene Traumtherapeutinnen, die z.B. über das Heilpraktikergesetz arbeiten. Seit Einführung des Psychotherapeutengesetzes können gesetzliche Krankenkassen eine Therapie bei Heilpraktikern für Psychotherapie unter bestimmten Voraussetzungen als außervertragliche Behandlung übernehmen. Grundlage hierfür ist das Sozialgesetzbuch (SGB V § 13 Abs. 3).
Im SGB V § 13 Abs. 3 heißt es:
„Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch Versicherten für die selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war.“
Diese spezifischen Therapeuten lassen sich zum einen über http://initiativetraumanetzwerk.com/ finden. Zum anderen kann man direkt mal bei Michaela Huber anfragen, die eine Vernetzungsliste im Traumabereich hat.
Von Herzen alles Gute, viel Mut und viel Kraft.
André Kellner
Sehr geehrter Herr Kellner,
und was ist, wenn es in der Umgebung keine geeigneten Therapeuten gibt?
Das ist nämlich bei mir der Fall und ich habe schon etliche, verschiedene Therapien gemacht, inklusive Stationär, aber nichts hilft auf Dauer, gar nichts.
Dann habe ich jahrelang selbst an mir gearbeitet, war ja eben keiner da, an den ich mich hätte wenden können, aber auch das ist mehr oder weniger vertane Zeit.
Ich bin hochbegabter, hochsensibler, transsexueller Asperger Autist, von den eigenen Eltern nicht geliebt (konnten die nicht, sind Narzissten mit autistischen Zügen und zwar beide!!)und seelisch, wie körperlich missbraucht, in der Schule nur gemobbt (und das schon, bevor es das Wort Mobbing gab), von Nachbarskindern bedroht und verfolgt und schlussendlich von den Partnern ausgenutzt und missbraucht.
Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich vor 17 Jahren einen perversen Narzissten geheiratet habe, der mich ebenso missbraucht, wie es meine Eltern getan haben (die haben damit aufgehört, nachdem ich für 3 Jahre den Kontakt abgebrochen hatte).
Ach ja, eine Schwester habe ich auch noch, die will aber von mir nichts wissen.
Ich kann nicht mehr, schon lange nicht mehr, aber ich habe ein Kind und deswegen mache ich immer weiter.
Kurti
Liebe Ursula und an alle anderen, die in ähnlichen Situationen leben,
Du kannst nicht wirklich viel machen, denn die Hilfe benötigt Dein Partner. Wenn er dies nicht will oder vielleicht noch nicht kann, dann bist Du machtlos und ich vermute, dass Du dies bereits weißt und erlebst. Aus meiner Arbeit mit früh traumatisierten und Bindungstraumatisierten Menschen weiß ich, dass es schon äußerst schwer ist etwas zu ändern, wenn die Betroffenen selbst etwas ändern wollen und sich bei mir oder Kollegen Hilfe holen. Wenn jemand aber noch nicht so weit ist, dann sind selbst wir Profis machtlos. Als Partnerin kannst Du leider keine Hilfe sein! Das klingt hart, ist aber die Wahrheit – so lange Dein Partner es selbst nicht will. Hier ist es wichtig, dass Du gut auf Dich aufpasst und für Dich sorgst und dies Deinem Partner auch so sagst. Mehr kannst Du leider nicht tun. Ich wünschte es wäre anders.
Allen anderen kann ich immer nur wieder Mut machen, sich einen Traumatherapeuten oder eine Traumatherapeutin zu suchen, die sich mit Frühtraumatisierungen und Bindungstraumatisierungen auskennt. Wir können zwar die Verletzungen nicht löschen, aber gemeinsam dafür sorgen, dass es besser heilt. Das ist oft schwierig und anstrengend und dauert meist auch eine Zeit, aber es lohnt sich.
Viel Kraft und Mut.
Herzliche Grüße.
André Kellner
Wer kann mir helfen, was kann ich tun?
Ich bin seit vielen Monaten mit einem Mann zusammen, der wohl in der Kindheit von seinen Eltern misshandelt wurde. Er selbst kann sich an wenig erinnern, es kommen nur einzelne Erinnerungen zutage. Ich liebe diesen Mann sehr, jedoch geht langsam aber sicher alles kaputt – er kontrolliert mich, er ist eifersüchtig, er glaubt mir nicht. Es kann für mich so nicht mehr weitergehen. Ich habe ihm empfohlen, sich professionelle Hilfe zu holen, jedoch sieht er das wenig ein.
Ich liebte als Kind
& liebe heute als Erwachsene meine Mutter, ist für mich als Ihr Kind ganz natürlich.
Dennoch würde Sie mich lieber töten,
deshalb meide ich meine Mutter & Familie,
als sich bei mir zu entschuldigen.
An meiner Geburt wollte sich mich schon nicht.
Dafür kann ich nichts.
Ich meide bis heute die Menschen,
da ich überzeugte Pazifistin bin.
Unsere Menschheit hat Gefallen
an der Gewalt gegen andere Menschen gefunden.
Krank – echt kranke Irre –
Ich empfinde seit meiner Kindheit nur sehr extreme Gefühle, mit bereits Sieben Jahren war für mich einen entscheidenden Frage im Leben sehr wichtig, entweder ER stirbt oder ich!
Ich trage diesen Konflikt seither in mir und hoffe, dass ich mit meinen „vermeidungsstrategien“ ausreichend Zeit gewinne, um nicht so zu werden, bzw so werden wie ich bin… Ich habe Angst vor dieser Wut in mir. Angst davor Menschen die ich liebe,durch zuviel Nähe zuverletzen…oder treffender verletzt zu werden. Was die Aggressionen angeht bin ich durch Sport-augenscheinlich-,ausgeglichener, entspannter etc….Dennoch bringen mich „kleine“Sachen wieder rechtschnell in ein emotionales Ungleichgewicht. Von meinem Umfeld werde ich trotzdem meist als freundlich und angenehm empfunden. Es ist schwer für mich Bindungen aufzubauen und ich habe mir in der Vergangenheit immer wieder Situationen gesucht, um das von mir erlebte zu verarbeiten. Was natürlich immer wieder dazu geführt hat, dass ich verletzt oder enttäuscht worden bin… Nicht nur privat sondern auch beruflich.
Es fällt mir auch schwer meine eigene Leistung anzu erkennen. Aber man “ schlägt“ sich halt so durch….
Hallo,
also.. ich kann mich an meine ersten 8 Jahre nur ganz schlecht erinnern. Ich bin mit 5 Jahren nach Deutschland gekommen. Meine jungen Eltern waren mit 2 Kindern scheinbar überfordert. In Russland bzw. Osteuropa ist verbale und körperliche Gewalt an Kinder leider fast Alltag. Auch mein Bruder und ich durften es hören und vor allem spüren. Mit einem Ledergürtel oder dem Stiel einer Plastikfliegenklatsche wurden wir täglich (!) mehrmals geschlagen. Wenn es schnell gehen musste, wurde die Hand mit voller Wucht auf unseren Hinterkopf geschlagen.
Warum das alles? Aus der heutigen Sicht würde ich sagen: Wir durften einfach nicht Kinder sein. 🙁
Unseren Eltern hat einfach alles an uns gestört. Für jeden kleinen Pups haben wir Schläge bekommen. Manchmal haben sie auch einfach nur ihre schlechte Laune an uns ausgelassen.
Wir durften nie unsere Meinung sagen und wurden schon gar nicht danach gefragt. Durch die Schläge haben wir beide aus Frust viel gegessen und ordentlich in der Pubertät zugenommen. Das führte zu mehr verbalen Erniedrigungen. „Hör auf so viel zu fressen, fettes Schwein, du bist so hässlich..etc“
Das Wort Liebe ist für uns beide fremd gewesen. Wir wurden nie getröstet, nie umarmt, nie gelobt oder nie ein „Ich hab dich lieb“ bekommen. Wir waren schon sehr früh für unser Alter selbstständig geworden. Waren nach der Schule lange alleine bis gegen 20 Uhr irgendwann beide Elternteile von der Arbeit kamen. Natürlich wieder k.o. von der Arbeit und wir wollten von ihnen etwas liebe da sie ja den ganzen tag nicht da waren.. war natürlich auch nicht drin…
Irgendwann mit 15/16 Jahren hat die körperliche Gewalt aufgehört und dann war nur noch die verbale Gewalt präsent wie z.b „du bist so dumm. Selber Schuld, dass du auf der Hauptschule bist.“ bla bla…
Egal was war.. immer dieses „Tja geschieht dir recht. Selber schuld!“ ich konnte es irgendwann nicht mehr hören..
Habe meine Eltern mit 18 mal gefragt, warum sie das getan haben und die meinten nur „weil ihr so schlimme Kinder wart. Euch hat’s ja nicht geschadet. Ihr hattet es verdient“. Danach wurde das Thema nie wieder aufgegriffen und meine Eltern tuen so, als ob das NIE passiert ist. Sie sind generell sehr Gefühlskalt.
Ich werde das alles niemals vergessen. Auch heute mit 27 denke ich noch oft daran. Vor allem begegnet mir das Thema im Studium sehr oft und um so schmerzhafter ist es für mich zu erfahren wie schlimm meine Eltern zu mir waren. Als ich ausgezogen bin habe ich mich erst so richtig anderen öffnen können und meine ganzen Abschlüsse erfolgreich gemacht.
Ps. zu meinem Bruder habe ich seit dem 14 Lebensjahr auch ein sehr „gestörtes/kaltes“ Verhältnis :'( er interessiert sich nicht für mich und redet nicht mit mir… nur ein Hallo wenn überhaupt…
trotz vieler Bemühungen meinerseits… ich weiß auch nicht wie er die Kindheit empfunden hat und ob er heute darunter leidet…
Ja, ich wurde auch geschlagen:( so arg sogar, dass mich das mit 24 immer noch verfolgt… Keinerlei Liebe zu spüren bekommen.. Ich hasse ihn ich hasse ihn überalles. Warum darf ein mensch einem so was antun?! Wieso darf er mein Leben so beeinflussen, dass mir das Leben keinen Spaß mehr macht…!?
Hallo Sandra,
als Autist ist das nicht so einfach mit Freunde finden, aber ich arbeite daran.
Mit Wünschen habe ich aber gute Erfahrungen, man muss nur wissen, wie man sich was wünschen muss, dann klappts auch. 😉
Aber ich kann hier nicht weg und nur lernen, damit umzugehen, damit es beim „nächsten“ wirklich mal anders wird.
Ich habe auch viel gelernt, muss ich gestehen und wenn ich mal nicht alles so schwarz sehe, kann ich auch glauben, dass nur die Besten die schwersten Aufgaben bekommen. 😉
Und Merle,
such dir ganz schnell Hilfe, Jugendamt oder Hausarzt oder so was. Es gibt Wohngruppen für unter 18jährige!
Kurti
Hallo Sandra,
ich wurde und werde von meiner Mutter verbal fertiggemacht. Dauernd krieg ich fiese Sprüche von ihr über mich zu hören oder sie macht mich fertig, weil ich so nah am Wasser gebaut bin. Sie sagt so oft, dass ich nicht so viel Süßes essen soll und meint ich bin fett. Ich merke richtig, wie mein Selbstvertrauen dadurch geschrumpft ist. Manche denken vielleicht, dass die verbale Gewalt nicht annähernd so schlimm ist, wie körperliche Gewalt. Ich persönlich hab festgestellt, dass die Unterschiede nicht sehr groß sind. Manchmal wurde ich geschlagen und total fertiggemacht. Hauptsache meine Eltern konnten ihre Wut ablassen. Jeden Tag ist dieser gewisse Druck da, auf ein Neues erniedrigt oder geschlagen zu werden und deswegen hab ich angefangen mich zu ritzen. Ich weis, dass das keine Lösung ist, doch der Druck ist nicht mehr auszuhalten. Jetzt mit 16 weis ich nicht anders damit umzugehen.
Hi Kurti,
eines kann ich dir versichern: Diese Menschen, die einen so mögen, wie man ist und für die man einen Wert hat, die gibt es durchaus. Das habe ich selbst lange nicht für möglich gehalten. Nur kannst du nicht warten, bis dich diese Personen finden. Du erkennst ja scheinbar die negativen Bindungsmuster, die du hast. Und solche Leute, die auf dir rum treten müssen, verschwinden ganz schnell, wenn du sie nicht auf dir herum treten lässt. Dann bleiben auch andere Menschen mal bei dir stehen. Aber so lange du dir ungesunde Beziehungen suchst, wirst du auch nichts anderes finden. Und glaub mir, dass es sich lohnt. Ich habe einen wundervollen Mann und seine ganze Familie.
Die Sachen, die du aus deiner Kindheit schreibst, kann ich irgendwo unter vielen anderen Dingen auch bei mir finden. Ich habe auch mit einer guten Anzahl von „Folgeerkrankungen“- ich mag das Wort Erkrankung nicht- meinen täglichen Spaß. Was du schreibst bzgl. Thera bestätigt das, was ich mir irgendwie schon dachte….dass es nie aufhört…war klar…Obwohl ich doch denke, dass es aufhört. Dann, wenn ich keine Lust mehr habe…Also warum man dir dein Kind wegnehmen wollte, wegen so einer Lächerlichkeit, überzeugt mal wieder von tiefsten Respekt und Toleranz.
Jedenfalls, wenn ich dir einen Rat geben darf, versuch den ganzen „Müll“ los zu werden und dir Leute zu suchen, die so viel Aufwand wert sind, wie du in sie investierst.
Alles Liebe
Sandra
Hallo Sandra,
ja, ich.
Ich wurde in meiner Kindheit hier und da mal geschlagen, aber das war nicht das Schlimmste.
Das Schlimmste, was lebenslange Folgeerscheinungen und psychische Erkrankungen hinterlassen hat, war der seelische Missbrauch (so nennt man das, wenn man verbal misshandelt wird), der in etwa so aussah, dass mein Vater jeden Tag (bis zu einem Kontaktabbruch für knapp 3 Jahre meinerseits mit 37 Jahren) mir gesagt hat, wie blöd, wie dumm, wie dämlich ich war und dass ich ja nur sein Leben versauen wollte. Meine Mutter hat mir dagegen jeden madig gemacht oder schlecht über mich geredet, den ich mochte.
Mit dieser Vorbelastung bin ich dann an einen Narzissten geraten, mit dem ich seit gut 17 Jahren verheiratet bin.
Da ich aber Asperger Autist bin, bin ich leider auf diverse Hilfen angewiesen und nicht in der Lage, gut allein zu leben.
Ich arbeite seit über 20 Jahren an mir, teils mit, teils ohne Therapeut und alles hilft nur vorübergehend, nichts hilft auf Dauer.
Ich bin außerdem noch transsexuell (Frau zu Mann), leben seit fast 10 Jahren aber als Mann und habe einen 16jährigen Sohn.
Ich gebe zu, dass ich, als mein Sohn kleiner war, ihn aus Verzweiflung gehauen habe, den Fehler aber eingesehen und es irgendwann gelassen, als ich merkte, dass ich wie mein Vater werde.
Mein Partner (Kindsvater) hat zur Erziehung nichts beigetragen, mich alles allein machen lassen und mir noch reichlich Steine in den Weg gelegt.
Weil ich transsexuell bin, hat man versucht, uns unser Kind wegzunehmen, was ich aber verhindert habe.
Mit meinen Eltern ist es nach der 3jährigen Trennung wieder gut. Ich habe verstanden, dass sie tatsächlich niemals begreifen werden, was sie mir angetan haben… und sie haben aufgehört, mich zu quälen.
Lange wird das hier nicht mehr gut gehen, aber ich kenne nichts anderes, als das Menschen mit mir umgehen, als wäre ich Müll.
Die einzigen Verwandten, die mich so akzeptieren, wie ich bin, wohnen über 1000 Kilometer weit weg… da brauche ich dann wieder meinen Partner, um da mal hinzukommen.
Alles, was ich an Selbstwertgefühlen besitze, habe ich mir selbst beigebracht.
Viel ist es nicht, aber es reicht, um zu überleben, bis vielleicht doch mal ein Mensch in mein Leben tritt, der mich einfach nur liebt, ohne etwas dafür zu verlangen.
Kurti
Hallo zusammen,
wie auch hier deutlich hervor geht, drehen sich die „schlimmen Fälle“ von Kindesmissbrauch, immer nur um`s Geschlagen werden. Der verbale Missbrauch kommt ziemlich dürftig weg…und bei körperlichen Missbrauch findet man nur alle möglichen Varianten, wie jemand geschlagen wurde. Schlimm, keine Frage. Mehr als schlimm. Nur Menschen, die nicht geschlagen wurden, denen trotzdem Schmerzen zugefügt wurden (körperlich) und mal wieder die „nur verbal“ Misshandelten kommen echt immer mies weg. Ich habe persönlich keine Ahnung, weil ich nur selten geschlagen wurde, ob körperliche Schmerzen, die anders herbei geführt wurden, jetzt überhaupt von Bedeutung sind und die „verbale Gewalt“- ja, die existiert zwar als Begriff, aber ansonsten findet man damit auch keine wirkliche Zugehörigkeit. Und trotzdem liegen gleiche od. ähnliche Folge“schäden“vor. Bitte, das soll hier keiner falsch verstehen. Ich verurteile Gewalt an Kindern so oder so. Und schlagen ist das aller erbärmlichste. Es gibt keine Rechtfertigung dafür….Sonst noch jemand da, der körperliche Gewalt nicht nur durch Schläge erlebt hat oder Gewalt auch „verbal“ erlebt hat?, was ja gerne weit runter gespielt wird…
Lieben Gruß
Sandra
Ich und mein jüngerer Bruder wurden früher von unserem Vater geschlagen, der zu dem Zeitpunkt so ziemlich so etwas wie ein Alkoholiker war.
Inzwischen sind unsere Eltern getrennt und eigentlich erinnert mich nicht mehr viel daran, bis auf ein paar kleinere Narben vielleicht.
Das liegt nicht daran, dass ich es verdrängt hätte, im Gegenteil.
Ich habe regelmäßig Kontakt zu meinem Vater, der sich wirklich geändert hat (zwischendurch war er auch im Gefängnis)und fast wieder so ist wie er war, bevor alles angefangen hat.
Das hat mir größtenteils geholfen, darüber hinwegzukommen, zu wissen dass diese ‚Person‘ nicht mehr existiert.
Nur ist mein Bruder derjenige, der versucht, alles zu vergessen und kein Wort mehr mit unserem Vater gesprochen hat, seit ungefähr 4 Jahren.
Und ich wünschte ich könnte irgendetwas tun..
Danke für diesen Artikel!
Hi ich bin 23 und wir wurden alle zu Hause geschlagen. Jedesmal wenn wir uns als Kinder gestritten/gespielt haben kam der große holzBalken… Ich ( jüngste) war so 5/6. Mein Vater war eher harmlos er war nur arbeiten und hat sich eigentlich immer gefreut nach Hause zu kommen nur meine Mutter hat ihm uns schlecht gesprochen. Seitdem Tod meines Vater beschäftigt es mich aber komme klar muss ja irgendwie…
Auch ich bin als Kind sehr oft, fast täglich geschlagen worden und ich leide sehr darunter.
Meine Eltern leben nicht mehr, ich versuche derzeit mit einem Therapeuten das Gewesene zu verarbeiten, mehr schlecht als recht.
Ich habe selbst 2 erwachsene Söhne, die das nicht erleiden mussten. Sind beide studiert.
Es geht auch ohne. Glücklicherweise.
Möchte mich sehr gerne mit Leuten, denen es auch so ergangen ist austauschen.
Ich bin jetzt 47 Jahre und es ist lange her,doch die Erinnerung ist dann da,wenn ich rechnen muss,was ich absolut nicht kann-Zahlen werden immer mit mir mit Gewalt in Verbindung gebracht werden; sitzend in der Ecke ,meine Mutter links davon am Küchentisch ,die Matheaufgaben gingen in ihren Augen anscheinend nur mit Kochlöffel oder Handbesen und wenn die Benotung in der Schule schlecht war,kam der Stock meines Vaters ! Und wenn mich heute jemand fragt,warum ich das jetzt rechnen muss mit Taschenrechner,weils so einfach ist,könnt ich um mich schlagen,so wütend macht mich das !
Wenn ich all dieses Elend lese. Habe selbst erlebt,wie vernichtend so ein Elternhaus ist.Zerschlagen,ohne Bildung,ohne Chancen zieht sich das als roter Faden durchs Leben.
Mich schlugen sie zum Krüppel.
Ich bin so froh,das meine Eltern auf dem Friedhof liegen und ich mich ausser Grabpflege nicht mehr mit ihnen beschäftigen muss.
Verzeihen könnte ich ihnen nie.
Das Gute an der heutigen Zeit ist,das man solche Machenschaften nicht mehr duldet und offen darüber sprechen kann. Es braucht aber noch lange,bis der letzte Dummkopf versteht,das man durch Prügel und Quälerei kleine Menschen nicht besser macht.Danke dem Autor,für diesen guten Text.
Wir sind hier demokratisch, oder? Auch wenn ich Gewalt in der Erziehung nicht für gut heiße, erst recht wenn sie unkontrolliert oder aufgrund mangelnder Fähigkeiten der erziehenden stattfindet, kann ich bei der Auflistung der Folgen auf den Menschen irgendwie nur schmunzeln. Es wird hier dargestellt als würde die erfahrene Gewalt sich energetisch im Körper des betroffenen sammeln und dort später für sehr viel negatives Sorgen. Solche eindimensionalen Erklärungsversuche kenne ich sonst nur von unfähigen Pädagogen und Menschen, die in der Erziehung arbeiten, aber selber nur scheinheilich leben.
– Aus eigenerfahrener Gewalt folgt Gewalt gegen Kinder? Kenne ich anders herum.
– Identittäsfindung, Selbstwertgefühle? Beide Begriffe empfinde ich als Hypothetische Konstrukte aus der Geisteswissenschaft, die für komplett andere Fragestellungen einmal „entworfen“ wurden. Heute benutzt man sie wie in der MIttagstalkshow oder im Netz.
– Abgrenzungsprobleme habe ich bisher immer nur festgestellt, wenn gerade keine körperliche Gewalt im Spiel war, aber strukturelle oder psychische – kann es also auch mit dem Schlagen nicht in Verbindung bringen.
Jeder hat so seine Ansichten, die einen sind begründet, die anderen weniger, aber interessiert heute eh niemanden mehr, solange man mit positiven Signalwörtern oder mit Bauernweisheiten über Marktplatzerfahrungen herzieht.
Es ist entsetzlich, aber auch tröstlich, über bzw. von Menschen zu lesen, denen ähnliches widerfahren ist wie mir! Warum macht unsere Generation (zw. 40-50 J.) das nicht öffentlich? Unsere Eltern leben teilweise noch und u.U. müssen wir für ihre Pflege ideell und/oder auch finanziell aufkommen. Warum schützt der Gesetzgeber nicht die Opfer von damals? Warum werden die Kinder von prügelnden Eltern zur Kasse gebeten? Der Gesetzgeber würde mich sicherlich verurteilen, wenn ich meinen Partner z.B. halb tot schlagen würde oder auch andere Menschen! Oder etwa nicht?!
Die prügelnden Eltern haben uns eine schwere Bürde aufgelastet. Ich lebe mit meinem Trauma und auch mit dem Kindheitstrauma (auch er wurde brutal von seinem Vater verprügelt) meines Mannes und wir können beide behaupten: Die Schläge haben uns schwer geschadet! Wir geben es nicht an unsere Kinder weiter und haben hier zum Glück eine Kette unterbrochen!
ganz genau, dran bleiben, sich mit sich, sich mit Themen beschäftigen, sich finden und zu sich stehen. Und wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und sich was gönnen, sich entspannen, sich selbst einen Wert verleihen, lernen, sich disziplinieren und verstehen lernen, dass wir eigentlich frei sind.
Deine Empfehlung für eine Therapie kann ich nur bestätigen. Selbst empfand ich das wie magisch, als ich im Folgejahr immer wieder merkte: es hat funktioniert.
Ich, weiblich, 32 Jahre alt, wurde in meiner Kindheit und Jugend immer wieder mal von meinen Eltern geschlagen. Das Problem hierbei war, dass sie es beide sehr subtil machten, es kam im schlimmsten Fall zu aufgeplatzten Lippen, oder Handabdrücken im Gesicht. Gebrochene Knochen oder Striemen am Körper hatte ich zum Glück nicht, doch auch ohne „Hilfsmitteln“ geprügelt zu werden prägt enorm. Leider bekam es in unserer Umgebung nie wer mit, nicht mal die Verwandten, und gelaubt hätte mir wohl nie jemand, denn meine Eltern verstanden es sich in der Öffentlichkeit so falsch zu verstellen, dass jeder annahm, das wir eine Musterfamilie wären.
Mindestens gleich schlimm wie die körperlichen Demütigungen, war die psychische Gewalt die mir angetan wurde. Mir wurde von klein auf das Gefühl vermittelt nicht willkommen zu sein, ich wurde nicht einmal in den Arm genommen und mir wurde nie vermittelt, dass ich es wert bin zu leben. Als einzige Tochter meiner Eltern, neben zwei Brüdern, hatte ich bis ins Erwachsenenalter stets das Gefühl, selbst den Fehler gemacht zu haben, als Mädchen geboren zu sein.
Die Abneigung gegen Mädchen/Frauen zeigt mein Vater allgemein im Leben, er behandelt Frauen als Menschen zweiter Klasse, doch meine Mutter ist eine charakterlich sehr schwache Person, welche lieber das Unheil wählt, anstatt fraugenug zu sein um alleine durchs Leben zu gehen.
Das ist auch der Grund, dass sie ihn immer verteidigt hat, und bei den Schlägen meistens zusah, wenn sie nicht gerade selbst schlug. Meine Mutter gehört zu der Sorte Mütter, welche sich ohne mit der Wimper zu zucken für den Partner und gegen das eigene Kind entscheiden würde.
Meine Brüder wurden die gesamte Kindheit über verschont, und im Gegensatz zu mir wurden sie immer respektvoll und liebevoll behandelt.
Die Folgen meines Daseins zeigten sich in der frühen Jugend, als ich in die Magersucht rutschte. Mit 16 Jahren hatte ich meinen ersten Selbstmordversuch, und seitdem nehme ich durchgehend Antidepressiva um halbwegs leben zu können, da ich den Schmerz in mir ohne nicht aushalten würde.
In meiner Jugend begann ich auch mich zu verletzen, ich hatte immer starke Suizidgedanken und ich fühlte mich chronisch einsam und ungeliebt.
Irgendwann kamen enorme Ängste und Angstzustände dazu, welche mich an einem normalen Leben weitgehend hinderten.
Es hat lange gedauert bis ich so halbwegs leben konnte. Ich trauere bis heute einer schönen nie gehabten Kindheit hinterher und ich lerne erst heute im Erwachsenenalter nach vielen Therapien, dass ich meine Vergangenheit akzeptieren muss um stabil durchs Leben zu kommen.
Obwohl es mir heute besser geht als noch vor einigen Jahren, ist es noch immer ein Kampf und die Gefühle wie Einsamkeit, sich ungeliebt fühlen, alleine, etc. werden mich wohl für immer begleiten.
Niemals kann man von den psychischen Folgen des Geschlagen-werdens geheilt werden. Man kann im besten Falle nur lernen es zu akzeptieren und so anzunehmen wie es leider war, damit man die Chance hat einen eigenen Weg einzuschlagen.
Nach einigen Selbstmordversuchen, bin ich heute an einem Punkt angelangt wo ich doch froh bin zu leben, als Frau, mit allen meinen guten und schlechten Eigenschaften, und ich verletze mich nicht mehr selbst, denn ich möchte mich NICHT mehr dafür bestrafen, für das was meine Eltern mir angetan haben.
Meine Selbstmordgedanken sind auch viel besser geworden. Nicht weil ich das Leben nun so rosig und schön finde, sondern vielmehr weil ich mir sage, dass ich mich wegen meinen Eltern sicher nicht umbringen werde.
Ich kann allen Betroffenen nur dringend ans Herz legen, eine Therapie zu machen und niemals aufzugeben. Auch wenn es jahrelange Knochenarbeit und mitunter mehrere Therapien benötigt, kämpft so gut ihr könnt, denn im Grunde ist die größte Strafe für die Täter, dass sie sehen, dass man als geschlagenes Kind stärker ist als die Eltern es waren, und das man selbst die Stärke hat an sich zu arbeiten, damit es einem gut geht.
Ich bin heute 51 Jahre alt und habe in meiner Kindheit sehr viel Schläge bekommen, i.d.R. von meiner Mutter, die der Meinung war, eine ordentliche Tracht Prügel hat noch niemandem geschadet.
In der Schule konnte ich oft nur mit Mühe sitzen, weil ich am Morgen oder am Abend danach tüchtig den nackten Hintern versohlt bekommen hatte.
Oft waren es Kleinigkeiten.
Damals war in der Schule noch Schwimmunterricht angesagt und, dass niemand die Striemen sehen konnte, hat mich meine Mutter dort entschuldigt; ich hätte eine Magenverstimmung oder ähnliches.
Bin Borderliner, in ambulanter Verhaltenstherapie.
Meine Mutter ist im vergangenen Jahr verstorben und ich habe darunter gelitten, nicht um sie trauern zu können…..
Hallo mein Name ist Ute bin 55 Jahre alt,meine Mutter war medikamentenabhänig, sie schlug ohne Vorwarnung auf mich ein, mit einem Jahr hatte ich eine schlimme Gehirnhautentzündung, ab dem 10 Lebensjahr, kann ich mich erinnern, fing es an, mit Kochlöffel, Handfeger,u.s.w mit 14 Jahren wurde ich ins Gesicht geschlagen und als Hure beschimpft, weil ich mir eine Hose gekauft hatte die ihr nicht gefiel.
Als ich 10 Jahre alt war mußte ich die Treppen von der Wohnung bis zum Keller mit nackten Füßchen laufen ich hatte ein Nachhemd an, 10 mal hoch und runter. Die Schläge und das Ausrasten meiner Mutter hielten an bis zu meinem 18. Lebensjahr, in der Zwischenzeit bekam ich meinen Sohn mit 17 Jahren, wurde vom Vater des Kindes in der Schwangerschaft 2 mal massiv geschlagen, mein Bruder (6 Jahre älter) meinte nur, das hätte ich wohl verdient. Meine Eltern eröffneten dann ein Haus für entlassene Strafgefangene, da war ich 14 Jahre alt, ich wuchs mit diesen Leuten auf, aber mir ist nie etwas passiert, ca. 20 Jahre später wurde ich mal zusammen geschlagen, weil ich meine Mutter und meinen Vater schützen wollte.
Mien Sohn, mittlerweile 37, ist drogenabhänig, er hat das alles mitbekommen, weil ich selbst nicht wußte wohin, hatte wechselnde Beziehungen zu Männern, alle aus diesem Umfeld, zwei Selbstmordversuche, eine Therapie nach der anderen. Ich empfand diese Gleichgültigkeit mir gegenüber immer als sehr schlimm,ich war immer die Schlimme, machte alles falsch, war das schwarze Schaf, als ich meine Eltern mal darauf ansprach, wurde ich als Lügnerin hingestellt. Meine Mutter erzählte hinter meinem Rücken schlecht über mich, sie schickte mir das Jugendamt ins Haus, sobald ich jemand kennengelernt hatte und ich mich von ihr entfernte, fing sie an mir zu drohen, dass sie sich umbringt u.s.w.
Wo ich im 8 Monat schwanger war mit meiner Tochter (heute 19 Jahre) schickte sie mich in das Haus (aus dem sie fluchtartig geflohen waren wegen eines Mannes der sehr gewalttätig war) um dort nach dem Rechten zu sehen,ich hatte keine Probleme mit diesem Mann. Jetzt wo ich selbst eine Tochter habe, sehe ich, was alles falsch gelaufen ist, ich schlage mein Kind nicht, ich hatte ihr, wo sie 2 Jahre alt war, den Popo gehauen, da habe ich ihren Blick gesehen voller Angst,d a hat es bei mir klick gemacht, ich habe sie nicht mehr angefasst.
Die nächste Traumatherapie steht bei mir an, wenn ich jetzt als Erwachsener da drüber nachdenke, packt mich das Grauen, meine Mutter hat soviel in mir kaputtgeschlagen, mit ihren Demütigungen und ihrer Linkheit mir gegenüber, dass mein Leben ein Alptraum war. Ich kam nie richtig auf die Beine, immer falsche Männer von Gewalt geprägt, ich bin froh, dass ich meine Tochter anders erzogen habe, ich lobe sie, wenn sie etwas gut macht usw.
Ich sehe, dass mein Kind glücklich ist, doch eine Traurigkeit bleibt, die ich schon mein ganzes Leben habe, jetzt weiß ich auch, woher sie kommt.
Vielen Dank
Es macht mich traurig, von so vielen Leidensgenossen lesen, zu müssen.
Ich war mir nie bewusst, was für schlimme Schäden meine Eltern mit ihren Schlägen (Teppichklopfer, Gürtel, Kochlöffel…) angerichtet haben. Bin Mitte 30 und ein totales Wrack. Eltern die nur Liebe zeigten, wenn man etwas außergewöhnliches verbracht hatte. Alkohol und Schläge fast täglich. Mißbrauch durch Dritte. Heim und dann eine Firma, die mein nicht vorhandenes Ego gnadenlos ausnutzt(e). Seit vielen Jahren, weil ich es allen immer Recht machen wollte und Anerkennung wollte, habe ich immer gespurt… Nun bin ich krankgeschrieben, seit 2 Monaten aber meine Therapeutin sagt ich müsse bald zurück in die Arbeitshölle, weil sie sich keine Sorgen um mich machen würde… Ich habe stellenweise Panikattaken,Atemprobleme, unregelmäßiges Herzrasen, Kälte immerzu, schlage (in Stresssituationen) mir den Kopf an die Wand, raste aus und heule, bis alles schmerzt… Ich habe Panik, wieder zurück in die Firma zu müssen, jetzt wo ich merke, dass es mir ohne diesen verhassten Job (ich musste irgendwas machen, sonst wäre ich auf der Strasse gelandet) ein wenig besser geht. Ohne diese Maschinen vor denen ich Panik schiebe, ohne diese fiesen Kollegen, die sich einen Spaß daraus machen, mir mein Leben noch weiter zur Hölle, zu machen…
@mat danke für deine offene Art und Worte. Es ist der schwierig den Menschen einfach gehen zu lassen und man fühlt sich machtlos. Man will helfen kann und darf es nicht weil der Mensch es auch nicht merkt das er diese braucht. Ich hätte nie gedacht das mich sowas so umhauen könnte.
@N
Es geht zwar nun etwas weit, und ich bin kein Psychologe/Psychater, aber:
„Ich habe mich selbst gezwungen es zu akzeptieren aber bin daran zerbrochen.“
Lass seine Störung bei ihm! Lade dir das nicht auf! Das ist sein Ding!
@mat
Es ist immer schwer sowas nachzuvollziehen ich kann mich nur probieren reinzuversetzen aber ich denke das wird man nie begreifen. Ich habe soviele Gefühle in mir das ich nicht verdrängen kann und eher schreie und Weine und es mir immer so unverständlich war wie er das konnte. Ich habe mich selbst gezwungen es zu akzeptieren aber bin daran zerbrochen. Es ist komisch wenn man sich nicht streiten kann, nie tränen oder irgendeine Reaktion sieht wenn man selbst auch weint. Man zweifelt an sich selbst.
Bei der Trennung hat er als erstes mal Tränen gezeigt und sich entschuldigt bei mir das er die kraft nicht mehr hat. Er hat sich lieber für das Leben entschieden alles zu verdrängen. Auch geplagt von sportsucht, essensstörung und auch ein abnormales kaufverhalten. Es zeigen sich schon körperliche Reaktionen wie ständig starke Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen von seiner Seite aber kein Arzt konnte was feststellen. Ich denke da sind genug Zeichen aber die werden natürlich auch verdrängt wie er es gelernt oder angenommen hat.
@N:
Es gibt Menschen die sich selbst verletzen um sich zu Spüren.
Ich hab mir selbst als kleines Kind eine Mauer um meine Gefühle gebaut, weil ich traurig, verletzt und wütend bin, und das nicht dauernd fühlen will.
Ich denke, er wird irgendwann Menthal zusammenbrechen, das lässt sich nicht auf die Dauer unterdrücken. Nichtbewusstes kann ziemlich Mächtig werden.
@mat
Danke für deinen Kommentar. Es ist sehr seltsam das sich mein Freund einfach von Sachen anziehen lässt die negativ sind wie in seiner Kindheit, schlechte Freunde etc und er wollte das ich ihm auch einfach mal so eine Backpfeife gebe. Ich habe das nie verstanden. Er hat förmlich drum gebeten und immer gelacht dabei.
Hi Mat, genaus so. Hör mal:
https://www.youtube.com/watch?v=Sxo5APjEa08
@N:
Keine Gefühle: das gibts wohl nicht. Aber ich weis aus eigener Erfahrung, daß man sie u.U. nicht wahrnimmt. Daß man wirklich nicht weiß: bin ich heute gut gelaunt oder schlecht, oder habe gar keine Laune? Und dann bekommt man bei irgendeiner Kleinigkeit einen Wutanfall. Aha, heute bin ich anscheinend nicht gut drauf …
@cassie:
Bin über 40, ähnliche Kindheit. Ähnlicher Zustand.
Ein dringender Rat: Such Hilfe! Quäle dich nicht länger!
Ich bin neulich in einer Krise in die Notaufnahme einer Klinik gegangen. Die Psychologin, die gekommen ist, hat sich erstmal meine Geschichte angehört. Allein das Hilft schon! Und – sie hat erkannt, daß ich übel dran war und hätte mich sofort Stationär aufgenommen.
Sie hat mit mir verschiedene Möglichkeiten besprochen. Auch das gibt Perspektive.
Weg von deiner Mutter! Es ist hart zu erkennen, daß man alleine nicht mehr klar kommt, sehr hart. Daß man niemand hat.
Ich ärgere mich darüber, daß ich nicht schon viel früher Hilfe angenommen habe, bin seit längerem in Therapie.
Wirklich: scheiß auf Job und Wohnung, such dir eine Psychologische Klinik und geh hin! Und wenns für ein paar Wochen stationär ist. Inzwischen bin ich soweit, daß ich sogar eine Medikation akzeptieren könnte, wenn ich alles als völlig auswegslos empfinde.
Es gibt tatsächlich Leute da draußen die Helfen können und wollen.
Und es gibt schöne Momente im Leben, wofür es sich lohnt weiterzumachen, auch wenn sich das etwas Platt anhört, es stimmt. Z.B. auf einer Wiese Sonne tanken und die Ruhe genießen.
Bitte gib nicht auf!
Hallo Cassie,
für Sie gilt dasselbe wie für viele, die hier ihre Leidensgeschichte schildern: Sie brauchen Hilfe. Schnell. Unbedingt. Ihre Suizidgedanken sind sehr ernst zu nehmen.
Vertrauen Sie sich jemand an und holen Sie sich therapeutische Unterstützung. Das zahlt Ihre Krankenkasse und muss niemand erfahren. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie hier …
Alles Gute für sie.
Ich bin 26 und wurde seitdem ich klein war von meiner mutter geschlagen, in der Pubertät hörte es dann langsam auf. Zu dieser zeit habe ich mich nehmlich gewehrt. Mit 10 Jahren hatte ich meinen ersten Selbstmord versuch, weil ich die Schläge und Demütigungen seitens meiner Mutter nicht ertragen konnte. Meine Mutter ist seit meinem 4 Lebensjahr alleinerziehend. ich bin in Amerika geboren und aufgewachsen. Beim ersten Selbstmord versuch als ich 4 Jahre alt war hat meine Mutter die amerikanische Polizei gerufen. Die kamen ins Haus und drohten mir mit dem Kinderheim wenn ich das nochmal mache, kein Wort darüber warum ich mich umbringen wollte. Generell habe ich bei meinem Vater Hilfe gesucht, jedoch glaubte er mir nicht. Eigentlich erinnere ich mich ungerne an meine kindheit zurück, ich weiß nur von 2 speziellen fällen: 1. Meine Mutter wollte mich ertrinken in der Wanne oder 2. Wie sie mich von einer Seite des Raums zur anderen gewurfen hat -gegen die wand. Ich war nie gerne in der schule wurde immer gehänselt hatte immer schlechte Noten seitdem ich denken kann. Deshalb wurde ich auch immer geschlagen, schulisch habe ich schon immer versagt. Mit 15 kam dann raus das ich Ads habe. Seitdem wir in Deutschland leben musste ich die Hauptschule, die realschule und mein fachabi wiederholen. Leider habe ich trotz wiederholung nicht mein fachabi geschafft. Momentan mache ich eine ausbildung die mir sehr schwer fällt. Ich wohne immer noch zuhause mit meiner mutter. Ich merke das ich in letzter zeit keine Kraft mehr habe, habe alleine in meinem zimmer immer mehr Wutanfälle und denke immer mehr über den Tod nach. Ich hab lehne Bezugsperson über mit dem ich darüber reden kann. Keiner kennt meine echte Geschichte. In letzter zeit treibt mich meine Mutter in den Wahnsinn, sie droht mir wegen jeder Kleinigkeit mit dem rauswurf aus dem Haus. Ich weine sehr oft in letzter zeit. Keine Ahnung was ich noch sagen soll….keine Ahnung ob das jemand ließt, wäre nett wenn mir jemand helfen könnte. Danke
Hallo anonymous,
es kommt oft vor, dass Menschen, die selbst schlimme Dinge erlebt haben unter Stress auch solche Verhaltensweisen zeigen. Dagegen helfen auch gute Vorsätze nur sehr wenig, da dann das Gehirn in den Notfallmodus kommt. Und dort sind alte Muster abgespeichert. Die Fachleute nennen das zum einen Psychodynamik, zum anderen kommt hier auch der Traumabegriff „Trigger“ ins Spiel. das das Ganze ein Reflex ist, kannst Du Dich auch nicht dagegen wehren. Hier hilft nur Therapie. dann wird das auch deutlich besser oder geht ganz weg. Menschen mit Traumatisierungen sind sehr stressanfällig, dazu gehört auch emotionaler Stress. Wenn Deine Tochter so wütend ist, dann kommst Du natürlich auch ordentlich unter Stress. Kinder übernehmen das was wir Ihnen vorleben. Wenn einem einmal die Hand ausrutscht, dann ist das sicher nicht schön. Wenn man seinem Kind aber sonst Liebe und Zuwendung schenkt, dann wird das Kind von dem einem Mal keinen Schaden davon tragen. Falls das öfter passiert, sollte man sich selbst schnellst möglich Hilfe holen, um die eigenen Traumata aufzuarbeiten und sein Kind zu schützen.
Liebe Grüße
André Kellner
Dipl.-Psych. & Traumatherapeut
Hallo,
Ich habe den Beitrag von Nicci gelesen und sie spricht mir aus der Seele. Es ist bzw war bei mir genauso. Ständig Lügen und das konnte er ohne das man was bemerkte, schwierige Sachverhalte als sehr einfach darstellen, Häme und Spott von anderen waren okay und mich haben sie zutiefst gekränkt. Immer als ich ihn darauf angesprochen habe hieß es da muss man drüber stehen. Die Leute die besonders schlecht zu ihm waren hat er auf Händen getragen. Ich war am Anfang der Beziehung ein so glücklicher selbstbewusster Mensch und nun am Ende der Beziehung absolut kaputt und fühle mich minderwertig weil ich das alles nicht ausgehalten habe, was er als leicht dargestellt hat. Mein Freund wurde in der Kindheit sehr stark misshandelt von den Eltern und findet das jetzt okay und nimmt es hin. Ich kann das nicht begreifen, dass er lieber einen Menschen wie mich abstellt um seine Freunde oder sein Leben so weiterzuführen was ihm nur schadet. Wir waren so glücklich und hatten so viel vor und nun an einem Tag war es vorbei weil er keine Kraft mehr hatte. Er hat mir immer gesagt er hat keine Gefühle er kann das nicht empfinden. Ich kann mir das nicht vorstellen das ein Mensch keine Gefühle hat.
Liebe Merle und liebe andere Betroffene,
Ich bin Traumatherapeut und kann nur jedem raten: „Habt den Mut Euch Unterstützung zu holen“. Sich zu ritzen ist zwar schlimm, aber es ist erst mal nur ein Symptom und manchmal eine sehr gute Möglichkeit Druck abzubauen. Es ist auch eine gute Möglichkeit sich zu spüren, wenn man sonst nichts fühlt. Wenn man noch nicht die Kraft hat jemanden aufzusuchen kann ein online Forum der erste Schritt sein. Zudem empfehle ich folgende Seiten, welche alle zum Thema Trauma/Traumatherapie und ähnlichen Themen zugeordnet sind:
http://www.emdria.de
http://www.degpt.de
http://www.thzm.de (Traumahilfezentrum München)
http://www.traumatherapie-institut.de (Münchner Traumainstitut und Traumaambulanz)
http://www.mri.tum.de/node/815 (Traumaambulanz rechts der Isar)
http://www.trauma-informations-zentrum.de
http://www.trauma-hotline.de
http://www.traumatherapie.de
http://www.traumanetzwerk.de
http://www.fifap.de
Je nach Thema finden Sie unter folgenden Links noch weitere interessante Informationen:
http://www.weisser-ring.de
http://www.blumenwiesen.org
http://www.schotterblume.de
http://www.vielfalt-info.de
Ihr seid nicht allein. Hohlt Euch Hilfe, denn das habt ihr wirklich verdient.
Herzliche Grüße aus München
Hallo Merle,
Du brauchst dringend Hilfe. Das Ritzen und vor allem Deine Suizidgedanken sind sehr ernste Anzeichen, dass Du in Not bist und auch in Gefahr.
Selbstverständlich hat Dein vieles Weinen etwas mit den Drohungen Deiner Mutter zu tun, dass sie Dich wegschicken will. Du schreibst nicht, wie Dein Vater reagiert. Schaut er weg? Prügelt er auch? Kannst Du mit ihm reden.
Auf jeden Fall brauchst Du Hilfe und eine Person, mit der Du mal vertraulich reden kannst. Und jemand, der dann auch mit Deiner Mutter redet, damit das Schlagen aufhört. Das Problem dabei ist, dass eventuell Deine Mutter es wieder an Dir oder Euch auslassen wird, wenn Du nach außen trägst, wie verzweifelt Du bist. Aber so wie es jetzt ist, ist es ja auch schon schlimm genug.
Mögliche Ansprechpersonen wären der Hausarzt, vielleicht ein Vertrauenslehrer in der Schule und natürlich auch das Jugendamt. Letztere könntest Du ja auch telefonisch mal um Rat fragen, was Du tun kannst. Die haben am meisten Erfahrung mit solchen Fällen.
Wenn Du noch eine Frage hast, schreib noch mal.
Hi, ich bin 16. Ich und meine Zwillingsschwester wurden von meiner Mutter in unserer Kindheit geohrfeigt. dann, wenn wir etwas nicht erledigt hatten oder wenn wir etwas falsches gesagt haben. Ich glaube ich wurde 5 mal geschlagen. Wahrscheinlich ist das nichts im Vergleich zu anderen Personen hier, doch ich denke diese Schläge haben mich zu einer sehr emotionalen Person werden lassen. Also ich fange wegen jeder Kleinigkeit an zu heulen. Natürlich versuch ich es zu unterdrücken, doch dann kommt kein Wort aus meinem Mund.
Z.B. weine ich, wenn ich an meine ganze Kindheit denke, wenn jemand (meistens meine Mutter) in einem strengen Ton mit mir spricht. Auch jetzt, während ich das schreibe laufen mir die Tränen. Hat das was mit den Schlägen zu tun und dass uns oft gedroht wurde (z.B. wenn ihr euch nicht mehr im Haushalt arrangiert, dann kommt ihr aufs Internat; Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, dann setzt es was (damit meinte sie schlagen), damit ihr endlich lernt, wer hier das Sagen hat).
Seit einem Jahr ritze ich mich da, wo es keiner sehen kann, weil ich dadurch irgendwie den Druck ablassen kann. Oft sitze ich in meinem Zimmer und heule einfach leise für mich, wie schrecklich mein Leben doch ist. Ich habe bei jedem körperlichen Anzeichen, das Gefühl da steckt was ernstes hinter (meine Mutter denkt, wenn ich sowas erzähle will ich bloß Aufmerksamkeit, was aber überhaupt nicht stimmt). Ich hab das Bedürfnis, mich einmal vom Arzt abchecken zu lassen um zu gucken, ob alles in Ordnung ist, doch ich trau mich nicht allein. Ich wohne auf dem Land, da kann ich nicht mal so zum Arzt, bzw. Psychologen. Ich möchte jemandem erzählen, was alles passiert ist. Doch niemand ist geeignet. Ich denke auch an Suizid oder wie es wäre, wenn ich einfach vor ein Auto laufe. Ich weiß nicht ob ich Depressionen hab. Aber ich weiß, dass meine Eltern einen großen Teil dazu beigetragen haben, wie ich jetzt bin… Entschuldigung, wenn ich vom Thema abgewichen bin, aber über eine Antwort würde ich mich freuen. LG
Hallo,
auch ich wurde geschlagen, aber ich habe meinen inzwischen verstorbenen Eltern so gut wie ganz verziehen. Sie wussten es nicht besser, gerade mein Vater ist in schweren Zeiten aufgewachsen, wurde als Kind arbeiten geschickt aus finanz. Gründen, war im Krieg- er hatte eigentlich keine Kindheit und Jugend, keine Liebe bekommen.
Das entschuldigt nichts, aber für die Generation damals (jetzt 80/90)war Erziehung mit Schlägen normal.
Mein Mann wurde angeblich ohne Schläge erzogen, was so sicher nicht ganz stimmt, hat aber „aufs Wort“ gefolgt, nie widersprochen oder die Eltern kritisiert, selbst in der Pubertät nicht, als Erwachsener nicht. Aber sein Vater war (ist) hart, da gibt es keine Widerrede, er macht alle klein mit Worten und Stimme.
Mein Mann hat kein Selbstwertgefühl, meiner Meinung nach, neigt dazu mich klein zu machen, wenn er in Wut gerät und vor allem keine Argumente hat.
Weil Sie hier jemandem geraten haben, diese Seiten lesen zu lassen… das würde mein Mann nie tun. Er würde mich und alels was geschrieben steht, verhöhnen und als Blödsinn abtun.
Auch mein Mann neigt zum lügen. Ich schreibe ebwusst lügen, denn flunkern und schwindeln ist etwas anderes. Er tut es selbst dann, wenn andere und vor allem ich es merke und dreht den Spieß um, dreht sich wie ein Rad im Wind.
Dass er sehr streng erzogen wurde, gibt er zu, dass es ihm mal schlecht ging unetr dem Vater und viele Verhaltensweisen der Kindheit sich heute noch bei ihm zeigen, nicht. Er redet nie darüber, er wird regelrecht sauer oder leugnet meist, wenn ich ihm aufzeige, was ich in seinem Elternhaus erlebt habe, wie sein Vater mit anderen Menschen umspringt. Aber er stellt es sofort bei anderen in Frage.
Ich denke, das ist eine Art Selbstschutz und den wollen sich diese Menschen aufrecht erhalten.
Aber es ist enorm schwierig für mich, zumal ich über meine Kindheit reden kann und eher viel zu ehrlich bin. Deshalb ist seine Unehrlichkeit auch etwas, was mich auf die Palme bringt.
Sie können es probieren. Zeigen Sie ihm diesen Blogbeitrag und die vielen Kommentare. Die soll er lesen.
Ansonsten können Sie nur sich selbst retten, bevor Sie untergehen. Menschen verändern sich nur sehr ungern, viele leiden „lieber“.
Hallo, seit einem Jahr habe ich einen Freund, den ich über alles liebe!
Das erste halbe Jahr hatten wir eine Fernbeziehung, da lief soweit alles gut, als ich jedoch wieder zurück in meine Heimat gezogen bin, wo er auch wohnt, gingen die Probleme los… ganz schlimm ist bei ihm das Lügen! Er hat mich eiskalt angelogen und ich habe von seinen Freunden erfahren, daß er das schon immer macht, auch bei ihnen… ich habe mir gedacht, daß so eine Lügerei einen tieferen Grund haben muss.
Inzwischen habe ich rausgefunden, daß er als Kind regelmäßig und teilweise völlig grundlos von seiner Mutter geschlagen worden ist, manchmal bis er blutete. Er hat es mir eines Abends erzählt und es fiel ihm unendlich schwer, aber es tat ihm wahnsinnig gut. Mir hat es das Herz zerissen! Und nun sehe ich viele Dinge in einem ganz anderen Licht bei ihm, warum er so ist und sich so verhält. Er verträgt keine Kritik, er baut sich sein Leben mit Lügen so auf, wie er es gerne hätte, muss sich ständig beweisen und hält von sich selber gar nichts, er ist sich nichts wert, um nur mal ein paar Eigenschaften von ihm aufzuzählen.
Unsere Beziehung ist sehr schwierig, wir streiten fast nur. Er kramt bei mir auch negative Eigenschaften wieder hervor, wo ich dachte, daß ich damit durch bin. Ich bin selbst jemand, der kein großes Selbstwertgefühl hat und er macht mein Selbstbewußtsein wieder sehr klein. Allein durch sein Handeln. Ich bin so eifersüchtig, wie ich es noch nie war, aber er hat einen komischen, viel zu lockeren Umgang mit anderen Freundinnen, daß ich der Meinung bin, daß er überhaupt nicht weiß, was Liebe ist und er gar nicht wirklich zwischen Freundschaft und Liebe unterscheiden kann. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er mich deshalb wirklich liebt, obwohl er es sagt, aber unsere Beziehung ist inzwischen so verkorkst, daß ich gar nichts mehr von ihm bekomme, keine Zärtlichkeiten, keine Komplimente, nichts. Er blockiert nur noch, wenn ich mit ihm reden will und vertraut anderen inzwischen mehr an.
Ich glaube, ich nerve ihn nur noch, weil ich nachhake und er sich seinen Gefühlen und seiner Vergangenheit nicht stellen will! Ich bin absolut verzweifelt, denn unsere Beziehung ist kurz vor dem Aus. Jedes Wort, was ich sage, sieht er als Angriff gegen sich! Ich habe versucht, daß er sich Hilfe holt, aber er ist total dagegen und es zerbricht mir das Herz, ihn gehen lassen zu müssen, bevor ich mit ihm untergehe! Ich habe ja auch noch Verantwortung meinen beiden Kindern gegenüber! Gibt es einen Weg, daß er erkennt, daß er Hilfe braucht, daß es so in seinem Leben nicht weiter gehen kann?
LG Nicki
Solche seelischen Qualen kann niemand wegstecken. Sie sollten Ihren Stolz und Ihre Scham überwinden und sich Hilfe holen.
Ich wurde vom Kindergarten an gequält und erniedrigt und dachte bis vor ein paar Jahren das ich stark genug bin es wegzustecken ..aber heute bin ich ein Wrack ein psychisches Wrack, ohne Selbstwertgefühl und ohne Freude in meinem leben! Das alles kann ich nicht verarbeiten auch nicht das ich vom Onkel sexuell angefasst wurde als ich 10 war.hilfe kann ich mir nicht holen,dazu bin ich zu feige …
Suchen Sie sich einen Tehrapieplatz.
Heir gibt es Adressen: http://www.psychotherapiesuche.de oder http://www.therapie.de
Hallo!
Ich bin 26 jahre alt, Mutter von zwei Kindern.
Auch ich wurde oft von meinem Vater geschlagen.
Gürtel, Stock, einmal sogar mit einer Schneekette. Wochenlang blieb der Abdruck auf meiner Warde.
Immer hatte ich so eine Wut in mir, die ich jedoch nicht rauslassen konnte.
Das alles hat sich angestaut und hat nur negative Folgen auf meine Beziehung. Es MUSS alles nach meiner Nase tanzen, ich verstehe keinen Spaß, vertraue keinem, brülle meine Meinung und kann mit Konflikten einfach nicht umgehen.
Ich weiß, dass ich dringend Hilfe brauche.
Ich wurde auch als Kind geschlagen, u. a. mit einem Stock. Ich war sicher ein sehr aufmüpfiges Kind, aber „draußen“ sehr zurückhaltend und schüchtern. Ich habe mich daheim verbal gewehrt, wenn man mir etwas aufstülpen wollte, was ich nicht wollte, ich war sehr überbehütet.
Meine Eltern kannten es nicht anders, wie es in der Generation vor 30, 40 oder 50 Jahren üblich war.
Ich habe lange Wut in mir gehabt, kannmich an sehr viele Situationen genau erinnern. An die, die richtig schlimm für mich waren.
Meine Eltern leben nicht mehr. Ich habe es ihnen im Alter erzuählt, sie wollten es nicht wissen, sahen sich immer noch im Recht und.. es schadet niemandem, ich wäre undankbar, ich war doch frech.
Ich habe zu nahezu 100% damit abgeschlossen. Ich habe es für mich aufgearbeitet, es ihnen gesagt- mehr kann ich nicht tun.
Ich entschuldige es nicht, ich verzeihe ihnen vielleicht auch nicht ganz, aber ich kann es ein Stück weit „aus ihrer Sicht“ verstehen und habe Frieden geschlossen.
Mein Mann hat einen sehr autoritäten Vater, der hat nur it der Stimme und mit Worten Härte gezeigt. Ich habe gemerkt, dass das Spuren hinterlassen hat, die sich auch in der Beziehung niederschlagen. Mein Mann verleugnet aber größtenteils alles, was mit seinen Eltern an Negativem zu tun hat. Vor allem mir gegenüber.
Hi Richard, pass gut auf Dich auf, sonst tut das nachher niemand. Du hast absolut Recht: verdrängen bringt nichts, denn verdrängen ist verleugnen. (das sollte man sich niemals zur Gewohnheit machen)
Aber eines kann man sich sehr gut zur Gewohnheit machen: jeden Tag etwas Gutes für sich selber tun.
Alles Gute für 2014
Hallo alle zusammen also ich bin 18 jahre alt und wurde auch von meinen vater öfters geschlagen meistens wenn er besoffen wahr und seitdem er eine neue frau an seiner seite hatte wahr die auch noch gewaltätig mir gegenüber sie hatte mir immer so kleine sachen angetahn wie an den ohren ziehen ohrfeigen geben morgens kaltes wasser über mich schütteln stundenlang die wand anstarren lassen usw. bei meinem vater
wahr das alles einbischen schlimmer der hat mich immer mit seinem gürtel geschlagen manchmal hatte er auch solche zacken dran einmal hatte er mich so
dolle geschlagen das ich mir dabei ihn die hosen gemacht habe und wahr aber auch mit seiner ganzen kraft mit tritten ohrfeigen und das mehrmals hintereinander mit 12 jahren bin ich dann abgehauen und wohne jetzt bei meiner oma
ich hab das bis heute nicht verdrängt kann man glaube ich auch nicht es wird immer ihn dein bewusstsen weiterleben heute denke ich mich das ich das mein vater wieder zurückgeben sollte mit meinen 1, 85 und breite figur sollte das kein problem sein aber ich hallte mich zurück schließlich sollst du la deine eltern ehren obwohl das eigendlich auf gegenseitigkeit beruhen sollte.
viel glück euch allen noch
lg Richard
Vielen Dank Herr Kellner,
jetzt mit fast 60 kann ich Ihnen nur bestätigen: man hat da ein Leben lang mit zu tun – auch nach Tiefen- und Verhaltenstherapie, immensen durchgängigen Selbsthilfebemühungen, Lernen und Achtsamkeit.
Heute glaube ich, das Verdrängen/Verleugnen ist sehr schlecht. Alles denkbar Gute für Ihre wichtige Arbeit. Während meiner Therapien habe ich jeweils ein Buch geschrieben. Auch das hat gut getan. Schaue ich mir heute diese 500 Seiten an, dann wird mir immer wieder klar, welche Dimension das alles hatte und hat. K.H.
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann.
Ich freue mich über diesen Artikel, da bei diesem Thema noch sehr viel Aufklärung notwendig ist. Wir wissen aus der modernen Traumaforschung, dass Gewalt, egal ob körperlich, verbal oder gar sexuell, immer Spuren in unseren Gehirnen hinterlässt. Vor allem in jungen Gehirnen ist diese Prägung um so intensiver und gravierender – auch wenn sie nicht erinnert wird!!! Je jünger, desto gravierender! Selbst verbale Gewalt ist hierbei nicht zu vernachlässigen. In der modernen Traumadiagnostik, wird der Begriff „Psychische Gewalt“ verwendet. Nichts kann gelöscht werden! Immer dann wenn die Gewalt von wichtigen Beziehungspersonen (Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer usw.) ausgegangen ist, dann ist diese Prägung nochmals tiefer, denn bei einem traumatischen Ereignis wird immer unser Bindungssystem aktiviert. Dies ist ein archaischer Mechanismus, der Schutz und Hilfe aktivieren soll! Deshalb ist Gewalt von wichtigen Bindungspersonen doppelt so traumatisierend wie von fremden Menschen! Denn hier wird zugleich auch das Bindungssystem beschädigt!
Um die Symptome zu beseitigen (Ängste, Panik, Bindungsängste, Körperschmerzen, Anspannung oft auch Burnout, Selbstwertprobleme, Aggressionen usw.) ist sehr wichtig und sinnvoll eigene Gewaltereignisse aus der Kindheit mit Hilfe professioneller Therapie zu verarbeiten. Das ist Gott sei Dank möglich. Es ist aber vor allem wichtig dies zu bearbeiten, da die eigene Angst- und Psychodynamik und vor allem die Bindungstraumatisierung an eigene Kinder weitergegeben wird. Das ist ein völlig normaler Mechanismus, dem wir alle unterworfen sind und der vor allem in stressigen Situationen reaktiviert wird. Wer hat nicht schon einmal in einer sehr stressigen Situation gedacht „Ohh Gott ich bin schon wie mein Vater (oder meine Mutter)“. Dann wird das eigenen Kind zum Trigger. Oder das Schreien des eigenen Kindes erinnert (natürlich unbewusst) an eigene leidvolle Erfahrungen. Hier kann man sich Hilfe und Unterstützung holen und diese Themen bearbeiten und auflösen. Zum eigenen Wohl und zum Wohle der eigenen Kinder.
Mehr zu diesem wichtigen Thema lesen Sie ab Januar in meinem Blog unter:
http://www.andre-kellner.de/blog/
Herzlichst Ihr André Kellner
(Dipl.-Psych. & Traumatherapeut)
Ich bin 18 Jahre alt und bis heute war ich überzeugt davon, dass meine Vergangenheit eben vergangen ist und ich alles ganz gut weggesteckt habe. Aber eigentlich trifft so vieles zu, dass ich nicht weiterhin meine Augen verschließen darf, jedoch auch nicht darüber reden kann. Das konnte ich mit noch niemandem darüber, da die Reaktion der anderen mir Angst macht.
Ich hab mich bei dem Artikel sehr ertappt gefühlt.
Bisher war ich in meiner Umgebung die Einzige, die sich nicht an Ihre Kindheit vor dem zehnten Lebensjahr erinnern kann. Mich hat das Thema Kindheit in meinem Leben bereits zum zweiten Mal mit aller Wucht eingeholt. Ich hatte gehofft, dass das nicht so sein würde. Auch ich habe viel Schlimmes erlebt und unter Anderem auch Schläge von beiden Elternteilen. Ich hab seit zehn Jahren kein Kontakt mehr zu meinem Vater und würde am liebsten auch den Kontakt zu meiner Mutter beenden, was ich aber nicht übers Herz bringe, da sie als Oma eine andere Person ist und ich meinen Kindern die Oma nehmen würde. Die Trennung von Mutter und Oma in meinem Kopf ist aber nicht immer leicht.
Ich selbst hab immer Angst gehabt, eine schlechte Mutter zu sein, ebenfalls zu schlagen und es ist mir gerade in den ersten Jahren, nicht immer gelungen, ruhig und gelassen zu bleiben. Wie auch, ich hatte es ja nie gelernt. Ich hab kaum soziale Kompetenzen, zwischenmenschliches Verständnis oder Ähnliches in meiner Kindheit gelernt. Das musste ich alles als Erwachsene nachholen. Aber ich habe mich bei meinen Kindern entschuldigt, wenn ich Fehler gemacht habe und ich hab den Punkt überwunden, Angst zu haben, genauso zu sein. Ich bin nicht perfekt, aber ich hab es tausend Mal besser gemacht als meine Eltern.
Ich arbeite an mir, immer noch, seit über zehn Jahren und lerne immer noch dazu (denn als Erwachsener dauert alles viel länger – aber es lohnt sich). Meine Kinder sind glückliche Kinder. Ja, das geht, trotz meiner Voraussetzungen. Da helfen viele Gespräche, was sie wollen und was sie sich wünschen. Mit Sicherheit habe ich auch viel Glück mit meinem Mann gehabt, dafür bin ich sehr dankbar, denn vieles hat er mir beigebracht. Man braucht Menschen um sich rum, die einem gut tun. Wenn es nicht der Mann ist, dann können das auch Freunde sein.
Ich wünschte manchmal, ich hätte vieles schon früher gewusst, dass hätte mir manches erspart. Es ist z.B. immer noch nicht leicht zu vertrauen, aber ich hab gelernt, dass ich keinen Dauerschutz mehr brauche und deswegen wirke ich viel offener und freundlicher als früher. Ich glaube, das ein guter Mix aus Aufarbeitung und Verhaltenstherapie in Form von Regeltransformationen der Weg ist. Zumindest ist es meiner.
Meine Mutter wurde als sie klein war mit ihrem Bruder jeden Tag grundlos nur weil ihr vater betrunken war mit dem Gürtel geschlagen. Sie mussten mit 16 arbeiten gehen um das versoffene Geld zu verdienen, aber das Geld musste gleich wieder an dem Vater abgegeben werden (für Alkohol und Zigaretten). Und jetzt ist sie 39 und seit sie 35 ist, habe ich bemerkt das sie noch ein Trauma hat, denn: jede Nacht jammert sie unbewusst in der Nacht und sagt sogar manchmal in einem jammerndem Ton „Mama“. Ich weis echt nicht was ich tun soll.
Ohne professionelle Hilfe werden Sie es vermutlich nicht schaffen. Und ja, Therapie kann anstrengend sein, weil man sich mit all dem auseinandersetzen muss, was man verdrängen und vergessen will. Aber das geht ja nicht. Sie Erlebnisse und Erfahrungen bahnen sich auf andere Weise ihren Weg ins Leben. Gerade auch wegen Ihrem Sohn aber vor allem, dass Sie diese schrecklichen Dingen verarbeiten können, sollten Sie sich entschliessen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
Adressen finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de
Ich bin 29 und Mutter eines dreijährigen Sohnes und im zweiten Monat schwanger.
Ich kann mich heute immer noch nicht an sehr große Teile meiner Kindheit erinnern. Ich weiß nicht wann es anfing und ich weiß nicht wann es aufhörte. Aus Erzählungen meiner inzwischen verstorbenen Großmutter, weis ich, dass meine Mutter wohl eine sehr liebevolle Mutter war, bis sie meinen Stiefvater heiratete. Aber auch daran kann ich mich nicht erinnern. Ich war wohl damals fünf Jahre alt. An wesentliche Dinge erinnere ich mich allerfings sehr wohl: ich war immer dumm, eine Schlampe, eine Drecksau und ich wurde mit blanken Händen, einer Art Bürste und eine Art Stil geschlagen. Oft waren es harmlose Gründe: Zahnpasta am Becher, ein Haar im Waschbecken, eine gegessene Birne, die meiner Mutter gehörte, Eselsohren im Schulhefter,…. Meine sogenannten Eltern waren auch kreativ mit anderen Strafen: Dauerhausarrest, Zuschliesen der Stuben- und Küchentur, kein TV, kein Radio, kaum Spielzeug, alle Hausarbeiten machen, auf dem Hof spielen nur in Sichtweite, nie mit anderen Kindern an den See gehen,….. Der Gipfel war ein öffentlich aushangender Aufgabenzettel, was ich um welche Uhrzeit zu tun und zu lassen habe.
Ich habe viele Jahre gedacht es sei normal, doch die Unterschiede zu anderen Familie wurden immer klarer. Irgendwann verstand ich, dass Prügelstrafen nicht normal sind. Als ich 15 war, drohte mein Stiefvater:“du hrauchst wohl mal wieder eine Tracht Prügel? ??“ Ich antwortete: „mach doch…ich zeige dich an“ daraufhin hat er mich zu Boden geworfen, sich auf mich gesetzt und mit der blanken Faust auf Brust, Flanken und Arme geschlagen. Meine Mutter saß mit verschränkten Armen und Beinen vor mir und svhaute aus dem Fenster heraus, ohne eine Miene zu verziehen. Ich war die Prügel schon so gewohnt, dass ich mein Gesicht schützte und mir dachte: „die Genugtuung zu heulen, gibst du ihm nicht!!!“. Und ich weinte nicht, obwohl ich mir in die Hosen pullerte vor Angst.
Mit 17 zog ich zu meiner Oma. Es folgten seltsame Beziehungen zu seltsamen Männern und mein ganzes Leben richtet sich danach, blos nicht so wie die eigene Mutter zu werden. Also machte ich meinen Führerschein, den sie nie schaffte, machte Fachabi, was sie nie schaffte, baute mir meine eigene kleine Wohnung auf, was sie nie schaffte,….
Als ich 2006 meine Mutter auf die Prügelstrafen ansprach und eine Erklärung, eine Gestandnis, eine Entschuldigung erwartete, behauptete sie ich hätte die Prügel verdient und es hatte mir nicht gesvhadet. Sie verstand es nicht. Und da war dad lezzte Ereignis svhon Jahre her und unser Kontakt sporadisch.
Mir ging es oft schlecht, weil ich nach Erklärungen suchte und nie eelche bekam. Aber aks sie mir den Spruch drückte, habe ich sie seit jeher nie wieder gesehen. Sie kennt ihr Enkel nicht, sie hat meine Hochzeit verpasst uvm…
Insgeheim hoffe ich immer noch, dass sie es irgendwann einsieht und angekrochen kommt, obwohl ich im Grunde weiß, dass die Chancen dafür sehr schlecht stehen.
Seit einiger Zeit kann ich auch fremden Mendvhen ganz nüchtern erzählen, wss passiert ist.
Doch immer ofter spüre ich, dass ich meinem Sohn gern auch einmal eine Klatsvhen würde, weil er mich an meine Grenzen bringt und ich keine Argumente mehr habe. Genau wie mein Stiefvatet, der auch nie Argu, ente hatte…
Ich habe Angst….
Angst meinem Sohn das Selbe anzutun….
Angst, dass er mich einmal so hasst wie ich meine Mutter hasse ubd zugleivh foch vermisse.
Den Schritt zum Psyhologen habe ich noch nicht gewagtm da ich Angst habe, mich an alles genau zu etinnern.
Als Kind loste ich das Problem durch Ritzen, hatte Untergewicht….
Heute bin ich Choleriker, Pessimist und fühle mich trotz aller Erfolge als Versager.
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
Ihr Artikel hat mich sehr bewegt. Ich las ihn wieder und wieder und jedesmal wurde meine Wut größer, meine Trauer, meine Scham. Ich selbst bin unter starker psychischer physischer Gewalt groß geworden. Manchmal frage ich mich wie ich es überhaupt schaffte Erwachsen zu werden. Meine Mutter die ein erfolgreiches Unternehmen führt gilt damals wie heute als herzensgute, liebevolle Frau und Mutter. Tja, so sehen sie ihre Kunden, so sahen sie meine Schulfreunde und alle Menschen in meinem Umfeld.
Aber niemand hat sie so kennengelernt wie ich es tat und glauben Sie mir auch ich musste erst schlimmes im Leben erfahren um das zu erkennen aber dazu später mehr. Nach außen hin schienen wir immer die tolle Familie. Meine Eltern meine jüngere Schwester und ich. Vater erfolgreich im Job, Mutter erfolgreiche Unternehmerin und ihre zwei Kinder. Ich kann mich bestimmt nicht mehr an alles erinnern was vielleicht auch gut so ist aber viele viele Erinnerungen brodeln in mir als seien sie erst gestern geschehen. Alles fing eigentlich damit an als meine Schwester geboren wurde da war ich 4. Ich war rebellisch meine Schwester dagegen unauffällig und introvertiert. Mein Vater prügelte mich oft. Sei es das ich meine Schwester ärgerte oder ich einfach laut war. Ich erinnere mich wie er mit dem Gürtel so lange auf mich einschlug bis meine Mutter ihn von mir weg holte und warum? Weil meine Schwester anfing zu weinen und zu meinen Eltern ins Bett kroch, Sonntags morgen.
Das schlimme waren nicht die Schläge sondern die Ignoranz meiner Mutter die nicht mal nach mir sah. Ich hatte überall Striemen. Im Gesicht an den Beinen. Ich hatte Todesangst vor meinem Vater. Irgendwann hatte ich eine Phase da machte ich ins Bett. Meine Mutter schleifte mich von Arzt zu Arzt natürlich ohne Ergebnis denn ich hatte nichts körperliches!! Eines Abends stand ich in der Schlafzimmer Tür da war ich 7 weil ich wieder ins Bett gemacht hatte und meine Mutter schleifte mich am Arm ins Bad und schloss mich ein, im Dunkeln. Ich durfte erst wieder raus als mein Vater kam. Ich kann es nicht vergessen…als ich in die Pubertät kam wurde ich rebellischer und als mein Vater mich beim rauchen erwischte schlug er solange auf mich ein bis ich ein blaues Auge hatte. Das schlimme waren nicht die Schläge sondern das ich schrie und meine Schwester weinte und meine Mutter die in der Tür stand sich meine Schwester schnappte und das Haus verließ. Sie ließ mich allein.
Schließlich wurde ich in der Schule von Lehrern angesprochen bis ich schließlich dachte man wolle mir ernsthaft helfen so brach ich unter Tränen bei meinen Lehrern zusammen. Meine Eltern wurden zum Gespräch eingeladen. Am Ende waren sie die Opfer eines rebellischen Teenagers die quasi die Prügel provoziert hatte! Noch heute bin ich fassungslos über diese Pädagogen! Meine Mutter strafte mich mit wochenlanger Ignoranz. Schließlich hätte ich ihren guten Ruf in Gefahr gebracht. Mein Vater jedoch rührte mich seitdem nicht mehr an, ich sehe noch heute das es ihm leid tut. Er hat sich zwar nie offiziell entschuldigt aber versucht es mir mit vielen Gesten zu zeigen. Meine Mutter dagegen und davon bin ich überzeugt liebt nur meine Schwester. Sie wurde nie angerührt. Wenn sie schlechte Noten schrieb wars ok. Wenn ich dagegen schlechte Noten hatte zb eine 3 wurde ich bestraft. Bewusst wurde es mir jedoch als ich 2010 heiratete, anschließend hatte ich eine Fehlgeburt welche mir den Boden unter den Füssen wegriss. Ich wurde depressiv und am aller schlimmsten: ich bekam heftige panik attacken. Es wurde so schlimm das ich mich nicht mal mehr vor die Tür traute. Auto fahren ging nicht mehr. An der Kasse im Kaufhaus stehen ein Alptraum. 6 Monate ging das so bis mein Mann mich mit Gewalt zum Psychologen brachte.
Es war das beste das mir je hätte passieren können! 18Monate war ich dort. Regelmäßig ging ich zu den Terminen. Meine Mutter belächelte mich interessierte sich weder für meine Attacken noch für den Grund. Mein Psychologe drang soweit in meine psyche ein bis er den Kern den Auslöser meiner Angstzustände zu greifen bekam. Dafür danke ich ihm bis heute so unendlich. Meine Mutter ist der Grund. Die Fehlgeburt löste eine Art Versagenswelle in mir aus das ich vor meiner Mutter versagte. Ich kam mir so wertlos vor so klein so ohnmächtig. Heute bin ich zwar wieder „gesund“ bzw ich gehe mit meiner Angst anders um. Aber der Grund warum ich mir hier alles von der Seele schreibe ist das meine Eltern bzw. Meine Mutter vor 10 jahren ein Haus kauften. Meine Schwester wohnt unter dem Dach auf 100qm zahlt natürlich keine Miete und übernimmt keinerlei Kosten.
Dann kamen sie mit der Ratenzahlung des Hauses ins schleudern dies ging dann soweit das die Bank die Kredite kündigte! Zu dieser Zeit war meine Mutter verzweifelt sie rief mich täglich an weinte und jammerte sie würde alles verlieren und was sollen die anderen denken… Meine Schwester wurde damit natürlich nicht belastet. Aber mich, mich konnte man belasten? Auf der Arbeit anrufen, Abends zuhause, bei Familientreffen ging es nur um das eine Thema. Es hat mich so unendlich belastet es hat mich fertig gemacht! Und sie hat es einfach nicht interessiert. Irgendwann hatte ich die schnauze voll und habe mich mit Banken und Anwälten ins Zeug gelegt. Am Ende war die Bank bereit einen Deal einzugehen. Sie wollte das ich den Kredit mit unterschreibe als Bürge! Sonst würde das Haus in die Zwangsversteigerung gehen. Die Bank bot mir an bzw. schlug mir und meinen Mann vor das Haus auszubauen und dort einzuziehen. Antwort meiner Mutter: ja, wenn ihr mir 1000 Euro im Monat zahlt. Der komplette Kredit belief sich auf 1200 Euro im Monat! Mein Mann und ich waren fassungslos. Meine Schwester wohnt dort und zahlt nicht 1cent. Ich unterschrieb den Vertrag nur unter der Prämisse das ich einen Eintrag ins Grundbuch möchte. Aber auch da gab es Streit mit meiner Mutter denn schließlich würde sie meine Schwester damit benachteiligen.
Nicht einmal einen Hausschlüssel habe ich erhalten oder einfach mal ein Danke für Deine Hilfe! In solchen momenten kommt alles hoch einfach alles!!!!! Wenn ich sie auf meine Kindheit anspreche stellt sie mich tatsächlich als Lugnerin hin, ich würde mir alles einbilden ich hätte NUR eine Ohrfeige bekommen! Das macht mich so wütend so traurig das ich sie einfach nicht greifen kann. Niemand würde mir glauben wie sie wirklich ist ! Nicht einmal mein Mann wenn er es nicht selbst sehen würde. Ich denke oft darüber nach ob ich als Mutter irgendwann genauso grausam sein werde, das macht mir Angst es blockiert mich. Diese irreparabeln Schäden können nie wieder gut gemacht werden! Nie wieder!! Und hätte ich damals nicht professionelle Hilfe gehabt würde ich heute noch denken dass sei ok was sie getan haben!! Am liebsten würde ich den Kontakt zu ihnen abbrechen. Aber zu meinem Vater möchte ich den Kontakt gerne haben. Es ist sehr schwer sich von jemandem zu lösen den man liebt und als Kind liebst Du Deine Eltern bedingungslos.
Danke fürs lesen.
Giulia
Hallo Sonja,
bei der Verdrängung verleugnen wir so gründlich, dass wir das Verleugnete kaum noch bewusst wahrnehmen. Bei der Verleugnung wird alles, was nicht ins Weltbild passt, kurzerhand ignoriert.
Das kann man einerseits als einen Schutzmechanismus Ihrer Psyche sehen, bis hin zu der Phantasie, dass Sie sich das alles nur einbilden (was ich auch nicht glaube). Aber inneren Konflikte verschwinden nicht einfach. Bei Ihnen zeigen sie sich durch nächtliches Grübeln. Sie könnten eine tiefenpsycholgisch funiderte Psychotherapie erwägen. Nur durch das Aufarbeiten werden solche Dinge gelöst.
Ich bin 1982 geboren und wurde als Kind geschlagen, aber auch mit psychischer Gewalt verletzt.
An einige der Worte kann ich mich noch gut erinnern, aber die konkreten Schläge habe ich verdrängt. Ich habe nie vergessen, _dass_ ich geschlagen wurde, aber ich kann mich an kein einziges Mal erinnern. Ich erinnere mich aber daran, wie ich als Kind über die Schläge gegrübelt habe. Ansonsten habe ich sehr klare Erinnerungen an meine Kindheit.
Mich würden Informationen über diese Form der Verdrängung interessieren. Manchmal zweifle ich nämlich selbst daran, ob die Gewalt wirklich stattgefunden hat (wovon ich an sich ausgehe – das Thema belastet mich stark, ich liege oft, wie jetzt, wach deswegen). Ich habe jetzt mehrfach gelesen, dass entweder ein ganzer Abschnitt der Kindheit verdrängt wurde, oder die Gewalt (vorübergehend) komplett vergessen wurde. Beides ist bei mir nicht passiert. Ich kann mich bloß an keine konkreten Handlungen mehr erinnern. Ich kann nicht sagen, wohin ich genau geschlagen wurde und wie sehr es wehgetan hat.
Ich glaube, dass Sie mit dem trotzigen Machtspiel Recht haben könnten. So habe ich das bisher noch nicht gesehen. Eine Weile hab ich dann diese Spiel wohl stets verloren, am Ende, mit 15 erst, gab es dann wohl eher ein einvernehmliches Ende. Beide Seiten haben das Machtspiel aufgegeben und sind aufeinander zu gegangen.
Meine Vermutung bezog sich auf Ihren Satz “ Trotzdem habe ich mich mit 13/14 immer wieder in Situationen manövriert, die dann, wenn sie offenbar wurden, unausweichlich zu einer kräftigen Tracht Prügel führten.“ Das kann man einerseits als trotziges Machtspiel („Ich habe keine Angst vor Euch“) oder eben anders verstehen.
Danke für die schnelle Antwort, die mich aber etwas irritiert. Das klingt fast so, wie die Aussage meiner Eltern (damals, wie heute), ich hätte die Schläge eben „gebraucht“. Ich glaube nicht, dass ich ein Aufmerksamkeitsdefizit hatte, ich habe schon gern dafür gesorgt, im Mittelpunkt zu stehen.
Trotzdem danke, ich denke mal weiter darüber nach…
Hallo Herr Voss,
meine Antwort auf Ihre Frage: Kinder – wie auch Erwachsene – brauchen Aufmerksamkeit. Und Schläge sind negative Aufmerksamkeit, aber manchmal noch besser als gar nichts.
Alle paar Jahre kommt man in irgendeinem Gesprächskreis auf dieses Thema und insbesondere die jüngeren Teilnehmer wundern sich dann sehr darüber, was früher durchaus üblich war. Diesmal habe ich das auch zum Anlass genommen, etwas zum Thema im Internet zu finden und bin auf diesen Persönlichkeitsblog gestoßen.
Auch ich wurde zuhause früher geschlagen, das erste Mal kurz nach meinem 10. Geburtstag, das letzte Mal drei Monate nach dem 15. Geburtstag. Dazwischen immer dann, wenn meine Eltern es für ’nötig‘ hielten und ihrer Ansicht nach eine ordentliche Tracht Prügel ‚fällig‘ war.
Das war am Anfang nicht ganz so oft, aber so mit 13 und 14 leider sehr häufig und leider auch sehr intensiv, „nachhaltig“, nannte das mein Vater schon damals. Meine Mutter fragte mich dann so zwei, drei Tage nach einer Bestrafung immer, wenn sie sah, dass ich mich vorsichtiger als sonst hinsetzte, „na tut’s noch weh?“, was ich wahrheitsgemäß bestätigte. „Dann ist’s ja gut“, antwortete sie dann stets lächelnd, „das soll es auch!“.
Das war auch die einzige ‚Diskussion‘, die meine Eltern damals zu diesem Thema zuließen.
Ich empfand die harten Strafen damals einerseits als extrem schrecklich, andererseits die Prügelstrafe als Konsequenz von Fehlverhalten aber irgendwie auch als normal, denn meine Freunde bekamen zuhause auch gelegentlich Schläge, wenn auch nicht so oft und nicht so heftig.
Dabei waren meine Eltern ansonsten durchaus sehr liebevoll und taten alles für mich. Nur in Konfliktfällen waren und blieben sie absolut kompromisslos auf ihrer harten Linie.
Erst, als ich schon 18 war, habe ich meine Eltern kritisch auf ihre Prügelpraxis angesprochen. Vorher habe ich mich das irgendwie nicht getraut, da ich ihnen durchaus zugetraut habe, dass sie solch eine Strafe nochmals ausführen würden. Besonders ergiebig war die Diskussion allerdings nicht. Das sei eben eine ganz normale Strafe, die mancher eben weniger und ich eben öfter ‚gebraucht‘ hätte. Und ich müsse ja auch zugeben, dass ich nie ‚unverdient‘ den Hintern voll bekommen hätte. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, von diesem Grundsatz waren sie nicht abzubringen.
Die letzte Bestrafung dieser Art ist ja nun schon 35 Jahre her. Die Erinnerung an diese Maßnahmen ist zwar unangenehm, sie belastet mich schon lange nicht mehr.
Eines kann ich aber rückblickend an meinem eigenen Verhalten nicht nachvollziehen – und das beschäftigt mich jetzt schon und ist sicher der Grund, warum ich hier über meine Erfahrungen berichte.
Natürlich hatte ich vor den Bestrafungen Respekt und Angst. Und ich wusste auch, was meine Eltern erwarteten, nämlich ein zu jener Zeit übliches Mindestmaß an Wohlverhalten, Gehorsam und manchmal auch ein diskussionsloses ‚parieren‘. Trotzdem habe ich mich mit 13/14 immer wieder in Situationen manövriert, die dann, wenn sie offenbar wurden, unausweichlich zu einer kräftigen Tracht Prügel führten. Das war dann einerseits schon so wirksam, dass ich nicht nur meinen Eltern Besserung gelobte, sondern auch mir selbst, damit ich nicht so bald noch einmal in eine solche Situation kommen konnte. Ich hatte dabei auch immer genügend Schuldgefühle, da es ja mein Verhalten war, dass meine Eltern zu solchen Maßnahmen zwang.
Aber trotzdem und trotz aller Angst vor diesen Strafen war manchmal schon nach vier Wochen die nächste ‚fällig‘. Ich hätte mir doch viele Schmerzen und die Demütigungen, die man mit 14/15 bei solchen Bestrafungen natürlich auch empfindet, durch angepasstes, braves Verhalten ersparen können.
Wieso konnte ich das offenbar zu der Zeit nicht?
Hallo Alex,
nachts arbeitet unser Unterbewusstsein. Dieses will Dir etwas mitteilen (Du ahnst ja schon, worum es geht), was Du Dir im bewussten Leben nicht bewusst machen willst. Ich würde Dir aus meiner Erfahrung heraus raten, Dich jeden Tag für ein paar Minuten nur Dich selbst zu widmen, um Deinen Erinnerungen auf die Sprünge zu helfen. Es wird sicher eine Zeit lang dauern, bis Du Dich wieder ganz wirst erinnern können, aber es wird wieder kommen. Und hab keine Angst davor, auch wenn es weh tun wird, Heute bist Du nicht mehr in der Situation von damals. Und rede mit Deinem Freund darüber, damit er versteht, warum Du Dich verhälst, wie Du Dich verhälst. Viel Glück!
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Hallo Karl,
am 10.05.2013 hast Du mir geschrieben:“Das bin ich. Das will ich sein. (weiß doch Kurti besser als viele andere)“
Das habe ich nicht verstanden, was meintest Du damit?
Kurti
Hallo Alex,
Dir kann nur der Hypnosedoktor helfen.Google mal danach …Norbert Preetz.
Solche Traumatas können nur durch Hypnose gelöst werden…
Viel Erfolg
Hallo! Der grund warum ich um diese zeit noch schreibe ist das ich mich nicht trAue schlafen zu gehen! Heute als ich nachmittags kurz einschlief hat mein freund sich im bett aufgesetzt und ich habe mich zum wiederholten mal im letzten jahr derart erschreckt dass ich wie eine furie aus dem bett sprang und ihn angeschroeen habe ob er noch ganz dicht ist! Ich hatte angst jand will mich verhauen!
Ich weis das ich als kind einmal geschlagen wurde als ich schon geschlfen habe, ich wusste damals und auch heute nicht wofür…
Mein freund versteht diese auszucker verständlicherweise nicht! Und er würde mich niemals schlagen!
Was kann ich tun damit das nicht mehr passiert?
hallo ich bin 13 jahre alt ich wurde ab meinem 6. lebensjahr (ab da kann ich mich erinnern das ich geschlagen wurde also kann auch sein das ich schon früher geschlagen wurde) bis zum 12. geschlagen usw… von beiden elterteilen. Es war häufig nur wegen kleinigkeiten wie irgendeine hausaufgabenicht ,,angeblich“ schlecht benommen… und es hat letztes jahr aufgehört naja eher anfang dieses jahr weil meine eltern sich getrennt haben. Weil meine mutter meinen Vater betrog… entschuldigumg das ich hier durcheinander schreibe. Ich habe mir alles kaputtgemacht durch meine lügen wobei es igentlich die wahrheit war nur extrem erzählt. Wie in der straße zu erzählen meine mutter hat mich geschlagen.. das glaubt niemand einem 8 jährigen kind und an eine sache konnte ich mich erinmern. Ich war nicht sehr beliebt dadurch in der straße aber es gab auch gute zeiten … an einer guten zeitwurde ich mal wieder im viereck rumgeschlagen und dann hatte ich ein blaues auge (meine einzigste verletzung in der zeit ich denke men körper war es gewöhnt deshalb blute ich nicht) da hatten sie geklingelt und wollten mit mir spielen sind allepaar jahre äter als ich. und ich konnte nicht raus wegen dem blauen auge mein vater lag weinend im bett und hatte sich tausendmal entschuldigt. Ich stand also am Fenster und beobschtete die kinder wie sie soielten und ich dachte ich ich bin ja eh nichts wert pah die wollen mich doch eh nur ärgern was sie auch öfters taten wegen den lügen. ich saß weinend da ich dachte nur toll einmal wollen sie mit mir spielen und dann muss ich drinne bleiben… Ja das ist mein.Leben heute bin ich ja 13 und wohne bei meinem fater meine mutter ist ausgezogen und wohnt bei ihrem freund bei dem mitdem sie papa betrogen hat. Mein Vater mag ich irgendwie mehr und die oma und opa von mir also die eltern voon meinerutter melden sich nicht bei mir angeblich wegen Meinem vater ph nstmt zwar nicht aber sollen sie halt sich nicht melden. Ich bin ihr einziges Enkelkind habe veressen zu sagen das ich einzelkind bin) ja und was noch a ja zumeiner oma die auch bei uns im ort wohnt ghe ich mittwoch und freitags nach der schule also haben wir viel kontakt zu meiner mutter gehe ich montags und dienstags schlafe aber zuhause und manchmal an wochenensen zurzeit muss ich zu mama weil mein papa ich krankenhaus ist und operiert wurde ihm geht es aber schon besser. ja jetzt bin ich 8 tage bei mama und dann noch 3 bei oma dann kommt papa wieder. Eure Elena
Guten Abend bzw wünsche ich eine ruhige Nacht für alle die die auch nicht schlafen können.
Mir geht es wie Nora, auf einmal sind die Bilder und Gedanken da und ich bin am weinen und am grübeln ob es mitten in der Nacht ist oder beim Frühstück. ..ich weiß nicht an was das liegt oder was der Auslöser dafür ist. Ich schreibe hier, weil ich all Eure Erlebnisse gelesen habe und ich endlich das Gefühl habe nicht alleine zu sein.
Ich bin heute 39 und habe auch so extreme Erfahrungen in der Kindheit durchleiden müssen. Ich habe einen Bruder der drei Jahre jünger ist als ich. Bei uns hat es damit angefangen, dass unsere Eltern uns abends alleine gelassen haben. Da war ich 5 oder 6 ..Natürlich hatte ich auch riesige Angst, da man mir eingetrichtert hatte wenn es brennt, Fenster einschlagen und mit dem Bruder raus. Es ist nichts passiert gott sei dank..aber es hängt immer noch fest.
Mein Vater war und ist immer noch ein Alkoholiker. Abends war er immer breit und bei Zeiten im Bett verschwunden. Meine Mutter war immer stinksauer und wütend auf ihn was sie dann an uns ausließ. Mein Bruder und ich hatten ein gemeinsames Zimmer. Und jeden Abend stand unsere Mutter vor der Tür und wehe es gab einen Mucks von uns…stürmte sie hinein…schmiss uns auf den Bauch..hielt uns die Hände auf dem Rücken fest und kniete sich auf uns…und dann ging es zur „Sache“. Ob mit festem Gummilatschen, Holzkochlöffel, Hundeleine…es wurde drauf losgeprügelt..natürlich vorher Hosen runter, damit es richtig schön weh tat und wir schrieen. Natürlich auch nur auf die Stellen wo man dann die aufgeworfenen Stellen nicht sah. Auch traute sich keiner mehr von uns abends auf Toilette, weil es dann gleich wieder zur Sache ging. Also nahmen wir tagsüber Einweckgläser mit ins Zimmer….
Das ging Jahre lang so bis ich 17 wurde und ich dann die Hand meiner Mutter festhalten konnte. Dann war Schluß. Kontakt habe ich heute noch aber ich spüre den Hass ihr gegenüber. Ich selber habe drei Kinder und die habe ich nie geschlagen und einen lieben Mann habe ich auch. Meine Mutter rühmt sich heute noch mit den Taten und mein Vater. ..ich weiß nicht einmal ob er weiß was damals abgegangen ist, da er ja stets betrunken war und immer noch ist. Ich weiß nur das ich an Fibromyalgie leide und es wird vermutet das dies zusammen hängt. Und ich werde es ihr nie verzeihen können. Und euch da draußen möchte ich sagen, ihr könnt euer Leben so leben wie ihr wollt. Es wird nicht vererbt! Macht was aus eurem Leben auch wenn es nicht einfach ist.
Hallo Nora,
danke für Ihre Antwort und Ihre Offenheit.
Tiefenpsychologisch gedeutet könnte man jetzt vermuten, dass Sie unbewusst vielleicht mit Ihrer Anorexie Ihren Vater „zwingen“ wollen, sich endlich mal um Sie zu kümmern.
Lieber herr kopp-wichmann,
vielen dank fuer ihre antwort.
Meine mutter war nicht allein erziehend, aber mein vater hat immer gearbeitet. Aufgrund der ganzen abnehm-geschichte habe ich schon eine therapie gemacht.
Eine moegliche erklaerung fuer das gestoerte verhaeltnis zu meinem vater koennte sein, dass ich frueher natuerlich aufgrund der hysterie und dem verhalten meiner mutter ein papakind war. Wenn er zu hause war, hatte sich meine mutter meist (leider) im griff und hat nur geschrien. Irgendwann hatte ich dann wohl das gefuehl, von meinem vater im stich gelasaen zu werden: es war winter, dementsprechend kalt und es lag viel schnee. meine mutter hat mich drinnen mal wieder windelweich geschlagen (ihr lieblingsausdruck). Meine einzige „rettung“, da sie mir auch hundert prozentig nicht hinterherkommen wuerde, schien mir die „flucht“ nach draussen. Irgendwie habe ich es dann auch geschafft zur terrassentuer zu gelangen und bin ohne schuhe und ohne jacke in den schnee gelaufen. Ich erinnere mich als waere es gestern. Meine socken waren natuerlich sofort nass und kalt war mir auch. Ich habe mich dann in den fahrradschuppen gesetzt und putztuecher um meine fuesse gewickelt und dort dann ausgeharrt bis mein vater von der arbeit kam, um mit ihm wieder reinzugehen.
Er hat nie ueber das ganze gesprochen, es tot geschwiegen und mich damit im stich gelassen.
Hallo Nora,
ja, Sie sind wirklich sehr zäh und haben sich ganz gut damals ain den Situationen gschlagen. Gut auch, dass Sie so früh ausgezogen sind. Dass Ihre Mutter Sie heute gut findet und ihre Geschichte erzählt hat, zeigt, dass sie auch Opfer war und dass Erlebte einfach in der Täterrolle unbewusst weitergegeben hat.
Dass Sie mit der ganzen Sache noch nicht psychisch fertig sind, zeigen Ihre Tränen und Ihre vermutlich Ihre Annorexie. Sie waren ja damals sehr einsam (ich nehme an, Ihre Mutter war alleinerziehend), deswegen tut es Ihnen gut, sich das mal hier von der Seele zu schreiben. Suchen Sei sich einen Plazt, wo Sie über die Erlebnisse von damals frei sprechen können. Das kann eine Selbsthilfegruppe sein (Emotions Anonymous) oder eine gute Psychotherapie (zahlt die Krankenkasse).
Alles Gute für Sie.
Hin und wieder weine ich mich in den schlaf. Heute ist wieder eine nacht davon… Ich muss ganz ploetzlich an frueher denken. Als ich im alter von ca 5-15 war, hat meine mutter mich geschlagen. Sie war hysterisch und unberechenbar – konnte von einer auf die andere minute ihren kompletten gemuetszustand aendern und vollkommen ausrasten. So bin ich dann nicht selten an den haaren durch das haus geschliffen, beleidigt, geschlagen, geschubst (einmal ist unsere glashaustier davon kaputtgegangen) und getreten worden. Dabei herrschte eine unendliche lautstaerke. Ich habe nur geweint und die welt nicht mehr verstanden.
Meine mutter hatte zwei gesichter und ich konnte ihr nicht vertrauen. Immer dachte ich, ich sei schuld und habe mich abends fuer „alles“ (obwohl ich oftmals einfach nur da war) entschuldigt. Von ihr kam nie auch nur ein wort der reue. Ich habe mich mehr und mehr zurueckgezogen, wurde aber gleichzeitig innerlich inmer staerker, bis ich irgendwann in der lage war, ihr zu widersprechen, sie abzuwehren und von oben herab zu behandeln. Wenn sie gebruellt hat, stand ich seelenruhig da und habe gefragt, ob sie das nicht auch ruhig und sachlich ausdruecken koenne. Wann genau und wie es zu dieser wandlung kam, weiss ich nicht mehr.
Das verhaeltnis zu meiner mutter besserte sich erst, als ich zum studieren auszog. Ich bin jetzt 22 und litt im vergangenen jahr unter anorexie. (Ob das zusammenhaengt weiss ich nicht). Waehrend ich das hier schreibe, fange ich schon wieder an zu heulen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass wirklich ich dieses kleine, scheue und verletzlichr maedchen war. Ich kann kaum glauben, so zaeh all das bis hier „gemeistert“ oder ueberstanden zu haben. Egal was ich jetzt sage oder mache – meine mutter findet alles toll. Sie hat mir letztes jahr auch offenbart, dass es frueher bei ihr zu hause genauso zuging und sie deshalb mit 17 ausgezogen ist (was ihre handlungen natuerlich nicht entschuldigt). Ehrlich gesagt weiss ich nicht, weshalb ich diese zeilen tippe, aber es tut irgendwie gut.
Hallo nochmal,
doch ich habe bereits mehrere Therapien gemacht, aber die haben nicht wirklich geholfen. ich musste scheinbar erst mit der Erfahrung mit eigenen Kinder konfrontiert werden um zu lernen, zu verstehen und vor allem um es selber besser zu machen.
Und ich bin so dankbar, dass ich mir das jetzt mal ganz öffendlich von der Seele schreiben konnte. Ich hoffe, das Ihr Bericht und die Erfahrungen, die so nieder geschrieben werden, noch vielen Eltern die Augen öffnen, für eine bessere Welt für unsere Kinder.
Liebe Grüße,
Ramona
Hallo Ramona,
ja, jetzt kennen Sie die Spirale der Gewalt, die sich unbewusst fortsetzen kann in Familien, wenn eine/r nicht aufwacht und es kapiert – so wie das gerade tun.
Sie schreiben nicht, ob Sie schon mal eine Psychotherapie gemacht haben. Falls nein, empfehle ich Ihnen das. Das ist der beste Ort in der Gegenwart, mit den Wunden der Vergangenheit fertig zu werden.
Alles Gute für Sie.
Hallo,
ich habe kürzlich einen Bericht im TV gesehen, über Haue bei Kindern und deren Folgen als Erwachsener…
Ich war einfach nur entsetzt!!! Ich habe mich selber gesehen!
Geboren bin ich 1980, mein Vater ein EX-Alki und meine Mama zarte 16 Jahre. Je älter ich wurde kamen auch die Flausen dazu…1982 bekam ich eine Schwester. Bis dahin und auch noch ein Stück weiter, so scheint es mir, war alles in Ordnung…Später, so mit 6,7,8 Jahren war die „Haue“ schon Satz! Je älter ich wurde, desto mehr ging die „Haue“ in regelrechte „Prügel“ über. Aber irgendwie alles noch so, dass es für mich nicht so schlimm war, bis zu dem Zeitpunkt, als ich 15 3/4 war. Ich wurde Konfirmiert, ein Teil des Geldes ging auf mein Sparbuch. Nun hatte ich das Problem, das ich in der Schule sowieso Aussenseiter war und wollte endlich dazu gehören. Ich dachte naiv, dass mit sowas wie „Marken-Kleidung“ dabei hilft. Ich nahm also ohne Erlaubnis mein Sparbuch, holte das ganze Geld (300 DM) und ging shoppen…Markenschuhe, Markenkleidung und für die Schule einen Markenrucksack.
Meine Mutter fand es natürlich schon heraus, als ich noch unterwegs war. Als ich nach Hause kam, konfrontierte sie mich damit, ich hatte so viel Angst, dass ich alles abstritt, was ja völlig bescheuert war, jedenfalls nahm meine Mutter mir die Sachen alle weg, gab mir Zimmerarrest (3 Kinder auf 10q²)und sagte, das mein Vater die Sachen alle zurück bringen würde. Ich war traurig und enttäuscht, aber auch froh, das mein Vater nicht da war und nichts mitbekam; ich fühlte mich also relativ sicher!
Nichts da, mein Vater kam, meine Mama erzählte ihm alles und dann ging es erst richtig los:
Er pöbelte rum, ich pöbelte zurück…er sagte, das ich gefälligst mitkomme, sie Sachen zurück geben, ich wollte nicht…Es war mir peinlich! Im diesem Wortgefecht platzte ihm der Kragen und er verprügelte mich…er schlug mich zu Boden, ich hatte schon lage eine Schutzhaltung eingenommen aber er ließ nicht nach, traf mich mehrmals am Kopf, Rippen, Bauch, Beine. Genau, wie man sich eine Schlägerei bei erwachsenen, besoffenen Männern vorstellt. Ich war aber erst 15 und ein Mädchen. Die Folgen waren div. Prellungen, blaue Flecken, Knochenabsplitterungen an Rippen und Augenhöhle…meine Mutter sah, das er es übertrieb, sah aber nur hilflos und nichts tuend zu. Zum Glück kam zufällig irgendwann meine Tante, als ich schon laaange zusammengekauert & regungslos am Boden lag und nicht mal mehr weinte. Ihr verdanke ich, das ich überhaupt noch lebe. Sie konnte ihn vom mir abbringen. Das war dann also schon mal überstanden, aber das Drama ging noch weiter, denn ich musste wie vorher schon gesagt, mit ihm mit, die Sachen zurück bringen. Er hat allen Verkäufern erzählt, was ich getan habe, es war soo peinlich, das ich bis heute die Geschäfte teilweise nicht wieder betreten habe. Dann wieder zu Hause angekommen, musste ich auch gleich wieder in mein Zimmer. Ich war so unglaublich traurig, sauer, enttäuscht und was nicht noch alles, dass ich letzen endes entschieden habe, weg zu laufen. Ich konnte meine 2 Jahre jüngere Schwester überreden, mir zu helfen…sie stellte mein Fahrrad unter unser Zimmerfenster im 1.OG und ich hangelte mich raus, über’s Rad auf den Boden und radelte davon, zu meinem ersten Freund…Kaum dort angekommen, kam mein Vater auch schon dort an. Er ahnte, wo ich hin gehen werde und so war es auch mit viel gepöbel nahm er mich also wieder mit und stckte mich wieder ins Zimmer. Diesmal wurden die Fenstergriffe sogar abgebaut. Unglaublich, aber wahr!
Ich hatte keine andere Wahl, als es also hin zu nehmen, aber der nächste Tag sollte kommen. Morgens sollte ich in die Schule, meine Mutter mahnte noch, das ich ja gleich nach der Schule nach Hause kommen soll. Da ich Angst hatte, das ich nochmal so ein Donnerwetter erlebe, tat ich das auch, aber früher als geahnt, denn ich war nicht in der Schule, sondern im Krankenhaus, dort wurde alles untersucht, Röntgenaufnahmen wurden gemacht und da war das Ergebnis (die Beweise) auf Bildern.
Ich konfrontierte meine Mutter damit. Sie versuchte die Fassung zu wahren, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich sah, wie entsetzt sie war. Ich hatte keinen Zimmerarrest mehr, aber mehr passierte auch nicht. Mein Vater wurde bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen, weder von ihr, noch von sonst wem.
Bis ich 28 war passierte nie wieder was, ausser das er sich immer damit vor mir und allen Anderen rühmte und sagt, dass er mich sicher umgebracht hätte, wäre meine Tante nicht gekommen. Mit 28 schlug er mich nochmal, weil ich meine streitenden Schwestern verteidigt habe. Der Grund: Er war ja sooo müde und ich hätte ihn angeblich aus dem Schlaf gerissen! Toller Grund!!!
Heute bin ich fast 33 Jahre alt, ich leide unter sämtliche oben beschriebenen Folgen und kann nichts dagegen tun. Mit 30 bin ich Mutter einer Tochter geworden. Ich habe ihr leider auch schon hier und da mal etwas auf die Finger gegeben, bis ich den Bericht im TV sah, das öffnete mir die Augen, ich habe verstanden, warum ich bin, wie ich bin…
UND WENN ICH EINE NICHT WILL, DANN, DASS MEINE TOCHTER NICHT DUCH MICH DAS SELBE ERLEBT UND DIE GLEICHEN FOLGEN DAVON TRÄGT!!!
MEINE TOCHTER WIRD NIEEE WIEDER HAUE BEKOMMEN. SIE SOLL GLÜCKLICH UND GEWALTFREI AUFWACHSEN, DENN ICH LIEBE SIE; MEHR ALS ALLES ANDERE AUF DIESER WELT!!!
Aber so traurig wie bei mir kann die Realität aussehen!
Liebe Marie und alle Anderen,
ich bewunder euch für den ersten Schritt zu erkennen, dass man Hilfe braucht. Das hätte ich von mir früher nie gedacht.
Ich hatte das Glück mit meiner Psychotherapeutin wie ich zu ihr kam und dass es beim ersten Anlauf geklappt hat. Wahrscheinlich hätte ich frustiert wie der aufgegeben. Sie anzusprechen, warum ich von ihr Wechseln möchte und ihre Reaktion/Antwort zu bekommen, dies zu überdenken, hatte mich bewogen zu bleiben, denn !!Sie ist nicht meine Mutter!!. Ich muss ihr nicht beweisen, dass ich das kann, „Rückschritte“ sind nicht schlimm, und das ich auch mit meinen Macken liebenswert bin.
Züchtigungen müssen nicht immer spürbare Gewalt sein. Geschlagen wurde ich nicht, aber wenn Eltern hilflos sind kann auch das Ausleben der Machtposition einen selber ‚verkorksen‘. Und ich kann mich nur zu gut mit den Folgen identifizieren!
@Marie: bitte suche weiter und lass dich von der „blöden Truller“ nicht ins Bockshorn jagen!
Die Suche des richtigen Therapeuten ist für viele viele viele ein langer Prozess. Lasst euch alle von Fehlversuchen nicht abschrecken. Es kann lange (mehr als 12 Versuche dauern), bis man jemanden findet dem man sich öffnen kann und der einen versteht und wo man sich wohlfühlt. (Eine Freundin sagte nur – bei der bist du? aahh mit der kam ich garnicht zurecht und bin rückwärts wieder raus-)
Jedes Anders hilft einem sich weiter zu entwickeln, auch wenn es nie einfach ist. Es ist aber besser als in der aktuellen Situation zu verharren (raus aus der Komfortzone).
@ Sergej: Ich für mich gehe davon aus, dass Babies und Kleinkinder nie absichtlich etwas „böses“ machen. Unter Angst eine Leben zu führen mag ich meinen Kindern ersparen. Und wenn ich sehe dass mich meine Kinder verängstigt ansehen mag es sein, dass sie das nie wieder machen, sie verstehen es aber nicht warum sie es nicht machen sollen. Und ich bin erstaunt wie weit die Logik bei Kindergartenkindern ist wenn sie einmal verstehen warum einen das „Verhalten“ dass sie an den Tag legen stört. Aber definitiv werden sie es erstmal nicht abstellen *lach*. Wenn dir dein Kind dann aber sagt: „Mama ich habe mich nicht getraut es dir zu sagen weil ich Angst hatte dass du schreist und mich schimpfst, mich grob festhältst…“ dann ist das Bestätigung genug dafür dass ich mich auch weiter ändern will, dass ich es nicht so mache wie meine Eltern!
Strenge und Konsequenzen sind ganz unterschiedliche Dinge!
Ich für mich möchte weg von der negativen Aufmerksamtkeit für meine Kinder, ich möchte Vorbild sein und ihnen eine gewaltfreie Kommunikation ermöglichen, die ich so schwer erlernen muss. Ich habe gerade Bergfest und werde wohl noch mal 1,5 Jahre in Behandlung sein
@all: es lohnt sich!
Ich wurde als Kind auch oft geschlagen, meist wenn mein Vater betrunken war. Hatte oft Angst gehabt er bringt mich um. Konnte nie bei Freunden schlafen, weil ich dachte er bringt meine Mutter um. Immer wieder schlug er meine Mutter, ging mit einem Messer auf sie zu usw… Ich hatte große Angst und in der Angst, zitternd warf ich mich immer vor meine Mutter und schrie zu meinem Vater, dass ich ihn umbringe, da war ich 3-12 Jahre alt.
Hatte unzählige Suizidversuche Hunger mir, nie richtige Freunde. Schaffe es keine Beziehung zu führen und kenne mich selber nicht. Ich hasse meinen Vater und meine Mutter weil die sich nicht getrennt hatte obwohl sie mich hat Leiden sehen. Höre immer noch ihre Worte :,, siehst du nicht was du dem Kind antust ?!“. Aber eher wollte sie sagen was er ihr antat.
Heute habe ich eine traumatische Belastungsstörung, habe Angstzustände und kann nicht alleine in einer Wohnung schlafen . Ich schlafe bei meinen Eltern aus Angst und fresse alles in mich hinein, da ich jeden Tag ihr Scheiß Gesicht sehen muss. Heute mit 20 Jahre wird immer wieder betont ich sei ein verwöhntest Kind, deswegen geh ich so schlecht mit ihnen um. Vor anderen betonen sie immer wieder wie glücklich sie sein und das eine gewaltfreie Erziehung so wichtig sei. Ich hasse sie so sehr. Mir sagen sie immer wieder, das alles gar nicht so war wie ich es in Erinnerung habe und das ich mir das einbilde.
Lügen sie sich selber an oder sind sie so dumm das sie alles vergessen haben. Ich wünsche meinem Vater ein leben voller scheisse
ich wurde von meinem stiefvater geschlagen. wegen nichtigkeiten. ich war ein pubertierendes, freches kind – teenager halt.
meine mutter war hilflos und unfähig sich vor mich zu stellen. ich glaube, sie hat selbst oft was abbekommen. ich hab mich elend ohmächtig gefühlt. hab mich vor angst oft am wc eingesperrt. als ich ca 13 jahre alt war, hab ich ernsthaft darüber nachgedacht von zu hause auszureissen. mir wurde aber klar, dass ich mit damals ca 300,– schilling aus meinem sparschwein nicht weit kommen würde…..
ich hatte auch eine phase, wo ich mir die haare ausgerissen hab. niemanden ist das aufgefallen. meine mutter hat geglaubt, ich hab ein hautproblem.
irgendwann hab ich dann von selbst wieder damit aufgehört. zum glück hab ich einen sehr starken willen bzw. überlebenswillen, sonst hätte ich diese zeit nicht durchgestanden. ich konnte es gar nicht erwarten erwachsen zu werden um von zu hause wegzukommen. bin mit 17 schon ausgezogen. hab die schule fertig gemacht und mir arbeit gesucht. meine beziehungen zu männern waren eine totale katastrophe. ich war total beziehungsunfähig.
lange jahre hab ich das alles verdrängt. erst als ich mich mit ca 30 mit dem thema auseinander gesetzt habe, wurde es besser. ich hab lange gebraucht um mich aus diesem „sumpf“ herauszuziehen.
zwischenzeitlich hab ich sogar noch medizin studiert, arbeite als ärztin und bin seit ein paar jahren glücklich verheiratet.
Die wunden werden immer bleiben, aber wenn man sich der vergangenheit tapfer stellt, kann man viel davon aufarbeiten.
ich habe mich oft gefragt, ob die tatsache, dass ich nie kinder wollte, mit meiner geschichte zusammenhängt?
Lesen Sie die Antworten in den Kommentaren.
Ich wurde als kind sehr oft und hart geschlagen.Jetzt bin ich mitte 30 und merke das ich sehr agressiv geworden bin.Was kann ich tun damit das gefühl wieder weg geht,habe angst das meine beziehung daran kaputt geht.
Hallo,
ich habe vielleicht ein problem ich weiss es allerdings nicht bzw kann schlecht darüber urteilen und weiss auch sonst nicht mit wem oder wo ich das erzählen soll.
Ich bin 25 Jahre alt m. Ich habe schon lang ein problem ich denke sogar das es mehrere sind wo soll ich anfangen .. ich war ein echt nerviger kleiner junge ich war hyperaktive und total süß ein naturtalent ich konnte alles schon in ganz jungen jahren habe gesprochen bevor ich laufen konnte mit drei konnte ich 14 gebete aufwendig usw weshalb ich von vielen bekannten gezwickt wurde wenn meine eltern und meine älteren geschwister nicht hin sahen das behauptet meine familie weil nacdem der besuch weg war ich an meinem ganzen korper blaue flecken hatte und manche sollen mich immer wieder erschreckt haben im schlaf… daran kann ich mich nicht erinnern ich weiss abrr wie mein nachbar der damals schon uber 40war und sein sohn in meinem alter mir den ball auf den Körper geschossen hat aus 2 vieleicht 3 metern entfernung und das hat so weh getan ich habe nicgt geweint hab mich zusammengerissen aber wenn ich daran denke kommen mir die Tränen ich habe ihm doch nichts getan…
ausserdem schickte er seinen sohn immer zu uns damit er seine neuen spielsachen mir zeigt und er sagte auch immer dein vater liebt dich nicht schau ich kaufe meinem sohn immer spielzeuge dein vater nicht weil er dich nicht liebt .. mein vater sahe ich nur sonntags weil er gearbeitet hat mehr als jeder andere vater den ich kenne das ging so bis ich 17 war dann hab ich mit der lehre angefangen in unserem eigenen betrieb den mei vater dann gründete. .. aber gehen wir mal wieder zurück der eigentliche grund warum ich überhaupt die seite fand meine schwester erzählte mir das sie in die schule gegangen sind um meinen neffen einzuschulen bzw um die lehrer und die schule zu sehen und dad ihr die Lehrerin nicht gefallen hat usw ich sagte nur pass auf ihn auf hör ihm zu und frage ihn immer wieder ob alles in ordnung ist wenn er von der schule kommt.. icb fragte wie die lehrerin heisst.. es ist meine alte lehrerin ich kann mich erinnern sie schlug mich zwei mal ins gesicht einmal hat sie mir den ganzen hals verkratzt weil ich auf den boden sah weil ich lachen musste später hat sie mich noch gewirgt usw bei meinen klassenkameraden hat sie nie was gemacht ihre waren ja immer in der schule aber aucb so wenn sie die andern kinder anschrie waren die eltern da meine nie…
ich hab das meiner schwester erzählt und hab mitten drin aufgehört weil ich weinen musste das war von der ersten bis zur zweiten klasse dann kam gottseidank eine andere lehrerin… auf unserem klassenfoto aus der 2 klasse grinse ich zwar aber ich habe tränende augen weil sie vor dem bild mich hin und her gezert hatte weil ich unbedingt neben isabella sitzen wollte… kinder halt… ich wollte schon immer kampfen karate taekwondo kickboxen alles wollte ich machen als ich so jung war irgendwann haben mich meine eltern beim taekwondo angemeldet 3. Klasse dort hat man mich dann ja nicht vergewaltigt aber ähnlich er ist auf mich gekommen und ich war keine 10 jahre alt er hatte den blau roten gurtel und war erwachsen… ich wollte nicht mehr hi gehen bin ein paar mal nichg hin gegangen dann schlug mich mama weil wir geld zahlen dafür und ich nicht hingehe… mein leben war am arsch icb kann mich ganz schlecht erinnern
aufjedenfall wurde ich nach alldem von allen gehanselt gemobbt geschlafen angespuckt von ganzen gruppen meine fahrrader haben sie kaputt gemacht usw ich habe nie geweint nie etwas irgend jemanden erzählt nie nie nie bis ich Lösemittel fand und irgendwie daran geschnüffelt habe ich glaub ich war 13 bin umgekippt und war bewusstlos als icb zu mir kam war mei bruder auf dem weg mich ins Krankenhaus zu fahre ich hab alles getan um nicht dahin zu gehen er fuhr mich nachhause ich war allein und noch so stark benommmen bzw ähnlich wie der suff mit alkohol…. ich bin augerastet ich habe geschrieben bis icb keine stimme mehr hatte ich wollte erst sterben..
kurz danach habe icb mir geschworen bestimmt 50 mal das micb nie wieder jemand scblagen wird mir nie wieder jemand weh tuen wird usw. War dann auch so habe mitgezählt ich habe mich seitdem 114 mal geprügelt es war sogar mehr aber ich hab dann einfach nicht mehr gezählt. … das habe ich hinter mir ich glau dieses schlagen habe ich nun verarbeitet aber das mit dem typ bei. Taekwondo nicht das mit der alten lehrerin auch nicht ich will nicht das meinem neffen sowas passiert ich will nicht das er dort auf die schule geht ich muss was tun!
Leute nehmt euch einfach die zeit für eure kinder und wenn nicht dann macbt auch keine ! Ich freue mich uber eine antwort ich war bisher noch bei keinem arzt oder sonstwas ich bin immernoch voll geladen ich heule grad rotz und wasser aber auch nur weil ich alleine bin ihr mich nicht seht usw..
Ich wurde als Kind bis zum 15 Lebensjahr vom Vater geschlagen, meist unvorbereitet aus dem Nichts heraus, mit Gegenständen oder der bloßen Hand. Musste auch ansehen wie er meinen Bruder und Mutter schlug. Er schrie und wütete, und verteilte ordentliche Strafen völlig unangemesse zu den „Vergehen“.
Das Schlimmste war die Hilflosigkeit gegen diese rohe Gewalt, als kleines Mädchen erscheint einem das wie ein unüberwindbares Hindernis, vorallem wenn keiner (weder der wesentlich ältere Bruder noch die Mutter) in der Lage ist zu beschützen. Ich weiß noch sehr genau wie ich mich dabei fühlte, ich weiß auch noch wie ich alleine auf meinem Zimmer war, und die Jahre zählte bis ich endlich erwachsen sei.
Mit 15j. hatten wir einen Streit, er wollte wieder zuschlagen, aber diesmal hielt ich seine Hände fest, er war natürlich körperlich stärker, holte aus und boxte mir so stark ins Gesicht, dass ich einen blauen Fleck und blutige Lippe hatte (so auch in die Schule musste). Meine Mutter sagte nichts dazu, sie war im Nebenzimmer.
Heute, mit Mitte 30j. leide ich unter den Folgen, habe eine Posttraumatische Belastungsstörung, und immer wieder depressive Phasen. Besonders in Beziehung wirkt es sich am schlimmsten aus, eine Angst vor Männer ist dadurch zurück geblieben. Es fällt mir grundsätzlich schwer Menschen zu vertrauen, und regele die Dinge lieber im Alleingang, was auch einsam macht.
Zu meinem Vater habe ich heute keinen Kontakt mehr, an seiner Art hat sich bis heute nicht geändert, aber jetzt bin ich wenigstens erwachsen und kann mich selber schützen.
Ich bin Jahrgang 1961 und hatte einen sehr dominanten und cholerischen Vater. Er konnte sehr hilfsbereit sein, aber auch extrem bevormundend und autoritär.
Erziehung lief bei ihm nach dem Prinzip, nur viele Schläge helfen viel.
Ich bin aus Ihm nie schlau geworden, da er selbst trotz aller negativen Kriegserfahrungen und Entbeerungen in der Gefangenschaft, an den Erziehungsprinzipien der NS Idiologie festgehalten hat und sich damit immer weiter isolierte.
Auch bei Kleinigkeiten setzte es Schläge, was dazu führte, daß ich vor meinem Vater schlicht und einfach Angst hatte.
Er war das ausführende Element, da meine Mutter ihm die Aufgabe der körperlichen Züchtigung des Sohnes überließ. Oft genug hieß es „warte nur bis der Vater nach Hause kommt, dann kannst du was erleben!“
Absoluter Gehorsam war oberstes Gebot, was zu einer oft bedrückenden und freudlosen Atmosphäre führte, wo man sich nicht frei entfalten konnte, da alles reglementiert war.
Auch mit sechzehn Jahren wurde mir noch der Hintern versohlt, was ich als sehr demütigend und beschämend empfand.
Dies hatte starke Auswirkungen auf mein Selbstvertrauen, da ich ständig klein gehalten und als „dreckiger Rotzlöffel“ unmündig befunde wurde.
Das Urvertrauen was Kinder gegenüber ihren Eltern haben sollten, wurde damit nachhaltig zerstört.
Das deutlichste äußere Zeichen der Fremdbestimmung – auch um mich als Junge hart zu machen war, daß ich kurze Lederhosen mit Kniestrümpfen bis in den Winter tragen musste und auch so in die Schule zu gehen hatte. In der Pubertät schämte ich mich, ständig nackte Oberschenkel und Knie zeigen zu müssen, da ich deswegen auch oft gehänselt wurde.
Einerseits war Sexualität tabuisiert, da ich als asexuelles Wesen behandelt wurde, andererseits wurde ich bewußt oder unbewußt durch die Kleidungsvorschriften meiner Eltern ständig sexualisiert, was durch das Versohlen des Hinterns noch unterstrichen wurde.
Des weiteren musste ein Kurzhaarschnitt getragen werden, was mich ebenfalls blamierte.
Um ein richtiger Junge zu sein, musste ich schon als Knirps regelmäßig zum Fußball, obwohl es mir keinen wirklichen Spaß machte.
Ich wurde auch sehr früh zu den Pfadfindern gesteckt, was mir einerseits Freude machte, wo andererseits damals aber auch alles noch sehr reglementiert war, wie z.B. kurze Hosen im Winter etc.
Da Kinder nach Anerkennung suchen, machen sie Dinge, die ihnen nicht entsprechen – nur um den Eltern zu gefallen, verleugnen sich damit aber selbst.
Ich wusste das ich von meinem Vater belobigt würde, wenn ich bei Kälte kurze Hosen trug und blau gefrorene Knie hatte. Also machte ich es, um den harten Jungen zu miemen.
Ich kann nur davon abraten, Gewalt gegen Kinder anzuwenden. Die körperlichen Schmerzen vergehen, der Vertrauenverlust bleibt bestehen, was nicht mehr wieder gut zu machen ist.
(Etwas anderes wenn ich ein Kind mit einem Klaps vor einer Gefahr schützen möchte).
Daneben kann es zu mangelndem Selbstvertrauen, zu Demütigung und Beschämung, bis hin zu einer verkorksten Sexualität führen.
Mein Name ist Marie, ich bin 17 Jahre und gehe noch zur Schule. Meine Mutter ist alleinerziehend, meinen Vater kenne ich gar nicht.
Ich habe von Anfang an eine starke Bindung zu meiner Mutter gehabt und sie ist immer noch der wichtigste Mensch in meinem Leben.
Warum ich „immer noch“ schreibe, möchte ich erläutern.
Ich war eig immer ein fröhliches, aufgewecktes Kind, kam mit allem und jedem zurecht, war ohne Druck sehr gut in der Schule und hatte viele Freunde. Trotzdem habe ich mit 6 Jahren angefangen mich mit Absicht selber zu verletzen.Die Auslöser weiß ich bis heute nicht und zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich noch keinerlei häusliche Gewalt erfahren.(Auser ein paar feste Klapse auf den Allerwertesten, was ich aber im Vergleich zu dem was später folgte, nich mehr als Gewalt sehe) Ich biss mir die Fingergelenke auf und kaute die Haut ab bis es blutete. Das mache ich immer noch. Mit 9 Jahren habe ich mir die kompletten Beine eitrig gekratzt. Mit 11 Jahren riss ich mir Haare aus und kratzte solang bis ich jeden Morgen mit wundwasserverklebten Haaren aufwachte, die Kopfhaut brannte beim Waschen.
Erst mit 13 Jahren gerieten ich und meine Mutter aneinander. Sie schrie und packte mich an den Haaren und zog daran.Sie schlug meinen Kopf gegen die Wand, wurf mich danach auf die Treppen und trat auf mich ein. Sie schlug mir sehr oft ins Gesicht , auch vor der Schule sodass ich mit blutender Lippe in die Schule ging, wo sich jedoch niemand dafür interessierte. Ich sagte selber auch nichts weil meine Mutter es mir verboten hatte und mir einredete dass mir eh niemand Glauben schenken würde.Später öffnete ich mich nach großer Überwindung meinen engsten Freunden die mir rieten an die Öffentlichkeit zu gehen ich blockte aber ab weil mir meine Mutter alle Schuld zu geschrieben hatte und ich der festen Überzeugung war das meine Geburt ein großer Fehler war. Weil ich nicht weiter wusste begann ich mich zu ritzen. Mit Rasierklingen aber auch mit Schlüsseln , etc. Meine Mutter registrierte es unternahm jedoch nichts dagegen. Ich versuchte mir das Leben zu nehmen, es gelang mir zum Glück nicht, denn mein Wille weiter zu machen ist vermutlich stärker als je zuvor.
Vor knapp 2 1/2 Jahren sind wir dann umgezogen (zu meiner Mutter ihrem Freund , den ich nicht ausstehen kann, was allerdings auf gegenseitigkeit beruht). Ich musste Schule wechseln und alle meine Freunde zurücklassen. Meine Mutter hat hier aufgehört mich zu schlagen aber ich fühle mich hier überhaupt nicht wohl . Ich habe mich selbst verloren, ich weiß nicht mehr wer ich bin. Ich empfinde nur noch dumpfe Emotionen. Aber ich bin ein kalter und abweisender Mensch geworden mit einer großen Klappe und einer gewaltigen Ladung Aggressionen. Ich habe zwar wieder viele Freunde weil die meisten mein Verhalten als cool verstehen, bin im Endeffekt aber trotzdem allein. Die von Ihnen beschriebenen Verhaltensweisen und Denkstrukturen stimmen zu 100% mit meinen täglichen Verhaltens- und Denkweisen über ein. Ich habe mich einer Lehrerin geöffnet die mich dann an die Direktorin überwiesen hat welche mir einen Psychologen empfohlen hat. Ich dachte endlich hört mir jemand zu und ich bekomm Hilfe. Der Psychologe hat mich nach einer Stunde entlassen , mir würde nichts fehlen. Die Direktorin glaubt jetzt ich hätte gelogen und hat mich extrem im Visir.
Ich habe so viele Probleme und ich möchte immer erst das es allen anderen gut geht. Meine Mutter hat viel Stress mit ihrem Freund, meine Oma leidet an Bullimie. Ich erkenne mich selber nicht mehr. Ich bin nur noch müde und ausgelaugt. Mein Körper fühlt sich fremd an. Ich habe Angst vor mir selber und vor meinen Gedanken. Ich wünsche mir von ganzem Herzen das ich wieder glücklich sein kann. Ich bin bereit zu kämpfen und alles aufzuarbeiten aber ich weiß nicht in welche Richtung ich den ersten Schritt setzen muss.
Ich hoffe manche Menschen nehmen sich die Zeit und lesen mein Kommentar , über Rückmeldungen würde ich mich freuen.
Liebe Grüße, Marie.
Hallo Sergej,
ja, was ist eine funktionierende Strafe?
In manchen Ländern gilt ja das öffentliche Auspeitschen, das Handabhacken oder Steinigen oder die Todesstrafe als funktionierend. Mit denselben Argumenten, mit denen Sie hier das Schlagen von Kindern gutheißen. Das Problem bei Strafen ist ja immer, dass man damit in eine Eskalationsspirale gerät. Was mache ich, wenn jemand trotz ein paar Schlägen (ohne blaue Flecken) mit dem negativen Verhalten nicht aufhört. Strenger bestrafen ist dann die einzige Logik.
Ich weiß nicht, wie Sie es hingekriegt haben, bei den Schlägen, die Sie abbekommen haben, so „sanft, ruhig, lebensfroh, etc.“ zu werden. Denn erlittene Gewalt, und von nichts anderem reden wir hier, hinterlässt immer Spuren in der Seele, wie Neurobiologen mittlerweile nachweisen können.
So ein Schwachsinn… . Ich wurde auch von meinen Eltern geschlagen, meine Eltern wurden von ihren Eltern geschlagen und so weiter und so weiter. Wenn ein Kind etwas schlechtes tut soll er dafür auch bestraft werden und nicht durch einen billigen Fernseher verbot, das bringt NICHTS. Natürlich sollte man es nicht übertreiben, seine Kraft und das Schmerzempfinden des Kindes nicht unterschätzen und nicht bei jeder Kleinigkeit seine Kinder schlagen. Manches kann man auch anders klären. Aber bei manchen Sachen muss es sein (Meiner Meinung nach). Besonders schlimme finde ich wenn ich belogen werde, obwohl ich es weiß, mein Kind mich belügt und ich nochmal nachfrage und es mir wieder eiskalt ins Gesicht lügt und es bestreitet, dann wird es zeit für härtere Erziehungsmaßnahmen. Ich rede nicht von verprügeln das das Kind blaue flecken hat! Aber einige Schläge, mit einer angepassten Kraft an das Schmerzempfinden des Kindes ist die perfekte Erziehungsmethode.
Mein Vater hat mich geschlagen, meine Mutter.. Hasse ich sie deswegen jetzt? NEIN! Natürlich habe ich dann als Kind schlecht über sie gedacht, heute danke ich ihnen dafür, dann an ihrer Erziehung ist nichts falsch gelaufen. Ich bin weder gewalttätig, noch frech oder sonst etwas. Ich bin (Wir mir auch oft von freunden/inen gesagt wurde) sanft, ruhig, lebensfroh, freue mich über jede Kleinigkeit im Leben bin immer gut drauf, ich bin immer hilfsbereit und bin nachdem ich jemandem geholfen habe sehr glücklich.
Man muss seinem Kind die Richtung zeigen und manchmal geht es nicht ohne einer Strafe (Ich rede von einer funktionierenden Strafe, kein Hausarrest oder sonst was).
Ich (23 Jahre )wurde ebenfalls als Kind geschlagen…wenn ich von den Schlägen und vor Angst abends gezittert hatte, hatte mich meine Mutter angeschrien, dass ich meine Suppe nicht verschütten soll, was unmöglich war vor lauter zittern…wenn ich Ca. 15 Jahre nach diesen Schlägen meinem Vater versuche zu erklären, dass meine Mutter bei mir einfach unten durch ist, will er Das nicht hören oder verstehen, er sagt immer “ nein Das geht nicht , du darfst nicht so zu ihr sein denn Sie ist schließlich deine Mutter“ Sowas ist sehr enttäuschend da Sie mich damals sehr brutal geschlagen und gedemütigt hatte. Ich streite seit Jahren mit meiner Mutter, hab kein gutes Verhältnis zu ihr. Das schlimme ist, dass mein Vater sowas sagt….ich fühle mich so allein….ich hab mich mit 13 Jahren schon geritzt, wollte mich in dem Alter und auch noch öfters umbringen…..hab heute noch essstörungen….ich weiß nicht ob das alles mit damals zu tun hat….aber solange mein Bruder, mein Vater einfach wegsehen und meinen “ Sie ist deine Mutter du darfst nicht so zu ihr“ kann ich nicht damit abschließen…
Ich jahrgang 1962, bin jahrelang von meiner mutter geschlagen u. gedemütigt worden.Bin als erwachsene leider auch an schlagende männer geraten.2011 habe ich nach einer haarfärbung meine gesamten kopfhaare verloren. Zur erinnerung an meine erstmalige und ich hoffe auch letztmalige glatze, habe ich von meinem kopf fotos gemacht.Beim ansehen am pc habe ich schlimme narben von alten kopfverletzungen(die meine mutter mir zufügte)gesehen.Ich habe verdrängtes wiedererlebt.Eine therapie blieb leider ohne erfolg.Das ist auch der grund, warum ich im internet ihre seite aufgerufen habe.So etwas darf kein tabuthema mehr sein.Ich bin alleinstehend, ohne freunde, ohne familie. Das kommt dann bei“ ich bin der letzte dreck “ heraus. So will ich nicht leben. Ich will endlich aus dieser opferrolle raus. Doch ich weis nicht wie. Danke, daß ich ihnen diese zeilen schreiben durfte. Monika Kleine
Hallo
als Kind wurde ich geschlagen ich bin dann immer den ganzen Tag in meinem Zimmer gewesen und habe geeint.wenn ich besonders wütend war habe ich mich Vor meinen Eltern selbst geschlagen.lange Zeit habe ich dies verdrängt.seit kurzem ritze ich mich und brauche sehr viel Aufmerksamkeit.auch habe ich angefangen mich zu schlagen.ich bin sehr verwirrt da ich nicht weis Warum ich dies tue.kann es daran liegen dass ich als Kind geschlagen wurde?
Hallo Tina,
ich (20) kann das Gefühl, dass du beschreibst sehr gut nachempfinden. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und da es bei mir zu Hause eher kalt zuging und hohe Erwartungen gestellt wurden, fühle ich mich von der Seite aus allein gelassen. deshalb sehne auch ich mich nach Menschen denen ich mich anvertrauen kann.
ich habe das glück seit 3 Jahren mit einem Wunderbaren Menschen zusammen zu sein, dem ich alles anvertrauen kann und auch anvertraut habe. Auch seiner Familie, besonders seine Mutter hat mich wie ein Familienmitglied aufgenommen und ohne diese Menschen fühle ich mich sehr einsam, sodass ich manchmal (wenn sie nicht da sind) nichts mit mir anzufangen weiß.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du auch Menschen triffst, denen du dich öffnen kannst!
Alles Gute
Isa
Hallo Tina,
eine gute Psychotherapie wäre natürlich das Beste. Denn ich denke, Sie sollten sich langsam von Ihrer Mutter ablösen und das ist nicht leicht, v.a. dann, wenn man wie Sie noch etwas sucht und braucht von der Mutter. Ihre Lösung mit den Ersatzmüttern funktioniert ja auch nur eine Weile.
Vermutlich müssen Sie irgendwann jene Erlebnisse mit Ihren Eltern bearbeiten, akzeptieren, was geschehen ist und weiter im Leben voranschreiten.
Hallo!
Ich habe mal eine Frage: Ich (18) bin eigentlich seit ich denken kann immer auf der Suche nach einer potentiellen Mama. Das ist dann einfach so ein Gefühl, dass ich bei manchen Frauen habe, die vom Alter ungefähr meine Mama sein könnten. Ich wünsche mir dann, dass sie mich beschützen, umarmen, trösten, lachen, was unternehmen, wir zusammen über alles reden und dass sie mich einfach gern hat, wie eine Tochter eben. Früher konnte ich dieses Gefühl nie richtig einordnen, aber seit mehreren Jahren schon. Erst dachte ich, ich wäre vielleicht lesbisch, aber ich will auf keinen Fall etwas sexuelles von ihnen, so wie man es auch bei der eigenen Mutter nicht richtig und eher ekelig finden würde. So ist es zumindest bei mir. Verknallt war ich auch schon öfter in Jungen in meinem Alter. Das Problem ist, dass sobald da wieder eine potentielle Mama ist, alles andere komplett unwichtig wird und ich nur noch um ihre Zuneigung kämpfe. Meistens wird daraus natürlich nichts, weil ich das bis jetzt keiner von ihnen gesagt habe und ich mich immer sehr zurückhalte, aus Angst, irgendwas falsch zu machen. Da fast alle Personen in meinem Leben kommen und gehen, wechseln die Mutterfiguren auch meistens nach ein paar Jahren. Aber solange kann ich immer nur an sie denken. Ich befürchte, dass ich nie eine richtige Beziehung eingehen kann, weil es ja immer etwas wichtigeres gibt. Eigentlich war ich mir sicher, dass es irgendwann aufhört, aber wie es aussieht bleibt diese Suche nach einer Mutter.
Ich habe eine richtige Mutter, aber nicht so ein gutes Verhältnis zu ihr. Es ist eher unpersönlich und wegen einiger Erlebnisse in meiner Kindheit kann ich weder ihr noch meinem Vater vertrauen, weil damals das Ur-Vertrauen zerstört wurde. Einerseits habe ich auch ein schlechtes Gewissen meiner richtigen Mutter gegenüber, aber ich kann gegen meine Gefühle nichts machen. Ich hab schon oft versucht mich dagegen zu wehren und die Ersatzmama zu vergessen, aber das funktioniert nie. Außerdem kann ich die Sachen von damals nicht vergessen und nicht verzeihen. Vor kurzem sind sie irgendwie alle wieder hochgekommen und seitdem habe ich immer wieder Depressionen, habe Ansätze zur Essstörung und ritze mich hin und wieder.
In einem älteren Kommentar hatte ich beschrieben, warum ich nicht zum Psychologen sondern nur zu einer Beratungsstelle gehen kann. Das Problem ist, dass meine Beraterin in vielen Punkten bei mir auch nicht weiter weiß.
Nun frage ich mich, ob das jemals aufhören wird und wenn ja, wie? Vielleicht würde es gehen, wenn ich es mal einer der Frauen sagen würde und dann eine gute eher freundschaftliche Beziehung zu ihr hätte, sodass ich einen gewissen Rückhalt und Schutz bei mir wissen würde? Das Problem ist nur, die Sache ist mir extrem peinlich und ich hätte Angst, dass sie dann negativ reagiert. Und dann wär ich wieder ganz allein. Was soll ich nur tun?
Liebe Grüße
Aber in meinem Leben geht es doch erst einmal wirklich um mich.
Weiß ich wirklich, wo ich tatsächlich hin will? Und wenn, dann kann ich mir doch stets – oder ausreichend häufig – die Frage stellen:
Dient das, womit ich mich gerade beschäftige, meinem Ziel? Hilft es mir, mein Leben zu entwickeln und zu genießen?
Welchen Samen möchte ich gerade durch das Nadelöhr des Jetzt säen, um zu wachsen ?
Was will ich sehen, was hören, was erleben ?
Und welche Störungen will ich zulassen ?
Überhaupt welche, oder gar keine mehr ?
Dunkelheit kann man nicht verstehen. aber
Gegen die Dunkelheit siegt immer das Licht.
Schaltvorgänge gehen unglaublich schnell vor sich. Ich wähle den Schalter. Knips. Bingo.
Das bin ich. Das will ich sein. (weiß doch Kurti besser als viele andere)
Blauer Himmel über Köln, das wird ein toller Tag. Ein langer Spaziergang am Rheinufer, ohne Handy, nur ich. Tolle Aufgaben, die ich will und kann. Freue mich drauf.
Ach, noch ein Tipp, soll aber wirklich nicht schulmeisterlich sein. Ich erwähne das hier, weil es tatsächlich Wunder bewirkt:
Jeden Tag nehme ich ein Blatt Papier. Am Vorabend schreibe ich fünf Dinge auf, die für den nächsten Tag geplant sind. (immer Pausen und Bewegung dabei…) Und am Abend schreibe ich eine Frage auf. (z.B. `worauf muss ich mich jetzt konzentrieren ?´) So ist mein Unterbewusst stets mit meinen Zielen, Fragen und Aufgaben beschäftigt. Absolut faszinierend, was geschieht, wenn ich das tagtäglich mache – auch am Wochenende, immer – .
Auf dem gleichen Blatt (man kann sich ja ein Formular erstellen) beginne ich morgens mit fünf Punkten, wofür ich dankbar bin: guter Schlaf, Kaffee, die Sonne, mein Atem, mein Leben…
Abends gibt es einen positiven Rückblick, der in fünf Punkten / Stichworten festgehalten wird: was hat heute gut geklappt, welche neuen Erlebnisse, was ist Schönes passiert, was habe ich Gutes gesehen, gehört, wofür bin ich dankbar…
Mein Formular hat vier Felder:
1. morgens fünf Punkte „Morgendank“ – unendlich viele Möglichkeiten; denn absolut nichts ist selbstverständlich.
2. tagsüber fünf Punkte „Erledige“ (Erledige! deshalb, weil das Unterbewusstsein einbezogen wird. Diese Punkte schreibe ich immer am Vorabend auf.)
3. abends „Positiver Rückblick“ – (positiver deshalb, weil ja die ganze Welt schon genug am schimpfen ist)
4. das Feld „Antworte!“ Hier schreibe ich abends immer eine Frage auf, so lange, bis sie beantwortet ist, oder bis keine neuen Antworten mehr kommen.
Es erfordert nach kurzer Zeit nur morgens und abends 5 bis 10 Minuten, wird mit niemandem diskutiert. Auch die ganzen positiven Wendungen werden `draußen´ nicht erörtert.
Viel mehr muss ich täglich meine Sinne darin üben, die täglichen Wunder auch zu sehen, die Antworten auch zu hören, Ausrichtung und Aufmerksamkeit zu halten, das Leben zu genießen. Allen eine gute Woche. Karl
Hallo Karl,
ich muss Dir widersprechen. Es geht mir in der Tat um die Folgen, denn das „warum“ habe ich in meinem Fall entschlüsselt. Es hat mich 15 Jahre harte Arbeit, teils mit, teils ohne Therapeuten, gekostet, aber ich habe das „warum“ entschlüsselt.
Meine Eltern sind Narzissten und zwar beide, die lieben sich selbst und allerhöchstens den Partner, alle anderen Menschen sind ihnen emotional völlig egal, sind austauschbar.
Sie hatten sich zwei Mädchen gewünscht und hatten augenscheinlich zwei Mädchen bekommen. Meine Schwester war und ist auch noch heute genauso, wie sie sich ihr Kind vorgestellt haben, also perfekt (weil sie sich total den Wünschen und Vorstellungen unserer Eltern unterworfen hat und unterwirft und mit fast 50 Jahren keine eigenen Entscheidungen treffen kann, die unsere Eltern nicht abgesegnet haben) und ich war und bin genauso, wie sie sich ihr Kind nicht vorgestellt hatten. Ich war eine totale Enttäuschung für sie, weder konnten und können sie mich verstehen, noch wussten sie, was das Richtige für mich war und weil sie nicht wirklich lieben können, war das Drama perfekt.
Am Anfang waren es nur Kleinigkeiten, an die sie sich gestört haben, aber so nach und nach wurde ich für sie ein großes Problem. Aus ihrer Sicht war ich das Kind, welches ihnen bewusst das Leben versauen wollte und das musste mit allen Mitteln so erzogen werden, damit daraus das Kind werden sollte, welches so war, wie meine Schwester war und noch ist.
Ich habe lange gebraucht, aber ich kann mich in meine Eltern hineinversetzen und ihre damaligen Gedankengänge verstehen. Ich heiße nicht gut, was sie getan haben, auf keinen Fall, aber so, wie sie waren und heute sind, konnten sie nicht anders handeln. Und dieses nicht-können ist genauso zu werten, wie z.B. ein Blinder nicht sehen kann.
Das eigentliche Drama ist für mich heute, dass sie nie begreifen werden, was sie mir angetan haben. Denn das können sie leider auch nicht.
Und auch wenn ich dies alles vom Verstand her weiß, so ist die Seele doch zu tiefst verletzt und die Folgen, der vor allem seelischen Misshandlungen, sind stets allgegenwärtig.
Man kann das „warum“ entschlüsseln, aber es ist ein wirklich harter Weg. Und leider hilft das Ergebnis nicht, die Schmerzen zu verringern, denn das hatte ich gehofft.
Bei mir ist es auch nicht so, dass alle anderen Bescheid wussten, nur ich nicht. Es ist genau anders herum. Ich wusste irgendwann Bescheid, aber bis heute glauben es andere nicht, weil man emotionalen Missbrauch nicht direkt von außen erkennen kann. Er bleibt für andere unsichtbar.
Und was meinen Partner betrifft, so habe ich durch beobachten, analysieren und verstehen, wieder neue Erkenntnisse erhalten. Er hat zwar soziopathische Anteile in seinem Verhalten, aber er ist kein Soziopath. Er hat Gefühle, jedoch spielt sich sein Gefühlsleben auf dem Level ab, wie bei einem ca. 4 Jahre alten Kind. Außerdem ist er wohl eher ADSler und hochbegabt.
Zum einen ist das für mich erleichternd, zum anderen fühle ich mich auch etwas bedeppert, denn ich hatte jahrelang Angst vor ihm. Die brauche ich nun nicht mehr zu haben.
Das mag für manche Leute hier verwirrend sein, dass ich die Menschen um mich herum gern laiendiagnostiziere, aber ich brauche das. Ich muss wissen, mit wem ich es zu tun habe, damit ich mich darauf einstellen kann. Nur das gibt mir Sicherheit im Umgang mit diesen Menschen, da ich als Autist weder Mimik noch Gestik anderer Menschen richtig deuten kann und das Gesagte immer für bare Münze halte.
Kurti
genau, Kurti, Deine Dauerfrage ist berechtigt, aber sicher geht es Dir nicht hauptsächlich darum „welche Folgen es hat…“, sondern „Warum?“
Denn es muss ja einen Grund geben. Der offensichtliche Grund für diese ganze Prügel (von der ja in den Kommentaren zu diesem Artikel nur die Spitze vom Eisberg gezeigt ist; denn Millionen lesen diesen Artikel ja nicht, und Millionnen Menschen haben gar keine Sprache dafür) also Grund für diese Gräuel ist doch Ablehnung. Und diese muss einen konkreten Grund haben.
Da gibt es ja viele Möglichkeiten:
– Wiederholung der Mißhandlung, welche die Eltern erfahren haben, Kuckuckskinder (gibt es jedes Jahr hunderttausend neue), der projizierter Hass auf den den Ehepartner (den wollte man ja eh nicht, aber es kam ja ein Kind), Köpfe, die unablässig Wünsche generieren (die man sich nicht leisten kann, oder die irrsinnig sind),
– eine völlig ungeliebte Arbeitsstelle, oder sie versuchen etwas zu machen, was sie nicht können – herhalten muss das Kind dafür, — Menschen, die wirklich ernsthaft lernen, die aufrichtig und anständig sein wollen, die schlagen ihre Kinder nicht, im Gegenteil, sie bemühen sich um Klarheit.
Und genau das ist es, was wir wollen, Kurti, Klarheit: „Warum?“
Aber da wird es keine Antwort geben. Psychologen wissen das: Menschen tragen ständig die Leugnung mit sich rum. Lange bevor Du auch nur fragen kannst, haben die Täter für sich entschieden: „Wenn mir jemand was will, dann streite ich einfach alles ab.“
Es ist wohl so, wenn man die biographischen Krümel der vielen Kommentare hier aufsammelt, dann ist die Antwort auf den Titel: „Welche Folgen hat es…“ auf jeden Fall: Allen Betroffenen ist mindestens einmal am Tage kotzübel und mindestens einmal stellt sich das Gefühl ein, als wenn das Herz bricht.
Klarheit. Oft helfen Recherchen bei der Großmutter oder einer Tante. Oft ist es gar nicht schwer; denn meistens wissen ja alle anderen Bescheid, nur das Kind nicht.
Später wurde mir dann klar, dass alles, wirklich alles durch das winzige Nadelöhr des Jetzt gehen muss, durch diesen winzigen Moment. Dort wird alles quasi geimpft. Es ist jetzt, dieser Moment, wo ich Entscheidungen treffe, vor allem darüber, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Oh, die Zukunft wird so aussehen, wie ich sie selbst in den Momenten des Jetzt impfe.
Psychologen wissen auch seit langem, nicht nur Psychologen, wie wichtig das ist, was während der Schwangerschaft und in den Jahren danach geschieht. Nimmt die Mutter ihr Kind an in bedingungsloser Liebe und Achtsamkeit? Geben Eltern ihrem Kind eine Bedeutung oder sehen sie es als Belastung? Wer hat das denn nicht auch irgendwie erlebt: Alles andere ist wichtiger, das Motorrad, Daimler und BMW, Krombacher und Zigaretten, Partys, Sportschau und Kumpels, die Freundin wichtiger als die Frau, die Arbeit (angeblich sehr häufig), die Nachtruhe, die Nachbarn, die Haustiere und endlos viel mehr.
Will sich da einer wundern, wenn die Kinder später wie aufgedreht nach Beachtung suchen, abhaun, dort hin, wo auch wieder alles andere wichtiger ist: Apple, Gaming, Simsen, Kiffen, Saufen, Chillen (meist eine Mischung aus allem), ständig auf der Suche nach Abenteuern und Ablenkung, Burnout mit 23, und unendlich viel mehr. Eigentlich das Vakuum in der Leere.
– suchen wir den Frieden in uns selbst, wenn er doch so offensichtlich nicht von außen kommen kann
– bleiben wir in Ruhe, bis uns Gesichter anschauen, die uns Liebe geben wollen, die sind ruhig und schön, weil in den Herzen Friede ist
– gehen wir doch nur dorthin, wo wir uns wirklich zu Hause fühlen. Das spürt man, weil das Herz nicht dauernd bricht.
– „Erkenne dich selbst“, sagte Sokrates, und darin liegt wohl der Schlüssel, nicht im Kampf mit der Umwelt (einschließlich Herkunftsfamilie)
– erst wenn wir verstehen, welch ein tolles Wunder das Leben ist, welches uns gegeben wurde, was für ein Wunder in jedem Atemzug liegt und
– wenn wir diesen, ich meine jeden Atemzug mit Dank begrüßen und bewusst erleben, dann beginnt Frieden ganz tief in uns, egal, was mal passiert ist und egal, was sonst noch alles passieren wir.
Ach, Feierabend, alles Gute zum Wochenende.
Hallo zusammen,
ja, ich habe mit den Tools gearbeitet. Leider passen nicht alle Tools auf und in mein Leben und die Daueranwendung verdrängt einen Teil meiner Seele. So wende ich die Tools nur situationsbedingt an. Ebenfalls schade finde ich, dass die beiden Autoren auf den letzten 80-100 Seiten alles in die Grütze hauen, was sie vorher so schön gepriesen hatten, also auf diesen ganzen Quatsch mit Glauben und so stehe ich nicht. Das dazu.
Immer wieder geht mir Ihre Frage: Welche Folgen hat es…? durch den Kopf. Die Schläge habe ich wegstecken können, so viele waren es auch nicht, aber die seelischen/emotionalen Misshandlungen haben schwerwiegende Folgen hinterlassen.
Das Wort „ich“ z.B. hat für mich keinerlei Bedeutung. Es ist ungefüllt, leer. Mir wurde permanent abgesprochen, jemand zu werden. Ich weiß somit nicht, wer ich bin. Das ist wohl die gravierendste Folge aller Folgen.
Die anderen Folgen, wie mangelndes Selbstwertgefühl, Depressionen und Angst, ergeben sich aus dieser Folge und machen das Leben nicht gerade lebenswert.
Meine Eltern sind Narzissten, meine Schwester auch, mein jetziger Partner ist Soziopath und was sie verbindet ist, dass sie nicht lieben können, weder mich, noch jemand anderen, meine Eltern lieben vielleicht gerade mal sich selbst, mein Partner nicht einmal das.
Ich kann lieben. Ich weiß das, weil ich von einem Menschen in meinem über 40jährigem Dasein ehrlich geliebt worden bin und den ich ebenso liebte. Doch dieser Mensch ist seit 23 Jahren tot. Danach hat mich niemand mehr so ehrlich geliebt. Stattdessen traf ich auf Menschen, die mich benutzt und missbraucht haben, um ihrer selbst willen oder weil es Spaß gemacht hat.
Mein Sohn liebt mich natürlich und ich liebe ihn, aber das ist nicht die Liebe wie zwischen zwei gleichberechtigten Erwachsenen, wenn ihr versteht, was ich meine.
Noch eine Folge meiner desolaten Kindheit ist, dass ich heute in derselben Mühle gefangen bin, wie damals. Ich werde wieder nicht geliebt, weil mein Partner das nicht kann, solches aber am Anfang unserer Beziehung vorgespielt hat. Er quält mich auf seelischer/emotionaler Ebene bewusst oder unbewusst, ich weiß es nicht, es ist von außen jedenfalls nicht sichtbar. Somit kann ich mich nirgendwo beschweren, weil es mir niemand glaubt…
Es sind nur noch ein paar Jahre. Dann ist unser Sohn erwachsen. So lange muss ich durchhalten, auch wenn es mir jeden Tag schwerer fällt. Falls jetzt jemand auf die Idee kommt, dass ich mich trennen sollte, ja, das müsste ich, aber ich kann nicht, emotional kann ich nicht.
Kurti
Hallo Laura,
Sie als Klientin wissen am besten, was Ihnen hilft und was nicht. Wenn Sie nach der Therapie aggressiv nach Hause gehen, hat das einen Grund, den Sie in der Psychoanalyse ansprechen sollten. Meine Vermutung ist, dass Sie sich dort genauso fühlen wie zu Hause (Schweigen, Einsperren) und Sie das so wütend macht. Insofern hat die Therapeutin mit den Projektionen vielleicht Recht. Aber all das sollte besprechbar sein.
Wenn Sie Weihnachten mit Ihrer Familie gebrochen haben, hat das vermutlich auch noch emotionale Nachwirkungen, die Sie verdauen müssen. Vor allem wohl eine enorme Trauer und das Gefühl, jetzt ganz allein in der Welt zu stehen.
Wenn Ihnen meine Überlegungen Sinn machen, versuchen Sie, sich Ihrer Therapeutin gegenüber zu öffnen und von Ihren Gefühlen zu sprechen. Wenn das nicht geht, dann ist ein Therapeutenwechsel eine Möglichkeit.
Danke für Ihren Kommentar.
Ich leide schon mein ganzes Leben unter den Folgen meiner lieblosen Kindheit. Besonders schlimm war fuer mich das Schweigen und einsperren, neben den Schlaegen. Herabsetzende Bemerkungen, sich lustig machen, Demuetigungen gehoerten zu meinem Alltag.
Ich habe bereits mehrere Gespraechstherapien gemacht, die erste mit 30 Jahren, danach folgten 3 weitere und ein 5 woechiger Aufenthalt in einer psychosomatischen Kurklinik. Jetzt mache ich eine Psychoanalyse seit November, habe aber irgendwie nicht das Gefuehl, das es mir hilft. Ich gehe seit einigen Wochen immer sehr aggressiv nach Hause.
Woran kann ich erkennen, das das der richtige Therpeut ist? Sie meint, das meine Aggressionen auf Projektionen beruhen. Ich kann das nicht nachvollziehen.
Ich bin inzwischen voellig vereinsamt und isoliert, habe Angst vor Ablehnung durch Andere, gehe sehr ungern zur Arbeit ( ich arbeite als Erzieherin ) und sehe zunehmend immer weniger Sinn in meinem Leben.
Vor Weihnachten habe ich den Kontakt zu meiner ganzen Familie abgebrochen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe nachdem ich nach einem mehr als 4 jaehrigen Aufenthalt im Ausland wieder nach Deutschland zurueck kam.
Meine Montivation mein Leben anzupacken ist am Nullpunkt.
Ich dachte mit der Therapie wird es besser, aber ich fuehle mich zunehmend schlechter wenn ich dort war. Ist das normal oder sollte ich den Therapeuten wechseln.
@ matthias:
meine mom hat mich auch geprügelt, da war ich schon stärker als sie … ist eigenartig, aber ich versuch den hass zu überwinden, sie war schlicht überfordert. hab auch schon dinge getan, die mir danach leid taten. reflektion der eigenen motivation ist wichtig! opfer werden zu tätern, und wenn verstanden ist, warum, dann besteht die chance, daß es aufhört!
Hallo Matthias,
als ersten Schritt zur Ablösung sind Ihre Rachegefühle ganz gut. Vor allem, wenn Sie damit etwas Positives für sich erreichen können (Zukunft). Später mal werden Sie vermutlich noch einen anderen Weg finden müssen. Im Hass löst man sich nicht, ganz im Gegenteil, es bindet einen sehr an den anderen.
Ich wurde als Kind auch oft geschlagen.
ein 6 8 10 Jahre altes Kind kann gar keine Tat vollbringen die es rechtfertigt, Gewalt auszuüben. Als ich meinem Vater körperlich überlegen war liess er die Finger von mir.
Nun kann ich von Zuhause ausziehen und werde es tun. Meine Eltern lasse ich ausbluten, idem sie mir den Unterhalt zu zahlen haben (5 Jahre Uni). Sie haben es nicht anders verdient. Weder eine Entschuldigung, noch Reue. Für mich verlieren sie dadurch ihren Status als „Mensch“. Das Geld nehme ich mit. Baue mir durch mein Studium meine Zukunft auf. Erfolg ist die beste Rache. Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Am Ende steht die Freiheit!
Ja, unbedingt. Sie leiden offensichtlich unter den Folgen der Schläge. Das kommt sehr häufig vor.
Gute Therapeuten finden Sie hier … Stichwort „Trauma“ bei der Suche mitangeben.
Hallo zusammen,
ich bin jetz 23 Jahre alt und wurde in meiner Kindheit sehr oft geschlagen sei es mit Hundeleine oder Kleiderbügel. Bei kleinigkeiten wie Glass umgefallen , falsches Wort etc.
Ich merke seid Jahren , dass ich nich ganz dicht bin , bin sehr sensibel und lasse alles mit mir machen und aggressiv gegenüber Kinder , was ich garnicht will …
Sollte ich einen Therapeuten aufsuchen ??
Nach dem Rockzipfel oder den Schlägen?
Schläge sind auch Aufmerksamkeit, negative eben. Wenn Sie sich heute noch danach sehnen, fehlt Ihnen vermutlich positive Aufmerksamkeit. In beiden Fällen gilt jedoch: erwachsen werden. Wenn Sie nicht wissen, wie das geht, hilft vermutlich eine gute Psychotherapie.
Ich bin Jahrgang 1962 und habe von meiner Mutter sehr viel Schläge bekommen.
Ich muss sagen, ich war ein „Mutterkind“ und immer am Rockzipfel meiner Mutter.
Mein Problem heute ist, ich sehne mich wieder danach.
Warum?
Bitte um Rückantwort!
Lieben Dank!
P.S.: Suche Menschen, die das auch erlebt haben.
Hallo Mathhias,
vielen Dank für Ihren Bericht, der anderen Betroffenen Mut machen kann. Die Reihenfolge und die jeweiligen Wirkungen kann ich aus fachlicher Sicht bestätigen.
Bleiben Sie dran – und alles Gute für Sie!
Ich hab ja schon weiter unten meine Geschichte erzählt.
Nach vielen, immer ähnlichen „Unfällen“ im Leben, also Beziehungsdesaster, Jobverlust, Freundschaftsverlust, exzessiver Drogenmißbrauch etc. hab ich irgendwann verstanden, daß ich Hilfe brauch, weil ich nicht mit den Menschen und mir klar kam und nicht verstanden hab, warum mein Leben im Chaos versinkt.
Nachdem ich gemerkt hatte, daß diverse „Selbsthilfebücher“ nutzlos sind, gings los:
Erst Meditation, dann Homöopathie, dann Gesprächstherapie, danach tifenpsychologisch fundierte Psychotherapie, 135 Stunden, mach ich derzeit.
Die Meditation hat mich wieder „geerdet“, sehr hilfreich. Die Homöophatie hat mir gezeigt, daß es auch andere Wahrnemungen gibt, als die, in der ich gefangen war. Die Gesprächstherapie hat mir einen ersten Eindruck vermittelt, wo der Hase im Pfeffer liegt. Und die Tiefenpsychologische geht dann ans eingemachte. Schon einige Aha-Effekte erlebt, wenn nach und nach die Scheuklappen, mit denen man durchs Leben geht, entfernt werden, von deren Existenz man nichteinmal wusste!
Ich sehe mein bisheriges Leben in einem völlig neuen Licht.
Die größte Schwierigkeit dabei ist es, einen Therapeuten zu finden, dem man vertrauen kann, und den man als angenehmen Mensch empfindet.
Das dauert, aber es lohnt sich …
Hallo Linda,
traumatisierende Erfahrungen verschwinden nicht mit der Zeit. Sie bleiben stabil und können einen immer wieder einholen.
Was meistens hilft ist eine entsprechende Psychotherapie mit jemandem, der sich damit auskennt und einem nicht erzählt, das wäre doch lange vorbei und man solle vergessen oder verzeihen.
Therapeuten findet man hier http://www.psychotherapiesuche.de oder hier http://www.therapie.de. Es dauert manchmal eine Weile, bis man einen Therapieplatz bekommt, aber es lohnt sich.
PS: Meine Antwort ist auch für einige andere, die hier geschrieben haben, wichtig.
Heute bin ich 27……
Seitdem ich denken kann, verbinde ich mein Leben bzw. meine Kindheit mit Gewalt. Schon im Kindergarten hatte ich teilweise Angst nach hause zugehen, nicht zu wissen, ob mein wahnsinniger Vater wieder ausrastet und auf mich einprügelt. Heute bin ich der festen Überzeugung das er ein Psychopat ist. Er ist in ein Wahn verfallen als er austickte, völliger Kontrollverlust. Mein traurigster Moment war, als ich ca mit 7 Jahren mit einem „Messer“ ins bett gegangen bin, um mich umzubringen, vor Angst. Jeden Tag begleitete mich die Angst. Meine Mutter konnte uns nie helfen, da sie dementsprechend verprügelt wurde. Sie wollte uns schützen, ist aber vergeblich gescheitert, da sie selber sehr labil war und bis heute ist. Und heute bin ich Erwachsen, führe ein „normales“Leben. Nur die Errinnerungen sind so Hass erfüllt. Ich sehe meine Eltern regelmäßig, dieses Thema ist Tabu. Sobald ich mit meinem Vater in einem Raum bin, könnte ich vor Hass, Wut…. fliehen…. Ich komme zur keine Lösung meines Problems
Ich wurde auch immer geschlagen. Meine Eltern haben sich getrennt und am Wochenende musste ich immer zu meinem Vater der mich regelmäßig wegen schlechten Noten (bei ihm war eine 3 schlecht), weil ich sein Geschenk zuhause vergessen hab, weil ich bei ihm nicht alles sauber gemacht hab oder weil ich ihn „angelogen“ hab weil ich ihm was nicht erzählt hab weil ich vor ihm angst hatte. Ich musste auch immer mit ansehen wie mein Vater meinen kleinen Bruder schlägen. Das war für mich am aller schlimmsten ich mach mir immer noch Vorwürfe weil ich ihm nicht geholfen hab. Außerdem hat mich mein Vater das ganze Wochenende eingesperrt wen ich mal eine schlechte Note hatte oder weil er meinte ich tu sein vertrauen missbrauchen. Ich musste das ganze Wochenende Seiten abschreiben weil ich in der Hausaufgabe ein Rechtschreibfehler hatte (ich hab Legasthenie) natürlich bis es fehlerlos war.
Er hat mir auch gedroht das er mir mehr antun wird wen ich es irgendjemand sage und als kleines kind hat man natürlich Angst.
Was er auch einpaar mal gemacht er hat mich gefragt wo ich lieber wohnen will bei ihm oder meiner Mama wen ich sagte ich will lieber bei meiner Mama wohnen hat er mich mal wieder Verprügelt.
Als ich dan irgendwann mal auf die Realschule kam und in der 5 Klasse war hat er mir schon angedroht wen ich kein richtig gutes Zeugnis hab Verprügelt er mich mal wieder. Ich hab dan das Zeugnis nicht mitgenommen weil ich in Mathe eine drei hatte und ich hatte große Angst. Er wollte natürlich wissen was ich für Noten hab. Und es lief darauf hinaus das er mich schlug.
Als ich das nächste mal zu ihm sollte hab ich ihm gesagt das ich nicht mehr zu ihm möchte er ist natürlich ausgerastet und er mein er wird mich schon holen.
Doch damit war es noch nicht zu ende den er bekam am ende alle informationen von meinem Klassenlehrer. Und mein Klassenlehrer hat mich dan auch öfters abgefangen und gesagt ich soll zu meinem Vater ziehen den dort geht es mir besser. Ich hab ihm dan einmal gesagt das er mich Verprügeld doch er hat es entweder ignoriert oder mir erst garnnicht zugehört.
Ab da hab ich soziemlich niemand mehr vertraut und ich hatte ca 2 Jahre lang Verfolgung angst.
Mein Vater hat sehr früh angefangen mich zu verprügeln und ich war 11 als ich nicht mehr zu mein Vater ging. Mittlerweile bin ich 16 und mir geht es schon viel besser ich habe jetzt auch viele Freunde und einen Freund trotzdem belastet es mich immer noch sehr. Vorallem das ich mein Bruder nicht mehr sehen kann und meine kleine Schwester die ich noch nie gesehen hab da die Frau von meinem Vater das Kind erst bekommen hat nachdem ich nicht mehr zu mein Vater ging. Ich weis nicht einmal wie sie heißt.
mfg
Ich (w, 18 Jahre) wurde als 4-7 Jährige regelmäßig verprügelt, vom Vater. Meine Oma nahm mich dann bei ihr auf. Ich hatte immer sichtbar blaue flecken und durfte nie jemanden was erzählen, sonst gibt’s wieder eine mitm Gürtel aufn hintern.
Noch heute zucke ich wenn mein Freund vor mir steht und etwas greifen möchte was hinter mir steht o.ä.. ich hab auch enorme Vertrauenschwierigkeiten und schäme mich wenn ich drauf angesprochenwerde. Ich sage auch oft “ aber ich Hans gelernt
Hallo,
ich bin heute 27 Jahre alt und ebenfalls ein geschlagenes Kind. Ich leide auch heute noch unter massiven Folgen in Form von Depressionen, Bindungsunfähigkeit und zwischenmenschlichen Problemen.
Ich wurde von beiden Elternteilen geschlagen, in der frühen Kindheut eher von meiner Mutter, meistens in Form von Popo Versohlen oder Schläge ins Gesicht. In meiner Jugendzeit wurde ich dann ständig von meinem Vater massiv verprügelt. Meine Mutter hat zu diesem Zeitpunkt mit der Gewalteinwirkung aufgehört, da ich begann mich zu wehren und zurückzuschlagen.
Mit jeder Prügelattacke wuchs mein Hass auf meine Eltern, die mich als schwieriges Kind und Jugendliche bezeichnen. Auch wenn es jetzt komisch klingt, aber durch diese Prügel verlor ich den inneren Respekt vor diesen Menschen komplett, mit jedem Mal ein Stück mehr.
Ich habe nun seit 3 Jahren selber eine Tochter. Da ich bindungsunfähig bin, bin ich leider alleinerziehned und somit auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen. Am liebsten würde ich einfach den Kontakt zu Ihnen abbrechen, aber das geht nicht, weil ich ansonsten keine Unterstützung habe und es alleine mit meienr Kleinen nicht schaffe.
Beim Jugendamt war ich deswegen auchs chon. Meine Eltern haben es natürlich runtergespielt, ein paar Schläge haben noch niemand geschadet oder es abgestritten, dass es nicht stimmt und nur ein einziges Mal vorgekommen wäre… Dann haben sie noch erzählt dass ich eben ein schweres Kind war und psychisch krank bin und sie ja dafür alles gar nix konnten. Auch wenn ich meine Mutter darauf anspreche reagiert sie aggressiv und fängt an zu schreien, Schläge haben noch keinem geschadet…
Ich habe auch eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen, bin bindungsgestört, habe Suizidgedanken und seit Jahren Schlafstörungen und Alpträume diesbezüglich.
Hat jemand eine Idee wie es weitergehen könnte? Ich möchte mich von diesen Menschne komplett lösen, nun besteht auch das Problem, dass selbst wenn das ginge, meine Eltern ein Recht auf Kontakt mit meiner Tochter einklagen könnten.
ach ja was ich noch dazu sagen muss: mein Vater erhebt auch heute noch die Hand und droht mir mit Schlägen oder schmeißt mich aus dem Haus, sobald ich nur etwas von mir gebe was ihm nicht passt
Danke für´s lesen, ihr könnt euch auch gerne per Email melden: slk3333@web.de
Hallo
ich habe schon vor tagen viele der kommentare gelesen. dies soll nun mein erster versuch werden meine vergangenheit aufzuschreiben.
Bin heute 37 jahre und meine kindheit war die reine hölle. mein stiefvater hat mich gehasst weil ich nicht von Ihm war
was er mich soweit ich zurück denken kann seit den kindergarten erst mit schlägen mit der hand und als er merkte das Ihm das mehr weh tut als mir mit allen was er fand.Wobei er einen tepichkloppfer und ein 30 cm langer stock mit sieben leder streifen bevorzugte.
Meine Mutter hatte Ihre eigene art mich spüren zu lassen das sie meinen leiblichen vater haßte. für sie war ich nur ein lästiges Übel was sie lieber abgetrieben hätte(ihre worte). es machte ihr auch nichts aus dies vor meinen brüdern zu mir zusagen und wenn Ihr das nicht reichte. dann wie erklär ich das: wir waren drei kinder in einem zimmer wobei zwei abens ins bett gebracht wurden, ihren gute nachtkuss bekamen, ihnen gesagt wurde wie lieb man sie doch hat und mich hat sie über jahre einfach lings liegen lassen.
Sowas wie Mutterliebe gab es nicht für mich. Mit 11 jahren bin ich dahinter gekommen das er nicht mein richtiger vater ist. Als ich meine mutter darauf ansprach ist sie völlig durchgedreht was mich zwei schneidezähne gekostet hat. Ab dem tag haben sie alle hemmungen verloren was auch dazu führte, dass ich mich von meinen jüngeren brüdern verprügeln lassen mußte weil Sie gerade keine lust haben aufzustehen. dagegen gewehrt hab ich mich nicht es war immer noch besser Sie als Er.
ich mach meinen Brüdern auch keinen vorwurf. Sie hatten keine wahl. Mit 17 bin ich von zu hause abgehauen nach einen streit mit ihm. Es hat eine woche gedauert bis meine mutter eine vermisstenanzeige gemacht hat. Bin dann erstmal freiwillig ins heim gegangen was aber leider schon zu spät für mich war.
Da ich ja nie gelernt hatte mit anderen umzugehen oder es zu diesen zeitpunkt schon nicht mehr konnte ist es weiter bergab gegangen.Ich habe angefangen auf alles was mir in irgendeinerweise angst machte, mit schlägen zu reagieren was mir 3 einhalb jahre jugendknast einbrachte. Heute 20 jahre später lebe ich immernoch alleine weil ein teil von mir der welt da draußen nicht traut Es gibt eine hand voll freunde aber eine beziehung oder gar eigene Familie wird es wohl nie geben.
mein größtes Problem zurzeit ist, dass ich aus dem schutzpanzer den ich in all den jahren aufgebaut habe, selber nicht raus komme oder nicht will, da bin ich mir nicht sicher. Auf jeden fall tut es gut dies mal los zu werden auch wenn es weh tut.
Hallo,
Ich habe heute Ihrem Artikel und viele der Kommentare gelesen und bin ein bisschen geschockt, weil plötzlich so vieles in meinem Leben Sinn macht.
Ich, w27, bin auch lange als Kind geschlagen worden, von beiden Elternteilen. Meine Etern waren relativ Jung als sie mich und meine jüngere Schwester bekommen haben und ich gehe davon aus dass sie beide total überfordert waren. Sie hatten beide nicht die einfachste Kindheit, aber das entschuldigt ja nichts.
Bis gestern habe ich diesen Teil meiner Kindheit fast komplett verdrängt, aber dann sah ich einen Bericht in Stern.tv über geschlagene Kinder und es kam alles wieder hoch.
Seit ich denken kann war ich schon immer ein überängstliches Kind. Aus Angst vor den Srafen habe ich selten rebelliert, obwohl meine Mutter sagte dass ich als ganz kleines Kind oft geschrien habe wenn ich etwas haben wollte, sie im Supermarkt blamiert habe und sie oft zur Weißglut gebracht habe.
Meine Erinnerung setzt ein als ich etwa 5 Jahre alt war und wir in ein neues, großes Haus gezogen sind. Materiell hat es mir nie an etwas gefehlt. Meine Eltern waren an sich auch sehr hilfsbereit und haben sich um viel gekümmert, aber nur dann wenn ich mich so verhalten habe wie sie es wollten und das gemacht habe was sie sagten.
Sie hatten eigentlich nie Probleme mit mir (außer dass ich Essprobleme hatte als Kind und nie essen wollte und mir oft schnell übel wurde). Umso schwerer fällt es mir Sinn daraus zu machen warum ich so oft geschlagen wurde, für die kleinsten Sachen.
Meine Mutter ist manchmal richtig ausgerastet, warf mich aufs Bett, setzte sich auf mich und schlug immer wieder zu. Mein Vater ist generell sehr ruhig, gefühlskalt und schlug oft bei nur einem Wiederwort oder einer anderen Meinung zu.
Entschuldigt wurde sich damals nie bei mir. Ich hatte ständig Angst etwas falsch zu machen. Oft wenn ich Streit mit meiner Schwester hatte wurde ich von meinem Vater gerufen und ging zitternd die Treppe runter ins Wohnzimmer, duckte mich schon im Vorraus.
Ich musste auch oft mit ansehen wie meine Schwester geschlagen wurde und schrie und weinte, ich stand daneben und weinte mit! Andersrum genauso. Solche Erinnerungen lösen Hass in mir aus.
Heute muss ich mich mit den scheinbaren Nachwirkungen rumschlagen. Ich habe eine Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und „Ritualen“ die ich ausführen muss um eine Schein-Kontrolle über Situationen bekommen die ich nicht kontrollieren kann.
Ich habe eine Angststörung, hatte viele Jahre Panikattacken (die ich aber besiegt habe). Ich habe sehr große Verlustängsten, worauf meine Zwangsstörung aufbaut. Ich kann oft meine Meinung nicht vertreten und kann absolut nicht streiten mit Menschen die ich liebe. Ich war oft in längeren Beziehungen die auseinander gingen weil es oft fast zu harmonisch war und ich nie meine Meinung sagen konnte oder streiten kann, ich habe zu große Angst dann abgelehnt zu werden.
Ich habe große Panik in Situationen wo etwas von mir erwartet wird, schon fast bis hin zu Black Outs. Trotzdem war ich immer sehr gut in der Schule, habe einen Medienberuf erlernt und bin mittlerweile nach London gezogen um hier hoffentlich bald als Regisseurin zu arbeiten. Seit ich hier wohne bin ich glücklicher, aber ich habe immernoch Riesen Probleme kleine Aufgaben zu bewältigen die sich in meiner Vorstellung zu einer riesigen unmöglichen Sache aufblasen. Durch die Zwangsstörung fällt mir das arbeiten auch sehr schwer, aber ich Kämpfe weiter. Ich möchte mein Leben zurück und erfolgreich sein!
Mir wurde oft als Kind klar gemacht das ich nichts kann, bzw. wurde versucht mich beruflich usw. in eine ganz bestimmte Richtung zu drängen. Ich sollte das Leben meiner Eltern leben. Zum Glück bin ich da ausgebrochen.
Zu meinen Eltern habe ich ein teilweise gutes Verhältnis heute. Sie verstehen meine Berufswahl immer noch nicht, nehmen es mir teilweise übel dass ich s weit weg gezogen bin. Meine Mutter hat sogar mal gesagt dass sie heute bereut was sie uns damals angetan hat, aber richtig kann ich mit ihr nicht darüber reden weil sie psychisch sehr instabil ist.
Momentan geht die Ehe meiner Eltern den Bach runter, ein Prozess in den wir auch sehr mit einbezogen werden. Beide machen gerade eine Therapie um Ihre eigenen Probleme zu erkennen, und ich hoffe dass die Vergangenheit dann auch mal zur Sprache kommt.
Was kann ich selbst tun damit es mir psychisch besser geht? Damit ich ein normalerer Mensch werde der nicht immer mit einem Dauerlächeln durchs Leben geht selbst wenn alles schief geht? Jemand der seine Meinung vertreten und auch mal Nein sagen und streiten kann und nicht immer versucht alles negative weg zu schieben und so gut es geht zu verdrängen?
Ich nehme euch alle mal gedanklich in den Arm. Es tut mir weh zu hören wie viele das Gleiche erlebt haben und heute noch darunter leiden.
Hallo,
Es ist sehr interessant hier über die Auswirkungen von Gewalt in der Kindheit zu lesen.
Ich bin heute 28 und Ärztin und war der Meinung ich hätte meine Kindheitstrauma gut bewältigt. Mein Vater ist Alkoholiker und hat mich und meine Geschwister häufig geschlagen. Anlässe waren meist Nichtigkeiten (angekaute Buntstifte, verschüttete Gläser, meine Sturheit etc).
Meine Mutter hat ihn dabei tatkräftig unterstützt und bevorzugt mit Kochlöffeln und Bügeln auf mich eingeschlagen. Natürlich schlug mein Vater auch meine Mutter. Hinzu kam massiver psychischer Terror der dazu führte, dass ich das Gefühl hatte nie gut genug zu sein. Von einigen sexuellen Übergriffen meines Vaters ganz zu schweigen. Ich habe schon eine Therapie (posttraumatisches Belastungssyndrom nach sexuellem Übergriff 2006) hinter mir und habe mittlerweile selbst eine Familie und 2 Söhne (5 und 1 Jahr alt).
Der Kontakt zu meinem Vater ist längst eingestellt. Da meine Eltern jedoch noch zusammen leben ist auch ein normaler Umgang mit meiner Mutter äußerst schwierig. Die ist der Meinung, uns Kindern hätte es nie an etwas gefehlt (rein materiell gesehen ist das auch sicher richtig) und kann meine Vorbehalte nicht nachvollziehen. Ständig gibt es deswegen Ärger. Besonders auch weil ich sehr darauf bedacht bin, meine Kinder von ihrem Großvater fern zu halten (aus Angst ihnen könnte etwas zustoßen).
Nun besteht meine Mutter darauf, dass wir nur zu Besuch kommen dürfen wenn wir auch mit meinem Vater kommunizieren. Ich bin nun versucht auch den Kontakt mit meiner Mutter abzubrechen. Ist ein Kontakt so überhaupt möglich bzw. gesund für uns? Wie erkläre ich die Sache unserem Großen (sehr aufgeweckt und sensibel)? Und wieso ist es selbst heute wo ich erwachsen und selbstständig bin, so schwer sich loszulösen und so wichtig von meinen Eltern akzeptiert zu werden. Und wie kann meine Mutter ernsthaft denken unsere Kindheit wäre ganz normal gewesen?
Ich bin manchmal so wütend dass ich schreien könnte. An anderen Tagen würde ich am liebsten nur weinen. Die Hoffnung, dass irgendwann alles verarbeitet ist und ich ein halbwegs normales Verhältnisse zu meinen Eltern haben kann habe ich längst begraben.
Liebe Grüße
hi Ich (w, 20) lese gerade die Kommentare und kann nicht anders als zu heulen, weil ich an meine eigene Kindheit denken muss.
ich bin hin und her gerissen zwischen positiven und negativen Gedanken. ich erinnere mich daran, wie mein Vater mir und meinen 2 Jüngeren Geschwistern Geschichten vorliest, oder wir zusammen Ausritte gemacht haben (wir besaßen Pferde und einen Hund). Aber andererseits auch an Einsamkeit und Schläge.
der Erste Punkt kommt daher, dass meine Eltern Miteigentümer einer Backstube waren. Mein Vater war daher früh raus und hat jeden nachmittag geschlafen. Meine Mutter hat den ganzen Tag nichts anderes als Büroarbeit und Haushalt gemacht. In der Grundschule war noch alles in Ordnung (obwohl ich auch da schon geschlagen worden bin, nur erinnere ich mich nicht. Laut meinen Eltern habe ich es „Immer darauf angelegt“), denn meine Oma, die im selben Haus wohnt hat sich um uns gekümmert, uns von der Schule angeholt und gekocht. sie hat mit uns Hausaufgaben gemacht und gespielt. Aber dann ich sie durch einen Unfall ins Koma gefallen und nicht mehr aufgewacht
Also musste sich meine Mutter um uns kümmern.
für mich bedeutete das in meinem Zimmer zu hocken und bloß nicht zu stören. Wir mussten viel im Haushalt helfen und ich musste mich um meine Schwestern kümmern, was an sich nicht schlimm ist.aber meine mutter konnte man es nicht recht machen, und wenn etwas zu Bruch ging, oder ich „frech war“ wurde geschlagen. Mit der Hand, mit den Pantoffeln, Kochlöffel, was gerade zur Hand war.
Ich erinnere mich, das ich liebend gerne zur schule gegangen bin und war dort gut, denn bei guten Noten bekam ich Lob. schlecht noten wurden auch toleriert, aber ich brauchte Anerkennung (was ich allerdings erst jetzt realisiere.)wenn mein Vater schlecht gelaunt war, und wir gestört haben, oder wenn er wegen uns aufgewacht ist wurde er richig laut und hat auch geschlagen. Eine Situation hat sich in meinen Kopf eingebrannt, ich war glaub ich so in der 6. Klasse kann leider keine genauen Jahre einordnen.
Samstags war ich immer allein zu hause und war dafür zuständig, die Wohnung sauber zu machen, mich um die Pferde zu kümmern und mit dem Hund zu gehen. Und mittags hab ich mich von Dosenravioli ernährt… AN einem Samstag, eine Bekannt kam zum reiten und mein Vater fragte mich ob ich mit will. Ich sagte ihm, dass ich mit will, aber ich würde dann jetzt noch schnell den Stall sauber machen. daraufhin ist er ausgerastet, warum das noch nicht gemacht sei, wie ich die Pferde im dreck stehen lassen könnte und so weiter und er nahm dem gürtel von der Kommode und baute sich vor mir auf. ich hab mich auf dem boden zusammen gekauert und hab versucht an ihm vorbei zu kommen (das war in einem engen Flur Richtung Haustür). irgendwann bin ich an ihm vorbei und ich glaub ich hab mir dann doch eine gefangen…
Ein anderes mal hat er versucht mir bei Mathe zu helfen. ich habe aber nicht verstanden was er versucht hat zu erklären. darauf bin brüllt er mich an, ich wolle das doch nur nicht begreifen und hat mich so auf den Hinterkopf geschlagen, dass ich auf die Tischkante geschlagen bin und Nasenbluten hatte.
Ich habe mit meinen Eltern inzwischen über darüber gesprochen, und mein Vater sagt es tut ihm leid. aber keine zwei Sätze später kommt dann: „aber du ziehst dich ja auch immer mehr zurück, ….und du hast es ja auch drauf angelegt…deine Schwestern sind nicht so!“
in solchen Momenten kann ich dann nur weinen.
als es um meine Berufswahl ging: ich mache eine Ausbildung zur Mechatronikerin, hieß es: also ich weiß nicht, du bist do ungeschickt, hast doch 2 linke Hände, als frau bist du benachteiligt, das ist doch nichts für dich, werd lieber finanzirgendwas, da verdienst du Geld, dann kannst du dich im alter für uns sorgen…“ bla bla bla.
oder: „du willst doch eh nicht arbeiten, du willst uns nur auf der Tasche liegen!“
Es ist schwer immer wieder gesagt zu bekommen, dass man nichts kann!
Kurz vor meinem Abitur, als ich den Arbeitsvertrag in der Tasche hatte (in einer Stadt 200 km weg von zu hause :)) war es am schlimmsten. Ich wurde zwar schon lange nicht mehr geschlagen, aber diese herablassenden Äußerungen tun genauso weh. und immer dann wenn ich höre wie mein Vater mit dem Hund schimpfte, oder mit der Welt an sich ratterte es in meinem Kopf: der Arme Hund!, du darfst jetzt nicht störe, hab ich was falsch gemacht, sollte ich was unternehmen…nein, hat nicht mit dir zu tun, tu so als hättest du nichts gehört…aber mein Herz hat weiter gerast.
wie gesagt kurz vor dem Abi: ich habe die Tage und wochen gezählt: bald kann ich weg, ich bekomme eine eigene Wohnung, bin nicht mehr finaziell von meinen Versorgern (habe sie eher weniger als Eltern betrachtet) abhängig.
Inzwischen komme ich alleine klar, wohne näher bei meinem Freund und seiner Familie, mit dem ich 3 Jahre eine Fernbeziehung hatte, weshalb es auch oft Zoff gab(belegen des Telefons).
Mit meinen Eltern habe ich nur Kontakt wenn es sein muss: Geburtstag meiner Schwester, wichtige Dokumente. Man könnte sagen wir verstehen uns und mein Vater hat endlich verstanden (nachdem er jetzt wegen Krankheit auch nicht mehr in seinem Job ist), dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Aber wenn ich nach hause telefoniere bin ich immer angespannt, fürchte zurückgewiesen zu werden, öffne mich ihnen nicht, sondern führe eher eine diplomatische Beziehung.
Auf mein Leben mit anderen hat sich das auch ausgewirkt. wenn man freund zum beispiel mal schlecht gelaunt ist merke ich das sofort und wenn er dann seinen PC anmotzt fühle ich mich gleich schuldig. auch wenn ich weiß, dass er mir NIEMALS etwas tun würde und mich über alles liebt.
ich bin in allen Situationen in denen etwas von mir erwartet wird nervös und mache mi Gedanken wie ich auf die Menschen wirke, denn ich will doch das man mich lieb hat!
Oh je, jetzt ist der Text länger geworden als ich wollte. Aber es tut immer gut über diese Dinge zu reden.
Ich weiß das vor mir noch ein langer Weg liegt auf dem ich meine Kindheit verarbeiten muss, denn diese Bilder kommen immer wieder hoch.
Allen anderen in diesem Blog wünsche ich viel Erfolg in Ihrem Leben. Gebt niemals auf, denn egal was andere Sagen: Du bist das wertvollste auf der Welt!
Das sag ich mir zumindest 🙂
Aha, mit einem Kabel … unglaublich, was sich die Menschen alles einfallen lassen um zu quälen. Ich dachte daß die Matchbox Autobahn Plastikschiene schon zimlich übel war, aber ein Kabel … hammer! Willkommen im Klub! Ja, die banalsten Dinge werden zum Problem, und man versteht über lange Zeit nicht, warum alle anderen tun was sie tun. Erklären kann man es auch niemandem, und schon Arbeiten gehen wird zur Anstrengung bis zum Kollaps … Nicht zu Reden von Beziehung und Familie. Unfassbar … Alles Gute Sebius, und hoffentlich haben sie einen guten Therapeut!
Schöner Blog, interessantes Thema!
Bin selbst als Kind geschlagen und geprügelt worden – so wie fast jedes Kind in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Dabei hatte ich noch Glück, dass es nicht allzu oft war – andere Kinder hat es heftiger erwischt. Dennoch hat es gereicht, jedes Vertrauen, jede Bindung zu meinen Eltern – insbesondere meinen Vater – nachhaltig zu zerstören. Meine Eltern waren wahre Meister darin, die Prügelstrafe mit einem Maximum an Schmerzen zu zelebrieren – als Hilfsmittel diente nicht etwa ein Gürtel oder ein Stock, sondern ein Kabel. Glaubt mir, es tut höllisch weh, wenn der mit Kunststoff umwickelte Kupferdraht mit Wucht auf die Haut niedergeht – vor allem auf nackte Haut. Es genügt das Wissen, jederzeit damit verdroschen zu werden, um Angstschweiß auszulösen. Als ich älter wurde, kamen Ohrfeigen und psychische Verletzungen – Beleidigungen, Demütigungen und so weiter – hinzu. Kein Wunder, dass ich irgendwann Soziophobiker wurde – und wegen meiner Unfähigkeit neue Demütigungen kassieren musste, da eine so einfach klingende Aufgabe, mir einen Ferienjob oder Praktikumsplatz zu besorgen, für mich zu einer unvorstellbaren Tortur wurde. Ich hatte nie echte Freunde in meinem Leben. Meine erste Freundin hatte ich mit 25 Jahren, und als es nach zweieinhalb Jahren in die Brüche ging, war es für mich die Bestätigung dafür, dass ich kein sonderlichh liebenswerter Mensch bin und nur das fünfte Rad am Wagen, der Ersatzspieler bin, wenn grad niemand Besseres zur Stelle ist. Es fällt mir schwer, Menschen zu vertrauen und mich auf enge Beziehungen und tiefe Gefühle einzulassen. Für meinen Vater empfinde ich nur noch Hass und Verachtung. Mit meiner Mutter kann ich halbwegs normal reden, aber ich empfinde nichts für sie. Den Kontakt beschränke ich auf das absolute Minimum. Meine Kinder – sollte ich welche irgendwann haben – werde ich niemals schlagen oder verwahrlosen. Sie werden von mir all das bekommen, was mir verwehrt wurde.
Hallo Jacob,
„…Oder sind Sie hier alle der Meinung irgendeinen geistig beschränkter (für sind Menschen die Kinder verprügeln schon ein bisschen beschränkt) reagiert positiv auf gut zu reden?“
Nein, ich habe meine Kinder nicht geschlagen, aber ich war oft ganz verdammt nah dran. Wenn Du mal über Jahre keine Nacht durch geschlafen hast,als Mutter noch arbeiten gehst, weil sonst das Geld nicht reicht, keine Unterstützung hast und ein Kind das ständig seine Grenzen austestet, dann bist Du vielleicht beschränkt- aber du kannst es nicht ändern. Dabei heißt Hilfe für mich nicht gute Ratschläge bekommen( die sind vielleicht etwas besser als Schläge)sondern handfeste Unterstützung in Form von: Ich nehm dir mal die Kinder für ein paar Stunden, damit du in Ruhe einkaufen kannst…. So was wäre meiner Meinung nach eine gute Hilfe gegen „Elternbeschränktheit“…. Nur mal so als Anregung.
Gruß
Heidi
Natürlich auch nochmal alles Liebe für Matthias hier drüber und so wie sie es beschreiben sehe ich es auch mit vielen Eltern in Kaufhäusern oder wo auch immer,ich habe mich auch viel auch als meine Tochter klein war eingesetzt,ja so ganz ungefährlich war es nie,ob für meine Tochter eingesetzt oder andere ,zumindest dann hilfe kommen lassen,ich würde es immer wieder tun,ja ich reagiere da auch super tief sensibel,wollen wir wirklich hoffen ,das alles vielleicht doch noch einmal anders und besser wird,liebe grüße Birgit
ich meinte im eben beschriebenen artikel,das die Eltern sich selber nicht zu helfen wissen,sollte es richtig heißen,ich hoffe und wünsche mir ,das eines Tages kein Kind mehr durch Gewalt oder Mißbrauch oder sonstigem weinen muß und auch keine Tiere,Frauen,und Männer
Ich lese hier immer wieder gerne drüber ,weil es mir etwas hilft,Tina wünsche ich erstmal alles ,alles Liebe und das Sie es schaffen,lassen Sie sich hier drüber einfach mal gedanklich in die Arme nehmen,ich hoffe das es auch mehr für Sie danach geschehen wird,Jacob wünsche ich auch alles liebe auch alles so zu verarbeiten zu können eines tages ,wie ich es auch muß,und mit Kindern die auf der straße verprügelt werden,das die Eltern vielleicht selber sich zu helfen wissen,hm,weiß nicht ich sehe es anders ,da ich ja auch den Hass des Heimleiters jeden Tag zu spüren bekommen habe,wenn er mich dann mitten auf der straße ,meine Hose runter und schlü….,dann vor allen autofahrern oder beim Zahnarzt mich so verprügelt hat ,das ich nicht mehr stehen oder sitzen oder liegen konnte,und bei allen anderen Kindern von uns da im Heim,ähnliches oder gleiches,ich denke er wußte genau was er tat,ich wünsche allen das sie es irgendwann schaffen,wieder etwas glücklich zu Leben,ich versuche es auch gerade,es ist sehr, sehr schwer,doch es soll für mich und alle anderen nur besser werden,das wünsche ich jedem der so intensiv gelitten hat wie ich,
Dann gehen Sie als ersten Schritt zu einer Beratungsstelle der Stadt oder von der Caritas o.ä.
Dort bekommen Sie auch Hilfe.
Hallo,
leider bin ich privat versichert über meinen Vater. Das heißt, er bekommt wirklich jede einzelne Rechnung.
Also geht das nicht, zumindest im Moment nicht.
Trotzdem vielen Dank für Ihren Rat.
Hallo Tina,
Sie brauchen dringend professionelle Hilfe wegen Ihren Depressionen, den Suizidgedanken und der Esstörung.
Sie können mit Ihrer Chipkarte von der Krankenkasse direkt zu einem psychologischen Psychotherapeuten gehen. Die Kosten werden direkt von der Kasse übernommen, das erfahren Ihre Eltern nicht, weil keine Rechnung kommt.
Alles Gute für Sie!
Hallo!
Ich (18) wurde früher öfter mal geschlagen und teilweise auch richtig verprügelt. Dazu gehörte meist Hintern versohlen, Ohrfeigen, Schläge in den Nacken, auf Hände, Rücken usw. Treten und Hinterherschleifen am Arm.
Sowohl meine Mutter, als auch mein Vater haben mich geschlagen, wobei mein Vater öfter und fester schlug und ich große Angst vor ihm hab bis heute.
Meine Mutter sperrte mich eher in meinem Zimmer ein und verließ dann das Haus mit meiner Schwester für 1-2 Stunden, während mein Vater arbeiten war.
Das war auch ziemlich schrecklich für mich und ich hab bis heute große Verlassensängste und Angst davor, allein zu sein oder allein gelassen zu werden.
Es ist mir sehr peinlich, dass ich geschlagen und getreten wurde, weil ich die Gründe nicht weiß. Wahrscheinlich war ich frech, aufmüpfig, hab widersprochen oder wollte irgendetwas haben. Vielleicht nur Aufmerksamkeit, naja die hab ich dann ja auch bekommen. Nur nicht so, wie ich es vermutlich gedacht habe.
Meine Schwester wurde nur sehr selten mal leicht geschlagen, aber eingesperrt wurde sie nie und Sätze wie „Ich will dich nie wieder sehen“ hat sie auch nciht hören müssen. Das hat mich immer sehr verletzt, weil ich es persönlich genommen hab und mir sicher war, dass ich Schuld daran bin.
Bis heute denke ich, dass irgendwas an mir falsch ist. Ich hasse mich ziemlich, mein Aussehen, mein Verhalten, alles.
Durch meine große Angst vor Ablehnung, habe ich mich immer mehr zurückgezogen und mich selbst perfektioniert, bloß keine Gefühle zu zeigen, schon gar nicht vor meinen Eltern.
So habe ich nur meine Schwester (16), mit der ich reden kann, die mich versteht. Aber sie hat auch nicht immer Zeit für mich und hat keine Lust, die große Schwester sein zu müssen.
Ich habe auch Angst, krank zu sein, mich zu verletzen, oder Schwäche zu zeigen vor meinen Eltern. Früher wurde ich auch oft geschlagen, wenn ich mich verletzt habe, weil ich so dumm und tollpatschig bin.
Wenn ich krank war, störe ich den Alltag, bin ich lästig, aufwendig und eklig, weil ich ja ansteckend bin.
Da ich Emetophobie hab, fühl ich mich immer sehr hilflos, wenn ich krank bin und deshalb habe ich vermutlich auch so große Angst davor.
Ich suche schon seit dem Kindergarten jemanden, der mich so annimmt, wie ich bin, bei dem ich mich sicher fühlen und einfach mal fallen lassen kann, aber ich finde keinen.
Meine Eltern kann ich darauf nciht ansprechen, zumindest nicht jetzt. Ich wohne noch bei ihnen und bin auf sie angewiesen. Unsere Beziehung ist eher unpersönlich, ich rede wenig und gehe Konflikten aus dem Weg, weil ich manchmal auch noch heute geschlagen werde, wenn ich was gegen sie sage.
Vor der Zukunft habe ich große Angst. Ich bin so orientierungslos, will nicht von der Schule weg und alles selbst verantworten müssen, weil ich mich immer noch wie ein kleines Kind fühle, das Hilfe braucht.
Ich habe schon über professionelle Hilfe nachgedacht, aber meine Eltern würden das ja sofort merken durch Rechnungen usw. also geht das zumindest im Moment auch nicht.
Manchmal denke ich darüber nach, mich umzubringen, aber selbst dazu bin ich zu feige. Depressionen hab ich auch hin und wieder und Essstörungen. Entweder ich esse den ganzen Tag oder fast gar nichts.
Schlafen fällt mir schwer, weil ich immer so stark träume und zu bestimmten Uhrzeiten aufwache. Meistens träume ich von meinen Ängsten und bin dann, wenn ich aufwache nass geschwitzt.
Einerseits möchte ich nur noch weg von meinen Eltern, andererseits kann ich nciht von meiner Schwester weg.
Ich habe ein schlechtes Gewissen wegen meinen Eltern, ich bin materiell gut versorgt und so machen sie auch was für mcih udn sind ganz nett, aber ich kann das alles nicht mehr annehmen und vertraue ihnen nicht mehr.
Ich habe mich vor kurzem einem Erwachsenen anvertraut, der mir helfen will, auch mit professioneller Hilfe. Dadurch geht es mir etwas besser, da derjenige mir das Gefühl gibt, nicht komplett unwichtig zu sein. Ich hoffe nur, dass ich nicht wieder alles kaputt mache, wie immer, weil ich so extrem anhänglich bin und nerve. Ich will keinem zur Last fallen und nicht immer jedem auf den Geist gehen, trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich jedem nur Schwierigkeiten mache und mich keiner wirklich braucht. Ich brauche nur andere. Das ist schwer so.
Außerdem nimmt mich keiner Ernst, weil ich so perfektioniert bin, dass ich immer lächeln muss. So denken alle, ich käme schon klar und bräuchte keinen Trost, was mir aber sehr wichtig wäre. Mein größter Wunsch ist es, mal wieder richtig umarmt zu werden, aber das ist zu peinlich, das jemandem zu sagen.
So das reicht jetzt von meiner Geschichte 🙂
lg
@jacob:
Vermutlich weil du die Persönlichkeit der Kiddies wegen deiner Erlebnisse mehr respektierst.
Meiner Meinung nach „halten“ sich viele Eltern ihre Kinder wie bessere Hunde, und erkennen nicht, dass sie eine eigene Persönlichkeit sind.
Es ist erschreckend zu beobachten (z.B. in einem Einkaufszentrum o.Ä.) wie wenig viele Eltern ihre Kinder achten. Bin da auch etwas übersensibel, und oft geradezu geschockt wie beiläufig und ignorant mit jungen Erwachsenen umgegangen wird. Sie haben im Sinne der Erwachsenen zu „funktionieren“, und wenn sie diese Erwartungen nicht erfüllen werden sie mit Liebesentzug bestraft. Dass viele Eltern überfordert sind ist offensichtlich. Die Kinder allerdings sind unschuldig.
Hallo Heidi,
Sie haben Recht, diese Menschen wissen nicht besser und brauchen womöglich Hilfe, fraglich ist es aber ob diese Menschen auch bereit sind Hilfe anzunehmen. Menschen die ihre Kinder auf der Straße verprügeln sind nicht gerade sozialfähige, wen Sie verstehen was ich meine. Die Reaktionen meines erst Kommentares, lassen mich doch grübeln ob wir nicht alle ein bisschen beengt unsere Welt betrachten. Bin jetzt schon als Prügelmonster gebrandmarkt nur weil ich eine gewisse Bereitschaft für Extremsituationen verkündet habe. Denn es handelt sich definitiv um eine Extremsituation wenn
jemanden sich im Not befindet, egal ob Kind oder Erwachsener (Kinder insbesondere weil sie sich nicht wehren können). Oder sind Sie hier alle der Meinung irgendeinen geistig beschränkter (für sind Menschen die Kinder verprügeln schon ein bisschen beschränkt) reagiert positiv auf gut zu reden? Nachhaltig meine ich?
Gruß
Hallo Jakob,
vielleicht bräucten die Eltern, die Sie auf der Straße schlagen eher jemand,der Verständnis für sie hat und nicht jemand, der sie schlägt um zu zeigen, dass man nicht schlägt? Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass Eltern deshalb schlagen, weil sie es tatsächlich nicht besser können.
Nur mal zum nachdenken….
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
Sie haben mit Sicherheit Recht, man sollte aufpassen welche Beweggründen einem antreiben, wie erklären Sie sich aber die Tatsache das ich von allen ( wirklich allen ) Kindern sehr beliebt bin. Mein Neffe bspw. verbringt jedes Wochenende bei uns, ohne Ausnahme. Ist das auch eine Art Kompensation Verhaltensmuster. Wenn ja, wie erklärt sich das Verhalten und Empathie der Kinder mir gegenüber?
Hallo Jacob,
es dauert lange, bis man das Trauma von wiederholten schweren Prügeln in der Kindheit überwunden hat. Bis man auch mit diesen Erlebnissen in angemessener Form einen Frieden mit den Eltern gemacht hat.
Es gibt zwei Arten, dies zu vermeiden. Die eine ist die Angststrategie. Man duckt sich auch im Erwachsenenleben, versucht es , allen recht zu machen, um bloß keinen Konflikt zu riskieren. Die andere Strategie ist die Rebellion. Da kämpft man dann wie Sie gegen die heutigen „Feinde“ und verprügelt sie sogar. Mit Verlaub, darin sind Sie Ihren Eltern ja nun sehr ähnlich. Jetzt kämpft man aber für eine gerechte Sache und fühlt sich im Recht.
Verstehen Sie mich nicht falsch. Es ist gut, einzuschreiten, wenn man heute mitkriegt, wenn Erwachsene etwas Schlimmes tun. Aber man muss aufpassen, dass man es nicht hauptsächlich für sich selbst tut – aus Rache an den Eltern damals in dem guten Gefühl, jetzt der Starke zu sein.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
da ich einer Ihrer Abonnenten bin, bekam ich heute ihren Newsletter dieses Thema betreffend. Sie schrieben darin, zum Punkt: Probleme in der Identitätsentwicklung, “ nicht Mann sein“ eine häufige Folge solcher Kindheitserlebnisse wäre.
Ich kann was diesen Punkt betrifft nur aus meiner Sicht sprechen/schreiben: es gibt auch andersartige Entwicklungen: Bsp. Ich wurde in meiner Kindheit als Arbeitstier benutzt, fast täglich blutig geschlagen (hauptsächlich von der Mutter) und als Zugabe abends auch von Vater. Geschlagen mit harten Gegenständen, gestochen mit Messer und auch mit der Axt geschlagen. Nicht selten dauerte es Monate, bis meine Wunden heilten (Knochenbrüche, Schnittwunden, usw.) Durfte nicht spielen als Kind, meine Pflichten waren die Arbeit von teilweise zwei Erwachsenen zu erledigen.
Hingegen Ihrer Beobachtungen, befinde ich mich nicht in eine Abwehrhaltung sonder eher Angriff (auch nicht positiv). Ich kämpfe an allen Fronten gegen Kindermissbrauch, scheue nicht, wenn ich auf der Straße gewalttätige Eltern sehe, sie ordentlich zu verprügeln, wenn notwendig. Ich bin ein großer und lauter Gegner von Machtmissbrauch, sei es am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft. Vielleicht ist das der Grund, wieso ich seit vielen Jahren in der Truther Szene so aktiv bin und eifriger Gesellschaftskritiker geworden bin. Die Basis jeder Gesellschaft entsteht im familiären Bereich, denn dort wachsen, entwickeln sich und lernen die Machthungrigen und Macht-Psychopaten anfänglich.
Hoffe, meine kurze Schilderung ergänzt ihre Beobachtungen.
Besten Gruß
Dir Kurti wünsche ich alles Liebe auch für Deine kleine Familie und das alles besser für Dich wird,ja das mit dem Selbsbewußtsein kenne ich zu gut,mein letztes war mit 3Jahren,doch wir werden es alle schon schaffen,auch wenn es ein noch so langer Weg ist,also Dir und allen Deinen Lieben alles erdenklich Liebe und ganz viel Gesundheit,und ganz viel Glück und das Du alles schaffst ,das Du dir vornimmst und wünscht,viele liebe grüße Birgit
Lieber Herr Wichmann,
haben Sie ganz lieben Dank,das Sie die Zeit gefunden haben mir zu schreiben,ich kann Sie sehr gut verstehen,Sie versuchen überall zu helfen und Trost zu spenden und das haben Sie ganz lieb gemacht,danke schön das Sie mir so ernsthaft zu gehört haben,vielen,vielen ,vielen lieben Dank,das macht nicht jeder.
das mit der Reha wird bei mir wirklich zum problem werden,denn ich verstehe es sehr gut dass Sie es als wichtig und helfend für mich sehen,doch es ist nicht nur die angst bei mir davor,sondern woanders bin ich nie gern,so wie damals aus Berlin raus gerissen zu werden nach Husum und von Husum mit 16j. dann nach Celle,wieder eine Stadt die ich nicht mochte aber rein gedrängt wurde,ich hatte da zwar Menschen gefunden die mit mir auch mal unterwegs waren,denn da war ich ja noch sehr jung,und hatte alles klar verdrängt,da hat er ja auch noch kontroll anrufe gemacht,bis ich dann eine eigene whg. hatte.
aber so richtig glücklich habe ich mich nie in C. gefühlt,dann bin ich wieder nach berlin gezogen mit 19j,habe dann meine Tochter mit 21j. bekommen,habe mich eigentlich in meiner Heimat wohl gefühlt,da hat meine Mutter ja noch gelebt und wir konnten uns an nähern,doch trotzdem bin ich dann wieder weil es zu viel streß hinterher mit nachbarn gab ,mit denen wir uns eigentlich gut verstanden hatten und ich eh kein streit Mensch bin ,man uns aber dann provoziert hatte und rausgeekelt hatte,wieder als meine Tochter dann 13j.war nach C.gezogen und da bin ich dann wieder mit dem Mann zusammen gekommen ,den ich mal kennen gelernt hatte als ich zum 1mal nach C. gezogen bin und war dann damals auch mit dem Verlobt und das erste mal Schwanger,doch ich mußte da zu dem zeitpunkt,weil ich noch keine18j.war abtreiben und ich wollte mein Kind so gerne haben.
man hatte einfach über meinen Kopf entschieden,ich wollte abhauen ,doch dann kam wieder der gedanke von früher hoch,die finden dich eh,da waren wir danach getrennt,dann wieder zusammen und dann erstmal lange getrennt,weil ich ja dann auch den Vater meiner Tochter er war Berliner kennen gelernt hatte,er ist ja vor ihrer geburt verstorben,war auch schlimm für meine Tochter,weil fast jeder einen Vater hatte,aber ich habe versucht beides zu sein,aber niemals streng,dann wie gesagt bin ich wieder als meine Tochter 13j.war mit dem ich Verlobt war irgendwie doch wieder zusammen gekommen,hm,da war ich sehr blöd,ich war 5 jahre dann mit ihm zusammen,anfangs gab es schwierigkeiten mit ihm und meiner Tochter ,denke ist ja normal,dann gings und trotzdem war ich auch nie glücklich,weil da schon etwas die vergew…hochkam und er sich aber nur für sein Hobby interssierte und mich auch denke ich heute nicht verstehen konnte.
also ich kam mir in der Beziehung wie luft vor,obwohl ich alles an Liebe die ich geben konnte,versucht hatte zu geben und er hatte 2 Kinder von einer anderen,um die ich mich zusätzlich noch aufgeopfert hatte und war an erster stelle für meine tochter da,obwohl sie sich immer vernachlässigt gefühlt hat ,aber ich aber sie immer vor den Kindern bevorzugt,ist ja meine Tochter und da gibt es niemanden vor,habe beide haushalte gemacht,denn er hat so gut wie kaum was gemacht,also ich war für alles da habe mich quasi geteilt und bin immer für die sorgen und für die sauberkeit und allem da gewesen,das ich für alle gekocht habe und alles in ordnung war,und immer mit zur Schule um für ihre Sorgen und alles da zu sein,hinterher hat sie mir gesagt,sie wußte ja das ich eine sehr gute Mutter war,doch sie war eifersüchtig,ja das konnte ich auch verstehen ,doch ich hatte sie ja in keiner hinsicht vernachlässig.
naja heute reden wir drüber,denn ich habe bestimmt auch kleine Fehler gemacht,gott sei dank dann nicht mit Gewalt oder Strenge,hatte ich ja erwähnt mit der leichten ohrfeige und klaps,das wollte ich ja auch nie, war schon dumm genug von mir,und habe es ja nie wieder gemacht,so bin ich nicht,das ich es nochmal zugelassen hätte,so Lieber Herr Wichmann ich habe jetzt erstmal eine gesprächstunde nächste Woche bei einer Neurologin,ich werde sehen was sich ergibt,dann habe ich jetzt im Februar noch eine einladung als Zeugin für jemanden aus dem Heim aus zusagen,bei der Polizei,wo ich meins auch gleich nochmal schildern werde und auf mein recht pochen werde,denn ich war vor Weihnachten,mit jemandem auch aus dem Heim hier bei der Polizei um das alles an zugeben,doch es hieß ja nur ist verjährt.
doch ein anderer vom heim hat es geschafft bei sich wo er wohnt gegen ihn eine anzeige zu starten ,trotz das es verjährt ist,also soll ich aussagen für den der es geschafft hat,denn er hat mit seiner Polizeistelle gesprochen das mir das gleiche passiert ist und es doch bei ihm auch auf genommen wurde,warum dann nicht bei mir,also deswegen gehe ich hin und kläre alles,ob letztendlich was bei raus kommt,das wir es schaffen ihn nochmal an zu zeigen ,wird sich ja dann zeigen,ich hoffe die hören mir diesmal richtig zu und handeln für mich und die anderen aus dem Heim denen es auch so oder ähnlich passiert ist.
Ihnen und Ihrer Frau und Ihren Kindern wünsche ich ein paar wunderschöne momente der stille,der Freude und glücklichem beisammen sein,das Sie noch ein paar freie Minuten durchatmen können,bevor Sie Ihren Kurs starten oder wieder so lieb jemandem antworten,also richtig lieben ,lieben ,lieben Dank an Sie,Sie sind ein sehr herzlicher,mitfühlender ,lieber verständnisvoller Mensch mit großem Herz und nicht nur auf’s Geld aus,ich werde sehr gerne von Ihnen erzählen und Sie weiter empfehlen,Passen Sie immer gut auf sich und Ihre Familie auf und lassen Sie es sich gut gehen,
viele liebe grüße Birgit
Hallo Kurti,
schön, mal wieder von Ihnen zu lesen.
Es stimmt, dies hier ist eher ein Forum als eine Ratgeberecke. Einfach weil ich zu einigen der schweren Schicksalen nichts Vernünftiges sagen kann. Das Ausmaß an Verletzungen ist so groß – wie auch bei Ihnen.
Was jedoch möglich ist und das passiert ja hier, ist der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Die Chance ist, gelesen zu werden und vor allem zu erfahren, dass man mit seinem Paket nicht allein ist.
Interessant, dass Sie mit den „Tools“ arbeiten. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Alles Gute für Sie.
Hallo,
ich mal wieder. Mein Problem war ja eher der emotionale Missbrauch, auch wenn mein Vater mindestens einen Kochlöffel auf mir zerdroschen hat.
Ich bin transsexueller (Frau zu Mann) Asperger Autist. Ich bin Überlebender eines emotionalen und physischen Missbrauchs. Der sexuelle Missbrauch blieb mir erspart, wenngleich mich mein erster Freund vergewaltigte, in meinem eigenen Zimmer, keine 5 Meter von meinen Eltern entfernt. Ich konnte mich nicht wehren. Ich konnte mich nie wehren.
Ich gehöre einer Minderheitengruppe in einer Minderheitengruppe an, wobei ich durch meine Missbrauchserfahrungen selbst in dieser Minderheitengruppe ein Außenseiter bin. Ich bin einsam. Ich habe viele verschiedene Therapien hinter mir. Ich habe mit den Tools gearbeitet und tu das in gewisser Weise immer noch.
Ich bin mit einem Soziopathen verheiratet und bin transsexuelle Mutter eines Sohnes. Ich bin ein Transmann. Ich habe meine Geschichte bereits in viele Foren geschrieben. Es war für alle zu hart. Ich wollte mich mitteilen, nicht allein mit mir und meinem Schmerz bleiben.
Und dafür ist auch dieser Blog und es erfordert auch für einen Therapeuten, Psychologen, Mut, einen Raum für Überlebende zu schaffen. – Danke dafür. –
Wer glaubt, er bekäme hier die Absolution, der ist hier falsch. Aber, wer glaubt, er bekäme hier einen Raum für seine Geschichte, der ist hier richtig. Ich habe 15 Jahre mich, meine Beziehung zu meinen Eltern und zu meinem Partner analysiert und stehe heute vor einer Lösung all meiner Probleme… den Aufbau eines Selbstbewusstseins.
Ich bin fast 43 Jahre alt. Das letzte Mal, wo ich ein intaktes Selbstbewusstsein besaß, war, als ich 4 Jahre alt war. Ihr könnt selbst ausrechnen, wie lange das her ist. Ich stehe nun hier und muss mir ein Selbstbewusstsein aufbauen, aus dem Nichts. Aber ich habe so viel anderes schon geschafft, warum sollte ich das nicht auch schaffen?
Kurti
Hallo Birgit,
tut mir leid, dass es länger gedauert hat mit einer Antwort.
Ich glaube, Sie brauchen dringend professionelle Hilfe und zwar erst einmal in einer guten psychosomatischen Klinik, z. B. Grönenbach. Eine Einzeltherapie ist nur eine Stunde die Woche und auf 80 Stunden etwa begrenzt, ich könnte mir vorstellen, dass das nicht reicht.
Der Vorteil eines Klinikaufenthalts, eine Therapie kann sich ja anschließen, ist die viel stärkere Dosis.
Sie schreiben „Manchmal wünsche ich mir das mich jemand fragt was ich habe,aber so ist es nicht,im moment,habe ich eine Reha abgesagt,weil ich die fremden Leute nicht um mich haben wollte,und mit denen über meine Vergangenheit reden wollte,versuche einen Therapieplatz zu bekommen,doch das ist sehr schwer,warte schon ewig,und immer wieder ist er neu belegt.“
Ihre Angst vor den fremden Leuten kann ich gut verstehen und das ist genau die Angst, die Sie u.a. überwinden müssen, damit Sie sich helfen. Depressive regulieren viele ihrer Probleme durch 1. Rückzug von anderen Menschen und neuen Erfahrungen und 2. durch exzessives Grübeln (warum fragt mich keiner, bestimmt weil mich keiner mag etc.) Danach fühlt man sich meist noch schlechter.
Genau diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Den anfangs „fremden Menschen“ könnten Sie sich mit der Zeit öffnen und mitunter neue, gute und wärmende Erfahrungen machen. Aber dazu müssten Sie raus aus Ihrem Schneckenhaus (das ist die Komfortzone) und das scheint einem unendlich gefährlich.
Danke für Ihren Bericht und Ihre Antworten an andere hier.
Schade ich dachte ich bekomme hier drüber eine nachricht,mag ja sein das man nach aussen stark wirkt,so ist es aber leider nicht,naja nicht so wichtig,vielleicht haben Sie viel zu tun Herr Wichmann,ich verlange es ja auch nicht,hätte mich nur gefreut auch seelisch aufgebaut zu werden,viel erfolg noch mit ihrem Kurs,
erst einmal möchte ich ganz ,ganz liebe Worte an Azrael schreiben ,ich hoffe Du liest hier nochmal drüber,ich kann Deinen Schmerz so gut verstehen,da es mir auch so er ging und ich es gar nicht so wie Du ausdrücken konnte,Du mir aber aus meinem Herzen gesprochen hast,ich wünsche mir so sehr,das Du dich auch von allem grausamen ganz doll erholst und spürst,das es hier Menschen gibt,die Dich verstehen und sehr mögen und froh sind ,das Du auf der Welt bist,auch wenn Du es wie ich manchmal nicht so siehst oder wahr haben kannst,das ist sehr gut nach zu empfinden ,weil es mir genauso geht,ich wünsche Dir und Deiner Frau und Euren süßen Kindern,alles ,alles ,alles Erdenklich liebe und das Du es schaffst,irgendwann mit Deiner Frau über alles zu reden,was Dir dann denke ich nur gut tun würde,denn ich bin mir ziemlich sicher,das sie Dich trotzdem immer noch lieben wird,sogar noch mehr,denn dann kann sie mit Dir Deinen Schmerz teilen und Du bist dann bestimmt befreit und ihr arbeitet dann alles gemeinsam auf,Pass immer schön auf Dich auf und lass Dich fallen in den Armen Deiner Frau und Kindern,denn sie brauchen Dich sehr und Lieben Dich,was Du so sehr brauchst und auch schaffen wirst,Passt alle 5 schön auf Euch auf,das wünsche ich Euch von meinem ganzen herzen,auch wenn wir uns gar nicht kennen und den anderen hier wünsche ich auch alles,alles Erdenklich liebe und das ihr es auch alle schafft!!!!!!!!!
Kinder werden oft geschlagen welche Nebenwirkungen es hat werde och ihnen erzählen also:Angst,Stellen,tot,und es führt dazu das man Probleme wie Ärgern und Nebenwirkungen haben zumbeispiel Krankheiten und das man später oft agresiv wird also ich würde noch nie geschlagen und werde es auch nie.wenn ich ein Kind habe dan werde ich es nicht schlagen.aber es dauert ja noch ich bim erst 11 Jahre ald.
ja das kann ich sehr gut verstehen ,wie Sie sich fühlen,katalin,bei mir ist es auch so Männern gegenüber und so wie mit der Therapie denke ich auch,trotzdem wünsche ich Ihnen das Sie auch mal Ihren innerlichen Frieden finden,was lange dauern wird, so wie es bei mir auch lange dauern wird,alles Liebe für Sie,liebe Grüße und das Sie jetzt in ein neues Leben schauen können und etwas für sich selbst machen können,was spaß macht,was Ihnen keiner nehmen kann ,das wünsche ich Ihnen von ganzen Herzen,den anderen hier auch,die es genauso schwer haben ,wie Sie und ich,ich hoffe ,das alles besser wird und wir auch noch glücklich sein dürfen,
Hallo,
auch ich (w 50) wurde als Kind von meiner Mutter und Vater heftig verprügelt und erniedrigt.
Mein Vater war sehr streng und ich fand er war auch immer ungerecht.
Meine Mutter hat mich geschlagen wenn der Vater nicht zuhause war.
Ich kann mich nicht an alles erinnern, was ich so schlimmes angestellt haben sollte um dann mit einem Hosengürtel (ist wie Leder Peizsche) oder einen dünnes Ast der schön biegsam ist und pfeift in der Luft Schläge zu bekommen.
Einmal kann ich mich erinnern das ich in der Ecke auf Maiskörnen Knien musste.
Ich hatte kein Respekt vor den Eltern sondern Angst. Ich kann mich daran erinnern als wir noch auf dem Land wohnten musste ich immer zur Oma Milch holen in eine Milchkanne. Es gab noch keine Strassen und war nach einem Regen oder in der Schlechtwetterzeit ziemlich matschig. Wenn ich steckenblieb konnte ich mich oft kaum aus dem Matsch befreien . Ich hasste es Milch zu holen weil für mich das Schläge bedeutete. Wenn ich unterwegs hinviel und etwas Milch auslief hatt sie mich geschlagen. Sie mochte es gern mich auf meinen nackten Po mit den schlappen zu hauen damit es schön wehtut. Einmal hörte ich bei meine bei den anderen Erwachsenen wie sie über eine Nachbarin sprachen das sie schwanger ist. Das erzählte ich meine Oma und die meine Mutter. Als ich nachhause kam ,,Was hast du die Oma
erzählt?„ ich wuste erstmal garnicht was sie meinet. Du hast gesat die Nachbarin ist Schwanger? und dann Schlu sie mich wie immer auf Nacktem PO mit dem Schlappen. Ich wuste garnicht was das wort Schwanger bedeutete und habe die hiebe dafür bekommen weil sie so Verklämmt war? Das war genauso ungerecht wie mit der Milch.
Schläge habe ich mehr als genug bekommen. Liebe umarmungen,Küschen , Lob und alles was mann einen geliebten Kind gibt kannte ich nicht.Heute als Erwachsene weis ich das ich nicht geliebt war und sie ihren frust oder sonstiges an mir auslies. Beide konnten ihre seite der Brutalität zeigen aber nicht die Seite der Liebe.
Die Liebe habe ich bei meine Tante kennengelernt als ich für 3/4 Jahr bei ihr sein durfte weil meine Eltern nach Deutschland Auswanderten.
Aber noch mal kurz noch auf meine Kindheit zwichen 3-4-bis 5 Jahren das kann ich nicht mehr einordnen wurde ich auch Sexuell von einem Familienmitglied misbraucht. Komisch das das auch keiner bemerkt hat. War aber nicht der Vater aber nennen möchte ich auch niemanden, er ist ja uch schon Tod.
Als ich mit meinem Bruder in Deutschland war nahmen die Schläge ab und als er mich mit 15 nochmals mit dem Gürtel zugerichtet hat dann habe ich es die Polizei gesagt was er macht und da ab wenn er die Hand hob sagte dann rufe ich die Polizei und er zog sich zurück.Er suchte sich ein anderen Weg aus um mich zu ärgern. Er hat mich wegen eine streits von heute auf morgen auf die Strasse geschmissen.
Schon damals haben sie alles zurück behalten meine Klamotten und alles was mir gehörte. Damals hat mir auch eine Freundin mir geholfen und bin in eine kleine Wohnung gezogen und Der Stefan hat mir meine Sachen rausgegeben.
Ich hasse deswegen Dominante Männer ganz besonders die Ungerecht sind . Ich lass mich auch nicht unterdrücken ich wäre mich. Ich mag auch kein scheffs die Ungerecht sind und mich unterdrücken wollen. Da geh ich lieber nicht Arbeiten.
Ich hatte nie eine Therapie aber wenn ich einen bekäme dann hätte ich genug zu erzählen. Ich versuche es immer wieder selber alles zu verarbeiten und im Leben zurecht zu kommen.
Lieber Matthias,
ich finde es toll,das Sie hier auch als Mann über das schlimme schreiben,was Ihnen passiert ist,ja Ihren bericht und den der anderen hier,gibt mir gerade etwas willen,die vergangenheit endlich in angriff zu nehmen,auch durch Herrn Wichmanns Seite hier,ist es beruhigend zu spüren,so wie ich es bis jetzt gelesen habe,ihm alles anvertrauen zu können und dass er sehr aufmerksam für jeden hier da ist,das tut sehr gut und gibt mir ehrlich ein stück hoffnung.
ich habe meine erste Therapie erst noch vor mir,hoffe bald,doch wie Sie oder die meisten, denen es wie uns ergangen ist,berichten,kann es ja nur gut werden,das wünsche ich Ihnen auch besonders,auch das Sie auch mal richtig glücklich werden,wie jeder hier von den Seiten,und ein großes liebes Lob an Herrn Wichmann,ihm auch alles Glück der Erde und wir können nur hoffen,das es irgendwann kein Kind mehr auf der Welt geben wird,das eine Träne wegen psychischer oder pysischer Gewalt oder wegen vergew….weinen muß oder schmerzen in welcher form auch immer erleben muß,das wünsche ich mir,das jedes Kind und jeder Erwachsene und Tier irgendwann in frieden und würde leben darf!!!!!!!!!!
Sehr geehrter Herr Roland Kopp Wichmann;
erst einmal danke schön, dass ich Ihnen von mir erzählen darf,ich versuche von anfang an zu erzählen,ich heute 44Jahre bin mit 3Jahren ins SoS Kinderdorf damals in Berlin geboren,gekommen,meine Mutter war krank,was wir meine 2Schwestern und ich damals nicht wissen konnten,meine große Schwester und ich sind ins SoS gekommen und meine kleinere Schwester blieb bei meiner Mutter wohnen,vom SoS Kinderdorf,habe ich nur die erinnerung,das ich da nicht so gemocht wurde,da ich da schon meine ersten schläge auf meinen Hintern bekam,meine 1Jahre ältere Schwester hatte es leichter,sie wurde gemocht,
Ich habe immer versucht durch anhänglichkeit liebe und aufmerksamkeit zu bekommen,damals habe ich auch da beim spielen mit anderen Kindern im Garten einen eisenpfeil vom Pfeil und Bogen,von einem Kind in den Kopf bekommen,das war meine erste schmerzhafte erfahrung am Kopf,kommt ja noch schlimmer (später im Heim) ,meine Mutter durfte und mal besuchen im SoS,eher selten,da hat sie, weil sie uns da raus haben wollte ,doch nicht durfte die Scheibe im SoS Kinderdorf eingeschlagen,wir wußten ja nicht das es ihre krankheit war,sie war Schizophren ist das richtig geschrieben?ich weiß es im moment nicht,wir kamen dann,ich war da 6Jahre und meine ältere und jüngere Schwester 500km weit weg von Berlin,nach Husum ins Kinderheim,da ging für mich die Hölle erst richtig los,ich habe erstmal auf der fahrt dahin mich mit Händen und Füßen gewehrt und geschrien und geweint,ich habe auch sehr meine Mutter vermißt,
Wir sind dann in H.angekommen,da wurde ich gleich gefragt,wer will nach Hause?ich habe mich sofort gemeldet und gerufen ich,ich,da hat der Heimleiter der mir ja auch alles grausame in meinen 10Jahren dort erlebte angetan,du darfst nie wieder nach Hause,gleich am ersten Tag hat er einen blauen Müllsack genommen uns alle meine schönen Spielsachen die ich mitgebracht hatte ,erinnerungen an meine Mutter und Oma und Opa,von Schäfchenbuch was ich geliebt hatte ,das ich wohl mit 3jahren oder 4 von meiner Mutter bekam,meine grünen neuen Kleeblatt Hausshuhe,und so viel andere schöne erinnerungen,alles in den Sack geworfen und in den Müll,der den nächsten Tag abgeholt wurde geschmissen,
Um alles zu erzählen bräuchte es 10Jahre die kraft habe ich im moment nicht,es ist jetzt erst alles hoch gekommen ,weil ich alles die Jahre über verdrängt habe,er hat mir immer grausamkeiten zugefügt,mit begrabbeln am ganzen Körper ,bis zur Vergew. mit 11Jahren,die sehr schmerzhaft war,heute kann ich mich dran erinnern,das ich danach meine R. bekam,es ist mir gerade sehr peinlich es hier zu schreiben,ich kämpfe grad auch wieder mit meinen Tränen,dann hat er so viel gewalt an mir verübt,in den 10 jahren,kann man sich ja aus denken wie oft das ganze wiederholt wurde was ich auf gezählt habe und was dazu kommt,danach bin ich wie gesagt auf die Autobahn damals gerannt und wollte nach berlin trampen,die Polizei hat mich wieder zurück gefahren,er hat denen dann ins gesicht gelogen,er hätte mich nie angefaßt und vergew…oder geschlagen,
Er hat mir ja damals auch gedroht mich umzubringen ,wenn ich jemals was sage,doch der Polizei hatte ich mich getraut es zu sagen,trotz das ich angst hatte,danach hatte ich mich nie wieder getraut irgend etwas zu erzählen,was noch weiteres grausames in den 10jahren geschah,meine gr. Schwester hat er wohl mal versucht zu begrabbeln,hat sie mir im nach hinnein heut zu tage gesagt,doch sie konnte sich wehren,ich mich leider nicht dann hatte sie wohl mal eine Ohrfeige in der ganzen zeit bekommen was ja auch schlimm ist und mehr wohl gott sei dank nicht,meine jüngere Schwester wohl auch nur eine ohrfeige und auch schlimm und gott sei dank wohl auch nicht mehr,noch nicht mal angegrabbelt oder das was ich erlebt habe,mir hat er mit der nudelrolle weil ich links Händerin war auf die Hand bis 30mal geschlagen,er hat dann immer mit gezählt,jedenfalls habe ich versucht alles mit der linken Hand zu machen,
Ich habe am meisten gelitten,durfte im gegensatz zu meinen Schwestern,nur 2mal in den ganzen Jahren bei Freundinnen spielen und sie dann 2 mal bei mir,meine Schwestern,hatte Freunde und mehr freiheiten,ich mußte sein Haus jeden Tag ,es war riesig putzen,von staubwischen,bis möbel polieren,alle zimmer saugen,abwaschen,schränke putzen,stühle abwischen,leder couch mit lederlappen und lederpflege gründlich sauber machen,seine Frau ging hinter her und sagte immer ,hier ist noch staub und da,wenn es also nicht richtig war,kam er gleich angerannt und ich flog,durch seine gewalt in die nächste ecke,seine fäuste habe ich auch mal in die linke Wange und die rechte bekommen und auf meine nase,ob alles gebrochen war,ich weiß es nicht mehr,stand zu sehr unter jedem schock,sei es vergew…schläge und harter arbeit,dann hat er mir mitten auf der straße auf dem weg zur schule,Bürgerschule,also von 1-4Klasse,die Hose runter gezogen,schlüpfer auch und vor den ganzen Autofahrern,mir den Po so sehr vertrimmt,das ich nicht mehr sitzen,stehen und liegen konnte,ich mußte aber zur Schule,hat ja dann keiner mehr gemerkt und ich verdrängt,der Autofahrer hat die scheibe runter gekurbelt und gefragt ob er das darf,er hat gesagt,das geht sie einen sheißdreck an,,
Das hat er so oft in den jahren gemacht auch beim Zahnarzt,wo ich angst hatte,obwohl der zahnarzt sehr lieb war,er hat mich auch viel mit meinem Kopf vorde und Hinter Kopf mit voller wucht gegen die wand geschmissen,und eine eisenschüssel gegen den Kopf,das meine Schulkameradin mich damals fragte,als ich weg von da war,weil wir kurz telefoniert hatten,ob ich das mit der schüssel nicht mehr wüßte,ich habe nur gesagt,bei allem was er so viel bei mir gemacht hat,hatte ich das glatt vergessen,dann hat er mich mit dem kopf ins Klo gesteckt ,oder Waschbecken,mir seinen rechten großen Fuß unters Herz getreten,teil auch herz berührt,wo ich heute noch probleme habe,aauch besonders mit meinen Zähnen,nicht das sie schlecht wären,aber schön ist was anders,was normale Menschen haben,ich wollte immer schöne Zähne haben,pflege sie ja heute,und habe ich auch damals ,doch es machte die gewalt ja nicht ungeschehen,bin froh das ich noch ein paar eigene Zähne habe,aber ich habe totale Angst vor später mal ein gebiss zu bekommen,
Dann mußte ich für alle Kinder mal 14mal 16 Kindern nach der Schule kochen,mit der Köchin,die sehr lieb,war und von wußte was er mir alles angetan hatte,aber angst hatte etwas zu sagen,kann ich einerseits verstehen,und war auch gut das sie da war,sonst wäre ich wohl schon tot gewesen,auch das hatte ich mal versucht,mit Parfüm,hm ,hatte dann ja nicht geklappt,mir war nur schlecht,Finger in den hals habe ich mir auch viel gesteckt und erbrochen,wir mußten eine Sauna bauen,in der der Sack heute wohnt,der lebt ja noch,früher hatte ich bis vor kurzem keine kraft wütend auf den zu sein,das kam erst jetzt die zeit,wir sind viel nach Norwegen gefahren,klar da hat er uns erst recht gequält,von ski loipen laufen Abfahrt ski,langlauf,viel rennen ,rennen,rennen,schläge ,arbeiten,so holz hacken ,bäume fällen,haus putzen,fenster schmirgeln,streichen,ja freiheit gab es ganz selten,auch meist wenn er mal für ein paar tage verreist war ,
Vom geld meiner Mutter,das sie für und überwiesen hat,ist er dann nach Spanien ,geflogen,sein Cousin durfte mir am Nikolaus die rute auf den nackten hintern schlagen,ja das tat höllisch weh,nachts mußte ich dann wieder in H. angekommen um 3.00uhr ums Haus rennen,weil ihm irgendwas zu ohren kam ,was ich wohl schlimmes gemacht haben sollte,an meinenOhren ,hat er auch so oft gezogen,ja die ganzen 10 jahre waren pure Hölle,es ist noch so viel mehr passiert,würde 10 Jahre dauern,heute habe ich eine süße Erwachsene Tochter,und einen süßen Enkel die ich beide über alles liebe,ihren vater hat sie nicht kennen gelernt,er starb vor ihrer geburt,unser verhältnis war auch nicht so gut,ich wollte immer kinder und mal einen lieben Mann,doch der Wunsch ist bis heute nicht erfüllt ,immer die falschen,meine Tochter habe ich mit liebe versucht,so weit ich es konnte zu erziehen,einmal hatte ich ihr ,als sie klein war,auf den po gehauen,aber nicht geschlagen und einmal,auß versehen,ist mir da war sie 4Jahre,eine leichte Ohrfeige gegeben,es tat mir so unendlich leid ,ich ahtte mich so erschrocken,habe danach auch nie wieder etwas in der richtung gemacht,denn ich hatte beides ja nicht doll ,wie ich es erlebt hatte,gottes willen,das hätte ich niemals gewagt,ich liebe ja meine tochter über alles,wenn ich ihr von erzähle sagt sie immer,Mama das weiß ich gar nicht mehr,doch ich schäme mich,auch wenn es nur leicht war,so etwas dürfte gar nicht sein,
Ich habe dann rechtzeitig,ohne hilfe damals in bezug auf kindererziehung,von außen,in mich rein gehört und mich gefragt,was das sollte und ob das in ordnung war,nein,also ich habe es dann nie wieder getan,im gegenteil,ich war ja Mutter und Vater,was ich selber nie hatte,und trotzdem,auch wenn ich funktioniert habe dann immer eine gute Mutter,für ihre sorgen da,nachts und tagsüber,wenn sie nicht in der Schule war,für sie da,und sie hatte ein normales Leben,mit Freunden,die dann auch viel und gerne zu uns kamen und ich viel mit allen draußen war,doch jetzt holt mich meine Vergangenheit ein und ich habe viele Flashbacks,weine viel,auch mitten auf der Straße einfach so oder direkt an der Ampel,ich will das gar nicht vor den anderen Menschen ,doch dann passiert es halt,
Manchmal wünsche ich mir das mich jemand fragt was ich habe,aber so ist es nicht,im moment,habe ich eine Reha abgesagt,weil ich die fremden Leute nicht um mich haben wollte,und mit denen über meine Vergangenheit reden wollte,versuche einen Therapieplatz zu bekommen,doch das ist sehr schwer,warte schon ewig,und immer wieder ist er neu belegt,ich verstecke meine wut,den ich bin kein agressiver Mensch,da ziehe ich mich lieber zuhause zurück und höre Musik mit Kopfhörer,das lenkt ab und singe dazu,es hilft ein bißchen,doch nur die zeit bis sich dann alles wiederhölt,und ich möchte auch mal so gerne ,nach vielen gescheiterten Beziehungen,jemanden für immer lieben können,doch ich weiß nicht mehr wie,und ob mich der Mann so lieben könnte mit meinem erlebten,ob er behutsam mit mir umgehen würde und und und ,arbeiten habe ich durch das ganze ,das ja vor 1Jahr plöztlich wieder hoch kam,alle die ich angefangen hatte immer abgebrochen,gehe nur wenn es nötig ist,so einkaufen und post und so raus,meine Tochter wohnt im moment nicht mit dem kleinen in meiner nähe und mit Freun aber bald,
Ja ich freue mich sehr auf meine Tochter und den kleinen und werde auch immer für sie da sein,doch sie gehen auch ihre wege, ich weiß nicht im moment fühle ich mich so leer,häßlich und alt,und denke ich bin für immer bestraft und darf nicht mehr glücklich werden,dabei möchte ich doch so gerne einen liebevollen Partner haben,ich danke Ihnen für’s zuhören und hoffe Sie können mir antworten,
viele grüße,Birgit
Ich habe eigentlich ein schlechtes Gewissen (meinen Eltern gegenüber), hier zu kommentieren. Ich wurde in meiner Kindheit auch geschlagen – allerdings nicht misshandelt o.Ä., und auch nicht häufig, aber dennoch verfolgt mich das bis heute. Ich hatte keine traurige oder unglückliche Kindheit und eine ganz normale Beziehung zu meinen Eltern, die viel für mich getan haben und auch heute noch tun. Vom typischen Klischee des schlagenden Elternteils war – außer den Schlägen an sich – nichts vorhanden.
Dennoch… ich werde diese Gefühle der Demütigung, Scham, Hilflosigkeit einfach nicht los, was das Ganze dann irgendwie noch peinlicher macht, auch nach all den Jahren. Ich kann darüber auch nicht recht mit meiner Therapeutin reden (peinlich und demütigend). Misshandlung ist eine Sache, diese „Nur-Schläge“ (oder immer diese nett-verharmlosende Umschreibung mit Klaps usw) eine andere. Bei ersterem ist die Sachlage eindeutig, der Böse/Schuldige ganz klar identifizierbar. Bei zweiterem ist es schwieriger, so unsinnig sich das anhören mag. Ich würde alles dafür geben, diese Episoden aus meiner Kindheit einfach vergessen zu können – aber das geht nunmal nicht. Ich habe einmal – nach langer langer Zeit, die ich das Thema schon mit mir rumgeschleppt hatte – sogar mit meinen Eltern darüber gesprochen, die durchaus einsichtig waren (ja, das war ein Fehler usw) und nichts geleugnet haben. Hab‘ auch Bedauern über das Ganze gemerkt… aber geholfen hat dieses Ansprechen dieses belastenden Themas letztendlich überhaupt nicht. Die „Last“ trage ich immer noch mit mir herum.
Jedenfalls stelle ich etliche der oben beschriebenen Folgen bei mir fest, insbesondere den ersten und vierten Punkt in der Liste – und schäme mich dann fast dafür. Andere haben auch mal eine Ohrfeige oder eine Tracht Prügel kassiert, und machen kein Drama daraus oder haben eine Therapie nötig…
Bei mir hingegen scheinen sich die Folgen im Lauf der Jahre eher noch verstärkt zu haben. Und ich hadere viel zu oft mit den Erinnerungen, so blass sie mittlerweile auch sind.
Ich kann nur sagen, dass ich aus meiner Erfahrung definitiv eines gelernt habe: Erziehung muss, kann und darf nur ohne Gewalt funktionieren. Ich weiß, dass viele Eltern aus Überforderung, Stress und ähnlich menschlich vertretbaren Gefühlen schlagen. Aber wenn ich auch Verständnis für diese Gefühle habe – für Schläge habe ich keines. Dass selbst heutzutage noch so viele Eltern auf diese Mittel zurückgreifen, finde ich zutiefst erschreckend.
Viele Grüße
Hallo,
auch ich (m, 46) wurde als Kind von meiner Mutter heftig verprügelt und erniedrigt, ich war die Projektionsfläche für die Wut auf den Vater (Ex-Mann). Bis fast 18-jährig ich drohte zurückzuschlagen. Dann zog ich aus.
Und mein Leben passt voll ins „Schema“:
Unstet privat und beruflich, Misstrauen, Arbeitslosigkeit, Depression, dramatische Beziehungskatastrophen, soziale Phobie, Alkohol, Einsamkeit …
Schön und hilfreich hier zu lesen, das dies „klassische“ Reaktionen/Konsequenzen sind, und ich mir das nicht einbilde, und auch nicht verrückt bin.
Ich mache nun die 3. Therapie, diesmal tifenpsych. fundiert. Das hilft schon, trotzdem habe ich das Gefühl, mein Leben wird sich nie in „normalen“ Bahnen bewegen, für Familie ists wohl schon zu spät, und ob ich jemals regelmässig Arbeiten gehen kann ist fraglich, den ich komm schwer mit manchen Menschen klar, besonders mit übergriffigen und manipulativen Kollegen/Vorgesetzten, die es ja öfter mal gibt. Denn ich lasse mir einfach nichts vorschreiben und fühle mich sofort manipuliert und genötigt…
gruss Matthias
Hallo Svenja,
danke für Ihren Kommentar, der, glaube ich, vielen helfen kann. Zeigt er doch, wie man es schaffen kann, den Gespenstern der Vergangenheit zu entfliehen. Entscheiden scheint mir zu sein, dass Sie damals Ihre Koffer packten und sich auf ihre Stärke und Unabhängigkeit besannen.
Dass Sie anfangs keine Kinder wollten aus Angst, selbst so zu werden wie Ihre Mutter ist eine häufige Folge. Auch die Wahl Ihrer Partner zu Anfang.
Toll, dass Sie das alles geschafft haben. Es war bestimmt nicht leicht.
Alles Gute für Sie.
Bei meiner Recherche durch das www bin ich auf diese Seite hier gestoßen. Auch ich möchte, wenn auch in verkürzter Form, meine Erfahrungen und Gedanken dazu hier einfließen lassen.
Ich war laut meiner Mutter ein absolutes Wunschkind, wenn auch nicht geplant. Meine ersten 2-3 Lebensjahre waren überwiegend von ihrer bedingungslosen Liebe zu mir geprägt. Auch als meine Schwester folgte, änderte sich daran zunächst nichts, meine Mutter war immer sehr bedacht darauf, mich nicht zurückzustellen. Wann genau sich das alles änderte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Als ich etwa 4 war kauften sich meine Eltern ein Haus. Das Geld war wohl knapp und plötzlich wurde meine Mutter das erste Mal ungeplant mit meinem Bruder schwanger. Da war meine Schwester gerade 5 Monate alt.
Ob es nun die finanzielle Belastung, der unerwartete Mehraufwand mit 3 kleinen Kindern oder schlichtweg Überforderung bzw. eine Kombination aus alledem plus der Tatsache, als Kind selbst verprügelt worden zu sein waren – die Gründe, weshalb meine Mutter mich anfing zu schlagen, sind mir ganz ehrlich aus heutiger Sicht scheißegal (muss an dieser Stelle mal deutlich werden). Denn es gibt KEINE Gründe für einen erwachsenen, lebenserfahrenen sowie physisch sowie psychisch überlegenden Menschen einen deutlich Schwächeren – und schon gar nicht das eigene Kind – zu misshandeln.
Nein, meine Kindheit war insgesamt weder grausam noch traumatisierend. Aber ich habe bereits vor Jahren aufgehört, das Erlebte zu bagatellisieren. Denn aus meiner Sicht ist es unverzeihlich von der Hand geschlagen zu werden, die einen lieben, halten, schützen und trösten sollte. Denn auch diese Dinge durfte ich durch die Hände meiner Mutter erfahren. Jedoch ebenso schallende Ohrfeigen, Schläge auf den nackten Kinderpo (manchmal auch mit dem Kochlöffel) bis hin zu hysterischen Prügelattacken, wenn ich schon weinend mit beiden Armen schützend über dem Kopf auf dem Boden kauerte und sie anwimmerte, bitte aufzuhören.
Natürlich gab es auch jedes Mal ein „Hinterher“. Meistens gestaltete es sich folgendermaßen: Man bekam noch gesagt, dass ihre Liebe nicht unendlich oder grenzenlos sei und sie mich nicht immer lieben müsse, nur weil sie meine Mutter sei. Nach einiger Zeit des Ignorierens folgte dann das, was ich am meisten hasste: Ihre heulenden Entschuldigungen, in denen sie unter Tränen jedesmal beteuerte, wie leid ihr das täte und sie doch nie so werden wollte, wie ihre Mutter. Als kleines Mädchen habe ich in diesen Momenten immer nur gedacht: „Toll, jetzt warst du nicht nur so böse, dass deine Mami dich hauen musste und nicht mehr lieb hat, jetzt hast du sie auch noch zum Weinen gebracht.“
Besonders prägend war auch ein Erlebnis, ich war so 7 Jahre alt, als meine Mutter wutentbrannt meine ganzen Sachen in einen Koffer stopfte und mir sagte, sie sei nicht mehr meine Mama, ich solle sie nicht mehr so nennen. Sie wolle mich nicht mehr, ich könne ja zu meiner Oma ziehen (väterlicherseits, selbst ein Kind der „Generation Prügel – und hat NIE Hand an ihre 3 Kinder gelegt!), dort sei ich ja schließlich so gerne (wie wahr…).
Hinzufügen ist sicher noch die Rolle meines Vaters: Der liebevollste und gütigste Mensch, der meine Mutter jedes Mal harsch für ihre harte Hand kritisierte – soweit er bei seiner vielen Schichtarbeit denn davon mitbekam. So genoss ich also eine vollkommen gewaltfreie und geliebte Zeit, wenn ich die Wochenenden bei meiner wundervollen Omi oder, wenn er nicht arbeiten musste, mit Papa im Haus. Auch meine Mutter war sonst sehr liebenswert und zärtlich, was die ganzen anderen Momente für mich umso unverständlicher macht. Neben den harten Bestrafungen gehörten so später auch ihre „Lernmethoden“ dazu, als ich auf’s Gymnasium kam. Stundenlang fragte sie mich aus meinen Heften ab und wenn 2, 3 Antworten falsch waren, hatte ich ZACK eine sitzen, manchmal flog mir auch besagter Hefter um die Ohren. Dann wurde ich zum Lernen nach oben geschickt mit Zeitvorgabe und das Spiel begann von vorne. Dass meine Noten sich nicht wirklich besserten, ist wohl überflüssig zu erwähnen.
Gerne drohte sie auch neben dem Liebesentzug mit Rausschmiss. Bis zu meiner letzten Ohrfeige, ich war gerade 18 und hatte ein kleines Auto. Ich bekam sie für eine harmlose, wenn auch freche Bemerkung am Abenbrottisch. Hinterher der Nachklapp in mir bekannter Weise gepaart mit der Aufforderung zu gehen und ja nicht wieder zu kommen. Und plötzlich war es da: Das Gefühl von Kontrolle, ja von Macht, die ein Kind zwischen 4 und 12 noch nicht hat. Und das Gefühl von Freiheit. Ich fing an zu packen. Meine Mutter kam völlig geschockt in mein Zimmer und fragte, was ich da tue. „Du hast gesagt, ich soll gehen, also gehe ich. Hab Anna angerufen, da kann ich erstmal bleiben.“ Und wenige Minuten später passierte genau das, womit ich nicht gerechnet hatte: „Bitte geh‘ nicht.“ Aber ich ging. Und das war gut so. Bei meiner Freundin blieb ich nur einige Tage, ein paar Monate später begann ich eine Ausbildung zur Krankenschwester und zog in ein Schwesternwohnheim. Bis heute sagt meine Mutter, es war gut und richtig, wie ich damals reagiert hatte. Ob sie es tatsächlich so meint, weiß ich nicht, mein Vertrauen zu ihr ist unwiderruflich gebrochen.
Nun ist mein Beitrag doch länger geworden als ursprünglich geplant. Und ich hätte noch viel mehr Erinnerungen aufschreiben können, nur irgendwann haben ich für mich beschlossen, mich nicht nur aus dieser Art Erfahrungen zusammenzusetzen. Ich bin eine Summe aus so viel mehr! Inzwischen bin ich 31 Jahre und Mutter eines 3-jährigen wunderschönen Jungen, sein Brüderchen kommt im Juli. Mein Mann ist nach vielen Beziehungen mit teils sehr labilen und schwachen bis hin zu gewaltbereiten Typen ein absoluter Glücksgriff und ähnelt in vielem meinem Papi. Er ist ein großartiger Partner und fantastischer Vater. Und was ist das Mantra unserer Erziehung: Geschlagen wird nicht. PUNKT. Unser Sohn hat dies bereits verinnerlicht: Hauen ist NEIN. Und was erzähle ich unserem Schatz wohl jeden Abend vorm Schlafengehen? „Meine Liebe zu dir ist unendlich und grenzenlos, denn ich bin deine Mama und werde dich immer lieben, ganz egal was du ausgefressen hast. Bei mir bist du sicher.“
Lange dachte ich, niemals Kinder zu bekommen. Und was war wohl der Grund? Weil ich dachte, wenn mein Kind so schrecklich wird, wie ich es war, dann lieber nicht. SCHLIMM! So zerstören solche Erlebnisse das Selbstwertgefühl. Aber ich setze mich bewusst und stark mit dem Erlebten auseinander, verharmlose nichts und lasse auch kein Herabreden durch meine Mutter oder meine Geschwister zu. Das Unverzeihliche verzeihe ich nicht und werde meinen Kindern eine andere Welt zeigen – OHNE SCHLÄGE UND ANGST ABER MIT UNENDLICHER ZUVERSICHT UND LIEBE! Sie sollen von einer starken und selbstbestimmten Mutter profitieren, die ihnen zeigt, dass es 1000 und 1 Wege gibt für Konfliktlösungen, die weder mit physischer noch psychischer Gewalt zu tun haben. Jeder kann das schaffen und wenn dann mit professioneller Hilfe.
Ich hoffe, irgendwem mit meinem Beitrag geholfen zu haben.
Hallo Pit,
Sie schreiben: „Wie Sie sehen habe ich das alles “ziemlich” gut verkraftet, aber es lässt einen auch “leider” nicht mehr los.“
Es ist eben nicht nur hilfreich, wenn die Mutter sich entschuldigt, man muss das Ganze auch selbst emotionale verarbeiten. Es kommt jetzt darauf an, inwiefern die Geschehnisse von damals Sie heute noch verfolgen.
Ich nehme an, der Erwachsene in Ihnen hat ein gutes Verhältnis zu Ihrer Mutter. Wichtig ist auch, wie es Ihrem „inneren Kind“ dabei geht.
Danke für Ihren Kommentar.
dass Ihre Mutter sich entschuldigte, mehrmals, dass Sie heute ein gutes Verhältnis haben, das ist recht selten.
In der Regel folgt ja auf jede emotionale Verletzung eine Rechtfertigung, auf jede körperliche Verletzung eine Erklärung: Unfall, Versehen, Notwendigkeit-weil, sonstige Rechthaberei. Auf Lügen folgen meist neue Lügen. Wer gibt denn schon etwas zu? Aber genau darum geht es ja; denn dann ist die Chance größer, dass Wiederholungen beendet werden. Und jede echte Klärung bereitet für alle Betroffenen mehr Gesundheit und Lebensqualität.
schönen Sonntag. Karl
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
in den Weihnachtsfeiertagen hatte ich viel Zeit über meine Kindheit nachzudenken.
Zu meiner Person: 41 Jahre, verheiratet seit
18 Jahren und ich habe einen Sohn (13 Jahre) und eine Tochter (11 Jahre).
Nun als Kind habe ich bis zum 11. Lebensjahr leider keine schöne Erinnerungen, hier ein paar Beispiele:
– wurde sehr oft von meine Mutter mit den Kochlöffel(aus Holz) geschlagen. Schmerzhaft war es wenn sie mich auf den Armen oder Oberschenkel damit schlug. Habe, soweit ich mich erinnern kann 4 Kochlöffel durch schlagen auf meinen Kopf zerbrochen, erinnere mich jedoch dass dies (zum Glück) nicht schmerzhaft war, im Gegenteil ich freute mich darüber da ich ja dann nicht mehr mit den Kochlöffel geschlagen werden konnte.
– einmal erhielt ich eine Spielzeuggitarre und vor lauter Freude habe ich wohl nicht aufhören können damit zu spielen und die Aufforderungen meiner Mutter -das ich aufhören soll- überhört und als „Belohnung“ zerschlug meine Mutter die Gitarre auf meinen Kopf. Daraufhin bin ich vor Schreck nach hinten gefallen und mit den Hinterkopf eine Türscheibe zerbrochen. Das hört sich jetzt übertrieben an, aber es ist die Wahrheit. Mein Glück war, dass ich nicht verletzt wurde. Wenn ich mir das so heute vorstelle, dann bekomme ich heute noch Gänsehaut.
– Aus Erzählungen habe ich ebenso erfahren, dass ich eine Narbe auf meinem Kopf ebenso meiner Mutter zu verdanken habe, da ich angeblich in der Wohnung mit den Dreirad fuhr und letztendlich landeter dieser „zufällig“ auf meinen Kopf.
– Eine letzte Erinnerung ist, das wenn mich meine Mutter mit den Händen (Ohrfeigen) schlug ich mich mit meinen Händen nicht schützen durfte, da ich sonst mit meinen schützenden Ellbogen meine Mutter sich weh tat. Später tröstete ich mich mit der Bibel in dem es ja heißt man soll ja auch die andere Backe hinhalten.
So und nun ein paar Infos wie es mir heute geht:
– Seit meinem 12 Lebensjahr wurde alles anders, ich fing mit dem Fußballspielen an,
meine Noten waren super und meine Mutter war wie verwandelt.
– Ich wollte unbedingt Kinder damit ich mit meinen Kindern genau das Gegenteil machen kann. Gewalt ist für mich keine Lösung wenn ich mal „genervt“ bin dann werde ich zwar laut und sage was mich nervt, aber mehr lasse ich auch nicht zu.
– Bin seit 10 Jahren Jugendtrainer und Jugendleiter und es macht mir viel Spass den Kindern etwas beibringen zu können und der schönste Lohn ist das Lächeln und Vertrauen der Kinder.
Wie Sie sehen habe ich das alles „ziemlich“ gut verkraftet, aber es lässt einen auch „leider“ nicht mehr los.
Mit meiner Mutter habe ich heute ein gutes Verhältnis, sie hat sich auch für ihr Fehlverhalten mehrmals bei mir entschuldigt.
Wünsche ein gutes neues Jahr 2013.
Bin sehr auf ihre Antwort gespannt.
Gruß
Pit
Hallo Natalie,
ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung empfehlen, dass es besser ist sich so früh wie möglich Hilfe zu holen.
Ich selbst habe viel zu lange geglaubt, dass ich damit allein fertig werden muss und kann, weil ich mich auch viel zu sehr geschämt habe.
Doch heute würde ich jedem, der das gleiche Schicksal erleiden musste empfehlen nicht so lange zu warten. Wir müssen nicht alles allein schaffen, damit machen wir uns unser Leben unnötig selbst schwer.
Wir müssen uns auch nicht vor einem Therapeuten schämen. Meine Therapeutin sagte mir einmal, dass es ihr Job sei, sich um solche Dinge zu kümmern, als sie merkte, dass mir das alles peinlich war.
Was mich betrifft, kann ich nur bestätigen, dass die Therapie mir zu viel mehr Lebensqualität geholfen hat.
´
Liebe Grüße
Elke
Hallo Natalie,
ja, Sie brauchen Hilfe, denn Sie haben die Prügel noch nicht verarbeitet, sondern kämpfen noch mit den Folgen. Das zeigt Ihre Wut und die vielen Gedanken, dass Sie Ihr Kind auch schlagen könnten. Das ist nicht krank, sondern eine normale Folge bei Traumatisierungen.
An dem GEspräch mit Ihrem Bruder haben Sie ja gemerkt, was für ein Bedürfnis Sie haben, das alles mal auszusprechen, darüber zu weinen und zu wüten. Der richtige Platz dafür ist eine Therapie, damit ist jede Freundin oder Familienangehöriger überfordert, zumal es seine Zeit braucht.
Ihre Nein gegen eigene Kinder ist der Versuch, das Trauma von sich zu halten. Aber durch Vermeidung geht die Angst nicht weg. Das ist so, wie wenn sie mal von einem Hund gebissen wurden und fortan jedem Hund auf 500 Meter ausweichen. Sie werden nicht mehr gebissen aber die Angst vor Hunden bleibt, auch wenn Sie verstandesmäßig wissen, dass nicht alle Hunde beißen.
Ihre Eltern schämen sich sicher auch, aber sie können es nicht zeigen. Deshalb hat Ihre Mutter gelacht. Sie hätte Ihnen helfen sollen damals aber sie hatte zu viel Angst vor Ihrem Vater. Das hat vermutlich mit ihrer Kindheit zu tun.
Durchbrechen Sie das Prügelmuster in Ihrer Familie und holen Sie sich Hilfe.
Alles Gute für Sie.
Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen und mir ist ein kleiner Stein vom Herzen gefallen, als ich gelesen habe, dass ich nicht alleine bin.
Ich dachte ich hätte das alles schon verarbeitet, aber in letzter Zeit muss ich öfters daran denken und prompt fließen die Tränen.
Als ich klein war haben mich meine Eltern geschlagen. An die Schmerzen erinnere ich mich nicht, aber an die Demütigung, dass ich mich nicht wehren konnte. An eine Sache erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Ich war zwischen 7 oder 8 Jahre alt, kam vom Spielen nach Hause und da wartete mein Vater schon auf mich. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, was er für einen Grund hatte, mich zu schlagen, aber er packte mich am Arm, schüttelte und schlug mich. Dann schleuderte er mich Richtung Bettpfosten, sodass ich mit dem Rücken dagegen knallte. Vor lauter Schreck / Angst habe ich mir sogar in die Hosen gemacht. Gott, es war mir so peinlich. „Du bleibst jetzt so lange auf dem Boden sitzen, bis ich dir erlaube wieder aufzustehen.“, sagte er zu mir und dann ist er ins Wohnzimmer gegangen. Ich fühlte mich so erbärmlich. Meine Mutter stand daneben und hatte nichts unternommen.
Als ich in die Pubertät kam, haben meine Eltern aufgehört, mich und meinen kleinen Bruder zu schlagen und mein Vater hatte weinend um Verzeihung gebeten. Ich dachte, ich hätte ihm vergeben, aber an manchen Tagen werde ich plötzlich so wütend, dass ich ihm am liebsten eine reinhauen möchte.
Ich bin nun 24 Jahre alt und bin seit 7 Jahren mit meinem Freund zusammen. So langsam mache ich mir Gedanken über das Thema „Kinder kriegen“. Vor zwei Monaten habe ich zu meiner Mutter gesagt, dass ich auf gar keinen Fall Kinder kriegen werde. Daraufhin fragte sie mich nach dem Grund und dann sprudelte es nur so aus mir heraus. Als ich ihr sagte, dass ich Angst hätte meine Kinder auch zu schlagen, fing sie an mich auszulachen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Die ganze Wut, die ich über die Jahre angesammelt hatte, kam so plötzlich raus, dass ich sie nur noch anschrie und beleidigte.
Welche Mutter lässt es zu, dass man dem eigenen Kind weh tut?! Schon beim ersten Schlag hätte sie sich schützend vor uns stellen sollen, aber sie stand nur daneben und hat zugeguckt. Ich liebe meine Eltern und ich begreife auch, dass sie verzweifelt/ratlos waren, aber ich bin so verdammt wütend auf die beiden! Wütend darauf, dass ich mir ernsthaft überlege, niemals Kinder zu kriegen und wütend darauf, dass ich überhaupt solche Gedanken habe. Ich weiß, dass ich meine Zukunft selber gestalten kann und ich meine Kinder nicht schlagen muss, aber es ist was in meinem Kopf, dass mich ständig fragt „Und was wenn doch?“
Kinder sind nervig, sie quengeln und sind laut. Willst du wirklich riskieren Kinder zu kriegen? Was wenn du sie so grün und blau schlägst, dass sie dich nur noch verachten werden? Was ist, wenn du sie umarmen möchtest und sie immer zusammen zucken werden, weil sie Angst haben, dass du sie schlägst?“ Ist das krank? Es hat sich so eingenistet, dass ich wirklich Angst vor mir selber habe. Ich kann so logisch wie möglich an die Sache rangehen, aber ich kriege die Gedanken nicht aus meinem Kopf. Kinder sind niedlich aber ich werde so schnell aggressiv, wenn sie laut sind, dass ich sie am liebsten schlagen möchte. Woran kann das liegen? Habe ich mir das vielleicht von meinem Vater abgeguckt? Ich traue mich nicht, es meinem Freund zu sagen, da ich Angst habe, dass er mich verlassen wird, sobald er erfährt, dass ich mit dem Gedanken spiele, keine Kinder zu kriegen.
Am Wochenende bin ich auf einer Party zusammen gebrochen, nur weil ein Pärchen sich gestritten hatte und er sie kräftig am Arm packte. Diese Szene hat mich so erschreckt und an meinen Vater erinnert, dass ich anfing zu weinen. Erst mein Bruder konnte mich beruhigen. Es war das erste Mal, dass wir beide darüber gesprochen haben und es tat so gut, all den Frust rauszulassen.
Seit dem Vorfall habe ich gemerkt, dass ich Hilfe brauche, aber es ist mir so fürchterlich peinlich, darüber zu sprechen. Was eigentlich total falsch ist, da sich meine Eltern schämen sollten.
Ich wünsche allen anderen viel Kraft es zu verarbeiten und alles Gute.
Hallo Lena,
Eltern fühlen sich meistens schuldig, deshalb reagieren sie auf Fehler angesprochen oft mit Verdrängen oder Leugnen. Ich kann verstehen, dass Sie das letzte Gespräch mit Ihren Eltern sehr getroffen hat. Vielleicht ist es mit der Zeit möglich, es nicht so persönlich zu nehmen, sondern es als Schwäche Ihrer Eltern, Fehler zuzugeben.
Toll, dass es Ihnen gelungen ist aus dieser Erfahrung sich vorzunehmen, es mit Ihrem Kind anders zu machen. Viele tun dasselbe ihren eigenen Kindern an, was logisch schwer verständlich ist. Aber es gibt da oft einen Wiederholungszwang der Psyche, wenn man das eigene Geschlagen-Sein nicht verarbeitet hat.
Gut, dass Sie eine Therapie machen. Das wird Ihnen hoffentlich zusätzlich helfen, das Ganze zu verarbeiten und mehr und mehr in der Vergangenheit zu belassen.
Danke für Ihren Kommentar.
Bin durch Zufall über diesen Artikel gestolpert. Ich bin weiblich, 28 Jahre alt und wurde in der Kindheit oft geschlagen, sowohl von meiner Mutter als auch von meinem Vater. Ich wurde „nur“ mit den Händen geschlagen, d.h. es wurde einfach auf mich eingeprügelt, ins Gesicht, auf den Rücken, etc.
Das aber hat durchaus gereicht um mein Leben zu versauen. Ich leide seit meiner Jugend an Angstzuständen, Depressionen, Essstörungen und Selbstverletzungen. Ich habe die Gabe mein Leben gut reflektieren zu können, und heiße die Schläge, die ich bekam absolut nicht für gut, sondern sage direkt, dass meine Eltern einen Fehler begangen haben. Dieser Umstand half mir, als ich vor 6 Jahren selbst Mutter wurde sehr, denn ich schwor mir schon in der Schwangerschaft, dass ich mein Kind nie, nie, nie schlagen werde, was ich bis heute erfolgreich einhalte. Man kann ein Kind auch gut ohne Schläge erziehen, ich möchte meinem Kind diese Demütigung und diese Erniedrigung ersparen und werde mich nie auf das tiefe Niveau meiner Eltern herablassen.
Seit ich nun selbst Mutter bin, setze ich mich aktiv und bewusst mit meiner eigenen Kindheit auseinander, um nicht genauso zu agieren wie meine Eltern. Das bewusste Auseinandersetzen damit, bewirkte, dass ich meine Eltern bzgl. der Schläge eines Tages mal zur Rede stellte. Ich fragte gerade hinaus, warum sie mich so erzogen haben. Als Antwort bekam ich den Satz „Du bildest dir das ein, du spinnst ja, wir haben dich nie geschlagen, aber wir hätten dich schlagen sollen, das hätte dir nicht geschadet.“
Dieser eine Satz sorgte dafür, dass mein Leben wieder total aus den Fugen geriet, und dieser eine Satz meiner Eltern ist eigentlich der Gipfel allen Schmerzes, den ich je in meinem Leben gefühlt habe. So etwas zu hören, tut so verdammt weh, dass ich es nicht mal ansatzweise beschreiben kann. Ich mache nun eine Therapie und versuche den Teil meiner Kindheit zu „akzeptieren“, was ein großer Lernprozess ist, da ich meinen Eltern gegenüber noch voller Hass bin.
mfg
Hallo Marie Claire,
danke für Ihren mutmachenden Bericht.
Ich verstehe, dass es Sie fassungslos macht, wie Ihre Eltern zum Thema „Prügeln“ sich verhalten. Da sieht man eben, wie perfekt bei manchen Menschen die Verdrängung funktioniert. Ihre Eltern schämen sich vermutlich sehr, deshalb können sie nicht darüber sprechen.
Aber Sie haben trotz der schlimmen Erfahrungen Ihr Schicksal in die Hand genommen und es geschafft, die unheilvolle Kette des Prügelns nicht an Ihren Sohn weiterzugeben. Darauf können Sie sehr stolze sein. Dass Sie es mit Hilfe einer Therapie auch erreicht haben, Ihre Vergangenheit einigermaßen zu bearbeiten und so den Leidensweg zu beenden, ist auch ein Grund zur Freude.
Alles Gute für Sie!
Danke für diesen Artikel und die vielen Kommentare.
Obwohl es sehr traurig ist, dass es so viele von „uns“ gibt, zeigt es mir doch: Ich bin und war nicht die Einzige.
Ich bin 42 Jahre alt und wurde als ältestes von vier Kindern als einzige von Vater und Mutter geschlagen. Mit Stöcken, Peitschen, Gürteln, Fäusten oder mit der Hand auf den nackten Po auch als ich schon ein Teenager war. Mit 15 Jahren fing ich an, von zu Hause wegzulaufen, wurde aber immer wieder nach Hause zurückgebracht. Später ging ich zum Jugendamt, um auf meine Situation aufmerksam zu machen und vielleicht in ein Heim oder eine betreute WG zu kommen.
Meine Eltern sind beide Lehrer und haben alles bestritten und mir hat niemand geglaubt. Ich musste zu meinen Eltern zurück. Mein Verhalten war zu diesem Zeitpunkt schon sehr selbstzerstörerisch geworden. Ich lief weiter weg und lebte auf der Straße, bis ich 18 war und nicht mehr in mein Elternhaus zurück musste. Mit 20 bekam meinen Sohn, der heute 22 Jahre alt ist. Zum Glück habe ich ihn „nur“ ca. 3 mal geschlagen, aus absoluter Hilflosigkeit und mich hinterher sofort entschuldigt. Aus ihm ist ein toller Mensch geworden. Vor allem ist er als Jugendlicher nie weggelaufen, sondern er hat bis zu seinem 21. Lebensjahr bei mir gelebt. Nun lebt sein Leben und scheint glücklich zu sein. Darüber bin ich auch sehr glücklich. Ich habe mit Ende zwanzig eine Psychotherapie begonnen, die mir sehr geholfen hat, mich von meinem selbstzerstörerischen Verhalten zu befreien.
Heute mit über 40 bin ich jedoch trotzdem noch öfter fassungslos über das Verhalten meiner Eltern. Sie regen sich darüber auf, dass andere ihre Kinder schlagen. Zu mir sagen sie, ich bilde mir das ein. Meine Geschwister sagen das leider auch. Das ist immer noch sehr schmerzlich. Ich habe es aber aufgegeben, meine Familie davon überzeugen zu wollen, wie die Realität für mich war. Es hat absolut keinen Zweck und belastet mich nur.
Auch ich habe mich als Kind sehr oft gefragt, warum ausgerechnet ich diejenige bin, die als einzige von vier Kindern geschlagen wird. Heimlich habe ich die Schubladen durchsucht, weil ich mir als Erklärung für meine Situation zurechtgelegt hatte, dass ich ein Adoptivkind sein muss und nur herausfinden bräuchte, wer meine wirklichen Eltern waren.
Das Verhältnis zu meinen Eltern und Familie ist distanziert, aber ich habe Kontakt und trete Ihnen nun als der Mensch gegenüber der ich bin. Das verunsichert meine Eltern und Geschwister sehr und es gefällt ihnen auch nicht; zumal ich mich nicht in dieses Geflecht von Ignoranz und Manipulation ziehen lasse. Das ist meine Art der Selbstliebe. Ich bin die, die ich bin.
Ich habe mit 40 meine große Liebe kennengelernt und einen guten Job. Mein Leidensweg, der irgendwann einfach durch mich weiterging, indem ich mir selbst Schmerzen zufügte, ist zu Ende. Ich habe damit aufgehört. Ich glaube aber, der Schmerz, über das, was mir widerfahren ist, wird nie ganz aufhören. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich bin so dankbar dafür, dass es inzwischen ein Straftatbestand ist, Kinder zu schlagen. Ich hoffe aber auch, dass man Kindern, die misshandelt werden und die Hilfe suchen, heutzutage mehr glaubt und sie besser unterstützt als damals.
Bitte sucht Euch Hilfe, bis Ihr jemanden findet, der Euch glaubt.
Alles Liebe MarieClaire
Als Betroffene wünschte ich mir, dass es mehr Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema gäbe.
Ebenso schlimm wie körperliche Gewalt ist emotionaler Missbrauch. Ich wurde dahin dressiert, dass ich zu funktionieren hatte. Da ich gewisse äußerliche Ähnlichkeiten mit meiner Oma hatte, war ich natürlich nie richtig. Meine Mutter war bestrebt aus mir eine 1:1 Kopie zu ihr zu machen, was misslungen ist. Ich hatte leider andere Interessen, habe lieber gelesen als gestrickt und lieber gelernt als gekocht.
Mir wurde permanent vermittelt, dass ich falsch und nicht richtig bin, dass ich das „Grab meiner Mutter“ schaufle.
Einmal, als sie mich wieder als faul, schwererziehbar und böse beschimpfte uns sie wieder einmal schrie, dass ich verantwortlich für ihren Tod sei, weil ich nicht so sei wie sie, sagte ich zu ihr:“Aber Mama, ich will doch ICH sein!“. Ich dachte in meiner kindlichen Phantasie, wenn das ihr Problem sei, würde es sie besänftigen, wenn ich ihr sage, dass ich ICH sein will.
Leider hatte ich die Rechnung ohne meiner Mutter gemacht.
Sobald mein Vater mich für etwas lobte, heulte meine Mutter oder schimpfte, dass sie wohl gar nichts könne.
Irgendwann freute ich mich nicht mehr wenn mich jemand lobte, sondern schämte mich sogar dafür.
Irgendwann habe ich mich soweit verloren, dass ich schließlich meine eigenen Bedürfnisse gar nicht kannte.
Sätze wie: Lache nicht so viel; sei nicht so euphorisch; wenn ich dich anschaue, musst du wissen was ich will; wenn ich rufe, musst sofort kommen; ich dulde keinen Widerspruch; füher gab es eine mit dem Ochsenziemer hinter die Ohren; du musst mich immer respektieren; wenn du 40 bist darf ich dir auch noch eine klatschen, weil ich deine Mutter bin….Halte dich an die Regeln (an welche Regeln, wenn sie jeden Tag anders waren?)
Das alles bedeutet seelisches Leid für ein Kind, wenn es niemand hat, der ihm sagt: „Du, ich habe dich lieb, so wie du bist!“
Wie ich später erfahren musste, gab es viele Zeugen, die mir ihr Mitleid bekundeten, denen aber „die Hände gebunden“ waren, weil sie sich nicht einmischen wollten.
Einerseits war ich froh, dass zu hören, da es mir bestätigte, dass meine Wahrnehmung doch nicht so falsch war. Andererseits wundert es mich immer wieder, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht. Was sind das für Menschen, die zusehen wie ein Kind misshandelt wird, weil ihnen die Hände gebunden sind.
Jede Entscheidung in meinem Leben, war eine Entscheidung zwischen zwei Übeln. Habe ich mich für mich entschieden, hatte ich massive Schuldgefühle, habe ich mich für etwas anderes entschieden, war es nicht weniger schlimm.
Soziale Ängste gehörten selbstverständlich zu meinem Leben. Die kleinsten Dinge, die für jedermann selbstverständlich sind, kostetem mir Kraft und viel Überwindung. Dazu gehörte auch, mir meine permanente Unsicherheit mir nicht anmerken zu lassen, obwohl ich unter meinen Füßen bereits den Abgrund spürte.
Mir war seit vielen Jahren klar, dass ich eine Therapie machen müsste. Doch wie kommt man dahin, wenn man auch davor Angst hat und es eigentlich noch geht…. irgendwie?
Und wie meistert man so ein Leben? Dank meines Mannes, meinen Schwiegereltern und einigen Menschen, die an mich glaubten, habe ich ein nach außen normales Leben geführt, leider unter enormen Kräfteverschleiß. Was schließlich dazu führte, dass ich vor 2 Jahren zusammenbrach und eine schwere Depression mich doch noch zum Therapeuten führte. Die Zeit war reif für eine Therapie
Ich gehöre vielleicht jetzt zu den wenigen, die rückblickend froh sind, dass es zu dieser Depression kam, denn das war die Chance für ein neues leichteres Leben. Mir ist es schließlich dank meiner Therapeutin gelungen diesen emotionalen Kokon zu verlassen und endlich ICH selbst zu sein und auch in vollen Zügen zu mir, meinen Entscheidungen ohne WENN und ABER stehen zu können.
Viele Grüße
Elke
Hallo ich bin Frances,
ich bin 33 und bin schon seit 1 1/2 Jahren in psychischer Behandlung, allerdings hat es mir bisher nicht viel gebracht. ich habe leider so gut wie keine Erinnerung an meine Kindheit und weiß somit nicht so recht, ob ich nun zu 100% geschlagen wurde. aber eins weiß ich zu 100% und zwar psychische Gewalt wurde mir definitiv angetan, in dem ich ausgelacht wurde oder wenn ich geweint habe, wurde ich nachgeäfft und ich denke das ich auch geschlagen wurde von meiner Mutter ihrer Lebensgefährtin.
Meine Mutter ist in drei Schichten arbeiten gegangen. Somit habe ich sie kaum gesehen und war viel mit ihrer Freundin allein zu Hause. Angeblich habe ich mir das alles nur eingebildet, das wird mir auch heute noch gesagt. ich habe mittlerweile selbst eine Tochter, sie ist 5 aber ich würde ihr nie was antun, wenn ich merke das mir gleich die Sicherung durchbrennt, verlasse ich den Raum oder ganz und gar die Wohnung, weil ich Angst habe, dass es doch mal passiert, ich will nicht so werden.
Als Kind hab ich mir selber weh getan, erst habe ich mich geritzt, das hat mir nicht viel gebracht, bis ich irgendwann angefangen habe, mit meinen Fäusten gegen Wände zu hauen, das hat mir Erleichterung gebracht und auch heute habe ich manchmal das Verlangen, dies zu tun, wenn ich in einen Konflikt gerade hab es aber bisher nicht wieder getan…
ich weiß nicht, wann das endlich aufhört, ich habe schuldgefühle und weiß nicht mal wieso… meine Mutter sagt ich hätte sie früher nie an mich ran gelassen (mal umarmen oder ähnliches) was ich mir nicht vorstellen kann, jedenfalls wäre es heute eben schön, wenn es mal so wäre, es ist selten kommt aber vor. Ich hab einen guten Draht zu meiner Mutter, aber wenn ich das Thema anspreche, wird mir immer gesagt, ich war sehr bösartig…
Vielleicht war ich es ja auch und ich bin alle dem Schuld…Keine Ahnung…
Guten Tag Herr Kopp-Wichmann,
gern geschehen, diese klaren Erläuterungen wichtiger Zusammenhänge sind für mich deshalb so unvergesslich, weil mich selbst das jahrzehntelange Schwimmen von Serpentinen mindestens eine Million DM, ebenso viele Euros und Nerven gekostet hat. Herrn Dr. Spitzer wünsche ich für sein neues Buch „Digitale Demenz“ sehr viel Erfolg.
Im Gehirn werden ja durch Kindheitserfahrungen, Traumata, wiederholte Mediennutzung und andere Süchte ganze Straßenkarten eingebrannt, die dann immer wieder gefahren werden müssen: Umwege, Serpentinen, Steilabhänge, Brüche, Einbahnstraßen, Kreisverkehr in Teufelskreisen. Und so erfolgt in großem Maße neben der materiellen Enteignung, die stetig läuft, eine Korruption der Seelen.
(besonders spannend finde ich auf Youtube neben den 22 Filmen von Dr. Spitzer die dreiteilige Doku „Das Geheimnis jenseits der Materie“ – basierend auf den Werken von Harun Yahya, einem moslemischen Autor.
Danke Herr Hinkel,sehr hilfreich.
http://www.youtube.com/watch?v=2ow_4Kr4NEs
Manfred Spitzer erklärt u.a. PTBS
Hallo Leo,
Sei können sehr stolz darauf sein, dass Sie bei Ihren Kindern etwas geschafft haben, was Ihnen leider nicht vergönnt war.
Hallo,
ich bin jetzt 48 und wurde von meiner Mutter oft verprügelt – von Kleinkind bis ich praktisch schon körperlich groß genug war, um mich zu wehren. Sie baute offenbar auf diese Weise ihren eigenen Frust ab: ich kann mich noch erinnern, wie sie – nachdem sie mich heftig mir Ohrfeigen und Stock verprügelt hatte! – dann zum Telefon ging, um mit jemandem zu telefonieren und ihre Stimme auf supersüß und nett umstellte – während ich im anderen Zimmer gedemütigt und weinend saß… ich kann mich erinnern, dass ich als Kleinkind eine Art Abwehrfantasien hatte: während sie auf mich losging und mich verprügelte, stellte ich mir vor, dass fremde Leute reinkommen und ihr Handschellen anlegen – natürlich blieb das nur eine Fantasie und niemand kam rein, um sie aufzuhalten.
Es machte ihr nichts aus, mich auch vor Verwandten oder Unbekannten verbal fertig zu machen – mit Sätzen wie „Warte nur ab bis wir zu Hause sind, dann werde ich es dir zeigen!“ Manchmal versuchte mein Großvater (väterlicherseits) oder meine Tante nach so einer Äußerung ihr gleich zu sagen, dass sie mich doch nicht so behandeln soll, worauf sie ihnen sagte, dass das sie gar nichts angeht (sinngemäß).
Ich habe selber nun 2 Kinder und habe sie nie verprügelt. Ein einziges mal habe ich meinem Sohn eine oder zwei Ohrfeigen gegeben, weil er mir ins Gesicht gespuckt hatte und zwar nachdem ich den Fernseher ausgemacht hatte.
Meine Kinder wohnen seit ca. 1,5 Jahren bei mir. Momentan läuft noch ein kompliziertes Sorgerechtsverfahren, wo ich im Rahmen eines Gutachtens u.a. Fragen wie „Wurden sie als Kind geschlagen?“ beantworten muss. Dabei erzähle ich nicht alles, weil ich Angst habe, dass ich auf diese Weise schon stigmatisiert werde und meine Erziehungsfähigkeit unter Frage gestellt werden könnte. Es gibt aber keine Alternative – das Gericht hat mir die Verantwortung für die Kinder vorübergehend übertragen und ich möchte dass es so bleibt. Den Kindern selbst geht es auch gut. Ich bin froh, dass ich ihnen eine Kindheit geben kann, die ich selbst nicht haben durfte…
Hallo Viktoria,
danke für Ihren ehrlichen und berührenden Bericht über Ihren Kampf, die schwere Hypothek aus Ihrer Kindheit abzulegen.
Es ist wahr, dass das oft eine ganze Weile dauert – auch mit therapeutischer Unterstützung – um in Stress- und Überforderungssituationen nicht automatisch ins alte Fahrwasser des Zuschlagens zu geraten.
Ich finde, Sie sind keine scheussliche Mutter, sondern eine tapfere Mutter mit einer „scheusslichen“ Last, die Sie Stück für Stück kleiner machen.
Alles Gute für Sie!
Ich bin traurig und erleichtert – traurig, weil so vielen Menschen Gewalt angetan wurde und erleichtert, weil ich nicht die Einzige bin. Ich wurde bis zu meinem 18. Lebensjahr von meiner Mutter geschlagen, mit Gürtel, Fäussten, blosser Hand. Ins Gesicht, auf den Hintern, auf den Rücken.
Lange Zeit hasste ich mich selber für das was ich bin – wollte sterben, war stark depressiv, war nicht fähig, soziale Kontakte aufzubauen, Beziehungen aufrecht zu erhalten, daran zu glauben dass ich etwas kann und gut bin, so wie ich bin. Vor viereinhalb Jahren wurde ich das erste Mal Mutter. Ich wollte nie meine Kinder schlagen, weil es für mich so schlimm war. Und was tat ich? Ich schlug sie. Meine KInder sind 16 Monate auseinander. Überforderung, Müdigkeit, Wut – all das liess ich in Schlägen auf meinen KIndern nieder.
Ich hasste mich selbst dafür. Ich schlug mir auch selbst ins Gesicht, um zu spüren, was ich da mit meinen Kindern tue. Ein Alptraum. Seit einem dreiviertel Jahr befinde ich mich in einer Therapie – nach einem Wutausbruch, indem ich meinem Grossen mal wieder ordentlich den Po versohlte, griff ich zum Telephon und rief alle Psychotherapeuten in der Umgebung, bis ich endlich eine Frau fand, die sich sofort bereit erklärte, mich zu behandeln. Diese Zeit war die schwierigste für mich bis jetzt.
Ich bin 32 und muss immer noch mit Tränen ringen wenn ich daran denke, wie anders alles gelaufen wäre wenn … wenn … wenn… Ich würde so gern die Zeit zurückdrehen und alles rückgängig machen. Leider geht das nicht. Ich liebe meine Kinder über alles und hoffe dass sie mir eines Tages verzeihen werden. Denn ich habe meiner Mutter auch verziehen, auch wenns ein schwieriger Prozess war – eine Zeitlang hab ich sie dafür gehasst was sie mir angetan hat. Ich kämpfe jeden Tag mit mir selbst – denn jeden Tag muss ich mich neu sortieren, meine Kräfte sammeln – leider klappt es nicht immer.
Seit ein Paar Wochen rutscht mir mal wieder die Hand aus – oft denke ich dass es vielleicht besser wäre einfach zu gehen, meine Kinder sind bei meinem Mann und seiner Familie gut aufgehoben – brauchen sie denn eine solch scheussliche Mutter? Gott sei Dank sind das die wenigen Tage, somit hoffe ich und kämpfe dafür dass diese bald der Vergangenheit angehören und ich meinen Kindern das sein kann was meine Mutter nicht für mich war – eine liebevolle, geduldige, anerkennende, akzeptierende und verständnisvolle Mutter.
Herr Kopp-Wichmann, so schlimm ist mein Leben nicht mehr.
Ich habe mich mit den Dingen arrangiert und mache es wie die Menschen aus Sodom und Gomorrha. Nur wenn die Depressionen kommen wird es schwierig. Aber die habe ich schon seit der Pubertät, und sie gehen auch wieder vorbei.
Ich fühle mich nicht stark genug für eine Therapie. Es gibt vieles, über das ich noch nie mit einem Menschen gesprochen habe und allein der Gedanke daran versetzt mich in Panik.
Zu meinem Glück wirke ich auf andere Menschen sehr sympathisch und selbstsicher. Man könnte auch sagen: ich verkaufe mich gut. So überlebe ich. Und auch wenn ich ständig mit mir selbst zu kämpfen habe, gibt es, außer im depressiven Zustand, keinen Tag, an dem ich nicht von Herzen lache.
Diese Seite hat mir sehr geholfen und ich werde mich sicher noch oft damit befassen.
Ich wünsche allen hier viel Kraft und Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist 🙂
Hallo Chica,
ja, schade, dass Sie relativ spät erkennen, was eine wesentliche Ursache Ihrer bisherigen Lebensgestaltung ist.
Aber es ist fast nie zu spät. Sie sollten überlegen, ob Sie nicht eine Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundiert© machen, um all die verdrängten Erinnerungen zu bearbeiten und sich auf diese Weise davon zu lösen.
Danke für Ihren Kommentar.
Vielen vielen Dank für diesen Blog!
Ich bin 55 Jahre alt und finde hier endlich eine Erklärung für mein verkorkstes Leben.
Meine Kindheit und Jugend ist gezeichnet von Schlägen, Lieblosigkeit, Ignoranz und psychischer Abwertung im Elternhaus. Ich bin immer wieder ausgerissen, Hilfe vom Jugendamt bekam ich nicht. Selbst ein Attest von einem Arzt über ein blaues Auge und viele Striemen auf dem Rücken half nichts. Dann kam der Alkohol und dann sexuelle Gewalt durch Männer.
Ich wollte alles besser machen, aber auch ich war meinen Kindern keine gute Mutter. Bis heute behalte ich keinen Job lange, kann mich nicht unterordnen und seit über 20 Jahren bin ich Single.
Hier finde ich nun einige Erklärungen – thanks god and this website
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
was meine Eltern betrifft, da kannte ich die Tools noch gar nicht, das habe ich über das „Verstehen“ geklärt. Eigentlich soll ich das ja als Autist nicht können, aber ich habe mich in meine Eltern hineinversetzt, damals, wie heute. Dadurch konnte ich verstehen, warum sie gehandelt haben, wie sie gehandelt haben und dadurch konnte ich ihnen dann auch nicht mehr böse sein.
Meine Eltern sind, aus psychologischer Sicht, sehr einfache Menschen. Das Unterbewusstsein z.B. ist ihnen völlig unbekannt, deswegen konnte ich nie mit meinen Eltern über die Vergangenheit sprechen. Ihnen ist weder unbewusst, noch bewusst, bewusst, was sie getan haben. Meine Mutter lernt gerade, was es mit mir als Autisten auf sich hat, sie steht also noch sehr am Anfang und ob sie je begreifen wird, was sie getan hat, ist wohl eher fraglich. – Aber all das tut mir nicht mehr weh, denn ich habe es verstanden und das musste ich tun, sonst hätte es kein Ende meiner Trauer und kein Ende meiner Wut gegeben.
An meiner einzigen Schwester (NT = neurotypischer Mensch = nicht Autist) übe ich das 2. Tool, die aktive Liebe, welches ich als das bisher schwerste Tool empfinde. Sie hat den Kontakt zu mir vor 5 Jahren abgebrochen, aus Unverständnis, denn damals wusste auch ich noch nichts von meinem Autismus. Sie hatte mich und meine Art einfach satt. Wir sind extrem verschieden und unsere Eltern haben nicht zwischen uns vermittelt, sondern meine Schwester dazu benutzt, sie als unerreichbares Vorbild vor mir aufzubauen, in der Hoffnung, ich würde dann irgendwann so wie sie werden. Das hat natürlich nicht funktioniert und uns Geschwister nur noch mehr voneinander entfernt, als es ohnehin schon der natürliche Fall war.
Sie fehlt mir dennoch, jeden Tag. In meinem Herzen ist ein Loch, wo eigentlich sie hinein gehört und nur an dieses Loch zu denken, versetzt mich in einen panikartigen Zustand unerträglicher seelischer Schmerzen…
Ich habe noch nicht alle Tools durchgelesen, bin bisher bis zum 3. Tool gekommen. Das hat es in sich, war sehr schwer daran zu kommen, weil es sich bei meinem Schatten etwas anders verhält, als bei den Schatten anderer Menschen. So wie ich das verstanden habe, ist der Schatten die Summe aller negativen Eigenschaften, die man an sich selbst lieber nicht sehen möchte und deswegen versteckt.
Und da kommen wir dann wieder zu Ihrem Blog hier, wo es um die Folgen von Missbrauch geht, denn mein Schatten ist aufgrund meiner Vergangenheit nicht einfach nur die Summe aller negativen Eigenschaften, sondern mein Schatten ist die Summe aller Eigenschaften, die Negativen, wie auch die Positiven, mein Schatten ist mein Ich, mein Sein und trägt meinen früheren weiblichen Vornamen.
Können Sie sich vorstellen, wie mich das erschreckt hat?
Und ich habe noch zwei weitere eigenständige innere Anteile, die allerdings nur positive Eigenschaften aufweisen und aus meiner Kindheit stammen, bzw. aus einer Serie, die in meiner Kindheit lief und deren männlicher und weiblicher Held mich damals gerettet haben. Das klingt vermutlich etwas schräg, aber mir helfen diese inneren Anteile und ihre Geschichten, an denen ich meine jeweilige seelische Verfassung ablesen kann.
Nun, inzwischen ist es mir gelungen, den Schatten und die übrigen Anteile zu visualisieren, was ich als leicht empfunden habe. Dabei hilft mir vermutlich mein Autismus, da ich dadurch ausschließlich in Bildern denke. Außerdem bin ich sehr fantasievoll, ich sage gar, meine Fantasie ist meine Realität, was für einen Autisten durchaus normal ist und ich bin hochsensibel.
Ich finde die Tools zum einen sehr gut, weil sie innerhalb einen Monats meine negative Grundstimmung auf ein Normalmaß gehoben haben, sie sind aber auch zum Teil sehr schwer anzuwenden. Zurzeit brauche ich ca. 30-60 Sekunden für ein Tool, wie ich das auf ca. 3 Sekunden reduzieren soll, wie es im Buch angedacht ist, ist mir noch schleierhaft, aber ich denke, das liegt dann wohl an der Übung.
Und durch die Tools habe ich bereits über mehrere Stunden Fröhlichkeit erfahren können, die ich in den letzten 10 Jahren nicht mehr hatte. Das ist für mich ein enormer Fortschritt.
Und dennoch gibt es noch so viel zu tun, denn ich habe herausgefunden, dass ich mit einem Soziopathen verheiratet bin. Sie wollen mir jetzt bestimmt sagen, dass ich so was, ohne eine entsprechende Ausbildung, nicht behaupten kann. Aber zum einen bin ich durch meinen Autismus schon sehr früh an Psychologie gekommen und habe bestimmt mehr psychologisch angehauchte und reine psychologische Bücher gelesen, als so mancher Psychiater und Psychologe, des Weiteren arbeite ich seit über 15 Jahren an meiner eigenen Psyche, teils mit psychotherapeutischer Hilfe, teils ohne Hilfen von außen und habe die wichtigsten Schritte in dieser Richtung meist ohne Therapeuten bewerkstelligt und außerdem kenne ich meinen Partner seit über 15 Jahren und glauben Sie mir, da kennt man einen Menschen.
Mein Ehepartner ist durch und durch ein Soziopath. Zwar keiner von der physisch, aber dafür mehr von der psychisch gewalttätigen Sorte. Ich hasse und fürchte ihn genauso, wie ich damals meinen Vater gehasst und gefürchtet habe. Er macht mich mit denselben Dingen fix und fertig, wie es mein Vater tat. Ja, ich müsste ihn verlassen, aber ich bin noch nicht stark genug dafür. Und was nützt mir ein Trennungsversuch, wenn ich ihn nicht durchziehen kann?
Ich habe keine Freunde, niemanden, der mir bei einer Trennung den Rücken stärken würde. Meine Eltern sind zu alt, um sie damit zu belasten, meine Schwester nicht erreichbar… tja und das war’s. Also bleibe nur ich und dafür muss ich stärker sein, als ich es heute bin. Die Tools helfen mir dabei sehr und auch meinem Partner fällt das auf, denn der Gegenwind von ihm wird wieder stärker.
Manchmal habe ich nach einem ganzen Tag mit meinem Partner keine Kraft mehr, noch irgendein Tool zu machen. Wenn er einige Tage auswärts arbeiten war und nach Hause kommt, habe ich bereits einen Tag vorher psychosomatische Probleme. Ich musste die letzten Tage schmerzhaft erkennen, dass ich mich vor allen Menschen verstecke, vor meinem Partner aber besonders. Ich habe mein Inneres sogar vor meinem eigenen Sohn versteckt, weil ich Angst hatte, er wird so wie ich. – Damit ist nun Schluss. Ich will keine Angst mehr haben, weder vor ihm, noch vor anderen Menschen. Die Tools funktionieren und das ist mir das Wichtigste.
Im Übrigen habe ich mir das nicht eingebildet oder besser gesagt, ich hatte keine zwanghaften Gedanken, dass mich meine Mitmenschen anstarren, als käme ich vom Mars, es ist tatsächlich so, doch durch die Tools macht es mir nichts mehr aus und ich trete selbstbewusster auf, so dass einige dann wohl doch nicht mehr hingucken.
So oder so, alles ist noch nicht so, wie ich es mir wünsche, aber ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.
Kurti
Hallo Kurti,
Sie haben ja früher viel auf diesem Blog kommentiert und Ihr Schicksal mitgeteilt.
Umso mehr freue ich mich, dass Sie einen Weg gefunden haben, sich selbst zu helfen. Interessanterweise mit genau denselben “Tools”, die ich hier seit einigen Wochen propagiere.
Ich nehme mal an, dass Sie u.a. auch mit dem Tool “Innere Autorität” gearbeitet haben. Denn eine Konsequenz davon ist, dass man nicht dauernd die Blicke anderer Menschen im Rücken oder auf sich gerichtet sieht. Man schämt sich nicht mehr und dann verschwinden auch die zwanghaften Gedanken, dass andere einen dauernd beobachten würden.
Auch die Aussöhnung mit den Eltern ist wichtig, um im Leben voranzukommen. Dabei hilft das Tool „Aktive Liebe“. Denn manchmal ist es nicht möglich, sich mit den realen Eltern auszusöhnen, die einem Schlimmes angetan haben. Entweder weil sie nicht mehr leben oder man einfach den Kontakt abgebrochen hat. Aber es ist die innere Aussöhnung, die zählt. Und die ist immer möglich.
Alles Gute für Sie!
Hallo Azrael,
ich habe Deinen Hilferuf gehört. Du bist nicht allein! (Auch wenn Du Dich so fühlst.)
Ich habe hier lange nicht geschrieben, weil ich mich mit jenen ausgesöhnt habe, die mich emotional missbraucht und auch ab und zu geschlagen haben.
Das ist auch immer noch so. Mein Verhältnis zu meinen Eltern bessert sich stetig. Sie lernen dazu und ich auch, jeden Tag.
Ich habe auch immer alles mit mir selbst ausgemacht. Zum Teil, weil niemand sonst da war, zum Teil, weil ich Asperger Autist bin, transsexueller (Frau zu Mann) Asperger Autist, um genau zu sein.
Als Kind habe ich das alles nicht gewusst, bzw. dass ich mich als Junge gefühlt habe, war für mich selbstverständlich.
Warum ich eigentlich schreibe, ist, dass ich nach 34 Jahren meine Depressionen los bin und nicht durch eine klassische Therapie. Die habe ich vorher reichlich gemacht. Von den Therapeuten und Psychiatern hat übrigens niemand erkannt, dass ich transsexuell und autistisch bin, das habe ich mir selbst erarbeitet und inzwischen medizinisch bestätigen lassen.
Ich galt als therapieresistent und dachte wirklich, ok, muss ich halt mit meinen Depressionen und den Ängsten mein Leben lang auskommen. Ich bin jeden Tag aufgestanden und habe zu mir selbst gesagt: „Noch einen Tag leben? Oh nein, nicht noch einen.“ – Ich hatte keine Lust mehr.
Ich bin dabei das Buch „The Tools“ zu lesen und es verändert mein Leben. Die Depressionen sind weg, die Ängste vermindern sich kontinuierlich und neulich war ich zum ersten Mal einkaufen, ohne mir darüber Gedanken zu machen, was andere von mir denken könnten.
Und ich kann mich endlich freuen, fröhlich sein, Witze reißen und lachen. Mein Sohn ist 14 und hat neulich zu mir gesagt: „Was, du kannst lachen?“
Ich will Dir Mut machen, denn es gibt auch einen Weg für Dich. Den ersten Schritt, den Du gegangen bist, ist hier Dein Leid aufgeschrieben zu haben. Das war wirklich super, denn stark ist nicht der, der sich versteckt, sondern der, der raus kommt und sich seinen Ängsten stellt.
Ich bin mir sicher, dass Du auch noch weitere Schritte gehen kannst, denn wer einen Schritt schafft, der kann noch mehr. Ich wünsche Dir alles Gute dafür, damit Du eines Tages wieder lachen kannst.
Kurti
Hallo,
mich berühren die Geschichten der Menschen hier sehr, nachdem auch ich als Kind viel Gewalt und psychische Erniedrigung erfahren habe.
Ich wurde seitdem ich denken kann von meinen Eltern geschlagen, vor allem von meinem Alkoholiker-Vater. Jeden Tag gab es Prügel, oft ohne Grund. Er kam zur Tür herein und schlug mir einfach, meist mit den Hand ins Gesicht, auf das Genick und trat mich mit seinen Füßen. Und wenn ich geweint habe, gab es wieder Prügel. Außerdem wurde ich ständig als dumm, blöd, behindert, mißraten, usw. von meinem Vater bezeichnet. Mein kleiner Bruder hingegen wurde verwöhnt und liebkost. Mein Vater spielte regelmäßig mit ihm, Prügel oder Beschimpfungen bekam er keine. Mit mir hat mein Vater nie gespielt. Wenn sich mein Bruder verletzte und heulte und mein Vater hörte das, rannte er sofort zu mir und verprügelte mich – obwohl ich überhaupt nichts damit zu tun hatte und oft gar nicht wußte, was los war oder was ich falsch gemacht hatte. Das führte auch dazu, dass ich meinen Bruder nie leiden konnte und auch heute nicht sehen will.
Meine Mutter hat mich nie verteidigt oder etwas gegen meinen Vater gesagt. Sie war psychisch labil und sprach oft davon, dass sie sich umbringen wolle und gerne sterben würde. Ich hatte als Kind große Angst. Auch mir redete sie immer ein, dass ich bald sterben würde – wenn ich Husten hatte oder krank wurde. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich 5 war und im Winter eine Grippe hatte. Meine Mutter sprach ständig diesen Satz zu mir „Du stirbst mir vom Bett davon…“. Vor lauter Angst trank ich literweise warmes Wasser, weil ich als Kind damals dachte, dass mir das gut tut. Das hat dazu geführt, dass ich Krankheiten (Ohrenschmerzen, Bauchschmerzen…) oft tagelang verschwieg, weil mich meine Mutter damit fertig machte und schimpfte. Zudem wurde jede schlechte Schulnote mit stundenlanger verbaler Erniedrigung bestraft, wodurch ich eine riesen Angst hatte, schlechte Leistungen zu bringen und zu versagen.
In der Schule (und bis heute) war ich immer ein Außenseiter, war klein und schwach und konnte mich nie integrieren. Folglich wurde ich auch in der Schule verprügelt und beschimpft. Ich war lange Zeit der Sündenbock für alle und überall gabs Prügel: zu Hause und in der Schule. Es gab eigentlich nie jemanden in meinem Leben, der sich für mich stark gemacht oder mir geholfen hat. Ich schätze, darum bin ich auch heute ein Einzelkämpfertyp.
Mit 12 Jahren bekam ich schlimme Depressionen, die 2 Jahre lang anhielten. Ich wollte einfach nur tot sein, dachte immer wieder an Selbstmord oder Selbstverstümmelung. Aber auch darüber habe ich nie gesprochen. Also begann ich, meinen Schmerz heimlich aufzuschreiben. Ich schrieb mehrere Blöcke voll und zerstörte sie anschließend. Das hat mir geholfen, selbst wieder aus dieser Depression heraus zu finden.
Heute bin ich ein 32jähriger Mann und Vater von 3 süßen Kindern, die ich noch nie (!) geschlagen habe. Eigentlich wäre mein Leben heute in Ordnung, aber meine Vergangenheit holt mich permanent ein.
Ich bin sehr oft grundlos traurig oder habe Angst. Ich habe Angst vor Konflikten, Angst zu versagen, Angst als „dumm“ zu gelten und große Probleme, etwas positives an mir zu finden. Ich habe keine Freunde und eine soziale Phobie. Ich meide Gesellschaft wo ich nur kann. Nur in meinen sexuellen Phantasien bin ich dominant (beim Masturbieren). Das ist die einzige Möglichkeit, mich stark zu fühlen – auch wenn ich danach immer Schuldgefühle habe. Ich schätze, mein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl ist total im Keller. Und es vergeht kaum ein Tag, wo ich nicht über Selbstmord nachdenke und Abends auf der Couch sitze und in Tränen ausbreche, ohne dass es jemand sieht. Ich suche ständig nach etwas, das mir ein Gefühl von Glück, Geborgenheit und Vertrauen gibt, aber das fühle ich sehr sehr selten und finde es auch nicht. Vielleicht bin ich emotional auch abgestumpft. Ich weiß es nicht.
Meine Frau weiß davon nichts. Ich rede nicht mit ihr darüber, weil sie es nicht verstehen würde und ich sie nicht belasten will. Sie wuchs in einer liebevollen und glücklichen Familie auf, wurde nie geschlagen und hat wundervolle Eltern. Sie weiß lediglich, dass ich eine soziale Phobie habe und akzeptiert diese Tatsache. Genauso wie ich akzeptiere, dass Sex für sie nicht wichtig ist und wir sehr sehr selten miteinander schlafen.
Ich überlege schon lange, ein Buch über mein Leben zu schreiben oder einen Song. Aber ich hatte bisher nicht den Ehrgeiz oder die Kraft, damit anzufangen. Wahrscheinlich habe ich auch gar kein Talent dafür. Außerdem – wer würde das lesen oder hören wollen? Das wäre lediglich ein Mittel zum Selbstzweck (wenn überhaupt).
Meine eigenen Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster zeigen mir, wie man einen Menschen durch Gewalt kaputt machen kann. Wie wäre ich wohl geworden, wenn ich Liebe und Vertrauen als Kind bekommen hätte? Wäre ich heute fröhlich? Hätte ich Freunde? Wäre schön, diesen Teil von mir einmal kennen zu lernen. Aber der ist wohl nie geboren worden.
Ich wünsche allen anderen Leidensgenossen alles Gute und viel Kraft!
Liebe Grüße,
Azrael
Hallo Lilly,
ja, ohne Therapie schafft man es selten. Und eine Traumatherapie, wenn sie hält, was sie verspricht und gut gemacht wird, ist die beste Wahl.
Entscheidend ist die Beziehung zum Therapeuten/zur Therapeutin. Denn bei der Bewältigung geht es vor allem darum, wieder Vertrauen zu einem Menschen bezw. zu Menschen überhaupt zu gewinnen.
Danke für Ihren Kommentar – und alles Gute für Sie.
Hallo,
ich habe gerede ihren Artikel gelesen und was sie geschrieben haben ist leider nichts neues für mich.
Auch ich habe gewalt erfahren… leider in doppelter Form.
Jahrelang wurde ich von meiner Mutter psychisch und physisch misshandelt. Aber auch in der Schule und in meiner späteren Ehe habe ich Gewalt erfahren.
Zu meinem Glück hatte ich sehr liebevolle Großeltern, bei denen ich lernte, dass es auch anders geht… ohne Gewalt.
Ich habe zwei KInder. Beide habe ich ohne Gewalt erzogen. Niemals habe ich sie geschlagen oder anderweitig misshandelt.
Drei Selbstmordversuche habe ich, wegen der vielen Gewalt, hinter mir.
Nachdem ich nun schon etliche Therapien hinter mir habe, mache ich nun eine Traumatherapie.
Warum?
Weil ich, in Folge der vielen Gewalt, seit Jahren unter schlimmen Angstzuständen und Panikattacken leide.
Zu den Personen, die mir das alles angetan haben, habe ich keinen Kontakt mehr.
Ihren Artikel finde ich sehr interessant und er ist sehr gut geschrieben.
Liebe Grüße,
Lilly
Hallo Karl,
danke für deine hilfreiche Antwort. Meine Bemühung mich zu befreien wird durch den Gedanken gestützt, dass meine Kindheit und Jugend durch den Terror meiner Mutter bzw. meines Elternhauses zerstört wurden und ich einfach nicht will, dass nun der Rest meines Lebens genauso verläuft. Meine Mutter hat bei ihrer letzten Prügelattacke vor zwei Jahren wohl vergessen, dass ich nicht mehr das kleine hilflose Mädchen bin, welches sich nicht wehren kann und auf sie und ihre Güte angewiesen ist. Auch wenn ich in dem Moment logischerweise nicht auf sie eingeprügelt habe um mich zu wehren, so habe ich mich emotional gegen sie gewehrt und mich immer mehr abgewendet. Ich will mir einfach nicht noch meine Zukunft verderben lassen, nicht noch mehr. Es ist mir völlig unverständlich, dass sie Liebe und Anerkennung von mir erwartet, aber nicht schlussfolgern kann, dass sie und ihre Taten die Gründe dafür sind, dass ich ihr diese emotionale Nähe nicht geben kann.
1. kein Kind hat das verdient.
2. diese aberwitzigen Rechtfertigungsversuche wie von Deiner Mutter sind nichts Besonderes.
3. Etwas Besonderes sind Deine konkreten Bemühungen, Dich zu befreien von dieser Bedrohung und der schweren emotionalen Beschädigung.
Du lernst ganz einfach, zu Deinen Entscheidungen zu stehen. Und Du lehnst schon längst diese ganzen Verniedlichungen und Rechtfertigungen vollkommen ab. Das ist gut so.
Mutter ist zunächst mal ein Begriff für eine Rollenbezeichnung. Diese Rolle ist mit Verpflichtungen und objektiv wahrnehmbaren Merkmalen versehen. Dazu gehören u.a. die bedingungslose Liebe dem Kind gegenüber, Annahme und Schutz, Anleitung und angemessenene Versorgung, Geborgenheit und Respekt sowie das Gewähren der Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit des Kindes.
Bei fast allen Schwierigkeiten in (jungen) Partnerschaften spielen schwere emotionale und physische Verletzungen aus der Kindheit eine Rolle. Hat ein Kind nie erfahren, was Liebe ist, kann es diese später beim Partner schwer erkennen. Alles gerät durcheinander. Denn man sieht nur, was man kennt. Man kann ja nur geben, was in einem steckt. Und wo sollen geschlagene, erniedrigte und schwer gedemütigte junge Menschen das später hernehmen. Konflikte sind quasi vorprogrammiert.
Distanz zu denenen, die so schwer verletzten, obwohl sie beschützen sollten, ist deshalb eine wichtige Sache, weil sonst immer wieder die schlimmen Geschehnisse wieder aufleben, Wunden aufreißen.
Verdrängen hilft nicht, im Gegenteil. Eine Psychotherapie, welche diese schwere emotionale Schädigung berücksichtigt, ist m.E. das Wichtigste.
Dein schlechtes Gewissen wegen Deiner Entscheidungen ist verständlich. Woher sollte denn auch Selbstsicherheit und Selbstwirkung in dem Maße herkommen, dass eine innere Stimme wie aus einem Megaphon schallt: Jetzt ist Schluss. Ich stehe zu meinen Entscheidungen. Punktum. Mein Leben! Es reicht. Schlimm genug, dass man diesen Irrsinn nicht rückgängig machen kann. „Verdient“ habe ich tatsächlich ein sicheres und glückliches Leben.
– Physiologisch ist es allerdings so, dass durch diese wiederkehrenden früheren Verletzungen quasi ein endokriner Fingerabdruck aus 20 Hormonen entsteht, der sich immer wieder zeigt. Das führt dazu, dass viele Betroffene lange Zeit ein Leben im Dauerstress verbringen. Selbst posttraumatische Phasen im Alter treten häufig auf. (da stellt sich ein unangenehmer Hormoncocktail restimulierende Eindrücke ein durch Bilder, Geräusche usw. usf.
Eine Pille für das Vergessen und den hormonellen Ausgleich gibt es nicht. Es bedarf eine gehörige Anstrengung, sich von dem aberwitzigen Irrsinn in manchen Herkunftshäusern zu befreien. Aber loszuziehen und einmal einen richtigen, wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu tun, ist tausendmal besser, als hundert Male darüber zu reden. (z.B. therapeutische Prozesse)
Persönlich freue ich mich mit jedem, der es schafft und wünsche allen ein friedvolles, erholsames Wochenende. Karl
Hallo,
ich bin 34 Jahre und ebenso ein Kind welches Jahrelang von der Mutter geschlagen wurde.
Nicht nur Gürtel, Schirme, Fäuste, Tritte, nein, sogar Schlangengurken wurden auf mir zerschlagen. Gerade hat mich die Verzweiflung ins Internet getrieben und so bin ich auf diese hilfreiche Seite gestoßen. Seit Jahren denke ich, ich sei verrückt, alle Probleme die ich nun als erwachsene Frau mit mir trage, auf meine Kindheit zu schieben. Gerade kam mir der Gedanke, dass ich unter Übergewicht leide, weil ich als Kind den Teller immer leer essen musste. Wenn ich das nicht tat, gab es Schläge. Dabei waren die Portionen keine Kinderportionen, sondern Portionen die einen dicken Erwachsenen gesättigt haben.
Wie oben geschrieben, habe ich gerade bei dem Gedanken „ich sei dick, weil ich in der Kindheit dazu gezwungen wurde zu essen“ gedacht, ich sei verrückt, alles auf meine Kindheit zu schieben. Ehrlicherweise weiß ich nicht mehr weiter. Von meiner Mutter fühle ich mich immer noch respektlos behandelt (sie hörte mit 16 Jahren auf mich zu schlagen). Weiterhin ist es so, dass meine Wünsche -in welcher Form auch immer- nicht respektiert werden. Vor ca. 2 Jahren passierte – nach 16 Jahren- etwas was mich völlig von ihr distanzierte. Ich wollte nicht von ihr fotografiert werden, da sie alle Fotos immer ins Internet stellt. Es ist mein gutes Recht, dass nicht zu wollen. Daraufhin fing sie an mir auf dem Kopf herumzuschlagen und zog mir am Haar. Aus Respekt währte ich mich nicht, jedoch ergriff mein Ex-Mann (der bis dahin von meinen Schlägen in der Kindheit nichts wusste) die Hände meiner Mutter und so hörte sie auf weiter einzuschlagen. Ich sagte dann zu ihr, dass sie schon früher wie blöd auf mich eingeschlagen hat und sie sich überhaupt nicht verändert hätte. Daraufhin antwortete sie folgendes: „Wenn ich auf dich eingeschlagen habe, dann hast du es verdient“. Ich spare mir jeden weiteren Kommentar zu ihrer Aussage.
Mein Problem ist nun folgendes: vor ca. 2 Monaten brach ich den Kontakt vollkommen zu ihr ab, weil ich einfach nicht mehr kann. Ich kann mit ihr nicht allein sein (aus Angst), ich kann nicht mit ihr reden, ich weiß nicht worüber ich mit ihr reden soll. Sie fordert von mir Liebe und Anerkennung, wenn ich aber frage, wann ich als Kind Anerkennung und Liebe bekommen habe, erhalte ich Ignoranz als Antwort (also keine Antwort, es wird einfach lustig über andere Dinge gesprochen). Mein Problem ist bei dem Kontaktabbruch ein schlechtes Gewissen, weil es ja schließlich meine Mutter ist. Ich kann doch nicht einfach zu meiner Mutter den Kontakt abbrechen. Andersherum tut mir der Kontakt zu ihr nicht gut. Ich bin völlig verwirrt und weiß nicht mehr was richtig und was falsch ist? Werde ich es irgendwann bereuen den Kontakt abgebrochen zu haben? Was denken bloß andere Menschen von mir, wenn ich erzähle, dass ich zu meiner Mutter keinen Kontakt habe? Sicherlich bin wieder ich die Bös. Warum kann ich nicht einfach vergessen? Warum hat meine Mutter mich überhaupt bekommen? Das sind alles Dinge, die mir durch den Kopf gehen… und oft denke ich „ sie wurde von meinem Vater geschlagen, also nimm es ihr nicht für Übel, denn sie hatte es auch nicht einfach“. Völlige Verwirrung in meinem Kopf
Ich hoffe mein Text ist einigermaßen zu verstehen, da ich ein wenig aufgewühlt bin.
Danke fürs Lesen
Viele Grüße
Veilchen
Ich, Michaela 37 Jahre, die den Kommentar von gerade schrieb, möchte allen hier, besonders natürlich den Kindern etwas sagen:
Es ist hart. Und es gibt ein anderes Leben. Es gibt später eine Wahl, welche Erwachsenen ihr selbst sein wollt und ich will euch ermutigen. Meine Schläge von meinem Vater endeten mit der Pubertät, als ich mich gegen meine Eltern dem Jugendamt anvertraute, die mich aus der Familie heraus holten. Damals war ich verpöhnt, der Verräter, wurde ausgeschlossen. Damals war es hart auch ohne meine Eltern zu gehen. Und andere Wege zu entscheiden.
Heute arbeite ich therapeutisch mit auch geschlagenen Kindern und mache das Beste, was ich kann mit meinem Einfühlungsvermögen. Diesen Beruf zu finden, der aus meinen Fähigkeiten oder meiner Person das Beste rausholt, dass fand meine Therapeutin mit mir heraus.
Denn es gibt einen anderen Horizont, an den wir glauben können. Und es macht Sinn, anders zu leben und Frieden zu erarbeiten.
Heute sehe ich nach Jahren von Kontaktabbruch meine Eltern ab und zu. Heute sind sie „nur noch Eltern“, die auch scheiterten und auch manchmal brilliant sind.
Eltern, denen eine Therapie geholfen hätte, ihre eigenen Wunden zu versorgen. Ich liebe sie heute anders und habe eigene Meinungen.
Und akzeptiere das Gesetz und die Ethik.
Jeder von uns kann anders handeln als gewalttätig. Heute. Denn dann macht unsere persönliche Stärke Sinn in einem gemeinsamen Ziel.
Mir gefällt Ihre Zusammenfassung zu dem Thema sehr gut, da ich selbst Gewalterfahrungen in der Kindheit erlebte, die zu einem unsteten Lebensstil führten in Partnerschaften und Beruf.
Die Zusammenhänge zu erkennen war schwierig, da ich aufgrund von Alpträumen eine Therapie begann und überhaupt nicht dachte, dass das Gewalterleben solch massive Einflüsse auf mein Leben nach sich zog.
Nach 3 Jahrentiefenpsychologisch fundierter Therapie, die auch gestaltterapeutisch beeinflusst war, gelang mir sowohl zwischenmenschlich zu heiraten, als auch einen langfristigen Job einzugehen. Die Alpträume sind weg, kommen meist nur noch einzeln mal in sehr schwierigen Lebenssituationen auf.
Es war sehr hart, die Therapie. Doch heute weiß ich auch, was Glücklichsein und Vertrauen ist und wie ich selbst die Dinge mit in die Hand nehme und beide gleichstark sein können. Ich weiß auch, dass ein wertschätzender Partner sehr stärkt in der Zeit der Therapie, wo diese Ängste, Ohnmachtsgefühle, Schuldgefühle aufkommen. Aggression lebe ich kontrolliert aus, dass kann sogar Spaß machen, oder im Joggen Ventile finden.
Auch Konfliktlösungsseminare halfen mir, alternative Wege zu erlernen und meine Fähigkeiten zu erweitern.
Ich glaube, dass Wunden heilen und wir manchmal andere brauchen auf diesem Weg.
ja, unbedingt professionelle Hilfe, z.B., Psychologischer Dienst der Stadt, Hilfsorganisatonen, Fachberatung der Krankenkasse, aufstehen, losgehen, einen Ansprechpartner suchen, der die Angelegenheit einen Schritt weiter bringt; denn
einen Schritt zu tun ist eintausendmal mehr wert, als hundertmal über eine Sache zu reden, sich aufzuregen und zu verzweifeln. Ich meine: etwas tun, umgehend einen therapeutischen Kontakt herstellen, Hilfe aufsuchen, – von alleine geht nichts –
irgendwie hatte ich da einen Link verwechselt deshalg hier meine gleiche Antwort noch mal –
Niemals hätte gedacht, dass es heute, 2012 noch solche Geschichten gibt. Ich dachte, das gab es nur bis in die 1960er.
Sicher muss das Thema Gewalt gegen Kinder noch viel mehr in die Öffentlichkeit. Gestern lief in Einsfestival eine Doku, wo ein junger Mann seine Geschichte erzählte, der als Kind drei Monate lang entführt, mißbraucht wurde, total traumatisiert zurück in der Familie… Seine ältere Schwester sagte dazu heute: „ganz schlimm war sicherlich, dass wir alle nachher so weitergelebt haben, als sei nichts geschehen.“ Und wenn die ganze Gesellschaft so reagiert, wer soll sich dann schuldig fühlen, wie soll dann Verantwortungsbewusstsein wachsen… Es ist eher so: wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Auch die Mutter des traumatisierten Jungen aus der Doku machte einfach ihren Sohn selbst dafür verantwortlich, dass er ständig Konflikte mit Vorgesetzten und Beziehungen hatte, die Stelle drei mal im Jahr wechselte usw. (ich habe mich gewundert, dass der Mann nicht längst Frührentner war)
Auch die Medien waren nur da, solange sie Schlagzeilen machen konnten mit dem Skandal. Dann waren alle schnell wieder weg.
Es geht hier um meinen Freund, der mittlerweile 34 Jahre alt ist. Er wurde als Kind im Alter von 4 bis 14 Jahre sexuell missbraucht von einem Bekannten seiner Familie. In der Pubertät wurde er dann bis er 17 war regelmässig von seinem Vater geschlagen. Aus seinen Erzählungen entnehme ich, dass es da sehr brutal zur Sache ging. Rohrstöcke und Gürtel waren da wohl die liebsten Hilfsmittel des Vaters.
Mein Freund ist wie gesagt 34 Jahre alt und leider Gottes Alkoholiker. Was ihn immer wieder in Situationen geraten lässt, bei denen er teilweise schwerst verletzt wird. Mit 27 wurde ihm in einem Park ein Auge ausgeschossen. Da war er auch stark alkoholisiert. Ich habe schon des öfteren festgestellt, dass er regelrecht auf der Suche nach Schlägen ist wenn er betrunken ist. Ich sprach ihn auch schon offen darauf an und er bejahte meine Frage ob er auf der Suche nach Schlägen sei.
Ich selbst habe eine harmonische Kindheit erlebt, liess mich mit 25 auf den falschen Mann ein und erlebte selber 4 Jahre schwerste Gewalt und brutale sexuelle Übergriffe. Ich kann einfach nicht verstehen, warum mein Freund sich so sehr nach Schlägen sehnt. Es zerbricht mir mein Herz und ich fühle mich so sehr hilflos. Erst vor einem Monat wurde er im Park mit sogenannten Freunden mit einer Bierflasche attackiert. Eine 7 cm grosse sehr tiefe Platzwunde musste im Krankenhaus mit 10 Klammern getackert werden.
Als ich ihn drauf ansprach, sagte er nur, das sei nicht so schlimm und er sei es ja selber schuld. Immer wieder erfahre ich von seinen Bekannten, dass er auf der Strasse zusammen geschlagen und getreten wird. Das man ihn sogar schon mit dem Kopf auf den Bordstein geschlagen hat. Ich kann einfach nicht verstehen warum er das alles so hinnimmt. Oft sagt er zu mir, dass er sterben will und das er nur darauf wartet, tot geschlagen zu werden.
Es zerreisst mich, denn mein Freund ist so ein verdammt liebevoller Mensch. Sehr scheu aber auch lustig, wenn er sicher fühlt .. was soll ich nur tun?? Ich habe ihn schon oft angefleht, dass er sich Hilfe suchen soll. Das er sich in eine Langzeittherapie begeben soll, nicht nur wegen seinem übermässigen Alkoholkonsum sondern auch wegen der ganzen grauenhaften Erlebnissen die er in seinem jungen Leben schon erleben musste…
Als Kind wurde ich massiv geschlagen, einmal wöchentlich landete mein Bruder oder ich im Krankenhaus – ich kann es einfach nicht vergessen!!!!
Deshalb habe ich mich mit 14 bereits entschieden, keine Kinder – heute, 30 Jahre später, kann ich sagen, gute Entscheidung.
Doch auch meine Beziehungen halten nicht, ich bin zu selbstbewußt, zu agressiv, von allem etwas zu viel…… doch glücklicherweise nicht gewalttätig.
Ich kann nicht mit Kindern umgehen und da ich schon wieder, mittlerweile seit 3 Jahren, Single bin, fühle ich mich ständig wie das 5te Rad am Wagen.
Kein schönes Leben…….
Ich habe vor über einem Jahr mit einer Therapie begonnen, denn ein Burnout und Depressionen kamen dazu.
Der Schläger in meiner Familie ist vor über einem Jahr gestorben, doch ich kann es nicht vergessen.
Hallo Mona,
ich halte das beschriebene Verhalten bei einer Dreijährigen überhaupt nicht für normal. So eine frühe Sexualisierung muss das Kind irgendwo lernen. Da der Kindergarten wohl ausscheidet, bleibt nur jemand in der Familie. Für einen sexuellen Mißbrauch reichen die Hinweise meines Erachtens nicht. Ich tippe eher auf zufälliges oder absichtlich herbeigeführtes Mitschauen von Pornos.
Für das Kind ist es mit Sicherheit nicht gut. Da die Mutter uneinsichtig ist, hilft vielleicht ein Gespräch mit dem Vater. Es ist leider ein Trend, siehe dieser STERN-Artikel.
Danke für Ihre Frage.
Hallo,
es geht um die Tochter einer Freundin, sie ist 3 Jahre alt. Sie geht nicht in den Kindergarten, ihre Mutter kümmert sich, Vater geht arbeiten.
Ich komme öfter zu Besuch oder auf einen Kaffe vorbei und mir bereitet das Verhalten der Kleinen jedes Mal Kopfschmerzen. Sie zeigt ihre Geschlechtsteile, auch draussen, benutzt Wörter wie Fotze, Schwanz usw. teilweise bekam ich manchmal mit, wie sie sich heimlich einen Kulli in die Vagina einführte.
Meine Freundin habe ich darauf auch schon angesprochen, sie sagte wenn ich mal Kinder habe, werde ich sehen, dass das ein ganz normales Verhalten ist. Kann gut sein, aber für meinen Geschmack sind es Sachen, die für solche kleinen Kinder nicht üblich sind. Die Kleine macht nicht unbedingt so einen Eindruck, aber kann das alles auf sexuellen Missbrauch hin deuten?
Vielen Dank erstmal für diese Seite. Sie hat mir gestern ein Stück weit die Augen geöffnet und mir bewusst gemacht, dass eigentlich alle meine gegenwärtigen Probleme auf meine Kindheit zurück gehen.
Auch ich wurde als Kind mit Stöcken, Kochkellen und Teppichklopfer – meist auf den nackten Hintern – verprügelt. Meistens von meiner Mutter, manchmal auch vom Vater, wenn sie dies von ihm verlangte.
Als ich mich mit 16 zum ersten mal wehrte, und sie bei einer erneuten Attacke wegschubste, so dass sie zu Boden fiel und sich den Kopf stiess, hetzte sie die ganze Familie gegen mich auf, und behaptete ich sei nun schon so verkommen, dass ich auf die eigene Mutter losginge. Selbst ich hatte ihr das geglaubt.
Heute bin ich 32 Jahre alt, habe selbst 2 Kinder und eine sehr liebevolle Frau.
Leider streiten wir uns sehr häufig, wenn es um die Erziehung der Kinder geht. Ich finde oft, dass sie unsere Kinder zu sehr verwöhnt und dass sie „strenger“ sein sollte (auch wenn ich eigentlich auch selbst nicht dahinter stehe).
Bis jetzt konnte ich mich Gott sei Dank soweit beherrschen, dass ich meine Kinder noch nie geschlagen habe, auch wenn ich immer mal wieder unter Wutausbrüchen leide.
Nun habe ich mich fest entschlossen diesen ganzen Schmerz, welchen ich Jahrelang mit Kiffen zu unterdrücken versuchte, aus meiner Seele zu entfernen. Da weder ein Psychiater, noch eine Rückführung, noch Meditation mir helfen konnte, sehe ich als letzte Möglichkeit die Konfrontation mit meiner Mutter.
Da sie heute als soziale Beraterin arbeitet, denke ich, dass sie dafür offen sein sollte. Trotzdem fürchte ich mich vor ihrer Reaktion und dass es „ausarten“ könnte, da sie mich bis heute für die meisten unserer familiären Probleme verantwortlich macht.
Wie soll ich vorgehen, damit es „sachlich“ bleibt?
Hallo Valerie,
Dein Kommentar hat mich – wie etliche andere – hier sehr berührt. Ich glaube, Du bist die jüngste Leserin, die hier sich mitgeteilt hat.
Ich will Dir vor allem eins schreiben. Kinder brauchen immer eine Erklärung, wenn etwas Schlimmes geschieht. Wenn jemand schwerkrank wird oder stirbt, wenn Eltern sich trennen oder wie in Deinem Fall, wenn ein Kind geschlagen wird.
Wenn Eltern sich nicht entschuldigen und die Verantwortung für ihr Tun übernehmen, suchen Kinder immer nach einer schlüssigen Erklärung . und die finden sie immer bei sich selbst. Sie kommen darauf, dass sie nur nicht brav gesnug sind, oder nicht genug in der Schule, oder weil sie ein Mädchen sind. Manchmal denkt ein Kind auch, dass es geschlagen wird, weil es überhaupt auf der Welt ist.
All das stimmt nicht. Das Kind ist niemals schuld, niemals. Es ist auch nicht Deine Schuld. Vielleicht sind Deine Eltern überfordert oder sie laden einfach ihren Frust über alles Mögliche bei Dir ab.
All das ist nicht in Ordnung. Aber es ist wichtig für Dich zu verstehen, dass es nichts mit Dir zu tun hat – auch wenn Du es aushalten musst.
Ich finde, Du hast sehr viel Kraft und Klarheit, wie Du die Situation siehst.
Alles Gute für Dich.
Puh, wenn ich lese, was ihr alles durchmachen müsst bzw. musstet, dann wird mir das Herz ganz, ganz schwer, und mir kommen die Tränen. Kein Witz.
Ich würde euch am liebsten alle nacheinander mal in den Arm nehmen.
Mir fällt auch nichts ein, das euch trösten könnte, denn Trostworte sind ja nur zum Drüberschmieren über den Schmerz. Sie dienen viel mehr dem, der tröstet, als dem, der getröstet wird. Man hält es einfach nicht aus, zu lesen, dass ein anderer Mensch so leiden muss.
Und wenn man so viel Scheiß erlebt wie ihr, dann klingt es einfach nur zynisch, wenn jemand einem sagt, was man machen sollte oder könnte.
Aber zwei Sachen möchte ich euch trotzdem sagen:
1) Versucht irgendwie, euch selbst lieb zu haben. Ich weiß nicht, ob man das einfach so einschalten kann, aber versucht es. Oder sucht euch Hilfe – seid nicht zu stolz oder zu cool dazu.
2) Meist wird Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben. Auch eure Eltern sind sicher schon verprügelt worden. Gewalt erzeugt Gewalt. Sie lieben sich selbst nicht, und deswegen sind sie einfach nicht in der Lage, euch Liebe zu geben. Das soll ihr Verhalten nicht entschuldigen, sondern euch nur mehr Überblick geben. Und es soll euch klar machen, dass ihr die nächsten in der Kette sein könntet, die gewalttätig werden, wenn ihr das nicht bearbeitet.
Oh Mann, ich muss immer wieder tief durchatmen, wenn ich lese, wie viel Schmerz ihr aushalten müsst, und ich würde so gern irgendwas schreiben, das euch hilft. Aber ich glaube, dass euer Schmerz zu groß ist für dürre Worte in einem Blog.
Ich bin betroffen hier zu lesen von Kindern / Jugendlichen, die zuhause Gewalt erfahren. Bitte holt euch Hilfe! HIER ist ein Link für Deutschland:
http://www.kinderschutz-zentren.org/hilfe-fuer-kinder
Die Hilfe und auch die Anrufe auf die Beratungsstelle sind kostenlos und werden vertraulich behandelt.
Ich hatte eine Freundin, die ist (in meinem Beisein) von ihren Eltern geschlagen worden.
Wenn sie etwas nicht aufessen wollte (z. B. Fleisch mit Knorpel) oder bei anderen Nichtigkeiten. Sie hatte einen riesigen Hass auf ihre Eltern. Irgendwann, Jahre später, sagte sie: „Ich würde meine Kinder auch schlagen. Mir hat es doch nicht geschadet.“ Das hat mich sehr schockiert.
Allen, die diese grausamen Erfahrungen machen oder machen mussten, wünsche ich die Kraft, sich Hilfe zu holen. Ihr seid nicht alleine.
Liebe Valérie,
Dein Kommentar hat mich sehr berührt. Leider habe ich keine Antworten auf Deine Fragen. Ich möchte Dir einfach nur sagen, dass Deine Stimme hier gehört wird.
Ich weiss, das ändert nichts an Deiner Situation, aber es ist wichtig, dass Du weisst, dass Du nicht alleine bist. Es gibt Hilfe, es gibt Möglichkeiten.
Wir kennen uns nicht, aber ich wünsche Dir von Herzen nur das Beste.
Ivan
@Azra:
Das ist fürchterlich, was Du erlebst und was Du erlabet hast.
Ich meine, das sollte sofort aufhören und ich meine Du solltest Dir sofort Hilfe nehmen. Auch wenn Du nicht zur Polizei gehen willst, sprich mit jemanden, wie Herr Hinke schreibt.
Eine sehr gute Freundin ist in einem ähnlichen Umfeld aufgewachsen. Wenn Du möchtest, kann ich sie fragen, ob sie einmal mit Dir telefonieren mag. Sie kennt das sehr genau, was Du da erlebst. Und sie weiss, dass jeder Tag in diesem Umfeld Dir schadet. Auch bei mir kannst Du auf meinen Namen, Bild klicken und dort findest Du eine Telefonnummer oder email Adresse.
Lieb Azra, das was Du schreibst ist wirklich schlimm. Und niemand sollte auch nur einen Tag erleben, was Du nun schon jahrelang erlebst!
@Valerie
Hier kannst Du Dich hinwenden: http://www.caritas.de/hilfeundberatung/hilfeundberatung.aspx
@Valerie
Du hast wirklich mein Mitgefühl. Es ist vollkommen falsch und in kleinster Weise in Ordnung rechtfertigbar, was Deine Eltern tun.
Mir gefällt es gut, dass Du bemerkst, dass es falsch ist. Es wäre viel, viel schlimmer, wenn Du auf irgendeine Art und Weise denken oder fühlen würdest, dass es richtig ist, oder ein bisschen in Ordnung.
Es ist falsch!
Es ist sogar so falsch, dass Deine Eltern vom Staat dafür bestraft werden würden, wenn der es herausfinden würde.
Und ich meine, ich weiß wie schwierig das ist darüber nachzudenken, also, vielleicht nimmst Du Dir Hilfe. Also, ich weiss, wie schwierig das ist, denn mir ginge ähnlich. Ich hab mir keine Hilfe genommen. Heute denke ich, dass das ein Fehler war.
Und vielleicht hilft es Dir ja: Du bist schon 12! Du wirst größer und mit jedem Tag wirst Du Dir weniger davon gefallen lassen.
Lass Dich nicht unterkriegen.
“ist nicht sclimm und einfach ignorieren-Maske”
Ist aber schlimm, sehr schlimm sogar. Denn durch solches Erleben geht man zwangsläufig später (wie andere auch, die Anderes erlebt haben) prädisponiert durchs Leben. Und das wirkt sich auf nahezu alle Situationen aus.
Es ist dann wie eine Brille, die durch die erlebte Gewalt, Demütigung und Mißbrauch dann Mißtrauen, Angst und Unsicherheit filtert. Alles wird entsprechend interpretiert und die im Gedächtnis gespeicherte Verwirrung und Verletzung bestätigt und steigert sich auf diese Weise laufend. „Nested Loops“, also eingenistete Schleifen nennt das die Psychologie. Diese aufzulösen ist nicht so einfach. Viel Mut, über die Dinge zu reden, Freunde die echt sind, wahrhaftig und beschützend, gehören dazu und Orte, an denen man wirklich gewollt und sicher ist. Wie kann man begabte junge Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben, so behandeln? Ganz viel Kraft wünsche ich Dir und dass Du Dich rasch von diesem aberwitzigen Irrsinn erholen mögest.
Das eigentliche Problem haben die Schläger. Und die Position, von der man auf Kinder herabschaut, ist ganz unten. K.H.
Hallo ich bin 12.
Ich finde es toll das sie so einen Text geschrieben haben.
Er hat mich sehr berührt! Denn ich werde immer noch von meinen Eltern etwas geschlagen aber nicht mehr so viel wie früher. Eigentlich wollte ich einen Vortrag über gewalt halten und habe infos gesucht dann bin ich über das hier gestolpert und ich bin froh darüber. Denn ich habe gemerkt das es vielen nicht anders erging oder ergeht.
Ich fnde es grausam so etwas mitzuerleben. Da ich die älteste bin, kriege ich für alle die schläge ab, das ich nicht gerecht finde. Ich meine, selbst bei kleinen Fehlern solte man nicht eine gescheuert bekommen! Manchmal denke ich nach und überlege warum ausgerechnet ich leben muss und das durch machen muss! Ich hasse alles am leben und das habe ich nur meinen Personen im umkreis zu verdanken.
Ich werde gemobbt, weil ich ausländerin bin: Wo sie sagen, das war nur spaß, ist auch ein Herz, das Leben will, das einmal ernst genomen werden will und nicht ausgelacht aber als ich alle Ihre beiträge las, ging es mir um 1 prozent besser, da ich nun weiss dass ich nicht alleine bin und das freut mich etwas.
Denn ich komme mir vor wie eine Person, die jeden morgen ihre freundliche „ist nicht sclimm und einfach ignorieren-Maske“ anziehen muss und sie abends ablegt. Ich hasse das so sehr! Daher habe ich nie wertschätzung oder bemitleiden gelernt oder änliche gefühle. Ich weiß nicht, wie man jemand tröstet und das als Mädchen!
Ich fühle mich total erbärmlich. Danke für ihren text!
mit vielen grüßen
valerie
Steven, dann lerne, lerne was Du nur kannst.
es ist Dir ganz sicher kein großer Trost,
aber mir ging es ähnlich, der einzige Ort
die Schule…
– aber dort schlugen sie auch zu, Fräulein J. und Herr S. – oft ist das grauenvoll – leider
war und ist das nichts Besonderes, besonders ist, wenn Du und ich auf uns aufpassen und uns selbst und andere achtsam und liebevoll behandeln.
Steven, pass gut auf Dich auf und such Dir einen guten Freund. mfG. Karl
Ich wurde als Kind auch mit dem Gürtel oder stock geschlagen und musste zuschauen wie mein Vater meine Mutter würgt der winzigste Ort Anden ich mich wohlfühlen ist in der Schule
Ich gratuliere Ihnen. Das schaffen nicht viele.
Ich bin jetzt 50 und habe bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden damit fertig zu werden. Ich sehe jetzt nur daß sich dieses Fühlen – Schmerz – Hilflosigkeit durch das ganze Leben ziehen und du nie wieder in der Lage bist, eine Beziehung zu führen. Du bist immer allein. Und ich bin sehr dankbar daß ich es trotzdem ohne Schläge und Prügel geschafft habe meine Tochter zu einer sehr netten jungen Frau zu erziehen,
Auch ich bin ein Opfer der Eltern Gewalt.Ich bin heute 52 habe vier Kinder und habe Gottseidank nie die Hand gehoben ,ich hasse meine Mutter heute noch über ihren Tod hinaus ..Gruß Veronika
Ich bin mittlerweile w17. Bin mit 15 angehauen, nach meinem outing, weil ich es nicht mehr aushielt. In meiner Beziehung mit meiner freundin habe ich sie einmal geschlagen. Ich habe zum ersten mal gemerkt das ich überhaupt nicht besser bin als mein Vater! Mich begleitet es sehr, aber seit dem ist mir das nie mehr passiert, und ich konnte es mir bis heute nicht verzeihen. Mich trifft das auch oft im Leben wieder so das ich die einfachsten dinge nicht mehr schaffe unedlichen hass auf mich selber spüre. Weder meine Mutter noch mein Vater konnten mir je das gefühl von liebe oder geborgenheit geben. Ich habe bis heute schreckliche angst.
Aber ich will weiterleben und mich niemehr davon beeinträchtigen lassen.
Hallo Freya,
auch Du brauchst – wie fast alle, die hier schreiben – dringend Hilfe. Deine Mutter scheint psychisch gestört zu sein, deswegen verhält sie sich wohl so.
Am besten, Du sprichst mit einem Lehrer aus Deiner Schule. Die sollten am besten wissen, was man in Deiner Situation machen kannst. Eventuell ist auch der Hausarzt eine erste Anlaufstelle, wenn Du zu dem Vertrauen hast.
Hab Mut und tu den ersten Schritt, Dich jemandem außerhalb der Familie anzuvertrauen.
PS: Deine Mutter darf das nicht tun. Schläge gegenüber Kindern sind gesetzlich verboten. Aber da sie wohl krank ist, kann sie das nicht einsehen. Das ist keine Entschuldigung, nur eine Erklärung.
Hallo,ich bin freya und bin 14jahre alt.
Ich werde immer von meiner mutter, meinem bruder und manchmal von meinem vater geschlagen. Meine mutter schlägt mich besonders oft und es tut so weh. Sie beleidigt mich als hure, schlampe alles was ihr in den sinn kommt. Sie macht mich psychisch total fertig und ich halte das alles nicht mehr aus. Gerade wurde ich von meinem bruder geschlagen und sie hat nichts gesagt.. Sie droht mir das sie in die schule kommt und allen erzählen will wie ich „wirklich drauf bin“.
Letzte woche hab ich ihr mein größtes geheimnis offenbart.. Ich bin seit 7jahren zwangskrank.. Also nicht so stark das ist ab und zu da. Auf jeden fall hab ich ihr das gesagt und sie hat es meiner tante sofort erzählt und meiner schwester. ich kann ihr nicht vertrauen und ich will das sie aus meinem leben verschwindet. Gestern abend hat sie mir einen tisch ans bein geworfen.. Ich habe so angst und kann mit niemandem darüber reden denn wenn ich meine tante um rat frage sagt sie dass sie schwer krank ist und das sie meine mutter ist und sie dürfe das..
Ich habe wirklich angst das ich abrutsche oder irgendwann selber gewalttätig werde. Ich will etwas aus meinem leben machen und gar nicht wie meine eltern werden.. Ich will das alles aufhört,dieser schmerz alles.
habe gerade gemerkt, dass man nicht auf das Bild, sondern auf den Namen klicken muss.
und dann habe ich noch einen Clip gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=phYKrllis-U
Vielen Dank, lieber Herr Hinkel, für Ihre spontane Hilfe.
Guten Tag alle zusammen,
die Geschichte mit Azra habe ich nun zwei mal gelesen und leider ist mir das nicht unbekannt. Gerade steht Maria bei mir im Türrahmen und fragt:
„Wie viele Leute haben das denn nun gelesen?“ (und wie hat sie das wohl gemeint?!)
Viele, wie ich weiß. Wer steht hier denn nun auf? Man kann das doch nicht so lassen.
Wie viele wissen, engagieren wir uns hier täglich für andere. Und auch für Azra sollte es nicht bei getippten Worten bleiben. Niemand kann mit solch einer Kindheit wirklich leben. Was bleibt davon? Was wird daraus? Für mich hat sich in ähnlicher Situation im gleichen Alter ein vom langen Leben erfahrener Sozialarbeiter in Münster in den Zug gesetzt und ist bis Siegen gefahren. Danke heute noch einmal nach vierzig Jahren.
Azra, wenn Du im Raum Köln lebst, komm einfach her und drücke auf unsere Klingel.
Oder ruf an. Wenn Du auf mein Bildchen klickst, kommt ein Link, wo unter Impressum sowohl Adresse als auch Telefonnr. stehen.
Und es wird bestimmt weiter gehen. So kann es wirklich nicht bleiben.
Oder sprich mit einer Lehrerin/Lehrer, denen Du vertraust. Es gibt Wege.
Wenn schon so viele zusehen, dass es so etwas hier überhaupt gibt,
sollten jetzt einige handeln, wo sich ein beherztes Mädchen so mutig hier meldet.
Azra, Deine Zeilen brechen einem das Herz. Und Du solltes Hilfe bekommen. Karl
Hallo Azra,
eine fürchterliche Geschichte, die Sie da berichten. In den Kommentaren lesen Sie ja, dass Sie nicht alleine mit einem solchen Schicksal sind.
Die wichtigste Botschaft: Sie sind an all dem nicht schuld. Ihre Mutter und Ihr Stiefvater haben große Probleme und lassen ihren ganzen Frust an Ihnen aus. Das hat nichts mit Ihnen zu tun aber Sie müssen es bis jetzt ausbaden. Noch zwei Jahre tatenlos zusehen und all die Schläge und Gemeinheiten scheint mir auch eine zu lange Zeit zu sein. Ich glaube auch, dass Sie mit Ihrer Mutter nicht reden können, vielleicht wenn es ein anderer Erwachsener täte, vor dem Ihre Mutter etwas Respekt hat. Gibt es so jemanden?
Die andere Möglichkeit ist, dass Sie zum Jugendamt gehen (nicht zur Polizei) und Ihre Lage schildern. Die kennen dort viele solcher Geschichten, haben Erfahrung und sind auf der Seite der Kinder. Die kennen auch die rechtlichen Möglichkeiten.
Was halten Sie von dieser Idee?
Hallo ,
mir geht es auch so schlecht…! Ich bin in der Türkei geboren, kurz vor meiner Geburt starb mein Vater. Ich und meine Mutter gingen dann nach Deutschland. Sie hat einen neuen Mann kennengelernt, mit dem sie 2 Kinder bekommen hat. Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll zu erzählen. Mein Stiefvater hat vor meinen Augen meine Mutter geschlagen als sie schwanger war er hat sie immer wieder mit den Füßen im Bauch getreten und ihre Harre gezogen, ich war damals 5 als ich das fast jeden Tag mit erleben musste.
Als dann meine erste Schwester gesund auf die Welt kam, musste ich auf sie aufpassen. Das heißt: Als ich aus der Schule kam (damals war ich 6) ist meine Mutter und mein Stiefvater zur Arbeit gegangen und ich musste die kleine füttern, sie waschen und Aufpassen und die ganze Wohnung putzen. Dann fing sie an mich zu schlagen, sie hat geschlafen und ich hab mit meiner kleinen Schwester gespielt wir waren etwas laut, sie ist aufgestanden ist in die Küche gegangen und hat mit einem spitzen Gegenstand nach mir geworfen. Sie hat meinen Kopf getroffen ich habe heute noch diese Narbe an der Stirn.
Bei jeder Kleinigkeit war ich ihr Sündenbock, wenn sie Schulden hatte oder mit meinem Stiefvater gestritten hat, dann hat sie mich immer geschlagen und mit geschlagen meine ich so richtig schlagen mit dem Kabel vom Fernseher oder Gürtel oder einen dicken Stock, den sie vorher aus einem Baum herausgezogen hat oder mit einem Schuh oder mit ihrer Hand, Aschenbecher, Staubsauger, Gabel alles was in Greifnähe war. Sie hat mich nicht nur Körperlich fertig gemacht. Seelisch hat sie mich auch fertig gemacht, sie hat immer gesagt: Wieso hab ich nicht auf deinen Vater gehört? Er wusste schon immer, dass du kein gutes Kind wirst oder er hat dich nie geliebt. Sie hat auch oft gesagt, hätte mir der Gott bei der Geburt ein Stein gegeben anstatt dich wär ich die glücklichste Frau auf Erden.
Das hat mich schon sehr tief getroffen. Ich wollte nie vor ihr weinen, ich wollte ihr nie meine Schwäche zeigen. Ich hab nie vor ihr geweint, immer als ich im Bett war hab ich die ganze Nacht durch geweint und mich gefragt, wieso ich so eine Mutter gekriegt habe. Sie sagt immer, dass ich die Familie zerstöre, ich würde nicht dazugehören. Immer wenn alle fernsehn am Abend und ich dazu kommen will, schickt sie mich immer weg und sagt: Verschwinde, du gehörst nicht zur Familie.
Dann ist meine 2 Schwester auf die Welt gekommen und dann ging es so weiter. Und immer wenn ich schwer verletzt bin z.B. hab ich schon x mal am Kopf wegen ihr geblutet. eEnmal hat sie mit einem dicken Holz Brett auf meinen Zeh geschlagen und der musste entfernt werden oder sie hat mit der Gabel mein Finger getroffen und meine Ader ist aufgeplatzt oder sie hat mit dem Staubsauger gegen mein Auge geschlagen und ich hatte eine Platzwunde an der Augenbraue und ein dickes blaue Auge usw. Dann wird sie für 20 Minuten ganz nett und sagt, das war aus Versehen und erzähl niemandem davon sonst kommst du ins Heim.
Sie sagt, ich bin schuld an ihren ganzen Problemen und ich hätte ihr Leben zerstört. Sie will, dass ich keine Freunde habe. Ich hatte mal eine beste Freundin und zu der ist sie gegangen und meinte, ja meine Tochter meinte dass du auf den Strich gehst und dich für Geld ausziehst und dich alten Männern hingibst obwohl ich sowas NIE sagen würde. Natürlich hat mir meine Freundin nicht geglaubt aber mittlerweile haben wir das geklärt. Ich treffe mich mit ihr immer heimlich. Meine Mutter denkt ich hab keine Freunde. Und immer wenn mich meine Mutter schlägt, geht mein Stiefvater in ein anderes Zimmer und tut so als ob er nicht da wär.
Naja ich weiß nicht was ich tun soll. Ich will nicht zur Polizei gehen aber reden mit meiner Mutter kann man NICHT! Ich bin 16 Jahre alt. will ich ja warten bis ich 18 bin und ENDLICH ausziehen kann aber ich weiß nicht ob ich es noch diese paar Jahre aushalte.
Auch ich bin als Kind/Teenager sehr oft vermöbelt worden, aus nichtigen oder ohne Anlass.
Ich leide bis heute darunter, vor allem, weil auch meine Mutter heute noch der Meinung ist, ich bilde mir das alles ein!
Habe es mittlerweile aber aufgegeben, auf dieses Thema zu kommen, leider!
R.
Hallo Michaela,
es ist gut, dass Sie die ersten Anzeichen, in denen Sie Ihren Sohn schlagen, ernst nehmen. Das ist leider eine häufige Folge von Eltern, die selbst geschlagen werden. Eigentlich müsste man erwarten, dass so jemand, der selbst Schläge erlebt hat, das seinem Kind erspart. Verstandesmäßig will er das das auch meistens. Aber die Kräfte aus dem Unbewussten, genauer gesagt, eine Art Wiederholungszwang, führt leider oft zum selben Verhalten.
Ich denke, es wäre gut, wenn Sie sich therapeutische Hilfe holen. Nicht nur wegen Ihres Sohnes, sondern vor allem wegen Ihnen selbst, damit Sie die Folgen Ihrer Schläge besser verarbeiten. Wenden Sie sich am besten an jemanden, der tiefenpsychologisch arbeitet. Adressen finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de und http://www.therapie.de.
Angst, dass man Ihnen Ihren Sohn deswegen wegnimmt, wenn das zur Sprache kommt, brauchen Sie nicht zu haben. Therapeuten stehen, wie Ärzte, unter Schweigepflicht. Und es geht in einer Therapie vor allem darum, dass man Ihnen hiflt, mit Überforderungssituationen anders umzugehen.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo,
ich bin 40 Jahre alt und habe einen 21 Monate alten Sohn. Ich wurde in meiner Kindheit extrem geschlagen (Nasenbeinbrüche, etc.). Meine Mutter zerschlug etliche Kochlöffel auf mir, schlug mich mit ähnlichen Gegenständen immer wieder. Meinen beiden Schwestern erging es ähnlich. Mein Stiefvater führte dieses Verhalten in ihrem Beisein weiter, alles was sie immer sagte: Das geschieht Dir Recht. Mit 16 habe ich zurück geschlagen und bin abgehauen.
Ich habe nie eine Therapie gemacht, ich weiß auch gar nicht, an wen ich mich wenden soll. Meine Schwangerschaft war ungewollt und ich hätte mich am liebsten umgebracht. Abtreibung und Adoption waren ein Riesenthema. Die Abtreibung habe ich abgesagt und die Adoptionspapiere wollte ich wenn überhaupt, nach der Geburt unterschreiben.
Ich bin froh, dass ich es nicht gemacht habe, denn mein Kind ist mein größtes Glück, auch wenn ich alleinerziehend bin. Allerdings ist mir nun schon 2x passiert, das mir die Nerven durchgegangen sind und ich meinen Sohn auf den Hintern gehauen habe. Ich will das nicht, denn ich vermute, dass das der Anfang von Ende ist. Und ich will meinem Kind nicht das gleiche Leben geben, dass ich mittlerweile Lebe. Total isoliert, nur Arbeiten und dann mein Kind.
Wo kann ich mich hin wenden, ohne das mir mein Kind weg genommen wird und ich wirkliche Hilfe bekomme?
Danke
Freundliche Grüße
Michaela
leider kann ich das auch nur so bestätigen: und es würde so bleiben; denn diese langzeitige Ablehnung und Traumatisierung erzeugt ja ständig ein Gefühl. Das Gehirn bildet entsprechende Strukturen, die sind dann für den Rest des Lebens wie eine Einbahnstraße. Und dann wird versucht, immer wieder dieses Gefühl herzustellen.
Alleine schaffen es nur ganz wenige, neue Wege zu bilden. Besser ist tatsächlich therapeutische Hilfe. Unbedingt.
Gut finde ich, dass sich oft Erfolge in der Therapie ganz schnell einstellen.
Schönen Feierabend allerseits. Karl
Hallo Nuelle,
Sie haben zwar keine Frage gestellt aber ich antworte Ihnen trotzdem.
Sie brauchen Hilfe, dringend. Dadurch dass Ihre Mutter Sie als Mädchen abgelehnt hat, konnten Sie vermutlich keine weibliche Identität entwickeln. Deshalb vielleicht auch der Wunsch, nie Kinder zu haben. Die Schläge haben sicher auch Ihr Vertrauen in Menschen sehr beschädigt.
All das können Sie ein großes Stück zum Positiven verändern, u.a. durch eine positive, auch therapeutische Beziehung. Im Moment kapseln Sie sich ab, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Das ist bis jetzt Ihre beste psychische Überlebensstrategie. Aber es wäre schade, wenn sie das ein Leben lang bliebe.
Ich bin 22 Jahre und wurde als Baby/Kind von meiner Mutter auch immer geschlagen und gedemütigt. Abgesehen davon dass sie mir meinen Vater genommen hat.
Was ich fast noch schlimmer fand als die alltäglichen schmerzhaften Schläge: ich weiss nicht warum aber sie nannte mich sehr oft „mein Junge“ und in diesem Momenten hatte sie sogar etwas liebevolles in den Augen, damit war ich nie einverstanden und sagte „ich bin ein Mädchen nenn mich nicht immer so“ und plötzlich war sie wieder total enttäuscht und ging.
Sie schob mich hin und wieder Monate lang zu Oma ab, rief in der zeit nie an, das sie mich vermissen würde oder wissen wolle wie es mir geht. Im ganzen war ich immer an allem schuld, egal was passierte, auch wenn es nichts mit mir zu tun hatte war ich immer dafür verantwortlich. Ich erinnere mich an einige Sachen, meine Tante (Schwester meiner Mutter) sagte aber da sei viel mehr passiert, meine Kindheit wäre wahnsinnig grausam gewesen.
Heute merke ich, wie sehr es meinen Charakter geprägt haben muss. Ich habe keinen Wunsch danach, einen Mann fest an meiner Seite zu haben. Wenn ich eine Beziehung habe hält es nie lange, weil mir das ganz schnell lästig wird. Ich hasse Kinder, möchte nie eigene haben. Und wenn ich Kinder sehe gönne ich ihnen nichts, nicht einmal das das es sie gibt. Mir geht es am besten wenn ich alleine bin, mir niemand irgendwo rein redet und schon gar nicht behauptet zu wissen, was ich brauche.
Hallo, ich bin nun 19, ich wurde auch öfters geschlagen.Für mich war es immer sehr sehr schlimm. Als ich 12 Jahre alt war, bin ich einmal von meinem Rad gefallen ( Unfall) , daraufhin hat mein Vater mich vor meinen Freunden geschlagen (Ohrfeige). Diese haben sich dann immer mehr von mir distanziert. Auch wenn mein Vater einfach sauer war, ging er auf mich los, schlug mich und riss mir immer so viele Haare aus. Meine Mutter hat ihn oft zurückgehalten, weil er sich nie in Griff hatte. Aber mein Bruder erging es weit schlimmer… Man kann hierbei nicht mehr von ,,Ohrfeigen“ reden, sondern von richtigen Schlägereien.
Meine Persönlichkeit wurde dadurch schon sehr intensiv gestört, ich bin sehr empfindlich, weine sehr schnell und kann absolut kein Vertrauen zu Menschen aufbauen.
Aus diesem Grund habe ich einfach kein Verständnis, für Menschen die ihre Kinder schlagen, egal ob es nur eine Ohrfeige oder sonst was ist.
Hallo,
ich bin etwas skeptisch, ob die Ohrfeigen von damals für die Kinder, die jetzt Anfang 20 sind, noch eine Rolle spielen. Offensichtlich aber in den Schuldgefühlen Ihres Freundes.
Was kann man tun? Ihr Freund kann mal beiläufig bei einem Gespräch die Kinder fragen, ob Sie sich an die Ohrfeigen noch erinnern und wie sie das im Nachhinein sehen. Dann wird er am ehesten erfahren, wie gravierend das noch ist. Dann kann er einfach erklären, dass es auch Hilflosigkeit und Überforderung passiert ist und nicht weil die Kinder böse waren und dass es ihm leid tut.
Aber bitte auch nicht zu viel Scham und Demut. Das schiene mir übertrieben. Ein Vater muss nicht perfekt sein, darf auch mal Fehler machen.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ein guter Freund hat mir erzählt, wie sehr es ihn quält, dass er seine beiden Stiefkinder, als sie klein waren, mehrfach mit der Hand geschlagen hat (Ohrfeigen). Die Kinder leiden noch darunter (Gespräche mit der Mutter bestätigen dies), auch wenn sie heute ein sehr gutes Verhältnis zum Stiefvater haben und eine liebevolle Beziehung miteinander leben, ihn als Vater sehen, der sein Bestes gegeben hat. Das Thema ist nicht tabu. Der Mann war sehr jung und überfordert, was auch aus meiner Sich keine Rechtfertigung für Schläge sind. Niemals. Dennoch möchte er mit sich dafür aus tiefstem Herzen entschuldigen und fragt sich seit Monaten wie? Im Interesse der Kinder, denn nur darum geht es und die beiden sind heute Anfang 20. Haben Sie einen guten Tipp, wie? Meine Hypothese ist, sich ganz authentisch in seiner Scham, Demut, Sensibilität zu zeigen, sich eben nicht versuchen zu rechtfertigen, sondern wirklich ausdrücken wie leid es ihm heute tut, dass er sich damals nicht regulieren konnte. Über Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.
Hallo,
manchmal ist es möglich, schlimme Kindheitserfahrungen zu verdrängen ohne sie aufzuarbeiten. Sie schreiben ja, wie Sie das versucht haben. Vor allem darüber, dass Sie nie wieder von jemand abhängig sein möchten und Sie versuchen „mir einzureden, dass ich stark bin“. Das hat schon einmal für Sie funktioniert und es kann gut sein, dass es wieder klappt.
Ihr Partner hat nun versucht, diese Fassade einzureissen, was ihm nach einer Weile auch geglückt ist, aber das hat er gegen Ihren Willen getan und man kann niemandem helfen, ohne einen Auftrag dafür bekommen zu haben. Ich verstehe, dass das zwischen Ihnen steht und Sie sich deshalb trennen möchten.
Sie haben eine sehr große seelische Widerstandsfähigkeit, die Sie so weit im Leben gebracht hat. Vertrauen Sie darauf.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.
Hallo,
ich wurde ebenso von meinen geschiedenen Eltern geschlagen (Gürtel, Hände, Stöcke, Kabel, Bücher, Lineal, Staubsauger… alles was grade in der Nähe war). Am schlimmsten fand ich, wenn ich mein Bestrafungsmittel selber holen musste, um bestraft zu werden. Auf dem Weg zum Gürtel hatte ich Gedanken, mich „mal schnell selber umzubringen und schmerzlos“ oder abzuhauen.
Ich habe immer viel geweint und gefleht aufzuhören. Es verschlimmerte alles. Ich wuchs in Russland auf. Meine Mutter war selbständig und erfolgreich, beliebt und wunderschön, streng und anspruchsvoll. Ich musste 1,0 Durchschnitt schaffen, um später dort überleben zu können. Jedoch war/bin ich kein Genie und schaffte es nicht. Ich weiß, dass meine Mutter große Probleme mit der Mafia hatte und ihr oft gedroht wurde, wenn sie gewisse Geldsummen nicht „abdrückt“, werde ihr Kind zufällig Unfall haben und dann sie. (Im Bekanntenkreis ist es tatsächlich passiert, ganze Familie wurde ausgelöscht durch rein zufällige Unfälle). Deshalb durfte ich mir als Kind keine Fehler leisten, da es um Überleben ging.
Mein Vater hat uns mehrmals verlassen (was in Russland sehr üblich ist). Mit 12 Jahren sind wir nach Deutschland gekommen und das Schlagen hat aufgehört (fast). War so harmlos, das ich es nicht für erwähnenswert halte. Meine Mutter schwärmt heute von mir und ich liebe Sie über alles, denn sie hat mir das hier alles geschenkt und wenn ich mich in Sie versetze, weiß ich nicht wie ich reagieren würde!
Ich habe keine therapeutische Hilfe dazu gezogen, da ich selber von meiner Mutter eingeprägt bekommen habe, das ich stark bin und jetzt für sie stark sein muss wie sie es damals für mich gemacht hat und den Weg alleine mit mir nach Deutschland geschafft hat. Ich werde sie nie auf das Thema ansprechen, da ich merke wie sehr ihr vieles Leid tut. Und sie versucht es mir zu zeigen indem sie anders zu mir ist! Liebevoll!
Nun kommt mein Problem:
Ich bin seit 2 1/2 Jahren mit einem 43 Jahre jungen Mann zusammen (ich bin 23), der für mich alles macht und mich vor allem schützen will. Ihm habe ich alles aus meiner Kindheit erzählt… es wurde danach zum Alptraum… er wiederholte mir jeden Tag (ohne das ich das Thema aufgreifen wollte, sondern glücklich war) wie schlimm es doch alles gewesen sein muss, wie scheiße meine Kindheit war und das er es nieeeeee gemacht hätte und ich soll dringend mit ihr darüber reden und ich muss ja so darunter leiden und bei jeglichem Streit schiebt er alles auf meine Kindheit… ich habe ihn gebeten, aufzuhören mit diesem „alles scheiße eingerede“, aber er behauptete, dass ich mehr darüber reden muss.
Nun hat er mir meine Kindheit nochmals so intensiv und bilderreich geschildert, dass wieder mein Selbstwertgefühl, welches ich über Jahre aufgebaut habe, völlig zerstört ist! Ich stehe nun vor einer Trennung, da ich mit ihm und seinem Unverständnis für meine Art von Verarbeitung, Schlechtes verbinde und das Gefühl habe, dass es mich sehr runter zieht! Jeden Abend nach der Arbeit, wo ich mich ausruhe wollte, Zweisamkeit genießen wollte und von schönen Zukunftspläne träumen wollte, hat er immer das Thema von alleine angefangen.
Therapie möchte ich nicht machen, da ich der Meinung bin, dass ich es selber schaffen kann, weil ich es schon mal geschafft habe! Indem ich mir was Gutes tue, mir eine Beschäftigung suche (Pferde), Freundeskreis dadurch habe, anderen Menschen helfe, ihre Probleme zu bewältigen und versuche, mir das Gefühl zu verschaffen, das ICH auf dieser Welt gebraucht werde!
Ich hoffe, dass keiner von den Menschen, die selbe Kindheitserfahrung gemacht habe, sich einem anvertrauen, der all die Gefühle hochpusht und dann einen damit alleine stehen lässt! Diese Probleme müssen nicht NUR angesprochen werden, sondern verarbeitet werden. Nicht NUR schlecht gemacht werden und dann keinen Wort mehr darüber verlieren.
Ich arbeite gerade wieder an mir seit einigen Tagen und versuche mir einzureden, dass ich stark bin und von niemanden abhängig sein möchte!
Hallo,
auch ich wurde von meinen Eltern geschlagen, z.T. in den Keller eingesperrt, gedemütigt (ich sei nichts wert) und (eigentlich das schlimmste) von ihnen ignoriert.
Meinen Geschwistern ging es da anders und auch das Verhältnis unter ihnen ist anders – einfach liebevoller. Ich stand und stehe immer noch am Rande der Familie. Ich wünschte, ich könnte mit den schlechten Erfahrungen umgehen, aber ich weiß nicht wie. Eine Therapie habe ich bereits hinter mir aber es hat mir nichts gebracht. Heute bin ich Ende 20 und kann mit meinem Leben nichts so richtig anfangen. Ich würde gerne meinen eigenen Weg gehen, aber die Erinnerungen halten mich irgendwie davon ab. Sie kommen immer wider. Was kann ich tun?
Hallo
Danke für den wichtigen beitrag. gehöre leider auch zum „Club“.
http://wirwurdengeschlagen.forumieren.com/
http://de-de.facebook.com/groups/152673874836100/
http://gepruegelte-generation.de/
Ich wurde ebenfalls mehrmals von meinem Vater geschlagen, bedroht und erpresst. Meine anderen Verwandten sind anders, aber helfen können sie mir auch nicht großartig, weil sie alle im Ausland leben. Als ich klein war, war ich sehr optimistisch, ich hab immer etwas gutes im Anderen gesehen. In der Grundschule wurde ich von einem kurden einmal verprügelt, wegen meiner Herkunft, aus der Türkei 🙁 Zuhause sagte ich das meinem Vater, aber das einzige was er sagte war : „Hau ihn selber, sonst hol ich ihn und er haut dich !“ Jetzt bin ich 18 und bin leider noch etwas agressiv wegen einigen Ereignissen, ich kann kaum anderen Menschen vertrauen und bin teils pesimistisch. Ich wurde immer gezwungen ihn zu dienen und war seinerseits unter sienem Niveau ! Einmal hatte er die Adresse von einem Verwandten vergessen und wollte mich deswegen draußen angreifen, aber ich konnte noch ausweichen und wegrennen. Ein anderesmal ist der Bereich meiner Kniescheibe leicht aufgeplatzt,weil ich getreten wurde, nur weil ich zulange gebraucht hätte, ihm das richtige Werkzeug ins Keller zu bringen 🙁 Neben Bekannten macht er sich immer über mich lustig, immer heißt es ich wär unanpassungsfähig und irrelevant. Er kauft immer Tickets auf meinem Namen. Er bezahlt die zwar, aber bei seinen Verwandten kommen die gleichen Aussagen, wie von ihn gegen mich… Ich hoffe hab mich beim Jugendamt gemeldet, ich hoffe die können mir weiterhelfen.
Hallo Ihr Lieben
Ich bin mal zufällig auf diesen Bericht gestossen und bin froh das Ich nich alleine bin mit diesem Problemen
Ich bin jetzt auch selber 30 Jahre alt ein gestandener Mann halt mit eigener Familie eine Scheidung hinter mir
und wurde selber in der Kindheit immer geschlagen gedemütigt und auch seelisch Misshandelt.
Meine Mutter war so krass drauf das egal wer dabei war sie hat mich bei der kleinsten Kleinigkeit geschlagen ( unter anderem mit Gürtel Schuhen Händen und auch einmal eine Glasflasche über den Kopf gezogen)
Die Gründe dafür kann Ich bis heute nicht verstehen denn sie waren lapidar.
Mein Vater hat sich schon sehr früh aus dem Staub gemacht und so war Ich halt mit Ihr immer alleine.
Ich sehe Diese Frau auch heute nicht mehr als meine Mutter an sondern nur noch eine Person.
Ich habe jetzt seit 4 Jahren absolut keinen Kontakt mehr zu dieser Person aber trotzdem klaffen die alten Wunden immer wieder auf.
Sie hat mich auch immer Fett gefüttert (sie hat alles auf den Tisch gestellt Nutella Marmelade usw musste alles Mit nem Löffel essen und Sie stand hinter mir mit Kochlöffel und drohte mir mich wieder zu schlagen)
Durch diese Pein hatte Ich das Spitzengewicht von 220 Kilo auf die Waage gebracht.
Jetzt ist es mit den Erinnerungen in den letzten 2 Jahren so krass geworden das Ich nicht mehr normal essen kann sondern eher gesagt alles wieder ausbreche so das Ich mittlerweile auf einem Gewicht von 92 Kilo bin Tendenz weiter abnehmend.
Nicht das es mir jetzt Körperlich schlechter geht nur meine Familie leidet auch unter den seelichen Schmerzen von mir und das Kann ich meiner Frau auch nicht weiter antun.
War auch selber schon beim Psychologen wurde da aber auch nicht ernst genommen da Ich von aussen her nicht das Bild eines schwachen Mannes aussehe.
Nun bin ich mit den Nerven auch runter wache mittlerweile jede Nacht auf und habe Alpträume von dieser Frau.
Ich bin froh das diese Person im moment soweit weg wohnt von Mir und Ich zur zeit kein Auto habe denn wenn Sie mir über den Weg laufen würde dann würde Ich Ihr was antun.
Wenn Ich sie damals darauf angesprochen habe hat Sie immer gesagt das Sie sich nichts vorwerfen braucgh das sehe Ich allerdings anders.
Ich möchte aus diesem Teufelskreis raus und endlich wieder normal Leben ohne diese ständigen Gedanken und Wut.
Wäre schön wenn jemand eine Rat für mich hat ausser Psychologen denn die nehmen mich wohl nicht ernst.
schon mal Vielen Dank im Vorraus
Hi Bibi,
es ist genau richtig, eine Therapie zu machen; denn jahrzehnte lang mit einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung zu leben, ist nicht einfach. Allerdings zu Deinen laufenden Auseinandersetzungen mit den Eltern kann ich nur sagen:
Bei Sucht verlieren die Worte ihre Bedeutung, weil alle Begriffe und das Begreifen selbst dem Diktat der Sucht unterworfen sind.
{Alk, Gewaltsucht, Sexsucht, Drogen, am schlimmsten aber ist die Dummsucht – und wie dumm auch immer, sie werden ewig ihr Handeln rechtfertigen, – mein Töchterchen sagte mal: „Papa, der Vater von der Anika hat sich auf den Schwanz geschlagen, feste.“ Der Versprecher trifft; denn das ist es, was sie tatsächlich tun. Sie wollten den Spass, aber die Kinder nicht.}
Also verschwende nicht Deine Energie und wende Dich dorthin, wo Du gewollt bist, angenommen wirst, wie Du bist. [es klingt vielleicht zynisch, aber mir war es oft letztmöglicher Trost: Diese Leute machen das mit sich selbst auch. Man wird sehen, wie´s weitergeht: Selbstzerschlagen am Boden allein. Also
Pass gut auf Dich auf und sei gut zu Dir. Verwende Deine Aufmerksamkeit für Dich.
mfG. Karl
hallo
da ich mich gerade in einem emotionalen disaster befinde, habe ich im internet nach erfahrungsberichten von kindern gesucht, die von ihren eltern geschlagen wurden, und bin hierauf gestossen. ich bin mittlerweile 31 und wurde von meiner mutter geschlagen, bis ich mit 19 auszog. jahrelang hatte ich ein „gutes verhältnis“ zu ihnen. doch mittlerweile fällt mir immer wieder auf, wie unehrlich das doch war. ich leide sehr unter diesen missbräuchen und trage dieses leid nun auch in meine gegenwart, möchte es aber nicht noch in meine zukunft tragen und habe deshalb eine psychotherapie begonnen. zu den schlägen kam halt sehr oft auch emotionale gewalt, wie zum beispiel die oft ausgesprochen drohung meiner mutter, mich ins heim zu stecken. oft beschimpfte sie mich, wie dumm ich wäre: „dir haben sie doch ins gehirn geschissen“. meine mutter wie auch mein vater hatten während ihrer ehe eine affäre, in die ich immer mit einbezogen wurde…leider. ich musste mit dem typen meiner mutter und ihr essen gehen, wenn sie sich küssten und ich daraufhin weinend in die gästetoilette verschwand, hab ich eine geschwalbt bekommen und auch bei der tussi meines vaters musste ich mit, nämlich zum geburtstag ihres kindes, sie hatte nämlich ebenfalls einen partner und ein kind.
wenn ich vom geschlagen werden schreibe, schreibe ich auch vom würgen, treten, zusammenschlagen (wobei letzteres nur ein einziges mal in diesem krassen ausmaß geschah) das alles hat mir meine mutter angetan…und mein vater hat größtenteils weggeschaut.
wenn ich nun seit ca. einem jahr ab und zu ein klärendes gespräch mit meiner mutter suche (bisher dreimal vorgekommen) dann stelle ich immer wieder fest, dass sie mich nicht versteht, sie wirft mir die distanz vor, die ich zur zeit zu meinen eltern halte, sagt sachen wie „so schlimm war es doch gar nicht“, „du warst ja auch schwierig“ (ich war ein nicht mehr oder minder normals mädchen, in ihrer pupertät sicherlich ab und zu recht anstrengend aber sicherlich ertragbar), sagt mir, die affären gingen mich nichts an oder wird einfach unfair. sie versucht sicherlich, mich zu verstehen oder sich mit der gesamten probematik zu beschäftigen (sie wurde selbst von ihrer mutter geschlagen) aber wird dafür noch sehr lange brauchen. ich weiss zur zeit wirklich nicht, wie ich mich ihr und meinem vater gegenüber am besten verhalten soll…ich wollte nur aus diesem bis dahin unehrlichen verhältnis heraus und nun meint meine mutter, sie habe angst, dass ich mir nicht alles kaputt mache und alles zerstöre, was mich bis dato umgab…ich weiss nicht, was richtig und falsch ist…
Hallo Cas,
du schaffst es aus deinem Teufelskreis auszusteigen, da bin ich mir sicher, auch wenn ich dich nicht kenne. Ich merke das an deinem Text. Du hast immer wieder versucht, etwas aus dir zu machen, dich selber lieben zu lernen und das war / ist ein sehr guter Weg. Du hast nur noch dich selber, aber du bist großartig und sehr stark. Wenn alle Menschen dich enttäuscht haben – dann enttäusch dich nicht auch noch selber, sondern lern dich anzunehmen wie du bist, mit allen guten Seiten, aber auch der schrecklichen Vergangenheit. Kämpf dich da raus, und zieh in Gottes Namen von deiner Mutter weg. Erstmal raus da und dich selber kennenlernen. Was mal war, ist jetzt vorbei, du bist erwachsen, dir steht die Welt offen. Alles Gute für dich!!!!
Hallo Cas,
Sie brauchen dringend Hilfe und Unterstützung- und zwar außerhalb Ihrer Familie. Gehen Sie zu einer Beratungsstelle in Ihrer Stadt (Caritas z.B.). Dort sind psychologisch geschulte Menschen, die Ihnen zuhören, Sie ernst nehmen und auch Hilfsangebote kennen.
Ihre Suizidideen sind auch ernstzunehmen und vermutlich ein Zeichen dafür, dass Sie depressiv sind, was kein Wunder wäre bei dem Leben, das Sie bisher führten. Auch das müssen Sie nicht einfach aushalten, sondern das können Sie behandeln lassen. Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt oder einem anderen Arzt, der wird Ihnen sicher weiterhelfen.
Eine Möglichkeit wäre auch eine Selbsthilfegruppe in der Nähe, zum Beispiel hier …
Sie können auch direkt zu einer Psychotherapeutin gehen und dort Hilfe suchen, z.B. über http://www.psychotherapiesuche.de
Aber Sie brauchen Hilfe.
hallo!
meine mutter hat mich geschlagen, angefangen hat es mit 2 jahren und aufgehört hat es mit 15 jahren. ich hatte schon immer probleme mit mir selber/noten/suizid versuche usw usw usw. in meinem ganzen leben (bin bald 24) habe ichs zu nichts gebracht. ich wohne schon immer mit meiner mutter zusammen, mein vater hat uns verlassen als ich sehr klein war. er hat nie angerufen und sowieso hatte ich nie eine richtige familie. (wir wohnten in amerika) ich fühle mich immer sehr alleine, finde nur schwer freunde, hab eigentlich kaum freunde. kann mich kaum auf sie verlassen.
als ich 10 jahre alt war, habe ich versucht mich umzubringen weil mein leben scheiße war/ist. ich hasse alles daran, aber je älter ich werde je schlimmer wird es. ich habe keine kraft mehr.
meine mutter versuchte mich in ein heim für schwer erziehbare zu stecken bzw. drohte mir damit weil ich mich ja versucht habe umzubringen. ich sah das erstmal als ausweg aus meinem schlimmen leben, aber dort waren nur gewaltätige junge frauen, das gegenteil von mir. keine ahnung was aus mir geworden wäre wenn ich ins heim gegangen wäre!
ich habe mit 12 jahren meinen vater gebeichtet das meine mutter mich schlägt, vorher war es mir zu peinlich bzw. ich dachte es wäre „richtig“ das sie es mir antut. mein vater sagte :“ich glaube dir kein wort.“
nunja ich wohne immer noch mit meiner mutter zusammen, nun seit ca 9 jahren in deutschland habe die hauptschule 2 mal wiederholt, die realschule auch 2 mal und das fachbabitur auch 2 mal> fachabi habe ich nicht geschafft weil ich sowieso dumm wie brot bin. ich versuchte seitdem mich für eine ausbildung zu bewerben oder ein fsj, hat auch nicht geklappt.
dieser ganze leistungsdruck treibt mich in den wahnsinn. jeden tag kommt der soruch von meiner mutter : „jetzt tu doch mal was, und hör auf so faul zu sein- sonst fliegst du raus.“ dabei kommt dieser spruch : „sonst fliegst du raus.“ schon aus ihrem mund seitdem 10 jahre alt bin.
es wird alles schlimmer und schlimmer. ich weiß keinen ausweg. ich habe keine familie, keinen vertrauen zu meinem vater und sowieso nicht zu meiner mutter. ich habe keine freunde mit dennen ich reden kann- die rufen nicht mal an meinem geburtstag an. ich hasse mein leben voll und ganz und weiß nicht wie ich aus der situation rauskomme. ich habe in den letzten 3 monaten schon mehrmal überlegt mich umzubringen. hilfe 🙁
Hallo,
es ist schlimm, was manche Eltern ihren Kindern antun. Oft geben Sie das weiter, was sie selbst erlebt haben. Das ist keine Entschuldigung nur der Versuch einer Erklärung.
Haben Sie schon mal über eine Psychotherapie nachgedacht?
Danke für Ihren Kommentar.
Ich bin nun 40 Jahre alt und frage mich immernoch heulend wieso? Ich brauchte als Kind nur falsch atmen, dann ging es schon los.
Habe später meine Mutter mal gefragt, „wieso das alles?“ Sie sagte nur: „Du warst aber auch ein Miststück“ Ich kann mich nicht erinnern jemals frech oder unartig gewesen zu sein. Ich wollte als Kind immer ins Heim, durfte diesen Wunsch aber nicht laut äußern, sonst…
Habe heute keinen Kontakt mehr zu ihr…
Meine 2 Kinder bekommen keine Prügel, meine Meinung ist – WAS MAN LIEBT – SCHLÄGT MAN NICHT!!!
Aber das alles sitzt so tief, dass es mir manchmal leid tut, überhaupt auf der Welt zu sein.
Habe deshalb Schwierigkeiten, Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen und bin extrem schüchtern.
Nachtrag:
Ich habe einmal gelesen, und fand es sehr treffend, das Schläge das Band zwischen Eltern und Kindern zerreißen … dem ist definitiv so!
Hallo, ein sehr interessamter Artikel!
Ich habe als Kind erlebt, wie mein größerer Bruder, der ein wirkliches „Lamm“ war, von meinem Vater regelmäßig meist aus dem Nichts gedemütigt und verprügelt wurde. Ich selbst war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, davon verschont, jedoch verbal seinen erniedrigenden und verletzenden Attacken ausgesetzt. Viele Jahre später gaben mir meine Eltern die Schuld an den Attacken gegen meinem Bruder, welche traurige Ironie. Es fällt mir noch heute schwer „nach Hause“ zu fahren, regelmäßig vom einem derartig großen Unwohlsein begleitet …
Ich zucke zusammen und empfinde regelrecht Schmerzen, wenn Kinder im der Öffentlichkeit angeschriehen, gedemütigt oder gar nicht beachtet werden oder schreien, ich muss den Ort sofort verlassen, was schon mal bedeutet, dass ich im Ladem alles stehen und liegenlasse! In mir sitzt diese Vergangenheit so fest und es macht mich noch heute traurig, dass viele Menschen in der sogenannten „kleinsten Zelle der Gesellschaft“ soviel Leid erfahren haben! Ich würde diese Erinnerung so gerne vergraben … es gelingt mir nicht! Ich bin trotzdem froh, dass ich meine Tochter anders „erzogen“ habe, ich habe nie die Hand ihr gegenüber erhoben und es nie zugelassen, dass es ein anderer tut …
Du bist sicher keine Lügnerin und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Du jetzt mit Agression Deiner Mutter gegenüber reagierst. Ist natürlich eine blöde Situation, dass Deine Tochter das mitbekommt und nachahmt aber vermutlich nicht so leicht zu ändern. Entschuldigen und Einsicht helfen leider nicht die Wunden der Kindheit zu heilen. Die Persönlichkeit wurde schon zerstört und das läßt sich im Erwachsenenleben nur schwer beheben. Obwohl meine Eltern meine Tochter über alles lieben, besuche ich sie höchstens 1 x pro Monat, da ich das was sie mir angetan haben auch nicht vergessen kann. Auch mein Ton ist manchmal unterschwellig aggressiv und vorwurfsvoll. Ich glaube hier im Blog habe ich mal den sehr schönen zutreffenden Satz gelesen: Es gibt keine zweite Zeit im Leben, so wie es keine zweite Kindheit gibt. Schau dass Du es bei Deiner Tochter besser machst und ihr ein intaktes Elternhaus bietest. Alles Gute wünsche ich Dir!
Hallo,
ich wurde als Kind auch geschlagen, mit der Hand auf den nackten Hintern, ansonsten Schläge ins Gesicht, aber auch andere Sachen, wie „Krautblätter rumdrehen“ (Ohren), Kopf unters kalte Wasser halten, Kopf insdreckige Abwaschwasser tauchen, und viele verbale „Schläge“ wie „Rotzgöre“,“Rotzgake“ usw. – vornehmlich von meinem Stiefvater, aber auch von meiner Mutter, die sich von ihm hat schlagen lassen und erniedrigen lassen. Das Problem ist nur bei mir, dass ich die ersten fünf Jahre von ihr allein erzogen wurde- gewaltfrei, liebevoll, alle Talente gefördert – und dann nach Umzug zum Stiefvater fingen die Demütigungen an, und hörten bis in mittlere Erwachsenenalter nicht wieder auf. (zumindest verbal) Ich hatte plötzlich mit 30 einen seelischen und körperlichen Kollaps, habe eine chronische körperliche Erkrankung- musste vorübergehend wieder zu meinen Eltern ziehen und seitdem komme ich nicht mehr klar. Ich bin meiner Mutter gegenüber aggressiv, auch jetzt wo ich wieder weit weg von ihr wohne und auch egal, was sie sagt, ich gehe an die Decke. Ich kann das nicht steuern. Bevor ich hinfahren will, fange ich an zu brechen oder werde meinem Freund gegenüber unfair. Meine kleine Tochter macht es mir quasi schon nach ( 1 1/2). Finden Sie das normal? Ich weiss nicht mehr, was ichn och machen soll, meine Mutter fängt immer an zu heulen, wenn ich von den Dingen erzähle, sie wolle ihre Ruhe und es wäre doch nun mal passiert und mehr als entschuödigen ginge nicht. Ich weiss keinen Ausweg mehr. Meinen leiblichen Vater kenne ich nicht, mein gr. „richtiger“ Bruder ist schon lange tot und der kleine wurde von meinem Stiefvater nie geschlagen, da es sein Sohn ist. Ich habe keine Zeugen und üfühle mich wie eine Lügnerin. Es tut bis heute immens weh, ich wünsche allen „anderen“ verletzten Seelen viel Kraft.
Von einem Herrn Furedi hatte ich bisher nichts gehört, was sicher gut war. Hier sind zu diesem Artikel alleine rund 500 Kommentare, die genau das Gegenteil bezeugen.
Die Auswirkungen davon, während der prägenden Kleinkindheit und in der Abhängigkeit von Kindheit und Jugend den Erniedrigungen von Eltern und Familienangehörigen ausgesetzt zu sein, ihren Demütigungen und Verletzungen, der dauernden Einschüchterung und der Angst davor in den Zeiten dazwischen – das alles wirkt sich irrsinnig negativ auf das ganze Leben aus. Der allergrößte Irrsinn aber kann darin bestehen, dass sich die Betroffenen ständig Situationen und Lebensumstände, Lebensabschnitte und berufliche Gegebenheiten schaffen oder aussuchen, wo sie genau diese Umstände wieder vorfinden, die ablehnend und verletzend sind – weil man ja nichts anderes kennengelernt hat.
Als hätte der Horror in der Kindheit ein Resonanzsystem geschaffen, das sich verselbständigt und immer weiter neuen Horror anzieht. Nichtbetroffene und Verdrängende reagieren oft so: „Du bildest Dir da was ein“, „steigere dich nicht so da rein“, „ich hab auch mal eine gescheuert bekommen, na und“ usw. Aber es ist auch nicht der Schlag, die Ohrfeige, dass einem Erwachsenen die Nerven durchgegangen sind, dass mal die Hand ausgerutscht ist – nein, es ist etwas anderes, was so sehr schmerzt: Die eigentliche Ungewolltheit, die grundsätzliche Ablehnung, die sich in konkretem Hass dem Kind gegenüber äußert, oft ist es ein Familiengeheimnis, ungeklärte Vaterschaft, usw. – es ist das fehlende Mindestmaß an echter Annahme, es ist die fehlende Seelennähe zwischen Mutter und Kind, – dass die Mutter in ihrem Bewusstsein das Kind nicht integriert, vielleicht aus irgendwelchen Gründen meint, nicht integrieren zu können, das ist die Hölle, in der die Kinderseele schmort.
Oft kommen ganz vertrackte Familiengeheimnisse hinzu, so wie ich das erlebt habe. Und ich habe solch eine Hölle selbst erlebt. Und es ist dann nicht mal die Ohrfeige. Es ist ein ständiges Inferno, 24 Stunden am Tage, 365 Tage im Jahr und so viele Jahre. Zu viele. (Vor zwei Jahren bekam ich mit, wie ein begabter junger Mann mit 30 von der Mutter erzählt bekam, dass jener Mann am Küchentisch nicht der Vater sei. Zwar von allen anderen sechs Kindern, aber nicht seiner. Die Folge war ein Zusammenbruch, große Probleme in der Lebensführung… Dieser Mann hatte auch mal gehauen. Das war vergessen und sogar vergeben. Aber diese tiefe durchgängige Angst vor dem Stiefvater, der so fremd wirkte, diese Angst auch vor allen anderen, selbst vor der Mutter und die Sehnsucht nach ihr, die nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Das ist alles nicht „eben mal ein Vorwand“ (ich schau noch mal, wie der heißt), Herr Furedi.
Also tun wir alle was wir können, uns zu befreien. Auch natürlich von solch ignoranten Quatschköpfen, von den Beschwichtigungen, den Rechtfertigungen, Verharmlosungen, Verirrungen und Verwirrungen. Immer daran denken: vielleicht sucht man sich oft die Einschüchterung, die Verwirrung, weil man ja nichts anderes kennt.
So, und dazu gibt es gute Therapeuten. Natürlich nicht wie Sand am Meer. Oft braucht es mehrere Anläufe.
Viel Erfolg. K.
Hallo,
da haben Sie leider Pech gehabt mit der Therapeutin. Am besten per Mail vorher oder am Telefon bei der Terminanfrage nachfragen, wie lange Sie auf einen Therapieplatz warten müssten.
Einen guten Therapeuten erkennen Sie daran, dass Sie sich angenommen und verstanden fühlen und einen kompetenten Eindruck von demjenigen haben.
Die Aussage von Herrn Furedi sind Quatsch.
Vielen Dank für Ihre Antwort, die Frage, die ich mir stelle ist, wie erkenne ich einen guten Therapeuten?
Vor ein paar Jahren nach meiner Trennung habe ich körperlich sehr abgebaut und mein Hausarzt hat mich mit dem Wisch „Anpassungsstörung“ zum Therapeuten geschickt…ich bin auch hingegangen mit meinem damals 4 jährigem Kind, das im Wartezimmer wartete bis Mama fertig ist, weil ich niemanden habe, der die Betreuung übernehmen würde und ich arbeite ganztags bis ca 18-19 Uhr, (nachmittags nahm ich mein Kind mit zur Arbeit weil es möglich ist).
Es kostete Überwindung, mit der Therapeutin über meine Probleme zu reden und nachdem ich ihr viel erzählt habe und mein Kind eine Stunde auf mich warten musste, hat sie gesagt, dass sie mich nicht aufnehmen kann weil sie „voll“ ist, drückte mir 5 Tel. Nummern in die Hand, ich soll bei ihren Kollegen versuchen. Ich hab nirgendwo angerufen..das hätte sie mir gleich sagen können, dann müsste ich nicht reden..
Dann hab ich irgendwo gelesen, dass ein Professor für Soziologie Frank Furedi der Meinung ist, dass diese Traumata von Erwachsenen erfunden sind, um eigene Misserfolge im Leben zu entschuldigen weil ein Kind angeblich psychisch stark ist und es nicht viel zerbrechen kann. Das Gefühl des Unrechts und Leid mit den Schlägen verbunden erscheint sekundär unter Einfluss der übermässigen Autoanalyse. Ich halte es für Blödsinn, ich fühle und fühlte auch damals, aber trotzdem gibt’s genug Menschen, die gleicher Meinung sind und die das bis heute vertreten…
Ich kann mir nicht vorstellen mein Kind zu schlagen, die geschenkte Liebe zertritt man nicht mit Füßen, Kinder haben die Gabe zu verzeihen, weil sie das Bild von liebenden Eltern nicht verlieren wollen…aber das darf man nicht ausnutzen!
Hallo,
ein guter Therapeut wird nicht versuchen, aus Ihnen einen Egoisten zu machen. Aber vermutlich würde er oder sie versuchen, es Ihnen zu ermöglichen, dass Sie mehr an sich denken und besser für sich sorgen dürfen. Denn da stehen Sie innerlich ja noch sehr unter dem Einfluss Ihrer Mutter, wie Ihr letzter Satz beweist.
„Gehe Konflikten aus dem Weg, habe Minderwertigkeitskomplexe, kann mich schlecht durchsetzen, versuche immer trotzdem Stärke zu beweisen, allen recht zu machen.“ Das sind alles Versuche, mit dem erlittenen Leid irgendwie zurechtzukommen, doch führen Sie damit unbewusst Ihr Überlebensverhalten als Kind weiter.
Um damit aufhören zu können, und das wünsche ich Ihnen, brauchen Sie eine Therapie. Von allein schafft das kaum jemand. Die Zeit dafür finden Sie schon, wenn Sie das wollen.
Danke für Ihren Kommentar.
Wie bekannt mir das alles ist, was ich von Euch lese und gleichzeitig fühle ich mich schuldig, dass ich Freude empfinde, dass ich Erfahrungen von Menschen lese, die ähnliches wie ich erlebt haben, was ich niemandem wünschen würde…
Schuld für alles plagt mich schon seit ich klein bin… mittlerweile bin ich 36, hab eine Tochter, die ich über alles liebe und bei der ich versuche alles anders zu machen als ich das mit meiner Mutter erfahren durfte, kaputte Ehe hinter mir…
Meine Mutter war überfordert, jetzt weiss ich das, hat mich und meine Schwester als Last empfunden, Last, die ihr das Leben schwer machte, Last um die sich sorgen musste und alles alleine bewältigen musste, weil mein Papa mit seinem Leben nicht klar kam und seine Sorgen im Alkohol ertrunken hat. Meine Mama hat uns verbal wie auch durch Schläge gedemütigt, nicht beachtet, erniedrigt und schuldig gemacht dafür, dass sie es so schwer hat. Unsere Erfolge, Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit wurden nie wahrgenommen, wenn man weinte, weil sie schrie und schlug wurde man noch mehr bestraft dafür, dass man das nicht schätzt, was man hat, was sie für uns alles macht und worauf sie für uns verzichten muss.
Ich kann mich besonders an eine Situation erinnern, wo sie mir mit einem Küchenmesser gedroht hat, ich war ca 14, worum es ging weiss ich nicht mehr, wahrscheinlich hab ich versucht ihr zu widersprechen, sie stand neben mir, in ihrer Hand ein grosses Messer und die Worte, dass sie mich umbringt, den wahnsinnigen Blick hab ich bis heute vor den Augen…ich habe sie mit ganz lieben Worten gebeten das Messer abzulegen und habe ihren Arm gehalten…sie hats abgelegt…hat sich nie entschuldigt, ich durfte rausgehen…
Ich habe heute nicht Mut genug, sie an diese Situation zu erinnern, vermutlich käme von ihr, dass sie sich nicht erinnern kann…ich liebe meine Mutter, habe aber grossen Respekt vor ihr und fühle mich verpflichtet ihr gegenüber. Meine Schwester ist Benzo-abhängig, leidet seit Jahren unter Schlaflosigkeit, meine Mutter denkt heute nach und fühlt sich schuldig für ihren Zustand, ich beschwere mich nicht um ihre Schuld nicht noch mehr zu verstärken, aber richtig klar im Leben komm ich auch nicht. Gehe Konflikten aus dem Weg, habe Minderwertigkeitskomplexe, kann mich schlecht durchsetzen, versuche immer trotzdem Stärke zu beweisen, allen recht zu machen bringt mich oft in eine Sackgasse, wo ich stagniere und weiss nicht wirklich, was ich bin, was ich will, was mir gut tut und wie ich sein will.
Habe bis jetzt mit 2 Menschen darüber gesprochen, es wurde bagatellisiert und nicht verstanden..habe oft an eine Therapie gedacht, doch durch Beruf und mein Töchterchen fehlt dazu die Zeit und die Motivation. Habe auch Angst, dass Therapeuten versuchen werden, aus mir einen Egoisten zu machen, der an sich denken muss…das hat mir meine Mutter immer verboten…
Hallo Ela,
wenn Sie die die Kommentare hier lesen, sehen Sie erstens, dass Sie nicht alleine sind. Und zweitens, ja, Sie sollten das bearbeiten, am besten mit professioneller Hilfe.
Dass sich Traumatisierungen wie Schläge in der Kindheit nicht von allein erledigen, merken Sie an Ihren Symptomen. Die gute Nachricht: wenn Sie das verarbeiten, was eine Weile dauern kann, wird sich auch Ihr Lebensgefühl ändern.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo,
bin 47 Jahre alt und wurde auch als Kind geschlagen, habe es bisher immer verdrängt, erst jetzt wo ich in einer Lebenskrise stecke, d.h. ich habe mich von meinem Mann getrennt, bin ich durch einen sehr guten Freund, dem ich von meiner Kindheit erzählt habe, darauf gebracht worden, dass ich diesen Teil meines Lebens verarbeiten muß.
Bisher habe ich die Mißhandlungen die ich erfahren habe, immer als nicht so schlimm und dem Ausspruch: „Hat mir doch nicht geschadet, aus mir ist doch was geworden“ abgetan. Zumal ich meinen Vater trotz alledem sehr liebe und ich mir auch sehr schlecht vorkomme, ihn vor anderen schlecht zu machen.
Aber ich merke auch, dass mir Selbstbewusstsein fehlt, in einer Beziehung zweifele ich die Liebe des Partners ständig an, kann keinen Streit vertragen, gehe jeglichen Konflikten aus dem Weg und wenn es dazu kommt, renne ich weg, kann nicht NEIN sagen und versuche allen Menschen alles recht zu machen.
Ich kenne meine Schwächen und kann einfach nicht dagegen angehen.Ich kann schon längere Zeit keine Nacht mehr richtig schlafen und habe das Gefühl, das ich nie wieder glücklich sein kann.
Hallo Gitti,
wie Sie schon schreiben und wissen: das sind alles Spätfolgen von dem, was Sie erlebt haben.
Eine Therapie zu machen, ist der einzig sinnvolle Weg. Das dauert ziemlich aber es wird mit der Zeit wirklich besser, weil Sie die schlimmen Erlebnisse verdauen und verarbeiten.
Alles Gute für Sie.
Hallo,
durch Zufall bin ich auf diese Seite gekommen, und da ich momentan mittendrin stecke, ist es ziemlich passend.
Schon als Baby wurde ich gschlagen, meine Mutter gibt noch heute „gute Ratschläge“ wo man Babys den Hintern so lange haut, bis sie vor lauter Müdigkeit einschlafen…
Ich kann mich oft erinnern, daß sie mich mit der Hand, dem Kochlöffel oder anderen Dingen auf den nackten Po oder ins Gesicht geschlagen hat. Und wenn ich dann wie anfangs geweint habe, kam der Satz „Hör auf zu heulen, sonst kriegst du noch mehr Schläge, damit du weißt warum du weinst!“
Irgendwann, im Laufe der Jahre, habe ich nicht mehr geweint, ich wollte ihr die Genugtuung nicht mehr geben (So dachte ich..).
Ich habe mich immer nach Aufmerksamkeit und Liebe gesehnt, obwohl ich diese ja eigentlich nicht kenne. Und da ich nie NEIN sagen durfte, kam es wohl dazu, dass ich ein ideales Opfer war. Nachdem ich Jahre lang keinen Kontakt mehr mit meinen Eltern hatte, besteht er nun wieder. Aber sie sind einfach nur Menschen, denen ich mich verpflichtet fühle weil sie mich geboren haben, nicht mehr.
Einige Male wurde ich von Freunden/Bekannten der Familie vergewaltigt, und all das hat tiefe Wunden zurückgelassen. An letzte Ereignisse konnte ich mich nicht mehr erinnern, doch schon einige Zeit Therapie gemacht. Es hat mich etwas vorwärts gebracht, aber da neue Probleme hinzu gekommen sind (Rheuma, MS…) wird es einfach zuviel.
Trotz allem habe ich ein Helfersyndrom entwickelt was meiner Meinung nach wohl ziemlich ironisch ist…
Jetzt mache ich seit ein paar Wochen Hypnose Therapie und es kommen Dinge, die ich nicht mehr wußte… Da ich aufgrund der ganzen Probleme meine Arbeit verloren habe, bin ich ziemlich deprimiert.
Ich muss so oft weinen, kann es aber nicht vor andern Menschen zulassen um keine Schwäche zu zeigen. Seit langer Zeit schlafe ich sehr schlecht, wache oft auf und werde von Ängsten und Panik heimgesucht. Ich kann mich schlecht konzentrieren und ich ertappe mich oft dabei, dass ich sinnlos in die Gegend starre und weine. Der Schwermut hat mich momentan ziemlich im Griff… Ich kann kaum noch Freude in Dingen finden und habe mich ziemlich zurückgezogen.
Die Probleme die ich in meiner Partnerschaft habe, nagen auch an mir. Ich gebe mir die Schuld daran, dass er Probleme damit hat, mir helfen will, aber es nicht kann. Ich denke mir, dass es besser ist, ihm nicht mehr zu zeigen, wie mies es mir geht und setze mein „Lachen“ auf wie ich es schon immer mache. Doch es scheint nichts zu helfen, wir tun uns sehr schwer zu reden.
Ich mache meine Therapie und hoffe, dass ich das Leben wieder besser in den Griff bekomme, doch wenn dann eine Tür zufällt schrecke ich zusammen und kriege Herzrasen, weil ich fast schon erwarte, dass meine Mutter kommt und mich schlägt..
Dann bekomme ich Zweifel, ob ich es jemals schaffen werde…
Ich bin mir dessen im klaren, dass das alles typische „Nachwirkungen“ sind, aber das wissen allein bringt mich nicht weiter.
Ich bin wohl nur eine unter so vielen, doch vielleicht findet sich ja der ein oder andere auch darin wieder…?
Hallo Leute,
ich bin jetzt 14 Jahre alt. Unsere „Familie“, wenn man das so nennen kann, ist ein reiner scherbenhaufen. Mir wird der Kontakt zu meinen Schwestern (30 und 31 Jahre) und Nichten verboten und seit kurzem auch der von meinem Bruder und der Schwägerin. Der Grund: Alle 3 haben mir Sachen von meiner Mutter von früher erzählt. Unter anderem dass sie geschlagen wurden, mit Wasser und Brot für ein Wochenende eingesperrt worden sind.. Alle wurden von meiner Mutter geholt vom Jugendamt.
Ich selber hatte auch schon kurzen Kontakt mit dem Jugendamt, aber dem habe ich meine Geschichte erzählt und helfen konnte er auch nicht. Der Grund dafür war, dass ich zum Beispiel auch geschlagen wurde, wenn ich nicht sofort auf ihr Kommando hörte, oder wenn ich geweint habe. Das erste mal, dass sie mich geschlagen hat, da war ich glaube ich um die 8 Jahre alt. Das letzte Mal ist zwar schon länger her, aber ich habe trotzdem noch manchmal Albträume oder weine auf einmal.. Im januar kam es mal so weit, dass ich es hier zu Hause nicht aushielt und für 3 Tage bei einer Freundin unterkam; ich bin abgehaue n mit meiner älteren Schwester, ihren Töchtern, meinem Bruder und seiner Frau habe ich jetzt trotzdem noch heimlichen Kontakt. Momentan überlegen meiner Schwester und ich, ob sie mal zum Anwalt geht und nachfragt wie das aussieht ob es da nicht sone Art „Geschwisterrecht“ gibt.
Erstmal tue ich hier zu Hause erstmal so, als ob alles gut wäre und tue alles das, was meine Mutter mir sagt, damit ich nicht wieder eine Erfahrung mit ihrer bloßen Hand machen muss. Ich weiß einfach nicht mehr weiter! :‘-(
Ich wurde als Kind auch geschlagen,meistens
mit der Hand,aber auch mit dem Gürtel oder dem Masstab kam vor.Aufgewachsen bin ich im Heim,Kinderkrippe,Hort.Meine Mutter war 100% arbeitstätig Vater war nur die ersten 2 jahre da.Kann mich aber an nichts erinnern.Wenn wir mal alle gemeinsam zu hause waren gab es nichts,wir waren auf uns alleine gestellt,mussten uns selber irgendwie beschäftigen.Meine Mutter wollte nach der Arbeit einfach nur Ruhe haben.
Jeder noch so kleine Anlass zwischen mir und meiner Schwester, ob ein bisschen lautes reden,musik hören etc führte dazu,dass meine Mutter kam und anfing zu schreien und zu schlagen.Selbst den Anblick Ihren Sohn heulend in der Ecke stehend der sie anfloh ihn nicht zu schlagen hielt sie nicht davon ab.Das mich immer wieder Alpträume etc. plagten,die mich nachts unter das Bett meiner Schwester trieb,nahm sie nie als Anlass dieses erlebte zum Gespräch zu machen.
Überhaupt mit meiner Mutter zu Reden war ein Ding der Unmöglichkeit,wenn dan hat nur sie gesprochen ich hatte zuzuhören und zu schweigen.Keine widerrede.Ich war ein ruhiges,scheues in mich gekehrtes Kind.
Oft auch abwesend,verloren.Besonders schlimm der Gedanke,dass die eigene Mutter nicht weiss was mich als Kind,jugendlicher beschäftigt hat,meine schönen und schlechten Momente,mein erstes verliebt sein,sich einfach Zeit für ihr Kind zu nehmen.Selbst heute, viele Jahre später bei einem Besuch mit der Schwester sitze ich wie immer total verloren am Tisch,getraue mich nichts zu sagen,weil sie mir dan sofort über den Mund fährt,laut wird,schreit….etc.Auch habe ich mir oft eine männliche Bezugsperson gewünscht.Entschuldigen sie mich,aber ich weiss gar nicht so recht wie und wo ich anfangen soll zu schreiben….soviel habe ich nocht nicht verarbeitet,eben auch weil es unmöglich ist ein Gespräch mit meiner Mutter zu führen und mit einer Therapie habe ich es noch nie probiert.
Hallo Gabi,
Ihre geschilderte Symptome (Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit) lassen mich aufhorchen. Das könnten Anzeichen einer Depression sein, was eine häufige Folge von Traumata ist.
Das sollten Sie von einem guten Hausarzt oder Psychiater abklären lassen und eventuell ein Antidepressivum erwägen. Auch Ihr Satz, „Tendenz habe mir selbst zu schaden“ klingt in meinen Ohren nach Handlungsbedarf.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Gabi,
ich sehe das auch so, habe ähnliche Therapieerfahrungen. Beim letzten Mal sagte der Therapeut nach 1 Jahr und 50 Th.-Stunden: „Hätte doch die Oma nur nichts gesagt“ – (es ging um Abbortversuche und andere Dinge aus der pränatalen Zeit…) Mein Gedanke war, dass ich aber dann ganz sicher andere Somatiken hätte und der Therapeut ein paar Tausender weniger verdient hätte.
Heute weiß ich, dass es durch die frühen Traumata und die lang dauernde sowie die schwere Zurückweisung und Verletzung eine Programmierung auf physiologische Funktionen wie Hirnstoffwechsel, endokrines System u.a.m. gibt, womit man mit und ohne Therapie ein Leben lang zu tun hat.
Entscheidend ist, wie wir dann selbst mit unseren Begabungen umgehen, wie viel Selbstschätzung wir selbst für uns aufbauen können und vor allem, dass wir es schaffen, die Kette der Infektion, der Weitergabe solch kranker Strukturen, tatsächlich zu unterbrechen, zu beenden. (Es ist tatsächlich so, dass dieser psychische Wahn, Kinder zu verletzen, abzulehnen und zu demütigen, ansteckend ist.) Da es keine Impfung gibt, muss man sehr viel selbst leisten, um sich davon zu befreien. Zeitweise durchschwimmt man ein Tränenmeer.
Der Irrsinn scheint, liest man die vielen Beiträge zu diesem Artikel, nichts Besonderes. Besonders ist, wenn WIR uns jeden Tag immer wieder für Anständigkeit, Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Liebe und Zuverlässigkeit, Schutz und Leben, für das Schützen des Lebens entscheiden.
Alles Gute und hab Dich lieb. Karl
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann!
Ihr Beitrag betreffend Traumata hat mir zu denken gegeben. Ich hab mich zwar mit meinen 48 Jahren schon viel mit meinen Erlebnissen auseinandergesetzt, auch in Form von Therapien usw. Mein Therapeut hielt mich für sehr reflektiert und war der Meinung ich könnte gut zurechtkommen. Trotzdem sind Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit nach wie vor vorhanden. Eigentlich hab ich mich damit abgefunden „anders“ zu sein und von vielen nicht verstanden zu werden und ein gewisser Rückzug und auch ein Ausweichen von Konflikten war die Folge. Familienzusammenhalt in Bezug auf Unterstützung bei „seelischen Nöten“ gibt es nicht. Und ich stelle fest dass ich eine gewisse Tendenz habe mir selbst zu schaden. Kann ich mir dabei selber helfen?
Hallo Sabine,
schlimm, was Sie beschreiben. Und wenn Sie die Kommentare zu diesem Beitrag gelesen haben, wissen Sie auch, dass Sei nicht allein damit sein.
Wie können Sie das angehen? Eine Psychotherapie wäre sicher am besten. Am besten eine tiefenpsychologisch fundierte. Denn Schläge und Traumata bewirken eine Beziehungsstörung. Sie schreiben das ja auch. Sie können niemand mehr vertrauen, haben Angst vor Konflikten. Obwohl die Schläge lange her sind, wirken sie sich auf Ihre heutige Beziehungsfähigkeit aus.
In einer Therapie kann man lernen, wieder zu vertrauen. Dort können Sie auch mit all Ihrer Scham und Angst hingehen und werden – wenn’s gut läuft – angenommen. Das ist das Heilsame an einer Therapie. Wenn es Ihnen heute unangenehm ist, dass das jemand mitbekommen würde, denken und handeln Sie wie das kleine Mädchen von damals (das ist kein Vorwurf, sondern eine Beschreibung). Es ist das Schweigegebot von damals.
Wenn die Hürden für eine Therapie noch zu groß ist, können Sie es mal mit entsprechenden Büchern probieren. Hier ein Link.
Alles Gute für Sie – und danke für Mut.
Auch ich wurde als Kind häufig mit der Rute geschlagen, sehr oft auf den nackten Hintern und die Beine, bis sich blutige Striemen bildeten. Einmal musste ich mich „danach“ mit Seifenlauge waschen, was höllisch brannte. Damals war ich ca. 4-5 Jahre. Später folgten dann auch Schläge mit der Hand, Fußtritte und an den Haaren reißen.
Ich hatte immer panische Angst, man könnte meine Striemen in der Schule sehen und hab manchmal meine Turnhose schon unter der Jeans angezogen, damit niemand meine nackten Beine sehen konnte. Ich hätte mich zu Tode geschämt, schließlich war ich ja der Meinung ich hätte diese Schläge verdient.
Jetzt bin ich 30 Jahre, habe mittlerweile keinen Kontakt mehr mit meinen Eltern, aber diese Erlebnisse verfolgen mich bis heute. Und ja, sie schränken mich auch ein. Ich lebe in einer Beziehung, aber ich kann kein Vertrauen schenken, gehe jeden Konflikt aus dem Weg, weil es für mich unerträglich ist, einen Streit auszuhalten. Ich bekomme meinen Mund nicht auf, wenn mich etwas stört und bin sehr oft bis ins Innerste unzufrieden. Ein Wunder, dass meine Partnerin immer noch zu mir hält und an meiner Seite ist.
Ich würde gerne an meinem Verhalten etwas ändern, aber ich habe keine Ahnung, wie ich das angehen sollte. Haben Sie einen Rat für mich? Für eine Therapie bin ich nicht bereit, wahrscheinlich weil es mir unangenehm ist, wenn das jemand mitbekommen würde.
Liebe Grüße
Hallo uesguer,
die meisten Eltern, die früher geschlagen haben, leugnen das, bagatellisieren es oder haben es verdrängt. Manche schämen sich auch und verleugnen es deshalb.
Sie haben Recht, eigentlich müssten sie es innerlich wissen, dass Schläge immer falsch sind, aber die meisten, die schlagen, haben Ähnliches als Kind selbst erlebt. Nun müsste man meinen, dass man gerade deshalb davon Abstand nehmen müsste. Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Unbewusst greifen Eltern doch manchmal zum Schlagen, weil sie dann wenigstens nicht mehr in der schwachen Position sind. Sie haben ja denselben Impuls mit Ihrem älteren Jungen erlebt. Gut, dass Sie so wach waren und es nicht getan haben.
Wenn Ihre Vergangenheit Sie weiter nicht in Ruhe lässt, würde Ihnen vielleicht professionelle Hilfe gut tun, wo Sie all das, was Sie belastet, mal mit jemand Neutralem aussprechen könnten.
Danke für Ihren Kommentar.
Hi@all
ich bin jetzt knapp 40 Jahre und wurde als Kind geschlagen. Von Vater und Mutter manchmal mit dem Kochlöffel auch einmal mit einem Gürtel. Mit 11 Jahren bekam ich eine Brille und der Bügel der Brille hat sich manchmal verbogen, wenn ich eine gescheuert bekommen habe. Ich habe dann die Brille wieder gerade gebogen. Irgendwann nach vielen Ohrfeigen war das Metall des Bügels so weich das man es ganz einfach mit der Hand biegen konnte. Das ist mir in Erinnerung geblieben. Das Schlimmste war nicht der Schmerz der Ohrfeige sondern die verbogene Brille.
Ich bin nun selber Vater zweier Kinder und der ältere Junge (5) ist recht aufmüpfig. Bei Problemen mit ihm, ist mein erster Gedanke, ihm eine zu scheuern, wie ich es selber „gelernt“ habe, aber nicht anwende. Ich weiß, dass das der falsche Weg ist und die Ohrfeige nicht zur Erziehung dient, sondern nur dem eigenen Aggressionsabbau.
Vor kurzen gab es mit meinen Eltern und meinen 2 Geschwistern etwas zu regeln und wir haben uns getroffen. Es ging sehr emotional zu und ich habe meine Eltern zum ersten Mal mit Vorwürfen konfrontiert, mich geschlagen zu haben. Die Reaktion meines Vaters war zu sagen: „Du wirst es schon gebraucht haben“. Seitdem lässt mich die Vergangenheit nicht mehr ruhen. Es beschäftigt mich. Ich bin enttäuscht von der Reaktion meiner Eltern, die doch im tiefsten Innern wissen müssen, dass die Schläge falsch waren.
Hallo,
die Zeit heilt keine Traumata, und darum handelt es sich bei Schlägen und Demütigungen.
Ihre Schlafprobleme könnten Anzeichen für eine Depression sein, eine häufige Folge von unverarbeiteten Erlebnissen. Vor allem, wenn Sie zudem auch Konzentrationsprobleme, Antriebsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen haben.
Trifft diese Diagnose zu, dann kann Ihnen Ihr Hausarzt oder ein Psychiater ein Antidepressivum verschreiben. Das kann die depressiven Symptome lindern aber helfen kann Ihnen nur eine längere Psychotherapie, in der Sie sich auch emotional mit den Geschehnissen in Ihrer Kindheit auseinandersetzen und diese verarbeiten.
Danke für Ihren Kommentar.
ich bin jetzt 41 Jahre alt, habe 2 Kinder und habe sie nie hart angefasst und auch nie geschlagen.
Meine Kindheit ist geprägt von Prügel und Demütigungen eines Mannes, den meine Mutter geheiratet hatte. Nicht mein leiblicher Vater!
Heute noch, nach über 30 Jahren, quälen mich Alpträume, weil ich immer und immer wieder dieses hasserfüllte Gesicht sehe, während ich mit Gürtel, Fäusten und mit flacher Hand verprügelt wurde. Die Einzelheiten zu erklären oder zu erzählen würde den Rahmen sprängen.
Nur würde ich gerne etwas gegen diese schlaflosen Nächte unternehmen. Nur wie? Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es so schön. Aber ich glaube, darunter fallen nur die sichtbaren. Hat jemand Erfahrung damit? Ich wurde zwar nicht sexuell missbraucht, aber seelisch bin ich irgendwie ein Wrack.
Würde mich freuen wenn jemand Tipps hierüber schicken würde.
Vielen Dank
Hallo Gerald,
Ihren Bericht möchte man jeder Mutter oder jedem Vater in die Hand drücken, dem „mal die Hand ausrutscht“ oder der seine Wut oder Überforderung nicht anders in den Griff kriegt, als diese am Kind abzureagieren.
Welche Schäden das in der kindlichen Seele und Psyche anrichtet, haben Sie eindrücklich beschrieben – wie viele andere vor Ihnen hier auf diesem Blog. Sie schreiben auch, dass Sie es mit viel Geduld und professioneller Hilfe geschafft haben, die schlimmsten Folgen abzumildern und ein normales Leben zu führen. Das ist ermutigend für diejenigen, die Ähnliches erlebt haben und verzweifelt sind.
Danke für Ihren Kommentar.
ich kann mich erinnern, dass mich meine mutter mit vier jahren erstmals geschlagen hat. damals habe ich es überhaupt nicht verstanden weshalb, aber in den noch kommenden 14 jahren hatte ich noch genügend gelegenheit dazu. einen grund zum schlagen gab es alle mal, ob die note nicht gut genug war, weil ich auf einen freund am bus gewartet habe oder andere banalitäten oder einfach weil ich bloss geguckt hatte.
doch irgend wann kommt der punkt, wo man es einfach nur mehr über sich ergehen läßt und resigniert. die angst vor einem fehler und sei er noch so klein, beginnt das leben zu bestimmen, ja regelrecht zu beherrschen und man beginnt aus der not heraus zu lügen, um nicht schon wieder bestraft zu werden. diese innere angst beginnt, einen regelrecht fern jeder logik handlungen zu setzen ohne darüber nach zu denken, ob es nun richtig oder falsch ist.
auch das selbstwertgefühl sinkt beinahe auf den null punkt und man schämt sich für sein eigenes leben. nachdem meine eltern auch mit allen mitteln selbst meine große liebe zerstört hatten und auch die darauffolgende beziehung versuchten zu sabotieren, habe ich einen schlussstrich gezogen und mit hilfe meiner nun jetzigen frau es geschafft ein normales leben zu führen.
ich möchte dazu ergänzen, dass ich auch ärztliche hilfe und medikamente zur unterstützung in anspruch genommen habe und auch noch nehme. rückblickend muss ich sagen, haben mir meine eltern 25 jahre meines lebens gestohlen und manche, für andere normale dinge, die für mich dadurch immer verschlossen blieben.
Ich finde diesen Artikel sehr interessant und es ist wirklich wahr das wenn man geschlagen wird oft Schäden davon bekommt. Ich finde es gut das jemand mal über dieses thema schriebt denn es spielt eine wichtige Rolle in unserem Lebn. Danke für die spannenden Informationen liebe grüsse viviane
Hallo,
ich bin froh diese Seite gefunden zu haben. Zwar wurde ich nie von meinen Eltern geschlagen oder ähnliches. Trotzdem interessiert mich dieses Thema, wie erwachsene Menschen damit umgehen, dass sie als Kleinkinder geschlagen wurden sehr und ich würde gerne mal mit Betroffenen sprechen. Leidet die Beziehung darunter, wie steht man jetzt in Kontakt zu den Eltern usw. Ich würde mich wirklich wahnsinig freuen, wenn sich jemand meldet. Ruft doch einfach bitte kurz an oder meldet euch per e-mail.
089/520465813
0176/61098181
oder
birgit.bulla@yahoo.de
Vielen lieben Dank, ich freue mich auf eure Nachrichten.
Ganz liebe Grüße,
Birgit
Vielen Dank für diesen tollen Artikel.
Auch ich habe mich darin wiedererkannt. Bei mir haben sowohl mein Vater als auch meine Mutter mich geschlagen, aus „erziehungstechnischen Gründen“ und weil sie es wohl selbst nicht anders kannten.
Auf das gelegentliche Schlagen bin ich mittlerweile nicht mehr wütend, sondern viel mehr auf die Phasen, wo noch psychischer Druck hinzukam. Etwa, wenn mein Vater mich mittels Schlägen versucht hatte zu einem Wunderkind zu machen. Mit 4 musste ich ein Instrument spielen lernen. Er stand während ich übte immer hinter mir und schlug mich bei jedem falschen Ton. Es kommt mir heute noch vor, als wäre das ewig so gegangen.
Wenn man mich allerdings fragen würde, wann das Schlagen aufgehört hat, würde ich nicht antworten mit: In der Pubertät (was eigentlich wahr wäre), sondern mit: Als ich gross und kräftig genug war, um selbst zurückzuschlagen. Denn dann, konnte aus dem Schlagen eine ernsthafte, gefährliche Prügelei werden, weil die ganze aufgestaute Wut der letzten Jahre in einem drin war.
Heute kann ich furchtbar schlecht mit Wut umgehen und ich ertappe mich oft in Situationen, wo ich gerne zuschlagen würde (hab ich allerdings nie). Ich lerne jetzt, dieses „Zuschlagen“ auf andere Weise zu zeigen, ohne, dass ich jemanden dabei verletzen muss (dafür mussten alte T-Shirts und Schokohasen dran glauben 😉 ). Und vor allem lerne ich auch, diese Wut zu zeigen, anstatt sie in mich hineinzufressen.
Hallo Emma,
ich glaube, da können Sie nichts tun. Ihr Ex-Freund scheint wenig beziehungsfähig zu sein, was eine Konsequenz seiner Erfahrungen in der Kindheit ist.
Wenn er das nicht vor sich zugibt und wirklich ändern will, kann es sein, dass er immer wieder an diesen Punkt in Beziehungen gerät.
Sie können ihn nicht retten. Er müsste das selber tun.
Danke für Ihren Kommentar.
hallo…
hmm ich gehöre nicht zu denen die geschlagen wurden,aber mein freund…und ich weiß nicht wie ich mit ihm umgehen soll oder wie ich versuchen kann ihm zu helfen…das problem dabei ist auch, dass ich das nicht von ihm weiß, das er geschlagen wurde…also weiß er garnicht dass ich es weiß…
was sehr schwer ist , ist das er über nichts redet was ihn stört…mit niemandem…kein freund steht ihm so nah obwohl sie sich seit der 5.klasse kennen…er geht allen konflikten aus dem weg…das ist natürlich dann sehr schwer wenn ihn was stört…er sagt einfach nichts und hofft das es von alleine besser wird…er geht auch nicht auf ein gespräch mit mir ein und sagt nur ja oder so…er ist der meinung das streit in einer beziehung alles kaputt macht..er kennt es ja nícht anders…er hat nie liebe erfahren…wurde in seiner kindheit auch stark misshandelt und hat sehr große narben am körper…er ist nun 23 und ich bin seine erste freundin er ist ein wahrer prinz,ein ganz toller mensch:) aber er gibt so schnell auf..
.ich muss ihm doch irgendwie begreiflich machen können das das normal ist meinungsverschiedenheiten zu haben und sich trotzdem zu lieben…ich habe immer von ihm verlangt das er mir mehr/öfter zeigen soll wie gerne er mich hat…das kann er einfach nicht..hätte ich das mit seiner kindheit ehr gewusst hätte ich das nicht getan..er denkt glaube ich das er es mir nicht recht machen kann und hat sich jetzt von mir getrennt…vielleicht bevor ich es tue (was das letzte ist was ich will) aus angst verlassen zu werden..?er zweifelt ziemlich schnell an sich…er hat schluss gemacht weil mich diese Kleinigkeit gestört hat…er ist einfach gegangen, ganz ruhig, hat kein wort gesagt… wir hatten noch kein einziges persönliches gespräch…ich denke er läuft weg…es war von heute auf morgen so…
wir haben vorher von einem gemeinsamen urlaub gesprochen und einen tag später hat er schluss gemacht..obwohl eigentlich alles gut war…und dann per sms , er schreibt nur das er keine gefühle mehr für mich hat aber das glaube ich ihm nicht…und er redet wirklich mit niemanden…ich würde ihm so gerne helfen…und für ihn da sein…ich weiß nicht wie ich das hinbekomme…ich will ihn natürlich auch zurück haben…weil ich denke das es nur probleme sind die ihn stören die man beheben kann wenn er doch nur reden würde…und das was mich gestört hat, hat sich ja jetzt erledigt ich würde es nicht mehr verlangen…hmm vllt können sie mir ja helfen, ich würde mich sehr freuen….liebe grüße emmma…
Hallo,
habe mir grade den Artikel mal durchgelesen und hab mich tierisch erschrocken, wie sehr ich doch mein Verhalten dort wiederfinde.
Auch ich wurde als Kind geschlagen. Mein Vater war damals meiner Meinung nach Kolleriker.
Er war ständig arbeiten und wenn er dann mal zuhause war, gab es meistens nur Lack !
Egal ob man mit einer 4 aus der Schule nach hause gekommen ist, ob man wiedersprochen hat, oder auch einfach nur gerade da war. Es wurde irgendwann so schlimm, dass ich, immer eine Stunde bevor mein Vater nach hause gekommen ist, mein Abendessen bekommen habe. Damit ich ihm bloß nicht über den Weg gelaufen bin. Danach verzog ich mich direkt in mein Zimmer und hab mich, so weit es ging, nicht mehr blicken lassen. Irgendwann war ich zuhause, und mein Vater kam in mein Zimmer. Als erstes wurde das Fenster geschlossen, damit die Nachbarn auch ja nix mitbekommen. Und dann wälzte sich mein Vater mit mir über dem Boden und ich erhielt eine ordentliche Tracht Prügel. Ich mußte aber auch schon mal in den Wald gehen und einen Stock besorgen, mit dem mich mein Vater dann verprügeln konnte. In der Pubertät war es dann so schlimm, dass ich an den Medikamentenschrank meiner Eltern ging und mir Schlaftabletten entwendet habe, die ich dann auch genommen habe. Beim erstenmal hab ich es mit 5 Schlaftabletten versucht. Außer einem guten und langem Schlaf zeigten die Tabletten jedoch keine Wirkung. Dann versuchte ich beim nächsten mal 10 oder 15 Tabletten (weiß ich jetzt nicht mehr genau). Am nächsten Morgen wurde ich dann geweckt und mußte zur Schule. Als ich im Bus war mit total schwindelig. Ich konnte nicht mehr erkennen, ob noch irgendwo ein Platz für mich frei war. An der Schule angekommen mußte ich mich direkt übergeben und wurde von der Schule nach Hause gebracht.
Meine Eltern haben von all dem nichts mitbekommen. Sie sind davon ausgegangen, dass es ein Virus oder eine Magen-Darmverstimmung sei. Danach hab ich es aber nie wieder versucht.
Damals habe ich mich auch fast total von der Außenwelt abgekapselt, wodurch ich natürlich in der Schule auch immer gehänselt wurde. Ich war so verschüchtert, dass ich aus Angst mit fast keinem gesprochen habe. Ich mochte noch nicht einmal im Unterricht sagen, wenn ich mal auf Toilette mußte. Lieber hätte ich in den Schulrucksack gemacht, als meinen Mund loszumachen.
Heute bin ich mitte 30. Und ich finde, dass sich, seit dem ich alleine wohne, mein Leben um 180 Grad verändert hat. Ich bin ein lebensfroher Mensch geworden, der auch einen (für mich) recht großen Bekannten- und Freundeskreis hat. Jedoch plagen mich immer noch so einige Sachen. Und diese finde ich alle in dem Artikel wieder. Nur der letzte Punkt, die Unkontrollierbare Aggressivität, trifft nicht auf mich zu. Ansonsten hätte es auch ein Artikel über mich sein können.
Ich hab mir für mein Leben folgendes vorgenommen: NIEMALS so werden, wie mein Vater.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten
Hallo John,
nein, mit Ihren Eltern können Sie das erst einmal nicht klären. Am besten, Sie suchen sich professionelle Unterstützung in Form einer Psychotherapie.
Adressen finden Sie unter http://www.psychotherapiesuche.de und http://www.therapie.de .
Dort können Sie Ihre PLZ und Ihr Problem eingeben.
Alles Gute für Sie.
Auch ich bin sehr froh diese Seite gefunden zu haben. Ich wurde in meiner Kindheit sowohl physisch als auch psychisch angegriffen. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und habe immernoch Tage und Wochen in denen ich mich nicht konzentriern kann weil diese Ereignisse mich so stark verfolgen.
Ich bin der älteste Nachkomme in unserer Familie wurde daher schon als kleiner Junge zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen. Wurde diese von mir nicht tadellos verrichtet, wurde ich oft geschlagen, angeschrieen und vor vielen Leuten blosgestellt. Weswegen ich auch heute noch nicht diesen Leuten in die Augen schauen kann. Damals war ich der Meinung das diese garnichts dafür konnten. Heute frage ich mich aber warum diese nie eingegriffen haben.
Meinen Eltern habe ich als Kind deswegen auch große Vorwürfe gemacht und mache dies auch heute noch. Meine Mutter sagt auch heute noch das sie davon so gut wie nichts mitbekam. oder sie nichts dagegen machen hätte können da die Gewalt meist von dem Vater meines Vaters ausging.
Ich könnte hier noch endlos weiter erzählen jedoch würde mir dies glaube ich nicht helfen.
Ich würde nun gerne von Ihnen wissen wo ich mich hinwenden kann um diese Ereignisse zu verarbeiten?!
Mit meinen Eltern kann ich dies nicht tun weil auch heute noch keine Vertrauensbasis da ist.
Auf Antworten freue ich mich.
Gruß John
guten Morgen hel,
mal habe ich mir diesen Artikel mit allen Kommentaren ausgedruckt, was dann ein ganzes Buch ergibt. Für einige gravierenden, immer wieder vorkommenden Bemerkungen – oft in Nebensätzen – habe ich eine Strichliste geführt. Mein Fazit ist:
In aller Regel geht es bei dem Schlagen gar nicht um die Kinder. Die stören ja nur, sollen eher weggebrügelt werden. Allerdings beziehen die geschlagenen Kinder alles auf sich selbst, sehen sich im absoluten Mittelpunkt.
Worum es wirklich geht, ist etwas, was die Schlagenden irgendwo, irgendwie selbst angestellt haben, was sie so sehr belastet. Das kann im einfachsten Falle die Ehe sein, die ungewollt ist, „wenn nur das Kind/die Kinder nicht wär/wären“.
Oder es ist eine Fahrerflucht, Überforderung im Job, weil sie den nicht richtig gelernt haben, nicht können.
Oder es ist eine schreckliche Leere in Herz und Hirn der Schlagenden, wofür aber die geschlagenen Kinder doch auch nichts können. Leere, mangelndes Interesse an Kunst und Kultur. (wer von der Schönheit ergriffen ist, welche gerade unser Land in seinen Kulturschätzen bereithält, könnte eigentlich niemals seine Kinder schlagen, meine ich.
Ein Recht, das geschlagene Kinder haben ist, sich distanziert und kritisch anzuschauen, was die Schläger sonst so alles machen. Und sich dann distanzieren und immer kritischer werden, um
zu lernen, sich selbst zu schützen.
Dorthin zu gehen, wo Sicherheit gepflegt wird, wo man tief und frei atmen kann, angstfrei zu Bett gehen und morgens den blauen Himmel begrüßen kann, wo Menschen verantwortungsbewusst handeln, – das ist doch unser Recht. Und Du liegst genau richtig damit, Hilfe zu suchen, eine Hand.
Denn der Schaden der da überall angerichtet wird ist tatsächlich noch weit größer, als es alle Kommentare hier zeigen (seit 50 Jahren erlebe ich nun solche irren Geschichten und dachte, das gäbe es heute nicht mehr…) „§13 Grundgesetz: Die Wohnung ist unverletzlich!“
Ich meine: Das Kinderzimmer auch.
Hel hat das hier ja gut hinbekommen, den Mut zusammen zu raffen und dann zu schreiben. Oft fehlen einem aber wirklich die Wort. Woher sollen die auch kommen, für das zertretene Herz eines eingesperrten Vögleins.
An diamo, geh´ hin wo die Worte nicht reichen für Schönheit, Sicherheit und Respekt vor dem Leben. Von Herzen wünsche ich Dir Deinen angstfreien Platz, auf den ja jedes Kind ein Recht hat. Karl
Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht, bei mir wurde es aber erst im Jugendalter sehr schlimm, vielleicht weil ich ein Mädchen bin. Von 9-16 1/2J. um genau zu sein, wurde ich geschlagen (meine große Schwester war zuvor dran). Beendet habe ich dieses Drama, in dem ich Lehrer eingeweiht habe. Mittlerweile bin ich 20J. und komme damit noch immer nicht klar, deswegen lande ich auf diese Seite.
Ich möchte mir jetzt professionelle Hilfe suchen und auch von daheim ausziehen, da ich nur das 5. Rad am Wagen bin od. Aschenputtel. Zum Putzen gut, aber zuhören können sie nur wenn ich gegen ihrer Vorstellung bin, deshalb wurde ich früher auch geschlagen. Noch heute versuchen sie mich zu lenken, aber mittlerweile habe ich kapiert, dass ich nicht so funktionieren kann so wie die es wollen.
Jedenfalls habe auch ich mich zumindest teilweise in den Artikel wieder gefunden.
Ich war aber nie ein Kind, dass die Welt nie richtig erkannte. Vielleicht war ich aber auch schon alt genug um zu wissen, was gut und was böse war..nur wollte auch ich nie meine Eltern als schlecht darstellen. Ich weiß sie hatten es selbst nie einfach, aber trotzdem haben sie in mir tiefe Spuren hinterlassen.
Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Gewalt in der Familie zurück geht und ich wäre froh wenn ich irgendwie die Chance hätte irgendetwas zu verändern…
Das ist eigentlich auch mein einziger Wunsch und eigentlich auch mein Lebensziel.
vielen dank an Ihnen beiden.
Ich versuche damit zurecht zukommen. Aber das schlimmste ist eigtl die Zukunft. Mein Vater ist Albaner und ich muss jeden SOmmer mit in den Urlaub fahren für 4 Wochen. Dort kann ich die Sprache nicht. Wenn ich nicht mirfahre macht mein Vater Terror. Das heißt er macht einen psychisch fertig. ICh weiß nicht was ich tun kann um dem ganzen Theater zu umgehen da ich nicht mitfahren will.
Guten Abend,
seit Jahren belastet mich meine Kindheit/Jugend.Ich wurde über zehn Jahre von meinen „Vater“ misshandelt. Aber nicht nur ich allein sondern auch meine sieben Geschwister. Und meine Mutter.
Regelmäßig bricht deine kleine Welt zusammen. Du wirst beschimpft, gedemütigt und grundlos geschlagen. Egal ob mit dem Ledergürtel, dem Spaten, einem eingeweichtem Seil, einer Latte, dem Teppichklopfer oder was sonst noch so griffbereit war. Nach der Scheidung hat der Lebensgefährte mit leichterer Gewalt weiter gemacht.
Wie soll man an das Gute glauben, wenn dein Leben immer nur mit Füßen getreten wird? Wie soll man lernen zu vertrauen, wenn dein Urvertrauen in die Menschheit dein ganzes Leben gebrochen wird? Wie soll man lieben können wenn man noch nie richtig geliebt wurde? Oder gar sich selbst lieben lernen, wenn man sich immer schmutzig und schlecht fühlt?
Warum muss man als Kind erfahren, was Hass und Überlebensinstinkte sind? Warum muss man mit ansehen, wie Macht augeübt wird? Warum nimmt ein Mann eine Frau mit Gewalt wann es ihm passt? Warum muss man sich als Kind in den Schlaf weinen? Warum muss man lernen, andere mit seinem Leben zu verteidigen? Wie kann man jemandem eine zweite Chance geben wenn immer im Stich gelassen fühlt? Warum kann man sich nicht überwinden und das alles endlich hinter sich lassen?
Wie finde ich endlich den richtigen Psychologen, der sich mein Vertrauen erarbeitet und es nicht einfach verlangt? Ich will das alles nicht mehr. Zu sehr belastet es mein Leben. Aber aus dieser Sache raus zu kommen ist nicht so einfach. Heute bin ich erwachsen und sechsundzwanzig Jahre alt, stehe im Berufsleben und leide an Depressionen ohne Antidepressiva zu nehmen. Ich will mein Leben nicht von einer Pille abhängig machen.
Oft sagt man der Sinn des Lebens sei das Leben selbst. Tolles Leben! Oft war ich extrem wütend und zornig wenn es ungerecht zu ging. Traurig und hilflos wenn ich es nicht ändern konnte. Jetzt bin ich wie damals nach der Scheidung „auf Eis gelegt“ damit mich nichts mehr berührt oder verletzt. Diese Blockade werde ich nicht mehr los. Damals hat es mich sechs Jahre gekostet sie los zu werden. Gar nichts ist verarbeitet – nichts! Alles nur verdrängt!
An keinem Ort, wo ich jemals gelebt habe, fühlte ich mich zu Hause , bis heute. Immer noch fühle ich mich beziehungsunfähig. Da wird man einmal in seinem Leben das erste mal so geliebt wie man ist, und kann nicht zurück lieben, weil mich dieser Mensch, einmal als ich ihn am dringendsten brauchte – auch im Stich gelassen hat. Jeder hat eine zweite Chance verdient aber ich kann sie nicht geben. Mein Herz fühlt sich verschlossen an auf ewig. Denn dieser Mensch sollte mein letzter Versuch sein jemanden in mein Herz zu lassen. Wie oft wird man noch enttäuscht?
Alle Menschen, die Ihre Kinder schlagen, verachte ich mit jedem Atemzug! Sie sind das Unschuldigste, was es gibt auf der Welt, es gilt sie zu schützen – auch vor ihren Eltern! Ich selbst verzichte auf Kinder! In was für eine Welt werden sie hinein geboren? Kann ich meinem Kind alles geben wonach es sich sehnt? Klar bin ich eine klasse Tante aber die Angst, mit meinem Kind zu verarmen, ist zu groß. Kaum Perspektiven für eine gute Schule/Ausbildung und Beruf! Es bricht mir das Herz darauf zu verzichten. Aber ein gebrochenes Herz reicht mir.
Wie soll ich meinem Kind erklären, das unser Sozialverhalten uns von einigen Tieren unterscheidet. Wo doch der Mensch das größte Raubtier ist! Verschließt nicht eure Augen, wenn ihr seht, ihr werdet gebraucht. Verschließt nicht Eure Türe, wenn jemand um Hilfe bittet. Verschließt nicht eure Herzen, denn ihr schützt euch nicht,sondern schadet euch.
An alle, die Rache wollten, für das was euch angetan wurde, es ist der falsche Weg! Lange wollte ich Rache,aber will man sich auf dieses Niveau runter lassen? Dann ist man wie der, den man über alles hasst. Die Gerechtigkeit findet ihren Weg und straft solche Leute, auch wenn es ewig scheint. Zweimal war ich an dem Punkt, all dem ein Ende zu machen und mein Leben aufzugeben. Doch dann dachte ich mir: Ich habe nicht um meine Geburt gebeten, doch ich versuche das beste daraus zu machen. Wenn ich aufgebe hat das Böse in der Welt was es will.
Noch hab ich einen kleinen Funken Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Ohne Hoffnung, der Glaube an dich selbst und Liebe – ist alles, nichts! Man verzweifelt an diesen Altlasten und Problemen im täglichen Leben, aber aufgeben ist keine Option! Es gibt immer einen Weg – irgendeinen. Also gebt nicht auf!
Ein großes Lob an Herrn Roland Kopp-Wichmann, der ein Tabu Thema bricht und aufmerksam macht! Meinen höchsten Respekt! Schön, das ich so einen Menschen finden konnte. An alle anderen: Wehrt euch! Lasst es nicht zu, das jemand euch oder euer Leben kaputt macht.
Viele liebe Grüße an alle und an Sie Herr Kopp-Wichmann!
Danke! 😉
Hallo sabagu6,
das ist wirklich eine schlimme Situation, in der Du da steckst. Und Du brauchst dringend Hilfe. Das Beste wäre, wenn Du zu einer psychologischen Beratungsstelle in der nächsten größeren Stadt gehst. Im Telefonbuch findest Du die am besten. Eventuell auch mit Deiner Mutter dahin gehen und darauf dringen, dass die Besuchssituation bei Deinem Vater nochmal besprochen wird.
Wer so viel Schläge und Leid erfahren hat, ist oft traumatisiert, deswegen kriegst Du die Gedanken und Erinnerungen nicht aus Deinem Kopf. Da hilft Dir vermutlich eine Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin. Das Wichtigste ist, dass Du nicht versuchst, das alles alleine hinzukriegen und tapfer zu sein. Das ist zu viel für einen Teenager. Es hilft enorm, sich jemand anzuvertrauen, alles mal zu erzählen und dann nach Lösungen suchen.
Alles Gute für Dich.
@sabagu … Glaub mir bitte, dass Du Dich hier meldest, ist das Allerbeste, was Du tun kannst. Und glaube mir bitte auch, dass mir dicke Tränen vor die Tastatur tropfen.
Weil ich solchen Irrsinn kenne, leider.
Heute Mittag habe ich nach langer Zeit meinen Therapeuten auf dem Kölner Hohenzollernring wieder getroffen. Er ist jetzt über 80 und er ist Jude. So kannte er den Wahnsinn, den Menschen Menschen antun können. Ich habe ihn umarmt. „Sie sehen gut aus!“, sagte er. „Ja, jetzt!“, antwortete ich. Aber alleine geht das nicht. (Die Verstrickung durch solch einen Horror, wie Du ihn beschreibst, ist so stark, dass man da hinausgeschickt werden muß, Schritt für Schritt, oder herausgezogen, kräftig und konsequent.
Man kann etwas tun, möchte ich Dir damit sagen. Und es gibt viele Hilfsmöglichkeiten. Deine Zeilen machen den Eindruck, dass Du sehr mutig und entschlossen bist. Das ist gut. Alleine besteht die Gefahr, dass Du in Trauer und Verzweiflung stecken bleibst. (als ich so alt war wie Du, also vor 40 Jahren, hatte ich eine eigene Bude bei einer netten, schrulligen alten Dame, weil es für mich nie ein Zuhause gab, wie es ein Junge braucht. Ein Ausbilder hatte mich traurigen Kerl hinterm Zeichenbrett in der Lehre hervorgeholt im zweiten Lehrjahr und dann das Inferno für mich durch energische Schritte beendet. Dann wußte ich, man kann etwas tun. (auch mit 16 schrieb ich an den Schuldirektor der Gewerblichen Berufschule und bat um Versetzung, weil der Lehrer nur Witze erzählte und keinen Unterricht gab. Du hast ganz sicher auch so viel Mut.)
Meine besten Wünsche sind bei Dir. Ganz sicher wirst Du eine Antwort vom Autor dieses Blogs erhalten. Und außerdem, hier sind viele feine Leute, die stehn alle auf Deiner Seite. {aber in Deinem Falle muß auch etwas geschehen, nur reden reicht ganz sicher nicht…}
Ich bin sehr froh, dass ich diese Seite gefunden habe. Nun ich hoffe ihr könnt mir helfen!
Ich bin 16 Jahre alt. Ich weiß, diese Seite ist eigentlich für Erwachsene, aber ich hoffe dies ist nicht so schlimm.
Als ich ein Kleinkind war, so ca. 4 Jahre hat das alles angefangen. Mein Vater hatte mich oft geschlagen, weil ich im Wohnzimmr mit dem Spielzeug gespielt hatte. Er schlug mich mit der Hand, Gürtel und bewarf mich mit Zigarettenschachteln. Er woltle mich sogar umbringen… Er hielt mir ein Messer an die Kehle und sagte zu meiner Mutter:“sie ist meine Tochter!!!“
Mein Vater schlug auch meine Mutter brutal. Er würgte sie sogar mal solange dass meine Mutter blaue Flecken am Hals hatte… ICh will mir gar nicht ausmahlen was passiert wäre wenn ich damals nicht dazwischen wäre! Meine Eltern haben sich dann getrennt als ich 7 Jahre alt war. Seitdem muss ich jede Woche zu meinem Vater einmal hingehen, weil er unglücklicherweise im selben Dorf wohnt wie ich.
Nun es ist so, dass ich noch oft die Bilder im Kopf habe und nur wenn ich daran denke schon weinen könnte. Ich schlafe schlecht. Und ich kann das einfach nicht verarbeiten. Ich will meinen Vater hassen doch es geht nicht. ICh will die Vergangenheit vergessen doch es geht nicht. Ich kann vielen Menschen einfach nicht vertrauen und bin sehr sensibel.
Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich. Ich will dass es aufhört…
Mit freundlichen Grüßen
SAB
Hallo Wilfried,
gerade arbeite ich Korrespondenz durch und finde diesen Link.
Also nicht nur „ächten“ müssen wir solche Dinge, sondern im Akutfalle auch etwas tun, damit das sofort stoppt.
Wenn es dann nur das Schlagen wäre, nur die Wut, nur das, was man sieht und erinnert…
Jeder Schmerz wird gespeichert. Dabei macht das Nervensystem keinen Unterschied zwischen physichem und psychischem Schmerz, es entsteht ein Schmerzgedächtnis. Immer steht ganz sicher auch Ablehnung dem Kind gegenüber auch dahinter; denn wenn das nicht so wäre, könnten Eltern das auch niemals tun, was sie da tun oder taten!
Und aus dieser tief gespeicherten Erfahrung der Ungewolltheit macht das geschlagene Kind dann später Erfahrungen, die es ohne diese Irrsinnserfahrungen, niemals machen würde, tut Dinge, die es niemals tun würde, tut Dinge nicht, die es gerne tun würde, trifft folgenschwere Fehlentscheidungen, fällt immer wieder auf die Nase, wird möglicherweise zum Spieball anderer, hält an der Angst fest, weil es sonst nichts anderes kennt, sucht nach Ablehnung, weil sie ihm so vertraut ist, tritt die zarten Pflanzen von Wohlergehen wieder ein, weil die prägenden Erfahrungen zu Zeiten totaler Abhängigkeit dazu zwingen, den schmerzlichen, aber so vertrauten Gefühlszustand wieder herzustellen und das geschlagene, erwachsene Kind sieht später nur schwer, wenn da neue Augen sind, die ihm Liebe geben wollen, einfach echte Liebe, nur so.
Und das ist das eigentliche Verbrechen schlagender Väter.
Pass gut auf Dich auf. K.
Ach, solch eine Peitsche gab es auch in unserer Bauernküche. Fünfzig einmeterzwanzig lange Lederstreifen an einem Knüppel. Immer wieder schnitt ich einige davon ab. Als keine mehr dran waren, haben sie Fenster geschlagen, Türen getreten. Der Krieg zuvor hatte wohl alle zerfetzt.
Ich wurde als Kind von meinem Vater mit einer Pferdepeitsche oft so schwer geschlagen, daß ich wegen der sichtbaren Folgen nicht zum Sportunterricht gehen durfte. Es hat mich jahrelang seelisch belastet und ich hatte einen Riesenhass auf ihn und auf solche Leute, die sagen „Schläge haben noch keinem geschadet“. Diese Menschen rechtfertigen nur ihre Gewalttätigkeit. Heute weiss ich, daß mein Vater nur seine eigene Wut und Minderwertigkeitskomplexe, damit kompensierte und der kleinste Anlass war ihm da Recht, um mich als Kind zu demütigen. Es hörte erst auf, als ich stark genug war, mich körperlich zu wehren. Es ist wichtig, daß solche Kindesmisshandlungen geächtet werden!
Hallo Klara,
ja, Sie können es schaffen, wobei es dabei vor allem um Ihren Mann geht. Wer geschlagen wird, hat fast immer ein hohes Aggressionspotenzial in sich, Sie bemerken das ja an Ihrem Mann. Es könnte sein, dass das Verweigern von körperlicher Berührung auf Seiten Ihres Mannes von ihm aus eine Schutzvorrichtung ist. Weil er eben Berührung nur im Zusammenhang mit Gewalt und Schmerz kennt. Konkret, dass Berührungen bei ihm die Aggressionen triggern könnten – jedenfalls in seiner Phantasie.
Den besten Weg, das zu heilen, haben Sie ja schon eingeschlagen. Ihr Mann braucht Therapie und vielleicht tun Ihnen als Paar ein paar Beratungsstunden auch gut.
Auf Ihren Sohn hat das sicher einen Einfluss, Sie schreiben ja, wie verwundert er war über die Umarmung Ihres Mannes. Kinder lernen, was Beziehung ist, vor allem von den Eltern. Sorgen über seine Zukunft machen hilft da jetzt nicht viel weiter. Es liegt v.a. an Ihrem Mann, diese ungute Kette der Gewalt über die Generationen zu unterbrechen.
Alles Gute für Sie – und danken für Ihren Kommentar.
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
meine Problematik ist ein wenig wie der Kommentar von Tina. Auch ich bin nur eine Angehörige. Nur mit dem Unterschied, dass mein Mann und ich einen kleinen Sohn haben.
Auch mein Mann ist als Kind vom Stiefvater geschlagen worden und somit vom Regen in die Traufe geraten.
Auch das Verhältnis zu seinem leiblichen Vater ist nach wie vor sehr schwierig, es ist nicht die Schuld meines Mannes.
Ich sehe, wie zerrissen mein Mann ist, wie wenig er in sich ruht, wie getreiben er ist. mittlerweile macht er eine Therapie bei dem gleichen Psychologen, bei dem auch ich Unterstützung suche für unsere situation.
In kurzen Worten zusammengefasst: Mein mann scheint unfähig, speziell mit der Geburt unseres 3,5 jährigen Sohnes, mir irgendwelche Zärtlichkeiten geben zu können. parallel habe ich doch recht handfeste Beweise, dass er sich seine Bestätigung woanders holt, manchmal glaube ich, dass er neben diesen Frauentreffen auch eine Neigung für Männer hat.
Wir streiten sehrviel, lange ging es um dieses Thema Zärtlichkeit. Das habe ich aufgegeben, ich erwarte nichts mehr von ihm. Ich glaube ganz einfach, er kann es nicht, Geduld habe ich wirklich sehr lange bewiesen. Diese Leben ohne körperliche Zärtlichkeit, von Sex ganz zu Schweigen ist für mich kein langfristiges Lebensmodell, aber es geht um etwas, es geht um eine Familie. ich merke, eigentlich will er diese Familie, aber er bekommt das nicht hin, wa ich mir wünsche. Ansonsten möchte er immer das es mir gut geht und spürt, wie alle menschen mit diesen Erlebnissen, ein hohes maß an Verantwortungsgefühl.
Alarmierend ist für mich nur die Tatsache, dass unser kleiner Sohn dieses „Paket“ mit aufgeladen bekommt, deswegen habe ich ihm diese Therapie so ans herz gelegt. morgen haben wir erstmals einen gemeinsamen Termin bei unserem Psychologen. Ich bin sehr aufgeregt deswegen. ich möchte dort zur sprache bringen, was mir wichtig ist, Zärtlichkeit und ein liebevoller Umgang. Mein Mann trägt Agressionspotenzial in sich, er hat mich schon zweimal in unseren heftigen Streitereien gewürgt. Beim letzten Mal habe ich dann gesagt, ich gehe, so etwas geht einfach nicht. Er hat mich nochmal mit lieben worten zurückgeholt, mittlerweile habe ich einfach Sorge, dass der nächste wutausbruch kommen wird.
In seiner Kindheit galt er als „schwererziehbar“. Heutzutage ist er ein sehr erfolgreicher Mann.
Wahrscheinlich ist das alles zu kurz, um es nachhaltig zu beurteilen, aber eine Einschätzung ihrerseits wäre sehr interessant.
Am Sonntag habe ich meinen Mann gebeten, mich dort bitte auch einmal in den Arm zu nehmen und nicht wegzulaufen. Er hat tatsächlich getan. Unser Sohn steht daneben und fragt: papa, warum umarmst Du Mama?….wie traurig, er kennt nicht, das seine Eltern zärtlich miteinander sind. Da habe ich gemerkt, das ich Verantwortung zeigen muß. Das es so nicht weitergeht. ich möchte nicht, das der Kleine das Päckchen trägt.
Wird er Schaden nehmen, wenn seine Eltern ohne Zärtlichkeit miteinander sindß Wird er mal ein gestörtes zu Frauen bekommen? Mache ich mir zuviele Sorgen.
Auch mir fehlt natürlich etwas im Leben. ich merke nur, und er sagt es auch zu mir, es würde ihn in eine tiefe krise stürzen, würde ich ihn verlassen und um die kleine Seele unseres Kindes habe ich auch Sorge.
Was tun? Glauben sie, dass man es schaffen kann, das alles gut wird? Oder ist es hoffnungslos.
liebe Grüße, Klara
Hi Stephan,
da befindet sich Dein alter herrischer Herr aber in reger Gesellschaft.
In den 1950er Jahren waren die Männer alle total demoralisiert, – manche erschüttert, weil sie den Krieg verloren hatten, manche unbeschreiblich beschämt über das was sie selbst gemacht hatten und das was ihnen angetan wurde, was sie erlebt hatten -.
Also, die „feine Gesellschaft“ Deines Vaters sieht so aus:
Der Mann, Kriegs-Spätheimkehrer, den sie mir vorgesetzt hatten, der mich mal mit einem blutig verschmierten Geburtshelfer-Strick (womit man die Kälbchen aus der Mutterkuh zieht) eine Stunde lang so geschlagen hatte (objektiv und nachweislich grundlos), dass sich die Fasern dieses Strickes auflösten, (er hätte auch eine Kette nehmen können, womit man die Bullen anband), der befand sich jahrzehnte später im Sterbezimmer meiner Mutter, ich hatte mein kleines Töchterchen auf dem Schoß.
Klar, alle waren traurig. Meine Tochter fragte: „Papi, würdest Du mich jemals schlagen, weil die Ute, – (Vater Theologiestudent damals, Mutter Pädagogikstudentin) – die Ute wird immer furchtbar von ihrem Vater geschlagen und ihre Mutter hat sie getreten, die ist richtig hingeknallt!“ meine aufrichtige Antwort: „Nein, niemals, auf gar keinen Fall, das mache ich nicht, Deine Mama nicht, hab´ keine Angst.“
Im selben Moment kam der o.g. Mann, – (nicht mein richtiger Vater) -, aus dem Sterbezimmer, wo meine Mutter nach langem Krebsleiden den letzten Atemzug gerade hinter sich hatte, nickte bestätigend und kommentierte laut aber bestimmt:
„Das hat noch niemandem geschadd!“
„Hier will ich aber niemals wieder hin!“, sagte meine Kleine.
`Du unbelehrbares Schwein! Der Teufel soll…´, dachte ich.
Die unaussprechliche Unansprechbarkeit dieser Figuren (gibts auch Frauen / Mütter, wie aus den zahlreichen Kommentaren hier erschütternd bezeugt wird) hat mich Jahrzehnte beschäftigt.
Aber, Sthephan, es geht wirklich nicht um diese Leute. Denn wir können deren defizitäre Lernbereitschaft nicht beheben.
Es geht um Dich, dass das heilen kann, dass Du leben kannst – und Du hast da schon echt konstruktive Ansätze.
`Vater´, `Mutter´, das sind Rollenbezeichnungen, Rollen, deren Merkmale & Aufgaben heißen: Beschütze dein Kind, sorge für seine Bedürfnisse, achte auf seine Wünsche, gib ihm echte Hinwendung, Achtsamkeit, entwickle deinen Respekt vor allem Leben und sei deinem Kind Freund, Gefährte mit ehrlicher Dankbarkeit für das Vertrauen, welches dir dein Kind entgegenbringt und die Liebe, die es mit euch ausleben will. Und dies ist nicht diskutierbar. Dann werdet auch ihr leben.
Der Protagonist aus meinem Beispiel oben hat zahlreiche Kinder gezeugt, ist aber nie wirklich Vater gewesen. (dass Sexualität etwas ist, was wir Menschen alle gemeinsam haben, ein Leben lang, das wissen wir ja nicht erst seit Sigmund Freud – auch dafür hat jeder selbst die Verantwortung).
Alles was ich sage, gilt nicht für die Ausnahmen, die Echten, die Aufrichtigen und die Achtsamen.
Wenden wir uns doch denen zu, die Schutz geben, die zuverlässig sind, die lernen und von denen wir lernen können. Stephan, den mächtigsten Hebel, den Du hast, ist die ständige Entscheidung darüber, wohin Du Deine unschätzbar wertvolle Aufmerksamkeit richtest. (die Aufarbeitung ist wichtig, aufräumen, immer aufräumen,…“Das hat noch keinem geschadet“, doch, es blieben ein paar Gräber, die ich nie besuchen muß.
Thanks.
Ich stand heute Nacht um 1 Uhr auf weil ich den „Alten“, seine Schläge und Erniedrigungen mal wieder nicht aus dem Kopf kriege.
Manchmal wache ich halt einfach auf und will zurückschlagen, weil er sich dem Thema nicht stellt.
Ihn zum Krüppel schlagen so wie er es mit mir gemacht hat.(seelisch)
Der Focus ist aber falsch, es geht darum, bei mir selbst den Schaden zu finden, verstehen, beheben, daraus zu lernen und daran zu wachsen.
Auf dem Weg zur Therapie geht es schon langsam los, die Wände wackeln, ich erkenne meine Verletztheit, die Aggression, realisiere es wenn ich im Alltag überreagiere weil ich noch so verletzt bin und kann es auch schon steuern.
Allein schon die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema hilft, gibt mir Kraft und Hoffnung.
Eines Tages werde ich frei sein, frei von seiner Gewalt, so das ich über ihn lachen kann.
Lachen hilft echt, und es fühlt sich auch besser an als Rachegelüste.
Damals habe ich Rache geschworen, heute ersehne ich Sie, am Ende wird Verachtung stehen, denke ich.
Ohne gute Freunde und Beziehungen wäre ich nie soweit gekommen, mich so wie heute zu verstehen und ernsthaft eine Therapie zu beginnen.
So, jetzt geht es mir schon etwas besser.
Ich will nach vorne schauen, nicht zurück.
Der Alte Schläger verdient meine Aufmerksamkeit nicht sondern meine Freunde, Ihr hier und positive Menschen, denen Gewalt genauso ein Greuel ist wie mir.
Mfg, Stephan
ja, ich würde unbedingt zu einer Fachperson gehen. Im Jugendamt sind oft Verwaltungsangestellte. Aber z.B. hier in Köln haben wir den Psychologischen Dienst der Stadt – in einer Lage, die jeder findet, neben der Rheinischen Fachhochschule im Mauritiusviertel. Das ist eine gute Anlaufstelle. Wirklich Fachpersonal. Ansonsten sind die Gesundheitsämter Anlaufstellen. Man fragt sich vorsichtig durch, bis man sich wirklich sicher und gut fühlt. Das weibliche Personal in Polizeidienststellen hilft auch diskret weiter, die kennen das gesamte Hilfsangebot in ihren Bezirken, …
Nur etwas Mut, wenn Du nicht ein halbes Jahrhundert damit zu tun haben willst, geh und such Dir Hilfe. Man kann Traumata nicht ungeschehen machen. Aber ich meine:
Du musst Dich unbedingt jetzt davor schützen, dass Dir später die ganze Familie, Verwandtschaft etc. Deine Realität nimmt, Deine Biographie verdreht, durch Beschwichtigungen und Rechtfertigungen wie:
„Ach, das hat noch keinem geschadet.“, „fang nicht wieder damit an, das interessiert niemanden“, „da rutscht doch jedem mal die Hand aus, man muss auch verzeihen…“
das reine Schlagen, also Backpfeife oder so ähnlich ist m.E. wirklich langweilig gegenüber dem eigentlich subtil daruter Liegenden: „ich Mutter/Vater, wollte(n) das eigentlich nicht, die Ehe nicht, die Kinder nicht, Dich nicht, ist halt so passiert, lasst mich in Ruhe, aber nur wegen Kind(ern) sind wir zusammen geblieben, – eigentlich wollte ich/wir etwas ganz anderes: aber fragt nicht, geht doch keinen was an, oder: „Du steigerst Dich da in was rein!“ „So war das nicht!“ „Du lügst!“ usw. usf.
Dann kommen die ganzen verqueren Mitleidskisten dazu: „Wie kannst Du nur Deiner armen kranken Mutter/Vater.“ und „das ist schon so lange her, wozu wärmst Du das nur immer wieder auf?“ sowie „haben wir nicht a-l-l-e-s für dich getan?“
Nur Mut. Geh los und tu was Du kannst für Deinen Frieden. Viel Erfolg und alles Gute!
Ich kann dass alles gut nach voll ziehen ,
So wie herr karl hinkel gesagt hatte ich solle doch zum Jugendamt gehen ,habe ich es nicht getan ,es ist einfach die angst , die angst nicht zu wissen wenn man sozusagen seine eltern „verrät“ beim jugendamt . . . Ich bin kurz davor es endlich zu sagen ,denn ich sage mir nach jedem Tag an dem Meine Mutter mich schlägt – ach das wird wieder ,das passiert nicht mehr . . aber es ist nur eine frage der zeit ,und dann passiert es wieder .Nun sind es 9 Jahre und es hat nicht aufgehört. Dann fragt man sich , wie lange hällt man das noch aus …
Hallo Lord David,
in meinen Seminaren arbeite ich mit der These: „Das Symptom ist die Lösung.“ Mit Symptom sind hier Verhaltensweisen gemeint, die wir immer wieder zeigen, mit denen wir aber unzufrieden sind oder darunter leiden. Diese „symptomatischen Verhaltensweisen“ sind meist als Lösung für innere Konflikte zu verstehen. Und zwar als beste Lösung. Nicht als beste Lösung, die man sich vorstellen kann, aber als „beste Lösung“, die dem Betreffenden zur Verfügung steht.
Die Mauer um Ihr Herz und Ihre Seele sowie die Persönlichkeitsspaltung sind solche symptomatische Verhaltensweisen. Sie tun es aber Sie leiden darunter, wissen aber keine Alternative. Dieser Ansatz hilft zu verstehen, warum wir manchmal etwas tun, mit dem wir unzufrieden sind, aber zu keiner anderen Verhaltensweise oder Einstellung fähig sind.
Insofern sind solche Symptome immer auch psychische Überlebensstrategien.
Was kann man dagegen tun? Es braucht dazu heilende, korrigierende Erfahrungen. Was Sie also mit zerstörtem Urvertrauen meinen, heißt, dass Sie lernen können, einem Menschen zu vertrauen. Das ist nicht leicht, weil die sysmptomatischen Verhaltensweisen – und die dazugehörigen Überzeugungen und Ängste – Ihnen dazwischen kommen werden. Mit anderen Worten: es braucht viel Zeit und Geduld. Und zwar auf beiden Seiten. Das heißt, es ist nur in einer stabilen Beziehung möglich. Das kann eine Partnerschaft sein oder eine therapeutische Beziehung.
Das ist einer der Gründe, warum ich hier öfters eine Therapie empfehle. Denn allein aus sich heraus kann man das nicht schaffen. Es braucht dazu eine Beziehung. Und viel Liebe und Geduld auf beiden Seiten.
Danke für Ihren Kommentar – und alles Gute.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich selbst bin über Jahre von meinen Eltern Missbraucht und geschlagen worden. Bei mir hatte das zur Folge, dass ich meine Persönlichkeit gespalten habe. Das ganze ist nicht bewusst passiert, es hat sich über die Jahre entwickelt. Ich habe eine Mauer um mein Herz und meinen Seele gebaut, welche so dick ist, dass keiner mehr an mich heran kommt. Ich fühle mich oft sehr Einsam.
Meine Frage ist, wie passiert das, dass sich eine Persönlichkeit spaltet? Was kann man dagegen tun? Mir wurde mal gesagt, dass meine Eltern mir mein Urvertrauen (wenn es so etwas gibt) zerstört haben, kann man das wieder erlernen?
Vielen Dank für Ihren tollen Blog.
Lord David
Hi Fe… und noch schöne Feiertage und ein gut beginnendes neues Jahr!
Alles, alles was Du berichtest, kommt mir sehr vertraut vor. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass man das nicht alleine schafft. Und es ist auch nicht mit einem Buch oder „guten Ratschlägen“ getan.
Also such Dir Hilfe. Meine Erfahrungen waren positiv, es hat gedauert, aber es lohnt sich auch. Vielleicht muss man anfangs etwas suchen, um den richtigen Therapeuten zu treffen.
Betroffenheit ändert alles. Gerade schaue ich mir die James Dean Filme noch mal an. In „Jenseits von Eden“ kann man ja schon studieren, wie das so läuft rundum mit den Verharmlosungen, Rechtfertigungen, Verwirrungen usw.
Übrigens, bei einem Nebensatz, den Du zu Deiner Arbeit sagst, läuten bei mir Alarm- und keine Weihnachtsglocken. Das klingt so, als fändest Du, dass die Einschüchterung und das daraus resultierende „Funktionieren“ am Arbeitsplatz etwas Positives wäre.
Anpassung ist keine Lösung. Und selbst dann, wenn Du Dir sehr viele Fähigkeiten zulegst und in der Arbeit brillierst, ist das wie Abhauen. Und Abhauen löst das Problem nicht.
Auf jeden Fall kann ich nach allem, was ich nun seit über 50 Jahren sehr bewusst beobachte, sagen: Du hast die besten Chancen, für Dich eine Klärung zu erreichen, dann wirklich zu leben. Jedenfalls kannst schon mal ausdrücken, worum es Dir geht. Die allermeisten Menschen können oder wollen allein das schon nicht.
Aber wenn man dann `befreit´ ist, sieht man das Theaterspiel in seiner Umwelt ja immer noch. Allerdings bezieht man das nicht mehr alles auf sich. M.E. ist dies
einer der ganz schlimmen Punkte:
Diese unterdrückenden und verwirrenden Familienverhältnisse erzeugen einen Mechanismus, dass man später jedes Grinsen anderer, jede Bemerkung und Dinge, die einfach geschehen, auf sich bezieht.
In diesem Blog gibt es viele gute Artikel. Einige davon sagen z.B. „Veränderungen sind schwer, aber möglich.“ oder „Gefahr erkannt heißt nicht automatisch Gefahr bebannt.“ aber auch „Zuerst kommt die Erkenntnis: Ich habe ein Problem, und Ich möchte/will/muss und werde etwas ändern.
Ach und zum Schluss möchte ich kurz Herrn Kopp-Wichmann für die viele gute Arbeit danken und den großen Nutzen, den ich persönlich davon haben durfte.
Alles Gute! Karl Hinkel, Köln
Hallo,
Ihr Bericht klingt fürchterlich. Das sind die Folgen der Misshandlungen, die Sie erlitten haben. Damit brauchen Sie sich aber nicht abzufinden. Aber Sie brauchen dringend Hilfe. Suchen Sie sich einen Psychotherapeuten (weiblich oder männlich), der mit Ihnen diese frühen Traumatisierungen bearbeiten kann. Dann wird vielleicht nicht alles wieder gut aber sehr vieles deutlich besser.
Therapeuten finden Sie hier: http://www.psychotherapiesuche.de oder http://www.therapie.de
Ich wurde als Kind von meinem Vater geschlagen bzw. in den Keller gesperrt und von meiner Mutter psychisch fertig gemacht.
Seit dieser Zeit gibt es kein Ich im eigentlichen Sinne mehr.
Ich reagiere nur auf äussere Reize.
Ich adaptiere und setze eine Maske auf, welche in der entsprechenden Situation passend scheint. Es kommt mir vor als sei ich der Charakterspiegel meines gegenübers.
Komischerweise kommt mir dies bei der Arbeit zugute…
Ich hatte noch nie eine Beziehung und bin mitte 20.
Jedesmal wenn ich es probiert habe, musste ich feststellen, dass ich zwar lieben kann, jedoch nur in meinem innern. Dies hat für den anderen den Anschein ich wäre gefühlsmässig tot.
Ich probiere dann die Maske fallen zu lassen, nur um immer wieder zu sehen, dass dahinter nichts mehr existiert bzw. was existiert so abartig und relativiert ist, dass es diese Person unmöglich lieben kann.
Auch bin ich dann vor Angst wie erstarrt.
Jede Aktion meinerseits könnte ja den geliebten Menschen verscheuchen oder könnte zu viel von mir preisgeben.
Ich habe es langsam satt. Das einzige was für mich in dieser Welt wirklich von Bedeutung bleibt mir verschlossen.
Die Weihnachtszeit ist meist schlimmer als der Rest des Jahres. Mit den Eltern und der Schwester zusammen sitzen und so tun als ob alles super wäre. Ich fühle meinen Eltern gegenüber überhaupt nichts, nicht einmal für meine Schwester welche mir nie etwas schlechtes angetan hat, jedoch hat sie das andere geschehen lassen und es selber nie erleben müssen…
mfg
…
Hallo zusammen!
Ich finde ihre Website sehr gut!
Ich bin noch jung und wurde schon als
kleines Kind geschlagen. Mein schlimmstes
Erlebnis war als ich 6 Jahre alt war und unsere Heizung kaputt war. Mein Vater
beschuldigute mich sie kaputt gemacht zu haben. Er sperrte mich für einen ganzen Tag lang in mein zimmer
Nabend zusammen.
Ich finde den Beitrag richtig gut formuliert und auch die Webseite gefällt mir.
Momentan fängt es bei mir wieder an, dass Ich an meine Vergangenheit anfange zu denken weil meine Freundin mit dem Thema Kind anfängt.
Ich habe, wie oben geschrieben, Angst den selben Fehler wie mein Vater zu machen.
Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, fallen mir direkt die schlechten Sachen ein die mein Vater mit meiner Mutter, mit Mir und meinen 2 Geschwistern angestellt hat wenn Ihm mal irgendwas nicht gepasst hat.
Ich bin mittlerweile 21 Jahre alt und die Gewalt ist im Alter von 10-14 Jahren passiert, bis meine Mutter sich geschieden hat, danach war mit Gewalt Ende.
Meine Mutter und meine Geschwister haben nach einer Weile drüber geredet, doch Ich habe dies nicht getan, doch nicht weil es mir egal war, ich schaffte es einfach nicht.
Fast jede Woche überrumbelt mich die Trauer das Ich mich frage warum macht meine Kindheit (Vergangenheit) mein Leben so traurig..
Angst und Vertrauensverlust in Beziehungen, Beschränkte Konfliktlösungsmöglichkeiten, Abgrenzungsprobleme sind die Sachen die in mir sind.
Ich glaube mittlerweile meine Kindheit kontrolliert mein Leben und meine Zukunft und es macht mich kaputt, auch wenn man es mir nicht anmerkt.
Doch Guilia, gehe zum Jugendamt oder einer anderen Beratungsstelle. Hier in Köln haben wir den „Psychologischen Dienst der Stadt Köln“ z.B. in der Schaevenstraße neben der Fachhochschule. Einfach hingehen und sagen: „Ich brauche einen Ansprechpartner. Bitte helfen Sie mir weiter.“ Denn alleine kriegt man das nicht auf die Reihe. Mitleid, Scham und Hass sind absolut unproduktiv, helfen niemandem weiter. Du gewöhnst Dich nur an solche Gefühle und Reaktionen. Verschwendete Zeit, verschwendete Energie. Später wirst Du nur verzweifeln, weil Dir sonst niemand zuhört, Dir keiner glaubt. Also geh sofort und such Dir Hilfe. Jugendamt ist erst mal gut. Frag Dich durch, bis Du an der richtigen Stelle bist. Hier in Deutschland haben wir, bei allen Mängeln, die man aufführen könnte, eine sehr gute Versorgung. Aber Hilfe muss gewollt sein. Du musst gehen.
Hallo mein name ist giulia mein altern möchte ich nicht verrat ,aber ich bin noch jung .
Ich habe mir all die Kommetare durchgelesen .
In dem Bericht von „bea“ erkenne ich mich selbst wieder .Alles was die dame schildert lief oder läuft bei mir genauso .
Trotzdem hatte und habe ich immer angst vor dem Ereigniss das sich abspielen wird wenn ich etwas gegen die gewalt tue .Was wird passieren wenn ich es dem Jugendamt erzähle ,dies sind so dinge die ich mir nicht erklären kann und deswegen rede ich nicht darüber und verfalle langsam in gleichgültigkeit ,was meiner meinung das schlimmste ist .
s. unter you tube
joan baez
„sind so kleine hände“
Hallo, ich habe heute phasenweise noch darunter zu leiden, das ich als Kind geschlagen worden bin. Die Phantasien äußern sich dadurch, dass ich früher in ein Puff gegangen bin, und mich habe schlagen lassen. Oft bin ich in einer Strumpfhose geschlagen worden. Deswegen ziehe ich heute gerne noch Strumpfhosen an. Oder ich befriedige mich und stelle mir vor, ich werde von meiner Mutter geschlagen. Jetzt bin ich in einem Forum drin, wo man sich in seiner Phantasie schlägt im Chat. Das Thema nervt mich, weil es Energie kostet. Ich habe auch schon etliche Therapien gemacht. Wie geht es Euch damit. Anscheinend scheint das Thema heute modern zu sein, wenn man die verschiedenen Spanking-Foren sieht.
Hallo Selini,
es ist leider oft so, dass man das, was man erlebt hat, unbewusst an seine Kinder weitergibt. Eine Therapie mit Ihrer Tochter zusammen zu machen, halte ich in deren Alter nich für angebracht. Allenfalls getrennt könnte das Sinn machen. So wie es aussieht, braucht aber Ihre Tochter vor allem professionelle Unterstützung. Studieren ohne fertig zu werden ist oft der unbewusste Versuch, nicht ganz erwachsen zu werden. Entweder weil man die Verantwortung scheut oder weil man glaubt, die Eltern würden einem noch etwas schulden.
Zu Ihnen: ich denken, dass Sie Ihre Tochter loslassen müssen. Das fällt natürlich umso schwerer, wenn man Schuldgefühle bezüglich der Erziehung hat und mitbekommt, dass es der Tochter nicht wirklich gut geht. Doch ihren Weg muss Ihre Tochter alleine gehen. Wenn ein Gespräch über die Vergangenheit nicht möglich ist, bleibt die gute Möglichkeit, ihr einen langen Brief zu schreiben nach dem Motto: „Was ich Di schon immer mal sagen wollte.“ Und da schreiben Sie einfach alles rein, was Sie bedrückt und was Sie ihr mitteilen möchten.“
Ihre Tochter muss darauf nicht antworten. Der Brief ist auch in erster Linie für Sie, zum Loslassen und Abschiednehmen. Denken Sie auch daran, jenseits der Schläge haben Sie Ihrer Tochter auch sehr viel Gutes mitgegeben.
Danke für Ihren Kommentar.
Ich bin leider eine Mutter, die,vor allem, ihre sehr lebhafte Tochter (ältestes Kind)geschlagen hat. Dass ich auch geschlagen wurde, soll keine Entschuldigung sein.
Ich habe mehrmals versucht, mit meiner Tochter darüber zu reden, nicht nur, um mich zu entschuldigen, sondern auch mit ihr darüber zu reden, ihre Gefühle heute und damals kennen zu lernen, und evtl.mit ihr eine Therapie zu machen. Und natürlich möchte ich auch nicht, dass sie noch nicht vorhandene Kinder einmal schlägt. Nun studiert sie schon seit 10 Jahren,ist sehr intelligent und bringt auch ihr 2. Studium nicht zu Ende.
Ihr Temperament wandelt sich oft von bösartigen Beschuldigungen über heutige Ereignisse bis zu Bewunderungselegien auf mich. Nach der letzten Beschimpfung, bei der sie nicht bekam, was sie wollte, habe ich ihr auch per SMS mein Bedauern und Verständnis für ihre Reaktion mitgeteilt, doch gleichzeitig klar gemacht, dass ich nicht ihrer Meinung bin. Ausserdem habe ich ihr gesagt, dass ich sie lieb habe, aber nichts mehr gehört.
Ich freue mich auf einen Kommentar und beantworte auch gerne weitere Fragen. Danke
Hallo!!!
Ich weiß nicht so richtig ob ich hier richtig bin aber ich erzähl euch einfach mal die Storie.
Es geht nicht um mich sondern um meinen Freund. Wir sind jetzt seit 1,5 Jahren zusammen ich weiß das ist noch nicht viel, aber ich habe immer mehr mitbekommen das er ein Problem hat. Und zwar ein sehr starkes ego und selbstwertgefühl.
Seine geschichte fäng schon in der frühen Kindheit an. Mit 6 trennten sich seine Eltern und seine Mam fand einen neuen der ein trinker war und zu gewalt neigte. Er wurde sehr viele Jahre über, von seinen Stiefvater Geschlagen/verprügelt und runtergemacht so das sein selbstwertgefühl gleich null war. ein Bs: wäre: er isst gerade, der Stiefvater kommt rein und nimmt ihn ohne grund den teller weg und schmeisst meinen freund mit voller wucht vor den herd und prügelt ihn in sein Zimmer. er durfte auch nie raus mit anderen was machen. Nach sehr langer zeit trennte sich seine mam von den Kerl. der Junge war dann aber schon 16. Nach den rauschmiss des Stiefvaters holte der junge alles nach was er versäumt hatte. Ging auf partys, machte mit weibern rum, hatte freundinen aber nie lang. und er hat einige dinge in den beziehungen gemacht die nicht korrekt waren. nun ist der kleine junge von damals schon mitte 20 und jetzt komme ich ins spiel. ich habe seit einigen Monaten erfahren (Durch andere Frauen erfahren) das er heimlich mit ihnen SMS schreibt oder per internet, also nie persönlich sich trifft oder so. Das sind aber keine normalen sms, sondern sms die mir weh tun und ihm sein selbstwertgefühl und sein ego streicheln bzw etwas erhöhen. er will von ihnen hören das er gut aussieht,das er ein toller typ ist, er flirtet sehr stark mit ihnen um das zu bekommen und ihm sind in den moment meine gefühle oder das ich da bin egal. Als ich es herausgefunden habe war ich natürlcih stock sauer und traurig. und ich habe ihn gefragt warum und er sagte aus egopflege und stärkung des selbstbew.. er sagte auch das er mir nicht weh tun wollte und es ihm leit täte (unter tränen) er es versuchen will das er sowas nicht nochmal mahct er aber nicht weiss ob er stark genug dafür ist.
Ich habe es schon oft bemekrt das er zu wenig selbstbewusstsein hat privat, beruflich ist das anders, da is er fit wie ein Turnschuh und er weiß auch was er kann.
Nun frag ich mich ob sein verhalten was mit den schlägen und den selbstbewusstseinsverlusst von früher zu tun haben. Als ich nämlich mal tiefer bei den thema gebohrt habe was fürher war blockte er nach ner zeit ab und als ich mich einmal nicht abblocken ließ und wirklch tief in seine seele geschaut habe´, fing er an mit weinen und ich habe seine wahren gefühle zu den thema gesehen. Er ist insich zursammengebrochen.
Und nun denk ich das das geschreibe mit den anderen Frauen nur ein hilfeschrei ist um sein selbstbewusstsein Bzw ego für ne kurze zeit aufzubessern. Ist das so? und wenn ja was kann ich für ihn tun oder machen. Ich sage ihn schon sehr sehr oft was für ein toller kerl er ist und das er gut aussieht und ich ihn einfach über alles liebe und was er in seinem leben erreicht hat einfach der hammer ist und ich mega stolz auf ihn bin.
Aber ich weiß einfach nicht weiter und mir dämmert es langsam das es halt mit seiner kindheit zusammenhängen könnte. bitte um hilfe!!
Hallo Bea,
ich glaube, Sie brauchen Distanz zu Ihrer Mutter. Einmal räumlich, wenn das geht, aber vor allem innerlich sollten Sie sich ablösen.
Ihre Mutter und Sie sind auf eine Weise miteinander verstrickt, dass es keinem gut tut. Ihre Mutter kann Sie offenbar auch schlecht im Guten loslassen. Das wäre aber wichtig für eine normales Verhältnis zwischen Ihnen.
Wie den meisten, die hier schreiben, rate ich Ihnen zu einer guten Psychotherapie, um die Folgen des Schlagens und der unglücklichen Beziehung mit Ihrer Mutter zu verarbeiten – und sich dann auf eine gute Weise zu lösen.
Danke für Ihren Kommentar.
Ich finde Ihre Seite sehr gut. Ich erkenne mich (ich wurde als Kind geschlagen) wieder und auch das Verhalten meiner Mutter haben Sie auf den Punkt gebracht „das bildest du du nur ein“ etc.
ich bin 20 jahre und habe heute ein sehr schwieriges verhältnis zu meiner Mutter. Die Gefühle ihr gegenüber bewegen sich im bereich Mitleid, Hass, Schämen.Ich wurde von ihr geschlagen (auch mit Gegenständen) und ich kann mich an Vorfälle vor dem vierten LJ erinnern. Ich denke das hat viel in mir kaputt gemacht. Verwirrenderweise hat sie plötzlich damit aufgehört, als ich ca. sechs Jahre alt war (und nur noch hin und wieder geschlagen bis zu meiner Pubertät) und sich aufopfernd gegeben.
Also mit einem mal hat sie mich völlig geschont mit Hausarbeiten und mir immer Geschenke oä mitgebracht. Das problem dabei ist, dass ich mich sehr distanziert hatte und eher kalt geworden war. Das wirkte dann auf Bekannte und Verwandte sehr komisch, da meine Mutter doch immer so gut zu mir war, weil sie ja alles für mich gemacht hat. Nun kam man zu der Schlussfolgerung, dass ich verwöhnt sei und ich sei schuld dass es ihr nicht gut geht, weil ich so ein „böses“ Kind war.
Noch heute macht sie mir Schuldgefühle,wenn ich irgendein Problem anspreche! Dann ist sie auf einmal sehr traurig und ich fühle mich schlecht -ich denke es ist nicht meine schuld, dass ich keine richtige Beziehung zu ihr aufbauen kann. Dann tut sie mir wieder leid, weil ich weiß dass sie eigtl. irgendein Problem hat. Wenn ich sie darauf anspreche, wird sie oft wütend und ich bekomme eine aggressive Antwort. Ich kann nicht bei ihr sein ohne Aggression zu verspüren. Das hat zur Folge, dass ich ebenfalls gemeine Dinge zu ihr sage. Ich hätte gern ein gutes/normales Verhältnis -was kann ich tun ?
Der Runde Sichfreuender möchte ich mich anschließen. Das Verstehen ist immer ganz prima. Und bei einer so zentralen Sache ist Verstehen ein Meilenstein.
Was RKW sagt, dass Verstehen und Integrieren nicht Verzeihen heißt (aber heißen kann) und auch nicht Vergessen oder anschließendes Verdrängen zur Folge haben muß ist auch wichtig.
Was ich erlebt habe in der gleichen Thematik: ein sehr langes Ringen um Verstehen, dann ein ebenso langes schrittweises Integrieren, stückchenweise Verzeihen (aber das war dann gar nicht mehr so spannend) und ein Akzeptieren der sehr hohen Empfindsamkeit und des besonderen Sicherheitsbedürfnisses – das war dann wiederum spannender und irgendwie schön, ein ernsthafter Weg zurück zu mir selbst.
Was bleibt: Wachsamkeit, Achtsamkeit, die erlangte Bewusstseinsstufe, das Wissen um den Wert von Echtheit (was rar ist, ist teuer)
Und aufmerksam beobachte ich das ja nun seit einem halben Jahrhundert. Irgendwie hat sich nicht viel geändert. Die Prügelstrafe wurde offiziell vor noch gar nicht so langer Zeit abgeschafft, aber echte Veränderungen sind schwer. Die Mißbrauchsstatistiken von Kindern haben sich nicht sehr geändert. Vielleicht wird weniger zugeschlagen, aber der Stress ist nicht weniger. Es gehört verdammt was dazu, die Welt ein Wenig besser zu machen.
Hallo Kurti,
ich freue mich wirklich für Sie. Ich hab es auch ähnlich erlebt vor einiger Zeit. Es tut sich plötzlich die MÖglichkeit auf es anders sehen und fühlen zu können. Abgetrennter. Und ich denke das ist ganz wichtig. Sie sollten jetzt auf sich stolz sein. Alles Gute!
Lieber Kurti,
Ihr Bericht hat mich berührt und ich freue mich sehr, dass Sie das erlebt haben.
Sie schildern etwas, von dem ich weiß, dass es wichtig ist, das man aber nicht „machen“ kann. Ich verstehe Ihre Worte so, dass Sie nach langer Zeit Ihre Eltern als Ihre Eltern akzeptiert haben und Ihren Frieden mit ihnen gemacht haben. Das ist ein enormer Schritt, denn er erfordert, dass man darauf verzichten muss, den Eltern die Schuld zu geben für das, was sie getan haben. Das heißt nicht, dass man ihnen verzeihen muss oder sollte.
Wenn man zu früh verzeiht, verrät man damit fast immer den inneren Teil in sich, der eben verletzt wurde. Akzeptieren ist etwas anderes. Akzeptieren beinhaltet, dass man seine Eltern als seine Eltern annimmt – trotz all dem Schlimmen, das sie einem angetan haben mögen. Und man versteht auch, dass sie nicht anders handeln konnten. Theoretisch ist es leicht zu fordern, dass sie hätten anders handeln können. Aber in der Praxis konnten sie eben nicht anders.
Die Entwicklung, die Sie beschreiben, ist die Ernte von einer langen Auseinandersetzung mit allen Tiefen. Davor scheuen viele zurück und suchen ihr Heil in der Verurteilung der Eltern oder im Konservieren des Hasses, für den man gute Gründe hat. Doch zum Friedenmachen mit den Eltern eignet sich Hass überhaupt nicht. Es geht ja darum, als Erwachsener sich von den Eltern abzulösen und mit dem Hass bindet man sich weiter an sie.
Das mit dem Brief ist eine gute Idee. Vielleicht antworten Ihre Eltern darauf, vielleicht auch nicht. Wichtig ist, dass Sie auf einer inneren Ebene sich von ihnen gelöst haben.
Zu dem Thema gibt es auch ein Video von mir hier …
Danke für Ihren Kommentar, Kurti, und alles Gute für Sie weiterhin.
Hallo zusammen,
ich schreibe ja nun schon eine Weile hier mit und habe sicher so manches Mal meinen Standpunkt doch sehr vehement verteidigt. 😉
Heute schreibe ich, weil ich nach 14 Jahren mit meiner Vergangenheitsbewältigung durch bin.
Vor zwei Wochen etwa passierte in mir etwas, was ich gefühlsmäßig noch nie vorher gefühlt hatte, also nicht kannte. Und wenn mir, wer auch immer, jemals gesagt hätte, du, pass auf, auch dir wird es irgendwann so ergehen, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt…
Doch nun ist alles anders.
Das Ganze hatte so ungefähr drei Tage gedauert, bis ich begriffen hatte, was passiert war. Zuerst war da nur ein merkwürdiges Gefühl, dass sich in meinem Innern etwas grundlegend veränderte. Am zweiten Tag wurde ich mir darüber bewusst, dass es etwas mit meinen Eltern und meiner Vergangenheit zu tun hatte. Und am dritten Tag war es dann so, dass ich keinen Schmerz mehr in mir spürte, wenn ich an meine Eltern, ihr Verhalten mir gegenüber und die schrecklichen Dinge dachte, die sie mit mir gemacht hatten.
Zuerst konnte ich es gar nicht glauben und auch jetzt noch bin ich sehr skeptisch, aber die Schmerzen kamen nicht wieder.
Anstatt der seelischen Schmerzen spüre ich jetzt Verständnis für meine Eltern, für ihr Verhalten und für ihre Liebe zu mir.
Deswegen kann ich auch nicht sagen, dass ich meinen Eltern vergeben hätte, sondern ich habe verstanden. Ich kann auf ein Mal mich in sie hineinfühlen und begreifen, dass alles, was sie mit mir getan und nicht getan haben, aus bester Absicht und aus Liebe geschah.
Es hört sich womöglich sehr merkwürdig an, was ich hier schreibe, aber es ist die Wahrheit. Und ich glaube auch nicht, dass es nur eine Phase ist, sondern dass ich endgültig so fühlen werde.
In meinem Innern konnte ich die Tür zu meiner Kindheit ohne Angst endlich schließen.
Ich habe einen Brief an meine Eltern geschrieben, wo ich um Entschuldigung gebeten habe, denn ich wollte sie nie wirklich verletzen und ihnen weh tun. Vielleicht kommt noch mal ein Kontakt zustande, vielleicht auch nicht, beides Optionen, mit denen ich umgehen kann. Die Entscheidung dazu liegt bei meinen Eltern.
14 Jahre habe ich sozusagen eine Art Trauerarbeit für jede Erinnerung geleistet, die mir weh getan hat. Jetzt ist diese Arbeit getan, die Trauerarbeit abgeschlossen. Es fühlt sich merkwürdig an, aber ich bin froh, dass ich vor 14 Jahren damit angefangen habe und ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist. 🙂
Ich danke allen, die meinen Weg ein Stück mitgegangen sind, ich hoffe, dass ich dabei niemandem zu sehr auf die Füße getreten bin. Es war schön, sich auf dieser Ebene auszutauschen. 🙂
Zunächst werde ich mich erst ein Mal ausruhen und dann mal sehen… wo mich der Wind hintreibt…
Auf Wiedersehen, Kurti
Hallo Kurti,
natürlich brauchen Prozesse, Technologien und alles Neue nicht nur Befürworter, sondern auch Opponenten.
Das Internet ist mir z.B. gerade sehr behilflich, meinem Neffen bei seiner sehr komplexen und äußerst umfangreichen Diplomarbeit zu helfen. Da geht alles ganz flugs.
Und glaube mir bitte, es macht uns beiden und allen, die das mitbekomen, einen Heidenspaß.
Ich beschäftige mich mit dem Internet auch noch nicht so lange, obwohl ich seit 1980 mit EDV aufgewachsen bin.
Es ist zunächst mal eine gute Möglichkeit der Kommunikation. Früher, 80er, 90er Jahre haben wir sehr viel mehr Fahrten im Vertrieb gemacht. Besonders auch die Multimedialen Möglichkeiten sind doch hervorragend.
Recht hast Du, dass man auf sich, seinen Geist, die Psyche und auch auf die Überforderung durch das ständige Multitasking achten sollte.
Schönen Abend.
Karl
@Karl
Das Internet ist die größte Illusionsmaschinerie, die ich kenne. Die Menschen, die ja angeblich hinter den Nicknames stehen sollen, befinden sich hinter schier endlos verlaufenen Kabeln und würde man sich auf der Straße begegnen, würde man sich nicht ein Mal wahr nehmen.
Auch dieser Blog hier ist Illusion, eine Ansammlung von verschiedensten Lebensgeschichten und es spielt dabei keine Rolle, ob sie wahr oder erfunden sind.
Was zählt ist doch nur die Fiktion, um die Illusion so perfekt wie nur möglich zu machen.
Wenn der Rechner aus ist, sind all die „Menschen“, die einen angeblich mögen, wieder verschwunden.
Ich verachte diese Methode zu sehr, um mich darauf ernsthaft einlassen zu können.
Kurti
Ich habe in meinem vorherigen Beitrag schon etwas angedeutet, was ich gerne separat weiter ausführen möchte. Jeder Mensch empfindet das Erlebte anders und manche hier sind mit der Aufarbeitung vielleicht schon viel weiter als andere, weshalb wir uns nicht angreifen sollten. Dazu möchte ich gerne ein tragisches Ereignis aus meiner Familie erzählen.
Vor 10 Jahren hatte ich einen Traum, in dem sich ein Cousin von mir das Leben genommen hat. Er war 8 Jahre jünger als ich, weshalb ich ihn nur von Familienfesten kannte und ansonsten keinen Kontakt zu ihm hatte. Ich war total schockiert. Noch schlimmer war allerdings, dass sich ein 3/4 Jahr später herausstellte, dass es sich um einen Wahrtraum gehandelt hat. Mein Cousin hat sich als 18-jähriger nach einem Autounfall, bei dem nichts außer Blechschaden passiert war, das Leben genommen.
Auch dieses Ereignis habe ich in der letzten Zeit aufgearbeitet. Im Gegensatz zu mir war er ein Wunschkind und ein Sohn (wie ihn sich mein Vater so sehr gewünscht hätte) und er hat mit Sicherheit nicht einmal annähernd soviel ertragen müssen wie ich, aber das spielt keine Rolle. Für ihn war das was er erlebt hat genauso schlimm, sodass er es an jenem Morgen nicht mehr geschafft hat seinem Vater unter die Augen zu treten und den harmlosen Unfall zu beichten. Ob er geschlagen wurde, weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, dass er unter dem viel zu hohen Erwartungsdruck meines Onkels gescheitert ist und nicht als Versager dastehen konnte/wollte.
Als ich Ende letztes Jahr kurz vor dem eigenen Suizid stand, fing ich natürlich wieder an, an meinen Cousin zu denken, und da ist mir zum 1. Mal die Parallele aufgefallen. Sein Vater ist ein Bruder meines Vaters. Von den 6 Kindern meines Großvaters waren 2 auf dem Internat (Gymnasium) und jetzt ratet mal, welche 2 das waren. Genau, die beiden Intelligentesten haben ihre Kinder am schlechtesten behandelt. Mein Onkel ist Gymnasiallehrer; mein Vater Verwaltungswirt (Stadtkämmerer). Ich kann gut nachvollziehen, dass mein Cousin nicht mehr konnte und aufgrund des Traumes den ich hatte, bin ich mir sicher, dass es ihm schon mindestens 1 Jahr vor seinem Tod nicht mehr gut ging (damals habe ich ihn das letzte Mal gesehen wo mein Unterbewusstsein unfassbares aufgeschnappt hat).
Am schlimmsten geht es doch oft in den Familien der Mittelschicht zu, wo jeder Normalität vermutet. Deshalb verschweigen die Opfer die Realität und spielen der Umwelt ein normales Elternhaus vor, obwohl ihr innerstes um Hilfe schreit. Ich war übrigens gerade mal 1 Jahr älter, als mein Cousin als ich zum 1. Mal an schweren Depressionen erkrankte und zum 1. Mal ernsthaft an Suizid gedacht habe. Alles Folgen einer Kindheit und Jugend, die mir von meinen Eltern genommen wurde.
Wenn ich an meinen Cousin denke, sehe ich einen kleinen Jungen mit schönen großen Augen in Latzhose vor mir, der sich damals schon nicht richtig frei bewegen konnte. Im Endeffekt spielt es heute keine Rolle mehr ob er nur psychisch, physisch oder auf beide Arten misshandelt wurde aber klar ist, es gab auch bei ihm schon früh Anzeichen für Einschüchterung durch seine Eltern. Ich denke es wäre sehr wichtig wenn Erzieherinnen und Pädagogen besser auf verhaltensauffällige Kinder geschult würden. Auch zu stille Kinder sind verhaltensauffällig und entwickeln sich u.U. nicht normal. Es ist sicher nicht im Interesse einer Gesellschaft, psychisch kranke Menschen hervorzubringen. Vielleicht hätte meinem Cousin und mir rechtzeitig geholfen werden können…
Ich bin wirklich so froh diese Seite gefunden zu haben. Es hilft mir mit meinen Gefühlen besser umzugehen, wenn ich lese, dass andere mit den gleichen Problemen kämpfen. Jeder von uns hat auf eine andere Art und Weise eine schlimme Kindheit hinter sich, die ihn bis heute verfolgt. Deshalb möchte ich Euch bitten, Euch nicht gegenseitig anzugreifen. Jeder Mensch empfindet das erlebte anders.
@Kurti: Es macht mich traurig, dass Du glaubst, niemand würde Dich um Deiner selbst wegen lieben. Was ist mit Deiner Frau, mit der Du Kinder hast? Warum glaubst Du nicht gut zu Deinen Kindern zu sein?
Wir alle machen Fehler in der Erziehung aber ich bin mir ganz sicher, dass mein Mann und ich unserem Kind viel bessere Eltern sein werden als meine jemals waren. Unser Kind wird ja erst in den nächsten Monaten geboren aber ich beschäftige mich schon jetzt mit den Kinderbetreuungsmöglichkeiten (hier auf dem Land).
Als ich vor ein paar Tagen zu meinem Mann sagte, dass ich gar nicht weiß, wie ich bei den Öffnungszeiten unsere Kind hier in den Kindergarten schicken soll, da meinte er nur, er sei ja auch noch da (er arbeitet im Gegensatz zu mir nur wenige Kilometer entfernt). Das ist der Unterschied zu meinem Vater – er war nie da wenn die Familie ihn gebraucht hätte. Sei für Deine Kinder da, dann bekommst Du auch etwas zurück und wenn es nur ein Lächeln ist, ein lustiger Abend bei dem Ihr Euch zusammen wohlfühlt, egal was – Eltern sind für Kinder zunächst die wichtigsten Menschen und werden nicht von Anfang an gehasst.
Hätten uns unsere Eltern als die Menschen, die wir sind akzeptiert und respektiert, würden wir uns heute vermutlich blendend mit ihnen verstehen anstatt mühsam unsere Vergangenheit aufzuarbeiten. Gerade unsere schlechten Erfahrungen und die Erkenntnisse, was schief gelaufen ist, was uns bis ins tiefste Innere verletzt hat, befähigen uns doch es bei unseren Kindern besser zu machen. Ich will nicht daran glauben dass Du kein guter Vater bist und dass Dich Deine Kinder nicht lieben.
Für mich ist das Wichtigste, mich von meiner Familie abzugrenzen, die mich niemals so nehmen wird, wie ich bin. Meinen Eltern ging es wirklich immer nur um sich. Mein Mann möchte, dass es mir besser geht und freut sich sehr auf unser Baby. Die Schwangerschaft war nicht immer leicht, denn leider haben Schwangere mit Depressionen ein sehr hohes Fehl- und Frühgeburtsrisiko, weswegen ich mich schon seit langem schonen muss. Mein Mann ist einfach für mich da und erledigt jegliche Arbeiten im Haushalt, die ich nicht mehr machen darf, ohne sich jemals zu beschweren. Bei meinem Vater wäre das undenkbar gewesen. Auch Menschen wie wir treffen auf Menschen, die es wirklich gut mit uns meinen. Nur wir müssen dann auch einen Weg finden solche Menschen in unser Herz zu lassen.
Hallo Kurti,
was meinst Du wohl, wie viele Leute hier Dich gerne haben, sich über Deinen Beitrag, Deinen Mut und die Offenheit freuen.
Vielleicht ist einfach alles ganz anders. Nämlich umgekehrt. Dass die Masse durchgängig mehr Bestätigung bekommt, weil sie sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner trifft…
Aber was ist das wert?
Da werden eigentlich in gigantischem Ausmaße Probleme generiert, alte ständig aufgewärmt und andere breitgetreten.
Problemlösungen erfordern, dass man sich einer Sache mit Ernst und guter Absicht zuwendet. Und davon haben Sie ganz sicher eine ganze Menge. Alle hier.
Karl
Ich mache mal Pause von meinem Ingenieurkram und schreibe noch etwas zu Gabis Kommentar.
In zahlreichen Fällen habe ich beobachtet, wie Leute wie die hier immer wieder beschriebenen `Täter´ sich entspannten und tatsächlich amüsierten, wenn man sich über das Schlagen oder das Trinken und Türeschlagen aufregte. Langsam, eigentlich mit 14, wurde mir klar, dass die sich freuen, weil sie etwas ganz anderes zu verbergen haben, etwas, was nun wirklich niemand wissen soll (In der Kriegsgeneration kann man ja vieles vermuten, vieles ist auch dokumentiert…) Heute meine ich dass Abtreibungsversuche, dass der Haß von Eltern, der ganze Frust, dass das Kind sie mit eigentlich ungewollten Partnern zusammengebracht oder gehalten hat, dass sie nicht mehr machen konnten, was sie wollten, nicht mehr in ihrer Kiffer oder Bierkneipenclique rumhängen konnten, dass sie überhaupt gebunden waren – dass sie da ein Wesen plötzlich vor sich hatten, welches wie ein spiegel war – und da treten sie dann rein, alles nur projezierter Selbsthass, zumindest defizitäre Selbstannahme? Ich glaube dass jedem Menschen mal was passieren kann. Meine Lieblingskaffeetasse habe ich in diesem Jahr auf den Küchenboden geknallt. Es gibt tatsächlich Aggression. Und es gibt eine Menge Theorien dazu. Die meisten sind langweilig.
Mal was passiert, mal wütend, mal, das kann man gut integrieren.
Aber das, was man hier überwiegend liest, ist nicht mal ein Kind schlagen, das ist Selbsthaß der Schläger, das ist irgendwie ein größerer Betrug.
Das eigentliche Verbrechen, das damit begangen wurde – und ich würde mich an dieser Stelle sehr über Stellungnahmen von Psychologen freuen – ist m.E. dass durch diese `Programmierung´ man dann sein Leben lang – da sehr schwer zu korrigieren – Dingen und Leuten beachten zu müssen, ernst nehmen zu müssen, die das tatsächlich überhaupt nicht wert sind.
Ein Kiffergrinsen irgendwo wirft einen für lange Zeit aus der Bahn, man kriegt diese Gesichter nicht aus dem Kopf, regt sich auf, – wie können die nur – anstatt einfach wegzugehen… Die Selbstzerstörung anderer regt einen auf.
Vielleicht ist das verursacht durch die Analogie, dass eben die Schläger von damals ja eigentlich auch Selbstzerstörung betrieben und betreiben…
Und dieses Nichtvergessenkönnen. Ich glaube, dass gehörte/gehört zu deren Absicht, bedingungslose Aufmerksamkeit und Unvergeßlichkeit, Beachtung über deren Tod hinaus zu erzeugen…
Mit jedem Gedanken, jeder Erinnerung saugen sie ihren Opfern die Energie weg…
Hallo Karl (es ist ok, wenn ich Du schreibe, oder?),
Du hast geschrieben:
– Das Entscheidende, das wir haben, ist nicht die Abstammung. Wirklich entscheidend ist der Grad des Bewusstseins, den wir erlangen und die stete Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit.
Schönen Sonntag, guter Mann. –
Sicher hast Du Recht, dass die Abstammung nicht das Entscheidende ist, aber diese zu leugnen, bringt einen auch nicht weiter.
Ich kann am Grad des Bewusstseins auch leider nichts Positives sehen, je mehr ich weiß, auch um die Zusammenhänge weiß und um die Gründe weiß, desto schlechter geht es mir damit, denn je mehr ich weiß, desto mehr drängt es mich jetzt zu handeln. Aber ich sehe mich nicht in der Lage zu handeln.
Ein guter Mann bin ich keineswegs. Ich bereite meinem Sohn keine glückliche Kindheit und ich weiß es.
Ich wäre gern dumm, ganz ehrlich, denn den Dummen gehört die Welt. Wer andere schädigt und es gar nicht merkt, hat doch ein prima Leben!
Aber das Wissen um die Wahrheit macht alles zu nichte, lässt jedes noch so kleine Licht der Hoffnung erlöschen. Ich weiß, dass mich auf dieser Welt NIEMAND wirklich und wahrhaftig liebt, so um meiner Selbst willen meine ich, weil ich da bin, nicht weil ich irgendetwas darstelle. Niemand.
Kurti
Hallo Gabi,
Selbstbestrafung – wenn man eigentlich das Opfer ist, hat mit der Bewältigung der erlebten Aggression zu tun. Da es meist nicht möglich, sich zu wehren oder die Aggression beim Täter unterzubringen, richten viele Menschen die Wut und den Zorn gegen sich. Entweder durch Selbstverletzung bis zum Suizid aber am meisten durch quälende Schuldgefühle, die ja auch einen aggressiven Charakter haben.
Statt gegen den Täter richtet man die Gewalt gegen sich. Entweder dass man es bagatellisiert, sich selbst die Schuld gibt, den Täter entschuldigt. Am meisten aber, indem man es sich unbewusst verbietet, damit abzuschließen und ein gutes Leben zu führen. So verstanden, sind Schuldgefühle auch eine verdrehte Form der Buße. Man büsst für die Tat, weil niemand sonst bereit ist, Verantwortung dafür zu übernehmen.
Danke für Ihren Kommentar.
Ich möchte noch gern hinzufügen: die videos auf youtube habe ich mir angesehen, ich bin davon überzeugt dass der frieden ganz wichtig ist und ich das mal völlig schaffe.
Ich kenne auch – wie z. B. Kurti – seit meiner Pubertät depressive phasen. früher war es nur belastend, heut denk ich es gehört zur genesung dazu. damit geht es mir besser. es ist nicht NUR meine mutter die ursache, aber vermutlich der ursprung.
durch die vielen beiträge hier wird einem sehr deutlich bewußt wieviele menschen betroffen sind. ich finde die möglichkeit eines austausches tut wirklich gut.
Guten Abend!
Danke für die einfühlsame stellungnahme, ich habe mich in den worten schon wiedergefunden. eine tendenz zur selbstbestrafung fiel mir sehr wohl bei mir bereits auf. ich frage mich wie sich die gestresste seele dadurch versuchen könnte sich selbst zu helfen, das würde ich gerne verstehen.
ich habe heute zu meiner mutter ein besseres verhältnis als je zuvor worüber ich sehr froh bin. offenbar wird der prozess der „reinigung“ noch andauern wie mir nun klar wurde.
das beispiel von karl mit dem film hat mir sehr gut gefallen und auch der schöne abschluss. das fand ich sehr aufbauend, danke auch dafür.
Guten Morgen Kurti,
wie Sie ja gemerkt haben, habe ich aufmerksam jede Zeile verfolgt, die Sie hier geschrieben haben. Was Sie sagen, das habe ich auch erlebt: mein Peiniger kam aus dem Sterbezimmer seiner Gattin und meiner Mutter. In genau diesem Moment fragte mein Töchterchen, (das war ca. ´95) auf meinem Schoß: „Papa, der Vater von Anna haut die Anna immer (der Mann studierte Theologie). Würdest Du mich auch schlagen?“ Ich antwortete: „Nein, niemals, unter keinen Umständen, wozu, nie!“ In genau diesem Moment kam dieser Mann aus dem Sterbezimmer seiner Gattin, die gerade aufgehört hatte zu atmen und kommentierte in seiner ganzen Häßlichkeit: „Dat hat noch keinem geschadet!“
Meine Tochter war fünf und sagte: „Hier will ich aber nie mehr hin. Können wir bitte sofort gehn?“
Diese Männer haben so viel Beachtung nicht verdient. Vielleicht ist es einfach nicht nur langweilig, sondern auch Zeitverschwendung, sich mit solchen Menschen zu beschäftigen. Und Zeit haben wir alle gleich viel. Meine ist mir heute so lieb und kostbar. Und da sind einige Gräber, die ich nie besuchen muß. Auch das wäre Zeitverschwendung.
Übrigens befinden wir uns in guter Gesellschaft: Der Vater von T.A. Edison war solch ein Idiot, der von Beethoven auch. Die Liste ist endlos. Der ganz zu Anfang erwähnte Mann ist nach einem Schlaganfall langsam erstickt. Edisons Vater ist im Suff tötlich verunglückt, Beethovens Vater hat sich auch totgesoffen. Und es geht ja weiter so: `Freunde lasst uns einen Krombachern.´
Das Entscheidende, das wir haben, ist nicht die Abstammung. Wirklich entscheidend ist der Grad des Bewusstseins, den wir erlangen und die stete Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit.
Schönen Sonntag, guter Mann.
Karl
@Karl
Du schreibst: „Wer gibt denn schon was zu?“
Och, mein Vater z.B. gibt offen zu, mich geschlagen zu haben, einerseit, weil er glaubt, das das Schlagen zu einer guten Erziehung dazu gehört, andererseits, weil er glaubt, ich hätte es verdient.
Beides entstammt einer anderen Generation und ist aus meiner Sicht völlig falsch.
Kurti
Ja, das Rechtbehalten-Wollen steht einem im Weg zu einer Lösung. Denn dann wartet man auf eine Lösung von außen. Die kommt aber meistens nicht. Das Schlimme daran: das Rechtbehalten-Wollen fesselt einen an den Täter.
Wenn man das mal erkannt hat, kann man sich selbst befreien. Indem man, wie Sie sehr gut audrücken, “ seinen eigenen unvergleichlichen Wert anerkennt.
Das ist deshalb für viele Menschen so schwer, weil der Preis dafür der Verzicht auf die Rache ist.
Danke für Ihren Kommentar, Karl.
Guten Abend zusammen,
nach RKWs Antwort, dass man „irgendwie“ diese Genugtuung, Klärungen mit Tätern usw. nicht, oder zumindest nicht in der krampfhaft verfolgten Weise braucht, möchte ich bestätigend folgendes hinzufügen:
Vor ungefähr zwei Wochen sah ich nachts einen Film, Thriller. (Ja, ich gehöre zu den ganz wenigen Blogbesuchern, die noch Fernsehen…- und ich schätze meine riesige DVD-Sammlung) Also der Film hieß BLUTROT. [Ich schreibe das, weil ich sehr lange in der gleichen Lage war – mit dem Klärungensuchen.] In dem Film erschießt ein Jugendlicher den geliebten Hund eines netten alten Herrn, der gerade beim Angeln war. Dann fordert der alte Mann eine bedingungslose öffentliche Schuldanerkenntnis des Jungen. Der denkt aber nicht daran. Der junge Mann leugnet zwar eigentlich die Schuld nicht, wehrt sich aber gegen das geforderte Outing. Natürlich ist allen klar, dass man den Hund nicht mehr lebendig machen kann. Auch weiß die halbe Stadt, dass der Alte Recht hat. Aber der kann es nicht dabei belassen. Er hat ja schon Recht. Aber das reicht ihm nicht. Er fordert das öffentliche Schuldbekenntnis des Jungen. Der Bruder des Schuldigen, der bei der Tat dabei war, ist einsichtswillig und kooperativ. Aber auch das reicht dem Alten nicht. Der Fim ist ein Thriller. Also gibt es zum Schluss einen Showdown, Tote und Schwerverletzte. (beide Jungs sind erschossen- durch ihren eigenen Vater, der eigentlich den Alten erschießen wollten…) Die Tochter des Alten sagt: „Du hast es geschafft, Dad.“ „Für was für einen Preis? Nur weil ich Recht haben wollte!“, meint der Protagonist in der Schlußscene.
Ähnlich musste ich das auch erleben (ohne Schießeisen) – Wer gibt denn schon was zu? Wer lässt sich denn schon was sagen?
Was zählt: Wenn ich meinen eigenen unvergleichlichen Wert erkenne.
Das ist tausendmal mehr.
Aufrichtig dankbar war ich für diesen irrsinnigen Film. Und gut, dass es TV gibt.
Karl
Hallo Gabi,
ja, das ist sicher möglich – und es ist ein langer Weg.
Aus Ihrem Kommentar höre ich heraus, dass Sie vielleicht noch auf etwas von Ihrer Familie und Ihrer Mutter erwarten oder erhoffen. Eine Art Einsicht in das falsche Verhalten, vielleicht sogar eine Entschuldigung oder eine Wiedergutmachung. So verständlich dieser Wunsch ist, er erfüllt sich fast nie. Die Eltern wehren wegen der unbewussten Schuldgefühle alles ab, um sich mit dem eigenen Tun nicht auseinandersetzen zu müssen.
Die gute Nachricht: Sie brauchen das auch nicht mehr von Ihrer Mutter. Es täte gut – aber von ihr ist es nicht mehr notwendig. Doch dazu muss man abgelöst sein und seinen Frieden mit den Eltern gemacht haben. Auf Youtube gibt es ein Video dazu von mir. Zwar geht es da um den Vater aber es ist auf Mütter genauso übertragbar.
Wenn Sie sich heute immer wieder stark zurückziehen, vermute ich, dass Sie sich selbst noch die Schuld für das Erlittene geben – und sich dadurch bestrafen. Das sind komplexe innerseelische Vorgänge. Ich kann in diesem Rahmen nur etwas andeuten. Vielleicht bringt es Sie auf eine gute Spur.
Danke für Ihren Bericht.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich habe eine frage: kann man es jemals schaffen als mensch ohne ursprünglichen selbstwert ein „normal“ fühlender mensch zu werden? ich beschäftige mich seit jahren mit dieser problematik, habe therapien gemacht, sehr viel literatur gelesen und ich denke grundsätzlich sehr differenziert. es erscheint mir fast unmöglich sich von den mustern und rollen zu befreien. die partnerwahl ist ja quasi vorbestimmt, selbst das wissen und verstehen der situation bringt nicht die nötige energie viel zu verändern. vielleicht auch deswegen weil innerhalb der familie gar kein verständnis zu erwarten ist.
vielmehr hab ich die position der „schwierigen“ die man nicht ganz ernst nehmen kann. von meiner mutter, der sehr leicht „die hand auskam“ ist kein verständnis zu erwarten. auf das thema angesprochen ist ein kommentar wie „das hat noch keinem geschadet, es war eher zu wenig“ keine seltenheit. ich hab übrigens lange gebraucht um begreifen zu können dass mein „anders sein“ viel mit mit meiner kindheit zu tun hat, ich dachte vorher immer, es wär halt mit mir was nicht in ordnung. ich bin zwar sicher, dass ich mich weiterentwickelt habe, jedoch ist ein rückzug in eine isolation auch der fall und als aussenseiter fühl ich mich nach wie vor. mein auftreten hat sich bestimmt verändert, viele nehmen mich als starke und mutige frau wahr, doch das sind aus meiner sicht „stärkephasen“ und zeitlich begrenzt. tatsache ist dass sich mein freundeskreis total reduziert hat, zum teil durch meinen rückzug, aber auch umgekehrt. ich bin mir nun nicht mehr sicher, ob ich mich in einem heilungsprozess befinde oder auf dem weg in die totalisolation.
Ich freue mich auf Ihre Antwort und finde es grossartig, dass Sie hier die möglichkeit bieten, mit ihnen direkt in kontakt zu treten und möchte mich dafür bei Ihnen bedanken und Ihnen weiterhin viel Erfolg wünschen!
@DerJ
Du hast geschrieben:
„Ich kann auch nicht sagen, dass meine Eltern mich nicht geliebt hätten oder nicht lieben würden.“
So lange Du das glaubst, wirst Du a)auch schlagen, irgendwann, mit Worten oder psychischer Gewalt und b)keinen wahren Frieden finden, denn Schlagen, in welcher Form auch immer, ist keine Liebe!
@Tine
Ja, da hast Du Recht… ich weiß inzwischen, dass meine Seele nicht nur aus einem Teil besteht. Wenn andere sagen können, ich bin ich, dann denke ich, ok, ich bin ich und ich und ich, vielschichtig eben.
Ich habe es so gemacht, dass ich noch Wünsche und Träume für später habe, so dass ich am Leben bleiben muss, um mir diese Wünsche und Träume irgendwann verwirklichen zu können.
Schwieriger wirds mit einer Freundin, die schon vor der Geburt nicht gewollt war und für die nach der Geburt die Hölle weiter ging. Sie ist Heute Borderlinerin und eigentlich weder lebensfähig noch lebenswillig.
Wenn unser einer in seiner Kindheit nur irgendeinen Menschen gehabt hat, der einen geliebt hat, wie man war, dann ist dies die einzige Chance auf ein „Leben“ mit Lebenswillen.
Kurti
Danke für Ihren Bericht.
Er zeigt, wie wichtig es ist, sich von den Schlägen und Schlägern der Kindheit abzugrenzen, aber auch die seelischen Folgen aufzuarbeiten. Am besten in einer Psychotherapie. Denn sonst besteht die Gefahr, dass man es später an anderen doch ausläßt. Ist zwar unlogisch, weil man denken könnte, wer das erlebt hat, will das nie jemand anderem antun. Aber das sind eben unbewusste Vorgänge, die man nur schlecht rational steuern kann.
Hallo,
auch ich möchte hier mal meinen Senf dazu geben…
Auch wir (mein ein Jahr älterer Bruder und ich) wurden als Kinder regelmäßig geschlagen, geprügelt und mißhandelt.
Eigentlich wuchsen wir in gut bürgerlichen Verhältnissen und nach außen „wohlbehütet“ auf. Ich kann auch nicht sagen, dass meine Eltern mich nicht geliebt hätten oder nicht lieben würden. Aber genau das machte und macht es uns bis heute schwer mit der Thematik umzugehen.
Von Anfang an:
Seit wir denken können, wurden wir für diverse „Fehlverhalten“ körperlich bestraft. Das ging mit einer Ohrfeige für ein „böses Wort“ los und endete mit dem Teppichklopfer auf den nackten Hintern. Ich kann mich bis heute erinnern, das ich in diesen Momenten nur noch den nackten Schmerz spürte, der alles beherrschte. Schreien half nichts. Wenn wir in der Schule auffällig waren, wenn wir unser Essen nicht aufaßen, wenn wir uns sonstwo nicht benahmen, gabs Prügel in stärkerer oder schwächerer Form. Wir mußten immer den Teller leeressen, egal wie es uns geekelt hat. Ich errinnere mich zweimal daran, dass ich mich übergeben mußte. Darauf gabs Prügel. Wenn wir „schmutzige Worte in den Mund nahmen“, wurde uns der Mund mit Seife ausgewaschen.
Das alles konnte eine Stunde später wieder verraucht sein, oder auch nicht. Ansonsten gab es Hausarrest oder Spielverbot mit Freunden. Einmal fragte ich am Mittagstisch: Mama, was ist eigentlich ficken?“ Ich war damals in der Grundschule und hatte das Wort aufgeschnappt. Darauf gabs einmal Mund auswaschen und zwei Wochen Spielverbot mit meinem besten Freund. Das Ganze ging bis in die spätere Jugend, schätzungsweise bis ca. 14 oder 15 Jahre. Damals hatte ich das Thema in der Schule bei einem Vertrauenslehrer angesprochen und eine Mitschülerin gab mir den Tipp einfach mal nicht zu schreien und meine Mutter dabei in die Augen zu sehen. Es wirkte und ich wurde nie wieder von ihr geschlagen.
Zu den Auswirkungen:
Es fiel mir als Kind schwer, Konsequenzen einzuschätzen und ich war häufig schüchtern. Auf der anderen Seite reagierte ich mich ab, indem ich bewußt verbotene Dinge tat (zB. Feuer machen oder etwas kaputtmachen) Ich suchte mir Freunde, die ähnlich aggressiv waren wie ich. So prügelte ich mich auch viel während meiner Grundschulzeit. Später wurde das weniger, da ich aufgrund meiner Statur immer häufiger den kürzeren zog und so neue Wege lernen mußte. Auf dem Gymnasium waren wir eher Außenseiter. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auf dieser Schule viele gemobbt wurden, die dem Geld- und Klamottenkodex nicht entsprechen konnten. Wir waren da kein Einzelfall. Ich habe meine Schulzeit gehasst und bin einmal Zurückversetzt worden und später in der 9. sitzengeblieben. Nach der 10 ging ich ab und machte eine Ausbildung. Vom Regen in die Traufe. Hier ging das Mobbing durch die höheren Lehrjahre weiter. Allerdings war man nicht allein. Außerdem war ich zu dieser Zeit bereits erwachsen.
Zu erwähnen ist auch, dass ich eine ausgeprägte ADHS-Persönlichkeit lebe. Ich bezeichne dies heute bewußt nicht als Krankheit, da ich gelernt habe damit umzugehen und meinen sicher nicht immer einfachen Weg gehe. Dazu gehört auch eine mir angeborene Resilienz.
Erwachsen werden:
Ich hatte auf diesen Tag sehr lange gewartet und mir von da an nichts mehr befehlen lassen. Mit 21 dann flog ich unter Androhung von Polizei zuhause raus. Meine Mutter „wurde schon lange nicht mehr mit mir fertig“ und zog nun die letzte Konsequenz. Ich hatte mir längst neue Freunde (damals in der noch jungen Gruftieszene) gesucht und baute nach und nach meine eigene Welt auf. Nur nicht normal sein – weil dass war ja, wie meine Eltern waren und somit Feindbild.
Ich werde wohl nie der Typ mit schickem Neuwagen, Einfamilienhaus und CDU-Mitgliedsausweis sein… und das ist gut so!
Heute:
Ich habe zwar lang, aber fertig studiert, zum Zeitpunkt der Verfassung dieser Zeilen 42, seit ein paar Wochen verheiratet und seit ca. 16 Monaten Vater eines wunderschönen und tollen Jungen, der garantiert niemals geschlagen wird! Sollte das jemand anderes wagen, bekommt er massiv Streit mit mir. Als mein Sohn auf dem Weg war, kam das Thema wieder in mir hoch, da es ja bis heute mein Leben beeinflußt, und ich bin derzeit bei einem Psychologen und hole mir Hilfe. Da ich jahrelang eine Katze hatte, wurde mir schon damals bewußt, dass das Schlägerpotential durchaus in mir schlummerte. Ich war damals sehr schockiert über mich selbst und habe mich diesbezüglich geändert und mir neue Wege gesucht mit meiner Aggression umzugehen. So betreibe ich Ausdauersport, der mir viel Ruhe und Zeit zum Nachdenken und mit mir selbst ins reine kommen gibt. Auch mein Bruder hat vor Jahren eine Psychotherapie gemacht und schon sehr viel aufgearbeitet.
Vor der Geburt meines Sohnes konfrontierte ich meine Eltern mit der Ansage, wenn mein Sohn jemals von Ihnen geschlagen würde, würden sie ihn mindestens 5 Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen. Mein Vater hatte vor einigen Jahren einen Schlaganfall und konnte sich offensichtlich an nix mehr errinnern. Meine Mutter fühlte sich angegriffen und nimmt mir bis heute übel, dass ich ihr das vorwerfen könnte. Sie steht nach wie vor hinter einer „streng preussischen“ Erziehung und ist als Kind selbst massiv mißhandelt worden.
Immerwieder versuche ich, das Thema zu öffnen und zu bereinigen, aber ich fürchte, dass da niemals eine Einsicht kommen wird. Ich ziehe mich momentan zurück, da ich meine Kraft für mein eigenes Leben brauche.
Bis heute haben wir allerdings immer wieder Probleme mit Abgrenzung und emotionalen Löchern. Allerdings bin ich wohl als Kämpfer geboren und werde nie aufgeben.
Allen Kindern, die geschlagen werden kann ich nur sagen: Geht sofort (!!!) zum Jugendamt o.ä. und laßt euch helfen. Niemand darf Euch das antun und je eher ihr dagegen aufbegehrt desto weniger wird es euch im späteren Leben belasten.
Hallo Sonja,
Ihr Bericht hat mich berührt. Sie sind zum Glück auf einem guten Weg. Grenzen Sie sich deutlich ab von ihrer Familie, da kommt nichts Gutes. Und genießen Sie Ihr Leben mit Mann und Kind. Falls die Vergangenheit Sie noch einmal einholen sollte (Suizidgedanken oder depressive Verstimmungen) holen Sie sich professionelle Unterstützung.
Danke für Ihren Kommentar und alles Gute für Sie.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen aber das Lesen der Kommentare hier hat einige Tränen ausgelöst. Auch ich wurde in meiner Kindheit von meinem Vater regelmäßig wegen Kleinigkeiten geschlagen. Ein freches Kind war ich nie, da ich schon früh total eingeschüchtert wurde und als Fischegeborene sowieso nie zu den selbstbewußtesten Menschen gehört hätte. Ich musste viel Zeit auf dem Bauernhof meiner Großeltern verbringen, wo mein Opa einen riesigen Spaß daran hatte, seine Enkelin mit dem Taschenmesser zu bedrohen und ihr Angst einzujagen. Später wurde ich dann oft von meinem Opa vor der ganzen Familie (Geburtstage, Ostern, Weihnachten) bloßgestellt und hatte schon jedes Mal Bauchweh, wenn ich wieder zu einem Familientreffen musste.
Manchmal habe ich meine Eltern angelogen, wurde ich ertappt gab’s natürliche Schläge und es wurde lautstark nachgefragt, warum ich gelogen habe. Hätte meinem Vater ich bloß einmal die Wahrheit ins Gesicht gesagt (weil ich Angst vor Dir habe). In meiner Jugend wurde es richtig schlimm. Meine Eltern stritten ständig; oft genug ging es auch um mich und ich fühlte mich immer schuldiger an der Ehe meiner Eltern. Zu meinem großen Pech bin ich der Unfall/Grund warum meine Eltern geheiratet haben. Die letzte Ohrfeige hat mir mein Vater mit ca. 14 Jahren verpasst. Da hat er mir die Nase blutig geschlagen und behauptet, er hätte mich unglücklich getroffen (komischerweise hat er danach nie wieder zugeschlagen).
Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, habe ich oft den Gedanken, dass mir mein Vater damals schlichtweg das Leben verboten hat. Ich gehörte zu den Kindern, die nichts durften, was sie wollten. Es gab nur Ge- und Verbote. Jahrelang habe ich ein Instrument gespielt ohne jegliche Freude daran zu haben – im Gegenteil, jede Orchesterprobe war eine Qual. Irgendwann war ich schlichtweg gar nicht mehr in der Lage Wünsche zu äußern, da ich die Antwort sowieso schon kannte.
Als ich dann als 17-Jährige meine Ausbildung begann, hatte ich keine Freunde mehr. Zu oft hatte ich nicht mitgedurft und zu schüchtern war ich, um mich jetzt anzubiedern. Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass ich als 13-/14-Jährige meine Mutter davon abhalten musste, sich vor den Augen meiner Schwestern und mir auf dem Dachboden zu erhängen (mein Vater hat uns beiden so gut er konnte das Leben zur Hölle gemacht und uns beide unterdrückt wo er nur konnte). Ich habe mir immer gewünscht, dass sie geht aber leider hat sie sich das nie zugetraut. Für mich wäre das definitiv besser gewesen. So habe ich mich auch später bei meinen Besuchen immer schuldig gefühlt, wenn ich gesehen habe, wie unglücklich sie bei meinem Vater ist. Eigentlich habe ich mich jahrelang von ihr emotional erpressen lassen.
Ich konnte mein Leben noch nie unbeschwert genießen. Meine Eltern haben mich und meine Wünsche noch nie respektiert. Für sie bin, war und werde ich immer nur der Grund für ihre Ehe sein. Vor genau 1 Jahr ist dann der große Knall passiert. Ich habe geheiratet und meine Familie hat mir den Tag versaut. Sie haben sich mir als Braut gegenüber so unmöglich benommen, dass ich mich irgendwann überhaupt nicht mehr über meinen Hochzeitstag freuen konnte. Beim Gedanken daran überkommt mich das Gefühl, regelrecht festgehalten worden zu sein, denn ich wollte ja genießen und feiern – aber ich durfte nicht, ich hätte ja einen glücklichen Moment in meinem Leben haben können.
Als ich versucht habe das nach ein paar Wochen zu klären, habe ich mir von meiner Mutter und Schwester wirklich unmögliche Sachen anhören müssen. Danach bin ich nicht mehr ans Telefon und meine Mutter hat mich dann bei der Arbeit mit Telefonaten belästigt, was ich mittlerweile zum Glück abstellen konnte. Zur Zeit habe ich gar keinen Kontakt zu meinen Eltern. Das vergangene Jahr war sehr hart für mich und meinen Mann, da im Anschluß an die Hochzeit eine schwere Deppression kam, während derer ich meinen Suizid plante. Davon abgehalten hat mich letzendlich nur meine Schwangerschaft.
Ich mag‘ in der Lage sein Gewalt gegen mich selbst anzuwenden aber ich töte ganz bestimmt keinen anderen Menschen und schon gar nicht mein Kind (das ich mir ja gewünscht habe – da ich in meinem Leben allerdings nie bekommen habe was ICH gerne gehabt hätte, hatte ich gar nicht mit einer Schwangerschaft gerechnet). Seit ein paar Wochen geht es mir psychisch besser und ich fühle mich freier aber das habe ich letztendlich dem Kontaktabbruch zu meiner Familie zu verdanken. Würde ich den Kontakt halten, würde ich mich immer noch unterdrücken/kleinhalten lassen.
Schuldig fühle ich mich nicht mehr, schließlich bin ich nicht diejenige, die nicht richtig verhütet hat. Mich hat auch keiner gefragt ob ich so ein Leben überhaupt haben will. Eins ist sicher, für mein Kind wünsche ich mir ein schönes Leben. Im Gegensatz zu meinem Vater ist mein Mann ein gutmütiger Mensch und ich bin mir sicher, dass wir unserem Kind ein liebevolles Zuhause ohne Schläge bieten werden (er weiß genau, dass das für mich ein Grund wäre ihn sofort zu verlassen). Ich hoffe, dass meine Wunden irgendwann richtig verheilen, denn leider hatte ich viel zu lange verdrängt, sodass meine Familie durch ihr Verhalten letztes Jahr alles wieder hochgeholt hat. Ich kann mit ihnen nicht mehr auf Heile-Welt machen, meine Welt ist nicht heil.
Viele Grüße, Sonja
Ja, das stimmt, heute ist alles noch viel besser, die Suchfunktionen sind wirklich hervorragend: http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
Selbst bin ich damals einfach zur TKK rein, die waren hier in Köln direkt nebenan am Hohenstaufenring- hatte mich dann gewundert, wie hilfsbereit die waren.
Was ich eigentlich sagen wollte, man muss irgendwann einfach losmarschieren und konkret was tun. Dann geht es ja endlich mal wirklich um mich. Bei der Traumatisierung ging es ja nicht wirklich um mich; denn wäre ich nicht da gewesen, hätten diese Verrückten sich ein anderes Opfer vorgenommen. Man bezieht das zwar schmerzlich auf sich allein. Jedoch machen sie das mit allen, auch mit sich selbst.
Also, nicht nur reden, nicht nur lesen, nicht grübeln, sondern projektieren, wie z.B. ein Referat oder eine Weltreise auch, einfach los, auf die Türklingel drücken und anfangen…
Hallo,
kleine Ergänzung: um eine Psychotherapie zu beginnen, muss man nicht vorher zur Krankenkasse gehen. Man kann direkt zu einem Psychotherapeuten gehen, jedenfalls zu einem, der eine Kassenzulassung hat. Man braucht auch vorher nicht zu einem Arzt zu gehen, braucht keine Überweisung.
Therapeuten in der Nähe findet man über http://www.therapie.de oder http://www.psychotherapiesuche.de
Viel Erfolg!
Hallo Andreas,
ich kann das alles absolut nachvollziehen, was Du schilderst. Man fühlt sich damit absolut alleine gelassen. Gar denkt man, dass es das in dieser Form nicht so oft gibt. Aber das Gegenteil ist leider der Fall.
Das ist tatsächlich nichts Besonderes. Du selbst bist etwas Besonderes, weil Du da heraus willst. Und Du merkst, wie schwer das ist. Trotzdem geht das. Absolut. In Deinem Alter steckte ich gerade mitten in meinem Ingenieurstudium und hatte an einem Geburtstag rund 50 liebe Leute um mich. Alle waren allein wegen mir gekommen. Sie blieben die ganze Nacht. Allerdings kam mir erst früh morgens beim Auspacken der vielen liebevollen Geschenke der Gedanke: `oh mein lieber Scholli, das hier ist alles echt, das ist nur für mich – ich konnte das bisher nur nicht sehen, weil ich das nicht kannte´ Denn man sieht nur, was man kennt.
Ein paar Jahre später bin ich zu einer Rückführungs-Therapie gewesen und habe die Wahrheit, den Grund für mein Dilemma gesehen. Das ungewollte Kuckuckskind. Und alles wurde mir klar. Da fielen die Groschen und die Tränen und der Mut sowie Zuversicht stiegen.
Im Psychologieunterricht erklärte man uns den ganzen Kinsey-Report. Da drin stecken die Knackepunkte. Wenn Du das erkennst, dass das alles eigentlich nichts mir Dir zu tun hat… dass es die Defizite der Selbstakzeptanz der Eltern ist, dass es deren Problem mit ihren Hormonen ist, mit ihrer jeweiligen Disposition, Wünschen, Bedürfnissen und Fehlentscheidungen — und gerade das Thema Sexualität macht diese Menschen dann für andere vollkommen unzugänglich – ich denke gerade, Andreas ist doch recht weit. 26 ist das richtige Alter. Irgendwie kommt da der entschlossene Willen rüber, echt was zu tun – neben Physik, wozu ich Dir alles Gute wünsche, Naturwissenschaften ist klasse –
Zum Schluss: RKopp-Wichmann hat Recht, dass ein Therapeut unbedingt hilfreich ist. Denn wenn man „geschickt“ wird in Veränderungen, dann klappt das viel viel besser. Ein ernster Rat: Gehe einfach zu der zuständigen Angestellten Deiner Krankenversicherung und schildere ihr Dein Anliegen allgemein, TKK, AOK, BEK… alle sind echt kooperativ und Du wirst sehen: alles wird gut.
Nachher, wenn Du wie von selbst erkennen musst, was der wahre Grund für das Inferno war, ist das auch schon wieder fast langweilig.
Spannend bist Du, Du mit Deinem Potenzial zur Veränderung, zum Leben.
(und dieses Blog ist auch noch etwas Besonderes {nicht gerade nur dieses Schreckensthema hier} mit seiner Echtheit und Aufrichtigkeit… schau Dich einfach um…)
Verbitterung, Haß, Groll und Passivität in der Sache ändern nichts. Da gibt es einen Therapeuten oder eine Therapeutin in Deiner Nähe. Und es gibt einen erfahrenen und achtsamen Sachbearbeiter in Deiner Krankenkasse. Einfach hingehen. Einen ganzen Tag für diese initialen Maßnahmen reservieren. Viel Glück und viel Freude beim Studium. K.H.
Das schlimmste war für mich aber die völlige Ignoranz der Gesellschaft. Wir haben in eimen sehr hellhörigen Doppelhaus gewohnt und ich kan nach dem oben beschriebenen Ereigniss blaugeschlagen in die Schule (1. Klasse). Nichtrs, absolut keine Reaktion von niemanden. Das bestätige dann leider die Worte meines Vaters. Ich bin nichts wert, ich mache eh alles falsch und keiner interessiert sich für mich. Überfordert von der Situation bekam ich nervöse Zuckungen (Ticksyndrom), was noch den Spott der Gesellschaft hervorruf, und meine Mutter noch trauriger machte. Mein Vater schrie mich an ich sollte gefälligst aufören doof zu zucken und bekräftigte das wieder mit schlägen.
Meinem Vater ist nicht zu helfen, aber ich würde ganz gern mal mein leben in den Griff bekommen. Eine Beziehung zu Menschen aufzubauen fällt mir nicht schwer, aber ich kann mich selten in eine bestehende Gruppe integrieren. Meine Unsicherheit und mein fehlendes Selbstwertgefühl überspiele ich oft, was aber irgendwie als Arroganz gewertet wird, woraufhin ich mich wieder vollig unterordne und teilweise selbstzerstörerisch handel und spreche, wodurch ich dann oft als Idiot gelte.
Ich will diesen ganzen Scheiße endlich mal vergessen können und ein ganz normales Leben führen. Die probleme treten beruflich und privat auf. Eine feste Bindung aufzubauen fällt mir sehr schwer. Soll ich einfach in eine Therapie gehen? Alkohol und Drogen hab ich schon versucht. Dummerweise wurden meine Depressionen auf Drogen in letzter zeit nur noch schlimmer, weshalb ich dann aufgehört habe. HILFE
Hallo Andreas,
sich gegen Schläge durch die Eltern zu wehren, dass es aufhört, ist ab einem bestimmten Alter manchmal das einzige Mittel, wenn einen sonst keiner schützt.
Leider sind damit oft die Folgen solcher Traumatisierungen nicht vorbei. Was Sie an Selbstwertproblemen erleben, ist eine häufige Konsequenz. Da hilft meist nur eine innere Auseinandersetzung, am besten mit Hilfe einer professionellen Unterstützung. Das wächst sich nicht aus, sondern hat manchmal die Tendenz zu chronifizieren. Suchen Sie sich in der Nähe Ihres Wohnorts einen guten Therapeuten oder eine gute Therapeutin.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
die hier oft beschriebene Hölle habe ich auch in den ersten 21 Jahren meines Lebens (bin 26) mitgemacht. Mein Vater – ein Tyrann – hat jeden kleinen Fehler mit Schlägen geahndet. Zudem gab er mir deutlich zu verstehen, dass ich nichts wert bin, nichts kann und überhaupt nur im Weg bin.
Zunächst war meine Barriere gegenüber Gewalt sehr gering. Bereits in der Grundschule (1. Klasse) fing ich Schlägereien an (hab aber später verstanden, wie dumm das ist). Was einmal einen Elternbesuch zur Folge hatte. Was dann passierte, können Sie sich sicher denken. Das war allerdings das erste Mal als ich einfach nur dachte „hoffentlich ist dieser Idiot bald fertig“. Geschrien habe ich zu diesem Zeitpunkt nur noch in der Hoffnung, es würde die Sache verkürzen. Nachdem er auf diese Weise jede Form von Selbstwertgefühl aus mir raus prügelte, musste ich noch ansehen, wie dasselbe mit meiner Schwester und meiner Mutter passierte, wofür ich das Schwein hasse bis in den Tod.
Jahrelang konnte ich alles verdrängen, ich hatte alles über mich ergehen lassen-war mir eh egal, was mit mir passiert. Bei seinem letzten Versuch, mich zu schlagen bin ich (damals 17) ihm an den Hals gegangen, was sich als sehr nutzvoll erwies. Dieser elende Schlappschwanz, bei der geringsten Gegenwehr hörte er direkt auf. Mit 21 beschloss ich aus der Hölle auszubrechen, das Abi nachzuholen und Physik zu studieren. Eins war für mich klar: Ich werde nie wie mein Vater!
Jetzt holt mich allerdings ziemlich flott meine Vergangenheit ein. Auf Autorität reagiere ich schnell feindselig und gleichzeitig ordne ich mich extrem unter. Ich habe Kommunikationsprobleme und große Versagensängste. Mein Selbstwertgefühl ist praktisch nicht vorhanden und mein Selbstbewusstsein wenn überhaupt nur eine Maske. Ich würde das sehr gern ändern, nur leider weiß ich nicht wie. Meine Eltern leben bis heute zusammen und schreien sich bis heute mit aller Kraft an. Ich hab noch gelegentlichen Kontakt zu ihnen.
Ich werde dann, wenn ich wieder ausziehe mir ein schöneres, besseres zu Hause bieten, eine gewaltfreie Umgebung, (seelisch als auch körperlich). Es tat mir auch gut, mich gegen meinen Ex-mann mit der ständigen seelischen Gewalt, Bedrohung und Erpressung zu währen, indem ich einfach nie wieder nach der Arbeit Heim kam und ihn einfach verließ. Er war gegen Gewalt von meiner Mutter, sagten anfangs sie wollen mir helfen. Sie seien so gegen Gewalt, nur sie beachteten dabei nicht die seelische. Doch er und seine Familie, übten jedoch diese seelische Gewalt an mir aus und die Mutter drohte mir immer, mich zu schlagen, obwohl sie wussten, das ich geschlagen wurde, wenn ich nicht nach ihrer Pfeife tanzte. Es riss also die alten Wunden in mir auf. Ich bekam starke Angstzustände, das sie ihre Drohungen, Erpressungen durchsetzen. Die Angst tatsächlich geschlagen zu werden, obwohl sie es nie taten, denn ich warnte vor, den Mann zu verlassen und zur Polizei zu gehen, das wollten sie nicht. Ich lerne also mit der Zeit, öfters Nein zu sagen, meine Grenzen richtig zu zeigen und mir nicht mehr alles bieten zu lassen, mich zu wehren, mich nicht mehr zu unterwerfen, meine Gewohnheiten zu ändern, um gar nicht mehr in solche Situationen zu geraten und gleich Stop zu sagen. Es geht mir dadurch immer besser, stärker, fühle mich dadurch wohler. Das werde ich jetzt immer so tun. Denn ich habe eine saubere Weste als sie alle, die ich nannte. Wir könnten ein Buch schreiben, wir haben so viel zu erzählen.
Meine Mutter weinte oft nachdem sie mich schlug, sie hätte sich damit selbst wehgetan. Wäre dann böse auf sich selbst gewesen, das sie es getan hat. Bitte? Das muss man nicht verstehen. Auch nicht ihre komische Form von Liebe, denn sie weiß es einfach nicht, was Liebe eigentlich ist. Interessierte mich aber nicht, die Schäden bleiben. Ich beleidigte meine Mutter, als ich älter war, sagte zu ihr blöde Kuh, ignorierte ihre Beschwerde über mein Verhalten, verhielt mich so als sei es richtig, so wie sie es auch immer bei mir tat, zeigte ihr das Spiegelbild das ihr nicht gefiel. Ist auch richtig bei ihrem Verhalten. Es tut gut sich endlich mal zu wehren, den Mund auf zu machen, ein befreiendes Gefühl und meine Form der Verarbeitung, seit ich älter bin und bin nicht mehr das hilflose kleine Kind. Bin sogar größer und stärker als sie, hielt mal den Besen fest, sodass sie nicht zuhauen konnte und lachte sie hintern Rücken aus. Sie schlug mich dann nicht und war verwirrt, räumte den Besen weg. Werde auch wieder zum Psychologen gehen zu dem sie mich schickte. Da ich komischer als andere Kinder wäre und sie ein Problem mit mir hätte. Mein Stiefvater meinte auch ich müsste das verarbeiten, als ich ihr Vorwürfe an den Kopf warf. Theoretisch müsste ich nichts verarbeiten, hätte den Aufwand gespart, aber meine Mutter hat mich krank gemacht und sie hat null Einsicht, wird sich nie ändern. Sie glaubt nicht, das man davon krank werden kann, sie ist es schon da sie so eine Denkweise hat. Mich darüber zu streiten und zu reden, nutze ich zur Verarbeitung, es hilft.
Meiner Meinung nach ist es krank sein Kind zu schlagen. Ich würde das selbst nie tun, obwohl ich in der Kindheit oft geschlagen wurde, aber dieses Abschreckende Vorbild, brauche ich nicht, würde also meinen Kind nicht das Verhältnis zu mir zerstören wollen und in ewigen Depressionen und Komplexen bringen wollen für sein ganzes Leben. Während ich mich an diese Zeiten immer wieder erinnere, streite ich mich viel mit ihr und denke ich beim Zerstören ihrer Haushaltswaren, an meine zerstörte Seele. Habe sie auch dafür oft angeschriehen, sie meinte nur ich sei doch so frech gewesen, kein Respekt, aber das ist für mich keine Rechtfertigung so sein Kind zu erziehen, ich denke da wenigstens normal. Sie leider nicht, sie wurde viel als Kind geschlagen, nahm es als Volbild und ist davon überzeugt, hält es für richtig, das wird sich nie ändern. Sie ist ganz davon verrückt geworden, sogar mein Stiefvater ist der gleichen Meinung, hatte auch so eine Erziehung. Denen kann ich nicht davon überzeugen, dass das nicht richtig ist, die Verrückten. Zwecklos, es ist auch anstrengend mit ihnen zu leben, sie sind so agressive Menschen, die gern Macht ausüben wollen an dem anderen, viel streiten wollen und schreien. So was halten sie auch von mir, doch ich denke nur meine Mutter hätte mich besser erziehen können und ihr Verhalten fordert das es aus dem Wald zurückruft. Ich werde bald ausziehen und alleine wohnen, denn das ist keine gute Umgebung für mich auf Dauer. Sie beeinflussen mich nicht gut indem sie sagen, das ihre Erziehung mit Schlägen richtig sei. Als ich mal auszog, viel mir besonders auf, das ich immer diese Ruhe hatte und es war so angenehm. Ich bin auch ganz anders zu anderen, friedlich, umgänglich, nett aber nicht hier, bei ihnen mit ihrem Verhalten, da ist es schwer. Zum Glück hatte mein Stiefvater meiner Mutter, seit sie zusammen sind, das Schlagen abgewöhnt, indem er sie beruhigte, festhielt und von der Sinnlosigkeit überzeugte. Er sah wie seine Mutter ständig geschlagen wurde, kein schönes Bild, da hat er recht, es ist einfach viel besser ohne Schläge, davon hat man nichts nur Schäden, also kann man es sein lassen. Meine verrückten Eltern meinten sie müssten sich vor meinen Augen als ich Kind war schlagen, ich schrieh, weinte, das sie aufhören sollten, doch die blöden Eltern schauten mich kurz an, machten weiter. Ich hatte ihnen Vorwürfe gemacht, was kam, keine Anwort. Mein Vater ist auch davon überzeugt, sah wie mein Opa, meine Oma schlug, ob er geschlagen wurde, weiß ich ich nicht, ich denke schon. Hier sieht man, das Beste Beispiel, das durch so eine erlebte Kindheit, die Eltern als Vorbild genommen werden und dies dann ausgeübt wird. Ich bin die Ausnahme, mache dann lieber billige Gegenstände aus Rache gegen sie kaputt, bin frech zu ihr, kaum Respekt zu Recht. Die Gegenstände sind ersetzbar, kann man reparieren. Der Mensch nicht, auch das reparieren der Seele ist schwerer. Früher hatte ich meine Mutter ins Gesicht geschlagen, einen Mann geheiratet, der ihr nicht gefiel, zeigte für den Ex-mann meine Mutter an, brach die Schule ab. Ich verletze sie damit, fühlte mich gut, ich war jetzt dran. Bis Heute macht sie mir Vorwürfe und ich sage dann immer du hast mich geschlagen. Sie meint dann immer es wäre richtig gewesen. Einfach verrückt. Leute man sollte seine Kinder wertschätzen und für ein gutes Verhältnis sorgen. Das keine Hassliebe entsteht. Ein komisches Verhältnis, ich liebe sie, sie tut auch Gutes und dann wiederum nicht. Deshalb habe ich die Anzeige, wurde vom Ex-mann (mit Scheidung bedroht) zurückgezogen, weil ich sonst nicht mehr leben wollte, als würde ich Unrecht tun, obwohl ich im Recht wäre, könnte schön Geld von ihr abkassieren. Mein Leben würde mir aber so nicht gefallen. Aber ich denke sie kann mich nicht wertschätzen und für ein gutes Verhältnis sorgen, da sie es wiederum aus der Kindheit, nicht anders erfahren hat. Wurde von den Eltern geschlagen, ihre Mutter ließ sie mit ihren Geschwistern sitzen als sie 10 war und haute ab, Vernachlässigung. Nur wegen Fremdgeherei, Schlägerei zwischen den Eltern. Es sieht so aus, als würde sich Gewalt mit den Generationen, weitergeben. Ich beende das. Denn ich bin davon überzeugt das es auch gewaltfrei geht.
@Kurti:
das kenne ich mittlerweile gut: wie kann ich aus dem inneren Nichts etwas „machen“,wie komme ich zu einem Ich? Diesem Gefühl der mangelnden Anerkennung und Wertschätzung durch meine Eltern, der Versuch ihre Mißachtung und ihre permanenten köperlichen und seelischen Mißhandlungen zu verstehen und zu vergeben…sie sind letztlich ja auch nur gequälte Seelen… das kenne ich gut. Ich bin jetzt 45 Jahre alt und bin eigentlich mein gesamtes Leben einer nicht vorhandenen Liebe und Wertschätzung nachgelaufen. Was für eine verschwendete Energie. Denn seit einem guten Jahr weis ich nun, wie absolut grund-legend ihre Ablehnung ist, zumindest die meiner Mutter. Wie geht man damit um, wie heilt man es und „sich“, dass man ein mißglücklter Abtreibungsversuch ist, dass der Versuch mich ganz loszuwerden auch nach der Geburt wiederholt wurde? Ein leben-als-ob? Fassade, leere Hülle, mühsam mit Luft gefüllt. Mach ich ja, 46 Jahre. Es ermüdet. Auch grund-legend.
Wie gerne würde ich zurück zu dem „sie-haben-mich-verprügelt“-Probem.
Ich hasse meine Mutter.
Immer wenn sie mich schlug, was häufig vorkam, kam der Satz: „Du bist der einzige Mensch auf der Welt der mich so auf die Palme bringt“ und „Du hast mich provoziert“ und „Du musst immer das letzte Wort haben“.
Eine Entschuldigung kam nie. Ich bin jetzt 26 Jahre alt. Das letzte mal hat sie mich geschlagen als ich 21 Jahre alt war. Es war einer meiner Umzüge.
Ich kannte die Stadt in der ich lebte, sie nicht. ich kannte den Weg, sie nicht. Sie fuhr falsch. Ich sagte es ihr. Sie wollte nicht hören, ich beharrte darauf. Sie schlug mir ins Gesicht.
Meine Mutter hat immer Recht.
Sie weiß ALLES besser.
Versucht meinen Freund unterschwellig schlecht zu machen.
Hat mir noch NIE gesagt, dass sie mich liebt.
Sie hat mir noch NIE gesagt, dass sie stolz auf mich ist.
Gestern erst (Familientreffen) kam zufällig eine Situation auf wo ich sagte, du bist doch auch nicht stolz auf mich. Sie sagte, nein, wieso auch, du hast doch auch nichts geleistet.
Früher war ich Standardspruch (meist kurz vorm Schlagen) „Ich bin deine Mutter, du hast gefälligst Respekt vor mir zuhaben“
Ab einem bestimmten Alter antwortete ich „Respekt muss man sich verdienen. Und du hast doch auch keinen Respekt vor mir.“
Meine Mutter respektiert/e meine Privatsphäre nicht. Sie klopft nicht an.
Sie kommt ins Bad und geht aufs Klo wenn ich in der Wanne bin oder in der Dusche.
Ich wohne seit meinem 19. Lebensjahr nicht mehr bei ihr.
Sie versucht mir permanent „sich selbst“ überzustülpen.
Erfahrungen sind das maß aller Dinge. Alles dreht sich immer nur um ihre Achse.
Ich tue Dinge nur, UM SIE zu ärgern, um sie zu provozieren.
Ich würde absichtlich immer eine andere Meinung vertreten als sie.
Als Kind nach den Schlägen bin ich immer zu ihr ins Wohnzimmer gekommen und habe mich bei IHR entschuldigt und gesagt „Ist jetzt alles wieder gut?!“ Und sie hat es raus gezögert und noch mal Ermahnungen hageln lassen und mich dann gnädigerweise umarmt und mich wieder raus geschickt.
Das ist KRANK. Ich wusste damals schon, dass nicht ich, sondern sie sich entschuldigen müsste, sie sich falsch verhalten hat. Aber es war irgendwann ein Automatismus.
Es wurde nie etwas geklärt. Sondern immer so „gelöst“.
Ich hasse meine Mutter. ich habe eine riessen Wut auf sie die immer wieder ausbricht.
Aber ich kann es ihr noch nicht ins Gesicht schleudern, meinen Hass, meine Wut.
Meine Bruder hat den kontakt zu ihr abgebrochen und sie versteht bis heute nicht warum.
Dann fragt sie, ob sie irgendwas falsch gemacht hätte und wenn man ihr dann doch mal sagt, was nicht in Ordnung war, meint sie, das wäre gar nicht so schlimm gewesen und erzählt wie ihr Vater sie hat antreten lassen als Kind.
Interessiert mich das? NEIN!
Am Liebsten würde ich auch den Kontakt abbrechen. Aber meine Großeltern würden das nicht verkraften.
Sehr geehrter Herr Kopp-Wichmann,
wie die 171 Kommentare vor mir zeigen, haben sie offensichtlich mit diesem Artikel in ein Wespennest gestochen. Die Diskussion hier, die seit knapp zwei Jahren nicht abreißen will, zeigt wohl auch deutlich, wie präsent und wichtig dieses Thema ist.
Ich habe mir fast alle Kommentare durchgelesen – eine Achterbahn der Gefühle! – manche erzeugten bei mir Wut, manche Entsetzen, manche Mitgefühl, andere Zustimmung …
Zu meinen Erfahrungen gehören u.a.
– 18 Jahre körperliche Gewalt und extreme väterliche Aggressionen (davon mehrere Jahre Missbrauch) mit einer Mutter, die die Augen verschloss und noch heute glaubt, zu schwach gewesen zu sein, um für ihre 2 Kinder zu kämpfen und diese zu beschützen
– 25 Jahre Verdrängung mit immer wieder aufbrechenden psychischen Wunden, die – obwohl von außen als starke und selbstbewusste Frau wahrgenommen – zu Depressionsphasen und Suizidversuchen führten
– Unvermögen, mich in ein Team einzubringen und Autoritäten anzuerkennen (glücklicherweise bin ich seit 17 Jahren erfolgreich freiberuflich tätig)
– langjährigen Beziehungsproblemen (die erst in meiner jetzigen inzwischen 10-jährigen und damit längsten Beziehung und mit Unterstützung des endlich richtigen Therapeuten erfolgreich gelöst werden konnten)
– 18 Jahren erfolgreicher gewaltfreier Erziehung des eigenen, heute 24-jährigen Kindes (und bei mir gehört bereits die erste Ohrfeige zu Gewalt; ich kann eine Differenzierung zwischen Gewalt und Züchtigung nicht nachvollziehen) – ohne auf die sogenannte „anti-autoritäre“ Erziehung zu setzen, sondern auf Kommunikation, durchaus auch auf gelegentlich etwas lautere Auseinandersetzung, aber mit der Fähigkeit, meinem Kind offen einzugestehen, wenn mir die Nerven durchgegangen sind, dass ich mich falsch verhalten habe; lieber eine halbe Stunde reden (auch sich die „Blöße“ von Schwäche dem eigenen Kind gegenüber geben), als eine Minute schlagen und damit mehrere Jahre Vertrauensverlust in Kauf nehmen, von anderen Folgen ganz zu schweigen
Unter mir wohnt eine Familie mit vier kleinen Kindern. Wir zogen vor zwei Jahren hierher. Recht bald erfuhren wir von Nachbarn, dass es unter uns „zugeht“. Alle tratschten, keiner schritt ein.
Wir konnten schnell selbst erleben, dass der Vater alle Kinder (1,3,5,7 Jahre) regelmäßig schlug und nach Strich und Faden beleidigte.
Für mich war allein das Schreien und Weinen der Kinder ein Martyrium!
Ich sorgte für ein gemeinsames Gespräch mit Jugendamt und einer Familienhelferin des Kinderschutzbundes und bot auch meine Hilfe bei der Bewältigung anfallender Aufgaben an.
Die Familie besuchte einen Elternkurs beim Kinderschutzbund.
Die Familienhelferin ist zweimal wöchentlich da und unterstützt die Familie.
Wo immer es geht, helfen mein Mann und ich – auch indem wir die Kinder gelegentlich stundenweise und pro Quartal ein ganzes Wochenende zu uns nehmen, um den Eltern auch Zeit für sich zu geben, damit sie Energien auftanken können.
Der Vater besucht – noch immer – ein Antiaggressionstraining.
In meinem Umgang mit der Familie habe ich erfahren, dass der Vater seine Kinder liebt, aber erstens selbst früher nie Liebe erfahren hat (ist durch mehrere Kinderheime gegangen) und vor allem nie gelernt hat, mit Überforderung und seiner eigenen Wut und Aggressivität umzugehen. Er ist kein schlechter Mensch, sondern ein hilfloser. Ebenso die Mutter, die dem nichts entgegen setzen konnte.
Eltern und Kindern geht es heute besser, weil ihnen nicht nur geholfen wurde, sondern sie auch bereit waren, Hilfe anzunehmen.
Ich habe daraus auch gelernt:
Meinen Eltern zu vergeben.
Nein, ich verzeihe nicht. Das kann ich nicht. Zu meinem Vater habe ich seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr.
Aber ich habe ein Verständnis für ihre Handlungsmotivationen entwickeln können, welches es mir ermöglicht, mit dem Erlebten abschließen zu können.
Ich verachte Gewalt in jedweder Form und werde dagegen angehen, wo immer mir dies möglich ist.
Doch wenn es mir möglich ist, versuche ich es zunächst durch Verstehen und Helfen.
Bibelzitate jedoch als Rechtfertigung für falsches Verhalten heranzuziehen, halte ich für gefährlich und fatal!
Da zitiere ich doch lieber aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, § 1631, Abs. 2:
„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“
Nun war mal wieder das Klassentreffen, das auf dem Lande. 50 jährige Einschulung. Und wer hätte es nicht geahnt, der Terrorlehrer, welcher täglich zuschlug, kniff, trat und erniedrigte, Strafzeremonien veranstaltete mit und ohne Publikum seiner anvertrauten Doppelklasse, der bekam wieder die meiste Aufmerksamkeit. Fünfzig Jahre schlecht verheilte Wunden.
Das hat der immer gewollt, so dämmerte es mir in der langen Zugfahrt an der Sieg entlang, nachts um drei. So läuft das doch schon die ganze Zeit. Seit dem Kriege, wo er diesen Job bekam, nur weil er den Finger hob, die meisten anderen Männer waren ja tot, einen verantwortungsvollen Schulleiterposten, den er so unheilvoll ausübte. Und worum ging es nun wirklich?
Ja, da sollte man ihm nicht drauf kommen, niemand, niemals. Gründlich ließ ich alle Scenen noch einmal ablaufen. Und ich poste dies hier in aller Kürze, weil ich denke, dass es vielen nützt. Der schlug nicht einfach zu. Das gab es auch, bei anderen. Alles kann einmal passieren. Die Nerven können mal versagen, da kommt oft eines zum anderen. Aber was war hier los.
Diese Inszenierungen, die er plante, terminierte, einiges erinnert mich an S.Zweigs Schachnovelle, an Napola und ähnliches, vertagte und dann doch vor großem Publikum zelebrierte. Da war doch etwas völlig Anderes. Und genau diese Antworten kamen mir im Bummelzug. Es waren nicht die Ohrfeigen, nicht die Kopfnüsse, die Prügelaktionen gegen Mitschüler, die alles so sehr einbrannten bei den vielen guten Landsleuten, treuen Menschen, lieben Freunden!
Oh nein, dieser Mann benutzte die Kinder, die Jungs vor allem, zog sie an sich heran und schleuderte sie dann an die Wand. Er bereitete sich stets einen Cocktail aus Adrenalin, Testosteron und Dopamin, der ihm dann in allen Adern brannte und quoll. Das hatte einen langen Abgang, wie bei einem alten Wein. Oh mein Gott, es war nicht (nur) die Wut, die Demoralisierung durch seine Kriegsteilnahme. Es waren die Hormone. Eine Sucht nach diesem Hormoncocktail.
Die Kinder, die Jungs vor allem, müssen seine Phantasie ausgefüllt haben. Das hat ihm Angst gemacht. Ganz sicher. Genau so viel Angst wie er verbreitete durch seine Attacken. Er schaffte sich zwei Kampfhunde an. Und eine hohe Hecke. Was für ein Leben? Schlimmer als der Alkoholismus vieler seiner Opfer, seine Sucht nach diesem Hormoncocktail. Ja, das hat ihm vielleicht Freude bereitet und Angst! Nahrung für diese Sucht.
Leider muss ich auch hier davon ausgehen, dass ich selbst nur die Spitze vom berühmten Eisberg mitbekommen habe. „Was jemand einem dieser Kinder antut, das hat er mir getan.“, sagte Jesus. Bei diesem Besuch in meiner Heimat erlebte ich nun so viel Solidarität und aufrichtige Nähe durch die ehemaligen Mitschüler. Und alle waren an Klärungen zu diesem hormonsüchtigen, verrückten Mann interessiert. Nach einem halben Jahrhundert. Da bin ich dankbar für.
Gestraft ist der Exoberlehrer genug, in seiner Hölle hinter Hecken. Noch mehr Aufmerksamkeit hat er nicht verdient. Auch keine Ehrenrettung. Nichts. Schlußpunkt.
Es zählt immer die persönliche Verantwortung. Auch, wenn es um Hormone geht. Oder gerade dann. Vorsicht bei Erklärungen, Rechtfertigungen, Verniedlichungen, Entschuldigungen.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich bin jetzt 40 Jahre alt, habe seit 32 Jahren Depressionen, leider seit über 20 Jahren unter chronischen Schmerzen und psychosomatischen Erkrankungen. Ich bin transsexueller Asperger-Autist. Meine Welt ist auch ohne das an mir begangene Verbrechen eine andere, als die Ihre. Zudem bin ich noch hochbegabt und extrem hochsensibel. Alles keine Eigenschaften, die einem das Leben erleichtern.
Wer weiß, wenn ich „nur“ geschlagen worden wäre, dann hätte ich vielleicht eher vergeben oder es verarbeiten können. Aber dem war nicht so. Meine Eltern sind zu allen Menschen freundlich, nur zu mir nicht. Ich glaube nicht, dass dies irgendjemand verstehen kann, der es nicht selbst erlebt hat.
Ich hasse meine Eltern nicht, da haben Sie mich falsch verstanden. Ich kann andere Menschen nicht hassen, die sich gar nicht darüber bewusst sind, was sie getan haben. Die Verachtung, die ich empfinde, mag vielleicht nur eine Zwischenstufe sein, vielleicht sind sie mir eines Tages egal.
Ich kann nicht sagen, dass ich meine Eltern nicht lieben würde, aber ich weiß, dass ich lediglich eine Vorstellung von ihnen liebe und nicht so, wie sie wirklich sind.
Ich mag mich und mein Leben nicht. Ich kann daran aber derzeit nichts ändern. Ich würde sogar meine Existenz beenden, wenn ich könnte, aber auch das kann ich nicht.
Ich für mich habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um mit meinen Eltern ins Reine zu kommen. Es ist nicht möglich, weil sie nicht wollen. Es war schwer und schmerzhaft genug mich damit abzufinden. Und ich habe mich damit abgefunden, dass meine Wunden nie ganz verheilen werden, weil sie zu tief und mir zu früh beigebracht wurden. Es gibt eben keine zweite Kindheit, so wie man keine andere Zeit im Leben wiederholen kann.
Damit zu leben, eines Tages und vielleicht einen Menschen, der einen liebt, mehr möchte ich von meinem Leben nicht mehr.
Ich habe mich eigentlich nur darüber aufgeregt, dass Sie so salopp behauptet haben, dass Kontaktabbruch keine Lösung ist und das ist eben nicht wahr. Für manche mag es hinkommen, für andere aber nicht.
Kurti
Hallo Kurti,
ich wollte Sienicht abwimmeln, habe nur eine andere Meinung zu dem Thema.
Natürlich kann ein äußerer Kontaktabbruch hilfreich und notwendig sein, um das Gefühl zu bekommen, dass man in Sicherheit ist und einem niemand mehr was tun kann. Aber wichtiger ist die Ablösung und die schafft man nicht im Hass.
Ich habe vor dreissig Jahre ein Jahr in einem Kibbuz in Israel gelebt und gearbeitet. Da waren junge Leute wie ich aus aller Herren Länder. Im Essensraum saßen alle gemeinsam an langen Tischen. Nur die deutschen Arbeiter mussten an einem Extra-Tisch sitzen (ich bin 1948) geboren. Diese Art der Kontaktmeidung heilt nicht die Wunden der Vergangenheit. Im Gegenteil, es hält sie lebendig, weil man immer wieder daran erinnert wird.
Danke für Ihren Kommentar.
Lieber Kurti, sicher geht es vielen so: mein ganzes Denken und Fühlen sind bei Ihnen – im Moment, wo man ja gerade die Rollos vom Büro hochzieht – an der Zahl der Kommentare kann man abschätzen, wie viele diesen Artikel aboniert haben, die Diskussion hier aufmerksam und mit großer Beteiligung verfolgen.
Den eigenen Selbsthaß als Eltern gegen das Kind zu richten, das ist ein grasser Verstoß, sollte das Jugendamt auf den Plan rufen. Ihre Geschichte mit dem Kinderheim kenne ich 1:1, absolvierte später meinen Zivildienst in einem Kinderheim der Inneren Mission und fand das bestätigt: man sehnt sich nicht als Kind ohne Grund nach einem Kinderheimplatz. Aber in vielen Fällen wäre das besser.
Ein Geschäftspartner sagte immer wieder mal: „Meine Eltern haben gejammert: `eigentlich wollten wir uns gerade ein Auto anschaffen, dann kamst du…!´dachten die an ihr Auto, haben sie nach mir getreten und das Küchengeschirr an meinem Kopf zerschlagen. Die daraus entstandenen Schäden haben sie gemeldet, eine Behindertenrente beantragt, diese auf ein Sparkonto gelegt…“ `Diese Ideoten!´, habe ich nur gedacht. Kriminell.
Dann gibt es einsame und auch gemeinsame Abortversuche, die dann ein Leben lang bei allen Beteiligten große Schäden hinterlassen. Und es gibt wohl nichts, was es nicht gibt – und es gibt noch mehr.
Nichtsdestotrotz hat Roland Kopp-Wichmann Recht mit der Meinung, dass man mit Groll kaum gesund leben kann. Manchmal möchte man ja sogar selber zuschlagen. Darf man ja auch, im Fitnesscenter am Punchingball. Und man darf auch mal ganz laut Scheiße brüllen. Die waren doch wirklich krank, ihrem Kind das Leben so zu versauen. Zombies. (sah mal ein Interview mit dem Erfinder der Zombiefilme. Er sagte, dass er in einem großen Shopping-Center saß, da kamen die Leute alle mit den Händen an den Gehhilfen oder an ihren Kindern zerrend. Da musste er diesen Film machen.)
Vergangenen Sonntagmorgen hielt Prof. Frank von der Uni Düsseldorf einen Vortrag über den vaterlosen Vater. Auf Grund von Kriegen u.a.m. ist die Situation in Deutschland verheerend. Fast alle sind betroffen, auch heute noch – viele in ihrem Leben ein halbes Jahrhundert lang.Der SWF schaltet diese Sendungen mit der Zeit online, am Ende der Link dazu.
Kurti, das Problem mit dem Verstehen- wollen/müssen (meine Vorgesetzten und Dozenten meinten manchmal: `Sie werden sich noch zu Tode verstehen´, oder `Der hört das Gras wachsen und die Flöhe husten´. Und dann kommen noch andere Manien dazu: dominieren zu wollen, alles wegzugeben usw. – die Liste der Irrwege ist auch hier sehr lang. Und all das haben sie gemacht mit ihrem ungewollten Kind.
Der unaussprechliche Stress, den wir da als Kinder erlebt haben. Und dass wir Jahrzehnte Aufregung erzeugen wegen der unaussprechlichen Unansprechbarkeit, das liegt daran, dass wir die Wahrheit nicht erfahren: vielleicht ein Abortversuch (einsam oder zweisam), nicht feststehende Elternschaft (es war ein flotter Dreier, ein OneNightStand) oder die Mutter ist lesbisch (würde das bei Verlust ihrer rechten Hand oder des Kindes niemals zugeben), der Vater homosexuell (aber so etwas gibt es nun gar nicht). Die haben eigentlich nie gelebt. Aber Kurti darf das jetzt. Die waren eigentlich angsterstickt. Aber Kurti darf sich befreien. [persönlich finde ich dass ein konsequenter Kontaktabbruch oft genau richtig ist; denn alles andere ist Zeitverschwendung. Nicht in eine völlig andere Richtung zu marschieren als die Peiniger, das ist immer ein Stück Brennholz auf das Feuer in der Hölle der Wiederholungen.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen einen aufrichtigen Freund, der wirklich da ist, Ihre Überempfindlichkeit akzeptiert und damit umzugehen lernt, der wirklch da ist und sich nicht wie üblich mit dem Rest der Welt auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner verbindet. Auf der Ebenen finden „sie“ ja immer so viel Bestätigung und deshalb finden Sie und Ich das oft so bedrohlich, wie eine Front.
„Mal muss doch auch Schluss sein!“, fordern manche. Ja, meine ich, wenn man die Wahrheit kennt; denn nur die kann wirklich frei machen.
Nur mit etwas Talent ist es nicht erklärt, dass Sie Ihre „Hölle“ überhaupt überlebt haben. Und Ihr Ich, von dem Sie schreiben, ist immer da, verlässt Sie auch nicht. Das ist eher ein Stück vom Reinen Bewusstsein. Unzerstörbar.
– noch der o.a. SWF-Kanal: http://www.tele-akademie.de/04_ausgewaehlte_videos.php
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
so leicht lasse ich mich nicht abwimmeln.
Es ist aber oft so, dass man sich nicht von den Eltern innerlich lösen kann, wenn diese noch in meinem Leben herumpfuschen. Ich habe seit 2 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Erzeugern und ich kann Heute nur sagen, es war das Beste, was ich je für mich tun konnte. Erst durch diesen Kontaktabbruch konnte ich auch die innere Ablösung beginnen. Und ja, ich hatte zu dieser Zeit psychiatrische Unterstützung.
Glauben Sie mir, ich habe in meiner Vergangenheit jeden Stein umgedreht, jedes krankhafte Verhalten meiner Erzeuger zu verstehen versucht und auch verstanden und doch haben sie mir einfach nicht gestattet, ein „ich“ zu entwickeln und jeden Versuch dahingehend im Keime erstickt. Wenn ich Heute das Wort „ich“ benutze, so tue ich das, weil man mir gesagt hat, dass es ansonsten immer zu Missverständnissen kommt. Früher habe ich das Wort „man“ benutzt, wenn ich von mir gesprochen habe. Wenn ich also jetzt „ich“ schreibe, so hat das für mich keine Seele. Das „ich“ ist leer. Manchmal füllt es sich mit einer Art Schatten, ein Hauch von dem, was ich sein könnte, doch bevor ich mich damit beschäftigen kann, ist er verschwunden.
Ich bin meinen Erzeugern für nichts mehr dankbar. Ein Bett, ein Dach über dem Kopf, Essen und Schulbücher hätte ich in jedem Kinderheim bekommen und wer weiß, vielleicht hätte mir dort auch jemand mal eine Geschichte vorgelesen.
Ich habe mehrere langjährige Therapien bei erfahrenen und gut ausgebildeten Psychologen und Psychiatern gemacht, stationär, teilstationär und ambulant. Geholfen haben sie alle nur kurzfristig. Nach ein bis zwei Jahren kam alles wieder zurück. Heute finde ich keinen Therapeuten mehr, der speziell genug geschult wäre, um den Mut zu haben, sich mit mir zu befassen.
Meine sogenannten Eltern sind beide Narzissten. Sie lieben nur sich selbst und sind gar nicht in der Lage, andere Menschen zu lieben. Und dennoch glauben sie, dass sie es können. Sie sind sich bei mir keiner Schuld bewusst und verstehen bereits im Ansatz nicht, wovon ich spreche.
Ich habe Jahre lang um meine verlorene Kindheit geweint, war wütend und habe sie für das, was sie an mir verbrochen haben, gehasst. Heute ist nur noch Verachtung für sie übrig geblieben. Meine Existenz hätten sie auch gern behalten können. Ich habe sie so sicher nicht gewollt.
Ich wollte keine Erzeuger, die mir alles genommen haben, was ich jemals hätte entwickeln und aufbauen können.
Sie haben mich emotional vernachlässigt, meine Seele vergewaltigt und mich verprügelt, wenn sie meinten, dass ich es verdient hatte. Sie haben unbewusst ihre nicht gewollten Anteile von sich selbst abgespalten, auf mich übertragen, um sie an mir tot zu machen. Sie haben mich nie geliebt, weil sie nicht lieben können. Sie beneiden mich, sie hassen mich und schämen sich für meine Existenz.
Und diesen Menschen soll ich für irgendetwas dankbar sein?
Nein, nicht mehr.
Und erst als ich den Kontakt abgebrochen habe, hörten sie damit auf mich zu quälen, zu demütigen und zu missbrauchen. Erst da konnte ich aufatmen, erst da konnte ich damit beginnen, mich von ihnen innerlich zu lösen, erst da wurde mir bewusst, wieviel sie mir genommen hatten und wie wenig ich noch habe.
Können Sie mir sagen, wie ich aus dem Nichts, was noch von mir übrig blieb, etwas machen soll?
Lg Kurti
Hallo Kurti,
wenn ich das mit dem „Kontaktabbruch ist keine Lösung“ schreibe, geht es mir nicht um den Elternteil, sondern nur um das erwachsene „Kind“. Es geht darum, sich von den Eltern abzulösen, ob man geschlagen wurde oder nicht.
Es hilft meiner Meinung nach nichts, auf eine eventuelle Einsicht zu hoffen, um dann vielleicht sich versöhnen zu können. Natürlich wäre das die beste Lösung, aber die ist sehr selten. Nur: im Kontaktabbruch bleibt man verbunden. Die Gefühle bleiben lebendiger, weil man das Geschehene für sich nicht „akzeptiert“ hat.
Akzeptieren heißt, in aller Deutlichkeit sehen und spüren, was man erleiden musste als Kind. Und dann akzeptieren, dass dies der eigene Vater, die eigene Mutter trotzdem bleibt. Und dass man demjenigen auch viel verdankt. Zum Beispiel die eigene Existenz.
Ablösen heißt, ablehnen, was man nicht gebrauchen konnte und was einem geschadet hat. Und dankbar sein können für das, was man bekommen hat.
Im Kontaktabbruch, so gut ich das verstehen kann, lässt wirft man alles fort.
Das Akzeptieren kann ohne die realen Eltern geschehen, aber meist nicht ohne eine professionelle Unterstützung, denn es ist ein sehr emotionaler Prozess.
Die Bücher von Alice Miller kenne ich natürlich alle sehr gut. Sie hat für dieses Thema unschätzbare Dienste geleistet.
Danke für Ihre Kommentare, Kurti und Herr Hinkel.
Ja, ich bin auch Alice Miller für „Das Drama des begabten Kindes“ sehr dankbar. Für mich war das damals überhaupt erst der Anlaß, in erlebten Gräueltaten den Grund für Dauerstress und Verdrossenheit zu sehen. Denn man kann sich ja so verdammt gut ablenken. Da sind Studium und Arbeit, Karriere und Alltag, und die gespielte Aufmerksamkeit sowie das Treiben in der Umwelt.
Alice Miller ist sicher eine Autorin, die Anlass für viele gab, Rechtfertigungen, Verniedlichungen und Beschönigungen der Täter abzulehnen, dann sich zu mühen, aus Scherben wieder etwas zusammenzusetzen. Betroffenheit ändert alles. Nichtbetroffene haben oft aus der Hüfte geschossen Antworten parat. Nur trifft das meist wie der Daumen in eine kaum verkrustete Wunde.
Ein Geschäftspartner bekam mit 30 von seiner Mutter erklärt: Es war ein OneNightStand und ich kenne auch Deinen Vater nicht. Schon konnte er sich die täglichen seelischen Grausamkeiten vom Ziehvater und sein stetes Verlassenheitsgefühl erklären. Die Groschen fallen immer noch, wie auch die Tränen. Fragt sich mancher: Was fang ich an in einer Welt ohne Boden unter den Füßen, die Luft zum Atmen knapp?
Selbst wenn man hart daran arbeitet und irgendwann meint: `das hat doch nicht so große Bedeutung´, bleibt da so ein Scheißgefühl.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich möchte Ihnen widersprechen.
Sie schrieben: „Aber Kontaktabbruch ist keine Lösung.“
Ich möchte Ihnen dazu sagen, dass es darauf ankommt, wie der Täter Heute mit seiner Tat umgeht. Bereut er/oder sie vielleicht? Ist eine Versöhnung möglich? Versucht der Täter an den Enkelkindern etwas wieder gut zu machen?
Wenn ja, wunderbar, dann ist Kontaktabbruch wirklich keine Lösung, da dieser Täter die Fähigkeit hat, seine Taten zu reflektieren.
Aber… es gibt auch Täter, die glauben Heute noch, dass sie vollkommen richtig gehandelt haben und dass die Opfer selbst schuld sind. Und dann ist Kontaktabbruch die einzig richtige und vernünftige Lösung, um zu sich selbst ehrlich zu bleiben, denn diese Täter sind nicht in der Lage, ihre Taten zu reflektieren und sind sich somit keiner Schuld bewusst.
Leider sind die meisten Menschen sehr christlich geprägt und haben die 10 Gebote, ohne sie im Einzelnen zu hinterfragen, verinnerlicht. Besonders das 4. Gebot (Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebst auf Erden.) zwingt die Opfer in ihrer Rolle als Schuldige zu bleiben und sich für die an ihnen begangenen Verbrechen auch noch zu schämen.
Jeder kritisch und reflektierend denkende Mensch wird das 4. Gebot als barbarisch ablehnen. – Und es stimmt auch nicht, denn die meisten Menschen, die als Kind missbraucht (emotional, physisch und sexuell) wurden und weiter das 4. Gebot befolgen, sterben früher…
An dieser Stelle möchte ich auf die Bücher von Alice Miller (die im April leider verstorben ist) hinweisen, die für jeden misshandelten Menschen eine wahre Offenbarung sein können, vorausgesetzt man kann kritisch und hinterfragend denken.
Lg Kurti
Hallo Mareike,
der Zusammenhang ist durchaus denkbar. Ich habe ähnliche Fälle in meiner Praxis erlebt. Aber Kontaktabbruch ist keine Lösung. Sie müssen sich ablösen, vor allem innerlich. Das ist ein intensiver Prozeß, für den man manchmal etwas professionelle Unterstützung braucht.
Schreiben Sie mir, wenn Sie Näheres wisse möchten.
Danke für Ihren Kommentar.
Ích (44) bin zufällig auf diese Seite gestoßen als ich danach suchte, ob die Schläge die ich in meiner Kindheit regelmäßig gegen Kopf (auf den nackten Po sowieso)erhalten habe möglicherweise Ursache für meine ständigen Kopfschmerzen sind.
Ich finde mich in dem obigen Artikel wieder. Erinnerungen an die Kindheit fast Null bis auf die Schläge vom Vater für Nichtigkeiten. Bin dann auch volljährig gleich ausgezogen. Habe von jeher ein sehr distanziertes Verhältnis zu meinem Vater mit zwischendurch auch mal jahrelanger „Sendepause“ während der ich ihn auch nicht vermisst habe. Ich habe so oft daran gedacht, den Kontakt ganz abzubrechen weil mir jegliche Zusammenkünfte immer „bevorstehen“. Der Kontakt ist halt da, weil er halt der Vater ist (und auch mittlerweile Opa).
„Wie gehen Erwachsene mit der Erinnerung an Schläge ihrer Kindeheit und an ihren Kindern um?“
fragt der Autor dieses Artikels. Richtig, dass er das fragt. „Wie gehen die erwachsenen Männer mit den Doktorspielchen aus ihrer Jugend um? – oh, was ich da alles erlebt hab!“, fragte mich ein Kunde, Naturheilpraktiker. Meine Antwort war: die Kerle machen dann eine Homophobie draus, dann Asthma, dann Krebs, schlagen ihre Frauen, treten die Kinder und sind immer im Recht.
Wie ging ich mit Schlägen und Erniedrigung um? Irgendwann mit 14 entstand ganz tief in mir die Frage, mit wie viel Bewusstheit die Mitmenschen, Beinahemenschen, Tiermenschen und Zombies um mich herum das alles machen.
„Warum, warum, warum…! – warum ist die Banane krumm, weil sie sonst nicht in die Schale passt!“ und „Sie werden sich noch zu Tode verstehen!“, sagten sie mir, Kollegen, Kunden, Chefs, Partner und sog. Freunde. „Mann sind Sie naiv!“, sagten sie alle auch.
Mittlerweile ist mir ganz klar, dass ich mit meiner Frage richtig lag und auch mit dem Ringen um Antwort(en); denn was haben wir denn sonst? Bewusstsein! In unserer Praxis arbeiten wir u.a. mit Drs. Frank Kinslow und Richard Bartlett. Kann man ja googlen und youtuben.
Hier geht es um Persönlichkeitsentwicklung. Bewusstseinspflege und -Entwicklung sind der Dreh- und Angelpunkt dabei, die Basis für ein sicheres Fundament, auf dem sich gute Grundlagen entwickeln können, wo die Saat aufgehen kann.
Kinder schlagen und erniedrigen heißt Blüten zertreten, Samen ersticken. Richter und Kripobeamte kennen das gut, Therapeuten auch, dass Kandidaten teilnahmslos dasitzen. Als hätten sie mit allem gar nichts zu tun. Lese ich doch mal diese 160 Kommentare,
dann fällt mir auf, dass die Kraft zur Befreiung von Angst und Schmerz doch sehr groß ist. Und wo das Selbsthelfen nicht reicht, möchte ich jeden ermuntern, sich Hilfe zu suchen. Traumatherapie gibt es in sofern nicht, als man nichts ungeschehen machen kann.
Aber das Know How ist auch bei den so genannten Seelenklemptnern heute sehr gut. Und in diesem Land gibt es eine wirklich gute, vielleicht weltweit einzigartige Infrastruktur diesbezüglich. Daher sollte von hier auch Werken und Wirken in alle Lande rund um den Globus gehen, dass kein Kind mehr geschlagen, gekniffen, angeschrien, getreten, sexuell mißbraucht, überfordert, versklavt oder geknebelt wird, hungern muss, total abgelehnt und ums Leben gebracht wird.
Künstler haben schon lange diese Themen bearbeitet, auf Lügen und Unterdrückung hingewiesen. Gerade habe ich auf einem Blog eine Seite mit Singer Songwriter – Titeln begonnen, baue in Lightboxen noch die Texte in deutsch ein, das wird sicher auch ein langer „Artikel“.
Schönes Wochenende. Karl
Hallo Christina,
Adoption, auch wenn es aus guten Gründen geschieht und manchmal die beste Lösung ist, bleibt eine Hypothek für das Kind. Denn es ist von Anfang an in einem Loyalitätskonflikt. Egal ob es seine Eltern kennt oder nicht, bleibt da innerlich eine starke Verbindung. Mit der muss man sich auseinandersetzen. Doch das ist nicht einfach, da man die Frage beantworten muss, warum die Eltern (die Mutter) einen weggeben hat.
Auf der anderen Seite fühlt man sich als Adoptionskind den Adoptionseltern verpflichtet. Aber man kann schlecht gefühlsmäßig zwei Eltern haben. Dieser Konflikt ist mit rationalen Begründungen nicht zu lösen. Wenn die realen Eltern noch leben, rate ich manchmal dazu, diese aufzusuchen und mit ihnen zu sprechen. Das ist für beide Seiten nicht leicht, kann aber vieles lösen. Die Mutter hat immer Schuldgefühle und trägt oft ein Leben daran. Wenn die realen Eltern gestorben sind oder sonstwie nich erreichbar, kann man die Annäherung und letztlich die Versöhnung innerlich schaffen. Doch braucht man dazu meist eine gute Psychotherapie. Das wäre ohnehin für Sie, Christina, wohl der beste Weg, je nachdem, wie sehr die Schläge und andere negative Erfahrungen Sie heute in Ihrem Leben noch beeinflussen.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Herr Wichmann;
Dass ich wohl ein Problem habe damit geschlagen worden zu sein ist mir klar, denn ich habe heute einfach so daran denken müssen obwohl ich das letzte mal mit 17 Jahren geschlagen worden bin. Meine Mutter hat mich öfters geschlagen.Nicht verprügelt aber geschlagen, geschüttelt an den Haaren gezogen und am Arm gerissen. Oftmas für banale Dinge und trotzdem wurde mir immer eingebleut, dass ich es übertrieben habe und das ich „das gebraucht“ hätte. Meine jüngere Schwester wurde nie angefasst, mit ihr wurden höchstens Witze darüber gemacht. Eine Zeit lang hab ich Tagebuch geführt in dem ich aufgelistet habe wie oft meine Mutter mich geschlagen hat und auch warum, also in welcher Situation. Dieses Tagebuch hat sie dann auch gefunden und ich bekam großen Ärger und meine ganze Familie war sauer auf mich, sagte mir wie enttäuscht sie alle von mir wären.
Die letzte Ohrfeige bekam ich von meinem Vater, als ich in der Küche stand und angeblich „hysterisch“ wurde bei dem Versuch meine Privatsphäre zu schützen . Wie kann ich damit karkommen?
Infos zum Verstehen: Ich wurde mit kanpp vier Jahren adoptiert.
Lg und Danke
“Wen haben wir denn da?”, “Ja wen haben wir denn da?”
[Oton: “Nääwennhammerdado?”] fragte der Großvater, als er nach einem groben Rülpsen, Rotzen und Seufzen, das aus einer Küchenecke kam, an einem Gummistiefel zog, der unter der langen Holzbank quer lag. Daran ziehend: “Nä, da hängt ja einer dran!”. Er hatte Besuch von einem netten, lustigen alten Herrn, der sehr bekannt war, der lieb zu Kindern war, der saß am Fenster. `Klar weiß der, wer da dranhängt am Stiefel´ dachte der kleine Karlos bei sich, als er von den beiden Alten aus der Küche geschoben wurde, die Beinchen des Dreijährigen weich wie der Haferbrei, den es täglich gab. `Das ist doch die Mutter, die da mit den Stiefeln´, denkt der Kleine. Die Händchen in die blonden langen Locken gekrault läuft er vor den großen Spiegel der Garderobe im kalten Flur. Allein. Ein Rumoren in der Küche, er wird dort nicht hingehen jetzt. Sein Gesicht im Spiegel weint. Ein alter großer, schwarzer Schirm, die Mäntel riechen muffig. Hey, da kann man sich verstecken.
Keiner ruft. Erwartet hatte er das Rufen, dass sie ihn nun suchen. Er war doch nicht in der Küche. Einige Leute liefen an den muffigen Mänteln vorbei. Nichts geschah. Dass die Mutter dort in ihr Schlafzimmer geschleift wurde, hatte der Kleine gerade noch mitbekommen. Nach langer Zeit wurde es ihm zu kalt auf dem Flur. Er verließ das unbequeme Versteck. Der nette Alte kam aus der Küche. “Nä, best du da der Jüngsde?” “Dä Obba es en dä Köche!” “Geh!” Der Opa saß da vor dem Küchenfenster, döste vor sich hin, kaute seinen Tabak: “Do is dat Zimmche, miz, miz, miz…” Aber auch dieses kleine Kätzchen interessierte den kleinen Jungen jetzt nicht. Er schaute sich die Stelle an, wo die Mutter gelegen hatte. “Joo, joo, dat es all so…” gab der Opa von sich, und “Gugemo dat Zimmche, ob dat en Müüs´che hät?”
Tagsüber regierte die Großmutter die Küche, den zentralen Raum dieses Bauernhauses, den einzigen beheizten Raum im Winter, den überhitzten Raum im Sommer mit einer Feuerstelle. Dort spielte sich alles ab. Dort ging es zu wie im Taubenschlag. “Loss doch mol de Köchedör zo!”, rief die Grooßmutter zig mal am Tage ihr zog die Kälte über die müden Knochen. Die Küchentüre trug die Fußpuren von frustrierten, kriegsdemoralisierten Bauern und Bauerssöhnen. Samstagspätnachmittags wurde es dort immer etwas wärmer, molliger, der Ackermann saß vorm Fenster. Mit seinen groben Händen setzt er das zarte Kerlchen auf seine Knie, von denen eines noch einen Granatsplitter drin hatte. “Hoppe, hoppe Reiter…” quäkte er und “Plumps”. Und dass die Haare ab müssen meinte er. “Loss´n doch noch!” flehte die Oma, die den Brötchenteig kugelte mit ihren verkrümmten Händen. Da war der Holzwagen drübergerollt. Diese Hände mußten hier alles richten, neun Kinder wickeln, füttern und die murrigen Großen noch dazu versorgen.
[zum Schutz von Persönlichkeitsrechten der überlebenden Minderheit hier erwähnter Personen ist der Dialekt leicht verändert, weil man in dieser Region Dörfer, ja Straßen am Klan der gedehnten Umlaute orten kann]
Den Dialekt des südwestfälischen Dorfes weiter zu benutzen benutzen macht keinen Sinn. Später merkte ich, dass ich Leute, die aus diesem Landkreis kommen auf der ganzen Welt auf der Straße erkenne. Aus einer Million Leuten beim Kölner Karneval kann ich sie raussuchen. Nach drei Silben erkenne ich sie in Fernsehdokus.
Dieses chromblinkende Maschinchen, das der Ackermann da zwischen seinen Händen quetschte war dem kleinen Karlos ungeheuer. “Autsch!” machten die größeren Brüder, und “Äh-nä!” wenn sie das Ding in die Kopfhaut bekamen. Auf dem Boden die Haare, die grauen vom Opa, der kam immer als erster. “Gleich kommst du.”,meinte er zum kleinen Karlos, der sich sofort mit den Händchen in die langen, blonden Locken fuhr und in den Flur flüchtete. Aber die Mäntel waren weg. Es war Sommer. Vor dem Spiegel starrte er in sein Gesicht. `Wo kommt nur all das Wasser her?´ Aber das war doch er selbst. Fast gefiel er sich in dieser Verzweiflung. Erwartete da auch etwas Sicherheit, `wenn ich hier so weine, dann lassen sie mich vielleicht´, aber da kamen die älteren Brüder, lästerten, lachten ihn aus, die hatten es hinter sich. Der ganze zarte Oberkörper bebte, er hatte fast keine Tränen mehr. Karlos´ Händchen versuchten den Apparat wegzuschießen, die Locken festzuhalten. Die angedudelte Mutter kam grinsend in die Küche, setzte sich, grabschte sich eine Locke, grinste und quikte ein wenig. Die Locke verschwand in einer Zigarrenkiste.
Saß werktags die Mutter mit in der Küche, zeigte sich die viel beschäftigte Oma gereizt: “Lass dir das Zeug aus dem Bauch, da hab ich beim Holzholen wieder Flaschen gefunden, da, schau dir das an.” Und es ging immer weiter: “Zwei Söhne hat mir der Krieg genommen, den dritten hast du mir genommen. Kümmere dich um die Kinder!, vierzig Windeln hab ich heute gewaschen, jetzt habe ich keine mehr.” Die Mutter wickelte ihre Beine ab. Die Binden waren vereitert und Karlos versuchte sich etwas Aufmerksamkeit zu erarbeiten, indem er beim Aufwickeln half. Vielleicht ein Lob? Die Mutter nahm das Kind nicht wahr. Die Oma schaute den Kleinen mit einer Mischung aus Mitleid, Wohlwollen und Verzweiflung an. Immer war der Kleine beschäftigt, malen, kritzeln, basteln, er konnte früh schreiben, schön schreiben.
“Was hast du gemacht, was has du dem Kind angetan, geh auf die Knie, tue Buße, du hast dich versündigt, tue Abbitte, wie kann man nur? Mir hat der Krieg die Kinder genommen und du, was machst du…?” Die Großmutter konnte sich einfach nicht beruhigen. “Schau dir da Kind an, das ist eine Gnade, dass der so ist, guck, guck doch mal…” Während sie das sagte, versuchte die Großmutter den Kopf der Mutter in Karlos Richtung zu drehen. Sie war völlig verzweifelt, wendete sich wieder ihrem Abwasch zu, schimpfte aber weiter.
“Wenn du was sagst, wenn du was sagst, was weißt denn schon du!” drohte die Mutter. Ging die Türe auf, war alles mucksmäuschenstill.
[Der Therapeut sagte später ganz lässig, es sei wohl ganz normal, dss es für solche Situationen nie Zeugen gibt. Verflucht noch mal!]
Dass das alles tatsächlich alles etwas mit ihm zu tun hatte, das bekam Karlos erst viele Jahre später mit. Diese Scenerie fand zeitweise täglich statt, ansonsten mehrmals in der Woche. Immer bei den Hausaufgaben, unterbrochen von dem Quitschen der Kreidestifte auf der Tagel und abgebrochenen Mienen. Die Mutter triumphierte vor Stolz, weil sie mit ein paar Handbewegungen und einem Kartoffelmesser die Stifte wieder anspitzen konnte. Die Großmutter bekam einen Weinkrampf und sank in sich zusammen, als der Karlos im 2. Schuljahr für Reli gelernt und einen ganzen Choral auswendig aufsagen konnte: “Warum sollt ich mich denn grämen / hab ich doch Christum noch / wer sollt mir den nehmen…” “Nein Karlos, nein Karlos, lieber Gott!”
Hätte danach die Mutter auch nur piep gemacht, die Oma hätte zum Besenstiel gegriffen.
Einmal hat sie das. Der Kleine begabte und begnadete Karlos war gerade im dritten Schuljahr. Die Oma griff also zum Reisigbesen, der Grund war einfach der, dass sie mit Recht annehmen musste, dass ihre Schwiegertochter ihr eine ganze Hand voll Salz in die Suppe gestreut hatte. Sie griff also den Reisigbesen, und da machte Karlos eine interessante, aber verwirrende Entdeckung. In dem Moment, wo auch nur ganz leicht zu erkennen war, dass Oma zum Besen griff, huschte ein triumphierendes, entspanntes Grinsen über das vom Alkohol geschwollene Gesicht der Mutter. Irgendwie meinte der fleißige Schüler da am Küchentisch auch zu erkennen, dass die Großmutter auf Grund dieses Grinsens den Besen wieder wegstellte. Niemand hatte da eine Chance. Und die Oma kochte immer reichlich. Vor Wut und für diese Großfamilie ohne Größe. Regelmäßig saßen da zehn Leute und mehr am Küchentisch, mehrmals täglich. Mittags 5 Kilo Kartoffeln schälen, drei Kilo Gemüse putzen, Tisch decken, spülen, ab und zu half jemand beim Tischdecken.
Ja, wenn man Glück hat.
Für das Wochenende buk die Großmutter 50 bis 100 Brötchen, einen Quadratmeter Blechkuchen. Dies geschah mit den geringsten Mitteln. Drei Eier, Milch und Mehl aus der eigenen Erzeugung, mit Rosinen musste sparsam umgegangen werden. Alles was Geld kostete war zu teuer. Aber da waren vierzig Hühner im Stall. Es gab kein Frühstücksei. Es gab auch kaum Wurst und Schinken. Wurde geschlachtet, dann schickte sie den Karlos und andere, die fettige Wurstebrühe zu allen hinzutragen, wo sie sich beliebt machen wollte. Die Eier trug die Mutter zur Dorfkneipe und bekam durch ein geheimes Fenster zwei Flaschen Doppelbrand gereicht.
Diese lagen einmal neben ihr, eine rechts und eine links, als Karlos sie fand. Eigentlich wollte er mit den anderen spielen, aber da war eine Abzweigung vom Waldweg, ein Trampelpfad. Karlos verlor den Anschluss an die Gruppe und stand alleine vor der schnaufend da liegenden Mutter. “Ein Taschentuch, hol mir ein Taschentuch!” trug sie ihm auf. Und Karlos rannte, fand die Großmutter in der Küche, die ihn beschwichtigte. Gleich komme der Ackermann zurück, der würde mit dem Traktor hinfahren. Man schleppte sie dann ein. Nach kurzer Zeit dann das gleiche Spiel.
Mit einem Klassenkameraden, einem ganz normalen Burschen, den allerdings die gesamte Umgebung von klein auf kriminalisierte, also für einen kriminellen Knaben hielt. Das war er nun wirklich nicht. Es war ein toller Kerl. Karlos konnte phantastisch mit ihm spielen, Abenteuer erleben. Auch fühlte er sich bei ihm wirklich sicher, weil er dachte, `wenn jetzt einer was will, haut der Bert ihm in die Fresse!´ Bert war eher ein Freiheitsberger. Bei der Einschulung forderte die schrullige Dorflehrerin uns auf ein Vogelhochzeitslied zu singen, und er blieb sitzen. “Warum stehst du nicht auf?”, herrschte das Fräulein Lehrerin ihn an. “Hab´ keine Lust!”, war die ehrliche Antwort.
Dann mochte er gerne Dämmchenbauen an einem Bachlauf, Stichlinge fangen und Kaulquappen züchten. Einfach klasse. Da waren sie wieder dabei im Wiesental. Wie ferngesteuert lief er auf eine Buschgruppe zu. Da lag sie mitten drin. Röchelnd. Eine links, eine rechts, Steinhäger, vom Feinsten, teuer. Karlos ahnte, dass es brenzlig wurde, das Röcheln war wie Ersticken. So lief er zur Tante, die einen Kilometer entfernt wohnte. Die hatten es gut. Dort ging er manchmal am Sonntag alleine hin, wenn er atmen wollte, Luft holen. Die Tante rief den Onkel, der Geschäftsführer und Bruder der Mutter war. Sie schleppten die Mutter ein, rücklings, bald trug der Junge ihre Schuhe nach. Links und rechts in der Siedlung gingen die Küchenfenster auf: “Nä, wen habt ihr denn da?”
In der gemütlichen und sehr gepflegten Küche setzte man die Mutter auf einen Stuhl. Der Onkel klatschte seiner Schwester die Hände ins Gesicht, rief immer wieder ihren Vornamen, den der kleine Karlos nicht mehr als einen Menschennamen hörte. Für ihn war dieses Wort der Titel eines dicken Buches. Fällt es um, bricht es dein Genick. “Aber es ist doch deine Mutter!” sagte die Tante zum Karlos, der hilflos aber gefasst mitten in der Küche stand. Er bekam von der Tante ein Äpfelchen und einen Keks. Der Onkel fuhr den Jungen zum Hause des Ackermannes, der solle doch mit dem Traktor seine Frau schnell abholen. So blieben auch die Autopolster geschont.
Ab dem ersten Schuljahr besuchte Karlos die Tante und den Onkel im Nachbarort am Sonntag. Die hatten es schön. Aber erst mal war immer eine Hürde zu nehmen. Das war die Haustüre des gepflegten Anwesens im Nachbardorf. Den weißen Kies versuchte er geräuschlos zu überqueren, schloss das Gartentor achtsam. Nur keinen Fehler machen. Vor dem Schellen: `hoffentlich stör ich die nicht´, `eigentlich haben die ja nicht gesagt: komm bitte wieder´ und `wer wird wohl öffnen?´ Nach dem Eintreten ins Haus der Tante: `Hier riecht es aber gut, es gab bestimmt was Feines´, `hoffentlich haben die nichts anderes vor!´, `und wenn sie zum Segelsport fahren, werden sie mich mitnehmen?´ Dem Onkel fiel an seiner Haustüre das Kinn um Zentimeter. Sie fragten nicht nach Mutter oder Ackermann. Wie müssen die sich angestrengt haben, überhaupt etwas neutrales, unproblematisches mit dem kleinen Jungen zu sprechen.
Die Orte der Entziehungsanstalten kennt Karlos heute noch listenweise. Entweder ging es ins Hochsauerland, im gleichen Ort gab es eine bekannte Brauerei, drei Schnapsbrennereien und noch mehr Kneipen als im Abenteuerdorf. Oder man fuhr ins Bergische. Der Onkel fuhr mit dem Käfer. Einzige Bedingung war, dass Karlos hinten nicht den Blick durch den Rückspiegel verdeckte. Also klebte er am Seitenfenster. Das aber dufte auch nicht angehaucht werden, wegen der Sicht. Die Mutter saß in einem Bett, die Teller und Schüsselchen vom Mittagsmahl auf dem Sideboard. Hier gab es reichlich. Und da war es wieder. In einem Klinikbett ein Lächen und Grinsen, das alles niederriss.
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Uns allen ist bekannt, dass es nicht um das Saufen, Kiffen, Kotzen usw. geht, was Mitmenschen machen, solange unsere eigene Lebensqualität nicht beeinträchtigt wird. Es geht um das, was im Gefolge dieser Sucht alles zerstört wird. Und da ist der Bedarf an Schutzmaßnahmen im Umfeld immens.
So heißt der zweite Teil von Karlos dann auch “Collateralschäden”
Karlos, den der Ackermann nur mit “Ehj!” oder “Äj!” ansprach und anschrie, die Lehrerinnen Karlinchen und die Lehrer Karlitos und dann gibt es noch weitere Varianten, also Karlos kannte nahezu zweitausend Bewohner im Abenteuerdorf. Es gab eine riesige Verwandtschaft. Alle schauten den Kleinen mitleidig von oben herab an, wunderten sich später, was der alles geschafft hat, alle machten in dem riesigen Theater mit, wo ein einziger Mensch alles runterzieht. Alle wussten alles. Sie wussten auch, warum der Ackermann auf Karlos so bedrohlich wirken musste, sie wussten, warum die Großmutter völlig ausgerastet war, sie wussten, was wirklich passiert war, sie wussten, dass es nicht der Alkohol war, der die Katastrophen allein gemacht hatte, sie wussten, woher sie kamen, die Collateralschäden….
Collateralschäden
Bevor Karlos eingeschult wurde, macht ihn der Ackermann hart auf dem Ackerfeld. Alle anderen Burschen waren nicht da, hätten dazu auch keine Lust gehabt. “Ach, lass ihn doch noch, bis er in der Schule ist”, sagte die Oma, Ackermanns Mutter. Erbarmungsloser Ackermann. Karlos musste den ganzen Tag im kalten Nieselregen als lebende Beschwerung auf den Eggen stehen, es zerriss ihm fast den Schritt. Am Ende einer jeden Ackerfurche musste er die schweren Eggen hochheben, die verdorrten Kartoffelsträucher entfernen und die Eggen halten, damit der Ackermann mit seinem Kriegssplitterknie nicht vom Trecker steigen musste. Die Eggen hackten dem Karlos in die Beine. Erbarmungsloser Acker.
Gifte gab es noch nicht. Alles bio. Kartoffelkäfer wurden mit der Hand, den Kinderhändchen aufgesammelt. Zerkquetschte man sie, waren sie orange und schmierig. Lebendig kamen sie in den Eimer mit Essigwasser. Oh, wie der Essig stach. Steine hatte der Acker durch das Eggen freigegeben, die sammelte Karlos in einem Kartoffelkorb, groß, wie er selbst. Die Steine waren spannender als Ackermann und Co. Der Opa nannte sie Feldspat, er war im Bergwerk. gewesen. Doppelschichten zwischen den Kriegen. Feldspat heißt, dass es diese Steine auf allen Feldern gibt. In Wirklichkeit sind das Kristalle.
Die Oma schickte Karlos mit einer Kanne Wurstebrühe zur Tante. Gegen die Fettbrühe gab es eine spitze Tüte, da war oben ein bunter Rand aus Krepppapier dran geklebt. “Einen Faden zum Zubinden habt ihr ja?”, meinte die Tante, Kriegerwitwe mit Zicklein im Keller für den Sonntagsbraten. Was das soll? Auf der Papptüte waren Spielsachen und Zuckerstangen gemalt. Hmm. In der Bauernküche kramte man einen alten Vorgängerranzen vom Kornboden und steckte eine Tafel rein. Die hatte einen Riss. Der Karlos sollte nun zur Schule gehen.
Tags drauf ging es mit der spitzen Papptüte in der Hand und dem Uraltranzen auf den Schultern zur alten Schule. “Alle Vögel sind schon da”, sollten alle singen, einer stand nicht auf. “Bert, warum singst du nicht mit?!”, schrie die Schrullige. “Hab keine Lust!” meinte Bert gelangweilt, als er sich müde erhob. Der war müde, erfuhr Karlos bald, weil er einen eigenen Fernseher auf seinem Zimmer hatte, Lassi, Fury, Rin-Tin-Tin, Mit Schirm, Scharm und Melone. Aber er war ein Abenteurer, an den hielt Karlos sich.
“Karolus mach doch auch deine Tüte auf” meinte die Frau an der Tafel. Die andern kramten im Krempel. Sigu-Autochen, Prinzenrolle, Stifte, Liebesperlen und Hefte. Aber Karlo mochte seine Tüte nun wirklich nicht aufmachen. Die Frauen hatten das Krepp mit einem Wollfaden verknotet. Und die Pappe war so komisch leicht. Nach weiterem langweiligem Quatsch in der stinkigen, stickigen Schule saß Karlos wieder brav am Küchentisch bei der Oma. Die schnitt den Faden auf. Karlo zog den Inhalt aus der Spitztüte. Drei zusammengeknüllte Seiten Westfälische Rundschau. Die Mutter kam dazu: “Och, du kriegst noch was.”
Karlos hatte wie die anderen ein Sparbuch der Darlehenskasse bekommen mit fünf Mark drauf wegen dem Schulanfang. Fünfzig Mark kamen von den Patenonkels dazu, ein paar Münzen aus dem Sparschweinchen. Karolus war Eigentümer von 66 Mark. “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not”, sagte die Oma mit erhobenem Zeigefinger, “und pass gut drauf auf.” Nach wenigen Wochen hatte die Mutter 65 Mark abgehoben und im Krämerladen gegen Schnaps versetzt. Und sie log. Sie log über Karlos, der sie den ganzen Tag kaum sah.
“Nä, der war wieder so garstig gegen mich, der Junge hat mir seine Schuhe nachgeworfen!” sagte sie zum Ackermann, der gerade erschöpft von der Arbeit ins Schlafzimmer ging, wo die Trinkerin lag. “Ich brauch noch was Geld für den Haushalt, und was die Kinder alles immer für die Schule brauchen! Fünfzig Mark brauch ich schon!” „ Nä, dann fünfundzwanzig, die Kinder brauchen doch was auf´s Brot!„ Die Türe war nur angelehnt, so bekam Karlos auf dem Flur noch mit, wie der Ackermann seufzte: “Na dem werd ich…” Anschließend saß Karlos auf dem Anhänger des Traktors um für die Kühe das Gras zu holen. Das war täglich. Und täglich muss die Mutter neue Lügen von sich gegeben haben. Einmal warf der Ackermann seine Heugabel nach dem Jungen, ein anderes Mal ein dickes, schweres Brett. Und er schrie “Ehj, mach, mach voran, dir werde ich Zorrus beibringen…”
Der älteste Bruder war nie da. Einmal hatte Karlos das Konfirmationsfoto gesehen. Der Bruder war tatsächlich mit 14 ein erwachsener Mann, attraktiv und stark. Einmal kam ein Lehrer zu Karlos in der großen Pause. “Dein Bruder war der beste hier, den haben alle geschätzt, was macht der jetzt?” “Weiß nicht?”, meinte Karlos aufrichtig. Durch spitzen seiner kleinen Ohren erfuhr er, dass die Mutter dafür gesorgt hatte, dass der Bruder in ein Erziehungsheim kam. Er hatte mit einem Kumpel Streiche gespielt. Beispielweise hatten sie in eine Milchkanne gekackt. Der Bruder wurde systematisch der Alkoholsucht der Mutter geopfert.
Einmal durfte Karlos mit dem Taxi in die Kreisstadt fahren, wo der große Bruder eine Lehre als Bäcker und Konditor machte. Er begrüßte den kleinen Karlos mit Umarmungen und Leckereien. Er hatte mit viel Fleiß zwei große Bleche mit Blätterteigteilchen gebacken, gefüllt mit bunter Konfitüre. Der Bäckermeister kam und lobte den jungen Mann, dass er stark, fleißig und gewissenhaft sei. Der Taxifahrer nickte bedacht und schleppte die Bleche.
Stolz betrat der junge Bäckerlehrling das Haus der Mutter mit den Kuchenblechen auf dem Arm und wurde gleich angefahren: “Was machst du hier, geh´ arbeiten, geh deinem Vater helfen!” Sie kreischte und torkelte. Es war am späten Samstagnachmittag. Er wollte gleich wieder weg. Karlos auch.
Die Bäckerlehre wurde abgebrochen. Der große Bruder kam nach Haus, ging abends in die Dorfkneipe bis spät nachts. Dann ging es los. Die alten Dorfmänner hatten ihm erzählt, dass der Ackermann nicht sein Vater sei. Da sei ja der Ackermann noch in der Gefangenschaft gewesen. Die Mutter war mit einem Österreicher befreundet, ein Zwangsarbeiter, politischer.
Nun schrie er angetrunken nachts um drei das Haus zusammen, wollte seinen leiblichen Vater kennen lernen, zumindest eine Stellungnahme der Mutter. Die schickte den Ackermann vor und wieder konnte Karlos dieses huschende Grinsen erkennen auf ihrem Gesicht, als der ältere Bruder den Ackermann tätlich angriff. Ihre Taktik funktionierte offensichtlich.
Manchmal floss Blut. Die Polizei kam. Die gingen schnell wieder. Es ging viele Jahre so. Die alkoholkranke Mutter hatte nun keine andere Beschäftigung mehr, als den bösen Bruder zu thematisieren. Der hatte ja nun durch seine Aggressivität gezeigt, dass die Mutter Recht hatte. Es gab kein anderes Thema mehr, auch wenn der Bruder lange Zeit nicht da war.
Zwei andere machten jetzt Probleme, kamen in der Schule nicht mit. Der eine war schon mal sitzen geblieben und sollte kein Abschlusszeugnis bekommen. Dann kriegte man aber keine Lehrstelle. Die Mutter trank ein paar Tage nicht, ging zum Hauptlehrer. “Hannes, wenn du dem Jungen kein Zeugnis gibst, kriegt der keine Lehre, dann lernst du mich aber kennen, wir zwei sind zusammen in die Schule gegangen, weißt du noch… “, so herrschte die Mutter den verdutzten, für seine Repressivität und Unbeherrschtheit bekannten Lehrer an. Dieser fragte darauf: “Aber was ist denn mit dem anderen, dem Karlos, was ist mit dem…?” “Oh, der ist frech, der gibt immer Widerworte, der ist nicht zu bändigen!” log sie. Wahrheitsgetreu hätte sie das Gegenteil von sich geben müssen. Der Hauptlehrer versprach, sich dieses Problems anzunehmen. {So hat der Hauptlehrer selbst diese Episode dem Karlos erzählt, als dieser ihn mit 20 Jahren besuchte um zu fragen, warum er ihm das alles angetan hat.)
Jeden Tag mindestens einmal nach dem Besuch der Mutter, nahm dieser Despot von einem Lehrer nun Karlos´ Kinn zwischen seinen knochigen Zeigefinger und Daumen, rieb und drückte so lange, bis ein blauer Fleck entstand. Er demütigte, beleidigte, kniff und verteilte Kopfnüsse, machte dabei verächtliche Sprüche und schüchterte den Karlos täglich ein. Noch ein Bruder sollte sitzen bleiben, der nur ein Jahr älter war als Karlos. Das gleiche Spiel. Die Mutter machte ihre Aufwartung beim Hauptlehrer, und droht mit diesen Worten: ”Hannes, wenn du den sitzen lässt, dann, dann,… der ist der einzige, der seinem Vater auf dem Feld hilft!”
Der fragte: “Was ist denn jetzt mit dem Karlos, hat es gefruchtet?” Ihre Antwort sollte wohl das Ersuchen um Nachsicht mit dem Sitzenbleiber unterstreichen: “Der, der hat zwei linke Hände, der mit dem kann man nicht rechnen…” Der Hauptlehrer verstärkte seine Tortur. Konnte Karlos nach zwei Wochen Kartoffelernte kaum gerade gehen, auch nicht hüpfen, schlug der Lehrer im Sportunterricht mit dem Tauende zu, weil Karlos nicht Seilspringen konnte. Mit dem Bert machte er das Gleiche. Dieser Oberlehrer war ein Tier. Bert allerdings hüpfte nicht, weil er keine Lust hatte, weil er das doof fand, was es ja auch war.
Beim 100-Meter-Lauf fiel Karlos hin, brach sich die Kniescheibe, der Lehrer trat nach ihm: “Steh auf! Du, du…” Aus dem Krankenhaus mit einem Gipsbein zurück, verspotteten ihn die größeren Brüder, dass er dies doch nur mache, weil Karlos nicht mit aufs Feld wolle.
In jeder Sportstunde bekam Karlos Nasenbluten. Beim Weitsprung brach der Blinddarm. Zwei Wochen Krankenhaus. Es kam kein Besuch. Niemand. Keiner. Am Sonntag spielte der christliche Posaunenchor, in dem Karlos selbst Trompete spielte. Er sah sie zwar vom Türpfosten aus, aber niemand kam in sein Krankenzimmer, niemand sprach ihn an. Sie spielten `Nun danket alle Gott´.
Trotz diesem Irrsinn in der Schule wäre Karlos am letzten Schultag vor den Ferien gerne im Klassenzimmer geblieben und hätte sich für 6 Wochen einsperren lassen. Wenn andere gespielt haben, hat Karlos gearbeitet. Dieses Dorf verfügt über das schönste und größte Freibad in Südwestfalen. Im gesamten Talkessel konnte man vom ersten bis zum letzten Ferientag die Kinderschreie hören. Toll. Nicht für Karlos. Er verbrachte alle schönen Tage auf der Heuwiese, saß auf dem Heuwagen, oft heulend. Dieses schöne Abenteuerdorf, es soll die Perle des Landkreises sein, sagte man. Aber wo kam nun all dieser unbeschreibliche Stress her?
Dann kam eine längere Entziehungskur für die Mutter. Jetzt sollte das endlich klappen. 9 Monate. Karlos sollte ein Jahr lang bei Tante und Onkel wohnen. Der Käfer fuhr vor. Die Mutter reichte einen Schuhkarton zum Fenster raus. “Ist das alles?”, Tante nahm den Karton, “ich dachte, der hat wenigstens ein Hemd für Sonntags, dass wir ihn mal mitnehmen können?!” Für ein Jahr machte Karlos einen Bogen um das Bauernhaus, wenn er zur Schule ging. Eigentlich wollte die Schrullige ihren Schüler im Auto mit zur Schule nehmen. Das tat sie nicht ein mal. Dann entdeckte der Onkel ein Zorroheftchen, das Karlos von Bert hatte. “Hast du noch mehr? So ein Schund kommt mir nicht ins Haus!”, sagte der Onkel und schlug zu. Karlos rannte raus, fand nicht mal mehr ein Versteck im fremden Garten. Mit den Nachbarjungen dort fand Karlos keinen Kontakt. Jetzt hielt er nicht nur die Luft an, er traute auch denen nicht mehr.
Zurück im Hause des Ackermannes war Karlos dann ein Fremder. Er benutzte Gabel und Messer gleichzeitig am Küchentisch, organisierte sich sogar eine Serviette. Das endete für ihn fast tödlich. Einmal kam er aus dem Wiesental. Es regnete. Schuhe und Hose waren nass bis zu den Knien. Karlos kommt zur Haustüre rein, die Mutter aus dem Alkdunst ihres Schlafzimmers, die Großmuter steht in der Küchentüre, der Ackermann kommt die Kellertreppe hoch mit einem Eimer Milch. Alle gleichzeitig. Die Mutter lenkt von ihrem schwankenden Zustand ab: “Nää! gucke mal was der sich dreckelich gemacht hat!” Der Ackermann krallt den Karlos, schleift ihn die Treppe runter, greift einen Kalbstrick von der Wand, mit dem man die neuen Kälbchen aus der Kuh zieht, und schlägt auf Karlos ein. Wutentbrannt fast eine Stunde lang. “Und wenn du jetzt noch weinst, kriegst du sie noch mehr!” Die Weiber plärren gemeinsam die Treppe herunter: “Ackermann hör auf, hör auf, Ackermann, du versündigst dich!”
Der Terror des großen Bruders, der mit Nachdruck den Namen seines Leiblichen wissen wollte, bis an sein frühes Lebensende nie erfahren sollte, ging weiter. Eines Nachts fügte er in sein Geschrei ein, dass die Leute im Dorf sagten, womit er die in der Kneipe meinte, dass auch Karlos einen anderen Vater haben müsse, weil Ackermann damals gar nicht da war.
Jetzt meinte Karlos, dass ein klärendes Gespräch mit der Großmutter sinnvoll sei. Also half er ihr so oft es ging in der Küche und fragte immer wieder: “was war los? Was hat die mit mir gemacht? Oma? Bitte!” Die Großmutter versprach, alles zu sagen, wenn Karlos 16 ist.
Langsam dämmerte es dem fleißig lernenden und arbeitenden Karlos, dass sich Menschen vielleicht eher in Stücke schneiden lassen, als zu einer Sache zu stehen, etwas zuzugeben, zu sich selbst zu stehen, zu einer Klärung bereit zu sein. Und dann dieses Theater, diese Show.
Fast jedes Jahr einmal war Konfirmation. Sogar der Pastor kam. Der blieb im Türrahmen stehen mit den Händen in den Manteltaschen. Und tagelang wurde gekocht, gebraten, gebacken, eine riesige Show. Karlos fragte sich, wo denn das alles jetzt herkomme? Am großen Tisch kontrollierte die Mutter, die sich 1 Woche lang auf die Veranstaltung eingestellt hatte, fein rausgeputzt war, das gesamte Geschehen. Vor allem kontrollierte sie die Großmutter, damit die nicht mit ihren Schwestern sprechen konnte. [das ging so: wollte die Oma gerade etwa sagen, dann beschäftigte die Mutter die Großtante: `Heda nimm doch noch ein Stückchen Braten, oder willst du lieber Schinken, den packe ich dir gleich ein zum Mitnehmen, willst du dieses Jahr wieder Kartoffeln für den Keller…´ Karlos hat dieses Theater schon gehasst, da war er noch im ersten Schuljahr. Und wer es nicht anders gewusst hätte, der musste einfach glauben, dass dort eine treu sorgende, beflissene Hausherrin regierte und alle, wirklich alle immer mit allem versorgte und ihrer Großfamilie alle Wünsche erfüllt. Das verwirrte den Karlos von klein auf. Grosse Mengen Kuchen, Torte, Schinkenbrote und Braten wurden anschließend in der Umgebung verteilt, die Mutter wusste, wer wie viel bekommt, hatte einen richtigen Bestechungsplan. Kuchen, Braten, Wurstebrühe.
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An dieser Stelle beende ich mal die Episoden. Es sind hier nur einige wenige von einigen tausend. Auch nehme ich mal das Gespräch mit der Großmutter vorweg. Dieses führte Karlos ohne das Wissen anderer Familienmitglieder, aber in Anwesenheit einer Altenpflegerin im Pflegeheim mit der Großmutter. Der Vater des älteren Bruders war Österreicher und arbeitete im 2. Weltkrieg im Dorf. Der Großvater ist der leibliche Vater von Karlos. Dieser gab sich aber nicht zu erkennen. Er saß rund 15 Jahre neben Karlos am Küchentisch und sprach kein Wort. Die wenigen Male, dass Karlos mit dem Opa alleine war, bekam er eine Ahnung davon, wie das sein kann, wenn man sich sicher fühlt. Der Großvater war dann meist traurig, weinte auch und sprach aufgeregt und wirr, war sarkastisch oder machte dumme Witze.
Hinzu kam noch ein Abortversuch der Mutter, worüber die Großmutter so außer sich geraten war, dass sie sich nie mehr beruhigte. Die Details dazu könnten einem schlimmen Horrorfilm entstammen. Essig-Essenz zur Desinfektion einer Rundstricknadel. Die Großmutter zitterte seitdem, wenn sie eine Essigflasche in die Hand nahm. Karlos hat entschieden, diesbezüglich das Vergessen zu trainieren. Einmal, schon 20 alt, entfernte er sich wie ferngesteuert von einer Gruppe Mitschüler, hin zu einer Seitenstraße, wo in dem kleinen Schaufenster eines Bastelladens ein Körbchen mit Wollknäueln und Stricknadeln stand. Dann wusste Karlos nicht weiter; weil die Ambulanz ihn wegfahren musste.
Die Vaterschaft des Großvaters wurde noch bestätigt.
Dem Großvater gehörte Haus und Hof. Karlos fühlte sich von allen Familienmitgliedern bedroht, auch von den Schwestern. Ausnahmen waren Oma und Opa. Das Dorf kann Karlos nicht vergessen, weil es ein wunderschönes Abenteuerdorf ist. Die Menschen kann er auch nicht vergessen, weil er sie alle geliebt hat, bis auf Oberlehrer und Ackermann. Es geht Karlos nicht um Schuld. Auch die Frage, “Wo sollen wir denn da anfangen?” ist vielleicht berechtigt:
1000 Jahre Lehnsherrschaft
2000 Jahre Unterdrückung durch die Kirchen
1000 de Jahre Krieg
1000 Millionen Tote
1000 mal 1000 verlogene Politiker
1000 Jahre Finanzdiktatur
1000 de Jahre verlogene Männerherrschaft
Das Thema: Co-Abhängigkeit als Krankheit meint ja nicht (mehr), dass man von Abhängigen abhängig ist, sondern die Folge, dass man nachher nicht einfach so weiterleben kann.
Ganz kurz angedeutet sieht meine Sucht so aus:
Es ist die Sucht, sich selbst spüren zu müssen, koste es, was es wolle, verhindern zu wollen, dass auf der Erde solche Dinge nie wieder geschehen.
Es ist die Sucht, bewusst zu sein, weil man auf der Hut sein muss, nicht vertrauen kann,
Es ist die Sucht, argwöhnisch zu sein, immer weiter zu fragen, ohne Ende,
Entstanden aus einer langen Serie aufeinander folgender Traumatisierungen,
Zurückweisung, Ungewolltheit – das gepaart mit
Adrenalinsucht (physiologisch)
Wenn das echt endet, gibt es Entzugssymptome. Aber sicher lohnt es sich. Die erwähnten Brüder von Karlos sind alle tot. Den einen fand man alkoholisiert unter einer Parkbank, er wurde 40. Der Älteste starb mit 50, der andere mit 56. Alle hatten Probleme mit Alkohol. Alle rauchten Kette. Alle sind stresssüchtig, arbeitssüchtig, helfesüchtig. Die Mutter starb an Leberkrebs unter starkem Leiden im Alter von Anfang 60. Karlos´ hatte in genau diesem Moment sein Töchterchen auf dem Schoß und das kleine Mädchen fragte: “Papa, würdest du mich hauen, der Vater von Petra [Anm.: der studierte damals Theologie] haut die Petra immer und ich habe Angst wenn sie das erzählt!” “Nein, nein, nie und niemals”, sagte Karlos sanft und sicher in des Kindes Ohr. “Dat hat noch keinem geschadd!”, raunte der Ackermann, der aus dem Totenzimmer seiner Frau kam, die gerade aufgehört hatte zu atmen.
Der Ackermann starb mit 70 an einem Hirnschlag und langsamem Ersticken. Als Großvater und Großmutter starben, bekam Karlos durch seine Mutter Wochen später Bescheid. Er sollte ja nicht wissen, nicht in Kontakt kommen. Sie wollte ihn da nicht sehen.
Der Älteste vom Oberlehrer wurde Polizeihauptwachtmeister und beging mit 50 Selbstmord.
Karlos hat vor einigen Jahren den Konsum von Alkohol und Zigaretten konsequent eingestellt. Schluss-Punkt. Alles was Ironie und Sarkasmus ist, hat er abgelegt, da immer unproduktiv. Aber eine solche Bemerkung aus früherer Zeit hat er noch im Ohr: Viele Menschen machen ständig Negerkampf im Tunnel aus Angst vor dem Leben und begehen dann Selbstmord aus Angst vor dem Tode.
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Hallo Sara,
Sie brauchen dringend psyhotherapeutische Hilfe. Alleine schaffen Sie das nicht und Ihre Symptome (Magersucht, Verhalten in der Beziehung, Selbstmordgedanken) zeigen, wie ernst es ist.
Suchen Sie sich eine Therapeutin hier unter http://www.psychotherapiesuche.de oder hier http://www.therapie.de . Bei beiden Verzeichnissen können Sie Ihren Wohnort eingeben. Die Kosten werden von Ihrer Krankenkasse voll übernommen. Aber handeln Sie unbedingt. Sie sind in Gefahr.
Danke für Ihren Anfrage.
Hallo es fällt mir sehr schwer hier zu schreiben,aber ich möchte das meine Ängste verschwinden.Ich bin 18 Jahre alt und mein vater hat mich immer geschlagen.Wenn ich mal zu spät vom spielen kam stellte er mich unter die kalte dusche mit meinen kompletten sachen.Oder wenn ich nicht im Restaurant half bekam ich schläge oder er drückte seine Zigarette auf meinem Arm aus.Das sind nur einige sachen.Ich leide sehr stark darunter obwohl ich nicht mehr zu Hause lebe.Ich bin Magersüchtig und habe durch die magersucht meine Nieren kaputt gemacht so das ich jetzt 3 mal in der Woche zur Dialyse muss.Ich habe einen sehr lieben und guten Freund und er hat mir damals vor 3 Jahren daraus geholfen.Er gab mir die kraft meinen Vater anzuzeigen.Aber ich habe alles verloren meine Mama mein Zuhause meine Freunde.Nur er ist noch bei mir und meine Nonna und Nonno.Ich bemerke das ich besonders meinen Freund sehr belaste weil ich immer Angst habe ihn zu verlieren.Ich enge ihn oft ein und wenn wir Telefonieren mag ich nie auflegen.Er ist dann oft böse und sagt ich muss aber Arbeiten.Ich habe immer Angst das er geht nicht mehr wieder kommt.Die letzte zeit denke ich oft daran einfach alles loszulassen und zu gehen nur damit mich keiner verläst.Bitte vieleicht können sie mir helfen bitte
wurde als kleines mädchen bis ins jugendalter auch von meinem vater oft geschlagen, keine liebe aber viel schmerz und tränen!
nun bin ich 40 und habe eine 2 jährige tochter, bin alleinerziehend , mein vater ist vor 4 jahren mit mitte 50 verstorben, kontakt mit meiner famile, aber alle wohnen nicht in meiner nähe.
habe nun angst, daß ich mein kind schlagen werden, bin manchmal innerlich aggressiv und möchte hilfe bevor es zu spät ist. was kann ich machen??
Hallo Stefanie,
danke für Ihren schlimmen Bericht, der aber am Ende doch gut geht. Natürlich kann man es auch Therapie schaffen, aber dann braucht man viel Mut und Entschlossenheit und auch eine innere Stärke, die Sie offensichtlich haben. Ihre Schilderung macht Mut.
Hallo Herr Kopp Wichmann,
Ich habe den hörbaren Beitrag gehört. Möchte einfach meine Meinung/Erfahrung dazu beitragen. Ich wurde als Kind auch sehr oft geschlagen, allerdings überwiegend von meiner Mutter. Wenn mein Vater (selten)es mal tat dann war es schon eher ein verprügeln, wo meine Mutter dann schon bat: hör auf…… bei meiner Mutter war es für alles und nichts. Auch zum Arzt musste ich dann mal. Ich lernte auf der Flucht zu sein, erwarb mir dadurch eine sehr gute Beobachtungsgabe, diese kommt mir heute zugute. Ich war froh wenn ich schlafen konnte in der Schule war… dann war ich in Sicherheit.
Als ich 12 Jahre war zog meine Mutter aus und wir (meine Schwester 8 Jahre jünger als ich) blieben bei meinen (nicht leiblichen) Vater. Dieser allerdings emotional absolut arm war. Ich übernahm sozusagen die Erwachsenerolle. (Da er nicht kochen, putzen…. konnte)
Damals hatte ich ein paar Jahre keinen Kontakt zu meiner Mutter ich hasste Sie förmlich. Ich trug sehr viel unteschwellige Wut in mir, diese mir dann eine Gallenop mit 25 Jahren bescherrte. Aber ich lernte für mich selber sehr viel. Ich las gute Bücher, ich hatte mittlerweile wieder Kontakt mit meiner Mutter & wir sprachen drüber. Ich konnte ihr verzeihen, nur nicht vergessen. Vergessen kann man dies ja auch nicht, Erinnerungen halt. Der Kontakt mit meiner Mutter war ganz gut eigentlich. Eigentlich 😉 Denn mit 40 bekam Sie von mir einen Brief- dieser war absolut nötig und ein „Befreiungschlag“ sozusagen. Da sie noch immer reagierte als wäre ich ein Kind etc
(heute bin ich fast 42)
Mit 28 Jahren bekam ich meinen Sohn. Ich schwor mir (gehöre also zu dieser Kategorie) mein Sohn wird nicht mit Schlägen aufwachsen. Und bis auf 1 Ohrfeige als er ca 3 o. 4 Jahre war (wo ich litt wie blöde, er aber gar nicht, komischerweise) blieb es auch dabei. Heute ist er 13 Jahre. Ich bin seid dem er 2 Jahre war, alleinerziehend. Ohne Hilfe einer Oma oder sonstige „Betreuungspersonen) Mein Sohn und ich sind ein richtig gutes Team.
Sicherlich mache auch ich nicht alles richtig. (mein Sohn meint noch heute: „du bist die bester Mutter der Welt) wir reden sehr viel….
Ebenso hatte ich mir geschworen: mich schlägt- niemand- mehr & wenn dann schlage ich zurück oder bin SOFORT weg. Dies hat mich bewahrt von Männern geschlagen zu werden. Obwohl da einer bei war, der dieses sehr gerne getan hätte. Er hatte die Hand schon erhoben….. da schien aus meinen Augen & meiner Stimme die ganze Portion der Wut der Kindheit auzustrahlen. Möglicherweise hätte er alles abbekommen? Weiß ich nicht, kam ja nicht dazu. (zum Glück)
Ich möchte damit sagen, ich habe es ohne Therapie geschafft, wurde ein spiritueller-denkender, beobachtender Mensch -leider manchmal zu gutmütig. Aber ich habe gelernt nein zu sagen und liebe die Freiheit. Mich macht es sauer wenn man-n meine Grenzen nicht wahrt. Früher litt ich wohl auch etwas am Helfersyndrom, aber auch das wird weniger 😉
Ja, ich gehöre zu den starken Frauen. Dummerweise gerate ich aber noch heute evt. manchmal eher an „schwache Männer“ ich denke das ist ein aus der Vergangenheit unbewusster Prozess. Noch immer. Blöd, denn ich mag – eigentlich- wirklich(?) starke Männer.
So habe ich kürzlich ihr Buch gelesen: Frauen wollen erwachsene Männer 😉 Mehr möchte ich natürlich hier nicht zu meiner Identität preisgeben. (Sie werden es vielleicht wissen) Ich hoffe meine Partner (absolut nicht erwaschsen, jaul-grins) wird ihr Buch intensiv lesen und wirken lassen…. Denn es wirkt sich definitiv auf die Beziehung aus…..
Sooo das war nun mein Roman zum Thema: Schläge- Auswirkungen…. aber ich bin der Meinung JEDE/ R kann es schaffen sich aus diesen schlagenden Fesseln zu befreien. Man braucht nur: Ehrlichkeit, Mut und seinen eigenen Weg dafür.
Meine Mutter war gerade vorgestern hier, zusammen mit meinen leiblichen Vater. Es war wirklich schön 🙂
Ich grüsse sie herzlich
Stefanie
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und Ihre Einschätzung aus der Ferne.
Sie bestätigen die Befürchtungen, welche ich insgeheim hatte.
Ich werde den Rat meiner Bekannten annehmen, „ihn ziehen zu lassen“, auch wenn es mir schwer fällt.
Und ich hoffe, dass er sich irgendwann helfen lässt.
Festhalten meinerseits bringt hier offensichtlich gar nichts, außer, dass ich kraftloser werde…
Beste Grüße
Andrea
Hallo Andrea,
ich fürchte, Sie können Ihrem Freund nicht sehr helfen. Helfen kann man nur jemandem, der 1. einsieht, dass er ein Problem hat und 2. dafür um Hilfe nachsucht.
Das heißt: zum Helfen braucht es einen klaren Auftrag. Den scheinen Sie nicht zu haben aber Sie wären auch nicht der richtige Ansprechpartner. Eine Beziehung tautgt nur sehr bedingt zum gegenseitigen Helfen, wenn es um tiefgreifende psychische Probleme geht. Die scheint Ihr Freund zu haben und natürlich hat das mit zu tun, was er an Schlimmem in seiner Vergangenheit erlebt hat.
Dadurch dass man das verdrängt oder bagatellisiert verschwindet es nicht. Insofern könnte Ihrem Freund nur eine gute, längere Psychotherapie helfen. Sein Nicht-Festlegen und einige andere Verhaltensweisen sind deutliche Folgen des massiven Mißtrauens, das er wohl in Beziehungen hat.
Sie haben sich einen Freund mit großen Schwierigkeiten ausgesucht. Überlegen Sie gut, wie lange Sie das ertragen können und wollen.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich hoffe, Sie können mir helfen.
Ich habe Beziehungs- und Kommunikationsprobleme mit meinem Freund, der als Kind/Jugendlicher körperliche und psychische Gewalt durch seinen Vater erfahren hat.
Er wurde oft geschlagen, unter Druck gesetzt und genötigt, bestimmte Verhaltensweisen anzunehmen, wie zum Beispiel bestimmte Kleidung zu tragen oder gewisse Lebensmittel nicht essen zu dürfen (Eltern Vegetarier).
Sein Vater war und ist eine sehr dominante Person.
Seine Mutter hat versucht, sich schützend zwischen Sohn und Vater zu stellen, war aber letztendlich machtlos.
Er hat 3 Geschwister, die ähnlich behandelt wurden.
Soweit ich weiß, war er nie in psychotherapeutischer Behandlung, wurde aber in die „Eheberatung“ seiner Eltern einbezogen.
Hier noch weitere Informationen zu ihm: er ist 44 Jahre alt, Akademiker, steht im Berufsleben, hat Hobbies, einen großen Bekanntenkreis, allerdings kaum vertraute Freunde. Er hat in seinem Leben bereits 2 nahestehende Personen verloren. Hat noch nie mit einer Frau zusammengewohnt, will unabhängig bleiben – trotz längerer Beziehungen. Fühlt sich „zu jung“ für eigene Kinder bzw. möchte keine eigenen.
Hat eine Konzentrationsschwäche, Rechtschreibschwäche, kann sich vieles nicht merken, schafft es oft nicht, alltägliche Aufgaben zu erledigen bzw. fühlt sich überfordert.
Unsere Beziehung ist geprägt durch:
-wenn ich verständnisvoll, tolerant und ruhig auf ihn zugehe, nimmt er mich nicht ernst
-verleihe ich bestimmten Ansichten künstlich „Nachdruck“, geht er immer darauf ein und nimmt mich ernst (doch das entspricht nicht meiner Persönlichkeit – ich habe es ihm ggü. ausprobiert)
-werde ich fordernd emotional, hysterisch oder besitzergreifend, reagiert er in jedem Fall darauf – so, wie ich es mir wünsche (doch auch das entspricht nicht meinem Charakter)
-er kann kein Lob/Anerkennung von mir annehmen
-er ist sehr unsicher und hat ein geringes Selbstwertgefühl
-er schwankt immer in seinen Entscheidungen, auch in alltäglichen, banalen
-er gibt sich mit meinen Antworten/Einschätzungen nicht zufrieden sonder vergewissert sich solange, bis ich keine Kraft mehr habe, sie zu wiederholen
-er bezieht daher nur selten klar Stellung zu Themen – anfangs wirkt er diplomatisch, er ist aber tatsächlich unsicher
-sein Verhalten wirkt anfänglich großzügig und tolerant, bei längerer „Analyse“ meinerseits ist es tatsächlich eine Form von Gleichgültigkeit und auch Hilflosigkeit/Machtlosigkeit
Ich schätze ihn (für vieles!) und bin von Natur aus ein fröhlicher, unbefangener und toleranter Mensch. Nur komme ich mit meiner Art nicht „an ihn ran“, habe ich das Gefühl. Sobald ich wie o. beschrieben ihm ggü. besitzergreifend und fordernd auftrete, habe ich den Eindruck, dass er darauf eher eingeht.
Das Hauptproblem ist nun, dass er sich nicht festlegen kann/will und auch mir gegenüber unverbindlich bleibt. Auch anderen Frauen gegenüber verhält er sich so. Ich kann nie sicher sein, dass er sich für eine Beziehung mit mir oder einer anderen Frau entschieden hat. Es gab hier diverse „Zwischenfälle“ sowie der Veruch, mit 2 Frauen 2 Beziehungen zu probieren.
Man kann all seine Entscheidungen anzweifeln, weil er meist anders handelt, als er es ausdrückt.
Welche Zusammenhänge bestehen zwischen seiner Kindheit und seinem jetzigen Verhalten?
Wie kann ich mich ihm gegenüber verhalten, wenn er mir wichtig ist?
Vielen Dank! Andrea
Hallo Anja,
durch Bücherlesen schaffen Sie das nicht. Es braucht ein Auflösen der gelernten Beziehungserfahrungen, deren Folge u.a. Ihr verringertes Selbstwertgefühl ist.
Eine längere Therapie hilft meistens, dann aber vor allem eine tiefenpsychologische Therapie oder eine Psychoanalyse, keine Verhaltenstherapie, weil die Beziehung die wesentliche Rolle bei diesen Therapien spielt.
Eine fortlaufende Selbsterfahrungsgruppe kann auch sehr hilfreich sein. Alle Therapieformen, in den Sie v.a. emotional erfahren, dass es Menschen gibt, die anders sind als Ihre Eltern. Das wissen Sie zwar rational, aber bei der Veränderung geht es vor allem um Gefühle. Falls Sie mit mir arbeiten möchten, können Sie auch an einem Persönlichkeitsseminar teilnehmen.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Herr Wichmann,
ich weiß der Artikel ist schon älter, aber es trifft alles auf mich zu. Die ganzen Verhaltensweisen, da ich bis zu meinem 23 Lebensjahr geschlagen worden bin von meinem Vater. Und vor paar Tagen, nun bin ich 30, hätte ich auch fast wieder eine mir eingefangen. Habe große Probleme mit meinem Umfeld, weiß nicht wie ich mich verhalten soll, geschweige wie ich rüber komme. Wer ich bin und was ich will. Tue sehr viel für andere und weniger für mich und wenn ich mal nein sage und nicht zu den Eltern meines Freundes will, dann heißt es ich bin ein Egoist und denke nur an mich. Habe neuerdings oft Heulkrämpfe, einfach so, weil ich irgendwas schrecklich finde oder traurig. Kann man sowas alleine bekämpfen indem man sich Bücher über Trauma’s durch liest oder sollte man lieber zu einem Therapeut? Denke immer so schlimm ist es nämlich nicht und irgendwie bekomm ich das hin. Können Sie mir ein Buch empfehlen? Beim Psychologen war ich vor ein paar Jahren und ein Selbsterfahrungsseminar habe ich auch hinter mir. Hatte geholfen für eine Zeit und nun wird es wieder schlimmer. Wenn ich mehr Selbstwertgefühl hätte, wer weiss was ich schon alles mir zugetraut hätte. Versuche es jedem Recht zu machen und mir ist es aber nie recht genug was ich mache. Ein ewiger Kreislauf!
Hoffe auf Ihren Rat!
Mit freundlichen Grüßen
Anja M
Sie haben eine von mir sehr häufig beobachtete Folge von Schlägen in der Kindheit vergessen: körperliche Distanzierung von anderen Menschen und ein krankhafter Ekel vor intimer Körperlichkeit.
Kinder, die von ihren Vertauenspersonen geschlagen werden, ziehen sich oft auch körperlich von diesen zurück. Sie verzichten zugunsten des emotionalen Selbstschutzes (den, der mir weh tut, lasse ich mich nicht mehr berühren) auf liebevolle Berührungen und Geborgenheit spendende Nähe. Als Erwachsene fehlt geschlagenen Kindern dann nicht nur das Urvertrauen und das Selbstwertgefühl, das meiner Meinung nach allein aus der liebevollen körperlichen Beziehung zu den Eltern stammt, sondern sie sind auch unfähig, körperliche Nähe in ihren erwachsenen Beziehungen zu leben, neigen zu Überbetonung des Sexuellen bei Vernachlässung nicht-sexueller Zärtlichkeit und empfinden häufig Ekel gegenüber Körpergerüchen, Körperflüssigkeiten und Alterserscheinungen, können Körperkontakt also nur mit „sauberen“ und „glatten“ Oberflächenkörpern ausleben.
Da die wenigsten Kinder getragen werden, sondern in körperlicher Einsamkeit in Kinderwagen und separaten Betten schreien müssen; da die wenigsten Kinder von ihren Eltern ausgiebig gestreichelt werden oder ihre Eltern nackt erleben und berühren können, sondern die allgemeine Angst vor Pädophilie und die allgemeine christliche Körperfeindlichkeit den Eltern den sinnlichen Austausch mit ihren Kindern verbieten; deshalb sehen wir schwache Formen der Symptome geschlagener Kinder bei fast allen Erwachsenen unseres Kulturkreises und empfinden sie als normal und wenig bemerkenswert. Wir leben in einer kranken Kultur, in der Schläge nur wenig extremer sind als die gewöhnliche Vernachlässigung.
@Roland Kopp-Wichmann:
Hallo,
ich selbst wurde als Kind auch geschlagen. Zwar kann ich mich auch nicht sehr gut an meine Kindheit erinnern, aber manche Dinge fallen mir schon ein. Ich weiss, dass wir Spazieren gegangen sind, und ich mir einen „Ast aussuchen durfte“. Backpfeifen, oder auch Schläge mit dem Kochlöffel auf den nackten Hintern und auf die Hände.
Eine Situation ist mir ganz besonders im Kopf geblieben: Meine Mom wollte unbedingt ihren Willen durchsetzen und ich argumentierte dagegen. Das konnte sie nicht akzeptieren, obwohl ich Recht hatte mit meiner Ansicht. Ich weiss nur noch, dass ich plötzlich auf dem Boden lag und ihr Fuß auf meinem Hals. Das war echt krass. Ich glaube, sie hat sich danach entschuldigt. Mir war es damals (glaube, ich war ungefähr 16 oder 17) mehr oder weniger egal und meinte, sie könne machen was sie will, aber ich bleibe dabei. Danach hörte es auf.
Früher war ich ein Außenseiterkind und wurde auch von Klassenkameraden auf dem Schulhof verprügelt. Das hat sich dann irgendwann auch gelegt. Und ich habe inzwischen wirklich super Freunde und bin auch sehr dankbar dafür. Allerdings stimmt das alles: Ich kann mich nicht abgrenzen. Vergleiche mich mit anderen. Kann schwer mit Konflikten umgehen, bzw. tu mir schwer, meine Fehler zu akzeptieren. Ich fühle mich dann so schlecht und kann mir das manchmal nen ganzen Tag nicht verzeihen. Außerdem bin ich dafür bekannt, mir unheimlich viel Gedanken zu machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das daher kommt, dass ich mich früher sehr stark damit auseinandergesetzt hab, was ich falsch gemacht habe, bzw. alles versucht habe zu verstehen, wenn es mal Ärger gab.
Mein Problem ist heutzutage, dass ich keinen Mann für eine Beziehung finden kann. Und das macht mich so kaputt. Ich lerne Männer kennen, sie ziehen mich auch an; doch länger als 3 Monate hält das ganze nicht. Vor lauter Angst, dass es immer wieder so läuft, werde ich immer unsicherer und weiss überhaupt nicht mehr, was richtig und was falsch, was normal ist. Ich schäme mich auch, dass ich innerhalb kurzer Zeit den Fokus von einem Mann auf einen anderen setze. Vor allem wenn körperlicher Kontakt da war. Ich steiger mich sehr rein und kann nur an ihn denken. Kann es sein, dass dies in irgendeiner WEise auch mit Schlägen aus der Kindheit herkommt? Es scheint, dass ich Nähe sehr stark suche, aber sehr viel vom GEgenüber verlange. Was ich eben gar nicht verstehe ist, dass die Männer sagen: „Ich glaube, ich kann Deine Erwartungen nicht erfüllen“ Ich aber mit keiner Silbe etwas von Erwartungen sage. Seltsam, oder? Sie spüren etwas, von dem ich keien Ahnung habe.
Vielelicht hat ja jemand eine Idee.
Ganz liebe Grüße
Was ich Persönlich zu den Thema sagen kann ist :ich selber habe gewalt mit erleben müssen das es nicht bei eine ohrfeige bleibt oder agressionen ist auch klar! Jeder Mensch sollte Gewalt vermeiden und schon garnicht an Kindern denn die können sowas nie vergessen und man verletzt die seehle damit.Heute habe ich auch kinder und bin eine sehr glückliche Mama die ihre Kinder mit viel Liebe,Versändniss und gebogenheit schenkt!!!
@Heidi: Das habe ich auch nicht so gesagt, wie du es jetzt darstellst. 🙁
Ich meinte damit nur, dass es bei MIR die Hormone/OPs sind, aber natürlich sind es bei den nicht transsexuellen Menschen andere Dinge, um zu lernen, erwachsen zu werden. Ich bin außerdem noch Asperger-Autist (getestet) und lerne von daher eh ganz anders und deswegen möchte ich dich auch bitten, nichts in meine Worte hinein zu interpretieren. Sie sind genauso gemeint und sollen Wort für Wort verstanden werden. Es gibt in meinen Aussagen nichts zwischen den Zeilen zu lesen.
Wie die nicht-autistischen und nicht-transsexuellen und die nicht-was-auch-immer Menschen lernen erwachsen zu werden, weiß ich nicht.
Ich glaube aber, dass man sich sehr genau mit sich selbst und seiner Vergangenheit auseinandersetzen MUSS, sich mit seiner Vergangenheit aussöhnen MUSS, um ein liebevoller Erwachsener werden zu können.
Ich glaube, wir meinen das selbe Erwachsen werden. Da hast du mich wohl falsch verstanden.
Ich denke aber, dass man einen gewissen Ausgangspunkt braucht, um überhaupt mit dem Erwachsen werden anfangen zu können.
Lg Kurti
@Kurti: Kurti, ich bin nicht davon überzeugt, dass die Hormone eine soo große Wirkung darauf haben, ab wir erwachssen werden. Ich meine damit, erwachsen werden nicht körperlich. Sondern in der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, die Fähigkeit, abzuschätzen, welche Folgen mein Handeln hat für mich und miene Umwelt…. Im Idealfall laufen die körperlich Entwicklung und die seelische (oder wie auch immer man die nennen mag..) paralell- was halt oft nicht funkt. Bei Dir hat dieses Erwachsen werden vielleicht auch damit zu tun, dass Du Dich in Gedanken aktiv damit auseinander gesetzt hast. Das ist meiner Meinung nach der wichtige Punkt. Lernen, Lernen,Lernen. Bei mir ist es auf jeden Fall Ergebnis dessen, was ich dazu lerne.
Hallo Heidi,
ich glaube, dass es vielmehr daran liegt, ob wir als Erwachsene tatsächlich erwachsen sind oder ob wir in unserer geistigen und emotionalen Entwicklung noch in den Kinderschuhen stecken.
Ich bin transsexuell, ich bin noch in meiner Pubertät und lerne gerade, wie es ist, erwachsen zu werden, gerade im Hinblick auf die Erziehung meines Sohnes. Viele Dinge, die ich getan habe, als ich noch vor meiner Transition (Geschlechtsangleichung) war und somit in meiner Entwicklung noch „Kind“ war, würde ich Heute, als beinahe Erwachsener nicht mehr tun.
Sicher braucht es dazu keine Transsexualität, um erwachsen zu werden. Viele Leute sind aber trotz ihres erwachsenen Alters noch kein Stück erwachsen. Sie erziehen ihre Kinder auf der Kindebene, doch Kinder brauchen Erwachsene.
Lg Kurti
Hallo Jochen,
leider ist es so, dass viele Erwachsenen diese Mittel nicht kennen, die ihnen helfen, Ihren Kindern „überlegen“ zu sein. Überlegen finde ich daneben- es geht um Mittel, den Kindern Grenzen aufzuzeigen und Ihnen helfen , diese Grenzen einzuhalten.
Was aber, wenn die erwachsenen Eltern nie gelernt haben, dass es Alternetiven zu den bekannten und meist in der Kindheit erlernten Verhaltensweisen gibt?
Und ich will hier einfach mal behaupten, dass es meine Eltern gut gemeint haben, mit dem züchtigen. Sie haben doch auch keine wirkliche Meinungsfreiheit gehabt, über das was ihnen gelehrt wurde….
Vielleicht ist es auch noch eine Sache des Zieles, das wir haben.
Meine Eltern wollten Ruhe haben, um ihren vielen Aufgaben gerecht zu werden. Ihr Ziel war es nicht, aus uns Kindern selbstbewusste starke Persönlichkeiten zu machen, sondern folgsame Untergebene.
Und ja- es gab sie auch- diejenigen, die ausgebrochen sind.
Waren sie glücklich? Nach aussen hat es nicht den Eindruck gemacht, da sie ständig am Kämpfen und Anstossen waren. Und das will man seinen Kindern ja auch nicht zumuten….
Ich vertrete folgende Meinung: Die meisten ELtern schlagen die Kinder nicht, um ihnen bewusst weh zu tun und ihnen das Leben zu vers…en. Es fehlt häufig einfach an der Ausbildung und der Unterstützung. Iich weiß auch nicht, ob es richtig ist, der Relligion und der Kirche die Schuld zuzuschieben.
Wenn wir in unserem Leben gelernt haben, was wir persönlich für wichtig und richtig halten, dann sollte die Kirche nicht mehr bestimmen dürfen, was wir tun- oder ob wir unsere Kinder schlagen.
Letzendlich tragen wir die Verantwortung ganz alleine.
Ich rate nur jedem, der als Kind in irgendwelcher Form missbrauch wurde:
Suche Hilfe, gib nicht auf, so lange bis Du das Trauma unter den Füssen hast.
Egal wie alt Du bist, egal welches Ausmaß der Missbrauch hatte- es lohnt sich immer, mit sich selbst und seiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Auch der Rest des Lebens ist zu lang, um alte Verletzungen mit sich rumzuschleppen.
Und ja- unsere Kinder werden auch nicht ohne Trauma groß werden. Wir als Eltern werden es nicht gänzlich verhindern können.
Wir können nicht perfekt sein.
Und das ist in Ordnung so- solange wir uns auf den Weg machen und Hilfe und Unterstützung suchen, wenn wir alleine nicht mehr klar kommen.
Lange Zeit war mir gar nicht Bewusst, wo die Ursache für meine psychischen Probleme lagen.
Irgend wann versagte meine Stimme, ich konnte nur noch leise sprechen. Die Logopädin, sagte mir Promt „Irgendwo in Ihrer Seele steckt ein tiefes Schwert. Ein guter Freund vermittelte mich an ein Psychologen. Im laufe der Zeit kam die Bittern Kindheitserfahrungen ans Licht. In der Familie war man der Meinung Mädchen müssen ab ein gewisses Alter Streng erzogen und regelmäßig „Gezüchtigt“ werden. kam es vorher ab und zu vor, so wurde ich ab dem 14 Lebensjahr regelmäßig einmal die Woche gezüchtgt. Mädchen haben nur zu gehorchen, sonst nichts. Was Du möchtest spielt keine Rolle. Der Kontakt zu andern Kindern wurde Verboten, bei schlechten Noten wurde extra auf mein Hintern abgerechnet. Vater nahm immer einen Gürtel oder eine Weidenrute und band mich jedes mal auf einen Hocker fest. Mutter bevorzugte ein Teppichklopfer. Es war sehr Demütigend, immer nackt vor der Familie treten zu müssen um meine „verdiente Strafe“ abzuholen. Noch heute Träume ich mitunter davon. Mit 18 bin ich fortgegangen, es hat Jahre gedauert, bis ich meine Vergangenheit hinter mir lassen konnte. Freunde mir zur Seite standen und ich zum Selbstbewussten Menschen wurde. Die nicht mehr das tat was andere von ihr verlangten.
Hallo Roland Kopp-Wichmann,
zunächst einmal Danke für Ihren Artikel, der in komprimierter Weise wiedergibt, mit welchen Problemen geschlagene Kinder und spätere Erwachsene zeitlebens zu kämpfen haben.
Mittels Gesprächs- und Traumatherapie habe ich meine Kindheit und Jugend, die vornehmlich von elterlicher Gewalt und körperlichem Missbrauch geprägt war, größtenteils aufarbeiten können.
Ich bin die mittlere von drei Töchtern und nicht nur wir Kinder hatten unter unserem despotischen und cholerischen Vater zu leiden, sondern auch unsere Mutter, die regelmäßig von ihm verprügelt wurde. Doch anstatt uns vor ihm zu beschützen und ihn zu verlassen, beging sie den Fehler, sich auf seine Seite zu stellen, um von ihm anerkannt und geachtet zu werden. Sie übersah dabei geflissentlich, dass er grundsätzlich alle weiblichen Wesen als niedere betrachtet und unsere Mutter erreichte mit ihrer ehelichen Solidarität leider das genaue Gegenteil. Zeitlebens kämpfte sie um seine Anerkennung; auch unter der Prämisse, dass sie uns Kinder damit verriet und ihm somit auslieferte.
Meine Mutter wurde, als ich 17 Jahre alt war, wegen schwerer Depressionen in eine Klinik eingewiesen, galt als „gesprächstherapieresistent“, (sie weigerte sich einfach, über seine Gewalttätigkeiten und über seinen sexuellen Missbrauch an uns zu sprechen), „überlebte“ jahrzehntelang mit Hilfe von Psychopharmaka und nahm sich schlussendlich 1998 das Leben.
Unter dem brutalen Einfluss und des gewaltigen Drucks unseres Vaters galten wir nach außen hin als eine glückliche Familie; mussten so „tun“, als sei alles in bester Ordnung. Die gesamte Palette der „heilen Familie“ wurde bedient: Eltern waren Schützenvereinsmitglieder, Haushalt und Garten picobello, jährliche Urlaube in Italien, Österreich, usw. Unser Vater zeigte sich unserem sozialen Umfeld als charmant, humorig und freundlich und niemand hätte auch nur ansatzweise vermutet, was sich tatsächlich hinter unseren „blütenreinen Gardinen“ abspielte. Er war sogar Elternvertreter an meiner Schule, ausschließlich im Innenbereich der Familie offenbarte er sein wahres Gesicht. Wir fürchteten ihn, solange ich denken kann und darüber hinaus ist er ein Nazi, wie er im Buche steht.
Sämtliche Kontakte zu ihm, die ich seit dem Tod unserer Mutter gänzlich abgebrochen habe, beschränkten sich seit meinem 18. Lebensjahr lediglich auf die Besuche, die mich mit meiner Mutter verbanden. Der Grund dafür war, dass meine Tochter sehr an ihrer Großmutter hing und dieses emotionale Band wollte und konnte ich ihr nicht nehmen.
Ich bin die einzige von drei Töchtern, die selbst Mutter geworden ist. Wir drei sind durch jahrelange Therapien gewandert und erst mit Hilfe einer Trauma-Therapie, die ich vor gut 10 Jahren hinter mich gebracht habe und die meine Verdrängungen und die damit einhergehenden Dissoziationen ans Tageslicht brachte, machte mir in Gänze bewusst, was da überhaupt mit mir passiert ist und an welchen Punkten ich heute noch zu arbeiten habe.
Mittels der Therapien habe ich meine fürchterliche Kindheit und Jugend größtenteils aufarbeiten können.
Mittlerweile bin ich 51 Jahre alt und Mutter einer erwachsenen Tochter, die ich nie geschlagen habe, da mir schon früh bewusst war, dass körperliche Gewalt niemals eine Lösung für Konflikte sein kann.
Derzeit arbeite ich an einem Buch, das die Erlebnisse meiner Kindheit und des Erwachsenwerdens widerspiegelt. Es schildert meine Erfahrungen aus der Sicht des Kindes, mit all dem Unverständnis und Staunen, der Wut, Trauer und Hilflosigkeit, das ein kleiner Mensch unter solchen Umständen eben so hat … mit dem Ziel, missbrauchten und geschlagenen Menschen aufzuzeigen, dass es immer Wege gibt, sich aus dieser Spirale der Gewalt zu befreien, um ein erfülltes Leben führen zu können.
Was mich immer noch nachhaltig beschäftigt, ist mein relativ niedriges Selbstwertgefühl. Bestätigung habe ich mir in der Vergangenheit nicht über das Elternhaus, sondern über berufliche Leistungen von außen geholt. Ich kann nicht behaupten, dass ich nicht selbstbewusst sei und um dort hin zu gelangen, bedurfte es harte Arbeit; auch an mir selbst.
Im Job fühle ich mich sicher. Nicht weiter verwunderlich, denn darin bin ich trainiert und durch meinen Ehrgeiz habe ich viel erreicht. Doch im emotionalen Bereich kann ich mein Selbstwertgefühl mit einer Mauer vergleichen, der der haltende Mörtel fehlt und sowie ein kleiner Windstoß kommt, fallen Steine heraus. Es kostet unglaublich viel Kraft und Anstrengung, die Steine jedes Mal wieder aufzuheben und die Lücken damit zu füllen.
Diese Lücken, dieses mühsam aufgebaute und instabile Gerüst gäbe es nicht, wenn ich eine gewaltfreie Kindheit erlebt hätte.
Jede Form von Gewalt ist verabscheuungswürdig und jeder, der hier einen Kommentar zur Befürwortung von Gewalt oder „Züchtigung“ schreibt, sollte sich darüber bewusst sein, was für eine Tragweite kindlich erlebte Gewalt im Erwachsenenleben hat.
Wer nur einmal das Entsetzen erlebt, was Schläge im Gesicht eines kleinen Kindes auslösen, sollte sich immer hinterfragen, was er da tut. Und erst recht, wenn er selbst erfahrene „Ohrfeigen“ und „Züchtigungen“ bagatellisiert.
Mit netten Grüßen
Heike
Hallo Timon,
zuerst einmal: Hut ab, dass Du Dir vorgenommen hast, Deine Kinder mal nicht zu schlagen.
Was Du sonst tun kannst hat Kurti schon geschrieben- wenn du selbst nicht weiter kommst, dann such Dir einen therapeuten.
Was mir sehr viel hilft ist das Lesen und ich höre viele Audios, die mich immer wieder daran erinnern, mir selbst treu zu sein und an der Veränderung dran zu bleiben. Versuche auch mal, herauszufinden, was Du willst und Deinen Blick und Deine Gedanke mit dem zu beschäftigen, was Du willst, wie Du Dir die Zukunft vorstellst- das wird Dir helfen, nichjt mehr so viel an die Vergangenheit zu denken. Frag mich nicht wer das sagte, abe für mich einsichtig: Das, worüber Du nachdenkst, wirst Du bekommen. Du wirst merken, je mehr Du deinen inneren Dialog in die Richtung lenkst, in die du gehen willst, desto weniger wird Dir die Vergangenheit weh tun. Das ist etwas was ich selbst so erlebe- ich war ein Meister darin, das Elend und das Leid, das ich erlebt habe in meinen Gedanken wieder zu käuen, wie eine Kuh das Gras. Ich habe mir die schlimmsten Sachen ausgedacht und vieles davon damit auch in meinem Leben wahr gemacht.
Du hast das Leben noch vor dir- mach mehr daraus- du hast es verdient.
Hallo Timon,
beim Lesen deines Beitrages fiel mir ein Satz sofort auf:
„es waren zwar nur Ohrfeigen“
Ohrfeigen sind Schläge, die ins Gesicht gehen. Diese Art von Schlägen ist die Schlimmste, die man einem Menschen antun kann, denn sie zeugt von Respektlosigkeit und ist DIE Machtdemonstration überhaupt.
Den Rat, ebenfalls Schläge anzudrohen, halte ich für falsch. Wer wäre man denn dann? Nicht besser als der Täter!
Ich rate auch dringend davon ab, das Gespräch mit deinem Vater zu suchen. Du kannst tun, was du willst, er wird immer einen Grund finden, dich zu schlagen, weil er weder Respekt vor dir hat, noch liebt er dich.
Dadurch, dass du darüber nachdenkst, bist du schon nicht wie er. Aber aus meiner Erfahrung heraus wird das für eine dauerhafte Veränderung nicht reichen.
Du wirst nicht darum herum kommen, zu fühlen, was er dir angetan hat und auch, was deine Mutter dir angetan hat, indem sie dir nicht geholfen hat, indem sie dich nicht beschützt hat. Erst, wenn du in der Lage sein wirst, den Schmerz im Innern zu fühlen, wirst du in der Lage sein, es anders zu machen. Um dahin zu kommen, wirst du dir einen Therapeuten suchen müssen. Du musst lernen über das zu reden, was dir angetan worden ist. Nur so wirst du an deine Gefühle herankommen.
Ich finde es auch nicht richtig, dass du dir eine eigene Familie verwähren willst. Wenn du das tust, dann hat dein Vater gewonnen. Dann hat er erreicht, was er wollte… nämlich, dass du nichts Besseres wirst, als er. Willst du ihm diesen Triumph wirklich gönnen?
Willst du dich wirklich um die Erfahrung bringen, eigene Kinder in die Welt zu setzen, die nicht nur deine Nase und deine Augen haben, sondern die auch dein Wesen in sich tragen? Ich glaube nicht, dass du das wirklich nicht willst, sonst würdest du dich in „deinem Alter“ nicht schon damit beschäftigen. Respekt von mir, dass du es so früh erkennst!
Was dein Vater tut und getan hat, ist seit einigen Jahren in Deutschland „Gott seid Dank endlich“ strafbar.
Du musst da raus, das ist das wichtigste Ziel. Erst mit Abstand wirst du erkennen können, was er mit dir gemacht hat.
Wende dich an das Jugendamt. Sag denen, was dein Vater mit dir gemacht hat und immer noch macht. Selbst bei uns und ich wohne auf´m Dorf, gibt es Wohngruppen für Jugendliche und junge Erwachsene. Du musst dich selbst um dein Leben kümmern, deine Eltern können es nicht.
Und… wenn du dann irgendwann deine eigene Familie haben wirst… versuche nicht, alles wieder gut zu machen, das ist nicht möglich. Selbst wenn dir mal die Hand ausrutscht, bist du noch lange nicht wie dein Vater. Es kommt dann darauf an, wie du damit umgehst, ob mit Liebe oder mit Verachtung, wie dein Vater.
Alles Gute für dich, Kurti
Hallo Timon,
wenn Sie noch längere Zeit zu Hause wohnen werden, ist es notwendig, dass Sie das mit dem Schlagen mit Ihren Eltern klären. Reden Sie zuerst mit Ihrem Vater allein, am besten auf einem Spaziergang. Fragen Sie ihn, was ihn zum Schlagen bringt, was ihn an ihrem Verhalten so wütend macht.
Fragen Sie ihn dann, wo er das gelernt hat, Auseinandersetzungen mit Schlägen zu regeln. Die meisten schlagenden Eltern sind als Kind selbst geschlagen worden. Wenn dem so ist, fragen Sie ihn, wie das für ihn als Kind war. Egal was er antwortet (viele geschlagene Erwachsene verharmlosen es), machen Sie ihm deutlich klar, dass damit jetzt Schluss ist. Dass Sie zurückschlagen werden, dass Sie ihn bei der Polizei anzeigen werden, machen Sie ihm klar, dass Sie es ernst meinen.
Versuchen Sie, mit ihm eine Vereinbarung zu treffen, wenn es wieder eine Auseinandersetzung gibt, dass er fünf Atemzüge nehmen soll oder aus dem Zimmer raus gehen soll, egal.
Vielleicht gibt es noch Tipps von Lesern hier im Blog, die Erfahrungen mit solchen Situationen haben.
Hallo Roland Kopp-Wichmann,
ich wohne leider noch zu Hause. Ich hab schon oft mit dem Gedanken gespielt von zu Hause auszuziehen, da ich aber erst in diesem Jahr Abitur gemacht habe und jetzt mit einer Ausbidlung angefangen habe, bin ich immernoch finanziell von meinen Eltern abhängig, da ich mir keine Wohnung leisten kann, bzw. sich keine WG ergeben hat.
Also werde ich vorraussichtlich noch eine Zeit lang bei meinen Eltern wohnen bleiben.
Der Teil mit dem zurückschlagen, ist das eine Feststellung oder Vermutung gewesen?
Ich hab mir nämlich schon oft vorgestellt, was ich machen würde, wenn sie mich nochmal schlagen würden (mein Vater droht mir vermehrt mit Schlägen und hat diese auch früher ausgeführt, bei meiner Mutter ist es seltener, dennoch gibt es Vorfälle).
Eine Art „Gegenschlag“ kam mir dabei oft in den Sinn.
Gibt es sonst Tips, denen ich im Bezug auf meine nahe Zukunf (Wohnhaft zu Hause) nachgehen könnte.
Sich mit dem Thema auseinander setzen. Zählt da nur zu, dass ich jetzt hier in diesem Forum schreibe, oder kann man da noch mehr, intensieveres verfolgen?
Danke
Hallo Timon,
es stimmt, dass ich nicht auf jeden Kommentar hier antworte. Zum einen aus Zeitgründen, zum anderen, weil sich aus diesem einen Artikel mittlerweile fast ein Forum von Betroffenen gebildet, die untereinander kommunizieren und sich helfen, wie ich es auch nicht besser könnte.
Da Sie mich nun direkt angesprochen habe, will ich auch Stellung nehmen. Sie schreiben nicht, ob Sie noch zur Schule gehen oder studieren oder inwieweit Sie noch finanziell von Ihren Eltern abhängig sind.
Jetzt wo Sie längst volljährig sind, rate ich Ihnen, sich ganz stark abzugrenzen. Das Beste wäre, wenn Sie ausziehen und eine räumliche und vor allem auch eine emotionale Distanz zu Ihren Eltern herstellen. Der andere Weg ist, ganz klar zu sagen, dass wenn man Ihnen noch einmal Schläge androht oder sogar gibt, Sie zurückschlagen werden. Das mag jetzt wenig therapeutisch klingen, ich glaube auch nicht, dass das nötig sein wird, es geht mehr darum, dass Sie unmißverständlich Ihren Grenzen aufzeigen. Das scheinen Sie nämlich viel zu wenig zu tun, sonst würden Ihre Eltern nicht so weit gehen.
Dass sich das wiederholt, wenn Sie selbst mal eine Familie haben, liegt in Ihrer Hand. Das ist nicht zwangsläufig so. Der beste Schutz ist das, was Sie ja schon tun: sich aktiv damit auseinanderzusetzen und das Ganze nicht beschönigen.
Aber Sie müssen dafür sorgen, dass die Schläge und die Drohungen damit aufhören.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo nochmal,
ich seh grad, dass Roland Kopp-Wichmann wahrscheinlich aus Zeitmangel nicht auf jeden Comment eingeht.
Deshlab möchte ich dazu einladen sich doch bitte zu meiner Frage zu äußern :).
Danke
Hallo Roland Kopp-Wichmann,
ich wurde in meiner Kindheit oft geschlagen; es waren zwar nur Ohrfeigen, dennoch recht heftige und sehr viele.
Ab dem Beginn der Pubertät hat sich das dann ein wenig gelegt, trotzdem werden mir bis jetzt (ich bin 20) immer noch schläge angedroht.
Meine Eltern haben sich nie dafür entschuldigt.
Ich setze mich schon seit längerem sehr intensiv mit diesem Thema auseinander, weil ich auf keinen Fall haben möchte, dass ich später meine evtl. Kinder oder sogar meine Frau schlage. Deshlab hab ich schon oft mit dem Gedanken gespielt, mich einer Ehe zu entziehen, wozu ich glaub aber zu schwach bin; also muss ich mich gegen meine Ängste stellen.
Ich denke mal, dass ich durch meine Kindheit gewisse Verhaltensstrategien aufgebaut habe, die in eine Richtung laufen, die ich als „ich gebe mich als normal aus“, bezeichnen würde.
Diese Strategie geht sehr gut auf.
Nun meine Frage: Ich setze mich mit dem Thema auseinander, habe dennoch weiterhin Angst um meine zuküntfige Familie, will denen was besseres bieten, als mir geboten wurde.
Was kann ich also noch dagegen tun, damit eben nicht das aus mir wird was aus meinen Eltern geworden ist?
Danke schonmal im Vorraus
@ charly.
ich kann bestätigen 3von7 symptome treffen auf mich zu ich bin 19 (1symptom ist „geheilt“)
wurde auch opfer von gewalt in der kindheit.
vater schlug mit holzlatten auf mich ein, ging ein paar jahre.
bis meine mutter es gemerkt hat und sich scheiden lies (sie war zu der zeit sehr krank und mein leiblicher vater hat das wohl ausgenutzt)
Hallo Susanne,
was du vorhast, ist genauso schlimm, wie das, was dir passiert ist.
Ich weiß, dass ist das Problem. Wer Schlimmstes erfahren hat, möchte alles wieder gut machen, aber genau das ist eine Illusion. Diese schlimmen Erfahrungen drängen uns oft in das gegenteilige Extrem.
Du bist ein Mensch mit schlimmsten Erfahrungen. Deinem Sohn eine Welt zu schaffen, in der Milch und Honig fließen, schadet dir und schadet deinem Sohn, denn die reale Welt ist so nicht.
Es ist gut, dass du ihm sagst, dass du ihn liebst, aber das muss nicht jeden Tag sein. Vor allem solltest du es ihm nicht nur sagen, sondern vorleben und das ist schwieriger, als es dir im Moment bewusst zu sein scheint.
Für uns, die wir Schlimmstes erlebt haben, besteht die Zukunft nur darin, den Mittelweg zu finden. Wir müssen lernen, dass unsere Vergangenheit nicht zur Zukunft unserer Kinder wird. Dies geschieht oft unbewusst, in dem wir versuchen, alles wieder gut zu machen.
Du bist ein Mensch, keine Roboter. Es wird dir nicht gelingen, immer toll zu deinem Kind zu sein und es soll so auch nicht sein, denn sonst erziehst du dein Kind zu einem Menschen, der sich für nichts anstrengen muss. Er hat ja Mama, die ihm ein Leben zu Füßen legt, welches ohne Steine ist, weil Mama die für ihn wegräumt. – Wie soll so ein Kind später zu einem glücklichen und selbstbestimmten Erwachsenen werden?
Versuche den Mittelweg zu finden und opfere dich nicht für dein Kind auf. Das hast weder du noch er verdient.
Lg Kurti
Hallo!
Ich finde allein die Frage ob man ein Kind schlagen sollte schrecklich! Was ist denn schlagen? Man fügt einem zerbrechlichen Geschöpf mutwillig Schmerzen zu! Was soll denn das??? Ein Kind hat Urvertrauen in seine Eltern. Was die Elern vorleben ist für die Kinder das absolute Nonplusultra. Zuminderst in den ersten Jahren. Kinder bauen alles auf die Beziehung zu den Eltern auf. Eine Ohrfeige, Schläge prägen ein Leben lang. Wer das verleugnet der lügt!
Ich wurde als Kind geschlagen und JA, es hat mir geschadet. Die ersten drei Jahre habe ich bei meiner Oma gelebt, weil meine Mutter mich sehr jung bekommen hat und ihre Ausbildung beenden musste. Dort war es sehr liebevoll und ich habe dort keinerlei Gewalt erfahren. Dann hat meine Mutter geheiratet und mich geholt. Da hat es dann langsam angefangen. Anschreien, und die ersten Schläge. Dann die Scheidung und der Umzug. Eine ganze Weile ging es mir gut mit meiner Mutter alleine, nicht zuletzt durch meine Oma die mitgezogen war. Dann eine neue Ehe, ein neues Baby als ich sieben war. Von da an war meine Kindheit zuende. Ich war Dienstbotin, nerviges Beiwerk und passte offenbar nicht in die neue kleine Familie hinein. Ich wurde nur ignoriert und musste um jede Beachtung kämpfen. Ich hatte nie Widerworte, war nie ungezogen und habe mich meinen Eltern immer gebeugt um Anerkennung zu erhalten und dazuzugehören. Das war meine Mama! Ich hatte mir sooo sehr eine Schwester gewünscht und war nie eifersüchtig! Alles umsonst! Habe ich etwas nicht zu 100%iger Zufriedenheit erledigt gab es Schläge und Schelte. War ich zu langsam – Schläge! War was weg – ich war Schuld! War was kaputt – ich war schuld! Ich habe also versucht es besser zu machen um nicht wieder in diese Situationen zu geraten. Meine Schwester wurde als Baby sehr krank und war lange im Krankenhaus. Ich musste als achtjährige quasi für mich selber sorgen. Ich musste den Haushalt machen, Kohlen schleppen, meine Körperpflege ganz allein übernehmen… und bekam weder Lob noch Anerkennung. Meine Schwester war das wichtigste und wurde immer vorgezogen. Von ihren Großeltern (väterlicher Seite), meinen Eltern…
Je älter ich wurde umso schlimmer wurde die Situation. Grundloses Schlagen, Schikanierungen, keine Freizeit mehr, nur noch schuften, Schikanierungen seitens meiner Schwester und der Gleichen mehr. In den Ferien nur Arbeiten, nach der Schule nur arbeiten, niemals Ferienlager, oder nur ein Wochenende mit Freunden spielen oder gar übernachten!
Nach dem Realschulabschluss habe ich trotz Bestnoten die Schule verlassen um schnell Geld zu verdienen. Mit 18 bin ich ausgezogen….
Was hat das mit mir gemacht?
Ich habe Schwierigkeiten meine eigene Meinung zu bilden, kann mich nicht durchsetzen. Habe Angst vor Kritik und Konfrontation. Fühle mich häßlich und ungeliebt. Neige dazu, vor Ärger davonzulaufen anstatt mich den Problemen zu stellen. Ich habe mich in der Vergangenheit in Beziehungen gestürzt und diese selbst wieder zerstört weil ich mich nicht binden kann und keinem traue. Ich habe mich be- und ausnutzen lassen weil ich nie gelernt habe mich zu wehren. Ich bin wütend auf mich selbst weil ich mir alles mit dem Arsch einreisse was ich mit den Händen aufgebaut habe. Ich habe Probleme im Job gehabt weil ich nie nein sagen konnte und mit meiner Arbeit nicht hinterhergekommen bin.
Um mich selbst zu schützen habe ich mich in meiner Kindheit Jahrelang in Traumwelten versetzt, was mir auch heute manchmal noch passiert. Ich entferne mich dann von der Realität und falle in ein tiefes Loch wenn ich wieder „aufwache“. Ich neige zu Depressionen und bezweifle, dass ich selbst richtig lieben kann. Ich denke, dass ich meinen Mann liebe aber ich spüre, dass ich das gar nicht wirklich kann. Ich liebe meinen Sohn, aber es ist als wäre alles gedämpft, wie durch eine dicke Watteschicht. Da ist kein Herzklopfen, keine Aufregung und Spannung… nie wirklich gewesen. Aber der Schmerz, der kommt von Innen, da ist keine Watteschicht. Der ist pur.
Meine Eltern haben mich zu einer Willenlosen Ja-Sagerin erzogen die nie Widerworte gibt und schön immer das tut was man ihr sagt. Danke Mama! Das hat mich für das Leben stark gemacht! Es ist nicht leicht mit 18 anzufangen ein normaler Mensch zu werden. Dafür habe ich in der Kindheit zuviel versäumt.
Und meine Gesundheit? Tja, durch die Schufterei als Kind habe ich heute mit 28 Jahren eine kaputte Schulter und eine kaputte Wirbelsäule. Prima!
Ich schwöre bei allem was mir heilig ist, dass ich meinen Sohn (1Jahr alt) nie schlagen werde. Ich weiss was das mit einem macht und was es in einem anrichtet. Eine Ohrfeige zerstört mehr als 1000 Küsse erschaffen können. Eher fällen mir beide Hände ab! Ich sage ihm täglich dass ich ihn liebe und mache ihm jeden Tag zu einen schönen Tag.
Hallo Helena,
hier ist der aktuele newsletter. Kannst ja mal reinschauen. Wünsche auch ein erholsames WE.
Grüße von Heidi
http://www.adam-eason.com/enewsletter/index_09-07-30.php
Hallo Heidi,
ja, ich verstehe gut Englisch, daher kannst du mir die Adresse geben. Ich bin ja gespannt :-)!!!
Die Erleichterung, die du mit dieser Methode erlebst, ist gut in deinem Text zu spüren, es freut mich :-)!
Sonst hat mir in deinem letzten Posting das Bild mit den Wunden, mit denen sich ewig nichts tut und dann auf einmal los geht, sehr gut gefallen. Ja, es bedarf einfach immer Geduld mit uns und unseren alten Klamotten, die Geduld, die man oft einfach nicht hat, weil der Schmerz einfach größer und dringender ist.
Schönes Wochenende an alle
Helena
Falls mir jemand auf Twitter folgen will könnt Ihr mich auf mehrwerttexte finden.
Hallo Helena,
wenn ich mich mit Menschen vergleiche, denen es schlechter geht wie mir und ich daraus Hoffnung schöpfe und Dankbarkeit dafür, dass es mir doch noch vergleichsweise gut geht, dann ist das durchaus eine Hilfe.
Zu den alten Klamotten: ich denke Du hast recht, dass es immer wieder neue Schichten sind, an denen gearbeitet werden muss. Wenn Du den Vergleich mit der Wunde bringst, dann sehe ich das schon auch so. Aus meiner Pflegepraxis kenne ich da genügend Beispiele. auch, dass es scheinbar oft lange nicht vorwärts geht und auf einmal sieht man einen rießen Fortschritt.
Wie gut verstehst Du englisch? Ich habe einen -finde ich- tollen Hypnotherapeuten gefunden, dessen Arbeit mich sehr anspricht und mir echt gut tut. Eine Übung habe diese Woche gemacht in einem anderen Zusammenhang, ist abe auch für die Klamotten aus der Vergangen heit anzuwenden: In der Vorstellung sich vorstellen8 ja, ja…) wie die alten Klamotten, z.B. etwas was die Eltern gesagt haben, oder ein Lehrer oder die Kirche….mit einer Schnur oder sonst was an mich angekettet sind. Diese werden nun mit dem Werkzeug, das mir nahe liegt( vielleicht ene Schere, eine Axt oder die Zähne… oder ….was eben kommt, um Dir zu helfen, abgekappt und sie fliegen davon. Ich habe sie mit den Wellen davonschwimmen lassen, immer weiter weg, bis ich sie nicht mehr gesehen habe. Und das tut echt gut. Wenn wieder was neues hoch kommt, schneide es ab und schicke es in die Weite des Universums. Was ich so toll finde an der Selbsthypnose ist, dass ich die Werkzeuge benutzen kann, die mir entsprechen und die mir mein Unterbewusstsein empfielt. Du musst keinen festen Regeln folgen sondern kannst die Suggestionen ganz auf Deine Bedürfnisse abstimmen. Das braucht einige Übung, aber da kommst Du schnell rein.
Ohne Regeln meine ich nicht, dass das ganze nicht eine Struktur hat, der man folgt und die hilft, in Trance zu kommen. Es ist auch vorteilhaft oder wichtig, bestimmte Sprachmuster und Worte zu verwenden, damit der Erfolg auch eintreten kann. Wenn Du einigermaßen Englisch kannst, kann ich Dir mal die Internetadresse geben. Da gibt es auch Probelektionen.
So viel von mir heute….
Liebe Grüße von Heidi
Hallo Humanity,
wer kann schon die Bibel so exakt glauben? Gibt es nicht so viele Meinungen darüber was richtig ist oder genau oder exakt, wie es Menschen gibt, die die Bibel lesen? O.k. da liege ich falsch- ein großer Teil derer, die die Bibel lesen, lesen sie verutlich so, wie ich sie gelesen habe: beeinflusst von der christlichen Strömung(Kirche/Gemeinde) der ich angehört habe. Vieles, was in der Bibel steht hat einen kulturellen Einfluss, den wir heute überhaupt nicht verstehen oder nachvollziehen können. Und dann kommen noch die Übersetzungen dazu, die Fehler beim Abschreiben u.s.w. Wer will da noch behaupten, zu wissen, was nun wirklich wahr ist?
Zur Frage was das Gute ist: Warum schaffen es so wenige derer, die sich Christen nennen, das Gute zu Leben? Ich habe den eindruck, dass es manche ganz geschickt finden, dass die Vergebung so einfach zu haben ist- auch wennn keine Werke zu sehen sind. Sonntags in die Kirche gehen, zum Beichten, zur Kommunion und alles ist in Butter. Wozu sich die Mühe machen, Gutes zu tun?
Und dann die andere Seite- diejenigen, die krampfhaft versuchen, gut zu leben und dadurch gesetzlich und streng werden und keine Freiheit genießen können.
Im Buddhismus kenne ich mich nicht aus- habe aber noch nie von Gewalt gehört, die von den Buddhisten ausgegangen ist. Dagegen abe sehr viel von den Christen- oder eben solchen, die sich so nennen.
Was nützen die Zitate über die Liebe, wenn sie dann so ausgelegt werden, wie z.B. dass wer seinen Sohn liebt ihn schlagen soll?
Ich kenne viele nicht gläubige Menschen, die das was die Bibel über die Liebe schreibt besser verwirklichen als viel Christen, genauso auch die Sache mit der Vergebung.
Es ist auch nicht so einfach, dem Bösen einen Anfang und ein Ende zuzuschreiben. Wo fängt Habgier an? Und wo hört sie auf? Und wer erlaubt sich, das zu bewerten?
Grüße von Heidi
Hallo Helna,
schön, dass du auch weiterhin mitdiksutierst 🙂 Um die Frage zum „Bösen“ beantworten zu können, muss man halt leider relativ neutral und klar in die Bibel schauen und diese auch irgendwie beurteilen, oder sie beim Wort nehmen.(oder auch nicht)
Wenn z.B. in der Bibel steht, Jesus habe Blinde geheilt, Tote auferweckt zum Leben oder seine Jünger haben Menschen von unheilbaren Krankheiten manchmal sogar nur im vorbei gehen geheilt , dann muss man sich die Frage stellen, war das wirklich so?
In einer Stelle steht, dass alleine der Schatten von Paulus Menschen heilte.
Wenn es mit solchen Dingen zugegangen ist und es so etwas wirklich gegeben hat und man kann die Bibel so exakt glauben, dann kann man sich ebenso die Frage stellen, gibt es das „Böse“, wie es dort zitiert ist? Gibt es ein Leben nach dem Tod und wenn ja, hat das Leben, das man hier lebt einen Einfluss auf das nächste? Gibt es diese harten Konsequenzen, die in der Bibel beschrieben werden?
Wenn es diesen Kampf gibt zwischen Gut und Böse und es so abgelaufen ist, wie in der Bibel steht, dann ist möglicherweise, die Konsequenz der Taten, oder der Entscheidungen die man trifft, größer als man normalerweise annimmt.
Wie nehmen an, es hätte die Welt früher nicht gegeben. Es gab Engel, es gab Gott, es gab den Sohn Gottes, den Heiligen Geist und diese taten, was auch immer si taten. Irgend eine Ordnung würde es auch in so einem Dasein geben. Wenn es aber nun solche Mächte gab, dann scheint, als würde, die Störung eines solchen Systems imense Nachwirkungen haben. So starke, dass seit Beginn des Scchiefgehens der Menschen, bereits fesststand, dass Gott selbst sterben musste.
Das ist doch auch schon ziemlich extrem und unnatürlich, oder?
Um nun auf deine Frage zurück zu kommen. Natürlich klingt das mit dem „Bösen“, „Sünde“ etc. ziemlich schlimm, die Frage ist nur, ob es denn auch so ist. Wenn diese unnatürlichen Taten von Jesus und seinen Jüngern so waren, muss ich dir ehrlich sagen, ich würde erschüttern vor Angst, Respekt und Demut vor solch einem Gott. Ich hätte auch allen Grund dazu. Ich würd sicherlich nicht nur „blod schauen“, wenn ich sehen würde, dass neben mir ein Toter aufersteht.
Auf der anderen Seite, zeigt aber Gott diese liebliche Seite, die ebenso unnatürlich ist in solchen Ausmaßen für uns Menschen, dass wir da positiv gerührt sind und auch betroffen, von der Art und Weise, wie er Menschen lieben lernt. (Ich kenne keine Zitate über die Liebe, die so tiefsinnig und voller Weisheit über die Liebe geschrieben werden, wie diese aus der Bibel) Vorallem aber praktisch lehrt Jesus einen Weg zu lieben und leben durch Liebe, der eigentlich auch schon nahezu göttlich ist, denn die Menschen machen ja irgendwie doch was anderes.
Wenn die Bibel so richtig ist und die Wahrheit ist, dann ist die Situation um einen Menschen doch wichtiger, ernster und zugleich auch vorangiger, als man so im normalen Leben noch wahr nimmt.
Aber Böses tun, steckt irgendwo, immer eine Absicht dahinter. Ich nehme an, du hintergehst den Staat mit Steuern und arbeitest neben her in Pfusch. (nur ein Beispiel). Würdest du sowas unabsichtlich machen? Lügen, stehlen, betrügen, schlagen, Gewalt ausüben, etc. kommt das unbewusst?
Schau dir mal einen Menschen an, wenn er vor Wut kocht. Schau dir mal bewusst ihn an und beobachte, ob der Mensch da noch bei Sinnen ist. Wir sagen da oft „als wäre er nicht er selbst“. Ähnliches passiert, bei Habgier. Wenn Menschen beinahe erblinden und nur mehr das „haben“ und „haben muss“ sehen. So, dass es ihnen den rationellen Verstand ausschaltet. Auch Lügner, beim lügen. Leute, die ungeduldig, ungerecht, egoistisch etc. sind.
Bei vielen dieser Eigenschaften, wenn diese zum Vorschein kommen und man beobachtet das, merkt man, wie sinnlos das ist. Wie unnötig und schadend und immer so beherrschend auf eine Person wirkt, dass man sich da schon auch fragt, warum das so ist.
Ich denke „Böses“ tun, ist nicht einfach Zufall, ich glaube auch an Unwissenheit, keine Frage 😉 Dennoch scheint es da tiefsinnigere und teifgründigere Sachen zu geben, die sicherlich mit der Bibel und dem, wie sie das erklärt zusammen hängt.
(sorry, war etwas lang und habe dennoch nur einen Aspekt angesprochen.)
mfg humanity
Hallo Humanity,
vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Du stellst die Frage, ob eine Diskussion über Religion hier in diesem Forum am richtigen Platz ist. Nach meiner Erfahrung hat das Beschäftigen mit „religiösen“ und „spirituellen“ Themen für mich bewirkt, dass mir wieder eine Art „Nabelschnurr“ zum Leben gewachsen ist, dass ich mich wieder mit der Schöpfung verbunden fühlen konnte und die „kosmische Geborgenheit“ wieder entdeckte, die mir durch die schmerzhaften Erlebnissen und Traumata verloren gegangen war. Daher begrüße ich persönlich die Diskussion hier, ideal für den Sommerloch ;-)!
Zu dem was du schreibst, habe ich noch ein paar Gedanken. Ich weiss nicht, ob es nur eine Frage der Begriffe ist, aber ich stutze jedesmal, wenn ich auf das Wort „Böse“ komme. Wie definierst du „das Böse“ und wie kommt für dich das Böse in die Welt?
Ich weiss nicht, ob ich da richtig liege, aber wie der Begriff von „böse“ oft genutzt wird, suggeriert er, dass eine Absicht zu schaden dahinter steckt und die leuchtet mir nicht ein. Das Gleiche ist auch mit dem Begriff der Sünde.
Deswegen fühle ich mich viel wohler mit dem buddhistischen Begriff der Unwissenheit (statt Böse oder Sünde). Ein Mensch, der unwissend ist, überblickt nicht immer die Konsequenzen seiner Taten und schafft somit Leid für sich und andere. Das Mittel dazu wäre dann nicht Strafe sondern Aufklärung und Hilfe bei der Bewußtwerdung der Konsequenzen für sich und andere. Dabei kann die Frage der Schuld, die ich im (falschverstanden?) Christentum als extrem erdrückend empfinde, gar nicht mehr entstehen. Was nicht heißt, dass man nicht die Verantwortung hat, für das, was man angerichtet hat (wissend oder unwissend).
Ein weiterer Aspekt, der mir dabei auch besser gefällt, ist die versöhnliche und befriedende Sprache des Buddhismus. Es muss nichts ausgerottet oder bekämpft und besiegt werden. Niemand mußte für mich sterben, die Buddhas werden recht alt ;-)! Ich werde nicht gleich sündig geboren, wenn ich auch die Disposition zum Leiden durch meine Geburt schon mitbringe.
Was mir auch im Buddhismus gut gefällt ist das der Mensch eben nicht das Zentrum der Schöpfung ist, sondern nur eine Erscheinung unter anderen und alle Lebewesen sind in ihrer Lebensberechtigung gleichwertig. Ich frage mich oft, wieviel von der Umweltzerstörung, die wir jetzt erleben, auf das Konto vom Christentum geht, das eben den Menschen beigebracht hat, sich was Besonderes zu fühlen und oft mit dem Leben von anderen Lebewesen und mit der Schöpfung recht salopp umzugehen… aber gut, die Unwissenheit ;-)!!!
Aber vielleicht ist es nur Geschmackssache ;-). Ich fühle mich trotzdem lieber unwissend (da kann ich mindestens was dagegen tun!) als sündig und böse (was mich handlungsunfähig zurück läßt, weil ich Jesus Christis Tod mit verursacht habe! Davon kann ich mich kaum erholen!!!)
Gleichzeitig, wenn ich lese, dass Jesus gesagt haben soll „liebet einander so wie ich euch geliebt habe“, dann kommen mir auch die Tränen und ich weiss spätestens da, dass die Buddhas und Jesus Brüder waren.
Alles Gute
Helena
Hallo Heidi,
ich war ja schon in stationärer Therapie und damals hab ich oft gedacht, dass es viele Leute viel schlechter getroffen hatten als ich. Ich hab mich dann oft mies gefühlt, weil ich so einen Aufstand um meine „harmlosen“ Probleme gemacht habe. – Ich habe dort dann gelernt, dass es egal ist, was jemand erlebt hat, dass es in dieser Beziehung kein mehr oder weniger schwer, kein besser oder schlechter gibt. Wenn ich empfinde, dass ich die Hölle auf Erden erlebt habe, dann ist das für mich auch so. Genauso kann ein anderer ebenfalls die Hölle erlebt haben, wenngleich dieser Mensch in meinen Augen vielleicht „weniger“ erlebt hat.
Es ist nur wichtig, was man selbst empfindet, nur das ist die Wahrheit, die eigene Wahrheit versteht sich.
Kein anderer Mensch hat das Recht, die Erlebnisse und die Folgen daraus eines anderen Menschen zu beurteilen.
Heute fühle ich mich nicht mehr mies, wenn ich traurige Erlebnisse von anderen höre oder lese. Egal, wie diese Menschen mit ihrem Leid umgehen, ich vergleiche es nicht mehr mit meinem Leid.
Hm, ok, was mache ich grad so… derzeit wühle ich gedanklich in meiner Vergangenheit, wenn es meine Zeit zulässt, um mir über gewisse Zusammenhänge im Klaren zu werden. Auch wenn ich keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern habe, so greifen ihre Fangarme doch immer noch nach mir. Wenn mir etwas misslingt z.B. dann habe ich sofort die dazugehörenden Reaktionen meiner Eltern im Kopf, mein Vater, wie er mit mir scheltet und mich vielleicht übers Knie legt oder auch meine Mutter, wie sie sich für mich schämt und lauthals über mich lacht.
Oft denke ich, dass das nie aufhört… sie könnten tot sein und ich würde sie wahrscheinlich immer noch hören. 🙁
Da ich viel mit mir selbst kommuniziere, stelle ich mir nach solchen Momenten der Verschmelzung mit der Vergangenheit vor, dass meine Eltern hier bei mir wären und ich rede dann mit ihnen, motze sie an und analysiere so, was ihr Einfluss mit mir macht.
Zu psychologiesieren ist eines meiner „Hobbies“, das macht mir Spaß, ich bin damit glücklich, wenn ich Zeit für mich habe und mir Gedanken um alles machen kann. Den Rest des Tages verbringe ich damit im Garten zu arbeiten (neu anzulegen, habe grad einen Spielteich und Sandkasten für unseren Sohn gebaut, Wiese gemäht, Blumen und Büsche gepflanzt usw.), mit unserem Sohn etwas zu spielen, anderweitig zu spielen und irgendwie zumindest einen Teil des Haushaltes in den Griff zu bekommen. Oh, was hätte ich gern eine Haushaltshilfe!!! Ich hasse Hausarbeiten! Nach Staubsaugen und Co. bin ich meistens so kaputt, dass ich stundenlang danach nur noch heulen könnte.
Mein „Ehe“-Partner geht arbeiten und macht ansonsten so gut wie nichts mehr. Ich kann ihm ruhig sagen, dass ich nicht mehr kann, das interessiert ihn nicht. Ich muss immer erst am Boden liegen und ihn anbetteln, dann saugt er mal oder wäscht ab. Trotzdem bleibt der Rest an mir hängen.
Oje, ich jammer schon wieder. 🙁
Wird Zeit, dass ich gleich wieder in den Garten gehe… 😉
Lg Kurti
Hallo Helena,
ob Sie auf dem richtigen Weg sind, oder nicht, hängt ganz davon ab, wohin Sie gehen wollen 🙂 Ich kanns Ihnen nicht sagen.
Was Sie aber zur Auferstehung und Kreuzigung sagten, stimmt meiner Ansicht nach fast.
Die Symbolik der Kreuzigung bezieht sich nicht nur rein auf das, dass jemand hat büsen müssen, für das was wir so an Sünden getan haben, sondern da geht es um den Sieg über das Böse.
Wenn man als Mensch nicht in der Lage ist / war, über das Böse zu siegen, weil das Schlechte in einem einfach domminiert hat, dann hat das daran gelegen, weil es noch nie jemand geschafft hat. Jesus selbst war als Mensch unter uns und zum Schluss als er gekreuzigt wurde, wurde er selbst zur Sünde. Im alten Testament, steht, dass jemand der am Holze genagelt ist, verflucht ist. In diesem Moment selbst, war Gott als Mensch, Sünde.
So ähnlich als würde sich Gut und Böse in einer Person dort treffen. Deswegen steht auch dort geschrieben, dass Gott Vater im Himmel sich von seinem Sohn abgewandt hatte in diesem Moment, weil er sich in seiner Heiligkeit / Reinheit nicht mit seinem Sohn identifizieren konnte.
Das Gute wurde dort Böse. Das Leben selbst starb. Die Reinheit wurde befleckt. Ähnliches Schauspiel, wie damals als die Menschen schlecht wurden.
Und jetzt kommt das was du sagtest. Wichtiger als die Kreuzigung selbst, war die Auferstehung von den Toten. Doch weil Jesus, das Gute, eben viel mächtiger war, konnte sich Jesus selbst von den Toten befreien und besiegte in diesem Moment das Böse. Er war wieder am Leben und der Tod / das Böse wurde besiegt.
Für die Christen, ist Jesus eben der erste, der das geschafft hat. Die Symbolistik hängt zusammen mit dem Glauben daran, dass er auferstanden ist. Jeder der seine „Schattenseite“ besiegen will, muss halt daran glauben, dass es schon jemand vor einem geschafft hat, eben Jesus. Ähnliche Prozedur nur auf spirituelle Ebene, prädigten die Apostel anschließend und gilt eigentlich als Grundsatz für die christliche Lehre.
Man muss sein altes Ich „kreuzigen“ das geschieht im Moment der Reue und Sühne und durch den Glauben an die Auferstehung wird eine „neuer Mensch“ in einem wieder geboren. Das halt spirituell gesehen. Dieses neue Ich, dieser neue Mensch hat dann die Kraft das Böse zu besiegen, weil dieser eben einer anderen Natur abstammt (eine Art neue Geburt im Geiste, mit Hilfe des heiligen Geistes) Das wird relativ breit und lang erklärt im neuen Evanghelium. Das ist auch das, was Jesus Nikodimus sagte, dass er um in das Himmelreich zu gelangen „neu geboren werden muss“. Er verstand nicht, aber es ging dabei um eine spirituelle Neugeburt. Ein Neuanfang.
Es stehen quasi, die Natur des Menschen mit all seinen Seiten auch negative, dem spirituellen neuen Menschen gegenüber, der eben durch den Glauben geborden wird und quasi göttlicher Natur ist und durch Jesus eben, der es geschafft hat, auch fähig ist das Böse in einem zu besiegen und das Gute gedeihen zu lassen.
Ich denke, im Christentum ist es im Vergleich zum Buddhismus, eben so aufgelegt, dass es ein Kampf gibt zwischen Gut und Böse, sogar im Menschen selbst, dabei steht nicht umbedingt der Mensch im Vordergrund, sondern diese zwei Kräfte, die in einem wirken. Der Mensch wird im Christentum zwar als Hauptpunkt dargestellt, aber in seiner jetzigen Situation, braucht dieser eben Hilfe, um das zu erreichen, wofür er geschaffen worden ist, weil der Mensch eben „Mist gebaut“ hat. Und diese Hilfe findet der Mensch nicht in sich selbst, nicht wenn es darum geht gewisse fleischliche Triebe, Naturgesetze, etc. zu überwinden um das „Richtige“ zu tun.
Beim Buddhismus ist das denke ich stärker auf den Menschen konzentriert.
🙂 Ich hoffe, man konnte mir einigermaßen folgen und ich hoffe, dass der Autor des Blogs, mir für diese religiösen Diskussionen nicht böse ist.
mfg
humanity
Hallo Heidi,
ich finde es sehr schön, dass du etwas gefunden hast, womit du gut „arbeiten“ kannst. Es würde mich sehr freuen, wenn du mir/uns hier ein bisschen mehr davon erzählen würdest, was das genau ist und wie es funktioniert. Machst du es nach einer Anleitung, nach einem Buch? Ich bin jederzeit bereit etwas Neues zu lernen, wenn es mir bessere Dienste erweist ;-)!
Zum Thema Leid vergleichen glaube ich, dass es vielleicht kurzfristig helfen kann, um bestimmte Einsichten zu erlangen: ich habe z.B. das Buch einer Frau ohne Armen gelesen, die viel mehr in ihrem Leben angestellt hat als ich mit Armen und ihr Beispiel hat mich ermutigt, einfach mich mehr zu trauen in meinem Leben. Daher fand ich es eine aufbauende Erfahrung.
Da das Leid eine absolut subjektive Erfahrung ist, können wir letztendlich nicht vergleichen und wenn wir es versuchen, ist es vielleicht wichtig, herauszufinden, mit welcher Absicht man das macht. Was wollte dir diese Frau wirklich sagen mit ihrem Satz:
– dass du dich nicht so anstellen solltest, weil du es schliesslich überlebt hast???
– sie wollte einfach nur Aufmerksamkeit für ihr eigenes unverarbeitetes Leid bekommen und hat somit versucht das Gespräch auf sich zu lenken, damit sie vielleicht von sich was erzählen kann um sich zu „erleichtern“???
– sie wollte dich vielleicht ein bisschen aufmuntern, in dem sie dir sagte, dass es noch hätte schlimmer kommen können und dass du irgendwie noch Glück gehabt hast???
– …. ???
Letztendlich kann nur sie wissen, was sie genau sagen wollte. Vielleicht fragst du sie mal 😉 ? Ich persönlich mache die tollsten Entdeckungen, wenn ich den Menschen frage, aus welcher Absicht sie mir etwas sagen. Meistens mache ich die Erfahrung, dass es dabei nichts mit mir zu tun hat sondern dass es aus ihrer Geschichte kommt und dass ich nur einen Auslöser dafür geliefert hatte.
Mit dieser „Technik“ habe ich auch letztendlich an der Sache mit den Schlägen und sonstigen schmerzhaften Erfahrungen in meiner Kindheit „gearbeitet“: welche Absicht haben diese Leute verfolgt, die mir dieses oder jenes Schmerzhaftes zugefügt haben? Wollten sie mir wirklich schaden? Bis jetzt konnte ich diese Frage immer nur mit Nein beantworten. Sie haben immer etwas Positives (entweder für sich oder für mich) gewollt, auch wenn sie zu den falschen Umsetzungsmitteln gegriffen haben (leider für sie und mich!!!). Und schade, dass sie mich als Wesen dabei übersehen haben!!!!
Und noch etwas zu den alten schmerzhaften Klamotten, die immer wieder auftauchen. Ich glaube nicht, dass wir den alten Schmerz aus Nachlässigkeit oder was auch immer hochkommen lassen. Ich glaube, dass der alte Schmerz solange hochkommen wird, bis wir ihn gewürdigt haben und somit loslassen können. d.h. solange etwas weh tut, habe ich noch nicht alles erkannt, was damit zusammenhängt. Es ist wie eine Wunde, die nicht heilt und bei der jede Reinigung zusätzlich schmerzhaft ist. Aber was wäre die Alternative???
Eine Therapeutin sagte mir mal: Helena, wie du es auch anstellst, wirst du leiden. Wenn du dich nicht an die Themen ran machst, wirst du zur ewigen Wiederholungstäterin und kommst nicht aus dem Leiden heraus. Wenn du dich an die Theman heran machst, wird es nochmals richtig weh tun und dann immer wieder, aber das Leiden wird dir leichter fallen (toll ;-(!!) bzw. neben dem Leiden wirst du auch noch mehr Glück erfahren. Ich habe ihr geglaubt und habe mich auf den Weg gemacht. Und ich muss sagen, sie hat recht behalten :-)!
Gruß
Helena
Hallo an Alle,
über die vergangenen Tage ist mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf gegangen, den ich hier mal weiterdenken werde.
Mir hat jemand ins Gesicht gesagt: du hast es auch nicht so schwer gehabt wie ich…….
Und ich habe mich gefragt, ob es darum geht. Ist es für die Heilung wichtig, wie schwer jemand verletzt wurde?
Und mir fällt etwas ein, was ich vor längerer Zeit mal glesen habe:
Ein Autofahrer fährt an der Ampel auf den vor im stehenden Wagen auf, weil er nicht aufgepasst hat, dass die Ampel auf Rot umgeschaltet hat. Beide Fahrer haben die gleichen Verletzungen davongetragen. Der, der schuldig war,ist schneller gesund geworden. Warum? Weil er die Verantwortung übernommen hat(musste) und sich nicht als Opfer gefühlt hat.
Bei meiner Arbeit als Krankenschwester habe ich auch immer wieder festgestellt, dass die Schwere der Verletzungen nicht unbedingt Masstab für den Erfolg eines Heilungsprozesses sind.
Die Frau, die mir das so ins Gesicht gesagt hat, nutzt diese Aussage als Entschuldigung dafür, sich nicht mehr auseinander setzten zu müssen und aktiv zu werden. Sich in der Vergangenheit fest zu beißen ist nie die Lösung für eine veränderte Zukunft.
Es hat mir echt geholfen, mich nicht mehr zu vergleichen, sondern meine Beine unter die Arme zu nehmen und ein Ziel anzustreben, das ich mir selbst gesteckt habe: Mein Wohlergehen nicht mehr Anderen , deren Meinung und deren Handeln zu unterwerfen. Ich lasse mich nicht mehr zum Spielball der Emotionen meines Mannes oder meiner Kinder, meiner Patienten oder Mitmenschen machen. Und das gibt mir Freiheit. Ja, es ist Arbeit- aber ist es das nicht auch, wenn ich mich immer und immer wieder von der Verganenheit aus dem Konzept Gegenwart bringen lasse?
Ist es nicht besser, seine Energie in die Gegenwart zu investieren und die Vergangeheit da zu lassen, wo sie ist? Wir können sie nicht mehr ändern. Die Schläge sind vorbei- warum lassen wir den Schmerz, der damit verbunden ist, immer wieder neu zu? Sind wir alle es nicht wert, einer glücklichen Zukunft entgegen zu schauen?
Hallo Helena,
dnke für Deine Antwort. Ich finde, das mir gerade zur Zeit die Selbsthypnose viel hilft und erschließt. Eine Sache auf die ich gut anspreche und mit der ich viele Emotionen aufarbeite. Ich kann gerade sagen, dass es mir lange nicht so gut ging wie zur Zeit.
Schreibe gleich noch einen Post für alle.
Grüße von Heidi
Hallo Kurti,
danke, dass du geschrieben hast….das mit der Frage, wie es Dir geht war eigentlich so gemint zu hören, was gerade so mit Dir abgeht und ob Du och dran bist.
Ich wünsche Dir so sehr, dass Du wirklich einen festen Boden unter den Füßen findest,der Dich trägt.
Grüße von Heidi
Hallo Humanity,
ich weiss nicht, ob ich mit „die Psychologin“ gemeint bin, aber ich möchte etwas zu Ihrem Beitrag schreiben.
Ich finde es schön, dass Sie im Christentum eine große Unterstützung gefunden haben. Bei mir war es nicht so. Ich konnte lange nicht vo viel mit den Hauptkonzepten vom Christentum anfangen und ich fand auch alles oft sehr verwirrend.
Schon die Eucharistie: als Kind war ich zwar absolut selten in der (katholischen) Kirche, aber bei jeder Eucharistie wurde mir schlecht: ich habe als Kind wirklich geglaubt, dass man dabei das Blut Christi trinkt und sein Fleisch isst. Für mein kindliches Empfinden war das das absolute Horror, so groß dass ich nicht mal darüber reden konnte und dieses Bild und das Empfinden lange in mir getragen habe, dass diese Leute in der Kirche einfach Kannibalen sind und zu sonst noch was fähig sind. Jetzt schmunzele ich darüber, wenn ich jetzt das schreibe, aber für mich als Kind war es ganz schlimm.
Mit dem Christus auf dem Kreuz, der für mich gestorben war, kam ich auch nicht klar. Ich war mir als Kind keinen Grund bewußt, warum man diesen Mann wegen mir hätte töten sollen. Ich war ein braves Mädchen, fleissig in der Schule und daheim und konnte nicht erkennen, worum es ging.
Und mit Gott hatte ich überhaupt meine Probleme: Gott sollte uns als Ebenbild seines Antlitzes geschaffen haben????!!! Wenn wir dann sehen, was aus uns als Menschen geworden sind, dann haben wir einen feinen Gott!!!! Ich dachte immer als Kind, dass Gott sich einfach schämen sollte, uns so geschaffen zu haben… und natürlich bezog ich mich auf Menschen, die ihre Kinder verprügeln und auf Strukturen, die Kinder verhungern lassen. Da ich dieses Gottesbild hatte, war das Beten auch gestorben. Zu so einem Wesen konnte ich auch nicht reden. Logisch, oder ;-)?
Klar, ich hätte jemand gebraucht, der mir die Symbole erklärt. Ich bin zwar im Katechismus gewesen, konnte auch damit nichts anfangen. Daher war es auch klar, dass ich irgendwann mal mit dem Christentum nichts mehr zu tun haben wollte und lange „heimatlos und konfessionslos“ im Leben herumgestolpert bin.
Daher auch das große Aufatmen als ich auf die buddhistische Lehre traf… endlich mal was, das ich verstehen konnte, dass ich mit meiner Art zu denken erfassen konnte, dass mir auf Anhieb etwas sagte und dass mir vor allem die Mittel gab, das umzusetzen, was sie lehrt.
Inzwischen, paradoxalerweise, ist es so, dass ich über die buddhistische Lehre besser verstehe, worum es im Christentum geht. Alle meine asiatischen buddhistischen LehrerInnen lagen sehr viel daran, dass wir, die westlichen SchülerInnen, uns mit dem Christentum beschäftigen und wenn möglich versöhnen, da es zu unserem Erbe gehört. Deswegen haben sie viele Bücher darüber geschrieben, um uns das Christentum anhand vom Buddhismus zu erklären. Vielen Dank an alle: Thich Nhat Hanh, Dalai Lama und alle andere :-)!!!! Ich habe mich lange dagegen gestreubt, aber es ist doch noch gelungen, mich anzunähern.
Ich bin jetzt soweit in meinem Verständnis vom Christentum gekommen, dass ich für mich erkannt habe, dass das nützlichere Symbol im Christentum nicht das Kreuz sondern die Auferstehung gewesen wäre. Was meinen Sie, Humanity, bin ich auf dem richtigen Weg ;-)?
Viele Grüße und viel Mut und Zuversicht an uns allen!
Helena
Hallo Heidi,
vielen Dank für deine Antwort und das Beispiel mit dem Kühlschrank, das ich selber auch jahrelang praktiziert habe.
Das was du über die vielen Gefühle in einer einzigen Situation ist wirklich eine echte Herausforderung, ich glaube für alle Menschen. Mir hat das Wissen (und das Vertrauen daran) geholfen, mir eben einem Gefühl aus der Situation zu widmen (statt alle angehen zu wollen) und das zu „bearbeiten“, in dem Vertrauen, dass ich dann längerfristig, alle Gefühle so besser kennenlernen und annehmen kann. Bei mir hat es funktioniert. Aber es gibt immer noch Gefühle, die mir große Mühe machen… Ich hatte gestern abend wieder den Fall, dass ich einfach mehrere Stunde gebraucht habe, um zu erkennen, dass ich in einer bestimmten Sache einfach nur verwirrt bin. Als ich dann das Etikett „Verwirrung“ auf meinen Zustand kleben konnte, was mein Zustand dann nicht mehr so schwierig, dann konnte ich weiter darüber nachdenken, was mich gerade so verwirrt. Und ich konnte spüren, wie bereits eine große Erleichterung im Körper entstanden war. Ich finde das bereits fantastisch und bin sehr dankbar!
Das mit dem Perpetuum mobile empfinde ich auch wie du und ich finde es trotzdem schön, auf diesem schmerzhaften Weg WeggefährtInnen zu finden :-)!
Alles Gute und bis bald
Helena
Ich würde gerne noch etwas zu dem religiösen Aspekt sagen, der hier einige Male gefallen ist. Weiter oben habe ich ja bereits meine Geschichte erzählt.
Ich kenne mich mit Buddhismus nicht aus, aber was einige Damen weiter oben geschrieben haben (z.B. die Psychologin), kann auf das Christentum auch genau so gut zutreffen. Auch das Christentum beschäftigt sich damit, dem Menschen seine jetzige Situation darzulegen, einem Menschen zu verhelfen aus einer Mißlage / Notsituation rauszugelangen und das nicht, in dem diese Situation komplett verleugdnet wird, oder als vollkommen inakzeptabel dargestellt wird.
Was ich damit sagen will ist, dass das Christentum, oder die Lehren Christi, doch viel humaner sind, als viele sie hier darlegen. Das, was mir und auch anderen hier widerfahren ist, folgt aus dem sturen Folgen der biblischen „Gesetze“ ohne zu denken. Die Apostel, sowie Jesus selbst regen die Menschen zum Nachdenken an, nicht zum „blinden Folgen“.
Ich persönlich sehe die christlichen Werte, als eine gute Hilfe im Leben und sicherlich auch sehr anstrebenswert nach solchen zu leben. Ich glaube auch, dass man sich vor viel Leid bewahren kann, wenn man nach denen lebt. Man soll halt immer mit Hirn durchs Leben gehen, aber nur weil etwas alt ist, oder viele Leute es mißverstehen, bedeutet es nicht, dass es falsch ist, oder ganz und gar abzulehnen ist.
Viele von uns lesen doch massenweise Bücher, um aus jedem Buch womöglich 2-3 Ideen sich zu behalten, da könnte man sich aus der Bibel hingegen ziemlich viel raus holen.
Mir hat es persönlich sehr viel geholfen, um meine Schwierigkeiten zu bewältigen, einfach nur der Gedanke, das Richtige zu tun. Wenn einem die Eltern beibringen, schlagen ist gut, ist biblisch,… dann haben die die Bibel nicht verstanden. 1200 Seiten lesen und am Schluss für Gewalt zu sein, funktioniert nur, wenn man bereits voreingenommen gelesen hat. (so erzogen; eigentlich nicht gelesen um zu verstehen, sondern nur um sich selbst zu bestätigen; das gesamte Umfeld denkt so; es ist in Trend; etc.)
Dass das Christentum so aus der Mode gerät, finde ich persönlich sehr schade, da ich glaube, es könnte viele Veränderungen geben auch in unserer Gesellschaft (menschlich, wirtschaftlich, psychologisch, familiär etc.). Trotzdem fände ich keine Kirche, oder Religionsgemeinschaft, der ich derzeit angehören könnte/möchte, die irgendwie auch nur ähnlich liberal, aber doch auch verantwortungsvoll und geregelt handelt.
Ich denke, es ist oft einfach fehlende Intelligenz, die dazu führt, dass Leute anstatt zu denken, lieber andere für sich denken lassen und denen blind folgen.
Um zum Thema zurück zu kommen: Auch so habe ich das gesehen in Familien, die körperliche Gewalt als Erziehungsmaßnahme sehen. Anstatt, dass man sich mal Gedanken gemacht hat, was man sonst hätte tun sollen, haben diese lieber aufgegeben und das getan, was deren Eltern auch getan haben, da dies doch auch einen einigermaßen „von außen gesehen, respektablen“ Erfolg nach sich gebracht hat. Will das Kind nicht, dann wird es eben zu seinem Glück gezwungen. (wie Vorredner schon schrieben,… „bin nun Student“, hat das Schlagen wohl was gebracht…)
Wünsche aber jedem, der noch zu kämpfen hat noch viel Kraft und Erfolg. Einfach nicht aufgeben, das Gute siegt wohl irgendwie am Schluss doch immer 🙂
Hallo Andreas,
klingt mehr nach Autismus und Transsexualität. Such mal nach solchen Foren im Internet und schau, ob du dazu gehörst. Nach meiner Erfahrung hab ich festgestellt, dass die meisten Transsexuellen keine Autisten sind, aber dass viele Autisten transsexuell sind.
Wenn du dir Hilfe in Form von Psychiater oder Psychotherapeut suchst, dann achte darauf, jemanden zu finden, der sich mit Transsexualität auskennt. Mit so einem kannst du eher herausfinden, ob du Trans bist oder nicht.
Lg Kurti
Hallo Andreas,
meine Empfehlung: holen Sie sich Hilfe. Das schaffen Sie nicht allein. Die von Ihnen beschriebenen Verhaltensweisen sind schwerwiegend. Es ist nicht etwas, wofür Sie sich schämen müssen, sondern was behandelt werden muss.
Danke für Ihren Kommentar.
Ich wurde auch geschlagen – ich kann mich noch erinnern, dass ich mit 5 Jahren auf jeden Fall wirklich geschlagen worden bin Vielleicht auch mit mir.
Und was ist aus mir geworden?
Der Vorteil zwar: Ja, ich studiere jetzt zwar (hätte schlechter sein können)
Nun die Katastrofe:
Ich bin ein Einzelgänger; bin teilweise verhaltensauffällig so dass man an mir weniger Interesse hat. Ich mache keine Selbstbefriedigung (unnormal soweit ich weiß); Ich habe die Neigung, Damenkleidung gut zu finden; Ich habe Hemmnisse, eine Freundin zu finden (denke ab und zu mal, ich verdiene so eine Frau doch nicht); Habe ständig durch die Nase gepustet (vor allem wenn ich allein war, um nicht aufzufallen);
Transvestismus übe ich mit wenig Jahren über 20 seit meinem k a ob 6. oder 7. Lebensjahr zwar nicht aus. Aus meiner Erfahrung ist es eine Todsünde, sich damit zu beschäftigen und habe es keinem erzählt; Ich muss alleine mit meinen Problemen klarkommen und habe seit meinem 13. Lebensjahr keine echte Freunde mehr, mit denen ich was privat gemacht habe; Alle meine Freunde die ich jemals hatte, konnte ich zählen. Ich habe viel zu oft Probleme gehabt, dass ich oft gemobbt wurde, bis ich studier würde ich sagen. Ich habe es nicht gelernt, Mit Menschen zu sein, ohne mit meinem Verhalten etwas komisch zu kommen. Ich tue mir auch schwer, Leute zu verstehen. Ich weiß oft nicht, was sie über mich denken, wenn sie drüber nicht explizit reden.
Hallo Heidi,
Ich weiß nicht, wie es mir geht.
Da ich seit 30 Jahren Depressionen habe (an denen auch mehrere stationäre und ambulante Therapien nichts auf Dauer ändern konnten) und ich seit 20 Jahren unter täglichen Dauerschmerzen leide, zu denen sich Angstzustände, Psychosomatische Beschwerden aller Art, Allergien, Adipositas Typ III, Autismus, HSP und Transsexualität (Frau zu Mann) reihen, erscheint mir eine so einfache Frage, wie du sie mir gestellt hast (ich will dich nicht angreifen, du konntest das ja nicht wissen), so kompliziert, dass ich sie dir nicht einfach so beantworten kann.
Die meiste Zeit hasse ich mein Leben, verachte ich meine Mitmenschen und liebe mich selbst nicht.
Wenn ich früher in den Spiegel schaute, habe ich mich selbst nicht ein Mal erkannt. Heute, nach 4 Jahren Testosteron und einer korregierenden OP, kann ich mein Spiegelbild als das Meine immerhin erkennen. Und manchmal, in flüchtigen Momenten, finde ich sogar, dass ich gar nicht mal so schlecht aussehe.
Noch vor 10 Jahren habe ich geglaubt, dass ich keine Berechtigung zum Leben hätte. Ich habe mir das immer so vorgestellt, dass es eine lange Menschenschlange vor einem Tisch gäbe und dahinter sitzt Gott. Und er stellt Lebensberechtigungsscheine aus. Die gibt es umsonst. Nur immer, wenn ich an der Reihe bin, gibt es keine Scheine mehr und ich muss mich hinten wieder anstellen und wenn ich dann wieder vorn stehe, sind sie wieder alle. Und so geht das immer so weiter…
Gut, heute weiß ich, dass es diesen Tisch nicht gibt und (vermutlich) auch keine Lebensberechtigungsscheine. :/
Der Tod von MJ hat mich sehr getroffen. Es wird lange dauern, das zu verarbeiten.
Es sind Sommerferien, ich habe nicht viel Zeit für mich.
Nun gut, ich dachte, du hast eine ehrliche Antwort verdient.
Lg Kurti
Hallo Kurti,
wie geht es Dir denn so??
Nur mals um zu fragen….
Heidi
Hallo Lisa,
Du schreibst in Deinem Posr folgendes:
„Es ist ein Unterschied, ob man danach im Erwachsenenalter im Leben erfolgreich ist oder nicht, denn wenn man erfolgreich ist, kann man Eltern besser verzeihen und verstehen. Wenn man wirklich schwach (körperlich schwach, psychisch instabil) ist und im späteren Leben keinen Erfolg hat, was man sich aber sosehr wünscht. Dann kommen die schmerzhaften Erinnerungen hoch und diese erschweren das Leben enorm, bei allem, was man macht, ist eine grosse Unsicherheit da. Bei “normalen” Menschen gestaltet sich das Leben auch so oder haben “normale” Menschen weniger Unsicherheit erleben müssen“
Auch ich wurde als Erwachsene nicht mehr geschlagen und obwohl mich viele Menschen als „Erfolgreich“bezeichnen würden, habe ich mich selbst immer als Versager gesehen. Was ist Erfolg? Erfolg fliegt niemanden zu- auch nicht den sogenannten normalen Menschen(gibt es so was?) Ich musste viele Jahre daran arbeiten, das, was ich im Leben erreicht habe ,als Efolg für mich zu werten. Lob oder Anerkennung zuzulassen und mich einfach für ein Kompliment zu bedanken. Ein Beispiel: Mein Hobby ist es mein eigenens Brot zu backen im Holzbackofen. Ganz zögernd habe ich angefangen, Menschen, die ich gerne mochte mal ein Brot zu schenken, habe aber noch viel länger dazu gebraucht, dieses Lob als Erfog in meinem Leben zu sehen, etwas was ich gut kann und damit auch eine Freude bereiten kannn und Anerkennung dafür bekomme. Der Erfolg ist für mich, das Lob anzunehmen und mich darin zu bestätigen, etwas gut zu können. Noch bin ich am Lernen.
Und wie Roland schon sagte: Trau Dich eine Terapie zu machen- und sieh es als Erfolg., dass Du diesen Schritt wagst.-
…ich hoffe alles wendet zum positiven……es wird sich nichts wenden, wenn Du es nicht wendest. Auch eine Therapie hat nur Erfolg, wenn du aktiv mitarbeitest. Und das kann manchmal recht anstrengend sein. Es ist auf jeden Fall weniger anstrengend als in der Depression stecken zu bleiben. Pcke es an- du bist es wert.
Übrigends habe ich das Thema Schlagen bei meinen Eltern erst angesprochen, als ich selber kein Problem mehr damit hatte. Sie finden immer noch, dass es uns nichts geschadet hat- ist mir aber heute keine auseinandersetzung mehr wert…..
Alles Gute!!
Heidi
Hallo Helena,
danke für deine Antwort von vor der Sintflut……..wollte schon lange wieder mal posten, habe es aber immer wieder vor mir hergeschoben. Immerhin habe ich gestern ein Gefühl zugelassen und analysierrt und damit einige Spuren aufgedekt. Ich merke immer wieder, dass die Geefühle, die mir mein Körper anzeigt, in verschiedene richtungen weist. Dieser Kloss im Hals- was sagt er mir. Zuerst merke ich z.B. dass ich mich verletzt fühle und mich wehren will, aber nicht darf und zum Kühlschrank rennen will. Wenn ich das aushalte und hinterfrage, dann komme ich zu einem Statement: Ich habe Bockmist gebaut und werde von jemenden darauf aufmerksam gemacht oder kritisieert und ich bin stinkig, dass dieser jemand keine Rücksicht auf meine Schwäche nimmt und ausserdem auch noch unverschämt war. Nun kann ich diese Vielen Dinge auseinander halten. Ich stehe dazu, dasss ich Bockmist gebaut habe und gebe mein Bestes, es wieder in Ordnung zu bringen. Aber ich lasse mich deshalb nicht respektlos behandeln. Langsam kommen die Gefühle zurück- und ich merke , dass ich Hemmungen habe, auch GLück oder Freude zuzulassen- aber tu es trotzdem. Welch eine Freiheit.
Gerade beschäftige ich mich mit dem THema Selbsthypnose und erlebe es slas eine Quelle der Anregungen und Befreiung.
Wollte mir die Broschüre runteladen über die Gewaltfreie Kommunikation, es geht aber nicht. Were mich dort mal in den Foren umsehen.
Danke für Deine Erklärungen- schon allein das Schreiben und Nachdenken hilft mir ungemein. Manchmal habe ich den Eindruck, dass damals mit der Therapie ein Perpetuum mobile in Gang gesetzt wurde und ich halte es am Laufen auch im Austausch mit anderen. Danke.
Liebe Grüße von Heidi
Es macht mich alles noch verwirrt weil die Wunde tiefer ist als ich dachte. Vielen Dank für Ihr Zusprechen, Ihren Rat nehme ich zu Herzen und ich hoffe alles wendet zum positiven!
mfG
Lisa
Hallo Lisa,
Sie brauchen Hilfe, Sie können nicht alleine damit fertig werden. Und mit Ihren Eltern können Sie das auch nicht klären, denn da läuft es meistens so ab wie Sie es schildern.
Dass Sie unter Depressionen und Ängsten leiden, ist vermultich eine Folge der erlebten Schläge und Demütigungen und vor allem dem Leugnen bis heute.
Suchen Sie sich eine gute Therapeutin (männlich oder weiblich), zum Beispiel hier. Die Kosten übernimmt voll Ihre Krankenkasse, wenn Sie gesetzlich versichert sind. Sie müssen sich nicht damit abfinden, aber Sie müssen es nicht einfach nur ertragen.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo,
das Thema ist wie für mich persönlich geschrieben, nämlich schon als Mädchen wurde ich geschlagen, bis ich in die Pubertät. Mit Ohrfeigen bestraft, bis aus meinem Mund Blut kommt vor der ganzen Familie und alle haben zugeschaut. Später erfolgte keine Entschuldigung , weil die Eltern daselbe von ihren Eltern erlebt haben; es war erschrecklich, demütigend für mich bis heute.
Ein Freund von mir wurde in der Kindheit auch sehr oft von seinen Eltern geschlagen. Ich werde als Erwachsene nicht mehr geschlagen sondern “ nur mit Worten“ gedemütigt und Hassliebe, Verachtung in verschiedener Weise von den ach so liebevollen Eltern geschenkt bekommen, mit Unterstützung von Verwandten, indem meine Mutter immer bei ihnen herumjammert und die Folge ist, dass alle Messer auf mich los gehen, inklusiv meinem jüngeren Bruder, der nie von ihnen geschlagen wurde. Und ich darf ihm sogar nicht widersprechen, weil er besser, wertvoller als ich bin, hat man mir andauernd in Anwesenheit der ganzen Familie und Bekannten erzählt, und gleichzeitig habe ich alle Kritik vor „Publikum“ bekommen, dass ich mich an mir dies und das verbessern soll.
Heute kann ich mich langsam von ihnen entfernen mit entsprechenden Folgen wie Depressionen, Verlustangst, Platzangst, Nein sagen mit grossem schlechten Gewissen, Misstrauen an alle… Das Problem ist, dass nach mehr vielen Versuchen, mit meinen Eltern darüber zu sprechen diese Gespräche nur mit Schuldzuweisungen enden, dass ich schuld an allem bin, dass ich sie nicht liebe, dass ich eine Versagerin bin, oder aber des kommt nur Schweigen und Ignoranz, Ablenkung auf das Thema Wetter heute noch.
Im Gegensatz zu mir wurde der Freund von mir „nur“ in der Kindheit geschlagen, in der Pubertät und Erwachsenenalter wird er aber unterstützt und von Eltern geachtet, sodass er nicht sehr verbittert klingt, wenn er über seine Familie erzählt wie ich meine schildere.
Es ist ein Unterschied, ob man danach im Erwachsenenalter im Leben erfolgreich ist oder nicht, denn wenn man erfolgreich ist, kann man Eltern besser verzeihen und verstehen. Wenn man wirklich schwach (körperlich schwach, psychisch instabil) ist und im späteren Leben keinen Erfolg hat, was man sich aber sosehr wünscht. Dann kommen die schmerzhaften Erinnerungen hoch und diese erschweren das Leben enorm, bei allem, was man macht, ist eine grosse Unsicherheit da. Bei „normalen“ Menschen gestaltet sich das Leben auch so oder haben „normale“ Menschen weniger Unsicherheit erleben müssen? In meinem Fall habe ich unbewusst wirklich Angst davor, Kinder zu bekommen (mit über 30).
Hallo Heidi,
sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe. Ich hatte einige private und berufliche Turbulenzen, die meine ganze Zeit in Anspruch genommen haben. Aber da bin ich wieder mit einer Antwort an deine Nachricht vom 10.6. :-))!
Das mit den Süchten habe ich so erlebt, dass die Suchtverhalten mich davor geschützt haben, zu spüren. Leider gehen die Süchte nicht selektiv vor; wenn ich die unangenehmen Gefühle (Haß, Ekel, Angst, Scham, Ärger, Wut…) nicht mehr fühlen darf/kann, kann/darf ich auch das Angenehme (Freude, Liebe) auch nicht mehr fühlen. Nicht wirklich ein guter Deal ;-)!
Für mich ist es im Moment so, dass das Fühlen Priorität hat. Wenn ich von „fühlen“ spreche, meine ich wirklich auch nur das Fühlen im Körper und nicht schon das Ausagieren. Wenn ich ärgerlich bin und schon dabei bin, jemanden zu beschimpfen, bin ich eben nicht im Fühlen sondern im Ausagieren des Gefühls, im Beschimpfen eben. Was ich mit „Fühlen“ meine, ist ein ganz stiller Vorgang, der nach innen geht und ich beantworte mir dann, diese Fragen:
– was fühle ich genau (es brennt, es pocht, es fühlt sich sehr eng an, es kribbelt, die Kehle ist zu, ich kriege keine Luft mehr…)
– wo sitzen genau die Empfindungen im Körper (Kopf, Bauch, linker Fuß…)
– was habe ich gerade für Gedanken (ich denke, die Person xy ist so und so, die Situation ist so und so… ich bin so und so…. es sollte nicht so sein, sondern…). Es ist auch wichtig zwischen Gedanken und Gefühlen zu unterscheiden, weil Gedanken ganz schön viel Öl ins Feuer der Gefühle werfen können!
Natürlich kann man das zuerst nicht mit sehr intensiven Gefühlen machen, aber man hat auch schon genügend schwächere Gefühle mit denen man üben kann.
Zum Fühlenlernen/-üben kenne ich 2 gute Bücher:
– Wieder fühlen lernen von Safi Nidiaye
– Focusing von Eugene Gendlin
Hilfslosigkeit sehe ich auch als Gefühl, wenn sie aber streng genommen eine Mischung aus Gefühl und Gedanken ist (ich muss schon irgendwo eine Vorstellung haben, von dem was ich machen könnte/dass ich etwas machen könnte und dass ich im Moment nicht machen kann, um mich hilflos zu fühlen). Aber es ist nur Definitionssache und nicht wirklich ergiebig.
Um festzustellen, was sich hinter meinen Gefühlen verbirgt, nutze ich im Moment die „Technik“ der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg. Vielleicht kennst du die bereits? Es geht so, dass Gefühle dahingehend hinterfragt werden, welche Bedürfnisse sie anzeigen sollen, die noch zu befriedigen sind. Ich finde diese Sache sehr praktisch und sehr konkret. Man hat die ganze Theorie schon in 5 Minuten verstanden und man kann dann sein Leben lang üben, wenn man es möchte :-)! Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du auf folgende Homepage Infos finden http://www.gewaltfrei.de oder mich fragen.
Sonst kann ich nicht berichten, dass ich gemütsärmer geworden wäre, seitdem ich mich mit meinen Gefühlen ein bisschen besser auskenne. Im Gegenteil, das Spiel der Energien, das dann zu Tage tritt, ist viel interessanter als das Auf- und Abgehen der ungefühlten und unverstandenen Gefühle. Es wird, aber im guten, viel spannender ;-)!
Viele Grüße
Helena
Ich hatte es noch nie nötig, meinen Sohn zu schlagen. WENN dies geschehen sollte, hätte ich meinem Rollenverständnis als Vater (als Erzieher) auch völlig versagt. Ich als sein Vater, ich als Erwachsener verfüge über die „überlegenen Mittel“, meinem Kind wenn nötig Grenzen aufzuzeigen. Dazu bedarf es aber keiner Gewalt, sondern ich muss im Regelfall sein Verständnis für meine Prioritäten / Anforderungen (auch an ihn) wecken. Ein Kind darf mich doch nicht so weit in die Enge treiben können, dass ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß als ihm Gewalt an zu tun?! Ich bin ein wenig erschrocken darüber, hier zu lesen das es einige Menschen gibt für die das durchaus verständlich oder („Züchtigung“) im Rahmen einer „Erziehung“ normal ist. Welche Normalität müssen sie erfahren habe, frage ich mich? Wenn es ernst wird zwischen mir und meinem Sohn, dann gehe ich auch in die Hocke oder auf die Knie wenn möglich, und hebe ihn nicht zu mir hoch (denn damit demonstriert man doch nur körperliche Überlegenheit). Meine Stimme, das was ich ausstrahlen kann (mein „Auftritt“) genügen vollkommen, um jedermann klar zu machen, wo die Grenze ist. Als Erwachsener sollte man es einfach nicht nötig haben, einem Kind Gewalt anzutun. Und völlig daneben ist es wohl, dafür auch noch Gott oder die Bibel ins Feld zu führen. „GOTT WILL ES!“ – das hatten wir doch in Geschichtsbücher verbannt, oder? Kein wunder, laufen in hochaufgeklärten, hochgebildeten Ländern den Christen bzw. den Kirchen die Mitglieder davon, wenn das das Weltbild deren Mitglieder ist….. .
Hallo Heidi,
danke für deine Antwort. 🙂
Ich finde, du siehst deine Blockade schon sehr gut, sie ist dir bewusst und du schreibst auch, was sie ist: Verstand.
Ich glaube, du versuchst in Situationen, wo du etwas fühlen möchtest, diese Gefühle mit dem Verstand zu finden. Das geht aber nicht. Gefühle findet man nur mit Gefühl.
Stell dir deinen Verstand wie eine Mauer vor, die vor deinem Gefühl steht. Diese Mauer steht da nicht ohne Grund. Sie wurde in einer Zeit (Vergangenheit) errichtet, als die Mauer als Schutz für die Gefühle lebensnotwendig war.
Jetzt ist sie aber nicht mehr notwendig. Du bist erwachsen, ich glaube schon, dass du dich auch ohne Mauer schützen kannst.
Der Verstand ist der Beschützer der Gefühle. Beschützer haben Macht und Macht gibt man nicht so leicht wieder her.
Das klingt vielleicht albern, aber rede in Gedanken und auch laut (wenn es die Situation erlaubt) mit deinem Verstand. Sag ihm, dass du weißt, dass er dich nur beschützen möchte und dass du das gut findest, weil er dich einst gerettet hat. Sag ihm, dass du heute erwachsen bist und er dich in dieser Situation nicht mehr beschützen muss. Stelle dir den Verstand als eine Mauer vor und trage Stein für Stein ab. – Es kann sein, dass dir das Angst macht oder dass es dir lächerlich vorkommt, damit wird dich der Verstand versuchen davon abzubringen, weil er Angst hat seine Macht zu verlieren.
Wenn dir das zu abstrakt ist, kannst du dir den Verstand und das Gefühl auch als Tiere oder Menschen, die du kennst und liebst, vorstellen.
Das geht nicht von Heute auf Morgen, aber es funktioniert. Und wenn die Mauer weg ist, wirst du deine Blockade los sein. Wenn du aber dein „Versprechen“ nun-auf-dich-selbst-aufzupassen nicht halten kannst, baut sich diese Mauer schneller wieder auf, als du gucken kannst.
Habe Geduld mit dir.
Was mein Leben betrifft, so habe ich festgestellt, dass ich mal wieder geduldiger sein muss. (Also die Tipps, die ich anderen gebe, kann ich auch gut für mich selbst gebrauchen. 😉 )Habe ich nämlich das Gefühl, ich gerate unter Druck, gehe ich eher einen Schritt zurück und die Angst verstärkt sich. Ich muss also bei meinem Tempo bleiben, so sehr es mich manchmal schmerzt oder mich ärgert, aber ich kann mich nicht selbst überholen. So lange ich aus der Angst heraus handel, wird sie mich jeder Zeit wieder einfangen.
Lg Kurti
Hallo Kurti,
was die Blockaden sind weiß ich nicht- ich meine, etwas stellt sich mir in den Weg, dass ich überhaupt fühle. Z.B. war ich gestern mit meiner Tochter beim Daniel Schumacher Konzert. Sie hat mich gefragt, ob ich aufgeregt bin im Vorfeld und nacher, ob es mir gefallen hat. Ich hatte weder Vorfreude noch habe ich während des Konzertes irgendwelche Begeisterung oder aber Ablehnung „gefühlt“ Ich konnte ihr sagen, dass mir besonders die Musik von Sarah Kruez gefallen hat und ich den Daniel als Mensch irgendwie gut finde- aber das war einfach nur vom Verstand her. Genauso geht es mir mit anderen Dingen- z.B. mag ich sehr gerne Mundart- Kaberettisten- und doch kann ich keine Begeisterung fühlen. Kommt die Frage auf: Muss ich da was fühlen, sind meine Erwartungen zu hoch? Ist es einfach so, dass manche Menschen mehr Emotionen spüren als andere?
Warum ich in der Vergangenheit zu viel gegessen habe , kann ich schon nachvollziehen- warum ich es heute noch tue ,ehrlich gesagt, nicht wirklich. Es geht mit zur Zeit besser als je in meinem ganzen Leben. Essen ist sicher auch ein großer Teil Gewohnheit, die ich abtrainieren könnte. Z.B. esse ich zwar zu viel, aber ich esse zu 90% gesunde Lebensmittel. Und ich bewege mich zu wenig. Was aber macht der Rest- wenn ich einfach esse und keinen Grund dafür sehen kann? Und da denke ich sind die Blockaden da, die mich daran hindern zu erkennen, was dahinter steckt…….uhh
Zu Dir und dem Thema Trennung- vielleicht ist das wirklich dran und damit auch ein Schlusstrich unter die Vergangenheit. So lange Du jeden Tag daran erinnert wirst kannst Du nicht wirklich loslassen.
Wenn diese Beziehung so viel Angst hervorruft, dann gehe. Angst ist der schlimmste Gegner, denn wir haben, wenn wir weiterkommen wollen.(meine Meineung).
Grüße aus Schwaben
Heidi
Hallo Heidi,
ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst. Vor allem verstehe ich nicht, von welchen „Blockaden“ du im bezug auf dich sprichst? Kannst du das näher erläutern? Welche Gefühle blockieren dich oder in welchen Gefühlen glaubst du stecken geblieben zu sein? – Ich glaube, wenn du weißt, um welche Gefühle es sich handelt, kannst du ihren Weg zurück gehen und schauen, wo sie herkommen. Wenn du wiederum weißt, wo sie herkommen, kannst du ihnen im Jetzt begegnen und verarbeiten.
Ich weiß, so zu denken „ach würde er mich doch mal schlagen“ ist voll daneben. Trotzdem zeigen mir solche Gedanken, welche Verzweiflung in mir steckt und ich hoffe mit solchen Worten, andere zu erreichen, meine Verzweiflung ebenso sehen zu können und hoffe auch auf Hilfe.
Wenn er mir wirklich eine „rein hauen“ würde, ja dann könnte ich zur Polizei, zum Arzt oder sonst wo hingehen und zeigen: „Da schaut, er hat mich verletzt.“ Aber in der Seele verletzt zu werden, hinterlässt keine offensichtlichen Spuren, die jeder sehen kann, obgleich die Wunden ebenso vorhanden sind und schmerzen.
War gestern bei meinem Psych. – Danach zu Hause habe ich für ein paar Stunden keine Angst mehr gehabt. Keine Angst mehr vor ihm und auch keine Angst vor einer Trennung. Das war sehr befreiend.
Doch zwischendurch ertappe ich mich dabei, dass ich mir vormache, dass es doch noch eine Lösung und eine gmeinsame Zukunft für uns gäbe… ich kann nicht glauben, dass er so gemein, so kalt und so hinterhältig sein soll. Ich habe ihn mal sehr geliebt und ich dachte, er würde mich auch lieben. Aber das scheint nicht so zu sein. Meine Vergangenheit wiederholt sich, ich habe meine Eltern auch sehr geliebt und auch geglaubt, sie würden mich lieben, aber auch das war eine Illusion.
Ich weiß zumindest, warum ich so dick bin und wofür ich das Essen eingesetzt habe: Als Liebesersatz. Essen verschafft diesbezüglich eine kurze Befriedigung. Es lindert den Schmerz im Innern, es stillt den Hunger nach Liebe.
In dieser Beziehung ist keine Liebe. Ich habe Jahre danach gehungert. Deswegen bin ich dick. Ein winziger Teil in mir hofft noch immer darauf, eines Tages nicht nur durch mich selbst, sondern durch einen anderen Menschen geliebt zu werden.
Ich hoffe, ich war nicht wieder zu theatralisch.
Kurti
Hallo Roland,
auch Sie reden von Gefühlen. die Gefühle über die Vergangenheit habe ich während der Therapie rausgelassen- so dachte ich. Aber jetz glaube ich, dass da noch mehr da sind, die nicht so offensichtlich sind und die mich trotzdem heute noch blockieren. Was ich gerne will ist, diese stecken gebliebenen Gefühle in meinem Alltag heute zu klären und erklären zu können, damit ich die Knoten lösen kann. Dass sie nicht länger eine Blockade sind, sondern ein Seil, das mich festhält und mir Sicherheit gibt.
Oder ist das etwas, was sich von selbst lösen wird und zurückkommen wird, wenn ich so weit bin?
Danke für Ihre Kommentare und den Blog.
Heidi
Hallo Helena,
ja, ich meine die Unfähigkeit, trotz dem Wissen das wir haben uns doch nicht selbst helfen zu können. Danke für Deine Ausführung über das Thema Gefühle- ich merke dass etwas in mir damit etwas anfangen kann. Schon oft habe ich mich gefragt, warum ich nicht intensiver fühle- sowohl Trauer als auch Freude- oder die Liebe zu meinen Kindern z.B. Wenn ich ehrlich bin, macht das den Alltag oft auch einfacher- es ist auch wie ein Schutz gegen Verletzungnen. Und dieser Schutz manifestiert sich vielleicht in den Süchten. Habe ich das so richtig verstanden? Als Kind hatten wir ja nicht wirklich die Wahl, unsere Gefühle auszuleben- und wenn wir es getan hätten, hätten wir wieder Schläge bekommen. Also ist die Sucht -Flucht eine doch ganz normale Überlebensstrategie…..da ja auch für ein Kind der Suizid nicht so einfach machbar ist( der Gedanke war wohl da….) um sich aus dem Dillema zu befreien….. Oh Oh Ohhh…..
Nur brauche ich das heute eigentlich gar nicht mehr……
Wie kann ich lernen, Gefühle wieder zu fühlen? O.k. ich galube, dass es manchmal schon ein wenig klappt. Wieviel Gefühl ist „normal“? Meinst Du, es wäre vielleicht hilfreich, mal so richtig einen Hass zu spüren, wenn mich jemand richtig aufregt? Das Gefühl, das ich am meisten kenne(kannte…), ist Hilflosigkeit- ist das ein Gefühl?
In Bezug auf mein (Fr)essverhalten- wie kann ich herausfinden, was für ein Gefühl dahinter steckt, wenn ich esse und doch keinen Hunger habe? Ich kannn keine eindeutigen Emotionen dahinter finden, es ist als wären es viele ineinander verbackene und verknotete Gefühle- womit ich wieder beim entwirren bin. Oft scheint es mir, dass ich wohl mit meinen Gedanken auf dem Laufenden bin und erkenne was los ist, aber mit den Gefühlen bin ich mir nicht sicher. Da die Hilflosigkeit und das Ausgeliefert sein nicht mehr stark da ist, ist es so in einem recht gefühlsarmen Raum doch auch recht angenehm……..und vielleicht auch nötig um nicht wieder in zu hohen Ansprüchen zu ertrinken. Vielleicht ist es aber ja gerade das was ich jetzt brauche- dass Du hier schreibst und mich darauf aufmerksam machst…..
Danke.
Liebe Grüße von Heidi
Hallo Kurti,
meinst Du die sichtbaren Verletzungen würden es Dir leichter machen, zu gehen? Oder denkst Du vielleicht, dass du eher Hilfe von Aussen in Anspruch nehmen würdest? Oder ist es einfach eine abhängigkeit (oder mehrere Abhängigkeiten, die Dich noch halten? Der Sprung in die Unabhängigkeit ist schwer, sehr schwer………vielleicht erfordert er mehr Mut, als wie der Schmerz uns stört…hörst DU was ich denke?
Ich schreibe gleich weiter zum Thema Gefühle….im nächsten Post bei Helena…
Hallo Heidi, hallo Roland,
wissen ist nicht gleich Wissen. Ich kann etwas vom Verstand her wissen und doch weiß ich es nicht vom Gefühl her. Wenn ich aber etwas vom Gefühl her verstanden habe, kann ich meine Blockaden verstehen (begreifen) und auflösen.
Nun ja, zu meinem letzten Posting… naja, das war das erste Mal „erwachsen-sein“ in den letzten 12 Jahren Ehe… ich habe den gleichen narzisstischen Tyrannen geheiratet, wie einst mein Vater einer war und ist.
Nur, dass mein jetziger Ehe-partner mich nicht mit Kochlöffeln verprügelt, wie es mein Vater tat, um zum Thema zurückzukehren, sondern er schlägt mich mit Worten und seelischen Grausamkeiten halbtot.
Von einer ambulanten Therapie hat mir mein Psychiater abgeraten. Stattdessen bin ich dabei eine Reha (Psychatrie und Psychosomatik) zu beantragen, um vor allem auch hier raus zu kommen. Gleichzeitig habe ich davor aber auch Angst. Ich weiß, dass die Reha mein Leben verändern wird und nicht nur meines. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, er hängt sehr an seinem Vater und straft mich mehr und mehr mit Verachtung, was ich ihm nicht ein Mal übel nehmen kann.
Vieles wird mir bewusst und doch bin ich ohnmächtig und wie gelähmt, um mich aus meiner „Ehe“ zu befreien.
Manchmal wünschte ich mir, er würde mich schlagen, dann wären die Verletzungen sichtbar.
Kurti
Hallo Heidi,
vielen Dank für deine Rückmeldung. Sie gibt mir die Möglichkeit, noch ein paar Aspekte zu betonen, die mir wichtig sind.
Wenn du schreibst „Diese Antwort passt eigentlich nicht in diese Kategorie- aber ich schreib jetzt trotzdem.“, meinst du die Sache mit meinem Namen oder die Frage die später kommt „Woran scheitern wir“ und warum wir trotz viel Wissen uns selbst nicht helfen können?
Zuerst vielen Dank für deinen Kompliment für den Namen, ich finde ihn auch sehr schön!
Wenn sich dein Satz auf die Frage bezieht, finde ich, dass sie hervorragend hier passt. Für mich habe ich herausgefunden, dass das, was mich oft daran hindert, mich zu ändern oder glücklicher zu sein, ist mein Unvermögen, mein Leid ernst zu nehmen. (Ich benutze die buddhistische Definition von Leid, die besagt, dass alles Leid ist, was nicht befriedigend ist, also was alles von der großen Katastrophe bis zum Kaffee, der nicht schmeckt, reicht.) Und ich denke, dass alle Menschen, die sich oder anderen Mißhandlungen zufügen, genau das Thema auch haben: nicht (mehr) fühlen können.
Ein Beispiel von diesem Unvermögen in meinem Leben ist, dass ich erst mit 23 Jahren nach einer 15-monatigen Beziehung mit einem prügelnden Mann aus einem tiefen „emotionalen Koma“ erwacht bin und mich dann ganz überrascht fragte „Wo habe ich denn gelernt, mit tagtäglichen Schlägen und lebensbedrohlichen Situation zu leben?“… Und dabei hatte ich nicht mal die Schläge und sonstige Misshandlungen meiner Kindheit vergessen, ich wusste noch alles, aber ich war überhaupt nicht emotional damit verbunden; es waren nur innere Bilder da, die völlig neutral waren. Ich hatte als Kind die Gefühle fast gänzlich abgespalten, damit ich einfach weiter leben konnte. Eine schlaue Einrichtung der Natur fürs Überleben:-)!
Die Abspaltung der Gefühle habe ich dann ab 13 Jahren mit Alkohol weiter dicht gemacht, danach kam eine Reihe von Suchtmitteln und Suchtverhalten.
Das ich überhaupt noch am Leben bin (und physisch gesund !!!) und das ich mein Leben in vollen Zügen und selbstbestimmt geniessen kann, auch mit den Einschränkungen, die ich (noch) habe, scheint mir immer mehr wie ein Wunder zu sein. Daher ist schon sehr viel passiert: ich hatte zwar viel Mut für meine Suche nach Antworten und Glück, aber es kam auch viel Gnade (vielen Dank Ken Wilber :-)!).
Die Gnade war für mich die buddhistische Lehre, die mir auf der einen Seite praktisch geholfen hat, inneren Halt zu entwickeln und auf der anderen Seite alles über Gefühle gelehrt hat (sie zu fühlen, sie zu erkennen, sie ziehen zu lassen). Wer hat uns hier in der westlichen Welt schon was über Gefühle gelehrt? Die meisten Leute sind dann emotional behindert, weil sie nicht gelernt haben, mit Gefühlen umzugehen. Und hier komme ich dann zurück zum Leid: wenn ich in einer Situation fähig bin, mein Leid (d.h. alle unangenehmen Gefühle) einfach nur zu fühlen, ändert sich sofort was in mir und die Situation verändert sich schon dadurch. Wenn ich mein Leid übersehe, unterdrücke oder einfach bagatellisiere (was mir noch oft genug passiert), dann ist kein Ansatzpunkt da, um irgendwas zu verändern, und dann bleiben wir Trinker, übergewichtig oder sonstwas.
Und da bin ich jetzt dran, zu lernen, das vorhandene Leid in mir in allen seinen Variationen und Intensitäten zu erkennen, um die Freiheit zurückzugewinnen, danach zu handeln, was nicht immer bedeutet, das ich etwas im aussen verändern muss. Oft reicht schon das Zulassen des Leids, es muss oft nur gesehen werden, gewürdigt und dann kann es sich auflösen. Kann sein, dass gleich ein anderer Schmerz 30 Sekunden später kommt, Ok, gleiches Spiel nochmals… Und wenn man viel auf dem Speicher hat, dauert es ja auch entsprechend. Dabei ist mein Fokus nicht mehr auf die Vergangenheit gerichtet, sondern auf das Hier und Jetzt, was wiederum letztendlich mein Verständnis für meine Vergangenheit stark verändert, in Richtung Beruhigung.
Es hat mich gerade wieder sehr berüht dieses hier zu schreiben, sowohl über den Schmerz als auch über die „Erlösung“ davon. Ich kann jetzt auf diese beiden Beinen gehen, ich bin ganz und werde noch was vom Land „Leben“ sehen.
Danke fürs Lesen :-)!
Helena
Hallo Helena,
Du hast den schönen Namen, den ich unserer Tochter geben wollte….
Diese Antwort passt eigentlich nicht in diese Kategorie- aber ich schreib jetzt trotzdem.
Was Du schreibst ist etwas, was ich lange nicht nachvollziehen konnte und was mich auch in meinen Entscheidungen zurückgehalten hat.
Die Tatsache, dass Du als Psychologin Dich selbst nicht therapieren kannst, dass Ärtzt rauchen, dass Werbetexter ihre eigene Internetseite nicht auf die Reihe bringen…….
Einfach, dass Menschen, die sich mit der Materie besser als die anderen auskennen, für sich selbst keine Lösung haben- sprich Vorbilder sind. Ich als Krankenschwester bin übergewichtig….obwohl ich die Zusammenhänge kenne….Woran scheitern wir? Wenn es das Wissen nicht ist, was ist es dann- und was würde uns helfen, diese Blockaden zu durchbrechen damit es uns besser geht?
Heidi
Hallo Kurti,und auch die Anderen….
jetzt bin ich auch wieder da… Danke für Deine Antwort. Es freut mich, dass bei Dir etwas in Bewegung gekommen ist und ich wünsche Dir von Herzen, dass diese Bewegung anhält.
Die Sache mit dem Erwachsen werden hat mich auch schon länger beschäftigt. Vielleicht ist mein „ich will es allen recht machen“ wirklich die Angst vor der Strafe, wennn ich versage. Für mich waren alle Menschen Autorität, sobald sie den Anspruch erhoben haben, dass sie etwas besser können als ich. Bisher konnte ich das nicht so verstehen, dass das Kind in mir diese Reaktion hervorgerufen hatte. Ich hatte regelrecht Angst davor, erwachsen zu werden. Wollte diese kindliche „Unschuld waren“ indem ich mir sagte: ich bin ja noch nicht erwachsen, ich kann ja letzendlich nicht zur Verantwortung gezogen werden? Das habe ich allerdings damals nie so formuliert- es war einfach ein Haufen sich wiedersprechender Gedanken und Gefühle und Wünsche. Ganz langsam entwirrt sich das Knäuel und ich beginne zu verstehen- so als ob ich ausserhalb von mir stehe und mich beobachte und auch auf meine Vergangenheit zurückblicke.
Und während ich mehr über mich selber verstehe, verstehe ich auch mehr über meine Mitmenschen. Vor kurzem habe ich einen Verkaufsbrief geschrieben über die Notwendigkeit des Coaching für Führungskräfte. Dabei habe ich gesehen, wie viele dieser Führungskräfte nicht wirklich erwachsen sind, und somit auch nicht in der Lage, andere effektiv anzuleiten. Zu viele persönliche Konflikte spielen eine Rolle in den Entscheidungen die getroffen werden……aber ich merke, ich schweife ab……Oder sind wir Eltern nicht auch Führungskräfte?
Es ist einfach etwas , was mich so oft beschäftigt- und ich sehe die Lösung vieler gesellschaftspolitischer Probleme darin, dass Menschen erwachsen werden und die Verantwortung für sich und die Entscheidungen die sie treffen auch tragen.
Zurück zum Schlagen…..
Kürzlich habe ich mich mit einer Kollegin über dieses Thema unterhalten und sie hat erzählt, wie schlimm es für sie war, dass ihre Freundinen zu Hause geschlagen wurden. Seither beschäftigt mich die Frage: Was ist es, das uns die Wunden zufügt? Sind es die Schläge oder ist es die Intention, die dahinter steckt. Wenn Eltern Ihre Kinder von Herzen lieben und sie in Augenblicken der Überforderung zuschlagen- kann es dann sein, dass die Wunden wieder heilen, weil sie von denen gepflegt werden, die sie verursacht haben?
Gibt es vielleicht doch eine Únterscheidung zwischen Schlagen und Schlagen?
Ist es nicht letzendlich die Angst vor der Strafe, die uns krank macht? Und das Alleingelassen sein mit den Gefühlen und der Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung?
Sind Kinder von Eltern wie Mina und Kurti- die erkennen, dass sie falsch gehandelt haben-
eher davor bewahrt, lebenslang unter den Folgen zu leiden?
Ich glaube, es hätte mir gut getan, mal ein Entschuldigung zu hören oder wenigstens die Einsicht, dass es so wie es war nicht gut war. Aber hätte es den Schmerz verringert?
Ich bin einfach nur dankbar, dass ich heute soweit bin und die Hoffnung mein leben bestimmt.
Heidi
Hallo an alle,
ich möchte mich zuerst für dieses Thema hier und die Diskussion bedanken. Ich habe noch nicht alles gelesen, aber schon nach dem Artikel und den ersten Beiträgen spürte ich den starken Drang, mich hinzusetzen und zu schreiben.
Obwohl meine Kindheit schon lange vorbei sein sollte (ich bin ja 46), ich selber Psychologin bin, (fast) alle Therapieformen auf dem Markt kenne und mich stark mit einer sehr unterstützenden spirituellen Richtung verbunden fühle, sind die Folgen der physischen und psychischen Gewalt sowie der emotionalen Vernachlässigung, die ich erlebt habe, heute noch fast jeden Tag in meinem Erleben zu spüren.
Ich habe sehr lange gebraucht, um überhaupt zu realisieren, dass ich in einer Art „subtiler Dauerparanoia“ lebe, was meine körperliche Integrität angeht. Es drückt sich aus mit einer hohen körperlichen Anspannung in der Gegenwart aller anderer Menschen, einer Hyperwachsamkeit für ihr Verhalten und ihre Stimmungslage, bis nicht schlafen können, wenn noch jemand im Raum ist. Heute noch kann ich wirklich entspannen, nur wenn ich ganz alleine bin.
Der Grad der Störung war so stark, dass ich mir erst in den letzten Jahren über diese überhöhten Anspannung bewußt wurde, die ist mir zur „Hauptnatur“ geworden. Aber sie war/ist eine sehr kostspielige „Methode“, die ich über die Jahre nur mit einer ganzen Menge Süchte und Zwänge aufrechterhalten konnte.
Aus diesen Voraussetzungen heraus ist die Nähe mit Menschen, die mir nah sein könnten, nicht unkompliziert. Ich konnte in meinen früheren Beziehungen dieses Phänomen nicht identifizieren und habe dann die Beziehung beendet, im Glauben, dass mit der Beziehung etwas nicht stimmte. Jetzt weiss ich, dass es mein Thema ist. Heute weiss ich, dass ich viel Rückzugsmöglichkeiten brauche, damit ich die körperliche Anspannung herunterregulieren kann. Ich kann die Nähe von bekannten Menschen, die sich unwohl fühlen, nicht richtig ertragen. Das Unwohlsein des anderen löst sofort in mir eine Welle von Vernichtungsangst, die dann einen Fluchtreflex auslöst. Es ist für die anderen natürlich schwer nachzuvollziehen und mein jetzige Lebensgefährte tut sich schwer damit, diesen Prozess zu verstehen und zu akzeptieren… was dann wiederrum zu Stress führt, usw. usw….
Eine weitere Folge der Gewalt war auch meine starke Ablehnung von Autoritäten, von der Möglichkeit von Liebe und von der christlichen Religion mit ihrem prügelnden Gott… Aber diese Punkte wurden geklärt und tun heute nicht mehr weh. Meine Ablehnung von Autoritäten hat sich in einem gesunden Anarchismus entwickelt, der mich jeden Tag freier macht ;-)! Das Wort Liebe benutze ich immer noch nicht oder nur in der Definition von bedingungsloser Liebe, von der ich jetzt weiss, dass sie kaum vorkommt. Ich bin trotzdem mit den bedingten Liebesversuchen meiner Mitmenschen und mit meinen eigenen versöhnt. Wir tun alle unser Bestes, auch wenn es nicht immer danach aussieht ;-)! Und die Frage nach Gott hat sich aufgelöst: Gott ist tot (danke Nietsche !), es lebe das nicht kaputtbare Leben :-)!
Und ich bleibe dran…!!! Vor allem akzeptiere ich immer mehr die Vorstellung, dass „meine Kindheit und ihre Folgen“ vielleicht nicht zu „heilen“ sind, dass es aber OK ist, so zu sein und so zu fühlen. Seitdem ich mich selber nicht mehr als „kaputt“ betrachte, geht es mir schon besser :-)! (War ein langer Weg)
Alles Gute und danke fürs Lesen
Helena
Hallo Heidi, hallo Kurti,
ich habe Ihren fortdauernden Dialog verfolgt und freue mich sehr darüber, dass dies – ausgelöst durch meinen Artikel über Schläge – hier so möglich ist.
Ich glaube auch, Kurti, dass das mit dem Erwachsenwerden ein wichtiges Thema ist für Sie. Das Wichtige, wenn man Schlimmes in der Kindheit erlebt hat, ist ja zu begreifen, dass es schon passiert ist. Dass man es überlebt hat.
Aber um es wirklich hinter sich lassen zu können, ist es wichtig, ein Stück davon zu fühlen und vor allem Worte dafür zu finden, was man erlitten hat. Dies kann durch Bücher, Anregungen von anderen oder in einer Therapie passieren.
Ohne dieses „Verarbeiten“ kann man nicht schwerlich ganz erwachsen werden, weil ein wichtiger Teil von einem selbst, das innere Kind, wütend ist, auf Entschuldigung wartet oder auf einer Wiedergutmachung besteht.
Vielleicht kann Ihnen dabei auch mein Buch helfen. Da sind Übungen drin, um mit den Eltern ins Reine zu kommen und vor allem, sich der eigenen erwachsenen Identität zu vergewissern.
Danke für Ihre Kommentare, Heidi und Kurti.
Hallo Heidi,
ja, ich verstehe. Vor zwei Tagen hätte ich noch nicht verstanden… jetzt ja. Irgendwie ist bei mir ein Knoten aufgegangen und ich kann deine Worte unterschreiben.
Ich hab auch ein Buch gelesen… mal wieder und zuerst hat es mich sehr erschreckt, ich war von dem, was dort geschrieben stand und was 100% meine Ehesituation nacherzählte total schockiert… ich konnte meine Angst fühlen und sehen und ich habe sie nicht weggemacht, sondern ausgehalten.
Dann war ich bei meinem Psych und der hat mir zwei Optionen hingehalten, die ich beide nicht möchte. Weder kommt für mich derzeit eine Scheidung in Frage, noch möchte ich meine Ehe nur aushalten.
Ich hab dann begonnen, mir Oberwasser zu verschaffen, in dem ich meinen Partner als das gesehen habe, was er ist und was er kann und was er nicht ist und was er nicht kann. Allein dadurch ging es mir viel besser. Und dadurch konnte ich ihm nicht mehr aggressiv begegnen. Stattdessen begegne ich ihm nun mit meiner humorvollen Seite und das tut uns allen gut.
Unser Sohn ist hoch sensibel und reagierte sofort auf Spannungen und unsere Probleme negativ. Und jetzt… jetzt ist er wieder fröhlich und lustig und gibt von dem, was wir ihm geben jede Menge zurück.
Mein Partner war doch sehr irritiert und ist es immer noch. Ich für mich merke, dass ich nun doch langsam echt erwachsen werde.
Und Heidi, das ist genau das, was du beschrieben hast… erwachsen werden!
Vielen Dank, Kurti
Hallo Kurti,
wie habe ich es geschafft, nicht mehr der Sündenbock der Welt zu sein?
Zuerst war die Erkenntnis: Ich lasse mich zum Sündenbock machen. Das ist keine böse Absicht meiner Mitmenschen, sondern eine Einladung von mir, dass sie das mit mir machen dürfen. Das hat mich dazu gebracht, diese Situationen unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen. „Ist es wahr, dass…“
Eins der ersten Dinge, an die ich mich erinnern kann ist ,dass man mir gesagt hat, dass wenn ich meine Schuhe nicht ordentlich unter des Bett stelle, Jesus traurig sein wird , wenn er wiederkommt und solch eine Unordnung vorfindet. Das war der Anfang von Schuldgefühlen, wenn es um die Ordnung ging- es war nie gut genug, und es gab immer Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Ein anderes Beispiel war die Aussage, das Masturbation Sünde ist- immer wenn irgendwo Gedanken und Lust in Verbindung mit der Sexualität aufkamen, war das Schuldgefühl nicht weit..
Das sind Erinnerungen (nur ein winziger Teil) an die Vergangenheit, die ich aber erst jetzt wirklich loslassen konnte. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mit meinen Schuldgefühlen niemanden helfe.
Heut setze ich mich mit Dingen auseinander wie: Was hätte ich anders mache können, dass meine Tochter gleich nach der 4. Klasse in die Realschule gekommen wäre – wo sie doch im Grunde das Zeug dazu hatte…..nein, ich habe keine Schuld- aber die Verantwortung. Und die liegt in der Gegenwart. D.h. Was kann ich heute tun, um das Richtige zu tun. Dann die Entscheidung treffen und auch dazu zu stehen. War die Entscheidung falsch, dann kann ich mir überlegen, was zu tun ist, um das Beste daraus zu machen. Wie bei einer Langstreckenrakete – die ist auf ein Ziel eingestellt und korrigiert sich immer wieder auf dem Weg- bis sie am Ziel ankommt.
Noch ein Beispiel: Mein Göttergatte hat mir lange Vorwürfe gemacht, dass ich daran schuld bin, wenn er schlechte Laune hat, weil ich nicht dafür sorge, dass er genügend Sex hat, dass nicht genug aufgeräumt ist, dass……. Diese Vorwürfe habe ich angenommen und bin damit in eine Depression reingerutscht, die ich niemanden wünsche. Heute werfe ich den Ball zurück. Ich sage ihm, dass wenn er Sex will, er mich umwerben muss oder verführen oder…. oder wenn er die Ordnung will, er das so einrichten muss, wie er das will. Wenn meine Kinder ein Pausenbrot haben wollen, dann sollen sie sich eines machen. Wenn sie was Bestimmtes essen wollen, dann sollen sie mir das rechtzeitig sagen, damit ich es besorgen kann.
Bei der Arbeit mit den alten Leuten habe ich aufgehört, mich dafür zu entschuldigen, dass ich manchmal zu spät komme.(ein Beispiel) Ich gebe mir Mühe, es richtig zu machen- mehr kann ich nicht und mehr muss ich auch nicht. Ich merke, seit ich nicht mehr diese Schuldigkeitserwartung und Einstellung habe, werden die Herausforderungen weniger und ich ernte mehr Respekt. Bei meinen Kollegen spreche ich Fehler meinerseits ganz offen an und versuche, nichts mehr zu vertuschen. Jeder darf seine Meinung dazu sagen und dann ist es für mich aber auch erledigt.
Ich kann nicht sagen, dass es dieses oder jenes war, was die Wende gebracht hat- es war und ist ein Arbeiten an mir selbst über Jahre hinweg. Heute kann ich Mechanismen schneller verstehen und aufarbeiten. Wenn früher die Krise Jahre gedauert hat, dauert sie heute Tage. Letztendlich denke ich , ist der Schlüssel immer ein intaktes Selbstwertgefühl, Selbstachtung und die Überzeugung: Ich bin gut genug so wie ich bin im Augenblick und an dem was in meiner Maschine nicht rund läuft werde ich so lange arbeiten, bis ich den Eindruck habe, dass es besser wird.
Dabei ist es wichtig, realistisch zu bleiben und die Erwartungen nur so hoch anzusetzen, dass es möglich ist, sie zu erreichen. Stufe um Stufe weiter zu gehen. Inzwischen weiß ich auch, das das nie enden wird und das ist gut so.
Kurti- ich habe hier viel geschrieben- auch weil ich es schwer finde, die Dinge in Punkten zu beschreiben. Es ist eine Entwicklung. Wenn Du Fragen hast, frag ruhig. Ich werde versuchen, eine Antwort zu geben.
Was mir geholfen hat, waren Bücher, Bücher und noch einmal Bücher und dann Artikel wie auf diesem Blog.
Lass Dich nicht entmutigen- Wenn Du ein Ziel hast, wirst Du einen Weg finden.
Grüße von Heidi
P.S. Vor vielen Jahren hat ein Bekannter mal zu mir gesagt, ich hätte einen Schuldigkeitsblick…….
@Heidi
Wie hast du es konkret (bitte Beispiele) geschafft, nicht mehr der Sündenbock der Welt zu sein?
Lg Kurti
Hallo Mina,
natürlich ist die Hilfe von Lektüre begrenzt. Man muss das in der Regel mit jemandem bearbeiten. Als Einstieg können Sie mal diesen Blog-Artikel von mir lesen: „Sie müssen nicht immer perfekt sein.“
puh….nagel auf den kopf getroffen! ich will perfekt sein weil ich in vielen sachen nicht perfekt bin. aber ich will alles besser machen als dass ich es hatte….und dabei merke ich, dass ich mich selber verhedere und aus diesem netz nicht mehr rauskomme.
danke für ihre worte!
bücher haben sie angesprochen – habe ich schon zu genüge gelesen und komme doch nicht weiter. haben sie gerade konkret vorschläge diesbezüglich?
ich danke für ihre zeit!
Hallo Mina,
ich glaube, Sie – und ihr Mann – haben zu hohe Ansprüche und überfordern sich damit.
Wenn ich lese: „wir verbringen viel zeit mit unseren kinder und unternehmen praktisch nur „kindergerechte“ aktivitäten. wir richten unsere freizeit und die der kinder nur nach ihnen und ihren vorstellungen.“ dann liegt darin, glaube ich, der Schlüssel. Sie geben Ihren Kindern zuviel und da Kinder nicht immer dankbar sein können und wollen, rasten Sie manchmal aus.
Kinder brauchen Grenzen. Dazu brauchen sie Eltern, die ihnen diese Grenzen setzen. Und ich denke, Sie setzen zu wenig Grenzen – und zwar im voraus, nicht hinterher.
Konkret: rücken Sie mehr Ihr Paarleben in den Vordergrund. Verbringen Sie nicht die ganze Zeit nur mit den Kindern, sondern mindestens einen Abend und immer mal wieder eine Stunde nur mit Ihrem Mann oder auch allein. Kinder sollten auch erleben, dass die Eltern auch noch ein Privatleben haben, sonst bekommen sie Schuldgefühle, dass sie so anstrengend sind und dennoch nicht zufrieden werden.
Ob Sie das allein mit Ihrem Mann schaffen oder sich Unterstützung dazu holen, kann ich nicht beurteilen. Es gibt ja einige gute Bücher zu dem Thema, auch ein paar Stunden in einer Erziehungsberatungsstelle gemeinsam können hilfreich sein.
Ich glaube, Sie versuchen, eine perfekte Mutter zu sein. Das ist nicht nötig und auch nicht erreichbar. Eine Mutter, die „gut genug“ ist, reicht völlig aus.
Danke für Ihren Kommentar.
….ich (35) habe meine tochter (9), als sie ca. 5jährig war, einige male stark verhauen….vielleicht sogar misshandelt. ich hatte eine schwere phase und fand in vielen kleinigkeiten „ihre schuld“. paradox an der ganzen sache ist, dass ich sie abgöttisch liebe und ihr alles ermögliche, was mir niemals gegeben wurde. ich nehme sie sehr ernst und gebe ihr sehr viel von meiner zeit und von mir.
ich holte mir damals hilfe und kam aus diesem teufelskreis raus.
heute aber merke ich, dass der teufelskreis teilweise immer noch in ihr ist…..und manchmal auch in mir.
ich werde ihr gegenüber nicht mehr handgreiflich – bin ich nach jener phase von einigen monaten nicht mehr geworden. aber ich bin oft jähzornig. dieser zorn hat „eigentlich“ wenig mit ihr zu tun. es ist eher die „unzufriedenheit“ die sie öfters zeigen kann und vor allem uns eltern gegenüber. ihr kleiner bruder (5) macht dies schon sehr gekonnt nach. wir verbringen viel zeit mit unseren kinder und unternehmen praktisch nur „kindergerechte“ aktivitäten. wir richten unsere freizeit und die der kinder nur nach ihnen und ihren vorstellungen. auch materiell würde ich sagen haben sie nicht wenig – und doch zeigt sich oft eine unzufriedenheit. solche situationen bringen mich dann wieder zum beben – und die angst in meiner tochter wächst in solchen momenten ins unermessliche.
gut ist einzig, dass ich „offen“ mit ihr darüber reden kann und dass sie mir doch sagt, was sie bedrückt. mein problem ist, dass ich gar nicht weiss, WIE gegen das anzugehen ist und was ich tun kann um unser verhältnis wirklich wieder ganz zu kitten und ihr die angst zu nehmen. ebenso merke ich, dass sie teilweise ein schwaches selbstwertgefühl hat – und dieser gedanke macht mich rasend! denn ich will sie stark sehen….denn sie ist ein tolles und so gutes mädchen. und dann zittert es in mir weil ich befürchte, weil ich weiss, dass ICH an dieser situation schuld habe und ich keine ahnung habe, wie aus diesem teufelskreis hinauszukommen…
welche folgen hat es als kind geschlagen worden zu sein….keine guten und das sehe ich an meiner 9jährigen tochter und stehe als täter, opfer, schuldige und verantwortliche ihr jeden tag gegenüber und versuche, mit viel liebe und zeit alles vergessen zu machen. ob ich das jemals schaffe weiss ich nicht und zweifle ich stark. ohne hilfe werden wir das wohl kaum schaffen….aber welche hilfe ist die richtige hilfe für mich, sie, uns?
Hallo Kurti,
da ich kein Profi bin in diesen Sachen, kann ich hier auch nur meine Meinung und meine Erfahrungen einbringen. Ich glaube allerdings nicht, dass das wie oft, wie sehr oder andere Dimensionen, wirklich den großen Unterschied machen. Meine 5 Geschwister sind mehr oder weniger dem gleichen Umfeld ausgesetzt gewesen und doch verarbeiten und erleben wir die Vergangenheit alle anders.
Du hast recht- für Missbrauch gibt es kein Messinstrument und es gibt auch kein 0815 Rezept das bei allen gleich funktioniert. Was aber Grundlage für jede Veränderung ist, ist der Wille dazu und ein Ziel, das man vor Augen hat. Bei mir war eines der konkreten Ziele: nicht mehr der Sündenbock für alle Welt zu sein. Noch eines: Was ich tue tue ich, weil ich es will und ich davon überzeugt bin. Das betrifft sowohl meinen Körper als auch meine soziale Struktur.
Ich wünsch Dir , dass du den Weg zu Dir selber findest und an den Punkt kommst, wo Du in Dir eine Heimat gefunden hast, einen Ort, an dem Dich keiner mehr verletzen kann.
Grüße von Heidi
Ich noch mal… ich glaube, in wie weit die Seele gesundet, hängt davon ab, wie viel, wie oft, wie sehr man geschlagen worden ist, ob es noch andere Straftaten gab, die an einem begangen worden sind, ob es nur ein Elternteil war oder beide und wie die eigene Persönlichkeit gestrickt ist, ob man also ein eher introvertierter oder eher extrovertierter Typ ist.
Kurz zusammengefasst: Man kann nicht alle Missbrauchsopfer über einen Kamm scheren, weil wir nicht alle gleich sind und weil das Erlebte nicht gleich war.
Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich sage, wenn ich „nur“ geschlagen worden wäre, dann hätte ich sicher schon längst mit meiner Vergangenheit abgeschlossen, aber so war es „leider“ nicht.
Hallo Roland,
ein großes Lob an Sie- woher nehmen Sie sich die Zeit, auf all die Kommentare zu antworten? Echt klasse. Muss mir das merken für mein eigenes Blog(wenn ich es denn mal schaffe, es online zu bringen…..)
Grüße von Heidi
Hallo Kurti,
heute Morgen sind mir Deine Kommentare so durch den Kopf gegangen. Ich habe mich dabei gefragt, ob Deine TS nicht eine Art der Flucht aus der Realität sein könnte. Bei mir hat sich das in der Vergangenheit immer so ausgewirkt, dass ich mich räumlich und beziehungsmäßig verändert habe und immer gehofft habe, dass es wo anders besser wird. Es ist nicht besser geworden durch das Davonlaufen. Auch die Ehe, von der ich mir „Heilung und Liebe und Sicherheit “ versprochen habe, hat mir das nicht gegeben, wonach ich gesucht habe.
Heilung hat erst damit angefangen, dass ich in mir selbst angefangen habe, Veränderung zu suchen. Genau hat das mit der bewußten Veränderung der Gedanken angefangen. Das erste Kapitel, das ich aufgearbeitet habe war die dauernd anwesende Schuld und das immerwärende schlechte Gewissen. Ich habe mich hinterfragt: Ist es wirklich wahr, dass ich dafür die Verantwortung übernehmen mus? Íst es meine Schuld? Und immer öfter kam ich zur Erkenntnis, dass ich nicht schuld war- es war lediglich die Tatsache, dass ich die Erwartungen meines Gegenüber nicht erfüllt habe und ihm/ihr erlaubt habe, mich schlecht dafür zu fühlen. Heute scheint mir dieses Verhalten so absud- und doch war es damls meine Realität.
Vielleicht ist es auch für Dich an der Zeit, in die Zukunft zu schauen und die Vergangenheit hinter Dir zu lassen. Du hast das durchwühlt was war- jetzt heißt es weiter gehen. Und ich empfehle Dir, auh im Hinblick auf Dein neues Leben als Mann: Komm mit dir selbst ins Reine- das Mann sein wird Deine Schuldprobleme und Deine Minderwertigkeit nicht lösen. Wenn du als Mann glücklich sein willst, musst Du das heute schon lernen. Mit der körperlichen Veränderung wird nicht automatisch die Heilung der Seele kommen. Lass Dich davon nicht blenden. Das nur als wohlgemeinter Tip. Ich weiß nicht ob es Dir hilft- ich hätte vor eineigen Jahren mit solch einem Komentar vielleicht auch so meine Problemem gehabt.
Darf ich Dir ein altes Buch empfehlen? Es ist von Maxwell Malz und heißt:
„So können Sie werden, wie Sie sein möchten. Methoden der Selbstbildpsychologie.“
Auf Deutsch habe ich es nicht gelesen- aber im Original ist das ein sehr interesantes Buch, das mir persönlich auch in vielen Dingen die Augen geöffnet hat. Das Buch gibt es bei Amazon schon unter 2 Euro.
Du darfst mir gerne widersprechen….
Liebe Grüße aus Schwaben
Heidi
Hallo Heidi,
ich unterstütze Ihren Appell an die Selbstveranwortung ausdrücklich. Egal, was jemand Schlimmes in der Kindheit oder später erlebt hat, er muss sich selbst darum kümmern, aus diesem Tal herauszukommen.
Psychotherapie ist meist der beste Weg. Die unter dem Eindruck schlimmer Erlebnisse getroffenen Überzeugungen und Verhaltensentscheidungen wirken ein Leben lang fort, wenn man sie a) nicht erkennt und b) nicht bearbeitet und verändert. Dieser Weg ist lang und zuweilen steinig. Aber die Alternativen sind verlängertes Leid.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Peter,
auf Deine frage , warum diese Erlebnisse in der Kindheit zu Persönlichkeitsstörungen führen, kann ich nicht wissenschaftlich beantworten.
Allerdings hat sich bei mir eine Fressucht entwickelt als Ersatz für die Liebe, nach der ich (anfänglich nicht bewußt) gehungert habe. Es geht auch darum, etwas zu fühlen- bei mir war es ein voller Bauch und ein paar Minuten ein Satt- Sein-Gefühl. Dieses Verhalten habe ich bis heute nicht wirklich abgelegt- sehr wohl aber die Schuld, die sich damit verbunden hatte. Und ich bin davon überzeugt, dass ich auch das noch schaffen werde.
Der Selbstwert eines Menschen, der so gedemütigt wurde, kann nicht stark sein. Wer sein Leben lang Schuldgefühle eingeredet bekommt, wird sich nie frei bewegen und äußern können. Vielleicht ist es mit der Zeit eine Schutzhaltung. Wir haben gelernt, dass es besser so ist Wenn wir das nicht ganz bewußt umprogrammieren, weil wir erkannt haben, dass dieses Verhalten, das wir aus der Kindheit mitgebracht haben- und das damals auch durchaus Sinn machte- heute keinen Sinn mehr macht, werden wir auch mit 102 Jahren noch so reagieren.
Glücklicher weise kann ich sagen, dass bei mir die Psychologie kein Schindluder getrieben hat.
Und auch an alle Anderen:
Die Therapie war für mich der Anfang, das hat mich aus der Depression herausgeholt. Aber auch nach der Therapie habe ich nicht aufgehört, weiter zu machen, Bücher zu lesen und Audios zu hören. Jeden Tag nehme ich mir Zeit für mich selbst und dafür, etwas über mich und mein Leben zu lernen.(übrigeds finde ich Selbsthypnose ein sehr effektives Werkzeug)
Ich finde es auch ganz wichtig, irgendwann die Vergangenheit und die Frage nach der Schuld hinter sich zu lassen. Wir sind inzwischen erwachsene Menschen und dürfen selbst entscheiden, wie wir fühlen, denken und handeln. Wir sind für unser Leben selbst verantwortlich und auch dafür, dass es uns gut geht. Immer wieder treffe ich auch bei meiner Arbeit in der häuslichen Pflege auf Menschen, die es nie gelernt haben, für sich und ihre Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen und dadurch sehr unleidig und unglücklich sind.
Sie warten immer noch darauf, dass ihre Mitmenschen ihre Erwartungen und Wünsche erfüllen- am Besten noch ohne dass sie danach fragen.
Wir haben keine Möglichkeit, die Vergangenheit zu ändern- und wir können auch die Zukunft nicht heute und jetzt leben. Was uns bleibt ist das Jetzt- und im Jetzt entscheide ich, was ich tue.
Meine Familie tut sich schwer damit, dass ich nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen bin und mich ernst nehme- auch wenn das ihren Wünschen entgegensteht.
Es lohnt sich auf jeden Fall, weiter zu machen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich selbst so wichtig zu nehmen, wie es kein anderer tut.
Übrigens muss jeder Mensch selbst da raus kommen- das kann kein anderer für ihn tun- und ich denke, jeder merkt selbst, wann der Zeitpunkt für ihn gekommen ist, etwas zu unternehmen.
Grüße aus Schwaben
Heidi
Ich kenne einen Betroffenen, der in seiner Kindheit selbst Gewalt erlebt hat. Dass er davon keine Schäden davon getragen hat, kann man nicht behaupten.
Ich glaube an Gott und die Bibel, und kenne den oben zitierten Vers aus den Sprüchen sehr gut. Wie viele andere bin auch ich davon überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist, auch wenn sie von „Menschenhand“ geschrieben wurde. Dass „(…) ein paar Hiebe werden ihn nicht umbringen“ allerdings ein Übersetzungsfehler ist, hat man längst herausgefunden.
Gesetzlichkeit unter Christen, mit der Aggressionen gerechtfertigt werden, halte ich für falsch und gefährlich. Noch vor nicht allzu langer Zeit lagen religiöse Fanatiker in dem irrtümlichen Glauben, dass sie mit ihren Heiligen Kreuzzügen im Namen Gottes handeln und das richtige taten. Auch lagen Ehemänner in dem Glauben, dass sie Bibel-gemäß handelten, wenn sie ihre Frau schlugen. Angesichts der Entgleisung unserer heutigen Gesellschaft, der Zunahme von Gewalt und Kriminalität unter Jugendlichen lässt sich über die Notwendigkeit radikalerer Erziehungsmaßnahmen sicherlich diskutieren.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, in welchem Zusammenhang Selbstverstümmelung (Borderline-Syndrom), Essstörungen, Selbst-Hass, unerklärbare Angst vor Menschen, Schüchternheit und Identitätskrisen zu in der Kindheit erlebter Gewalt stehen? Das unbeschreibliche Gefühl tiefer Demütigung, der unerklärbare Selbsthass Betroffener, die unerklärbare Überzeugung, minderwertig zu sein – was sie zu der Annahme bringt, sie haben es Verdient, Gewalt zu erfahren.
Mir ist bewusst, dass mit der modernen Psychologie heutzutage auch Schindluder betrieben wird, wobei, wie bereits erwähnt, vermeintlichen Opfern Erlebnisse suggeriert werden, die sie nie hatten. Solche vermeintlichen Opfer kenne ich persönlich. Dass Christen zur Schwarz-Weiß-Malerei tendieren, ist mir ebenfalls sehr bekannt. Schwarz-Malerei ist jedoch nicht immer die Lösung, und wer mit offenen statt weltfremden Augen durch die Welt geht, wird das selbst sehr schnell feststellen.
Hallo Selina,
Sie können Ihrem Freund wahrscheinlich nicht viel helfen. Denn was Sie als sichtbare Folgen beschreiben (Fingernägel, Selbstbewusstsein) sind sicher nur einige der spuren, die diese Erlebnisse in der Kindheit hinterlassen haben.
Dass Ihr Freund eine Therapie bis jetzt ablehnt, kann ich gut verstehen. Andererseits, was ist die Alternative. Aber wenn Sie miteinander eine liebevolle Beziehung haben, hilft das auch schon.
Man kann jemandem nur helfen, wenn dieser um Hilfe nachsucht. Dieser Punkt scheint bis jetzt bei Ihrem Freund noch nicht erreicht zu sein.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo Zusammen,
ich bin nun seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen und wohne mit ihm bei seinem Opa. Ich will ihm so gerne helfen und weiß nicht wie.
Er ist als Kind vom Siefvater geschlagen worden. Extra vorher in den Keller gebracht worden damit ihn keiner schreien hört. Wirkliche Gründe gab es dafür nie. Hat er Ferngesehen war es falsch, es bar scheinbar seine blose Anwesenheit. Seine Mutter wurde auch verprügelt und er musste das mir ansehen. Ein Jahr lang hat der Siefvater es geschaft in ein Internat abzuschieben aber dann ging alles wieder von vorne los.
Ich habe hier gelesen, das es wichtig ist wie das alles endete. Er konnte nie Opa und Oma anrufen weil das Telefonkabel immer versteckt wurde wenn dieser Mann aus dem Haus ging. Doch einmal schaffte er es. Sein opa hat ihn da raugeholt und nicht mehr zurück geholt, da war er vielleicht 8 jahre alt. Seine Mutter blieb bei ihrem Mann des Hauses und der jüngeren Tochter wegen. Als mein Freund 16 war starb auch noch seine Oma.
Heute haben wir eine sehr liebevolle Beziehung und ich möchte Ihm so gerne helfen das zu verarbeiten, weil ich weiß das er immer noch darunter leidet. Er kaut an seinen Fingernägeln und ist sehr eifersüchtig. Er hat auch nicht umbedigt das was ich als gesundes Selbstbewusstsein bezeichnen würde.
Wie kann ich ihm helfen?
So etwas wie eine Therapie kommt für ihn nicht in Frage und er pricht auch nicht gerne darüber. Alles was ich weiß hat mir sein Opa erzählt.
Vielen Dank für euere Tipps
PS: Das Jugendamt hat bis heute nichts gegen diesen Mann unternommen. Sie haben nicht einmal die Umstände für die jüngere Schwester(die wurde vom Vater wie eine Prinzessin behandelt) kontrolliert.
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
vielen Dank, die Seiten kenne ich schon, bin auch in Kontakt mit meiner Hausärztin diesbezüglich, also es tut sich was.
Mit meinem Beitrag wollte ich auch zum Thema beitragen. Ich habe all die Jahre geglaubt, ich sei „heile“ aus meiner Kindheit rausgekommen, auch weil ich nie aufgehört habe, mich damit zu beschäftigen. In dem Buch „Worte, die wie Schläge sind“ (mein Mann ist nicht körperlich gewalttätig) wird von Realität I und Realität II gesprochen. Ganz offensichtlich habe ich es durch andere Personen in meinem Umfeld geschafft, in die Realität II zu kommen (mein Mann leider nicht, was Gespräche mit ihm unmöglich macht, da er in einer anderen Welt lebt). ABER: Ich bin offensichtlich nicht so heile daraus gekommen, wie ich immer dachte. Nun bin ich fast 48 Jahre alt und erkenne es erst heute!
Vielleicht können die Skeptiker dieses Themas etwas mit dieser/meiner Erfahrung anfangen.
LG Sabine
Hallo Sabine,
hier sind zwei gute Therapeutensuchmaschinen:
http://www.psychotherapiesuche.de
http://www.therapie.de
Viel Erfolg!
Vielen Dank Herr Kopp-Wichmann,
ich werde mir Ihren Rat zu Herzen nehmen. Auf dem Land ist die Therapie-Auswahl nicht sehr groß, aber ich bin bemüht, weil es so einfach nicht weitergeht.
LG Sabine
Hallo Roland,
Danke für Ihre Antwort.
Therapien hatte ich aus meiner Sicht schon reichlich… angefangen vor 13 Jahren nach einem Nervenzusammenbruch eine stationare Therapie von 3 Monaten in einer Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik (damals wusste ich allerdings noch nichts von meiner TS (Transsexualität)), danach 1 Monat Tagesklinik, wo ich eigentlich nur war, um die Gruppe aufzumischen. 😉 Vor 11 Jahren dann noch mal eine ambulante Therapie bei einer Therapeutin, die inzwischen von hier weggezogen ist und mich 3 Jahre lang kostenfrei behandelt hat, weil sie keine kassenärztliche Zulassung hatte, ich aber nach der Geburt meines Kindes dringend eine brauchte und sie geeignet erschien. Ich weiß nicht genau, ob die Therapie bei ihr eine Psychoanalyse war, wir haben zwar jeden „Stein“ meiner Vergangenheit umgedreht und eine „Aussöhnung mit meinem inneren Kind“ gemacht, aber für meine TS war sie ebenso blind wie alle anderen zuvor und hat jegliche Gedanken meinerseits in diese Richtung sofort verworfen. Sie hat versucht aus mir eine „Frau“ zu kreieren, die ich nie war. – So wurde ich in meiner Entwicklung zwar therapiert, aber auch gleichzeitig behindert. – Leider habe ich über diese Therapie, wohl auch weil sie mir kein Geld abgeknöpft hat, keinerlei Dokumente.
Ich merke zwar schon, dass es mal wieder an der Zeit für eine Therapie sein könnte… aber ich wohne im „therapeutischen Niemandsland“. Nicht, dass es hier keine Therapeuten gäbe, aber niemand, der sich mit TS auskennt. Vor 4 Jahren habe ich 20 Therapeuten und Psychiater angerufen (wegen meiner TS) und die Standardfrage war: „Sie sind trans-was?“ An meinen jetzigen Psychiater bin ich über „5 Ecken“ gekommen und auch er hat seine Praxis für mich so weit weg, dass es für mich nicht leicht ist, hinzukommen. Ich habe zwar ein Auto, aber ich kann nur noch kurze Strecken fahren, weil ich mich nicht länger konzentrieren kann. Wenn ich es schaffe, lass ich mich von meinem Partner hinkutschieren, was mich aber wiederum von ihm abhängig macht…
Auch ich lese gerade das Buch, welches Carmen empfahl… und es lässt mich nur noch tiefer sinken. Es hilft mir nicht wirklich. Genauso wenig, wie mir der Kontaktabbruch zu meinen Eltern hilft. Seit über einem Jahr haben wir keinen direkten Kontakt und ich leide immer noch darunter. Das anfängliche Gefühl von Freiheit ist gar nicht mehr vorhanden. Stattdessen fühle ich mich schlecht, traurig und denke oft genug, dass wenn ich weniger empfindlich wäre, sich vielleicht ein Kontakt herstellen ließe.
Manchmal frage ich mich, ob dieser Schmerz, diese Gehirnwäsche, die meine Eltern mir verpasst haben, jemals aufhört…
Heute habe ich mir eine Kauschiene von meinem Zahnarzt abgeholt, weil ich mit den Zähnen knirsche und sie damit kaputt mache…
Dabei haben wir über meine Schlafapnoe gesprochen und er riet mir, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ach ich hab das schon seit mindestens 10 Jahren… wie so vieles andere, ich will jetzt nicht rumheulen, sonst sagt meine Kumpelfreundin wieder, ich sei kein richtiger Mann… 🙁
Das alles ist nur die Spitze des Eisberges. Ich gäbe sicher einen guten Probanten für Medizinstudenten ab… 😉
Und doch jammere ich rum und dies ist sicher der falsche Ort dafür. Tut mir leid.
Lg Kurti
Hallo Sabine,
meine Antwort auf Ihre Fragen lautet zusammengenommen: wir wiederholen ungelöste Konflikte aus der Kindheit unbewusst im Erwachsenenleben. Warum das so ist, ob als Versuch der Heilung oder eben als Wiederholung dessen, was man eben am besten kennt, ist schwer zu beantworten.
Dass Sie eine Therapie begonnen haben, ist gut, wichtig – und höchste Zeit. Aus solchen Verstrickungen – äußeren wie inneren – kann man sich nicht allein befreien. Sie schreiben, dass Sie noch in den ersten Probesitzungen sind. Mein Rat dazu: schauen Sie sich noch ein oder zwei andere Therapeuten an. Unbedingt auch jemand mit einem tiefenpsychologischen Schwerpunkt. Eventuell auch einen Psychoanalytiker.
Der Grund: eine Veränderung von kindlichen Beziehungserfahrungen läuft nicht über den Verstand. Es braucht eine gefühlsmäßige Beteiligung. Prüfen Sie, ob Ihre Therapeutin darauf Wert legt und ob auch Sie gefühlsmäßig ihr/ihm vertrauen und sich fallen lassen können.
Danke für Ihren Kommentar.
Bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen, weil ich zur Zeit darüber nachdenke, was meine Kindheit durch Schläge (Mutter mit Gegenständen, Bedrohung durch mit Brotmesser, Vater mit der Hand) in mir angerichtet hat.
Ich habe es nie verdrängt, mich immer damit auseinandergesetzt, habe von Wut bis Erklärung, von Kindheitserfahrungen meiner Eltern (Mutter Flüchtlingskind, Eltern im Krieg umgekommen, aufgewachsen bei Pflegeeltern) alle möglichen Phasen durch. Nie verstanden habe ich, warum ich meinen Vater bis heute „als nicht soooo schlimm“ bewerte.
Ich habe wohl bei meinem Vater eine gewisse Hilflosigkeit gespürt. Ich habe hier gelesen, dass es „Schlagen im Auftrag“ gibt. Ich denke, mein Vater hat es machen „müssen“, weil meine Mutter es indirekt gefordert hat. Weil ihre Kochlöffel nicht „geholfen“ haben. Nun denn, wieder ein Stück weit mehr verstanden.
Mein Problem heute: Ich bin 47 Jahre alt und seit 15 Jahren mit einem Mann verheiratet, der an der narzisstischen Persönlichkeitsstörung „leidet“. Ich weiss es seit einem Jahr. Die vielen Katastrophen, die sich seit mehr als 1,5 Jahren in meiner Ehe abspielen, würden ein Buch füllen.
Ich stelle mir die Fragen:
Warum habe ich es nie bemerkt?
Warum bin ich mit diesem Mann zusammengekommen?
Warum kriege ich den Knoten nicht gelöst?
Warum kann ich nicht loslassen?
Kämpfe ich meinen Kindheitskampf, der Wunsch nach Reue, Wiedergutmachung, den ich mit meinen Eltern bis heute nicht klären konnte?
Ich habe vor 2 Wochen eine Therapie begonnen. Es ist eine Verhaltenstherapie, bin aber noch in den Vorgesprächen.
Ich glaube, mein Mann und ich, wir sind beide Opfer unserer Kindheit geworden.
Hallo Kurti,
Sie schreiben: „Die Narben auf meiner Seele sind dick, die Verletzungen metertief. …Und irgendwie stehe ich dann doch irgendwann wieder auf und kämpfe… bleibt mir ja auch nichts anderes übrig.“
Solche schweren Traumata kann man nicht allein bewältigen. Falls Sie den Schritt noch nicht getan haben, empfehlen ich Ihnen dringend eine gute Psychotherapie. Sie müssen das nicht mehr allein durchkämpfen. Das tun Sie, glaube ich, schon viel zu lange. Und alle drei Wochen zwanzig Minuten sind besser als nichts, aber in Ihrem Fall wohl viel zu wenig. Haben Sie schon mal eine Psychoanalyse erwogen? Das ist, wenn man auf jemand Gutes trifft, mit die beste und intensivste Methode, etwas aufzuarbeiten.
Danke für Ihre Kommentare.
Danke für Ihre Kommentare.
Ich noch Mal… hab mir jetzt erst Mal drei Bücher gekauft und werde wieder weiter an mir arbeiten, wie schon in den letzten 13 Jahren.
Als ich anfing, an mir selbst zu arbeiten, hatte ich gerade einen Nervenzusammenbruch gehabt und war kurz danach für drei Monate in eine Klinik gegangen, weil nichts mehr ging.
Danach fühlte ich mich zwar schon besser, aber lange gehalten hat der Therapieerfolg nicht.
Auch die Therapien, die ich in den Jahren danach machte, halfen immer nur kurzfristig. Bei mir kommt halt schon mit Autismus und Transsexualität einiges zusammen, da ist es scheinbar mit ein paar Therapien nicht getan.
Wegen der Transsexualität „musste“ ich zum Psychiater (ohne den kriegt man keine Hormone, keine Vornamensänderung und keine OPs) und bin inzwischen schon länger dort, als ich müsste. Es sind zwar nur alle drei Wochen 15 bis 20 Minuten Redezeit, aber auch das bringt mich schon weiter.
Tja und wenn ich dann mal wieder so ein Tief durchschritten habe, krämpel ich halt wieder die Ärmel hoch und arbeite an mir.
Es wird weiter gehen… wenngleich ich das Kämpfen und die Arbeit an mir oft leid bin. Ein Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme begleitet mich derzeit… „Ich habe immer die Wahl, ich kann Opfer oder Freiwilliger sein. Ich werde Freiwilliger!“ – Ich glaube, das ist ein guter erster Schritt, um aus meiner Opferhaltung heraus zu kommen.
Ich war immer Opfer, ich hab nie gelernt, da raus zu kommen. Aber ich möchte da raus, ich will kein Opfer mehr sein! Ich hab das so satt!
Wenn es niemanden stört, kann ich ja ab und zu berichten, wie es mir weiter ergeht.
Lg Kurti
Hallo Heidi,
meine Bewunderung und Anerkennung, dass Sie bei dieser schwierigen Vergangenheit soviel Bewusstheit und Kraft aufgebracht haben, mit ihrem Sohn nicht dasselbe zu wiederholen, sondern ihm das zu geben, was Sie selbst wohl zu wenig bekommen haben.
Zu der Bibeldiskussion: das Christentum wie der Islam sind ja patriarchalische Systeme. das heißt, ein großer mächtiger Vater bestimmt, wo’s langgeht. (Es gibt andere Religionen, Buddhismus zum Beispiel, wo das nicht so ist). Da die meisten Länder patriachalischen Ideen nachfolgen, ist es kein Wunder, dass dann als Legitimation die „heilige Schrift“ zur Argumentation herangezogen wird.
Das wird sich auch nicht ändern, solange solche Religionen durch irdische Stellvertreter symbolisiert werden, die sich eben auch wieder als Patriarchen aufführen. Damit sich das ändert, bräuchte es zum Beispiel einen anderen Papst. Zumm Beispiel: schwarz, weiblich – und lesbisch.
Danke für Ihren Kommentar.
Über „Das Abenteuer Leben“ bin ich auf diesen Blog gestoßen und hier gelandet. Auch ich bin als Kind regelmäßig geschlagen worden- und ich weiß, es war nicht, um mir Grenzen aufzuzeigen, sondern es war die Unfähigkeit meiner Eltern, ihre eigenen Schwächen im Griff zu haben und die absolute Überforderung, mit 6 Kindern,die wie die Orgelpfeifen kamen.
Die Rechtfertigung für die Prügel( mit Haselnussruten, wenn es besonders wirksam sin sollte , auf den nackten Hintern…) wurde in den zitierten Bibelversen gefunden. Diese strenge religiöse Vorstellung hat die Liebe zugeschüttet und aus meinen Eltern, speziell aus meiner Muter, einen gewalttätigen Menschen gemacht. Wenn ich sehe, wie sie mit Ihren Enkelkindern umgeht, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass das die selbe Frau ist- so voller Liebe und Zärtlichkeit.
Heute habe ich selbst zwei Kinder. Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, meine Kinder nie zu schlagen, und bin damit erfolgreich. Nein, meine Kinder sind keine Engel, mein Sohn ist oft jähzornig und schlägt mich, wenn er seinen Willen nicht bekommt- da kostet es manchmal schon viel Selbstbeherrschung…..Und ich kann sagen- es wird einfacher mit ihm.
Vor ca. 5 Jahren war ich so sehr mit den Kindern und deren Trotz überfordert, dass sich eine schwere Depression den Weg bahnte- aber selbst in diese schweren Zeit konnte ich mich an mein Vorhaben halten. Die Lösung bestand darin, mich zu verändern und selbst gesund zu werden. Es war ein langer harter Weg, aber heute würde ich sagen: ich bin geheilt.
Ich finde, Kinder sind vollwertige Menschen und sie dürfen genauso wenig geschlagen werden, wie Erwachsene. Übrigens haben viele Kinder ein „angemesseneres, erwachseneres“ Verhalten, wie viele Erwachsene, die von sich behaupten, ihre Kinder züchtigen zu müssen, weil sie ihre Grenzen nicht kennen. Wenn es nach diesen Maßstäben ginge, wäre mancher 10Jährige erwachsen und viele 70Jährige noch im Trotzalter oder zumindest in der Pubertät.
Noch ein paar Sätze zum christlichen Glauben: Als Kind habe ich mich so sehr nach der Liebe Gottes, des Vaters gesehnt, da ich sie zu Hause in der realen Welt nicht gespürt habe. In der Zeit vor dem Zusammenbruch habe ich erkannt, dass es nicht Vaterliebe ist, die ich möchte- diese war nämlich Gewalt und Züchtigung.( Hat schon mal jemand versucht, besonnen zuzuschlagen? Liebe zu spüren, zu überlegen ob Schläge jetzt sinnvoll sind,sich dafür zu entscheiden und dann ganz bewusst zu schlagen? Wer das kann, dem traue ich keine wahre Liebe zu……denn er verletzt ganz bewusst.)
Der Glaube an Gott ist für mich immer noch mit Unberechenbarkeit verbunden. Jeder findet eine Rechtfertigung für sein Verhalten in der Bibel, wenn er den richtigen Vers dazu findet. Schade, dass sich immer noch viele christliche Eltern gegen die Liebe wehren, die durch den hlg geist in Ihren Herzen wohnen sollte…. ich denke , unsere Welt und die Welt unserer Kinder wäre sonniger….
LG Heidi
Übrigens- von Kurti geklaut: „Wer meine Eltern kennen lernt, hält sie für die nettesten Menschen.“
Hallo Carmen,
danke für den Buchtipp. Ich kenne das Buch und finde es gut und hilfreich.
In meinen Seminaren und Coaching sind auch immer wieder Menschen, die von Schlägen berichten und es damit begründen wollen, dass es ihnen nicht geschadet hat, dass es verdient war …
Diese Argumente kommen aus der „Identifikation mit dem Aggressor“. Um das eigene Leid nicht zu spüren, verbündet man sich innerlich mit dem Täter, heißt seine Handlungen gut. Es ist ein psychischer Abwehrmechanismus, der bei Menschen mit Gewlaterfahrung sehr häufig ist.
Danke für Ihren Kommentar.
Lieber Roland,
danke für Ihren, in jedem Punkt zutreffenden Bericht.
Das schlimmste ist das Gefühl von Demütigung und der lebenslange Vertrauensverlust.
Menschen, wie diesem Charly und allen anderen Bibelfetischisten möchte ich nur sagen, dass sie scheinbar nicht mitbekommen haben, dass die alten Regeln durch das Erscheinen Jesu (zu finden im Neuen Testament) von „Auge um Auge“ in „Liebe Deinen Nächsten“ geändert wurden. Ansonsten empfinde ich den Mißbrauch der heiligen Schrift in diesem Blog als persönlichen Schlag ins Gesicht. (Wie passend…)
Allen anderen kann ich nur ein Buch empfehlen, welches Türen und Tore öffnet: „Vergiftete Kindheit: Vom Mißbrauch elterlicher Macht und seinen Folgen“ von Susan Forward und Annette Charpentier. Kostet nur 8 Euro man kann sich viele Rezensionen bei Amazon durchlesen, um zu begreifen, dass es auch DICH betrifft.
Das Buch beginnt mit folgendem Zitat eines Patienten:
Gordon 46 Jahre:
Ja, na klar hat mein Vater mich öfters geschlagen, aber doch nur um mich zum Gehorsam zu bringen. Was das mit meiner kaputten Ehe zu tun haben soll, verstehe ich nicht.
Wer es bis jetzt noch nicht wahrhaben will oder immer noch verharmlost, dem werden ganze Lichterketten aufgehen.
Alles Liebe
Carmen
Hallo,
mit Tränen in den Augen habe ich ihren Bericht gelesen.
Mein Vater hat mich als Kind mit einem Kochlöffel geschlagen. An ein Mal erinnere ich mich so genau, als wenn es erst gestern geschehen wäre, aber es war wohl öfter, denn ein Kochlöffel ging dabei zu Bruch. Und vor ein paar Jahren hat er behauptet, ich hätte als Kind nicht genug Schläge bekommen, nachdem ich meinen Eltern einen „Wutbrief“ geschrieben hatte.
Ich bin 39 Jahre alt, Autist und transsexuell (Frau zu Mann). Ich habe seit 31 Jahren schwere Depressionen und Angstzustände. Meine Eltern haben mich zudem noch emotional vernachlässigt und emotional missbraucht. Sie haben alles, was sie mir angetan haben immer geleugnet, mich als dumm dargestellt und bis zum Kontaktabbruch vor über einem Jahr mit ihrem Missbrauch auch nicht aufgehört. Da konnte ich nicht mehr, da wollte ich mir nicht mehr wehtun lassen. Zu ihrem einzigen Enkelkind erlaube ich den Kontakt, aber mehr als 1-2 Mal im Jahr machen sie nichts mit ihm.
Ich habe mit meinem Partner (ebenfalls transsexuell, aber Mann zu Frau und noch nicht geoutet) ein Kind (11 Jahre), welches ebenfalls autistisch (nicht so extrem wie ich) ist. Die Erziehung war nicht leicht, vor allem, weil wir null Unterstützung aus den eigenen Familien hatten. Ich war oft am Ende meiner Kraft und auch mir ist die Hand hin und wieder mal ausgerutscht, obwohl dies etwas war, was ich nie wollte, was mir passieren durfte. Und doch ist es passiert. Nicht oft, aber für meine Verhältnisse zu oft. Sicher habe ich mich bei meinem Kind entschuldigt, sicher habe ich mit ihm geredet, damit er auf keinen Fall sich die Schuld dafür gab und dennoch habe ich viel zwischen mir und meinem Kind kaputt gemacht. Ich schäme mich dafür, doch nicht besser als mein Vater gewesen zu sein. Seit 3 Jahren habe ich mich so weit im Griff, dass ich es nicht mehr mache.
Nachdem nun meine Angleichung an mein gefühltes Geschlecht (also männlich) voranschreitet, komme ich mehr und mehr zu mir selbst zurück… und ich entdecke mit Schrecken, dass mein Partner (Ehepartner) mich ebenso behandelt, wie es mein Vater getan hat. Er schlägt mich zwar nicht offensichtlich, aber er schlägt mich mit Worten, schreit, droht mir und überschreitet permanent meine Grenzen und die Grenzen unseres Kindes.
Ich müsste mit unserem Kind hier heraus, aber ich kann es noch nicht. Ich bin wie gelähmt, hilflos und voller Angst.
Manchmal denke ich, dass es besser wäre, zu sterben, anstatt sich noch weiter mit meinem Drecksleben zu quälen, aber ich habe ein Kind, sonst wäre es sicher schon längst vorbei. – Aber ich glaube, selbst dafür bin ich zu feige.
Mein Leben war bisher nur Kampf und auf die Fresse kriegen. Außer meinem Kind, aber das ist etwas anderes, liebt mich niemand um meiner Selbst Willen.
Ich möchte nur geliebt werden, ist das zu viel?
Die Narben auf meiner Seele sind dick, die Verletzungen metertief.
Heute ist Kinder zu schlagen übrigens strafbar, immerhin.
Und irgendwie stehe ich dann doch irgendwann wieder auf und kämpfe… bleibt mir ja auch nichts anderes übrig.
LG Kurti
PS: Wer übrigens meine Eltern kennen lernt, hält sie für die nettesten Menschen…
Hallo Christine,
einige Tipps für die Arbeit mit der Mutter. Sie sollte untersuchen, inwieweit sie überlastet und überfordert ist und wenn dies mit ein Grund ist, dies zuerst bearbeiten und ändern.
In der konkreten Situation ist es wichtig zu lernen, automatische Reaktionen zu vermeiden. Wenn es geht, Abstand zum Kind halten, dreimal durchatmen und dann sagen oder tun, was angemessen ist.
Ich denke, gute Argumente braucht es nicht, die liegen ja auf der Hand. Wichtiger wäre zu klären, was genau die Frau so wütend oder hilflos macht, dass Sie zum Schlagen neigt.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo,
auch wenn die Diskussion schon älter ist, möchte ich etwas hinzufügen.
„Die Ärzte“ haben in einem ihrer Songs gesungen:“ Gewalt erzeugt Gegengewalt, hat man Dir das nicht erklärt?“
Als meine Tochter im Kindergarten war, war sie eines der wenigen Kinder, welches nie auch nur einen einzigen Klaps bekommen hatte. Ihr gegenüber standen Kinder, die schlugen, kratzten, bissen, etc. Sie wollte einfach nur spielen und fröhlich sein und konnte mit dieser Form der „Kommunikation“ nichts anfangen. Zumindest hatte ich ihr beigebracht, niemals zurückzuschlagen und besser zu gehen.
Sie war und ist ein äußerst beliebtes Kind mit dem gerne gespielt wird und auf das sich andere verlassen können. Darüber bin ich sehr glücklich.
Die Raufbolzen aus dem Kindergarten sind heute Kinder, die sich auf dem Schulhof ständig prügeln. Im Kindergartenalter wurden sie von den Eltern „gezüchtigt“ mit Klapsen oder Schlägen auf die Windel. Dadurch haben sie gelernt, dass diese Form der Züchtigung eine akzeptierte Verhaltensweise ist, wenn man nicht mehr weiterkommt. Und sie geben es weiter – Gewalt erzeugt Gegengewalt…
Meine Tochter geht jetzt in die 2.Klasse; einige ihrer MitschülerInnen haben die AG Selbstbehauptung belegt. Selbst denen hat sie widersprochen, als die ihr zeigen wollten, wie man einem Mann mit dem Ellbogen in den Magen schlagen soll, wenn man festgehalten wird. Sie versuchte die anderen zu überzeugen, lieber rechtzeitig wegzulaufen! Ich liebe sie dafür, auch wenn ich da wohl noch einiges geraderücken sollte…
Auf diese Diskussion bin ich gestoßen, weil ich beruflich mit einer Mutter zu tun habe, der bei ihrem Sohn (8 oder 9 Jahre alt) die Hand erstmalig ausgerutscht ist; es baute sich aber schon länger auf und war abzusehen. Nun suche ich Hilfe für sie. Nicht in Form einer Gruppe, o.ä., sondern in Form von guten Argumenten und Tipps, wie sie besser mit Situationen umgehen kann, in denen sie hilflos ist und wie sie das verbal aggressive Verhalten ihres Sohnes ändern könnte.
Wäre dankbar für gute Antworten!
Friedvolle Grüße, Christine
P.S.: Erschütternde Feststellung bei der Internetsuche: Gibt man bei Google ein:“ Wenn Eltern Kinder schlagen“, so dreht Google das einfach um und zeigt hauptsächlich Artikel zum Thema „Aggressive Kinder“!
Hallo Humanity,
Ihr Bericht ist erschütternd und macht mich wütend, wie Eltern ihrem Kind so etwas antun können. Ich freue mich für Sie, dass Sie dieser Hölle entkommen sind und die Kraft hatten, sich ein „normales“ Leben aufzubauen. Das schaffen nicht viele, die so ein Schicksal wie Sie erlebt haben.
Danke für Ihren Kommentar.
Teil 2/2
Als ich 20 war und eine Freundin hatte, kam es zu einer größeren Eskalation. Es entstand eine Situation. dass ich auf der Uni war und meine Eltern mir meine Freundin verbieten wollten. Typischerweise wurde es immer schlimmer und normalerweise hätten wir Kinder gehorchen müssen und es hätte sich von alleine gelegt.
Doch diesmal war mir die Beziehung zu meiner Freundin wichtiger, weil ich sie liebte. Ich wollte sie nicht verlieren und meine Eltern wurden auch hier immer schlimmer und ausfallender.
Nach dem sie probierten, mir alles Mögliche einzureden, begannen sie mir zu drohen, mir Sachen weg zu nehmen. Das taten sie auch. Sie sorgten dafür, dass uns die Kirche aussonderte, weil wir ungehorsam waren (ich und die Freundin). Erzählten überall rum, dass meine Freundin, nur hinter meinem Geld her wäre und mir meine Zukunft versauen würde und schafften es, dass alle Verwandten + Kirche (wo ich sehr aktiv war und viele Freunde hatte dort) gegen uns waren.
Sie taten dasselbe, was sie eigentlich immer taten. Druck erhöhen. Sie enterbten mich, leerten mir die Konten und wollten mich „blank“ dastehen lassen, um mir zu zeigen, dass es so passiert, wenn man nicht auf die Eltern hörte.
Schlussendlich stand ich zwischen der Wahl: Entweder meine Freundin (meine Liebe) und kein Geld, kein Eigentum mehr (ich besaß Grundstücke, Wohnungen und eine Eigentumswohnung) und keine Akzeptanz der Familie und der Kirche, oder ich entscheide mich gegen meine Freundin und mach alles rückgängig. (damit hätte ich mein Freundin als die Missetäterin dargestellt)
Als ich trotzdem nicht nachgeben wollte, wurden sie wieder gewalttätig. So schlimm wie damals war es noch nie, als es mit einem sofortigen Faustschlag anfing, der mir die Brille zerbrach und es mit Sessel, Nudelholz und der gleichen weiter ging, bis ich blau war. Mein Vater schlug auf mich ein, meine Mutter stand daneben und schrie und schimpfte mich aus. Beide waren vollkommen durchgedreht.
Als ich das merkte, wollte ich aufstehen und gehen, wurde aber am Hals gepackt (so als würde man jemanden würgen wollen),… darauf hin bekam ich auch Morddrohungen.
Für mich war das zu viel, … ich bin dann daraufhin ausgezogen (mit einer Tasche mit Kleidung und 70 Euro in der Tasche, ohne Job, ohne Wohnung)… die psychische Belastung war so groß, dass es mir oft auf der Straße schwarz vor den Augen kam. Hab in 2 Monaten über 14 kg abgenommen, als 20 jähriger. Kein Hunger, oft kein Durst… und keine Kraft.
Das Schlimme war: Keine Freunde, keine Kirche, keine Verwandte, keine Aussicht… auch nicht meine Brüder.
Nach dem Ausziehen (als meine Eltern in Rumänien waren) tat ich das heimlich, hab ich ihnen gesagt, dass es nun endgültig vorbei ist. Habe mir einen Job gefunden, hab mein Leben auf die Beine gestellt. Habe geheiratet, habe nun eine kleine Tochter (5 Monate) und wir sind eine glückliche Familie.
Mit den Eltern habe ich keinen Kontakt mehr, da sie immer noch dieselbe Einstellungen haben… ich habe ihnen gesagt, dass sie mich einfach in Frieden lassen sollen. Es gab aber bis dahin noch Telefongesprächen und auch einige Treffen, wo diese aber nichts Falsches in ihrem Verhalten sahen und nur mich und meine Frau beschuldigten. Schade eigentlich, aber so war das bei mir.
Ich merke, dass körperliche Gewalt etwas damit zu tun hat, dass manche Eltern es nicht besser wissen. Unfähig Gefühle zu zeigen, oder über Gefühle zu reden, anstatt diese solange zu aufzustauen, bis sie explodieren. Schlagen hat für mich etwas mit fehlender Kompetenz oder oft Intelligenz zu tun.
Seit wann soll schlagen, jemandem die Augen öffnen?
Und was die Bibelzitate betrifft, von den „Pro-Züchtigung“-Leuten. Sowas steht in der Bibel nicht drin. Im Rumänischen z.B.: steht etwas von „der Rute des Ausschimpfens“. Es ist mehr ein Sinnbild, als eine Tat selbst. Auch, Gott motiviert die Menschen zum Denken, nicht zum blinden Folgen. Vor allem im neuen Testament sieht man, dass der Heilige Geist, der die Christen beflügeln soll, nur Eigenschaften mit sich bringt wie: Liebe, Geduld, Freude, Frieden, Güte, Gutes tun, Barmherzigkeit etc. Das sind Eigenschaften, die uns helfen, besser mit den Mitmenschen um zu gehen. Schlagen gehört da zu den fleischlichen Lüsten. Es ist animalisch und primitiv. Es ist einfach nur der Verlust der Beherrschung, ein Wutausbruch.
Züchtigung durch Schlagen, macht kein Kind schlauer / weiser / vorsichtiger… es erzeugt nur Angst vor dem nächsten Schlagen. Das ist keine Erziehung, es ist Nötigung. Kinder sind auch Menschen und Kinder verstehen auch, man muss sich nur Zeit nehmen, diese zu verstehen.
Menschen, die so aggressiv reagieren sind auch keine Frauenversteher, führen bestimmt auch keine besonders leidenschaftliche Ehe und können ganz sicher ziemlich schlecht zuhören, oder tun sich schwer Gefühle zu zeigen. Wenn man einem Kind in die Augen schauen kann und ihm dann gleich eine runterhauen kann, dann fehlt einem das Verständnis für sein Gegenüber, für Menschen und das menschliche Leben. Man tut dem Gegenüber absichtlich weh und meint, man macht was Gutes. das stimmt nicht.
Auch Gott, hat das gelernt, was es heißt menschlich zu sein, deswegen kam Jesus zu uns. Ja, auch er hat daraus gelernt.
Jetzt war ich aber lang 🙂
mfg
humanity
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
ich bin so eben über ihren Blog gestoßen und muss zugeben, er gefällt mir sehr.
Als ich dieses Thema sah, hab ich auf Anhieb alles gelesen hier 🙂
Ich würde gern auch meine Erfahrungen zum Thema schildern.
Ich wuchs in einer rumänischen Familie auf als mittlerer Sohn (alle Brüder). Aktuell bin ich 23. Meine Eltern wuchsen in Rumänien auf, unter einem kommunistischen Regime. Noch dazu waren alle meine Verwandten und meine Familie streng-religiöse Christen, die einer neoprotestantischen Religionsgemeinschaft zugehörig waren.
Bei so einem Umfeld wurde das Schwarz-Weiß Denken stark gefördert. Noch dazu war es zu kommunistischen Zeiten in Rumänien gang und gäbe, dass man körperliche Züchtigung an Kindern ausübte. Es gab fast keine Familien, wo sowas nicht vorkam. Sogar die Lehrer durften die Kinder in der Schule verhauen (Ohrfeigen, Haare ziehen, mit einem Lineal schlagen, sogar mit dem Kopf gegen die Tafel hauen, etc.).
Dass man da zuhause auch für alles „Schlimme“ was man getan hat, sofort eine runterbekam war normal. Ich selbst wurde am meisten geschlagen von uns Jungs. Ich war auch der „Schlimmste“ obwohl meine schlimmsten Taten, das Nicht-machen von Hausübungen war. Bei mir war das so, dass es von Handschlägen, Faustschlägen, mit dem Gürtel, mit dem Fuß bis hin zu leichten Gegenständen, alles verwendet wurde.
Mein Vater war da die ausübende Gewalt, obwohl meine Mutter das befürwortete.
Für mich persönlich war das immer schlimm. Ich kann mich an diese Momente noch sehr genau erinnern, mehr als an andere Erinnerungen. Obwohl ich eigentlich kein dummer Mensch bin (laut Mensa-Test) hatte ich aufgrund des seelischen Druckes sogar mal ein Jahr fast wiederholen müssen, bis ich darauf hin die Schule gewechselt habe.
Es war mir lieber in der Schule zu sein, als zu Hause und wenn ich mal auch dort Probleme hatte (hauptsächlich mit der Sprache), war mir die Nacht die einzig angenehme Tageszeit, da ich dort schlafen konnte. Ich hatte Angst mit schlechten Noten nach Hause zu kommen, so dass ich alles tat, um diese zu vertuschen, bis es doch rauskam und es dann erst recht Ärger gab.
Interessant war es, als ich die Schule wechselte, hatte ich eine sehr angenehme Deutschlehrerin und eine Person, die mich motivierte und aufbauten. Schlagartig hat sich meine Fehlerquote gegen 0 entwickelt und ich wurde Jahrgangsbester von allen Klassen…
Dann habe ich begriffen, dass ich meinen Eltern einfach keine schlechten Noten mehr zeige, so schaffte ich doch noch meinen Abschluss mit Matura einer HTL.
Das Schlagen ging so weit, dass ich mit 11 Jahren Selbstmordgedanken hatte… ich stellte mir oft vor, wie es wäre einfach auf das Dach zu gehen und vom 11 Stock da runter zu springen, dann hätte all das ein Ende.
Ich kann mich erinnern, als mal mein Bruder eine Ohrfeige bekommen hatte, dass er eine Woche nicht in die Schule gehen konnte, weil ein Handabdruck auf seinem Gesicht zu sehen war.
Ich selbst wurde auch mehrmals stark geschlagen und getreten… das Schlimmste war jedoch, dass solche Phasen dann mehrere Tage / Wochen dauerten. Mein Vater kam da aus seiner Rage nicht raus. Man kam nach Hause und wusste, es wird gleich Stress geben. Man wurde immer und immer wieder gefragt, warum man das und das getan hat und bei jeder Frage wurde man an den Haaren gezogen oder am Hinterkopf geschlagen. So ging das stundenlang dahin und tagelang. Ich musste immer dann quasi als Ausgleich meiner schlechten Noten, schwere mathematische Aufgaben aus rumänischen Mathebüchern lösen, die weit vüber dem Niveau der österreichischen Aufgaben lag. Die waren teilweise so schwer,dass nicht mal meine Eltern diese lösen konnten und immer wieder mit Tränen in den Augen da sitzen und erklären, warum man diese nicht lösen kann, hat man eine geschlagen bekommen, weil man es nicht verstanden hat.
Mein Vater schob da immer die Schuld auf meine Mutter, dass sie mich schlecht erzogen habe. Meine Mutter schimpfte darauf hin immer mich, warum ich so ein schlechter Sohn sei und das alles meine Schuld ist.
Diese Phasen gab es mehrere Male im Jahr… und ich war oft der Auslöser. Das zog sich hin bei mir bis ich ungefähr 16 war. Doch ich sah das nie als richtig, was mir da geschah, doch als richtig falsch begriff ich es auch nicht.
Teil 1/2
Hallo Herr Kopp-Wichmann,
dass SIE dieses Buch kennen, weiss ich doch. Das war eher ein Tipp für „anonym“ und die anderen Leser. 🙂
Hallo Frau Renger,
das Buch kenne ich „natürlich“ als Hakomi-Therapeut. Trotzdem danke für den Hinweis.
Ich habe die beiden Verfahren empfohlen, da sie sich im Unterschied zur Verhaltenstherapie stärker mit der Biografie auseinandersetzen. Bei der Psychoanalyse spielt die intensive Beziehung durch das Setting (3 x die Woche) eine wichtige Rolle.
Alle anderen Therapien sind nicht von den Kassen anerkannt, können aber gleichwohl wirksam und angezeigt sein.
Auch von mir noch ein Buchtipp: „Die Revolte des Körpers“ von Alice Miller.
Herr Kopp-Wichmann, Sie empfehlen dem Benutzer „anonym“ entweder eine Psychoanalyse oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Spielen Sie damit auf die langfristige, verlässliche Bindung zum Therapeuten an oder warum gerade diese zwei? Warum keine Traumatherapie evtl. in Verbindung mit einem systemischen Ansatz?
Yvonne Renger
Hallo,
Gewalt hinterlässt immer Spuren. Manchmal können die Folgen verdrängt werden aber in irgendeiner Form tauchen Sie wieder auf. Entweder im Selbstwertgefühl oder in Beziehungen.
Dass jetzt das Erlebte in Träumen auftaucht, ist ein positives Zeichen. Ihr Unbewusstes will Ihnen signalisieren, dass es da etwas gibt, was es zu bewältigen gibt. Dazu brauchen Sie eine gute Psychotherapie. Entweder eine Psychoanalyse oder eine längere teifenpsychologisch fundierte Therapie. Kein Schnellschussverfahren.
Was bei Schlägen in der Kindheit am meisten verletzt wird, ist das Vertrauen. Das können Sie wieder aufbauen, am besten in einer therapeutischen Beziehungen. Liebesbeziehungen sind damit meist völlig überfordert. Gute Therapeuten finden Sie unter http://www.psychotherapiesuche.de oder unter http://www.therapie.de
Danke für Ihren Kommentar – und alles Gute.
Hallo, ich selbst habe sehr viel Gewalt in meiner Kindheit erlebt. Ich wurde mindestens 2 mal die Woche geschlagen, hatte oft Nasenbluten und Hämatome. Auch sonst wurde mir fast alles verboten- dass alles bin is ca. 19 J. alt wurde u. irgendwann ausgezogen bin.
Die Folgen spüre ich noch heute mit 34 J. Lange Zeit habe ich versucht diese Erfahrungen zu verharmlosen und vergessen. Doch in letzter Zeit träume ich immer wieder davon, ich leide zunehmend an Angstträumen. Überhaupt lebe ich auch heute noch mit sehr viel Angst und Misstrauen. Beziehungen zu Menschen aufzubauen ist für mich ein Problem!
Bittere Erkenntnis. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll….
Hallo „gebranntes Kind“,
Ängste, die mit traumatischen Ängsten zusammenhängen, verschwinden in der Regel nicht. Sie kehren in verschiedener Form wieder, wie Sie es ja auch schildern. Ich rate Ihnen dringend, sich professionelle Unterstützung in Form einer tiefenpsychologischen Psychotherapie zu suchen. Dass Ihnen bis jetzt dazu der Mut fehlte, kann ich gut nachvollziehen. In einer Therapie muss man sich ja auch ein Stück mit den schlimmen Erfahrungen der Vergangenheit auseinandersetzen. Andererseits haben Sie ja auch jetzt immer wieder Ängste und schlimme Erfahrungen, die Sie aber allein durchstehen müssen. Der Vorteil einer Therapie, dass Sie dann nicht allein damit sind.
TherapeutInnen finden sie auf http://www.psychotherapiesuche.de oder http://www.therapie.de
Du solltest Dir psychologische Hilfe besorgen, wenn Du schon merkst, dass Dich das verfolgt (würde sicher jeden verfolgen). Damit kannst Du die Energien positiv einsetzen -also etwas aufarbeiten – , anstatt die Ängste zu verdrängen.
Ängste und auch Verhaltensweisen haben die Tendenz, stärker zu werden, wenn man nichts tut.
Man muss aber wissen, was man tun kann – alleine kommt man da nicht drauf. Ich wünsche Dir viel Mut, die Sache anzupacken – denn das wird sonst auch über Deiner Beziehung schweben wie ein Damoklesschwert und sie immer mehr überschatten, wenn ich das richtig prognostiziere.
Wünsche Dir Gottes Segen und dass Du die Dinge tun kannst, die wichtig sind zu tun. Vielleicht sind es andere Dinge, als ich hier angesprochen habe. Aber vielleicht ist es auch genau das.
In München ist http://www.kalia.de recht gut, zumindest ein Psychologe dort, Dr. Killus – auch wenn die Homepage einen esoterischen Touch hat.
Ansonsten versuch mal, über das Alfred Adler Institut Kontakte zu bekommen. Findest Du auf der http://www.theolounge.de , wenn Du auf die Bildchen unten klickst.
Hallo zusammen,
ich habe eine gewaltvolle Kindheit hinter mit. Es handelte sich dabei nicht nur um Ohrfeigen. Ich wurde massiv verprügelt und Ängste waren mein täglicher Begleiter. Ich hatte nicht nur Angst davor, wieder eine auf den Deckel zu bekommen, nein ich hatte Angst, den nächsten Tag nicht mehr zu überleben. Außerdem hatte ich jede Nacht angst, dass mein Vater meine Mutter umbringt.
Mit 18 habe ich mit dem Jugendamt gedroht und es wurde besser und die Gewalt verschwand komplett. Heute bin ich 25. Ich bin selbstbewusst, offen und habe ein geregeltes Leben. Ich habe einen tollen Lebenspartner, aber sobald er die Tür verlässt, glaube ich er betrügt mich, obwohl ich mir keine Sorgen machen brauche.
Je älter ich werde, desto mehr Ängste bekomme ich von verschiedenen Dingen. Ich weiß eigentlich, dass ich mir schnell Hilfe besorgen muss, denn mein Leben wird immer mehr von Ängsten beeinflusst. Nur dazu fehlt mir momentan der Mut!!
Hallo Christa,
ich stimme Ihnen zu, dass es sinnvoll ist, für die Folgen erlittener Gewalt als Erwachsener selbst die Verantwortung zu übernehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Doch ist das in der Regel schmerzhafter als die folgen zu verdrängen, zu verharmlosen oder per „Wiederholungszwang“ an anderen abzureagieren.
Danke für Ihren Kommentar.
Guten Abend Herr Kopp-Wichmann,
über die Teilnahme an Claudias Klinger Blogparade „Lebenskunst“ wurde ich auf Ihre Seite aufmerksam. Dieser Artikel und der dazugehörige Podcast haben mich tief berührt. Die Kommentare habe ich nicht alle ausführlich gelesen.
Ich wünsche jedem, der als Kind Gewalt erfahren hat – egal in welcher Form, sei es durch Worte, Blicke oder Schläge – dass es ihm rechtzeitig gelingt, sich dieser Gewalt bewusst zu werden und sich im Anschluss daran, damit auseinandersetzen.
Ich glaube und vertraue auf Gott. Dieses sensible Thema mit Bibelzitaten anzupacken, wäre mir jetzt allerdings nicht in den Sinn gekommen.
Vielen Dank für diesen Beitrag.
Noch eine Pflichtlektüre für die Disputanten:
„Auf der Suche nach dem Verlorenen Glück“ von Jean Liedloff
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Kurze Zusammenfassung:
Die Autorin hat mehrere Besuche bei dem indianerstamm der Yequana in Venezuela (und auch in Bali) gemacht und dort auch längere Zeit verbracht. Ihr ist aufgefallen, wie diese Menschen miteinander Leben und umgehen, weshalbglücklich sie sind und hat versucht herauszufinden, woran das liegt.
Sie ist dann zu der Erkenntnis gelangt dass es daran liegt wie die Yequana mit ihren Kindern umgehen. Die Kinder dort reifen also zu glücklichen Männern und Frauen heran. Sie hat sich dann, zurück in New York, überlegt, was die Essenz sozusagen daraus ist und ist zu der Einsicht gekommen, dass sich die Kinder jederzeit willkommen und würdevoll behandelt fühlten.
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Wer will behaupten, dass eine „kleine körperliche Züchtigung“ dem Kind das Gefühl lässt, weiterhin Willkommen zu sein und würdevoll behandelt worden zu sein? Unabhägig davon, ob es in Bibel, Koran oder einem sonstigen Buch steht: Jeder Klaps steht in diametralem Gegensatz zum minimum an Respekt, den man einem Gast oder wenigstens einem Mitmenschen entgegenbringt.
Und auch einem Gast kann man Grenzen aufzeigen, ohne ihn zu schlagen oder zu entwürdigen.
Wir versuchen in dieser Gesellschaft, politisch korrekte Verhaltensweisen und Bezeichnungen gegenüber Behinderten und Alten einzuführen, aber in der eigenen Familie nehmen wir uns heraus, unsere Macht auszuspielen.
Herr koppwichmann,
Es hat enorme Folgen.
Eine tiefe Verunsicherung überhaupt Rechte der Unverletzlichkeit der Person zu besitzen.
Wer dann noch mit einem Glauben an die Hölle aufgewachsen ist, wie ich. Der hat so gut wie keine Chance, jemals daraus zu kommen. So bleib ich halt mal wieder in der Hölle der Gefühle.
Niemand hält sich für zuständig, diesen unerträglichen seelischen Schmerz an zuerkennen, geschweige, zu helfen, die fixe Idee aufzulösen, die die gerade nicht helfen, nicht zuständig sind usw., dass die in der Verdammung (Hölle) schmoren.
@Klausimausi ja die Bücher von Alice Miller haben geholfen, nicht zu verdammen aber auch das Problem gesellschaftlicher und menschlich persönlicher Ignoranz weltweit zu sehen und immer wieder die eigene Hilflosigkeit und Wut anzunehmen, zu akzeptieren und an eine höhere Macht abzugeben, als ein unlösbarer Knoten bedarf sehr viel Mut.
Gewalt beginnt nicht erst bei Mord. Gewalt beginnt bei Verboten, geht über zum Ignorieren zur Verwirrung und dann zum Mord. Ich musste mich bei meinem Lehrer entschuldigen, weil er mich geschlagen hatte und dies deswegen, weil ich mit anderen seine Erziehungsmethoden für gemein gehalten habe. In der gleichen Zeit rettete ich meine Geschwister vor den Streitereien meiner Eltern. Meine Mutter befand sich einer manischen Phase. Ich war 13 und mein Vater erzählte mir, meine Mutter sei ein schlechte Mutter. Der klassische Ödipuskomplex hoch 3.
Ich habe jetzt nicht alle Komentare gelesen aber ich moechte sagen wie unglaublich wichtig ich solche Diskussionen finde. Mein Beitrag soll da nicht fehlen.
Meine Mutter hat ziemlich oft rot gesehen und mit allen gepruegelt was gerade da war. Schuhe, Handfeger oder einfach nur mit den haenden. Dabei wurden diese Ohnmachtsanfaelle oft durch unglaublich unwichtige Dinge ausgeloest. Ich weiss nicht wann es angefangen hat, es war schon immer so. Geendet hat es bei mir als ich meiner Mutter drohte mich zu wehren. Da war ich allerdings schon 15 oder 16 Jahre alt. Ich kann mich bis heute gut daran erinnern. Es war wie eine Befreiung, ein Erfolgserlebniss. Damals habe ich gelernt das man sich durchsetzen muss wenn man etwas erreichen will. Sicher kann man dies auch anders lernen aber es bleibt mir sicherlich mein Leben lang erhalten.
Heute weiss ich allerdings auch was meine Mutter dadurch fast verloren hat. 3 Kinder. Nicht etwa weil sie sie umgebracht haette oder aehnlich… Nein weil wir uns abgewendet haetten. Meine Mutter war restlos ueberfordert und mein Vater hat so weit ich mich erinnern kann nichts bis garnichts zur Erziehung beigetragen. Gemaess der Familientradition hat er nur darauf geachtet das immer genug Geld ins Haus kam. Trotzdem haetten meine Geschwister und ich uns im Falle einer Trennung meiner Eltern sofort fuer den Vater entschieden. Vieleicht kann der eine oder andere aus diesen Zeilen entnehmen das dies bei mir aber auch bei meiner aelteren Schwester sogar ein Wusch war. Oft haben wir darueber geredet.
Fazit: Trotzdem meine Mutter uns am liebsten mit Ihrer liebe ueberschwemmt haette, die gesamte Erziehung uebernommen hat, uns gelehrt hat was Disziplin, Moral und Anstand bedeutet konnte sie uns nie ein Gefuehl der absoluten Sicherheit geben da Sie nicht verstand das Sie selbst eine Bedrohung fuer uns darstellte. Mein Vater der nichts tat ausser das er nie die Hand erhob wurde von uns dafuer geliebt.
Sích hier auf das Buch der Sprüche zu berufen ist altmodisch und verfehlt das Ziel. Wer die Bibel kennt, ist sich im Klaren darüber, dass Gott – sollte es ihn tatsächlich geben – auch keine weitere Sinnflut über uns ergehen lassen wird, denn er selbst sah ein, dass das ein alt-testamentarisches Verhalten war.
Wenn schon das Zitieren aus der Bibel, dann bitte aus dem neuen Testament und hier der entscheidenden Stichpunkte: Gnade und freier Wille!
Ich habe wortwörtlich um Gnade gebettelt, als mein Vater den Kochlöffel schwang, bis er zerbarst. Ich weiss nicht, was es genau in mir auslöst, darüber nachzudenken und zu schreiben… schön ist es nicht! Ich habe das Empfinden nicht tiefer dringen zu wollen. Umso erstaunlicher mein Verhalten, wenn ich mich persönlich von meinem knapp dreijährigen Sohn „angegriffen“ fühle und ihm einen Klaps gebe.
Ich bedanke mich für diesen Artikel und hoffe inständig, das Gelesene und das dadurch Gedachte umzusetzen und meine Kinder vor weiteren zerstörerischen Akten zu bewahren.
Ein kurzer Beitrag für jene, die über die Bibel herziehen. Die Bibel sagt an keiner einzigen Stelle, dass Misshandlungen oder ähnliches erlaubt seien. Ganz im Gegenteil:
Jak 1,20 denn der Zorn des Mannes vollbringt nicht Gottes Gerechtigkeit!
Ich erlebe es so, dass nur ganz wenige bis gar keine Situationen beim Heranwachsen eines Menschen gibt, die Schläge erfordern. Ich habe ein einziges mal im Leben von meinem Vater eine Ohrfeige erhalten und bin ihm heute deswegen dankbar, anders konnte man mich damals nicht stoppen, denn ich wusste, dass ich falsches tat. So wachte ich auf.
Wichtig ist auch anderes. Die Bibel lehrt klar, dass man allen seinen Menschen in Liebe begegnen soll. Einem Kind muss man ganz klar zu spüren geben, dass man es von Herzen liebt. Das ist wichtiger als alles andere. Danach kann es erfahren, dass das Durchgreifen der Eltern nicht zwingend Ablehnung sein muss.
Und es sind nicht nur falsch ausgeteilte Ohrfeigen, die Menschen traumatisieren können, sondern auch Worte und Taten der Ablehnung können Kinder foltern, aber das wird ja nicht verboten…
Hallo Gerhard,
ich finde die Diskussion gut, da sie zeigt, wie wichtig das Thema ist, weil praktisch jeder davon betroffen ist und wie unterschiedlich eben die Sichtweisen sind, die dann schnell als Wahrheiten verkleidet werden.
Sie haben Recht, Gewalt zeigt sich nicht nur in Ohrfeigen und Prügel. Sondern auch in dem Ton, in dem man mit dem Kind spricht. In dem Blick, wenn es etwas fragt. In der mangelnden Zeit, die man ihm nicht widmet … in vielen Formen eben, die verstanden werden können als „Du bist mir nicht wichtig!“
Insofern hat Gewalt – bei Kindern wie bei Erwachsenen – eben viel mit Respekt zu tun. Selbst auf der Polizeiwache, wo man vielleicht jemand mit Gewalt in eine Zelle verfrachten muss, darf man denjenigen nicht schlagen.
Ja, die Resilienzforschung zeigt, dass Kinder unterschiedlich „robust“ sind. Also, dass Kinder auch aus schwierigsten Familienverhältnissen später ein ganz normales Leben führen können und andere mit einem ähnlichen Schicksal große Schwierigkeiten haben. Besser also, als Elternteil „lässt man nicht einiges zusammenkommen.“
Gut Ihr Hinweis auf die Bindungsforschung. Dort ist die Auswirkung von unterschiedlichen Erziehungsstilen gut belegt.
Danke für Ihren persönlichen Kommentar.
Ich gestehe, dass mich die ausgiebige Diskussion über die Auswirkungen elterlicher Gewalt etwas ermüdet. Für MICH gibt es letztlich zwei Quellen für meine Erkenntnis:
1. Die weit überwiegende Mehrzahl der veröffentlichten Forschungen belegen die katastrophalen Auswirkungen der elterlichen Gewalt. Wobei klar ist, dass „elterliche Gewalt“ eben nicht die gelegentlich „ausgerutschte Hand“ bei ansonsten liebevoller Erziehung ist. Kinder sind unglaublich robust, da muss schon einiges zusammenkommen: Prügel, Missachtung, Drohungen, …..
2. Das Leben konfrontiert mich regelmäßig mit bestimmten Situationen, die den als Kind erlebten Horror wieder wachrufen und beispielsweise zu Panikattacken oder zu großer Wut führen. Diese Emotionen sind außerordentlich schwierig zu handhaben, denn der Verstand wird regelgerecht weggeschaltet. Nach langer Therapie bin ich meistens in der Lage, die Auslöser dieser Gefühlsausbrüche zu identifizieren, oft im Nachgang.
3. Die Bindungsforschung hat mir Erklärungen für mein oftmals extrem bizzares Beziehungsverhalten geliefert. Es entspricht durchgängig dem Typus der „desorientierten Bindung“. Man möge mir bitte glauben, damit zu leben ist nicht lustig.
Übrigens: Vom Gott der Christen mag derjenige schreiben, der an diesen glaubt. Mir fällt dazu noch ein, dass ein Onkel ein Vertreter dieses Christengottes auf Erden war. Dieser Priester hat mich und meine Geschwister im Beisein meiner Eltern körperlich misshandelt, ohne dass wir ihm einen Grund dazu gegeben hätten. Meine Eltern haben – natürlich – nicht eingegriffen. Soviel zum Christengott und den zitierten Bibelsprüchen.
Hallo Charliy,
da kommen wir doch zusammen: Respekt und Achtung in Wort und Tat. Natürlich können Worte verletzen, deshalb sind ja ehrabschneidende und herabwürdigende Strafen gleich den körperlichen Strafen verboten – mit gutem Grund.
Geht es nicht eigentlich darum, wie wir das Kind sehen? Ist es elterlicher Befehlsempfänger, der auf Biegen und Brechen erzogen werden muß? Oder ist es eine eigenständige, wenn auch noch wachsende Persönlichkeit, der man in der Entwicklung helfen darf? Und zwar in IHRER Entwicklung, nicht dem Zielbild der Eltern.
Sind wir uns soweit einig? Dann denke ich, kann man auch verstehen, warum Schläge, Züchtigungen usw. nichts bringen.
Ich entwerfe mal einen Gegenvorschlag: wir verbringen Zeit mit dem Kind, zeigen die Welt, erklären, spielen – und nehmen es ernst. Zeigen Respekt und Anerkennung, einfach dafür, daß es da ist. Dazu sind wir konsequent und halten Regeln ein, auch wir Erwachsenen selbst. Dann wird es automatisch dazu kommen, daß auch das Kind diese Regeln kennt und einhält – eben weil sie für alle gelten (in der Pubertät kann dies anders werden, aber das ist auch ein anderes Thema).
Soweit verständlich? Wenn dann noch familienbetreffende Entscheidungen – und sei es nur der Urlaubsort für den nächsten Sommerurlaub – gemeinsam getroffen werden: was soll dann noch passieren?
Das Kind ist angenommen und sicher in der Familie. Es ist geliebt und fühlt dies auch; Regeln gelten für alle. Es wird weder geschlagen noch mit Worten niedergemacht. Stattdessen aber, wo immer möglich, gelobt.
Kleine Versuche, die Grenzen weiter zu stecken, können dann tatsächlich im Dialog gelöst werden bzw. bei kleineren Kindern durch konsequentes Einhalten der Regeln vermittelt werden – ohne Züchtigung oder Beleidigung.
Und noch eins zum Schluß: das sind keine Träumereien, sondern so haben wir unsere Tochter zu einem lebensfähigen, verantwortungsbewußten und empathischen Menschen begleitet. Sie wußte immer, daß sie geliebt und geschützt wird, egal was passiert. Dieses Wissen macht sicher; und ihr könnt sicher sein, ich habe gekämpft wie ein Löwe. Aber für sie, nicht mit ihr.
Von Anfang an bis heute kann sie mir und ihrer Mutter sagen, wenn sie das Gefühl hat, etwas läuft falsch oder jemand verhält sich nicht richtig. Dann setzen wir uns zusammen und sprechen das durch. Und das funktioniert auch, glaubt mir.
Und wer mir nicht glaubt, der lese die Bücher von Alice Miller. Dort wird das Muster beschrieben.
Schönen Tag
klausimausi
Hallo Maritta,
ich behaupte nicht, dass damals bei mir nichts anderes geholfen hätte. Ich kann mir zwar nur schwerlich vorstellen, was genauso effektiv (weil lediglich kurz in der Erfahrung, nicht unerwartet und ohne weiteren negativen Folgen) geholfen hätte – damals…bei mir….
Das ist aber auch nicht was ich hier aufzeigen will, dass es keine Alternativen zur körperlichen Züchtigung gäbe. Es geht mir hier darum, dass:
a.) besonnen und verantwortungsvoll durchgeführte körperliche Züchtigung nicht zwangsweise psychische Probleme mit sich führen muss und
b.) dass alle Erziehungsmethoden am Individuum bewertet werden muss und es keine Pauschalantworten gibt, schon mal garnicht solche platten Antworten, wie sie mMn im Ausgangsartikel stehen.
Die Beziehung zwischen mir und meinen Eltern war und ist recht gut. Meine Eltern haben mir auch damals weit mehr gezeigt, als ihre Analyse vermuten lässt. Es ist so, auch wenn sie es schwer glauben können – die körperliche Züchtigung, die ich durch meine Eltern erfahren habe, hat bei mir keinerlei negativen Folgen gezeigt – eher das Gegenteil.
Welche Gewalt Worte haben können, im Vergleich zur Züchtigung, ist mir zB daran deutlich geworden, dass ich fast 30 Jahre an zwei unbedacht geäußerten Worten meiner Mutter laborierte, bis ich in Gott die Fähigkeit fand diese loszulassen und meiner Mutter zu vergeben. Was wäre denn die folgerichtige Konsequenz aus diesen – so gut wie in jedem Leben von Menschen vorkommende – Erfahrungen, dass Worte mehr zu verletzten in der Lage sind als Schläge? Das Eltern jegliche verbale Kommunikation mit ihren Kindern einstellen sollten? So müsste man logischerweise folgern, wenn man diesen Hype um die Ächtung jeglicher Züchtigung ernst nehmen wollte.
Danke, ich versuche schon die ganze Zeit darauf hinzuweisen, dass ein solches Thema nicht so einseitig dargestellt werden kann – denn es ist, wie sie schreiben, eine „Bandbreite“.
Und manchmal ist es in jeder konfliktgeladenen Kommunikation notwendig ein unmissverständliches „Stopp“ zu setzen. Und nun schauen sie sich mal an, zu welchen Diskussionswusten rein verbal geäußerte „Stopps“ idR führen. Grenzen achten? Andere bei mir unbedingt – ich bei anderen? Wozu soll das gut sein? – so wirkt es immer wieder.
Auch ihnen einen schönen Tag,
Charly
Hallo Charly,
Ich werde sicherlich nicht ihre Worte verdrehen noch missdeuten doch hätte ich eine persönliche Frage an Sie. Sie schrieben:“So erinnere ich mich selbst sehr gut an Szenen zwischen mir und meinen Eltern, wo ich willentlich und wissentlich die Grenze gesucht habe – wissen wollte, wann mir nicht weiter erlaubt wurde zu provozieren. Das ich klar und deutlich – mittels einer (einer, nicht etlichen) Ohrfeige gezeigt bekam, wo die Grenze ist, hat mir in in meiner Charakterentwicklung geholfen.“
Sie sind sich am Ende Ihres Satzes sicher:“ es hätte nichts anderes geholfen.“ Wovon können Sie dies abhängig machen, wenn Sie doch die Bandbreite (Loslegen – Innehalten) in Bezug auf provokante Grenzensuche nur einseitig erlebt haben? Ihre Eltern haben Ihnen die eine Seite (Loslegen) gezeigt. Diese Seite hat Ihnen erst mal ausgereicht – doch wann und mit wem haben Sie die andere Seite (das Innehalten) erlebt?
In einer weiteren Mail schreiben Sie von „Schwarz – Weiß“ Malerei. Dies ist eine Bandbreite. Auf dieser Bandbreite können Sie alle Nuanzen von Farben entdecken und erleben. Wenn Sie Einsteins Theorie von der Konfliktlösung kennen werden Sie wissen was ich damit meine. Man kann Probleme nicht auf der selben Ebene lösen auf der sie entstanden sind. Erst das Herausschreiten wird Ihnen die Lösung respektive den Weg und dann auch ihr Ziel aufzeigen. Viele Menschen, unter anderem auch viele Pädagogen, Psychologen, Mediziner, Lehrer usw. finden häufig nicht mehr den Weg zu Kindern ihr Verhalten zu spiegeln, damit sich das zu lernende Kind daran orientieren kann. Stattdessen haben wir es mit Überforderung im Leben und Erziehen, in der Arbeit und im Privatleben zu tun und können häufig nur einseitig handeln. Dieses Handeln (ob bewusst oder unbewusst) hat Auswirkungen auf unser eigenes wie auch auf anderes Leben. Jede Aktion ruft eine Gegenaktion hervor. Jede Positionierung eine Gegenpositionierung. Dies ist übrigens auch in dieser Diskussion entstanden. Hier kommt jeder nur wiederum für sich selbst raus, wenn er eine Bandbreite für sein Denken und Handeln sucht und dann beite Positionen bedenkt. Erst ein bewusstes Heraustreten aus beiden Positionen wird die jeweilige Lösung aufzeigen und Wachstum ist möglich.
Damit noch einen schönen Abend,
Maritta
Hallo,
was auch immer „politisch korrekt“ sein möge, eins ist für mich sonnenklar: zur sog.Erziehung gehört Respekt. Und zwar Respekt dem Kind gegenüber, das eben nicht aus lauter Bosheit etwas tut, sondern in einem durchaus schwierigen Lernverfahren in die von Erwachsenen verunstaltete Welt wachsen muß. Dies kann nun mit Zwang und Druck, aber auch mit Liebe und Verständnis geschehen
Jeder Mensch weiß doch, wie er selbst gerne behandelt werden möchte. Warum in drei Teufels Namen gesteht man das nicht den eigenen Kindern zu? Man kann auch Grenzen setzen, ohne zu schlagen. Ja, das geht.
Was ändert sich denn so schlecht an unserer Gesellschaft? Wir haben seit 60 Jahren keinen Krieg in Mitteleuropa, die Staaten wachsen zusammen, die Freizügigkeit wächst – was ist daran schlimm?
Schlimm waren die Generationen, die nach dem alten Erziehungsmodell aufgewachsen sind. Die konnten nur keine Psychosen entwickeln. weil sie sich aller paar Jahre im Krieg befanden. Und im Krieg konnten sie die erlittenen und anerzogenen Demütigungen ausleben, indem sie andere der Gewalt unterzogen, den „Erbfeind“ bekämpften, Konzentrationslager einrichteten usw. usf. Sie hatten ja gelernt, daß Gewalt gegen Wehrlose gut und richtig ist. Und nein, das ist jetzt nicht unsachlich. Man lese nur Alice Miller und erkennt das Muster.
Ach, Charly: bitte sag mir doch, wo ich unsachlich bin. Das würde mich noch interessieren.
Zum Thema Supernanny kann ich nur sagen, daß ich die dort verwendeten Methoden als psychische Folter empfinde. Da wird u. a. mit Schuldzuweisungen gearbeitet („Du bist schuld, daß deine Mutter weint“), die sich zu größten Problemen auswachsen können. Nein, so geht es auch nicht.
Zum Schluss nur ein Gedanke: wenn das Schlagen von Kindern so wichtig ist, warum ist dann das Schlagen von Rentnern (z. B. in der U-Bahn) verboten? Selbst dann, wenn diese es verdient hätten?
Oder bin ich jetzt wieder unsachlich?
Unsachlich schönen Tag noch
klausimausi
Eine wichtige Dimension fehlt noch in dieser kontroversen Debatte: es gibt weit mehr Missbrauch und elterliche Gewalt aus Unfähigkeit, Überforderung, Stress und Alkoholkonsum heraus als die von den Züchtigungsbefürwortern gelobten „sinnvollen, Grenzen setzenden“ Ohrfeigen und Schläge.
Gilt jegliche Gewaltausübung gegen Kinder als Unrecht und absolutes „NoGo“, dann wissen diese Leute wenigstens, dass sie Erziehungsversager sind und entfalten in lichteren Momenten evtl. ein Unrechtbewusstsein mit Reue und Bedauern. Gilt dagegen die Doktrin von der berechtigten oder gar „Gott-gewollten“ Züchtigung, dann ist IHNEN keine Grenze gesetzt, sie sehen im Gegenteil ihr Handeln als gerechtfertigt an!
„Völlig gewaltfrei“ ist im übrigen auch eine Erziehung OHNE Schläge nicht, denn schon alleine die immense körperliche Überlegenheit des Erwachsenen, der das Kind ja z.B. einfach festhalten, hochheben, anderswohin bringen kann, vermittelt dem Kind Gefühle der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins, da es dem ja nichts entgegen setzen kann.
Die Realität, von der Sie in Ihrem letzten Satz sprechen, Charly, kann ja immer nur die sein, die jemand subjektiv als solche wahrnimmt und „glaubt“ es sei Realität. Ich habe den Eindruck, dass Sie doch ganz schön in Richtung „Religion“ konditioniert sind.
Ich gehörte selbst lange Jahre -sogar von Kindheit an – einer „Gruppierung“ an, die so argumentierte wie Sie und für jeden Sachverhalt den richtigen Bibelvers mit Kapitel und Vers parat hatte. Ich arbeite heute wieder (leider) mit einem Kollegen zusammen, der dieser Gruppierung angehört und mit dem ich mich über dieses Thema unterhalten habe. Natürlich ist er auch Ihrer Meinung. Er hat vier Kinder, die er äußerst autoritär und streng nach dem Glauben erzieht – auch mit sogenannter „Züchtigung“, jedenfalls hin und wieder wie er meint. Ich begegne seinem 14-jährigen Sohn hin und wieder – er macht auf mich einen äußerst verschüchterten und unfreien Eindruck, kann mir kaum in die Augen sehen. Auch mit der Bibel und gerade mit einem streng ausgelegten Glauben kann man eine Menge Schaden anrichten, wie ich auch selbst erfahren habe. Auch ich bin an meinem 18. Geburtstag ausgezogen.
Dieser „strafende“ Gott, der „in seinem Wort“ (was ich ebenfalls stark bezweifle) von Züchtigung spricht hat so viele grausame Kriege mit seinem Volk geführt, und er will – nach dem Glauben dieser Gruppierung – die Menschen schon wieder durch eine große Vernichtung strafen, weil sie ihm nicht gehorchen. So etwas kann für mich keine Grundlage für eine vernünftige Erziehung sein.
Hallo,
wie wäre es, in meine Worte nicht beständig etwas anderes zu legen, als ich ausgedrückt habe? Ich befürworte keinerlei Gewalt an Kindern, rede hier auch keiner Prügelstrafe das Wort noch meine ich dass man die Bibel dahingehend missbrauchen darf, solche Gewalt an Kindern zu rechtfertigen. Tatsächlich habe ich mich im Detail noch gar nicht dazu geäußert, was ich außer einer Ohrfeige (die eben nachher nicht als blaue Fecken im Gesicht zu erkennen ist) und einem Klaps auf die Windel, unter Züchtigung vorstelle. Ich werde mir auch nicht anmaßen diesbezüglich verbindliche Weisungen geben zu wollen.
So und nun, mit welchen Worten habe ich geschrieben, dass diese Studien einen Wert der körperlichen Züchtigung von Kindern belegen wollten? Ich rede von Studien, die es nun wirklich zur Genüge gibt, die die Folgen und Wirksamkeiten verschiedener Erziehungsmethoden untersuchen. Hier gibt es eben keine einheitliche Aussage, die auch nur annähernd an ihre Aussagen herankommt.
Sie geben die Sendung “Supernanny” als „gute Nachhilfe“ an. Sollten sie nicht wissen, wie heftig umstritten gerade die dort gezeigten Erziehungsmethoden sind? Gab es dazu nicht genügend Auseinandersetzungen in den Medien? Wollen sie die dort gezeigten Methoden „gewaltfrei“ nennen? Wie „gewaltfrei“ ist das denn, wenn ein Kind mit Anwendung körperlicher Gewalt dazu gezwungen wird, auf einer Bank zu verharren oder sein völlig leergeräumtes Kinderzimmer nicht zu verlassen? Stimmt, geschlagen wurde dort kein Kind, da haben sie Recht 🙁 Damit will ich keineswegs sagen – auch wenn es mir nachher wieder unterstellt werden sollte – dass diese Sendungen nicht auch gute Erziehungsmittel und -methoden gezeigt haben könnten. Ich bin kein Pädagoge, ich habe vielmehr mit Erwachsenen zu tun und den tatsächlichen Folgen der erlebten Kindheit. Daher eigne ich mich nicht um kompetente Erziehungsratschläge zu geben, aber von den tatsächlichen Folgen kann ich sehrwohl berichten.
Ist das das Niveau, mit dem wir hier diskutieren wollen? Sätze inhaltlich verdrehen und auf Argumente erst gar nicht eingehen? Dazu ist mir meine Zeit zu schade. Ich habe Marianne geantwortet, weil ich denke, dass ihr Beitrag diesen Respekt verdient. An einer Diskussion, in der ich hauptsächlich damit beschäftigt bin, Missdeutungen meiner Worte entgegenzustehen, habe ich kein Interesse.
Gerade im Netz noch einen Artikel aus dem TAGESSPPIEGEL gefunden vom Januar dieses Jahres:
„Die aktuelle Debatte: Alle reden von Jugendgewalt und minderjährigen Delinquenten. Doch elterliche Brutalität in den vier Wänden ist tabu. Eine öffentliche Diskussion darüber findet bisher nicht statt. Doch Alltagsbeispiele gibt es viele.“ Der vollständige Artikel hier …
Hallo Charly,
schön, dass Sie weiter an der Diskussion hier teilnehmen. Inhaltlich möchte ich mich nicht wiederholen, aber die „ernstzunehmenden psychologischen Studien“ die den Wert von Züchtigung von Kindern belegen, würden mich sehr interessieren. Ganz im Ernst.
Hallo Marianne,
sie machen dasselbe wie andere: Sie lesen in meine Worte das hinein, worauf sie sich schon lange zuvor festgelegt haben. Sie antworten offensichtlich nicht mir, sondern einem Feindbild, das sie zu haben scheinen.
Wovon sie berichten, das nenne ich Gewalt gegen Kinder und nicht Züchtigung. Mein Gottesbild ist lange nicht das des strafenden Gottes. Aber ich mache eben auch nicht die Augen davor zu, dass uns die Bibel auch von dem gerechten Gott berichtet, der auch strafen wird.
Der liebende Gott hingegen drückt z.B. im Hebräerbrief deutlich aus, dass er seine Kinder erzieht – und zwar dort mit der Umschreibung: Hebräer 12:6 Denn, wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt.» Nun steht es ihnen frei, solche Abschnitte aus ihrer Bibel zu entfernen oder solange an ihnen herumzudeuten, bis von ihnen nichts weiter übrig bleibt. Sie können aber diesen Text auch genau studieren – z.B. auch vom Grundtext her. Und sie können sich Gedanken dazu machen, warum denn wohl sowas über Gott berichtet wird und was das tatsächlich meint.
Die Bibel macht z.B. einen Unterschied zwischen Strafe – die lediglich die Folge von Fehlern etc. ist – und Züchtigung/Erziehung – welche ausnahmslos nicht nach hinten schaut, sondern in die Zukunft dessen, der erzogen wird. Explizit steht in der Bibel, dass Gott seine Kinder nicht straft – auch wenn es in manchen Übersetzungen so scheint (siehe Grundtext) – sondern er erzieht/züchtigt seine Kinder. Was ein enormer Unterschied ist – wenn man denn überhaupt bereit ist, sich den anzusehen.
Solange Sie ein solches pervertiertes Bild von Erziehung haben, wie es seit geraumer Zeit propagiert wird, werden Sie nicht in der Lage sein, Erziehung von Strafe oder gar Gewalt zu unterscheiden. Wir können uns entscheiden, völlig verzerrte einseitige Sichtweisen zu glauben oder wir können uns bemühen, solche Themen intelligent anzugehen. Letztlich liegt es bei uns.
Mir „dreht sich der Magen dabei um“, wenn ich sehen muss, wie verantwortungsvolle Eltern als „Gewalttäter“ stigmatisiert werden, nur weil man blind hinter Trends herrennt ohne mit Verstand zu prüfen, was wirklich daran ist und was die tatsächliche Frucht dieser „neuen Erkenntnis“ ist. Und ich finde es verantwortungslos, dann auch noch zu behaupten, wer keine psychischen Schäden durch jede Ohrfeige durch seine Eltern erlebt, würde diese lediglich verdrängen.
Ehe Sie sich weiter aufregen: Ich bin ein strikter Feind von Gewalt gegen Kinder, resp. aller Gewalt. Ich bin aber ebenso nicht bereit, meinen Verstand und meine Beurteilungsfähigkeit zugunsten pseudopsychologischer Trends abzulegen. Fakt ist, dass die Ergebnisse ernstzunehmender psychologischer Studien eine solch einseitige Haltung, wie hier vertreten, nicht stützen.
Mein Appell wäre: Statt sich gedanklich nur in Extremen zu bewegen, sollten wir doch über die Realität nachdenken, die nicht so einfach mit ein paar einseitigen Sätzen zu beschreiben ist.
Hallo Maritta,
ich möchte anerkennen, welchen schwierigen Weg Sie gegangen sind und zu welcher angemessenen und realistischen Haltung Sie in diesem schwierigen Thema gefunden haben. Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch im Zusammenleben mit Ihren Kindern.
Danke für Ihren Kommentar.
In Anbetracht dessen, dass hier so eine hitzige Diskussion entstanden ist, möchte auch ich meine persönlichen Erfahrungen dazu beitragen. Auch ich bin als Mädchen von klein auf geschlagen worden. Dies von meiner Mutter, die ich im Nachhinein nur noch als meine „Auf-die-Welt-Bringerin“ bezeichnen konnte.
Ende meiner teils massiven Schläge (sodass ich nicht mal mehr auf einem Schulstuhl sitzen konnte), fand ich erst kurz vor meinem 18. Lebensjahr – wo ich auch noch an meinem Geburtstag auszog. Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familie. Die Umstände meines Lebens haben meine größeren Brüder gedeckt, wovon einer sogar Polizist ist, und auch mein Pate war. Erst nach vielen Jahren und durch einen Zufall begegnete ich meiner Mutter. Diese lief mir hinterher und meinte: „Ich bin doch die Oma deiner Kinder.“ Dies war für mich das letzte Mal, dass ich sie sah.
Ich kann zwischenzeitlich über die Dinge reden und auch reflektieren. Ich bin selbst Pädagogin und arbeite zusätzlich freiberuflich im Bereich Coaching mit Menschen, die Schwierigkeiten haben und oft auch in ähnlichen Situationen waren wie ich selbst. Ich sehe, welche Probleme sowohl im körperlichen (wie z. B. Nägel beißen, innere Unruhe, Schlafstörungen) wie auch ich psychischen und psychosomatischen Bereich sich auch nach vielen Jahren auf diese Erfahrungen zurück führen lassen.
Unser Gehirn kann eines nicht – und zwar nicht NICHTLERNEN. D.h., dass es jede Erfahrung, und sei sie noch so positiv wie negativ – aufgenommen, verarbeitet und abspeichert wird. Die Abspeicherung kann sowohl bewusst wie auch unbewusst sein, sodass ich mich nach Jahren in ähnlichen Situationen gleich verhalte wie als 3-Jähriger, wo mich meine Mutter schlug und ich kein Entrinnen sah.
Für meine Kinder habe ich mich zur gewaltfreien Erziehung entschlossen. Dass dies sicherlich nicht immer einfach ist, wird jedem klar sein, der selbst Kinder hat. Es kommt auf mich als Erwachsenen an, die Konsequenz aus einem unangemessenen Verhalten zu ziehen. Gerade Kleinkinder handeln noch unbewusst, und ich kann mir keinen Vorfall vorstellen, wo ein bewusst agierender Erwachsene das Recht hätte, deswegen ein Kind zu züchtigen noch zu schlagen.
„Kleine Kinder – kleine Sorgen…“ Meine Kinder sind zwischenzeitlich in der Pubertät, und gerade hier kommt man sehr wohl und noch viel häufiger an seine eigene Grenzen und auch Kompetenzen. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass Kinder ein Recht auf körperliche wie auch seelische Unversehrtheit haben. Komme ich mit ihnen nicht zurecht, liegt es an mir, die Bandbreite meines Handelns zu überprüfen, nicht einseitig und stressbesetzt zu handeln und Lösungen zu den Konflikten aufzuzeigen. Sollte ich dies nicht alleine schaffen, muss ich mir Unterstützung oder Hilfe holen – sei es bei der eigenen Familie oder bei Institutionen.
Hallo Marianne,
das ist nach meiner Erfahrung eine der schlimmsten Erfahrungen: Schläge des einen Elternteils im Auftrag des anderen. Ein schlimmeres Gefühl, von allen verlassen zu sein, ist schwer vorstellbar.
Danke für Deinen Kommentar.
Hallo Charly,
ich bin als Kind schon sehr früh von meinem Vater (z.T. im Auftrag meiner Mutter!) geschlagen worden, das passierte regelmäßig (bei sog. Widerworten oder gezeigter Respektlosigkeit gegenüber meiner Mutter oder meinem Vater) bis ich zurückschlug. Ich war damals 16 Jahre alt und hatte 7 Jahre Kampfsport hinter mich gebracht. Danach hörte mein Vater auf. Warum ?
Wenn es doch Ihrer Meinung nach sinnvoll ist, zu züchtigen, warum hörte er denn auf, wenn ich ebenfalls gemäß Ihrem zitierten Gebot von eben der Züchtigung aus eben den gleichen Gründen (mangelndem Respekt) Gebrauch machen konnte? Ich war (+bin) ein zierliches Mädchen, aber so voller WUT + Verachtung gegenüber meinen Eltern (genau wie Roland es beschreibt), dass ich Bärenkräfte entwickelte, die mir keiner zutrauen konnte.
„Was Du nicht willst, das man dir tut, das tue auch keinem anderen“ – das ist ein Spruch aus dem Neuen Testament abgeleitet, welches mir in ganz jungen Jahren den liebenden, gütigen barmherzigen Gott (aus den Gleichnissen des NT lässt sich ja wohl nur schwer anderes interpretieren, oder sehen Sie in der Gestalt Jesus etwa den zornigen, strafenden dominanten Prinzipienreiter? Einmal wird er als zornig beschrieben, wenn es um Heuchelei geht) als tröstender Begleiter offenbarte. Mein Gottesbild hat sich seitdem auch nicht geändert.
Mir dreht sich auf Grund meiner Erfahrungen einfach nur der Magen um, wenn Sie sich auf „Gott“ als Fürsprecher einer positiven Züchtigung berufen. Und… wer gegen diese ist, ist nicht automatisch FÜR die sog. antiautoritäre Erziehung. Das ist eine Unterstellung, die nicht kommentiert zu werden braucht.
Ich bin ganz überrascht über die hitzige und emotionale Diskussion, die sich hier zwischen Charly und Herrn Kopp-Wichmann entwickelt hat. Warum dieser Kampf zwischen zwei Psychologen? Es gibt immer verschiedene Betrachtungsweisen und ich behaupte, jeder hat aus seiner subjektiven Sicht Recht.
Natürlich brauchen Kinder Grenzen und gerade die antiautoritäre Erziehung hat ja auch eine Menge Schaden angerichtet. Aber müssen es Schläge sein? Ich sehe mir im Fernsehen oft Diskussionen an (z. B. hart aber fair…) und bewundere immer die Teilnehmer in einer Diskussionsrunde, die ruhig und sachlich bleiben können. Jeder hat das Recht auf seine Meinung und jeder hat seinen Platz dort, wo er mit seiner Meinung gebraucht wird.
Und ich habe Herrn Kopp-Wichmann als sehr einfühlsamen Menschen erlebt, der Menschen aufgefangen hat, die tatsächlich durch Schläge in der Familie traumatisiert waren, sogar in Bereichen des täglichen Lebens dieses Trauma als hinderlich erfahren. Wenn man sieht, wie diese Menschen heute noch leiden, kann man solche Art von Züchtigung nur ablehnen – bei allem Verständnis für die Überforderung aufseiten der Eltern. Für mich bleibt auch nur die Lösung, dass Eltern innehalten, sich hinterfragen und nach anderen Möglichkeiten suchen, ihren Kindern Grenzen aufzuzeigen.
Hallo Charly,
Sie haben Recht, Sie wiederholen sich – und auch könnte mich nur wiederholen.
Aber danke für den Segen.
Also ich versteh das schon richtig, oder? Wer bei sich keinen psychischen Schaden aufgrund der erfahrenen Züchtigung durch seine Eltern feststellt, verdrängt diesen nur? Sorry, aber was soll das denn sein? Die erfolgreiche Verdrängung aller auch psychologischen Erkenntnisse, die die eigene Meinung nicht stützen?
Ich muss sagen, dass es mich doch erschüttert zu sehen, dass sie, Herr Kopp-Wichmann, anscheinend nur in Schwarz-Weiß denken, oder täusche ich mich gerade so? Es gibt nur Gewalt, keine Erziehung durch körperliche Züchtigung? Jeder der seinem Kind einen Klaps auf die Windel gibt, ist eigentlich mit einem brutalen Schläger zu vergleichen, weil das ja eigentlich alles dasselbe ist?
Da kommt dann das Argument, dass man ja auch nicht vom Ehepartner geschlagen werden will, etc. Wie sinnvoll ist das? Wie realistisch? Ist jeder, der körperliche Züchtigung in einem engen Rahmen befürwortet auch nicht fähig zu erkennen, dass alle Erziehung zu einer psychischen Reife führen soll? Dazu dass das Kind lernt Grenzen zu erkennen, diese einzuhalten und befähigt werden soll, eben gerade nicht mit Ohnmacht und daraus resultierender Gewalt in Konflikten zu reagieren?
Dazu gäbe es noch etliches zu sagen, aber mir scheint, das politisch korrekte Weltbild sitzt so fest, dass kein Argument hilft 🙁
Entschuldigen sie bitte wenn ich darauf hinweise, aber ich empfinde es als unhöflich Jemanden, der sich in diese Diskussion hier umfangreich einbringt, lediglich mit einer kopierten Antworten zu begegnen 🙁
Nein, ich kann ihre Meinung nicht im realen Leben wiederfinden. Da ich in meiner Beratungstätigkeit auch schon mit echten Opfern elterlicher Gewalt zu tun hatte, empfinde ich ihre überzogene Darstellung geradezu als eine erneute Demütigung solcher Opfer und eine Stigmatisierung aller, die ihre Kinder mit sehr viel Liebe, hohem Verantwortungsbewusstein und eben nicht mit modernen, politisch korrekten Erziehungsmethoden erzogen haben.
Zudem empfinde ich dieses sehr bewusste Wegsehen von eigentlich nicht zu übersehenden gesellschaftlichen Entwicklungen – die durchaus in einem gewissen Rahmen mit der Veränderung der Erziehungsmethoden hinterfragt werden kann – für Niemanden nützlich, wenn nicht sogar schädlich. Es ist nun wirklich nicht zu übersehen, dass ein Ergebnis der „gewaltfreien“ Erziehung unter anderem extrem gesteigerte Gewaltbereitschaft bei den so Erzogenen aufzeigt.
Aber was wiederhole ich mich hier? Ich denke ich habe gesagt, was ich sagen wollte. Somit wünsche ich ihnen allen Segen Gottes und gerne etwas mehr Weisheit.
Charly
Hallo Marita,
ja der erste Satz ist enorm wichtig, wenn man verstehen will, warum Menschen etwas tun, was für andere und/oder für sie selbst große Nachteile hat: Jeder Mensch trifft mit seinem Verhalten die beste Wahl – im Rahmen seiner Wahlmöglichkeiten.
Das heißt, in jedem Moment wägen wir Kosten und Nutzen ab und treffen dann unsere Wahl. Das ist natürlich nicht immer die beste Wahl, die man sich vorstellen kann. Aber es ist die beste Wahl für den betreffenden Menschen, also eine bessere steht ihm nicht nur Verfügung. Emotional nicht zur Verfügung, verstandesmäßig schon.
Ich glaube, kaum ein Elternteil will seine Kinder wirklich schlagen. Aber wenn man gestresst nach Hause kommt, das Kind ist quengelig, der Elternteil will ausspannen und will seine Ruhe. Jetzt kommt es bei manchen Eltern zu einer Gewaltspirale, wenn das Kind auf Anschreien „Sei endlich ruhig!“ nicht still wird. Theoretisch gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten, wie der Vater sich erst einmal beruhigen könnte. Wenn aber Gedanken dazwischenkommen, dass man ein Recht auf Ruhe hat, dass das Kind einen nur ärgern will, dass man das Kind schließlich erziehen muss, zu gehorchen – dann ist die Ohrfeige nicht weit.
Dann ist die Ohrfeige für diesen Menschen die „beste“ Wahl. Sicherlich nicht zum Besten des Kindes, auch nicht für die häusliche Atmosphäre, aber der betreffende Elternteil hat in diesem Moment keine bessere Alternative greifbar.
Das ist eine Betrachtungsweise, die nicht verurteilen will, sondern verstehen – aber auch nicht entschuldigen. Was folgt daraus, wenn man sein Verhalten ändern will? Man muss seine Handlungsmöglichkeiten vermehren. Überlegen, welche anderen Alternativen es in schwierigen Situationen gibt und innerlich bearbeiten, was einem dazu im Wege steht, sie einzusetzen.
Danke für Ihren Kommentar.
Ich habe auf Ihrem Seminar gelernt, dass „Schläge“ immer die im Augenblick „beste“ Möglichkeit ist, die den Eltern zur Verfügung steht, weil sie in dem Augenblick keine andere haben. Wir können ja noch so viel „auf intellektueller Ebene“ darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist und welche Auswirkungen es auf den so Gestraften hat – es wird ja leider immer Menschen geben, denen keine anderen Mittel zur Verfügung stehen und also wird es auch immer Menschen geben, die unter den Folgen zu leiden haben, und, weil sie nichts anderes kennen, mit ihren Kindern genau so verfahren.
Wenn es aber die wachrüttelt, die etwas verändern „können“, dann hat diese Diskussion ja etwas bewirkt.
Ich bin auch der Meinung, dass es eher die „anscheinende Machtlosigkeit“ der Eltern ist, die die körperliche Zucht wählen (zumeist auch noch im Affekt). Der „Erziehungsauftrag“ erfordert viel Zeit, die die Eltern heute leider nicht mehr haben oder besser gesagt, nicht aufbringen wollen, weil ihnen andere Dinge wichtiger sind (Geld, Konsum etc.)
Ich glaube, dass die Eltern, die Zeit mit ihren Kindern verbringen und sie als Persönlichkeit achten, es nicht nötig haben, zu solchen Mitteln zu greifen. Wenn man Kinder erziehen will , muss man sich zunächst selbst erziehen – das haben wir alle – so alt wir auch geworden sind – immer wieder nötig und Erziehung funktioniert aus meiner Sicht hauptsächlich durch das, was die Eltern vorleben. Da aber wahrscheinlich die meisten von uns unter dem Druck der Gesellschaft nur funktionieren und uns zu selten die Zeit nehmen, uns mit uns selbst und den Kindern auseinanderzusetzen, passiert es überhaupt, dass Kinder „Grenzen überschreiten“ – aus meiner Sicht nur ein Hilfeschrei „ich bin orientierungslos“. Und diese „Orientierungslosigkeit“ wird in unserer Zeit durch die Reizüberflutung durch die Medien, Computer, Handys etc. immer größer.
Umso größer ist der Auftrag der Eltern, „Zeit“ mit ihren Kindern zu verbringen. Gespräche, gemeinsame Spiele, gemeinsame Erlebnisse – das gibt Kindern Halt und das Gefühl der Zugehörigkeit zu der Familie, die ihnen Sicherheit und Halt gibt. Und unter diesen Gesichtspunkten sind aus meiner Sicht Schläge völlig überflüssig – ja sogar entwürdigend und bewirken eher das Gegenteil.
@harey: Strafen helfen selten auf den Weg des Guten. Sonst gäbe es ja in unseren Gefängnissen keine Wiederholungstäter. Das Problem bei Strafen ist ja auch: man muss mit der Zeit die „Dosis erhöhen“. Wenn trotz der Ohrfeige das Kind wieder das Gleiche macht, was dann? Dann braucht man statt der Ohrfeige eine andere Strategie. Hat man die nicht, greift man eben zu härteren Strafen. Das ist die fatale und absehbare Entwicklung, wenn man einmal in die Gewaltspirale eingestiegen ist.
Danke für Ihren Kommentar.
Hallo,
soweit ich mich erinere wurde ich als Kind ein paar Mal geohrfeigt. Wenn ich jetzt daran zurück denke, hatte ich nicht das Gefuehl, mir würden „Grenzen aufgezeigt“. Ich hatte mehr das Gefühl, meine Eltern wussten in diesem Moment nicht was tun, dadurch glaube ich, dass die Ohrfeige gerade das Gegenteil von dem bewirkt hat, was sie bewirken sollte.
Wer sein Kind ohrfeigt bringt ihm nur bei, in problematischen Situation die Beherrschung zu verlieren. Ich denke, dass so etwas dazu führt dass Kinder den Respekt vor ihren Eltern verlieren. Das ist meine Meinung.
Ich denke es gibt nur eine Situation in der „Gewalt“ gerechtfertigt ist. Das ist meiner Meinung nach wenn das zweijährige Kind einen Topf mit kochendem Wasser vom Herd zieht, ich denke in dieser Situation würde jedes liebende Elternteil das Kind ein bisschen grober anpacken um Schlimmeres zu verhindern.
Grüsse
harey
@Klausimausi: Danke für Ihren engagierten Kommentar. Aber in Ihrer Kritik an andy’s Beitrag bin ich anderer Meinung. Ich finde das Verhalten angemessen und verstehe den Augenausdruck auch eher als das Verstehen der Grenze – soweit man das alles aus der Ferne beurteilen kann.
Okay, Leute, eines möchte ich wissen: wer von euch ist damit einverstanden, bei einem Fehler einen Faustschlag vom Chef/Frau/Kollegen zu bekommen? Keiner? Warum denn nicht, eben schreibt man doch, wie wichtig das manchmal ist. Oder eben nur bei anderen, bei Kleinen, die sich nicht wehren können?!
Zu andy 55: die großen Augen des erwähnten Mädchens zeigen mir auch, daß es etwas verstanden hat. Es hat nämlich verstanden, für den Vater nicht wichtig zu sein. Es wurde zurückgesetzt und vor Publikum zurechtgewiesen – ein Vorgang, für den ein Vorgesetzter massive Probleme am Arbeitsplatz bekommen würde; zurecht.
Kinder zu schlagen ist keine Lösung; sie ernst nehmen schon. Wie sollen denn bitte selbstsichere Menschen aus ihnen werden, wenn schon die Eltern ihnen suggerieren: du bist im Moment nicht gefragt, andere(s) ist wichtiger. Nur sichere Kinder sind ruhige Kinder. Übrigens kann man durchaus ohne Schläge Grenzen setzen, Kinder merken nämlich, wann man es ernst meint. Leider sind die meisten Erwachsenen nicht konsequent, und so kommt es zu Mißverständnissen – die dann wieder mit Ohrfeigen geahndet werden.
Auch Liebesentzug ist keine Lösung, sowenig wie Demütigung und Beschämung. Komisch, daß der Blick auf unsere Kinder immer so negativ ausfällt. Liegt es vielleicht daran ,daß sie keine guten Vorbilder haben? Denn: Erziehung heißt vorleben, alles andere ist Dressur.
Und ich setze noch einen drauf: Wenn Schläge (und Demütigungen) die Antwort sind, dann stellen wir die falschen Fragen.
Gott habe ich nicht ins Spiel gebracht, das waren andere. Aber auch hier überwiegen die negativen Beispiele; diese werden aber auch immer gern genannt. „Wer die Rute schont …usw.“ – ja, gehts noch? Nur weil dieser durchgeknallte Salomon – der historisch nicht mal nachweisbar ist – so etwas gesagt haben soll, werden heute noch Kinder geschlagen? Warum reitet dann niemand mehr auf Eseln, wo doch Jesus himself auf einem geritten ist. Der hatte auch kein Auto, und trotzdem fahren heute viele eines. Oder ist das was anderes?
Ich bleibe dabei: Schläge und Demütigungen sind keine Erziehung, sondern eine Bankrotterklärung. Und wenn der Vater dann tränenüberstömt vor einem kniet: was fühlt man da? Mitleid? Erleichterung? Verachtung?
Zum Schluß möchte ich noch ein Zitat von Astrid Lindgren erwähnen: „Kinder, die nicht geliebt werden, werden Erwachsene, die nicht lieben können.“
Aber schlagen können sie…
klausmausi, schlagfrei
@Anonym: Danke für Ihren Kommentar und Ihre Offenheit. Ihre Meinung, dass man Kinder bis zu drei Jahren schlagen darf, für falsch. Auch kleine Kinder reagieren auf Worte, auf Tonfall und auf Festhalten, das aber nicht überwältigend sein darf.
Natürlich ist auch seelische Gewalt grausam und schädlich. Ein Elternteil, der ein Kind als Strafe stunden- oder tagelang ignoriert, handelt kaum besser als derjenige der schlägt.
Wichtig zu verstehen scheint mit, dass das Schlagen aus der Hilflosigkeit des Elternteils entsteht, nicht durch das Schreien des Kindes oder dessen „Ungezogenheit“. Es geht immer um verschiedene Möglichkeiten des Grenzensetzens auf der einen Seite und um positive Beziehungsangebote auf der anderen Seite. Eine gute Nachhilfe gibt es ja jede Woche in der Sendung „Supernanny“.
Ich bin als Kind auch „geschlagen“ worden und ich bin auch eine von denen, die sagen „es hat mir nicht geschadet“.
Mein Vater war früher sogar recht jähzornig und hat mich ein paar Mal aus seiner Wut heraus versohlt (allerdings niemals mit irgendwelchen Gegenständen, was ich auch für völlig inakzeptabel halte!) – allerdings hat er sich dann später am Tag unter Tränen bei mir entschuldigt. Und das ist es, was bei mir hängengeblieben ist.
Ich finde, man MUSS zwischen „Züchtigung“ und Gewalt-MISSBRAUCH unterscheiden. Einem zweijährigen Kind kann man nicht mit Erklärungen kommen. Ich selbst habe meinen Kindern in manchen Fällen auch den Hintern gehauen, um sie zu erziehen, aber ich meine, dass das ein Mittel ist, was nur bei Kleinkindern adäquat ist. Ich habe mir immer gesagt, solange sie eine Windel tragen, ist es ok. Mit drei Jahren kann man Kinder auch schon mit Erklärungen überzeugen, aber bei ganz Kleinen ist das unmöglich. Und wenn sie ein NEIN nicht akzeptieren, muss man es eben auch mal mit einem Klaps auf die Finger oder auf den Po bekräftigen.
Ich finde es fatal, dass man Eltern mit dem „Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung“ ein wichtiges Instrument aus der Hand genommen hat, denn nun werden viele Eltern aus Hilflosigkeit zu seelischer Gewalt greifen, und die halte ich für wesentlich folgenreicher.
Oder sie erziehen gar nicht mehr, was noch viel schlimmer ist – ich weiß ein Lied davon zu singen, denn ich sehe die Resultate im Kindergarten…
ich finde den austausch interessant. es gibt immer wieder verschiedene argumente für die eigene überzeugung. das ist doch prima. was ich nicht so prima finde ist die schwarz-weiss-malerei.
niemand schlägt nur ständig sein kind. und niemand hat jederzeit seinen eigenen liebestank so gefüllt, dass er nur liebe-pur an sein kind weitergeben kann. liebe kann auch schwächlich sein, wenn es sich z.b. von kindern drangsalieren und bestimmen lässt.
und bitte, klaus, dichte gott nicht nur grausame eigenschaften zu. wer ehrlich bibel liest, der wird an extrem vielen stellen eben auch die liebende seite gottes erkennen. als auch seine heilige seite.
diese diskussion hier bei theolounge kann niemals alle aspekte von erziehung, liebe oder gewalt zu kindern abdecken.
dazu sind die personen zu unterschiedlich geprägt und zusammengestellt.
was ich gut finde: gegen gewalt und autoritätsmissbrauch – in welcher form auch immer – sollte immer vehement vorgegangen werden. und zur aufmerksamkeit, freundlichkeit, körperliche kontakte zu kindern ermutigt werden.
noch ein gestern erlebtes beispiel: wir unterhalten uns in einer ausstellung, da kommt ein zirka 4-jähriges kind zu meinem gesprächspartner und unterbricht lautstark unsere unterhaltung, stösst sogar gegen vaters beine. der nahm töchterchen mit einem festen griff hoch, so dass ihre augen seinen gegenüber waren, und sprach bestimmt: „XY, ich unterhalte mich gerade. warte bitte, bis wir fertig sind. ich komme dann zu dir.“ die grossen augen des kindes zeigten, dass sie die grenze erfasst und akzeptiert hatte…
mich beeindruckte diese kurze szene. kein schlagen, aber liebevoll und klar grenzen aufgezeigt – das war ein gutes mittel.
Züchtigung ist keine Gewalt?
Gewalt schadet nicht?
Eine Ohrfeige macht nix? Oder ist gar manchmal nötig?
Warum höre ich im Zusammenhang mit Kindern immer Aussagen wie: Erziehung, Druck, Disziplin, Folgsamkeit usw., nur gaaaanz selten aber: Liebe, Verständnis, Da-Sein, Verlässlichkeit, Stärken?
Es gibt ganz neue medizinische Forschungen, die beweisen, daß Misshandlungen (und dazu gehört auch die „notwendige“ Ohrfeige) sich als Veränderungen im Gehirn zeigen und in bildgebenden Verfahren gezeigt werden können. Soviel zum Thema „hat nicht geschadet“.
Warum werden Kinder unterdrückt, in ein Schema gepresst, gnadenlos den Erwartungen von Erwachsenen unterworfen? So können sich keine freien, unabhängigen, fröhliche Menschen entwickeln. So entwickeln sich Steigbügelhalter, Ja-Sager, Duckmäuser – so wurden die Nazi-Anhänger erzogen.
Übrigens ist auch die Mißachtung, das Nicht-mehr-miteinander-sprechen eine Züchtigung und Gewalt, ebenso Niedermachen und Demütigen oder Beschämen. Behandelt man einen Hund so, wird er über kurz oder lang beißen. Und mit was? Mit Recht..
Ganz perfide wird es, wenn auch noch Gott und sein angebliches Wort in der „Heiligen Schrift“ als Zeuge herhalten müssen. Da kann man ja gar nicht widersprechen, wer wollte denn schon gegen Gott opponieren? Aber ein Gott, der sich nur durch Anwendung von Gewalt, Beschämung, Demütigung und Zwang definiert ist kein Gott, sondern eine erbärmliche Erscheinung. glücklicherweise ist dies nur eine Erfindung von machtgeilen Patriarchen, die ihre Sicht der Dinge in einem sog. heiligen Buch festgehalten haben, um damit die Menschen zu beherrschen.
Meine Tochter hat nie Gewalt erlebt und kann sich trotzdem in Gemeinschaften einfügen – vielleicht besser als die sog. “ gut Erzogenen“.
Merke: Nicht Gewalt, sondern Liebe ist der Weg. Dass dies ausgerechnet bibeltreuen Lesern nicht bewußt ist, wirft m. E. ein schräges Bild auf das Christentum. Aber wie gesagt ,das ist meine Meinung. Die behalte ich auch gerne, die muß niemand teilen.
Nur Schlagen, das ist unter aller Sau.
der nichtschlagende klausimausi
Auch für mich ist die Bibel ohne Abzüge Gottes geoffenbartes Wort. Das bedeutet nicht, dass ich sie dumm und naiv lese und jegliche historischen Bezüge etc. ausklammere. Aber sich einfach einem Anspruch aus dem Wort Gottes zu entziehen, indem man diesen als „veraltet“, „für uns nicht relevant“, etc. betitelt, empfinde ich für einen Christen als sehr naive Haltung. Soweit dazu.
andy55 hat uns hier schon einen Gegenbeispiel aus dem Seminar gebracht. Solche können wir nun Zuhauf finden oder erproben – zumeist werden wir genau dieselben Erfahrungen machen, wie andy55.
Es gibt sehr wohl einen ganz klaren Unterschied zwischen Gewalt und Züchtigung. Züchtigung muss besonnen und zielgerichtet und in deutlichen Grenzen geschehen. Wann immer jemand in Wut und Rage sein Kind züchtigen will, steht er in der großen Gefahr gewalttätig zu werden.
Ok, machen wir eine weitere Gegenprobe:
Welche Art der Erziehung bringt mehr Gewaltbereitschaft bei den Erzogenen hervor? Wenn wir uns in unserer Gesellschaft um eins sicher sein können, dann das, dass die „gewaltfrei“ erzogenen Kinder zu extrem höherer Gewaltbereitschaft tendieren, wie die angeblich durch „Gewalt“ erzogenen. Eben dieselben zeichnen sich auch darin aus, dass sie weder für sich noch im Umgang mit anderen ihrer Grenzen sicher fühlen – beständig werden Grenzen überschritten und dadurch Konflikte erzeugt. Ein paar Gespräche mit Lehrern und Lehrherren geben darüber reichlich Auskunft. Gibt uns das eigentlich nicht zu denken? Insbesondere die Opfer der „antiautoritären Erziehung“ (Ja ich nenne sie Opfer, weil sie sich selbst so empfinden), klagen darüber, dass ihnen verwehrt wurde als Kinder rechtzeitig Grenzen kennenzulernen.
Hier vergesse ich auch nie eine Karikatur, in der eine solche antiautoritär erziehende Mutter vor einem Kleinkind hockt, das ein anderes Kind geschlagen hat und dieses fragt: „Sollen wir darüber reden?“
Es ist schlicht an jeder Realität vorbei, wenn man meint alles wäre durch Reden, etc. in der Erziehung zu meistern.
Das Problem das ich heute sehe ist nicht, dass Kinder unter Umständen auch durch körperliche Züchtigung erzogen werden, sondern ich sehe das Problem darin, dass die heute erziehende Generation aus eigenem Erleben keine gute Grenzsetzung mehr kennt. Ich beobachte sie regelmäßig, die bis an die Schmerzgrenze brüllenden jungen Mütter, oder die vor Scham hinter dem Einkaufswagen versinkenden Mütter, weil ihr Kind frenetisch im Kaufhaus brüllt, etc. Ich beobachte immer wieder Mütter, die nie wirklich klare Grenzen für sich erfahren haben und infolgedessen auch nicht wissen, wie sie diese ihren Kindern vermitteln sollen.
Kein Wunder, wenn bei solchen Eltern Züchtigung sehr schnell in Gewalt ausufert. Aber sehen wir doch genau hin: die von diesen Eltern ausgeübte „gewaltfreie“ Erziehung ist zu oft eher dahin tendierend ein Auswuchs psychischer Gewalt zu sein – mit dem Kinder nun ganz und gar nicht umgehen können. Eine Mutter, die z.B. tagelang nicht mit ihrem Kind redet oder körperliche Zuwendung verweigert ist um Längen grausamer wie eine Mutter die unter Umständen ihrem Kind auch mal eine Ohrfeige gibt. Die Ohrfeige wird das Kind richtig zuordnen können, das andere kann kein Kind verstehen.
Um es klar zu stellen: Ich bin ebenso ein Feind völlig überflüssiger körperlicher Züchtigung. Erst recht bin ich ein Feind von Gewalt gegen Kinder. Es ist aber völlig weltfremd jede körperliche Strafe als traumatische Erfahrung für Kinder darstellen zu wollen.
Da ich selbst beratend arbeite und auch Seminare gebe weiß ich, dass man als Referent bei bestimmten Themen ganz leicht eine Atmosphäre erzeugen kann, in der sich bald jeder als Betroffener empfindet. Ja man kann es sogar soweit bringen, dass Menschen „Erinnerungen“ hervorrufen, die gar nichts mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. Dazu gibt es auch genügen psychologische Studien.
Deshalb möchte ich hier Herrn Kopp-Wichmann mal fragen, ob er sich sicher ist, dass er es nicht selbst ist, der mit seiner einseitigen Einstellung in seinen Seminaren solche Bekundungen fördert und woher er sich so sicher sein will, dass alle diese Erinnerungen auch tatsächlich echte sind? Wenn ich als Referent nur eine Sichtweise habe und gestatte, wie will ich dann sicherstellen, dass ich bei den Teilnehmern nicht nur das erzeuge, was ich erwarte? Darauf erwarte ich hier keine Antwort, hoffe aber, dass Herr Kopp-Wichmann sich diesbezüglich noch einmal reflektiert. Der obige Artikel weckt bei mir nicht nur Widerspruch, sondern auch Bedenken, ob denn diese Intensivseminare empfehlenswert sind. Nicht weil ich die Seminare von Herrn Kopp-Wichmann kennen würde oder gar beurteilen könnte, sondern weil ich schon viel zu viele laienhafte bis stümperhafte Seminare über sensible Themen erleben musste. Das hat bei mir zu einem Besinnen geführt und dazu, dass ich nicht mehr bereit bin, bestimmte Entwicklungen in Seminaren zuzulassen, in denen ich verantwortlich mitarbeite.
Züchtigung und Gewalt gegen Kinder ist kein einfaches Thema und ist meiner Meinung nach deshalb auch nicht so einfach und einseitig darzustellen.
Charly
@andy55: Ich habe die Aussage „die Schläge haben mir nicht geschadet“, schon oft gehört. Das hat ja auch immer etwas damit zu tun, wie sehr man sich selbst überhaupt kennt und Verbindungen fühlen und verstehen kann zwischen der eigenen Herkunft und dem heutigen Leben.
Ich verstehe diesen Satz meist als Versuch, einen inneren Loyalitätskonflikt aufzulösen. Denn auf der einen Seite sind da die guten Eltern, denen man dankbar ist. Und dann gibt es da die „schlechte Seite“ wo man unter verschiedenen Eigenschaften von ihnen (es geht ja nicht nur um Schläge) gelitten hat. Das ist schwer innerlich zu vereinen.
Besser auflösbar wäre dieser innere Konflikt, wenn es möglich wäre, mit den Eltern als Erwachsene darüber zu sprechen. Idealtypisch könnten dann die Eltern einsehen, dass die Prügel keine Erziehungsmaßnahme waren, sondern Ausdruck der eigenen Überforderung in diesen Situationen. Vielleicht könnte es ihnen auch leid tun und vielleicht könnten sie sich nachträglich entschuldigen. Dann würde man als Erwachsener sehen können, dass auch die großen Eltern von damals Menschen sind, mit Vorzügen und Fehlern. Und dann könnte man sich vielleicht umarmen und es wäre gut.
Diese emotionale Konfrontation in der Beziehung vermeidet man natürlich, wenn man überzeugt ist, es gibt gar nichts zu besprechen, denn „es hat mir gar nicht geschadet.“
Danke für Ihren mutigen Kommentar.
in einem erziehungsseminar besprachen wir auch die obige thematik. die referentin fragte dann uns zuhörer, wer denn als kind körperlich gezüchtigt wurde. cirka 95 prozent hoben die hand. als nächstes frug sie uns, wer denn meinen würde, davon einen bleibenden schaden davongetragen zu haben. die antwort: keiner hob die hand.
ich will damit nicht beweisen, das körperliche züchtigung richtig sei.
aber:
wir als eltern bekommen kinder von gott anvertraut, die wir erziehen sollen. nun halte ich es für unpraktikabel, einem kleinstkind vorträge zu halten, um es intellektuell in eine richtung zu beeinflussen. für kleine kinder funktioniert das leben manchmal herrlich einfach. schreien, auf den arm genommen werden, zu trinken bekommen – das sind einfache mechanismen, die es im kleinen alter begreift.
später, wenn es kommunizieren kann, geht immer mehr übers reden, über logische konsequenzen, übers argumentieren.
aber meine frage bleibt: wo beginnen und enden die erziehungsmethoden? eine tomatenpflanze kann sich nur wirklich entwickeln, wenn sie an einen stützstock angebunden wird und ihr auch die falschen treibansätze ausgegeizt werden. als gärtner empfindet man so einen stock als sehr hilfreich für die pflanze. als tomatenpflanze sträubt man sich sicher gegen die beschneidung der vermeintlichen freiheit. tja, was richtig machen?
wir haben vor vielen jahren unsere eigenen kinder auch anfänglich mit schlägen erzogen (weil wir es gar nicht anders aus eigenem erlebnisfeld kannten), wenn sie wieder und wieder ihre grenzen austesten wollten. mit zunehmendem alter und dem möglichen intellektuellen austausch mit ihnen waren die drastischeren massnahmen gar nicht mehr notwendig. dann griffen mehr und mehr die logischen folgen von nicht eingehaltenen normen und absprachen.
heute haben sie selber kinder und bestätigen uns, dass ihnen die strenge nicht dauerhaft geschadet hätte.
aber danke für den artikel, der ja auch aufzeigt, wie hilflos und übermässig strafend manche eltern ihren kindern einen bleibenden schaden zufügten – und darüber muss gesprochen werden.
genauso wie über die kinder oder die generation, die bewusst antiautoritär „erzogen“ wurde – die ergebnisse bringen jeden unternehmer immer wieder horrende probleme, weil diese „kinder“ sich oft überhaupt nicht in ein team einordnen können.
p.s. im übrigen glaube ich wie charly, dass die bibel gottes wort und botschaft an uns menschen ist und kein zusammengesetztes mythenbuch, ähnlich der märchen der gebrüder grimm. gott, der den menschen erschaffen hat, weiss auch wie er funktioniert. egal, ob vor 3000 jahren oder in der jetztzeit, ganz unabhängig von den jeweiligen „neuen“ erkenntnissen der modernen psychologie. das ist ein hilfreiches wissen…
Hallo Charly,
die Bibel wurde nicht von Gott selbst geschrieben, sondern entstand in einem Prozess. Irgendwann kam es zur Kanonbildung, d.h. man wählte gewisse Bücher aus, andere kamen nicht in den Kanon.
Die aufgenommenen Bücher enthalten sicherlich viel Gotteserkenntnis von vielen Menschengenerationen. Dennoch müssen diese Gedanken immer wieder neu ausgelegt und auf die aktuelle Lebenssituation hin überprüft werden.
Es geht dabei nicht darum, die Aussagen der Bibel nun völlig umzudrehen. Aber zb das Buch der Sprüche beinhaltet nun einmal Lebensweisheiten – das sind zu einem großen Teil einfach gesammelte menschliche Weisheiten.
Die Evangelien sehe ich anders, übrigens. Aber hier, bei den Sprüchen beispielsweise, ist es durchaus sehr angesagt, das auf den aktuellen Lebenskontext und die Lebenswirklichkeit anzuwenden und zu aktualisieren.
Und in unserer westlichen Pädagogik – zumindest in Deutschland glücklicherweise – haben Schläge – zumindest offiziell – nichts mehr zu suchen. Das halte ich für absolut richtig.
Man kann auch verbal und durch sein Verhalten einem Kind oder Jugendlichen klar machen, was Sache ist.
Und wenn man es nicht kann, dann sollte man es lernen – anstatt zu schlagen. Also man sollte sich selbst verbessern, anstatt aggressiv zu werden gegenüber Schwächeren, nur, weil man manche Situationen nicht zu handeln gelernt hat.
Denn ist es nicht auch eines der ganz zentralen Gebote, sogar das zweit-zentralste Gebot Jesu überhaupt: den Nächsten lieben wie sich selbst ? (Voraussetzung: man muss sich selbst natürlich auch lieben, damit das funktionieren kann).
Hallo Charly,
ich widerspreche entschieden und halte auch nichts von der Unterscheidung zwischen Züchtigung und Gewalt. Damit ist ja wohl gemeint, dass Züchtigung legitimierte, berechtigte Gewaltausübung darstellt, also letztlich „gute“ Gewalt.
Ich finde andererseits auch nicht, dass eine oder mehrere Ohrfeigen gleich traumatische Folgen haben müssen. Es geht mir mehr darum, dass elterliche Gewaltausübung immer einen Mangel an alternativen Grenzsetzungsmöglichkeiten darstellt. Dem Mangel kann man – wenn man will – durch Information abhelfen. Es gibt genügend Bücher, Elternkurse etc., die demjenigen der Alternativen sucht, andere Möglichkeiten zeigt.
Das Schlimme an körperlicher Gewalt sind für den Betroffenen die Gefühle von Ohnmacht, Scham und unterdrücktem Zorn, die verborgen werden müssen und dort zu Verhaltensstrategien führen. Strategien, die entweder im Hinnehmen und Ducken oder in Rache und Verachtung münden. Das vor allem ist das Negative an körperlichen Strafen in Beziehungen.
Stellen Sie sich einfach vor, Ihre Partnerin würde Sie wegen einem Verhalten, das ihr nicht passt, ohrfeigen. Oder Ihr Chef. Oder ein langjähriger Kunde. Welche Auswirkungen auf die Beziehung zu demjenigen hätte es? Vor allem, wenn derjenige sich rechtfertigen würde mit Erklärungen wie „Das musste jetzt sein!“ oder „Sie wissen genau, dass Sie das verdient haben.“
Danke für Ihren Kommentar.
Das liest sich ja erschütternd und fast einleuchtend. Aber ist das auch stimmig? Ist es wirklich so? Dieser Beitrag lässt die Vermutung aufkommen, dass jeder Schlag von Eltern, jede Ohrfeige, etc. tiefste traumatische Spuren in der Seele der Kinder hinterlässt – was aber nicht stimmt.
Wo zieht hier der Autor eigentlich die Grenze zwischen Züchtigung und Gewalt? Gibt es für ihn eine? Für die Erlebniswelt der Kinder gibt es sie offensichtlich. Eine als begründet durchgeführte Züchtigung wird von den Kindern – so sie im Rahmen einer Züchtigung und nicht als Gewaltexzess stattfindet – keineswegs als traumatisches Erlebnis eingestuft.
So erinnere ich mich selbst sehr gut an Szenen zwischen mir und meinen Eltern, wo ich willentlich und wissentlich die Grenze gesucht habe – wissen wollte, wann mir nicht weiter erlaubt wurde zu provozieren. Das ich klar und deutlich – mittels einer (einer, nicht etlichen) Ohrfeige gezeigt bekam, wo die Grenze ist, hat mir in in meiner Charakterentwicklung geholfen. Irgendeine schwammige Ersatzhandlung, wie sie heute oft propagiert wird, hätte mir nicht geholfen.
Das körperliche Züchtigung nicht per se als generell schädlich anzusehen ist, sagt uns sogar das Wort Gottes, in uns heute seltsam gewalttätig anmutenden Worten:
Sprüche 13:24 Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn; aber wer ihn liebhat, züchtigt ihn beizeiten.
Sprüche 19:18 Züchtige deinen Sohn, solange [noch] Hoffnung da ist; aber lass dich nicht dazu hinreißen, ihn zu töten!
Sprüche 22:15 Haftet Narrheit am Herzen des Knaben, die Rute der Zucht entfernt sie davon.
Sprüche 23:13 Entziehe dem Knaben die Züchtigung nicht! Wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben.
Hebräer 12:6 Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt.» 7 Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8 Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr Bastarde und nicht Söhne. 9 Zudem hatten wir auch unsere leiblichen Väter als Züchtiger und scheuten sie. Sollen wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister unterordnen und leben? 10 Denn sie züchtigten uns zwar für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. 11 Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit.
Ich bin weit davon entfernt, diese teils tatsächlich gewaltsamen Empfehlungen Salomos in Bezug auf Züchtigung zu empfehlen. Aber ich bin genauso wenig davon begeistert, wenn wir jetzt auf der anderen Seite vom Pferd fallen.
Also: wie gehen wir nun damit um, dass wir bei weitem nicht nur Berichte traumatischer Erlebnisse in Bezug auf körperliche Züchtigung zu hören bekommen? Konzentrieren wir uns – weil es zur Zeit politisch korrekt erscheint – lieber auf eine Seite und ignorieren die andere? Oder sind wir bereit uns das ganze Bild anzusehen und festzustellen, dass körperliche Züchtigung und Gewalt zwei Paar Schuhe sind?
Charly
Hallo Gerhard,
ich kenne nicht Ihr Elternhaus aber ich habe mit etlichen Menschen gearbeitet, die aus ähnlichen Familien kommen. Ein wichtiger Punkt, den Sie ansprechen, für ein Verstehen – nicht Entschuldigen – ist sicher oft die nicht erkannte Traumatisierung von Eltern. Speziell Eltern, die den Krieg erlebten, haben ihre seelischen Verletzungen und deren Bedeutung nicht erkannt. Damals war auch das allgemeine Wissen darüber noch nicht vorhanden. Und Gewalt, die man erlebt und nicht verarbeitet hat, wird oft weitergegeben.
Danke für Ihren Kommentar.
„Woher kennt der Autor meine Elternhaus, woher die Folgen für mein Befinden als Erwachsener?“ frage ich mich. Besser kann man das Thema kaum darstellen. Dabei geht es sicher nicht um die gelegentlich „ausgerutschte Hand“ eines Elternteils. Schließlich können Kinder auch gnadenlos provozieren. Nein, es geht um brutales, unvorhersehbares Prügeln.
Meine Eltern waren beide durch Krieg und Nachkriegszeit schwer traumatisiert. Das ist keine Entschuldigung für ihr Verhalten, es ist eine Erklärung. Jedenfalls wurde ich manchmal halb tot geschlagen.
Interessant: Viele Folgen dieser gewaltgeprägten Kindheit konnte ich überwinden. Bis heute (bin Mitte 50) geblieben sind Beziehungs-/Bindungsunfähigkeit, Misstrauen, unangemessene Ängste, Neigung zu Depressionen. Psychotherapie hat geholfen, Heilung wäre was anderes. Die erfahrene Gewalt bleibt päsent.